Article
To read the full-text of this research, you can request a copy directly from the author.

Abstract

Ausgehend von einer kritischen Besprechung des Bandes "Pragmatismus und Pädagogik" (hrsg. v. D. Tröhler u. J. Oelkers, Zürich 2005), wird zurückgeblickt auf die Unvollkommenheiten und Hintergrundinteressen der ab den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts neu einsetzenden Dewey- und Pragmatismusrezeption in deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen bzw. pädagogischen Publikationen. Es wird die These vertreten, dass ein allzu idealisiertes Bild von Pragmatismus aus der Taufe gehoben wurde, das man als Philosophie dann auch noch - fälschlicherweise - mit der Philosohie John Deweys gleichsetzte (Dewey präferierte von Anfang an den Begriff "Instrumentalismus" für die eigene Philosophie des Mittel-/Zweckdenkens. Weitgehend ausgeblendet blieben in der jüngeren deutschen Pragmatismus-Rezeption die erkenntnistheoretischen Dilemmata des Pragmatismus, die ihn heute (iwie andere philosophische Richtungen, die um 1900 diskuriert wurden) als genuin amerikanische Philosophie in bestimmte historische Kontexte einordnen lassen. Doch der Pragmatismus war auch nach 1900, als William James ihn in der amerikanischen Öffentlichkeit populär machte, als "neue" Philosophie" keineswegs die alles andere überstrahlende Botschaft, sondern blieb eine von mehreren Denkmöglichkeiten. Die Kritik an den konzeptionellen Unklarheiten des Pragmatismus, insbesondere am pragmatischen Wahrheitsbegriff, war in den Jahrzehnten nach 1900 in den USA ausgeprägt, nur starben W. James, J. Royce und C.S. Peirce noch vor Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg, so dass sie, anders als Dewey, ihre Philosophie nicht weiter entwickeln konnten. John Dewey sah sich zwar in der Tradition dieses neuen Denkens, das den euroopäischen Idealismus ablösen wollte, aber seine Philosophie war nur in bestimmten Punkten mit der von James oder Peirce vergleichbar. Die Denkunterschiede zwischen jenen Philosophen, um 1900 die man gelten machen kann als Mitbegründer des Pragmatismus - vor allem Peirce, James, Royce, F.C.S. Schiller, Dewey, Mead - waren erheblich, so dass der Begriff Pragmatismus nur als Statthalter für im Einzelnen sehr differente Anschauungen steht. Die Gemeinsamkeit bestand vor allem in der Abwehr dessen, das man zu überwinden trachtete. Die Rezeption des Pragmatismus im Deutschen Reich und in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg im deutschsprachigen Raum war nicht ausgeprägt, doch auch in den USA verschwand der Pragmatismus spätestens nach Deweys Tod, 1952, von der Bildfläche, verdrängt durch andere Denkrichtungen wie den logischen Emprismus und die Analytische Sprachphilosophie. Die deutsche Pragmatismus-Rezeption fand mit Verzögerungen statt, aber Peirce, James und Dewey waren nie völlig vergessen in Westdeutschland. Der Pragmatismus hat in keiner Weise hierzulande ein Sonderschicksal völliger Negierung erlitten, wie manche Stimmen behaupteten. Wie in einer pluralen Kultur üblich, wird er von einigen Philosophen sehr, von anderen weniger geschätzt. Jedenfalls gibt es keine moralische Pflicht, ihn zur eigenen Lebensphilosophie zu machen. Es bietet sich an, mehrere Ansichten zur Bedeutung des Pragmatismus zur Kenntnis zu nehmen und keinesfalls zu verzichten auf das Lesen der Originalquellen.

No full-text available

Request Full-text Paper PDF

To read the full-text of this research,
you can request a copy directly from the author.

