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Abstract

Medienkommunikation und insbesondere die Berichterstattung von Massenmedien sind wichtige Informationsquellen für die Wahrnehmung von Umweltproblemen sowie des anthropogenen Klimawandels. Entsprechend haben sich in den letzten Jahren viele Forscherinnen und Forscher mit dem Aufkommen, den Charakteristika, der Nutzung und den Wirkungen (massen)medialer Kommunikation zu Umweltthemen im Allgemeinen und zum Klimawandel im Speziellen beschäftigt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das Forschungsfeld, resümiert die wichtigsten Befunde und zeigt mögliche Richtungen und Aspekte zukünft iger Forschung auf. Schäfer, Mike S. (2016): Wissenschaftskommunikation online. in: Heinz Bonfadelli, Birte Fähnrich, Corinna Lüthje, Jutta Milde, Markus Rhomberg & Mike S. Schäfer (Hrsg.): Forschungsfeld Wissenschaftskommunikation [The Field of Science Communication]. Wiesbaden: Springer VS. 275-291.
Umwelt- und Klimawandelkommunikation
Mike S. Schäfer und Heinz Bonfadelli
Abstract: Medienkommunikation und insbesondere die Berichterstattung von Massenmedien
sind wichtige Informationsquellen für die Wahrnehmung von Umweltproblemen sowie des
anthropogenen Klimawandels. Entsprechend haben sich in den letzten Jahren viele
Forscherinnen und Forscher mit dem Aufkommen, den Charakteristika, der Nutzung und den
Wirkungen (massen)medialer Kommunikation zu Umweltthemen im Allgemeinen und zum
Klimawandel im Speziellen beschäftigt. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das
Forschungsfeld, resümiert die wichtigsten Befunde und zeigt mögliche Richtungen und
Aspekte zukünftiger Forschung auf.
Keywords: Umweltkommunikation – Klimawandel – Medien – Kommunikation
1. Einleitung1
Infolge des Wirtschaftswachstums, des zunehmenden Wohlstands und Konsums sowie der
steigenden Mobilität haben sich in den westlichen Industrie- und
Dienstleistungsgesellschaften seit den 1960er Jahren u.a. Wasser-, Luft- und
Umweltverschmutzung intensiviert. Diese erfuhren ab Mitte der 1980er Jahre verstärkt
öffentliche und politische Aufmerksamkeit, was sich etwa im Bericht des Club of Rome zu
den „Grenzen des Wachstums“ von 1972, im Brundtland Bericht „Our Common Future“ von
1987, in der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 und seit
den 1990er Jahren in den Veröffentlichungen des Intergovernmental Panel on Climate
Change (IPCC) manifestierte. Die verstärkte öffentliche Wahrnehmung der Umwelt-,
Klimawandel- und später der Nachhaltigkeitsthematik (Bonfadelli 2010a; s. auch Hoppe &
Wolling in diesem Band) wurde insbesondere durch die Mobilisierung von NGOs anlässlich
mehrerer Umweltskandale verstärkt, etwa im Zuge der Ölpest nach dem Unfall der Exxon
Valdez 1989, der vermeintlichen Verschmutzung bei der Entsorgung der Öl-Bohrplattform
Brent Spar 1995 oder der Reaktor-Unfälle in Three Mile Island 1979 in den USA, in
Tschernobyl 1986 in der Sowjetunion oder in Fukushima 2011 in Japan.
Vor diesem Hintergrund hat die sozialwissenschaftliche Beschäftigung mit Umweltthemen
und problemen seit etwa 30 Jahren eine beträchtliche Konjunktur erfahren. Neben den
Naturwissenschaften haben sich auch neu etablierte (Teil-)Disziplinen wie die
Umweltpsychologie (z.B. Schahn & Giesinger 1993; Hellbrück & Kals 2012) und
Umweltsoziologie (z.B. Anderson 1987; Diekmann & Jaeger 1996; Hannigan 2006; Gross &
Heinrichs 2010) sowie die Umweltkommunikation (de Haan 1995; Cox 2010; Hansen 2010;
Hansen & Cox 2015) als Teil der Kommunikationswissenschaft mit diesen Themen befasst.
Der Begriff Umweltkommunikation bezeichnet die themenbezogene Kommunikation über die
natürliche Umwelt des Menschen und das Ökosystem, wobei in der Regel die Beziehungen
zwischen den Menschen und ihren Institutionen mit der nichthumanen natürlichen Umwelt
fokussiert werden (Griffin & Dunwoody 2008, S. 1557). In der medienvermittelten
Kommunikation werden diesbezüglich meist negativ bewertete Aspekte wie Wasser- und
Luftverschmutzung, das Waldsterben oder das Ozonloch sowie, in den letzten Jahren, der
anthropogene Klimawandel thematisiert.
1 Die Autoren danken Yamina Ehrt und Rene Köhne für Ihre Überarbeitungen und sprachlichen Korrekturen des
Textes.
1
Für deren gesellschaftliche Wahrnehmung ist die öffentliche und mediale Kommunikation
hochbedeutsam. Denn bei nahezu all diesen Themen handelt es sich um komplexe
Sachverhalte, die wissenschaftlich beschrieben werden müssen (wie die Versauerung von
Ozeanen oder der Klimawandel), die sich teilweise nur langfristig verändern (wie der
Ozongehalt der Stratosphäre oder die he des Meeresspiegels), von denen einige
prinzipiell unsichtbar sind (wie der Ausstoß von CO2 oder Radioaktivität), deren Folgen
oftmals schwer abschätzbar sind (wie der zunehmende Verlust von Biodiversität) und die
sich entsprechend einer direkten Beobachtung gänzlich oder teilweise entziehen. Kurz: Es
handelt sich um unaufdringliche Themen, „unobtrusive issues“, die viele Menschen nicht als
unmittelbare, direkte Erfahrungen, sondern zu wesentlichen Teilen kommunikativ vermittelt
erreichen. Daher ist Umweltkommunikation relevant insbesondere medienvermittelte
Umweltkommunikation, die für viele Menschen eine wichtige und vergleichsweise
glaubwürdige Informationsquelle für diese Themen darstellt (Schäfer 2015). Was die meisten
Menschen zu vielen dieser Themen wissen, wissen sie aus den Massenmedien, d.h. aus
technisch vermittelter Kommunikation, bei denen Inhalte wie Texte, Bilder und Ton an ein
großes Publikum vermittelt werden.
