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Wieviele Postdocs gibt es in Deutschland? Drei Berechnungsansätze und erste Ergebnisse

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Abstract and Figures

In the past years the Postdoc-Phasis became more and more relevant in higher education policy and research in Germany. This is caused by an increase in the number of completed doctoral studies, and a more intensive discussion about the working conditions for early stage researchers. Surprisingly, from this background, we have little information about the number of Postdocs in Germany. By using three calculation approaches this article wants to give an answer to the question: How many postdocs we do have in Germany? In den letzten Jahren hat die Postdoc-Phase in der Wissenschaftspolitik und in der Forschung eine deutlich höhere Aufmerksamkeit erfahren als in früheren Zeiten (vgl. z.B. Bundesbericht zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses - BuWiN 2013, 2008). Dies hat auch mit einer seit dem Jahr 2008 deutlich über 25.000 gestiegenen Anzahl jährlich abgeschlossener Promotionen zu tun (vgl. Statistisches Bundesamt - StBA 2015), welche u.a. auf die Förderung von Graduiertenschulen im Rahmen der Exzellenzinitiative seit dem Jahr 2006 sowie gestiegene Drittmittelanteile in der Hochschulfinanzierung zurückzuführen ist. Steigerungstendenzen in der Anzahl der Promotionen gibt es aber bereits länger (vgl. BuWiN 2008). Zu einer höheren Aufmerksamkeit für das Thema beigetragen hat außerdem die Diskussion um die Beschäftigungsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs seit der Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (Jongmanns 2011) und dessen Anfang 2016 erfolgte Novellierung sowie die Mitte 2016 beschlossene Förderung von 1.000 Tenure-Track-Professuren im Rahmen des sognannten Nachwuchs-Paktes des Bundes und der Länder Deutschlands in Höhe von insgesamt einer Mrd. Euro. Angesichts dessen mag es zunächst erstaunen, dass derzeit kaum Informationen darüber existieren, wie viele Postdocs es in Deutschland gibt. Allerdings ist die grundsätzliche Problematik für den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht neu; sie wurde für die lange Zeit unbekannte Anzahl der Promovierenden zuvor in ähnlicher Weise beschrieben (vgl. Burkhardt u.a. 2008). Zwar gab es für Doktorand/inn/en bereits 2008 erste Schätzungen zu deren Anzahl in Deutschland (vgl. Krempkow 2008, Burkhardt 2008) sowie in den Folgejahren mehrere Berechnungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen (vgl. Wolters/Schmiedel 2012; Krempkow 2012; Hähnel/Schmiedel 2016). Für Postdocs sieht dies allerdings noch anders aus. Dieser Beitrag versucht daher, sich mit drei unterschiedlichen Berechnungsansätzen einer Beantwortung der Frage zu nähern: Wie viele Postdocs gibt es in Deutschland?
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HSW 5+6/2016
In den letzten Jahren hat die Postdoc-Phase in der Wis-
senschaftspolitik und in der Forschung eine deutlich
höhere Aufmerksamkeit erfahren als in früheren Zeiten
(vgl. z.B. Bundesbericht zur Förderung des Wissenschaft-
lichen Nachwuchses – BuWiN 2013, 2008).1Dies hat
auch mit einer seit dem Jahr 2008 deutlich über 25.000
gestiegenen Anzahl jährlich abgeschlossener Promotio-
nen zu tun (vgl. Statistisches Bundesamt – StBA 2015),
welche u.a. auf die Förderung von Graduiertenschulen
im Rahmen der Exzellenzinitiative seit dem Jahr 2006
sowie gestiegene Drittmittelanteile in der Hochschulfi-
nanzierung2zurückzuführen ist. Steigerungstendenzen in
der Anzahl der Promotionen gibt es aber bereits länger
(vgl. BuWiN 2008). Zu einer höheren Aufmerksamkeit
für das Thema beigetragen hat außerdem die Diskussion
um die Beschäftigungsbedingungen für den wissen-
schaftlichen Nachwuchs seit der Evaluation des Wissen-
schaftszeitvertragsgesetzes (Jongmanns 2011) und des-
sen Anfang 2016 erfolgte Novellierung sowie die Mitte
2016 beschlossene Förderung von 1.000 Tenure-Track-
Professuren im Rahmen des sogenannten Nachwuchs-
Paktes des Bundes und der Länder Deutschlands in Höhe
von insgesamt einer Mrd. Euro.
Angesichts dessen mag es zunächst erstaunen, dass der-
zeit kaum Informationen darüber existieren, wie viele
Postdocs es in Deutschland gibt. Allerdings ist die
grundsätzliche Problematik für den wissenschaftlichen
Nachwuchs nicht neu; sie wurde für die lange Zeit unbe-
kannte Anzahl der Promovierenden zuvor in ähnlicher
Weise beschrieben (vgl. Burkhardt u.a. 2008). Zwar gab
es für Doktorand/innen bereits 2008 erste Schätzungen
zu deren Anzahl in Deutschland (vgl. Krempkow 2008,
Burkhardt 2008) sowie in den Folgejahren mehrere Be-
rechnungen mit unterschiedlichen Ansätzen und Ergeb-
nissen (vgl. Wolters/Schmiedel 2012; Krempkow 2012;
Hähnel/Schmiedel 2016). Für Postdocs sieht dies aller-
dings noch anders aus. Dieser Beitrag3versucht daher,
sich mit drei unterschiedlichen Berechnungsansätzen
einer Beantwortung der Frage zu nähern: Wie viele
Postdocs gibt es in Deutschland?