Article
Religion, tolerance and democracy in the philosophy of John Dewey are at the centre of this contribution, with specific attention tho their contexts. In view of the escalating violence against Afro-Americans in the USA, which produces counterviolence, the question arises: What was the significance of tolence in Dewey’s conception of democracy? How successful was Dewey in using his pragmatic instrumentalism as a tool against open racism in American society? To answer these questions it is necessary to look at the origin and reception of pragmatism and the history of tolerance. A hundered years after the publication of „Democracy and Education, the the attempt of an answer leads to the realistic conclusion that Dewey’s educational philosophy promised more than it achieved. Two theses are discusssed: „Democracy and Education“ can only be fully understood against the background of a unity of democracy and religion in Dewewy’s early work. Secondly: Dewey’s social philosophy is a secular theology. While it could hardly reach the „color problem“ of American society, it was able to strengthen the belief in democracy.
Article
Something News from John Dewey – New Publication: JOHN DEWEY AS EDUCATOR – A Conference Reader, edited by Franz-Michael Konrad and Michael Knoll. Bad Heilbrunn: Klinkhardt (February 2018, written in German) Link: http://www.klinkhardt.de/verlagsprogramm/2228.html ------------------------- Users can download there foreword and table of contents The anthology contains contributions about Dewey, most of them were presentations given at a conferene, 2014, Catholic University of Eichstätt. My own writings in this volume are entitled; - Fascination and Problems of Dewey’s Social Philosophy -The Misery of Higher Education for African-Americans – Aspects of Supression in Dewey’s Progressive Education Both texts uploaded in Researchgate are opening and closing sections of an early issue of the final texts in the book.
Chapter
Charles S. Peirce (1839-1914), together with his friend William James (18421910) based their philosophy on European traditions that had prevailed before 1900 but at the same time they tried to break free from the constraints that these traditions imposed. The ideas that Peirce called pragmatism, and which were disseminated throughout the USA as a result of James' famous pragmatism lectures, the last of which took place at Columbia University in 1906/7, provided a wealth of material for discussion, since they raised important questions concerning the role of logic, epistemology and ethics.
Article
Summary (Religion, Tolerance, Racism in the Action Spectrum of the Philosophy of John Dewey -– With a Side Glance to 100 Years of “Democracy and Education”): Religion, tolerance and democracy in the philosophy of John Dewey are at the centre of this contribution, with specific attention tho their contexts. In view of the escalating violence against Afro-Americans in the USA, which produces counterviolence, the question arises: What was the significance of tolerance in Dewey’s conception of democracy? How successful was Dewey in using his pragmatic instrumentalism as a tool against open racism in American society? To answer these questions it is necessary to look at the origin and reception of pragmatism and the history of tolerance. A hundered years after the publication of „Democracy and Education, the the attempt of an answer leads to the realistic conclusion that Dewey’s educational philosophy promised more than it achieved. Two theses are discusssed:
Zürich: Pestalozzianum
  • Daniel Tröhler
  • Jürgen Oelkers
Daniel Tröhler und Jürgen Oelkers. Zürich: Pestalozzianum 2005 (Studien zur historischen Pädagogik und Sozialpädagogik, Band 3), 292 Seiten, ISBN 3-03755-046-5.
John Deweys Philosophie des ,experience" in interaktionistisch-konstruktivistischer Interpretation
  • S Neubert
  • H.-H Uslucan
Neubert, S.: Erkenntnis, Verhalten und Kommunikation. John Deweys Philosophie des ,,experience" in interaktionistisch-konstruktivistischer Interpretation. Münster 1998. -Uslucan, H.-H.: Handlung und Erkenntnis. Die pragmatistische Perspektive John Deweys und Jean Piagets Entwicklungspsychologie. Münster 2001. -Vogt, P.: Pragmatismus und Faschismus. Kreativität und Kontingenz in der Postmoderne. Weilerswist 2002.
Der amerikanische Pragmatismus in seinen Beziehungen zum kritischen ldealismus und zur Existenzphilosophie. Wilhelmshaven 1951
  • S Marck
Marck, S.: Der amerikanische Pragmatismus in seinen Beziehungen zum kritischen ldealismus und zur Existenzphilosophie. Wilhelmshaven 1951, S.9.