Umweltkommunikation weist Schnittmengen zu einer Reihe anderer Themenbereiche auf
(vgl. Dahinden & Schanne 2009, S. 69). Beispielsweise überschneidet sie sich mit dem
sachlich-diskursiven Bereich der Gesundheitskommunikation (vgl. Rossmann in diesem
Band), weil Umweltprobleme vielfach bezüglich ihrer negativen Konsequenzen für das
physische und psychische Wohlergehen von Menschen und Tieren diskutiert werden. Sie
weist auch Schnittstellen zur Kommunikation über moderne Technologien wie die Atom-,
Gen- oder Nanotechnologie auf, weil deren allfällig problematischen Auswirkungen auf
Umwelt und Menschen in Medien und öffentlichen Debatten immer wieder kontrovers
diskutiert werden (vgl. Milde in diesem Band). Und sie weist Schnittmengen zur Risiko- und
Katastrophenkommunikation auf (Meier 1993; Allan et al. 2000; vgl. Ruhrmann & Günther in
diesem Band), etwa wenn das Thema Umwelt in den Medien im Kontext von Risiken wie
Tsunamis, Sturmfluten oder Kraftwerksunfällen wie in Tschernobyl und Fukushima diskutiert
wird (Wolling & Arlt 2014).
Nicht zuletzt sind Umwelt- und Klimawandelkommunikation zu einem beträchtlichen Teil auch
Wissenschaftskommunikation. Ihre Charakteristika und Folgen werden zu wesentlichen
Teilen wissenschaftlich beschrieben und erreichen viele Menschen dann medial vermittelt.
Ziel dieses Beitrages ist es, den diesbezüglich einschlägigen Wissensstand resümierend
zusammenzutragen. Da die Forschungsfelder Umwelt- und Klimawandel-Kommunikation
historisch nacheinander entstanden sind und sich hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen
communities, ihrer Publikationsorte, Forschungstraditionen und Befunde klar voneinander
unterscheiden, werden sie im Folgenden nacheinander vorgestellt.
2. Umweltkommunikation
Umweltthemen rückten in den späten 1980er resp. frühen 1990er Jahren verstärkt in den
Blick der Kommunikations- und Medienwissenschaft (z.B. Gamson & Modigliani 1989;
Trumbo 1993; sowie überblicksweise Cox 2010). Diese Ausdifferenzierung und
Institutionalisierung wurde sichtbar an verstärkten Forschungsaktivitäten (z.B. Eisner et al.
2003) und in der Publikation von Lehrbüchern im angloamerikanischen, aber auch deutschen
Sprachraum (z.B. de Haan 1995; Hansen 1993, 2010; Cox 2010, Michelson & Godemann
2007; Hansen & Cox 2015). Die Fragestellungen im Bereich der Umweltkommunikation
2
entsprechen jenen der Kommunikationswissenschaft im Allgemeinen, fokussieren also
Kommunikatoren, Medieninhalte, deren Nutzung und Wirkung. In dieser Weise wird auch der
folgende Überblick gegliedert sein.
2.1 Die Perspektive der Kommunikatoren: Zwischen Kampagnen und PR
In einem ersten Bereich beschäftigt sich die Forschung mit den Kommunikatoren, welche zu
Themen aus dem Umweltbereich in der öffentlichen Arena präsent sind und den Diskurs über
Umweltfragen zu bestimmen versuchen. Zum einen handelt es sich um NGOs wie
Greenpeace oder ‚grüne‘
Parteien als Advokaten für Umweltanliegen und Nachhaltigkeit, zum anderen aber auch um
Vertreter aus der Wirtschaft, welche vielfach als Opponenten in Erscheinung treten. Nicht zu
vergessen sind die Experten aus der Wissenschaft, die in den Medien immer wieder zitiert
werden (Eisner et al. 2003). Diese Akteure bzw. Stakeholder versuchen durch die
Inszenierung von Events, durch Agenda-Building und strategisches Framing ihre
Perspektiven und Argumente zu Umweltfragen via Medien im öffentlichen bzw. medialen
Diskurs zu platzieren. Letztlich geht es darum, die Definitionsmacht bzw. Deutungshoheit zu
einem Thema zu erlangen. Dabei spielen Umweltjournalisten als Gatekeeper eine wichtige
Rolle, weil sie aufgrund von Nachrichtenwerten über die Auswahl und Präsentation von
Themen und Akteuren bestimmen.
Aus dieser Beschreibung ergeben sich auch die Fragestellungen, denen die
Kommunikatorforschung nachgeht: Welche Stakeholder versuchen mittels PR sowie
Lobbying und unter Zuhilfenahme welcher Ressourcen, ihre Frames und Argumente im
öffentlichen medienvermittelten Diskurs zu platzieren und mit welchem Erfolg? Und
bezüglich des Umweltjournalismus und der Medienschaffenden interessieren Fragen wie:
Welche Rollenbilder unterliegen ihrer journalistischen Arbeit und bestimmen diese, z.B.
Vermittler vs. Kontrolleur vs. Anwalt? Und: Wie steht es um die Professionalisierung, aber
auch Qualität des Umwelt- und Wissenschaftsjournalismus? Dabei besteht die
gesellschaftliche Erwartung in normativer Hinsicht sowohl an die Medien als auch an die
Kommunikationswissenschaft teils darin, Umweltprobleme nicht einfach nur aus einer
objektiven und neutralen Perspektive darzustellen und zu erklären, sondern ebenso einen
Beitrag zur Lösung der entsprechenden Umweltprobleme mittels Umweltkommunikation
beispielsweise in Form von Umweltkampagnen zu leisten.
Ohne hier detaillierter darauf eingehen zu können, sei darauf verwiesen, dass die Bedeutung
des Themas „Umwelt & Ökologie“ nicht nur im Journalismus, sondern unter dem Stichwort
Corporate Social Responsibility (CSR) auch in der Unternehmenskommunikation (Jarolimek
& Raupp 2011) stark gestiegen ist. Zum einen sind Umweltbilanzen bei größeren Firmen
heute eine Selbstverständlichkeit, und diese werden nach außen, z.B. den Kunden
gegenüber, auch aktiv kommuniziert, zum anderen ist infolge sensibilisierter Kunden
„Ökologie“ in der Werbung wichtiger geworden. So ermittelten Schmidt und Donsbach (2012)
beispielsweise einen Anteil von „grüner“ Werbung von 7.4% für Deutschland und 11.3% für
Großbritannien für den Untersuchungszeitraum von 1993 bis 2009 bei den untersuchten
Zeitschriften Focus und Spiegel sowie New Statesman und The Spectator, und zwar mit
einem Anstieg von insgesamt 10% (1993) auf fast 20% (2009). Qualitativ stellten sie u.a.
fest, dass mehr als drei Viertel der „grünen“ Anzeigen potenziell irreführende „grüne“
Botschaften enthielten. In diesem Kontext ist die Umweltwerbung unter dem Label
„Greenwashing“ in jüngster Zeit auch in die Kritik geraten (z.B. Hoffjann 2011; Maier 2011).