1. Grundlagen für die Berechnungen
Für die Beantwortung der aufgeworfenen Frage werden
verschiedene Grundlagen benötigt. Positiv ist hierzu
festzuhalten, dass mit der Anzahl der abgeschlossenen
Promotionen in der amtlichen Statistik eine seit vielen
Jahren bewährte und als belastbar einzuschätzende
Grundlage existiert.4Andere für eine Beantwortung der
o.g. Frage notwendige Grundlagen fehlen derzeit aller-
dings mindestens teilweise bzw. sind nicht ausreichend
geklärt. Sie stehen daher als Hürden der Berechnung
oder auch nur Schätzung der Postdoc-Zahl im Wege:
Erstens gibt es im BuWiN 2013 keine genaue Defini-
tion von Postdocs: „Die Postdoc-Phase schließt an die
Promotion an und erstreckt sich in der Regel über
mehrere Jahre. Da es sich um keine homogene, zeit-
lich und inhaltlich eindeutig definierte Phase im wis-
senschaftlichen Qualifizierungsverlauf handelt […]
sind einer umfassenden Abbildung Grenzen gesetzt“
(BuWiN 2013, S. 164).
René Krempkow
Wie viele Postdocs gibt es in Deutschland?
Drei Berechnungsansätze und erste Ergebnisse
In the past years the Postdoc-Phasis became more and more relevant in higher education policy and research in
Germany. This is caused by an increase in the number of completed doctoral studies, and a more intensive dis-
cussion about the working conditions for early stage researchers. Surprisingly, from this background, we have
little information about the number of Postdocs in Germany. By using three calculation approaches this article
wants to give an answer to the question: How many postdocs we do have in Germany?
René Krempkow
Hochschulforschung
HSW
1 Darüber hinaus gibt es seit 2012 die BMBF-Förderlinie Forschung zum
wissenschaftlichen Nachwuchs – FoWiN (URL: www.bmbf.de/de/forsch
ung-zum-wissenschaftlichen-nachwuchs-571.html).
2 Der Anteil der Drittmittel an den Einnahmen der Hochschulen insgesamt
(ohne Verwaltungs-einnahmen) stieg laut DFG-Förderatlas 2015 von 19%
in 2003 auf zuletzt 28%. Parallel stieg damit auch der Anteil wissenschaft-
licher Beschäftigter auf Drittmittelstellen, von denen viele promovierten
(vgl. BuWiN 2013, S. 186f.).
3 Für hilfreiche Anregungen zu einer früheren Fassung dieses Beitrages
möchte ich den Teilnehmenden des Workshops zur Datenerfassung der
UniWiND-Jahrestagung 2016 sowie Teilnehmenden des Treffens am 29.-
30.9.2016 der offenen Postdoc-Arbeitsgruppe bei UniWiND herzlich
danken.
4 Allerdings sind nicht alle, die eine Promotion abgeschlossen haben, auch
Postdocs – darüber sind sich alle Definitionen einig.
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Hochschulentwicklung/-politik HSW
HSW 5+6/2016
Zweitens sind bislang kaum Studien bekannt, die sich
mit der Erfassung (der Größenordnung) dieser Perso-
nengruppe befassen und auf denen man aufbauen
könnte (anders als zur Erfassung von Promovierenden
– vgl. hierzu insbes. Hornbostel 2012; UniWiND
2016a).
Drittens wurden erste Ansätze zur Schätzung im Indi-
katorenmodell für die Berichterstattung zum wissen-
schaftlichen Nachwuchs (Indikatorenmodell 2014) für
den nächsten – im Jahr 2017 erwarteten – BuWiN bis-
her nicht durchgerechnet bzw. es sind keine Ergebnis-
se bekannt, so dass trotz einiger vorhandener Ansätze
hiermit Neuland zu erschließen ist.
Aus den genannten Gründen ist dem Versuch zur Beant-
wortung der einleitend aufgeworfenen Frage vorauszu-
schicken, dass dieser wegen teilweise erst noch genauer
zu klärender Grundlagen derzeit nur Hinweise zur
Größenordnung dieser Personengruppe innerhalb eines
Korridors mit einer als plausibel eingeschätzten unteren
und oberen Begrenzung liefern kann; und noch keine ge-
naue Anzahl wie in der amtlichen Studierenden- oder
Prüfungsstatistik üblich. Gleichzeitig kann aber die hier
bewusst auf mehreren verschiedenen Wegen in Abhän-
gigkeit von unterschiedlichen Definitionen und Daten-
beständen festgestellte Größenordnung auch aufzeigen,
welche Folgen für die Größenordnung die gewählte De-
finition hat. Dies könnte hilfreich sein für die Entwick-
lung von – den Zielen der (jeweiligen) Wissenschaftsein-
richtungen entsprechenden – Definitionen und Abgren-
zungen der Gruppe der Postdocs, aber auch für eine ggf.
angestrebte einheitliche Definition für ein bundesweites
Monitoring. Derzeit gibt es in Deutschland insgesamt ein
weites Spektrum an Definitionen, die sich i.W. zwischen
zwei Polen einordnen lassen (vgl. Huber u.a. 2013):
Auf der einen Seite des Spektrums gibt es eine eher
enge Sichtweise: Danach werden als Postdocs z.B.
solche Personen bezeichnet, die auf als solchen aus-
geschriebenen Postdoc-Stellen tätig sind, oder in der
Wissenschaft tätige Promovierte in der Weiterqualif-
kation in den ersten Jahren nach der Promotion.5
Diese Personengruppe wird in diesem Beitrag nach-
folgend als Postdocs im engeren Sinne (i.e.S.) be-
zeichnet.
Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es eine eher
weite Sichtweise: Danach werden als Postdocs alle
Promovierten bezeichnet, die mit einer abgeschlosse-
nen Promotion in der Wissenschaft tätig sind und sich
in irgendeiner Weise weiterqualifizieren wollen6– sei
es z.B. für eine Professur oder auch für eine andere
(wissenschaftsbasierte) Tätigkeit in der Berufspraxis
der Privatwirtschaft bzw. im Nonprofit-Sektor.7Diese
Personengruppe wird nachfolgend als Postdocs im
weiteren Sinne (i.w.S.) bezeichnet.