Kaisertreue statt Internationalismus: Anmerkungen zur Reformpädagogik der Jahrhundertwende
  • B Gonon
Brocke, B. v. (Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik im Industriezeitalter. Hildesheim 1991. S. 185 ff.-Pommerin. R.; Der Kaiser und Amerika. Köln 1986. B. Gonon, P.: Kaisertreue statt Internationalismus: Anmerkungen zur Reformpädagogik der Jahrhundertwende. In: Böhm. W./Oelkers, J: (Hrsg.): Reformpädagogik kontrovers. Würzburg 1S95, S. 175-2OO. -Gegen Gonons These sprechen: die starke deutsche Präsenz auf den internationalen Moralkongressen 19OB und 1912, die internationale Ausrichtung der führenden reformpädagogischen Zeitschrift,,Der Säemann", breite internationale Kontakte von Erziehungs-, Sozial-, Kulturwissenscha{tlern (F.W. Foerster, F. Tönnies, H. Lamprecht u.a.), vor allem aber die in den internationalen Raum gerichtete Kulturund Wissenschaftspolitik des Kaiserreichs, vgl. Brocke, a.a.O.
301) gezwungen gewesen, gegenüber seinem Förderer Baeumler politische Zugeständnisse zu machen, die in der Einleitung und im Anmerkungsapparat eingefügt wurden. Das wiedergegebene Zitat ist ein Beispiel
  • Vgl
  • C Tilitzki
Vgl. Tilitzki, C.: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Berlin 2002, 5.272tt. 10. Petersen, P.: Die Neueuropäische Erziehungsbewegung. Weimar 1926, S. 51. ff., S. 124 1..-Ders.: Pädagogik. Berlin 1932, S. 128, S. 149 f..-Ders.: Pädagogik der Gegenwart. Berlin 1937. S. 137. S. 159 ff. i nach H.-J. Dahms, S. 3OO, in: Becker, H. u.a. (Hrsg.): Die Universität unter dem Nationalsozialismus. 2. Aufl. München 1998, S. 299 ff.; vgl. ferner Tilitzki, a.a.O., S. 791 ff.Weitere Details zu E. Baumgarten bei Vogt a.a.O. sowie in der neuen Max WeberBiographie von Joachim Radkau, München 2005. 12. Nach Dahms, a.a.O. S. 301; Baumgarten 1938, S. Xl.-Baumgarten sei, so Dahms, (a.a.O. S. 301) gezwungen gewesen, gegenüber seinem Förderer Baeumler politische Zugeständnisse zu machen, die in der Einleitung und im Anmerkungsapparat eingefügt wurden. Das wiedergegebene Zitat ist ein Beispiel. Baumgarten nutzte die Anmerkungen aber auch, um Deweys Fairness im Streit mit Santayana zu bewundern und das Ur-Rezept demokratischen Verhaltens bei D. Hume zu betonen, gesetzte Ziele nicht egoistisch, sondern human zu verwirklichen. 13. Vgl. Krieger, H.: Das Rassenrecht in den Vereinigten Staaten. Berlin 1936. Ders.: Die Trennung der Rassen im Schulwesen der Vereinigten Staaten und des Deutschen Reiches. ln: Internationale Zeitschrift für Erziehung, 5. Jg. 1936, s. 344 ff.
Baumgarten 1938, S. Xl. -Baumgarten sei, so Dahms
Pädagogische Rundschau 1 | 2007 : ll.Zitiert nach H.-J. Dahms, S. 3OO, in: Becker, H. u.a. (Hrsg.): Die Universität unter dem Nationalsozialismus. 2. Aufl. München 1998, S. 299 ff.; vgl. ferner Tilitzki, a.a.O., S. 791 ff. -Weitere Details zu E. Baumgarten bei Vogt a.a.O. sowie in der neuen Max Weber-Biographie von Joachim Radkau, München 2005. 12. Nach Dahms, a.a.O. S. 301; Baumgarten 1938, S. Xl. -Baumgarten sei, so Dahms, (a.a.O. S. 301) gezwungen gewesen, gegenüber seinem Förderer Baeumler politische Zugeständnisse zu machen, die in der Einleitung und im Anmerkungsapparat eingefügt wurden. Das wiedergegebene Zitat ist ein Beispiel. Baumgarten nutzte die Anmerkungen aber auch, um Deweys Fairness im Streit mit Santayana zu bewundern und das Ur-Rezept demokratischen Verhaltens bei D. Hume zu betonen, gesetzte Ziele nicht egoistisch, sondern human zu verwirklichen. 13. Vgl. Krieger, H.: Das Rassenrecht in den Vereinigten Staaten. Berlin 1936. Ders.: Die Trennung der Rassen im Schulwesen der Vereinigten Staaten und des Deutschen Reiches. ln: Internationale Zeitschrift für Erziehung, 5. Jg. 1936, s. 344 ff.
Demokratie und Erziehung. Weinheim .1 993, S. 489; sowie Gonon S. 189 im vorliegenden Band
  • So Bittner In
  • J Dewey
So Bittner in,,Learning by Dewey", Bad Heilbrunn 2001, S. 73; vgl. dazu Jürgen Oelkers' Nachwort zu: Dewey, J.: Demokratie und Erziehung. Weinheim .1 993, S. 489; sowie Gonon S. 189 im vorliegenden Band. 16. Foerster. F.W.: Politische Ethik und Politische Pädagogik. München 19.18, S. 165 f., S. Xll. -Ders: Alte und Neue Erziehung. Zürich 1936. s. 140 f.. s.58. 17. Vgl. Westbrook, R.B.: John Dewey and American Democracy. lthaca: Cornell Univ. Press. 2nd print 1992, S. 216 ff. 18. Kamphausen irrt, wenn er auf Otto Baumgarten als Autor des Pragmatismus-Buches von 1938 verweist (S. 170). Da war Otto schon vier Jahre tot. Er verwechselt ihn mit dessen Neffen Eduard Baumgarten.