ArticlePDF Available

Evidenzorientierte Schulentwicklung: Transfer und Transformation.

Article

Evidenzorientierte Schulentwicklung: Transfer und Transformation.

Chapter
Full-text available
Der Beitrag legt den Fokus darauf, (neue) Lernaufgaben aus (vorliegenden) Testaufgaben zu entwickeln. Es wird geklärt, welchen Gewinn eine solche Entwicklung bringt und warum eine Analyse von Testaufgaben nützlich sein kann, um bewusst verschiedene Aufgabenmerkmale zu variieren und so einzelne bzw. aufeinander abgestimmte Bündel von Lernaufgaben zu entwickeln. Schlussendlich folgen konkrete Überlegungen und Beispiele aus den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik.
Chapter
Full-text available
Um dem Anspruch der Qualitätsentwicklung durch Feedback an die Akteurinnen und Akteure der Schule gerecht zu werden, dass also die Ergebnisse von externen Überprüfungen „von den jeweiligen Adressaten und Adressatinnen (Lehrkräft en, Schulleitung, Schulaufsicht) angenommen und genutzt werden“ (Rundschreiben, BMUKK, 2012) und Rückmeldungen einen produktiven Beitrag für die Entwicklungsprozesse am jeweiligen Schulstandort leisten, muss theoretisch und praktisch die Vorstellung von einem Prozess der Entwicklung geklärt werden. Vor allem die Kultur der Qualitätsentwicklung durch Rückmeldungen und Datenfeedbacks ist immer noch „wenig entwickelt“ (Oelkers & Reusser, 2008, S. 13), es existiert wesentlich mehr Wissen zur technischen Umsetzung von Überprüfungen als zur formativen Integration in das Schulsystem. Diese Klärung sowie weiterführende Impulse vor allem zur Reflexion („Nach-denken“) und Proflexion („Voraus-denken“) als Gelingensbedingungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung bilden die Grundlage des vorliegenden Beitrags. Das „wendelförmige Salzburger Entwicklungsmodell“ (Wiesner & Schreiner, 2019, S. 109) basiert in seiner Struktur grundlegend auf dem Zyklus „Rezeption – Refl exion – Aktion – Evaluation“ von Helmke (2004, S. 100). In diesen Modellierungen wird deutlich, dass die pädagogische Nutzung von Ergebnisdaten und Rückmeldeinformationen „keineswegs ein automatisch ablaufender Prozess ist, sondern von einer Vielzahl förderlicher und hinderlicher Faktoren abhängt“ (Hosenfeld, 2005, S. 112). Daher stellen Rückmeldungen als Feedback auch Möglichkeiten der „Selbstevaluation“ (Posch, Rauch & Seidl, 2012, S. 39) und (Selbst-)Reflexion dar, indem Selbstevaluierungen in Schulen eben „durch externe Daten“ (ebd.) ergänzt werden. Keywords: Rückmeldungen, Feedback, Datenfeedback, Bildungsstandards, Kompetenzorientierung, Reflexion, Proflexion; Evidenzorientierung
Chapter
Full-text available
Die Zukunft von Schule ist offen und gestaltbar. Um das Gelingen einer formativen Integration von Bildungsstandards1 in das Schulsystem in Verbindung mit einer fundierten Kompetenzorientierung im Unterricht zu ermöglichen, ist im Sinne von Roth (1971) ein „kritisches und kreatives Sozialverhalten aus eigener Einsicht“ (ebd., S. 478) unabdingbar, also das Hinterfragen von internalisierten Normen, Routinen, Prinzipien, Regeln und Standards, die hinter den sozialen Lehr-Lernkulturen stecken sowie eine konstruktive, produktive Auseinandersetzung mit Positionen, Strebungen und Rollen durch Positionen, Dynamiken, Strukturen und Funktionen. Erfolgreiche Reformen setzen voraus, dass die Grundprinzipien und Werte der Reform auf der Ebene der impliziten Grundannahmen, Vorstellungen und Überzeugungen als auch als „Spirit“ (Rolff , 2015, S. 55) im Sinne eines „Sensemaking“ (Weick, 1995, S. 1; Coburn, 2004, S. 213; Asbrand, 2015) als