Welche Definition für welchen Zweck die am besten ge-
eignete ist, hängt letztlich von der auch wissenschafts-
politisch zu entscheidenden Frage ab, wie viele Perso-
nen als noch im Qualifikationsprozess befindlich8und
wie viele als für die angestrebte Tätigkeit bereits gut
genug qualifiziert angesehen werden (vgl. hierzu auch
die für eine bestimmte Qualifikationsphase vorausge-
setzten Kompetenzen und Kenntnisse z.B. in Kau-
haus/Hochheim 2015, S. 17f.). Da dies an dieser Stelle
nicht abschließend geklärt werden kann und soll, wird in
der nachfolgenden Vorstellung und Berechnung ver-
schiedener Ansätze soweit wie möglich nach Postdocs
i.e.S. und Postdocs i.w.S. differenziert.
2. Überblick über drei Ansätze
In diesem Beitrag sollen zwei Ansätze aus dem Indikato-
renmodell für die Berichterstattung zum wiss. Nach-
wuchs (2014) sowie ein unabhängig davon entwickelter
dritter Ansatz auf der Basis einer Befragung von Hoch-
schulen vorgestellt werden. Für diese Ansätze erfolgen
jeweils auch eine probeweise Berechnung und die Dar-
stellung erster Ergebnisse.
Im Indikatorenmodell des BuWiN wird die Postdoc-
Phase als Zeitraum verstanden, in dem Nachwuchskräfte
über methodische und fachliche Weiterqualifizierung auf
der Basis von Haushaltsstellen, Drittmittelstellen oder
„portable grants“ ihre wissenschaftliche Leistungsfähig-
keit nachweisen. Diese Phase sollte u.a. nach Auffassung
des Wissenschaftsrates und der HRK i.d.R. eine gewisse
Länge nicht überschreiten. Daher werden diese Ansätze
auch als zeitorientiert bezeichnet, zu denen hier die
nachfolgend aufgeführten ersten beiden Ansätze zählen:
1. Ansatz (Variante A im Indikatorenmodell): Wenn
der Zeitpunkt der Promotion (z.B. aus Befragungen)
5 Vgl. z.B. die Definition in Huber u.a. 2013: „Die Postdoc-Phase beschreibt
eine zeitlich begrenzte wissenschaftliche Tätigkeit an einer Forschungsein-
richtung nach der Promotion. Sie ist häufig eine Übergangsphase, die der
wissenschaftlichen Weiterqualifikation dient. Begrifflich unterscheiden
sich der Postdoc im engeren Sinne (Postdoc-Stelle) und der Postdoc im
weiteren Sinne“. Bei Dumpitak u.a. (2014, S. 26) heißt es darüber hinaus
(als Ergebnis der Diskussionen einer UniWiND-AG): „Die Arbeitsgruppe
hat sich darauf verständigt, die Postdoc-Phase in einem engeren Sinne zu
definieren, wonach diese in etwa nur die ersten zwei bis vier Jahre nach
Abschluss der Promotion umfasst.“ Damit sind bei Dumpitak u.a. (2014)
nicht nur Postdoc-Stellen erfasst, sondern auch andere Stellen mit dem
Ziel der Qualifikation in einer frühen Postdoc-Phase, die hier zudem zeit-
lich eingegrenzt wird.
6 Vgl. z.B. BuWiN 2013, Kauhaus/Hochheim 2015. So wird z.B. bei Kau-
haus/Hochheim (2015) folgende Definition zugrunde gelegt: Postdocs
sind promovierte Wissenschaftler/innen, die unterhalb der W2-Professur
wissenschaftlich tätig sind und die entweder mit dem Ziel einer Weiter-
qualifizierung an Universitäten oder außeruniversitären Forschungseinrich-
tungen beschäftigt sind (WissZeitVG §2 Abs. 1) oder die unabhängig von
der Art und dem Ort ihrer Beschäftigung daran arbeiten, sich für eine Uni-
versitätsprofessur zu qualifizieren (zum Beispiel wissenschaftliche Mitar-
beiter/innen mit Qualifizierungsabsicht auf Dauerstellen, wissenschaftliche
Mitarbeiter/innen auf Stellen für Wissenschaftsmanagement oder Lehre,
Stipendiat/innen oder externe Habilitand/innen). Dies schließt demzufolge
auch alle Promovierten mit ein, die auf Habilitanden-, Juniorprofessur
oder Nachwuchsgruppenleiter-Stellen o.ä. in der Wissenschaft tätig sind.
Stipendiaten spielen bei Postdocs nur noch eine untergeordnete Rolle und
werden daher in diesem Beitrag nicht weiter berücksichtigt.
7 Vgl. hierzu Kauhaus/Hochheim 2015, S. 9 und die Initiative der Volkswa-
gen-Stiftung vom August 2016 zur Förderung von Wissenschaft und beruf-
licher Praxis in der Graduiertenausbildung, in der sowohl Doktoranden als
auch Postdocs gefördert werden sollen (weitere Literatur zu Qualifikati-
ons-zielen in der Postdoc-Phase siehe auch z.B. in UniWiND 2016b, oder
die Qualifikationsziele als Befristungsgrund nach Wissenschaftszeit¬ver-
tragsgesetz vom März 2016, §2 Abs. 1.).
8 An dieser Stelle ist wiederum auf WissZeitVG §2 Abs. 1 zu verweisen, denn
hier hat der Begriff der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen
Qualifizierung eine wichtige rechtliche Bedeutung. Wenn jemand auf
Grundlage WissZeitVG §2 Abs. 1 befristet eingestellt ist, wird eine Qualifi-
zierung vorausgesetzt und auf eine bestimmte Zahl von Jahren beschränkt.
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R. Krempkow nWie viele Postdocs gibt es in Deutschland?
HSW
HSW 5+6/2016
bekannt ist, wird die Postdoc-Phase auf die Zeitspan-
ne bis 10 Jahre nach der Promotion begrenzt.