3
2.2 Umwelt und Ökologie als Medienthemen
Das Gros der empirischen Forschung zu Umweltkommunikation beschäftigt sich mit der
Darstellung von Umweltthemen in den Medien und hat folgerichtig Medieninhaltsanalysen
vorgelegt (z.B. Thorbrietz 1986; Stocking & Leonard 1990; Brand et al. 1997; Shanahan &
McComas 1999; Dernbach 2000; Lewis 2009). Eng verknüpft ist damit die Frage, welche
Herausforderungen die Umweltberichterstattung für den Journalismus darstellt (Hömberg
1993; Riffe & Reimold 2008).
Eine der wenigen inhaltsanalytischen Längsschnittstudien von Eisner, Graf und Moser (2003)
rekonstruiert die Entwicklung der Umweltberichterstattung nach Themen (Umweltressourcen,
Gewässerschutz, Abfall & Recycling, Luftverschmutzung & Klima, Verkehrsprobleme,
Kernenergie, Gen- & Reproduktionstechnologie) und Akteuren (Problempromotoren vs.
Gegenspieler) in den drei prototypischen Zeitungen der Deutschschweiz (‚Neue Zürcher
Zeitung‘ als Elitezeitung mit konservativ-liberaler Haltung, ‚Tages-Anzeiger‘ als
Qualitätszeitung mit leichter Linkstendenz und ‚Blick‘ als Boulevardzeitung analog zur
deutschen ‚Bild‘) zwischen 1958 und 1998. Die Entwicklungen der Berichterstattung und
deren thematischer Ausrichtung wurden dann mit den kommunikativen Aktivitäten von
NGOs, mit der Thematisierung von Umwelt-Themen in Parlamentsdebatten sowie mit dem
Umweltbewusstsein der Bürger verglichen. Generell zeigen sich so genannte
Aufmerksamkeitszyklen ("issue attention cycles", vgl. Downs 1972), wobei „Umwelt“ als
Thema in allen analysierten Arenen bis 1973/74 nur wenig Priorität besaß; vermutlich als
Resultat der damals intensiven Berichterstattung zum so genannten „Erdölschock“. Danach
erhöhte sich die Medienaufmerksamkeit auf ein mittleres Niveau bis zu Beginn der 1980er
Jahre, wobei die Mitte der 1980er Jahre einsetzende, besonders in der Schweiz sehr
intensive Debatte über das „Waldsterben“ einen dramatischen Anstieg der
Umweltberichterstattung auslöste. Nach dieser Kulminierungsphase Mitte der 1980er Jahre
konstatieren die Autoren einen stetigen leichten Abfall der Medienaufmerksamkeit bis zum
Ende ihrer Untersuchungsphase 1998, den sie als Normalisierungsphase interpretieren. In
erklärender Hinsicht deutet sich an, dass die Mobilisierung durch politische Aktivierung die
Medienberichterstattung stimulierte, während die Parlamentsaktivitäten sich mit einer
zeitlichen Verzögerung ebenfalls intensivierten.
Im Unterschied zur breit angelegten Studie von Eisner, Graf und Moser (2003) analysierten
andere Arbeiten die Berichterstattung über Einzelereignisse wie das Waldsterben (Zierhofer
1998) oder die Atomkatastrophen in Three Mile Island, Tschernobyl oder Fukushima
(Friedman et al. 1987; Teichert 1987; Friedman 2011; Kristiansen 2015). Generell zeigen
diese Studien, dass sich die Berichterstattung an klassischen Nachrichtenwerten orientiert,
d.h. tendenziell auf Einzelereignisse wie Umweltkatastrophen fokussiert, mithin nicht
prozessorientiert ist und „episodischen“ den Vorzug vor „thematischen“ Frames gibt (vgl.
Iyengar 1991). Zudem steht Authentizität im Zentrum, welche mit Bildern von Betroffenen
geschaffen wird, und es dominiert der Nachrichtenwert „Negativität“ bzw. Schaden“.
Allerdings hat die reaktive Ausrichtung der Berichterstattung und die Abhängigkeit von den
Zulieferern der Informationen wiederum zur Folge, dass beispielsweise über die oben
angesprochenen Atomkatastrophen eher beruhigend berichtet wurde und die Medien mit
adäquater Risikokommunikation, etwa zur Radioaktivität, eher überfordert waren.
Zusammenfassend ergibt sich aus den Inhaltsanalysen, die Mitte der 1990er Jahre in
verschiedenen europäischen Ländern sowie in den USA durchgeführt wurden, ein
4
quantitativer Anteil der Umweltberichterstattung sowohl in der Presse als auch in den TV-
Nachrichten von ca. 5% aller Medieninhalte (3.5% bis 8%). Umweltthemen waren damit
keine „Stiefkinder der öffentlichen Debatte“ mehr wie noch ein Jahrzehnt zuvor, so Hömberg
(1993), aber es stelle sich angesichts des „schwierigen Medienthemas“ Ökologie nach wie
vor die Frage nach der Qualität der Berichterstattung. Hömberg identifiziert verschiedene
Probleme und Barrieren, zunächst bezüglich der Aufmerksamkeitskriterien des
Journalismus, die sich auch im Umweltbereich an den gängigen Nachrichtenwerten
orientieren. Weiterhin werden Quellen- und Abhängigkeitsprobleme (Meier 1993) bezüglich
vorgelagerter Instanzen, aber auch bezüglich des vorherrschenden Berufsverständnisses,
eines punktuell orientierten Vermittlers von Informationen, diagnostiziert. Dabei wäre
Hömberg (1993) zufolge bei ökologischen Themen ein prozessualer und projektorientierter
Journalismus notwendig. Thorbrietz (1986) fordert des Weiteren ein ressortübergreifendes,
vernetztes Denken. Zudem stellt auch das im Nachrichtenjournalismus vielfach nur
ungenügend vorhandene wissenschaftliche Hintergrundwissen im Sinne mangelnder
Sachkompetenz ein Problem dar. Und aufgrund der Framing-Perspektive kann mit Major und
Atwood (2004) pointiert kritisiert werden: „Environmental Stories Define Problems, Not
Solutions“. Damit ist gemeint, dass die die meisten Medienberichte ihren Fokus auf Umwelt
als Problem legen, z.B. im Kontext von Naturkatastrophen, aber mögliche Lösungen von
Umweltproblemen nicht thematisiert und diskutiert werden.