pädagogische Haltung verinnerlicht werden. Eine Verinnerlichung benötigt vielfältige Ansätze von Begleitung, vor allem, da sich pädagogische Haltungen und Menschenbilder in Begleitungskonzepten wiederfi nden lassen. Eine ganzheitliche Integration von Bildungsstandards in die Schulkultur und Praxis kann nur durch ein mehrperspektivisches Vorgehen und ein integratives Denken, Erleben und Erfahren erreicht werden. Jedes Vorgehen, jede Reform und jede Veränderung hat eine spezielle, eigene Biographie. Der Schwerpunkt des Beitrags liegt auf der Frage der Gelingensbedingungen und deren Beschreibung durch Konzepte und Modelle der Begleitung für eine möglichst erfolgreiche formative Integration von Bildungsstandards in den Unterricht und die Schule sowie die Arbeit mit Bildungsstandards als Refl exions- und Proflexionsinstrument für eine gelingende Schul- und Unterrichtsentwicklung als Arbeit im und am (Schul-)System. Der Beitrag versucht zunächst den Begriff der professionellen, pädagogischen Haltung als Ausgangspunkt für die Arbeit mit Bildungsstandards und die zentrale Wirkung von Haltung auf die Schulkultur zu klären. In einem nächsten Schritt und um die Genese der theoretischen Klärung von Begleitungskonzepten zu verdeutlichen, stellt der Beitrag das Modell der Feldtransformation vor, welches u. a. Erklärungs- und Handlungsmöglichkeiten zwischen den Polen Entwicklung und Stabilisierung aufzeigen kann und im Besonderen Möglichkeitsräume für das integrative Denken eröffnet. Durch die Theorie der System-Interaktionen lassen sich im Beitrag die wesentlichen Unterschiede von Herangehensweisen darlegen und die Th eorie erlaubt im Weiteren ein tieferes Verständnis für aktivierende und produktive Unterstützungsprozesse und von Begleitungskonzepten. Anschließend beschreibt der Beitrag die unterschiedlichen Formen von Begleitungen und die darin tief verwurzelten Haltungen als reichhaltiges Repertoire von Ideen, Visionen und Zielsetzungen. Diese Formen und Varianten von Begleitungskonzepten wirken im Sinne von vielfältigen Gelingensbedingungen auf die Integration von Bildungsstandards in das österreichische Schulsystem ein. Es wird durch den Beitrag ersichtlich, dass eine einseitige Begleitung von Reformen und Zielsetzungen, besonders aus der Perspektive des Modells der Feldtransformation sowie der Th eorie der System-Interaktionen, wenig Erfolgschancen eröffnet. Der Beitrag schließt mit ausgewählten Beispielen von Begleitungskonzepten für die Integration von Bildungsstandards und zeigt, dass ein Gelingen vielfältige Ansätze und ein Balancing von Konzepten benötigt. Keywords: Feldtransformation, Reflexion, Proflexion, Haltung, Mentoring, Begleitungskonzepte, Bildungsstandards, Kompetenzorientierung, Feedback, Rückmeldung
Chapter
Full-text available
Das Kapitel zeigt, dass der Anteil der mehrsprachigen Jugendlichen an Österreichs Schulen im Zeitraum 2012 bis 2016 zugenommen hat und die demografische Entwicklung auch Schulen zu Orten der sprachlichen Vielfalt macht. Betrachtet man die fachlichen Kompetenzen der mehrsprachigen Schüler/innen in Mathematik, Englisch und Deutsch, so schneiden mehrsprachige Schüler/innen jedoch schwächer ab als einsprachige Jugendliche, wobei es deutliche Unterschiede je nach Herkunftgibt und vor allem der sozioökonomische Hintergrund ausschlaggebend für schulische Lernerfolge ist. Außerdem zeigt der Beitrag, dass die Deutschkompetenzen der Eltern mit den Kompetenzen ihrer Kinder in Zusammenhang stehen, aber erneut der sozioökonomische Hintergrund der wichtigste Erklärungsfaktor für die Schülerleistungen ist.