2. Ansatz (Variante B im Indikatorenmodell): Falls
keine Informationen über den Zeitpunkt der Promoti-
on verfügbar sind, werden aus der Hochschulpersonal-
statistik alle Promovierten bis 45 Jahre einbezogen.
3. Ansatz (Berechnung auf Basis der Angaben von
Hochschulen): Im Rahmen der Personalentwicklungs-
Studie des Stifterverbandes erfolgte eine Hochrech-
nung anhand der Angaben der Hochschulen (vgl.
Krempkow u.a. 2016), dabei wird eine Differenzierung
nach Postdoc-Stellen bzw. Postdocs i.e.S. (ohne Juni-
orprof., Habilitanden, Nachwuchsgruppenleiter/ in nen)
und Postdocs i.w.S. (inkl. dieser) vorgenommen.
3. Berechnung anhand der einzelnen Ansätze
3.1 Variante A im Indikatorenmodell für die Berichter-
stattung zum wiss. Nachwuchs
In diesem Ansatz, der zugleich Variante A im Indikato-
renmodell ist, wird die Postdoc-Phase auf in der Zeit-
spanne bis 10 Jahre nach der Promotion in der Wissen-
schaft tätige Promovierte begrenzt. Die Anzahl der Post-
docs nach diesem Modell wird nachfolgend mit ver-
schiedenen Daten aus der amtlichen Statistik und mit
Befragungsdaten berechnet.
Im ersten Schritt wird hierfür die Anzahl der abge-
schlossenen Promotionen aus der amtlichen Statistik
(vgl. StBA 2015) innerhalb des Zeitraumes der letzten
10 Jahre berechnet. Dies ist nach den aktuellsten vor-
liegenden Daten für den Zeitraum 2005 bis 2014 mög-
lich und ergibt insgesamt 249.954 Promovierte in
Deutschland.
Anschließend erfolgt in einem weiteren Schritt eine Ein-
grenzung derjenigen Promovierten, die als Postdocs i.e.S.
bezeichnet werden können, zunächst anhand der Anga-
ben zum Anteil der Promovierten auf Postdoc-Stellen aus
einer Absolventenbefragung aus dem Jahre 2013 durch
das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissen-
schaftsforschung – DZHW (damals noch HIS-Institut für
Hochschulforschung, vgl. Briedis u.a. 2014). Demnach
arbeiten 8% der Promovierten nach eigenen Angaben
auf Postdoc-Stellen. Legt man diese Prozentzahl zugrun-
de, ergibt dies (multipliziert mit rund 250.000 Promo-
vierten in den letzten zehn Jahren) etwa 20.000 Postdocs
i.e.S. (auf Postdoc-Stellen) in Deutschland. Dies ent-
spräche aber nur teilweise den Postdocs im engeren
Sinne, da z.B. Dumpitak u.a. (2014) nicht Postdoc-Stel-
len, sondern die ersten zwei bis vier Jahre nach der Pro-
motion für die Eingrenzung zugrunde legen und die Kon-
zentration nur auf Postdoc-Stellen als eine zu einge-
schränkte Sichtweise sehen würden. Damit erscheint
auch die Anzahl von 20.000 als eher zu niedrig gegriffen.
Daher wird im nächsten Schritt geprüft, welche anderen
Ergebnisse der Studie von Briedis u.a. (2014) für eine er-
weiterte Berechnung zur Verfügung stehen. So findet
sich dort die Angabe, dass weitere 8% der Promovierten
als Habilitanden oder auf Juniorprofessur-Stellen tätig
sind. Postdocs auf Postdoc-Stellen sowie Habilitanden/
Juniorprofessuren ergeben zusammen somit rund
40.000 Postdocs in Deutschland. Allerdings ist auch bei
dieser Zahl – wenn man die o.g. Definitionen von Post-
docs i.w.S. zugrunde legt – immer noch eine deutliche
Untererfassung der anvisierten Personengruppe zu be-
fürchten, und zwar wegen der fehlenden Einbeziehung
der Promovierten in der Wissenschaft auch jenseits von
Postdoc-, Habilitanden- und Juniorprofessur-Stellen z.B.
auf Drittmittelstellen, Lehrbeauftragte u.ä.. Daher kann
diese Zahl noch nicht als adäquat für Postdocs (i.w.S.)
eingeschätzt werden.
Zur Einbeziehung der Zahl Promovierter in der Wissen-
schaft auch jenseits von Postdoc-, Habilitanden- und Ju-
niorprofessur-Stellen kann jedoch eine Eingrenzung an-
hand der Angaben aus dem Kooperationsprojekt Absol-
ventenbefragungen (KOAB) des International Center for
Higher Education Research – INCHER der Universität
Kassel aus dem Erhebungsjahr 2009 herangezogen wer-
den (vgl. BuWiN 2013, S. 275). Demnach sind einein-
halb Jahre nach Abschluss insgesamt 27% der Promo-
vierten in der Academia tätig. Dies ergibt hochgerechnet
auf die Promovierten in den letzten 10 Jahren (vor 2015)
rund 70.000 Postdocs i.w.S.
Auch eine frühere Auswertung anhand der HIS-Absol-
ventenpanel-Befragung 2007 ergab einen Anteil von
27% – für die Zeit zehn Jahre nach Abschluss (vgl.
BuWiN 2013); er erscheint demnach über die hier ge-
nannten Analysen hinweg als relativ stabil. Würde man
nur die dort ebenfalls ausgewiesenen sogenannten Früh-
promovierten berücksichtigen (die in den ersten fünf
Jahren nach Studienabschluss promovierten und dem-
nach schon mindestens 5 Jahre nach Abschluss Gelegen-
heit hatten, sich auch außerhalb der Wissenschaft zu ori-
entieren), so beträgt der Anteil auch immerhin 24% (vgl.
ebd.).9Dies ergibt hochgerechnet auf die Promovierten
in den letzten 10 Jahren vor 2015 rund 62.000 Postdocs
i.w.S. und damit in etwa dieselbe Größenordnung wie
obenstehend anhand der Daten des INCHER berechnet.