2.3 Nutzung und Effekte von Umweltkommunikation
Schließlich stellen sich im dritten Themenbereich zum einen die Frage nach
themenbezogenen Informationsquellen der Bürger resp. der Nutzung von
Umweltberichterstattung und zum anderen jene nach den Wirkungen derartiger
Berichterstattung auf die Mediennutzer.
Es wurde festgestellt, dass Umweltthemen in den Medien auf ein vergleichsweise großes
Bevölkerungsinteresse stoßen. Ein repräsentativer Survey ergab für die Deutsch- und
Westschweiz, dass sich 30% sehr stark und weitere 29% stark für „Umwelt und Ökologie“ als
Medienthemen interessierten; für „Wissenschaft, Forschung und Technik“ lagen die
entsprechenden Werte bei 12% resp. 23% (Bonfadelli 2009). Eine aktuelle Studie aus
Deutschland (Wissenschaftsbarometer 2015) ermittelte ähnlich hohe Werte: 11% äußerten
ein sehr großes und weitere 22% ein eher großes Interesse an wissenschaftlichen Themen.
Für die EU-Länder zeigte der Eurobarometer Survey 73.1 (2010), dass sich 37% für
Umweltprobleme und 30% für neue Entdeckungen aus der Wissenschaft und Entwicklungen
der Technologie sehr interessierten. Sowohl beim Thema „Umwelt & Ökologie“ als auch bei
„Wissenschaft & Technik“ war das Interesse bei Personen mit höherem Bildungshintergrund
im Vergleich zum tieferem deutlich stärker ausgeprägt. Während sich aber Frauen und
Männer gleichermaßen für Umweltfragen interessierten, war das Interesse für Wissenschaft
und Technik bei Männern signifikant höher als bei Frauen. Und im Vergleich zur eher
rezeptiven Nutzung von Medieninformationen zeigt der Survey, dass Gespräche über
Wissenschaft und Technik deutlich seltener vorkommen.
Schließlich gibt es im Bereich der Wirkungsforschung eine Vielzahl an Studien, welche
Medieneffekte im Bereich von Umwelt und Technologie (u.a. zur Gentechnik) aus
unterschiedlichen theoretischen Perspektiven wie Informationssuche (Porten-Cheé et al.
2013), Agenda-Setting (Neuman 1990; Ader 1995) und Priming (Schulz 2003),
5
Wissenserwerb (Wonneberger 2014) und Wissensklüfte (Bonfadelli 2010b), Framing oder
Kultivierung (Shanahan et al. 1997) analysieren.
Von besonderer Bedeutung für die Forschung war dabei die immer wieder rekonstruierte
Diskrepanz zwischen themenbezogenem Wissen und Einstellungen auf der einen Seite und
umweltbewusstem Verhalten auf der anderen Seite. Mehrfach wurde empirisch belegt, dass
sich Umweltwissen bzw. Umweltbewusstsein nicht direkt in Umweltverhalten umsetzt, dass
es also keinen linearen „trickle down effect“ (van Kerkoff & Lebel 2006, S. 449) diesbezüglich
gibt. Dafür sind nicht zuletzt eine Vielzahl von psychologischen und soziologischen Barrieren
verantwortlich: Meist liegen die positiven Konsequenzen von ökologischem Verhalten in der
Zukunft und sind nicht direkt sichtbar, das gilt aber leider auch für die negativen
Konsequenzen umweltschädigenden Verhaltens. Umgekehrt macht sich der negativ erlebte
Aufwand für ökologisches Verhalten meist unmittelbar bemerkbar, aber ebenso die Vorteile
des umweltschädigenden Verhaltens, wie sich das am Beispiel der Abfallvermeidung zeigt
(Gutscher 1991; Schahn & Giesinger 1993, S. 29ff.). Trotzdem weisen die meisten
empirischen Studien und die darauf basierenden Faktoren-Modelle immerhin mäßige
Zusammenhänge zwischen der Nutzung von Printmedien und teils auch Fernsehen
einerseits zu Umweltwissen (Wonneberger 2014) bzw. Umweltbewusstsein sowie zwischen
Umweltbewusstsein und Umwelthandeln andererseits auf (z.B. Arlt et al. 2010).
3. Klimawandel-Kommunikation
Die gesellschaftliche Kommunikation über den Klimawandel wird in der
Kommunikationswissenschaft (und ihren Nachbardisziplinen) erst seit kürzerer Zeit
untersucht. Angesichts des Dynamik des Forschungsfeldes und des damit verbunden stark
gewachsenen Wissensstandes liegen aber bereits mehrere hundert Studien zu Klimawandel-
Kommunikation sowie eine Reihe von Einführungstexten zum Thema vor, etwa Mosers
historischer Überblick über die einschlägige Forschung (Moser 2010), Carvalhos
Beschreibung der politischen Aspekte der Klimawandel-Kommunikation (Carvalho 2010),
Schäfers Darstellung von einschlägiger Online- und Social-Media-Kommunikation (Schäfer
2012b) oder der Überblick zur visuellen Kommunikation über den Klimawandel von O’Neill et
al. (2013).
3.1 Das Forschungsfeld
Nachdem in den 1980er und 1990er Jahren nur wenige einschlägige Analysen vorgelegt
wurden, ist die Forschung zur Klimawandel-Kommunikation seit Mitte der 2000er stark
angewachsen (Schäfer & Schlichting 2014). Damit einher ging eine Diversifizierung der
Forschungsobjekte und -ansätze: Der in der Frühphase starke Fokus auf die USA und auf
Printmedien-Berichterstattung hat sich verringert, Einzelfall-Studien wurden zunehmend
durch komparative und Langzeitstudien ergänzt, und mittlerweile liegen quantitative,
qualitative und Mixed-Method-Analysen in ausgewogener Zahl vor (Schäfer & Schlichting
2014, S. 150ff.).
Allerdings gibt es nach wie vor thematische Lücken: Trotz seiner Diversifizierung ist das
Forschungsfeld noch immer stark auf europäische und nordamerikanische Länder
konzentriert. Während Asien, Afrika und Lateinamerika diejenigen Regionen sind, die am
stärksten von den unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind (DARA &
Climate Vulnerable Forum 2012), ist die dortige Klimawandel-Kommunikation kaum
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substantiell untersucht worden (Schäfer & Schlichting 2014, S. 150). Weiterhin fokussieren
die meisten Studien Printmedien und insbesondere nationale Qualitäts-Tageszeitungen,
während Fernsehberichterstattung – die am stärksten genutzte und glaubwürdigste
themenbezogene Informationsquelle (Schäfer 2012a) nur wenig untersucht wird. Zudem
fokussieren die meisten Studien die Inhalte und somit die mediale Repräsentation von
Klimawandel. Die Analyse von Produktionsprozessen mittels Kommunikatorforschung sowie
der Medienkonsum und seine Auswirkungen auf das Publikum sind, bezogen auf den
Klimawandel, bisher weniger analysiert worden.