Chapter
Full-text available
Ziel von Schule und Unterricht ist die Förderung der Kompetenzentwicklung bei Kindern und Jugendlichen, wobei die grundgelegte Defintion von Kompetenz sowohl kognitive Komponenten als auch volitionale, motivationale und soziale umfasst. Der vorliegende Beitrag widmet sich dem Unterricht als Kern des schulischen Geschehens und analysiert wesentliche Dimensionen kompetenzorientierten Unterrichts. Dabei werfen wir einen empirischen Blick auf die Dimensionen Aktivierung, Wissensvernetzung, lebensweltliche Anwendung, personalisierte sowie gruppenorientierte Lernbegleitung, Reflexion, Klassenmanagement und Klassenführung, in dem die aggregierten Wahrnehmungen von Volksschulkindern (Grundschulkindern) für eine Beschreibung des Mathematikunterrichts in Österreich in der Grundschule herangezogen werden.
Chapter
Full-text available
Fachbezogene Einstellungen spielen in Schule und Unterricht eine wichtige Rolle: Sie sind einerseits wesentliche Faktoren für das Lernen. Andererseits sind Interesse am Lernen und am Fach sowie die Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts aber auch für sich Ziele der Schule. Dieses Kapitel untersucht die Freude an Mathematik, Deutsch und Englisch sowie das auf diese Fächer bezogene Selbstkonzept der Schü-ler/innen. Dabei werden diese Merkmale zwischen den Fächern, zwischen der 4. und der 8. Schulstufe sowie zwischen unterschiedlichen Gruppen von Schülerinnen und Schülern – etwa nach Geschlecht, Migrationshintergrund oder besuchter Schulsparte – verglichen. Den Abschluss bilden Analysen zum Zusammenhang zwischen nonko-gnitiven Faktoren des Lernens und dem Kompetenzniveau der Schüler/innen.
Chapter
Full-text available
Dieser Beitrag gibt einen (historischen) Einblick in die Genese der Bildungsstandards in Österreich und beschreibt die konzeptionellen Grundlagen und Rahmenbedingungen der Bildungsstandards und deren Überprüfung und Rückmeldung aus nationaler Perspektive. Darüber hinaus fiden sich im Folgenden grundlegende Informationen zur Durchführung der Standardüberprüfungen im ersten Überprüfungszyklus 2012–2016. Dies umfasst wesentliche Fakten zur Datenbasis, die den folgenden Beiträgen in diesem Band als Analysebasis zugrunde liegt.
Book
Full-text available
Der Sammelband gibt einen Einblick in die Bildungsstandards in Österreich und beschreibt die konzeptionellen Grundlagen und Rahmenbedingungen der Bildungsstandards und deren Überprüfung und Rückmeldung aus nationaler Perspektive. Es werden vertiefende Analysen zum ersten Zyklus 2012 bis 2016 der flächendeckenden Bildungsstandardüberprüfungen vorgestellt. Das Buch ist bei Waxmann erschienen - Download unter https://www.waxmann.com/waxmann-buecher/?no_cache=1&tx_p2waxmann_pi2%5Bbuch%5D=BUC126109&tx_p2waxmann_pi2%5Baction%5D=show&tx_p2waxmann_pi2%5Bcontroller%5D=Buch&cHash=669a208e80007b9fa24a59cc7f04d866
Chapter
Full-text available
Die Grundlage der Überlegungen zu Dimensionen fachlichen Unterrichts bildet das Konzept der Kompetenzorientierung, das den österreichischen Bildungsstandards als fundamentale Idee zugrunde liegt. Anhand verschiedener Dimensionen (Aktivierung, Lernbegleitung, Reflexin) charakterisiert der Beitrag auf der Basis der Daten aus dem ersten Zyklus der Bildungsstandardüberprüfungen den Unterricht als Lehr-Lern-Geschehen der österreichischen Sekundarstufe 1. Die verschiedenen Dimensionen des Unterrichts werden für die Fächer Mathematik, Englisch und Deutsch auf der Basis von Fragebogendaten aus Schülerbefragungen dargestellt und ihre Ausprägungen sowie ihre Zusammenhänge mit den erreichten Kompetenzen der Schüler/innen zwischen den Fächern sowie den Schulsparten der Sekundarstufe 1 verglichen.
ResearchGate has not been able to resolve any references for this publication.