Einschränkend ist für diese ersten Ergebnisse zur Grö -
ßen ordnung der Postdocs i.w.S. nach dem ersten Be-
rechnungsansatz hinzuzufügen, dass davon ausgegangen
werden musste, dass sich alle bis zu zehn Jahre nach Ab-
schluss der Promotion in der Academia tätigen Promo-
vierten im Sinne der Postdoc-Definition weiterqualifizie-
ren wollen. Ob dies tatsächlich der Fall ist, kann hier
nicht überprüft werden (vgl. auch Kauhaus/Hochheim
2015). Möglicherweise ist daher die Anzahl von 70.000
Postdocs i.w.S. etwas zu hoch gegriffen.10
3.2 Variante B im Indikatorenmodell für die Berichter-
stattung zum wiss. Nachwuchs
In diesem Ansatz, der zugleich Variante B im Indikato-
renmodell entspricht, erfolgt die Eingrenzung der zu be-
schreibenden Personengruppe der Postdocs mit Daten
9 In der zugrunde liegenden Analyse der HIS-Absolventenpanel-Befragung
2007 des Prüfungsjahrganges 1997 werden alle erwerbstätigen Personen,
die innerhalb von zehn Jahren vor dem Erhebungszeitpunkt eine Promoti-
on abgeschlossen haben, den Nicht-Promovierten gegenübergestellt.
Dabei wurden, um die Effekte zu prüfen, die vom Zeitpunkt des Promoti-
onsabschlusses ausgehen, die Promovierten in „Früh-Promovierte“, die ihr
Promotionsvorhaben innerhalb der ersten fünf Jahre nach ihrem Studium
abgeschlossen haben, und „Spät-Promovierte“ – Promotion zwischen fünf
und zehn Jahre nach dem Studienabschluss – aufgegliedert (vgl. BuWiN
2013, S. 283).
180 HSW 5+6/2016
Hochschulentwicklung/-politik HSW
des Statistischen Bundesamtes zum Berufungsalter und
anhand der Hochqualifiziertenbefragung des Statis t-
ischen Bundesamtes (2013) zu forschend tätigen Promo-
vierten.11 Zugrunde gelegt wird hierbei im ersten Schritt
das Postulat, dass alle Promovierten bis zu dem Alter
einbezogen werden sollten, in dem 75% der Professor/-
innen ihre Erstberufung erhielten. Da rund 77% der Pro-
fessor/innen bis zu einem Alter von 45 Jahren ihren Erst-
ruf erhielten (siehe Tabelle 1), könne man die Gruppe
der Postdocs anhand des Alters der forschend tätigen
Promovierten eingrenzen, so die Annahme.
Laut letzter Erhebung des Stat. Bundesamtes „Hochqua-
lifizierte in Deutschland“ (2011) waren rund 99.300
Promovierte forschend tätig und 46% von ihnen waren
bis zu 45 Jahre alt. Der zweite Berechnungsansatz ergibt
demzufolge rund 46.000 Postdocs in Deutschland.
Einschränkend zur Aussagekraft dieser Berechnung ist
allerdings hinzuzufügen: Für ein Viertel der Datensätze
zum Erstberufungsalter liegt keine Altersangabe vor, was
eine relativ große Unschärfe bewirkt.12
Hinzu kommt, dass – wenn man eine Definition von
Postdocs i.w.S. zugrunde legt – von einer zusätzlichen
Unschärfe in Richtung einer Untererfassung der sich
qualifizierenden Postdocs ausgehen muss, u.a. weil als
Qualifikationsziel hier nur die Berufung auf eine Profes-
sur zugrunde gelegt wird, während durchschnittlich über
die Hälfte der in der Wissenschaft tätigen Promovierten
als Ziel ihrer Qualifikation eben nicht die Professur
sehen, sondern eine Tätigkeit in der Wirtschaft oder in
der Wissenschaft jenseits der Professur (vgl. Krempkow
u.a. 2016, Johann/Neufeld 2016). Und schließlich wirft
dieser Ansatz die Frage auf, ob hiermit nicht eine poten-
tielle Altersdiskriminierung erfolgt.13 Zu diesem Ansatz
ist daran zu erinnern, dass er als Variante B im Indikato-
renmodell für die Berichterstattung zum wiss. Nach-
wuchs lediglich für den Fall vorgesehen ist, dass Varian-
te A sich als nicht gangbar erweist.
3.3 Berechnung anhand der Angaben der Wissen-
schaftseinrichtungen
Im Rahmen der Studie des Stifterverbandes zur Perso-
nalentwicklung für den wiss. Nachwuchs wurde auch die
Anzahl des wiss. Nachwuchses an den teilnehmenden
Einrichtungen erhoben.14 Dies
hatte ursprünglich das Ziel, zen-
trale Merkmale der Wissen-
schaftseinrichtungen zu deren
Charakterisierung zu erheben,
lässt sich jedoch auch für eine
Hochrechnung der zum wissen-
schaftlichen Nachwuchs zu
zählenden Personengruppen in
Deutschland verwenden (vgl.
Krempkow u.a. 2016, S. 23).
Nachfolgend wird in Tabelle 2 die
Summe des Personals der jeweili-
gen Gruppen in den sich an der
Erhebung beteiligenden Hoch-
schulen und Außeruniversitären
Forschungseinrichtungen (AuF)
ausgewiesen, sowie daneben die
auf die Grundgesamtheit aller Einrichtungen in Deutsch-
land hochgerechneten Summen.
Die Berechnung anhand der Angaben der Wissen-
schaftseinrichtungen ergibt demzufolge auf ganz
Deutschland hochgerechnet etwa 37.000 Postdocs i.e.S.
bis 63.000 Postdocs i.w.S. Einschränkend ist aber auch
zu diesen Zahlen anzumerken: Sie enthalten nur die an
Hochschulen und AuF Beschäftigten und damit z.B.
keine externen Habilitanden und sie basieren dort, wo
den Einrichtungen keine genauen Zahlen vorlagen, teil-
weise auf deren Schätzungen. Sie haben daher ebenfalls
nur eine begrenzte Genauigkeit.