3.1 Kommunikation der Interessensvertreter über Klimawandel
Die Existenz des Klimawandels, sein Ausmaß und die zu seiner Bearbeitung angemessenen
Maßnahmen sind „deeply contested[, with] considerable competition among (and between)
scientists, industry, policymakers and non-governmental organizations (NGOs), each of
whom is likely to be actively seeking to establish their particular perspectives on the issues“
(Anderson 2009, S. 166). Da Medien für viele Menschen die zentrale Quelle einschlägiger
Informationen darstellen, bemühen sich diese Interessensvertreter, sich selbst und ihre
Positionen medial zu platzieren, um so die gesellschaftliche Wahrnehmung des Themas und
etwaige Entscheidungen zu beeinflussen.
Eine Reihe politikwissenschaftlicher, soziologischer und kommunikationswissenschaftlicher
Studien haben diese Bemühungen strukturations- und öffentlichkeitstheoretisch auf der Basis
von Agenda-Building- und Mobilisierungstheorien untersucht (vgl. überblicksweise Hall &
Taplin 2007; Dunlap & McCright 2011). Deren Beschreibungen kommunikativer Positionen
und eingesetzter personeller, monetärer, epistemischer und symbolischer Ressourcen lassen
sich zu vier „strategischen Frames“ (Schlichting 2013, 2012) verdichten, d.h. zu
grundlegenden Positionen in der Interpretation des Klimawandels, die von bestimmten
Akteuren vorgebracht werden und mit Präferenzen für bestimmte Lösungsansätze
korrespondieren (Tabelle 1).
Anthropogener
Klimawandel als
globales Problem
Wissenschaftliche
Unsicherheit
Ökonomische Kosten Ökologische
Modernisierung
Grundannahme Wissenschaftliche
Evidenz zeigt, dass es
Klimawandel gibt; er ist
von Menschen
gemacht; Klimaschutz
notwendig
Wissenschaftliche
Evidenz zu Existenz
und Ursachen des
Klimawandels ist
widersprüchlich,
Handeln wäre voreilig
Klimawandel existiert,
aber Klimaschutz ist zu
teuer und behindert
volkswirtschaftliche
Entwicklung zu stark
Technologische
Entwicklung ist zentral
für Bekämpfung des
Klimawandels, darin
liegt auch eine
wirtschaftliche Chance
Hauptvertreter Renommierte
Wissenschaftler,
Aktivisten,
wissenschaftliche
Institutionen und
Organisationen, IPCC,
NGOs, (Grüne)
Parteien
Industrievertreter,
konservative Think
Tanks und Politiker,
insb. in den USA und
Australien
US-Erdöl-, Kohle-,
Autoindustrie,
australische
Kohleindustrie,
konservative Politiker
Europäische
multinationale
Unternehmen, später
auch NGOs und links-
liberale Politiker
Vorkommen Aufgekommen in
1990ern, noch immer
weithin genutzt
Aufgekommen in der
ersten Hälfte der
1990er, geographisch
weit verbreitet, v.a. im
angelsächsischen
Raum
Seit Verhandlungen
zum Kyoto Protokoll
1997 bis heute
Aufgekommen in
Europa in späten
1990ern, bis heute in
vielen Ländern stark
ausgeprägt
Tabelle 1: Strategische Frames zum Klimawandel und deren Vertreter (Quellen: Schlichting 2013; Schäfer 2015; mit
Ergänzungen aus McCright & Dunlap 2003; Nisbet 2009; Weingart et al. 2000).
7
Der anthropogene Klimawandel als globales Problem: Der erste Frame zur
Interpretation des Klimawandels, der bereits in den frühen 1990er Jahren aufkam und
nach wie vor sehr einflussreich ist, betont die Existenz des menschengemachten
Klimawandels und seiner problematischen Implikationen und geht (explizit oder
implizit) davon aus, dass sozio-politische Maßnahmen zu seiner Bekämpfung
notwendig sind etwa das Ziel, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad
Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen (Schäfer 2015, S. 854f.). Zu
den Befürwortern dieses Frames gehören renommierte Wissenschaftler wie James
Hansen (USA), Nicholas Stern (GB) und Hans Joachim Schellnhuber (Deutschland)
sowie prominente Aktivisten wie Al Gore, das Intergovernmental Panel on Climate
Change (IPCC, vgl. Grundmann & Scott 2014), Umweltorganisationen wie
Greenpeace oder der World Wildlife Fund und, in vielen Ländern, ein wesentlicher
Teil der politischen Landschaft. In Ländern wie Deutschland lässt sich diesem Frame
seit den 1980ern nahezu die gesamte politische Landschaft zuordnen (Schäfer 2016;
Weingart et al. 2008).
Wissenschaftliche Unsicherheit: Der „scientific uncertainty“-Frame (O’Neill et al. 2015,
S. 381) kam Mitte der 1990er Jahre unter Vertretern der US-amerikanischen und
australischen Öl- und Automobilindustrie auf. Er stellt ein argumentatives
Gegenmodell zum erstgenannten Frame dar, das in seiner Struktur generisch, d.h.
themenübergreifend ist und bspw. bereits in Debatten über die Auswirkungen des
Rauchens und Passivrauchens zum Einsatz kam: Betont wird die
wissenschaftlicher Forschung stets inhärente partielle Unsicherheit
wissenschaftlicher Ergebnisse. Diese wird allerdings stark akzentuiert. Es wird
argumentiert, dass es nach wie vor Uneinigkeit in der scientific community über
Ausmaß und Menschengemachtheit des Klimawandels gebe. Bemühungen für den
Klimaschutz seien demgegenüber verfrüht und sollten unterbleiben. Dieser Frame
wurde von internationalen Unternehmen wie Shell oder Elf sowie deren Vertretern wie
der „Global Climate Coalition“, konservativen Think Tanks und verschiedenen
Administrationen und politischen Parteien insbesondere in den USA und in Australien
verwendet. In Europa und anderen Ländern war er weniger prominent und hat seit
Mitte der 2000er stark an Bedeutung verloren (Schlichting 2013, 2012).
Ökonomische Kosten: Ein dritter Frame formte sich während der Verhandlungen zum
Kyoto Protokoll aus. Diese Position akzeptiert den Klimawandel als
menschengemacht und problematisch, betont jedoch die hohen Kosten
gegensteuernder Maßnahmen (Schlichting & Schmidt 2012; Schlichting 2013).