10 Ob sich die in der Academia tätigen Promovierten im Sinne der Postdoc-
Definition weiter qualifizieren wollen, hängt natürlich ebenfalls von
deren Definition ab: Wenn die Definition weiter gefasst ist und z.B. jede
wissenschaftsbasierte Tätigkeit innerhalb und außerhalb der Academia
umfasst, dann ist von einer höheren Zahl auszugehen als wenn die Defi-
nition enger gefasst ist.
11 In der zitierten Veröffentlichung ist hier nicht weiter ausgeführt, wo ge -
nau die Promovierten forschend tätig sind.
12 Außerdem bleiben hierbei fachliche Unterschiede unberücksichtigt. Dies
ist von Bedeutung, weil in bestimmten Fächern wie z.B. in sozialwissen-
schaftlichen Fächern deutlich höhere Promotionsdauern und -alter vor-
liegen (vgl. BuWiN 2008, 2013) und demzufolge hier von einem deutlich
höheren Erstberufungsalter auszugehen ist. In diesem Beitrag müssen
aufgrund der Datenlage Fächerunterschiede außer Betracht bleiben, ob-
wohl es Fächer gibt, wo vielen Postdocs kaum (Dauer-)Stellen/vakante
Professuren gegenüberstehen; und Fächer, in denen akuter Nachwuchs-
mangel herrscht.
13 Auch in Kauhaus/Hochheim (2015, S. 7) heißt es: „Ein hartes zeitliches
Kriterium für das Ende der Postdoc-Phase wird hier nicht vertreten, da es
in Einzelfällen zu Erstberufungen in fortgeschrittenem Alter kommt und
die Qualifizierungsphase sich deshalb entsprechend lang hinziehen
kann.“ Prinzipiell kann auch die Eingrenzung „10 Jahre nach der Promo-
tion“ diskriminierend wirken, u.a. denen gegenüber, die viele Kinder be-
kommen. Die Lösung des WissZeitVG, nach der die Qualifizierungsphase
pro (Pflege-)Kind verlängert wird, erscheint hier angemessener, insbeson-
dere wenn ein bestimmter Status von der Postdoc-Definition abhängig
gemacht werden sollte. Möglicherweise könnte dies künftig berücksich-
tigt werden, z.B. indem in Re-Analysen von Absolventenstudiendaten die
Angaben zu Kindern (ggf. mit Angaben zu Geburtsjahr/im Haushalt le-
bend) mit herangezogen werden und um diesen Effekt adjustierte Zahlen
berechnet würden. Dies wäre aber zunächst noch genauer zu prüfen.
14 Datengrundlage sind die Antworten von 150 Wissenschaftseinrichtun-
gen. Im Einzelnen antworteten 46 Hochschulen mit Promotionsrecht und
104 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die Rücklaufquoten
waren ähnlich hoch, daher hier zusammengefasst (ausführlicher vgl.
Krempkow u.a. 2016).
Tabelle 1: Alter bei Erstberufung auf eine Professur im Alter von … bis unter …
Jahren
Daten: Statistisches Bundesamt 2013, zitiert nach Indikatorenmodell (2014)
181
HSW 5+6/2016
4. Fazit
In diesem Beitrag wurden drei Ansätze zur Berechnung
der Anzahl der Postdocs in Deutschland vorgestellt. Für
diese Ansätze erfolgte eine probeweise Berechnung und
die Darstellung erster Ergebnisse. Im Ergebnis zeigt sich:
Je nach Definition und Berechnungsansatz ergeben sich
ca. 20.000 bis ca. 70.000 Postdocs in Deutschland. Hier-
bei erscheint allerdings die Größenordnung von 20.000
als eher zu niedrig gegriffen. Die Anzahl von 70.000, die
auf der Basis aller in der akademischen Wissenschaft täti-
gen Promovierten ohne Information über eine Qualifika-
tionsabsicht zustande kam, erscheint dagegen eher als
etwas hoch gegriffen. Mit den anderen Daten und Be-
rechnungsansätzen ergaben sich mindestens 37.000 und
maximal rund 62.000 bzw. 63.000 Postdocs i.w.S. Kon-
servativ geschätzt ist auf der Basis der bislang verfügba-
ren Informationen und hier vorgestellten Berechnungs-
ansätze daher davon auszugehen, dass die Anzahl der
Postdocs in Deutschland etwa in der Größenordnung von
50.000 Postdocs +/-13.000 Postdocs liegt.
Entscheidend für die Größenordnung ist dabei nicht nur,
auf welcher Datenbasis die Anzahl berechnet wird, son-
dern vor allem die Definition. Je nachdem, ob Postdocs
in einem engeren Sinne definiert werden (z.B. durch
eine Eingrenzung der Stellenarten auf Postdoc-Stellen
oder durch zeitliche Eingrenzung auf die ersten Jahre
nach der Promotion) oder in einem weiteren Sinne, wird
sich die Größenordnung eher um die niedrigeren Werte
bewegen oder um die höheren. Dies hat zur Folge, dass
es je nach Definition nur etwa halb so viele bzw. doppelt
so viele wären.
Dieses Wissen dürfte für die eingangs erwähnte Ent-
wicklung von – den Zielen der (jeweiligen) Wissen-
schaftseinrichtungen entsprechenden – Definitionen
und Abgrenzungen der Gruppe der Postdocs nützlich
sein, was wiederum Grundlage für die Planung von An-
geboten für Postdocs und ggf. die entsprechende Res-
sourcenallokation ist. Darüber hinaus kann dies aber
auch für eine ggf. abgestrebte einheitliche Postdoc-Defi-
nition für ein bundesweites Monitoring hilfreich sein.