Klimaschutz “could cost American families billions of dollars and millions of jobs”,
betont etwa die Global Climate Coalition, und schade der Wettbewerbsfähigkeit des
eigenen Landes (Australian Industry Greenhouse Network, vgl. Schäfer 2015, S.
854f.). Entsprechend dürfe die Verantwortung für den Klimaschutz nicht nur bei den
industrialisierten Ländern liegen, es bedürfe einer globalen Anstrengung, an der sich
auch Länder wie China, Indien, Brasilien und andere beteiligen sollten. Dieser
Erklärungsrahmen ist prominent unter Politikern und Wirtschaftsvertretern aus
Industrieländern, insbesondere aus Staaten mit einer stark von fossilen Brennstoffen
abhängigen Industrie wie Australien, Norwegen oder den USA (Schlichting 2013;
Dunlap & McCright 2011).
Ökologische Modernisierung: Der vierte Frame erkennt Klimawandel ebenfalls als
zentrale Herausforderung der Menschheit an und betont die Bedeutung
technologischer Entwicklung für die Bekämpfung des Klimawandels (Schlichting &
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Schmidt 2012; Schlichting 2013). Dabei könnten Wirtschaftsunternehmen und
Industrieländer die Rolle von Vorreitern und Pionieren übernehmen – und dies würde
sich mittel- und langfristig auch in unternehmerischen Gewinnen, der Schaffung von
Arbeitsplätzen und nationalem Wirtschaftswachstum niederschlagen. Entsprechend
findet sich diese Argumentation nicht nur unter Industrievertretern von BP, Shell und
konservativen Politikern, sondern teils auch bei Gewerkschaftsvertretern, NGOs
sowie unter liberalen bis linken Politikern wie der Blair-Administration in
Großbritannien.
Diese vier Frames finden sich, zum Teil in modifizierter Form, in der Argumentation vieler
Interessensvertreter und in verschiedenen Ländern. In den USA, Großbritannien und
Australien spielen dabei die ersten beiden Frames, d.h. die Debatte zwischen
Klimawandelbefürwortern und Klimawandelskeptikern, nach wie vor eine größere Rolle als
in Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Indien (vgl. Painter 2011; Painter &
Ashe 2012; Dunlap & McCright 2011; Kaiser & Rhomberg 2015).
3.2 Die Rolle von ‘Klimajournalisten’
Journalisten sind bedeutsame Gatekeeper, die (mit-)entscheiden, welche Themen, Akteure
und Frames in Medien repräsentiert werden. Befragungen von Journalisten weisen darauf
hin, dass sich mit dem Thema Klimawandel sehr unterschiedliche Journalisten befassen,
dass es sich also um ein „Querschnittsthema“ (Neverla & Trümper 2012, S. 97ff.; vgl. Meier
& Feldmeier 2005, S. 215f.) handelt. In einer Befragung von 85 deutschen Journalisten, die
(auch) zum Klimawandel schrieben, stellten Peters und Heinrichs entsprechend fest, dass
diese für unterschiedliche Ressorts tätig waren: 66% u.a. für das Wissenschaftsressort, 64%
für das Politikressort, 41% für das Wirtschaftsressort und ebenfalls 41% für „Verschiedenes“
(Peters & Heinrichs 2005, S. 95).
Dennoch scheinen diese heterogen eingebetteten „Klimajournalisten“ recht homogene
Einstellungen zum Thema aufzuweisen: Eine Befragung in fünf Ländern zeigt, dass
Klimajournalisten in hohem Maße mit den Grundprämissen des IPCC dass es den
Klimawandel gibt, dass er menschengemacht und problematisch ist, und dass Reduktionen
von Treibhausgasemissionen nötig sind konform gehen und dass sie klimaskeptische
Positionen mithin den „Wissenschaftliche Unsicherheit“-Frame für wenig wichtig sowie
unwissenschaftlich halten (Brüggemann & Engesser 2014, S. 408ff.). Unterschiede finden
sich stattdessen in den von Journalisten präferierten politischen Lösungen, die von
Emissionsreduktionen in den Industrieländern über global gleichmäßig verteilte Reduktionen
bis hin zu Vertrauen in technologische Entwicklungen reichen (Engesser & Brüggemann
2015).
3.3 Medienrepräsentationen von Klimawandel
Wie im Feld der Umweltkommunikation stellen Inhaltsanalysen der Medienberichterstattung
auch den umfangreichsten Teilbereich der Forschung zur Klimawandel-Kommunikation dar.
Diese Arbeiten erfassen eine große Zahl unterschiedlicher Länder – wenn auch noch immer
zumeist aus der westlichen Welt unterschiedliche Medienformate, lange Zeitspannen und
zahlreiche Facetten der medialen Darstellung des Klimawandels (vgl. überblicksweise
Schäfer & Schlichting 2014). Ihre wichtigsten Ergebnisse werden im Folgenden
zusammengefasst:
9
Klimawandel ist ein weltweit relevantes Medienthema: Viele Studien haben die quantitativen
Aspekte von Medienaufmerksamkeit in Bezug auf Klimawandel erhoben und beschrieben.
Sie zeigen, dass das Thema auf allen Kontinenten und in vielen Ländern relevant und
anteilmäßig stärker präsent ist als andere intensiv diskutierte Themen wie
Stammzellforschung oder Gentechnik. Die Arbeiten demonstrieren auch, dass die
Medienaufmerksamkeit r Klimawandel seit Mitte der 2000er in vielen Ländern stark
angestiegen ist (s. Abb. 1, Schmidt et al. 2013; vgl. Boykoff & Mansfield 2013).
10
Abb. 1: Medienaufmerksamkeit für den Klimawandel in 27 Ländern (Prozentzahlen geben die Anzahl von Artikeln zum
Klimawandel im Verhältnis zu allen veröffentlichten Artikeln in den untersuchten Zeitung pro Monat an, Quelle: Schmidt et
al. 2013.)
Die Medienberichterstattung zu Klimawandel ist stark ereignisbezogen: Weitere
Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass die Medienaufmerksamkeit für den Klimawandel,
wie auch für viele andere Themen, über die Zeit hinweg stark fluktuiert und sich vor allem auf
bestimmte Ereignisse konzentriert (z.B. Liu et al. 2011; Boykoff 2012; Sampei & Aoyagi-Usui
2009). Dabei handelt es sich zum Teil um Wetterereignisse wie den Hurrikan Katrina oder die
Jahrhundertflut in Deutschland, die von Journalisten als symptomatisch für den Klimawandel
interpretiert werden. Bedeutsamer für die Medienberichterstattung sind sozio-politische
Ereignisse wie die jährlichen „Weltklimagipfel“ des UNFCCC, bei der internationale
Klimapolitik von hochrangigen Politikern diskutiert wird und bei der zahlreiche grosse NGOs
zusätzliche Interpretationen und Fototermine für Journalisten anbieten (Schäfer et al. 2012,
2014).