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Wolters, M./Schmiedel, S. (2012):
Promovierende in Deutschland. Wiesba-
den.
R. Krempkow nWie viele Postdocs gibt es in Deutschland?
HSW
Tabelle 2: Wieviel Personal der nachfolgenden Gruppen sind im Winterse-
mester 2014/15 insgesamt an Ihrer Einrichtung beschäftigt?
Daten: Befragung der Wissenschaftseinrichtungen durch den Stifterverband 2015
nDr. René Krempkow, wissenschaftlicher Re-
ferent „Programm und Förderung“, Stifterver-
band für die Deutsche Wissenschaft, E-Mail:
Rene.Krempkow@stifterverband.de
... Ayrıca sayıları yüzlerle ifade edilen kamu bilim örgütlerinde hem Alman yurttaşı hem de yabancı uyruklu doktora sonrası araştırmacılar yerel ve federal hükümet kaynaklarıyla istihdam edilmektedir. Bu örgütlerde 2015 yılı verilerine göre 37.590 bilim insanı çalışmıştır (Krempkow, 2016). ...
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Bu araştırmanın amacı, Türkiye’deki 11 üniversite ve iki bilim örgütünde yürütülen doktora sonrası araştırmaların demografik ve finansal özelliklerini, söz konusu üniversite ve bilim örgütlerinin doktora sonrası araştırmaya ilişkin hukuksal metinlerini ve diğer kaynaklarını inceleyerek ortaya koymaktır. Ayrıca araştırmada, doktora sonrası araştırmanın Türkiye’de başlaması ve gelişimine ilişkin bazı dönüm noktalarını ortaya koymak amaçlanmıştır. Araştırma durum çalışmasıdır. Amaçlı örnekleme yöntemlerinden ölçüt örnekleme ile oluşturulan çalışma grubunu, doktora sonrası araştırma yürüttüğü tespit edilen 11 devlet ve vakıf üniversitesi ile Türkiye Bilimler Akademisi ve Türkiye Bilimsel ve Teknolojik Araştırma Kurumu oluşturmaktadır. Verilerin toplanmasında belge incelemesi kullanılmıştır. Bu veriler çalışma grubundaki örgütlerin yetkilileriyle gerçekleştirilmiş telefon görüşmeleri ve e-posta yazışmalarıyla desteklenmiştir. Elde edilen veriler belge inceleme yöntemi ile çözümlenmiştir. Araştırmanın sonucunda çalışma grubundaki örgütlerde sosyal bilimler, fen ve doğa bilimleri, mühendislik ve tıbbın çeşitli dallarında araştırmalar yürütülmekte olduğu görülmüştür. Bu örgütlerde doktora sonrası araştırma etkinlikleri lisansüstü öğretimden bağımsız biçimde ancak onlarla iç içe yürütülmektedir. Doktora sonrası araştırmaların büyük çoğunluğu fen ve doğa bilimleri ile mühendislik alanlarında yürütülmekte, sosyal bilim alanlarındaki araştırmalar azınlıkta kalmaktadır. Bu örgütlerde doktora sonrası araştırma yürüten araştırmacılar ağırlıkla erkektir. Araştırmaya konu olan örgütlerde yürütülen araştırmaların, kalkınma ile bilimsel teknolojik gelişim elde etme amacıyla ve ağırlıklı olarak kamu kaynaklarıyla yürütüldüğü görülmektedir. Doktora sonrası araştırma etkinliklerinin Türkiye’de giderek daha fazla sayıda üniversitede kendine yer bulacağı öngörülmekte ve bu büyüyen alanın farklı boyutlarına ilişkin çeşitli bilimsel araştırmaların yürütülmesi gerektiği düşünülmektedir.
Poster
In der vorliegenden Arbeit wird ein vereinfachtes Starrkörpermodell eines Menschen, das „Unisex-Modell“, auf Grundlage der DIN 33402-2 erstellt. Damit werden biomechanische Simulationen in ANSYS Rigid Body Dynamics durchgeführt, um die Momente in Knie- und Hüftgelenken bei Hebebewegungen zu bestimmen. Ziel ist es, die Auswirkungen eines Exoskeletts (max. Stützmoment 23 Nm) auf diese Momente zu ermitteln. Für diese Simulationen werden die Gelenkwinkel während der Hebebewegung mittels 2D Motion Capturing von sechs Probant:innen gemessen. Die Ergebnisse der Simulation zeigen, dass ein Exoskelett das Moment in der Hüfte bei einer Hebelast von 5 kg um bis zu 14 % reduziert. Außerdem wird die Belastung auf das Kniegelenk durch das Eigengewicht des Exoskeletts erhöht.
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Voraussetzung für eine "Bestenauswahl" bei Berufungen auf Professuren ist, dass für das jeweilige Wissenschaftssystem in seinen fachlichen Untergliederungen genug Berufungsqualifizierte zur Verfügung stehen. Dies gilt nicht nur angesichts des anlaufenden Tenure-Track-Professuren-Programmes von Bund und Ländern, sondern auch für die Realisierbarkeit der vom Wissenschaftsrat (2014) vorgeschlagenen 7.500 zusätzlichen Professuren und erst recht für das von der Jungen Akademie (2017, 2013) vorgeschlagene Department-Modell anstelle von Lehrstühlen mit einer im Vergleich zum derzeitigen Stand mehrfach höheren Anzahl an neuen unbefristeten Professuren (zulasten befristeter Mittelbaustellen). Diese Realisierbarkeit wurde – wenngleich indirekt – ausgerechnet von Karl Ulrich Mayer als Konsortialvorsitzendem zum Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (2017) in Frage gestellt, indem er Zahlen veröffentlichte, wo ihm zufolge nur ca. 1300 Berufungsqualifizierte auf ca. 900 freiwerdende Professuren kämen. Daraufhin hatte sich eine intensive Diskussion zu den von ihm genannten Berufungschancen entzündet, an der sich auch mehrere Hochschul- und Wissenschaftsforscher beteiligten. Im Ergebnis kamen verschiedene Beitragende übereinstimmend auf eine mehrfach höhere Relation von Berufungsqualifizierten zu freiwerdenden Professuren als Mayer. Dieser Beitrag ist eine die Diskussion zusammenfassende Replik auf den einschlägigen Beitrag von Mayer in der vorangegangen Ausgabe der Forschung (1/2017).
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Aufgrund eines sich verstärkenden Wettbewerbs um die besten Nachwuchsforschenden – auch mit in Forschung und Entwicklung aktiven Unternehmen der Privatwirtschaft – erhält das Thema Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie in Deutschland eine zunehmende Relevanz und wissenschaftspolitische Thematisierung. Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, dass Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie bei Nachwuchsforschenden eine deutlich stärkere Rolle als Grund für einen angestrebten Wechsel in die Wirtschaft spielen als noch vor einigen Jahren. Der Stifterverband und das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) veröffentlichten bereits im vergangenen Jahr, gefördert vom BMBF, eine Studie zur Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs (vgl. Krempkow u.a. 2016). Der jetzt veröffentliche Beitrag greift einen Teilaspekt dieser größeren Studie auf, und ordnet die Ergebnisse zur Vereinbarkeit in der Wissenschaft nun insbesondere auch zu ähnlichen aus der Privatwirtschaft bzw. Deutschland insgesamt vorliegenden Ergebnissen ein.
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René Krempkow, Nathalie Huber und Jeannette Winkelhage stellen in ihrem Überblicksartikel den Stand der Forschung zum Entscheidungsprozess für oder gegen eine Karriere in der Wissenschaft in Deutschland vor. Sie fokussieren dabei die besonders relevanten ersten Jahre nach der Promotion. Diese Fokussierung erhält neuerliche Relevanz auch durch Studienergebnisse, nach denen ein relativ großer Teil von Promovierenden nicht das Karriereziel Professur bzw. einen Verbleib in der Wissenschaft anstrebt. Sie möchten damit zu Antworten auf die oben aufgeworfene Frage beitragen, wie es gelingen kann, die Besten für die Wissenschaft zu gewinnen bzw. diese in der Wissenschaft zu halten. Der Beitrag liefert damit einen aktuellen fokussierten Überblick über die verfügbaren empirischen Daten und Fakten, die evident sind für die wissenschaftspolitische Diskussion insbesondere um die Notwendigkeit berechenbarer Berufsperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs, aber auch für weitere Fragen wie zur Relevanz der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie. Darüber hinaus macht er im Ausblick auf bislang wenig untersuchte weitere Fragen aufmerksam und formuliert dazu Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
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Am 24. August 2012 fand in Form einer Kooperationsveranstaltung von bmwf, IST Austria, FWF und Österreichischem Wissenschaftsrat im Rahmen der Technologiegespräche des Europäischen Forum Alpbach der Workshop "Klettersteig in die Karriere" statt. Aufgabe des Wissenschaftsrates war es unter anderem, die Ergebnisse in einem Bericht darzustellen. Dazu sollten auch die thematischen Schwerpunkte einer leidenschaftlich geführten Diskussion nachgezeichnet werden. Der Wissenschaftsrat arbeitet gegenwärtig selbst an einer Empfehlung zu den Governance-strukturen der Universitäten, in der auch auf das Thema wissenschaftlicher Nachwuchs eingegangen wird.
Programm und Förderung
  • René Dr
  • Krempkow
  • Wissenschaftlicher Referent
n Dr. René Krempkow, wissenschaftlicher Referent " Programm und Förderung ", Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, E-Mail:
Fachserie 11 Reihe 4.2, Bildung und Kultur, Prüfungen an Hochschulen
  • Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt (2015): Fachserie 11 Reihe 4.2, Bildung und Kultur, Prüfungen an Hochschulen 2014. Wiesbaden.
Die Promotionsphase: Empirische Befunde): Wagnis Wissenschaft – Akademische Karrierewege und das Fördersystem in Deutschland
  • R Krempkow
Krempkow, R. (2008): Die Promotionsphase: Empirische Befunde. In: Burkhardt, A. (Hg.): Wagnis Wissenschaft – Akademische Karrierewege und das Fördersystem in Deutschland. Leipzig, S. 113-222.
Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland
  • Bielefeld
  • K Briedis
  • S Jaksztat
  • N Preßler
  • R Schürmann
  • A Schwarzer
BuWiN (2013): Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. Bielefeld. Briedis, K./Jaksztat, S./Preßler, N./Schürmann, R./Schwarzer, A. (2014): Berufswunsch Wissenschaft? Laufbahnentscheidungen für oder gegen eine wissenschaftliche Karriere. DZHW: Forum Hochschule 8.
Ausgewählte Ansätze zur Schätzung der Promovierendenzahl Deutschlands -Ergebnisse und Implikationen für eine Validitätsdiskussion. iFQ-Kolloqium am 29
  • R Krempkow
Krempkow, R. (2012): Ausgewählte Ansätze zur Schätzung der Promovierendenzahl Deutschlands -Ergebnisse und Implikationen für eine Validitätsdiskussion. iFQ-Kolloqium am 29.05.2012, Berlin.
Deutsches Zentrum für Hochschul-und Wissenschaftsforschung
Indikatorenmodell für die Berichterstattung zum wissenschaftlichen Nachwuchs. Endbericht (2014): Projektgruppe: Statistisches Bundesamt (Koordination ), Deutsches Zentrum für Hochschul-und Wissenschaftsforschung (DZHW), Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ), Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Internationales Zentrum für Hochschulforschung Kassel (INCHER-Kassel).
Promovierendenerfassung. Leitfaden für einen einheitlichen Datensatz. UniWiND-Publikationen Band 7
UniWiND (2016a): Promovierendenerfassung. Leitfaden für einen einheitlichen Datensatz. UniWiND-Publikationen Band 7. Freiburg.