Der Fokus der Berichterstattung hat sich von der wissenschaftlichen Betrachtung des
Klimawandels zu den gesellschaftlichen Auswirkungen verschoben: Längsschnittliche
Inhaltsanalysen in verschiedenen Ländern haben gezeigt, dass es in der Klimawandel-
Berichterstattung eine „gesellschaftliche Wende“ resp. „Vergesellschaftung“ gibt, die sich in
mehreren Facetten manifestiert: Während das Thema in den frühen 1990er Jahren vor allem
in den Wissenschaftsressorts behandelt wurde, hat sich dies mittlerweile diversifiziert (Peters
& Heinrichs 2005, S. 95ff.). Auch der inhaltliche Fokus der Berichterstattung hat sich
verschoben, weg von der eher klimawissenschaftlichen Debatte um die Existenz des
Klimawandels (wenngleich diese in einigen Ländern immer noch bedeutsam ist, Painter
2011), hin zu politischen, ökonomischen und sozialen Aspekten wie dem
Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, nationalen oder internationalen Varianten des
Emissionshandels, oder den humanitären und sicherheitspolitischen Implikationen globaler
Erwärmung (Grundmann 2007; Ivanova 2015; Schäfer et al. 2015).
11
Allerdings unterscheiden sich die Inhalte der Berichterstattung über den Klimawandel noch
immer, und teils erheblich, von Land zu Land: Während sich das Ausmaß von
Medienaufmerksamkeit für den Klimawandel, die Aufmerksamkeitsgipfel, deren Anlässe, die
verwendeten grundlegenden Frames und auch der Trend hin zu einer Vergesellschaftung der
Klimaberichterstattung länderübergeifend ähneln insbesondere zwischen
westeuropäischen und nordamerikanischen resp. westlichen Ländern (Ivanova et al. 2014;
Schäfer et al. 2011) – unterscheiden sich andere Facetten der Berichterstattung noch immer
voneinander. So spielen in deutschen Medien internationale Sprecher und Bezüge eine
deutlich größere Rolle als in den USA (Konieczny 2014; Ivanova 2015), finden sich mehr
Klimawandelskeptiker in US-amerikanischer, britischer und australischer Berichterstattung
als in anderen Ländern (Grundmann & Scott 2014; Painter 2011) und sind je nach Land teils
unterschiedliche Deutungen dominant: Bspw. lassen sich in Ländern des globalen Südens
wie Indien (Billett 2010) oder Bangladesch (Miah et al. 2011) postkoloniale Argumente finden,
die den Klimawandel primär als Problem der westlichen Welt darstellen (vgl. Schmidt &
Schäfer 2015).
3.4 Nutzung und Auswirkungen der Medienrepräsentation von Klimawandel
Im Vergleich zu den Analysen der Medienberichterstattung über den Klimawandel die
implizit oder explizit oft mit deren vermeintlichen Wirkungen legitimiert werden hat die
Untersuchung der themenbezogenen Mediennutzung und ihrer Effekte bisher weniger
wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren (vgl. Taddicken 2013). Zudem weist die
Forschung diesbezüglich noch viele Lücken auf: Sie konzentriert sich stark auf journalistisch
vermittelte Nachrichten-Berichterstattung und kaum auf Unterhaltungs- oder fiktionale
Formate. Sie fokussiert vornehmlich individuelle Effekte und keine Effekte auf der
institutionellen Meso- oder gesamtgesellschaftlichen Makro-Ebene. Und sie analysiert in der
Regel Effekte auf die allgemeine (Laien-)Öffentlichkeit, aber kaum Effekte auf spezifische,
möglicherweise besonders relevante Zielgruppen wie Wissenschaftler, Politiker oder
Journalisten. Insgesamt zeichnen die vorliegenden Studien ein teils unklares und
inkohärentes Bild und finden, wenn überhaupt, eher schwache Medieneffekte (vgl. Peters &
Heinrichs 2005, S. 177). Dennoch lassen sich ihnen eine Reihe von wiederkehrenden
Ergebnissen entnehmen:
Massenmedien sind eine wichtige und verlässliche Quelle für Informationen über
Klimawandel. Wiederholt wurde gezeigt, dass Massenmedien insbesondere Fernsehen
und Zeitungen, aber zunehmend auch das Internet die wichtigsten Informationsquellen
zum Klimawandel für viele Menschen darstellen (Schäfer 2012a; Synovate 2010; Stamm et
al. 2000). Weiterhin scheinen die Massenmedien glaubwürdige Quellen zu sein, denen die
Menschen in Bezug auf das Thema stärker vertrauen als etwa Freunden und Familie
(Schäfer 2012a). Jenseits dieser grundlegenden Fakten gibt es jedoch noch wenig
evidenzbasierte Befunde über themenbezogenes Nutzungsverhalten und Rezeption. Der
soziale Kontext, innerhalb dessen Nutzer sich mit klimabezogenen Medieninhalten
auseinandersetzen, ihre Motivationen und ihre Interpretation der Inhalte sind nicht
ausreichend erforscht – hier sollten Uses and Gratifications-Ansätze, Theorien der
interpersonellen Kommunikation und der Informationsdiffusion in Anschlag gebracht werden
(vgl. Metag in diesem Band).
Es gibt Agenda Setting-Effekte auf das Publikum. Mehrere Studien haben Agenda Setting-
Effekte nachgewiesen. Sie haben gezeigt, dass das Ausmaß von
12
Klimawandelrepräsentationen, dem Menschen in Massenmedien begegnen, mit ihren
subjektiven Einschätzungen der Bedeutung des Themas in Zusammenhang steht (z.B.
Sampei & Aoyagi-Usui 2009). Diese Ergebnisse stammen allerdings hauptsächlich aus
Umfragen, in denen die Befragten ihre Mediennutzung selbst einschätzen, und werden
selten ergänzt durch Analysen der Medieninhalte selbst oder separat erhobene
Nutzungsdaten.
Mediennutzung erhöht das Wissen über den Klimawandel: Kognitive Auswirkungen von
Medienrepräsentationen auf Klimawandel sind wiederholt beschrieben und belegt worden.
Menschen ziehen aus den Medien Informationen über das Thema und erweitern so ihr
Wissen sowohl, was die Charakteristika des Phänomens selbst angeht als auch, was
potentielle Lösungen und (individuelle) Handlungsmöglichkeiten betrifft. Dieser Effekt ist gut
belegt für Fälle, in denen Menschen sich gezielt Medien zuwenden, um sich dort
Informationen über den Klimawandel zu holen in diesen Fällen sind klare Lerneffekte
nachweisbar (Taddicken & Neverla 2011; Taddicken 2013). Existenz und Ausmaß des Effekts
sind weniger gesichert für allgemeine, unspezifische Mediennutzung, d.h. für Fälle, in denen
Medien habituell genutzt und Informationen zum Klimawandel nebenbei und unwillentlich
rezipiert werden. Während Arlt et al. für diese Form der Mediennutzung kognitive Effekte
zeigen können (die allerdings nur für das Fernsehen in die erwartete Richtung gehen, für die
Printmediennutzung zeigt sich ein umgekehrter Effekt, Arlt et al. 2011, S. 57), findet
Taddicken (2013) keine derartigen Zusammenhänge.
Medienwirkungen auf das Verhalten von Rezipienten sind weniger klar: Einige Studien finden
positive Effekte der Mediennutzung auf die Absicht von Probanden, sich politisch für den
Klimaschutz zu engagieren (Arlt et al. 2011, S. 58f.) und entsprechende Politiken zu
unterstützen (Zhao et al. 2011). Andererseits sind derartige Effekte auch in diesen Studien
nur auf bestimmte Verhaltensformen beschränkt (und treffen bspw. auf Investment-
Entscheidungen oder tiefgreifende Lebensstil-Änderungen nicht zu, vgl. Arlt et al. 2011),
richten sich meist auf berichtete Verhaltensintentionen der Befragten statt auf tatsächliches
Verhalten und wurden in anderen Studien nicht gefunden (Taddicken 2013).
4. Ausblick
Im Beitrag wurde aufgezeigt, wie das Thema Umweltkommunikation seit Mitte der 1980er
Jahre verstärkt auch in der Kommunikationswissenschaft an Relevanz gewonnen hat. Seit
den 2000ern ist die Beschäftigung mit der Kommunikation über den anthropogenen
Klimawandel hinzugetreten. Dabei wurden und werden in beiden Bereichen die generellen
kommunikationswissenschaftlichen Fragen nach Kommunikatoren, Medieninhalten und
Wirkungen gestellt und mittels einer Vielzahl von empirischen Studien zu beantworten
versucht.
Obwohl die mediale Darstellung von Umweltthemen bzw. des Klimawandels bereits
Gegenstand zahlreicher Studien war und ist, weist der Forschungsstand aber noch immer
Defizite auf. So sollten Analysen zu Produktion, Präsentation und Konsum dieser
Mediendarstellungen zukünftig stärker ausbalanciert sein. Zudem wäre wünschenswert,
auch die Forschungsgegenstände, namentlich die analysierten Länder und Medien, breiter
aufzufächern und dabei mehr Arbeiten zu nicht-westlichen Ländern und zu audiovisuellen
sowie Online-Medien vorzulegen. Da es sich bei vielen Umweltproblematiken und dem
Klimawandel zudem um transnationale Phänomene handelt, wäre es sinnvoll, stärker
13
komparativ zu forschen, um so die (potentiell) variierenden Perspektiven unterschiedlicher
Länder und Weltregionen auf das Thema besser zu verstehen und Ansatzpunkte und
Potentiale für eine Transnationalisierung oder gar Globalisierung der Debatte zu ergründen.
Mehr Studien zu diesen Aspekten könnten zudem dabei helfen, die (zunehmenden)
normativen Ansprüche an die Sozialwissenschaften hinsichtlich ihrer Rolle bei der Transition
hin zu klimafreundlichen Gesellschaften besser zu bewerten und zu beantworten.
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... Although research on media debates surrounding climate change has seen a tremendous growth in communication studies over the last 15 years (Nerlich et al., 2010;Bonfadelli and Schäfer, 2017), there is still little research referring to the representation of the 2-degree limit in mass media (as exception see Shaw, 2013). The present paper addresses that research gap by investigating the question of how the debate on 2 degree has developed in German news media in the Post-Copenhagen era from 2009 to 2014. ...
... In a review of international literature on climate change communication, Bonfadelli and Schäfer (2017) report a common set of frames referring to climate change which are used in nearly all researched countries: frames address 1) anthropogenic climate change as a global problem, 2) scientific uncertainties concerning the possible impact of climate change, 3) socio-economic consequences of climate change, and 4) possibilities of an ecological modernisation for the economy and the society. In addition, a substantial number of studies have identified sceptical perspectives in media coverage which question climate science or climate change in general (Boykoff and Boykoff, 2004;Painter and Ashe, 2012). ...
... Although much is known about media frames of climate change in general (Bonfadelli and Schäfer, 2017), we only have few indications for the framing of 2 degree in media discourse. As outlined above, we argue furthermore that referring to 2 degree as a target or as a limit makes a difference. ...
... Similar to this, national and international consultants-of-all-kind's advice is to tell the "sustainability story", use "pics more than words" or integrated communication strategies to "associate your brand with sustainability". While publicly communicating about climate change is hard (Schäfer and Bonfadelli 2017), communicating about sustainability seems to be even harder, thinking about the degree of complexity, about the contradictions between the short-term oriented media and sustainability as long-term development as well as reflecting on the high degree of morality of sustainability as concept and narrative of the future . ...
Chapter
A new decade, the ‘roaring 20ies’, with a very visible and tangible climate crisis, is crying out for solutions on a global scale, currently exacerbated in a COVID-19-related economic, social and cultural crisis. Sustainability is the moral compass for individual, community as well as organizational and institutional action for a new, regenerative human-nature relationship. At the same time, the increase in communication about sustainability (public discourses), of sustainability (CSR, policies) and even for sustainability (NGOs, Fridays for Future) challenges media and communication studies dealing with the critical evaluation of the principle of growth as master frame in public discourses and the necessity to communicate inconvenient truths of de-growth and abandonment. This chapter introduces the main provocations and concepts for sustainability communication in the future and, in doing so, further establishes sustainability communication as emerging field with rather unspecific boundaries.
Purpose This research aims to analyze to what extent sustainability and its related core aspects are integrated in media and communication's curricula of higher education institutions in Europe. Design/methodology/approach A total of n = 1068 bachelor and master’s degree programs, as well as their related curricula/program specifications, from 28 European countries were analyzed by means of content analysis. Findings Results show that the level of curricular integration of sustainability aspects in the field of media and communication is low (14%) to very low (6%) on module level. In most cases, sustainability remains an abstract guiding principle that is not translated into a dedicated course offer. This can indicate the difficulty of operationalizing such a concept as sustainability, which is experienced by not only higher education institutions but also policy and society as a whole. In addition, the results leave space for a reflection on the social and educational responsibility of higher education institutions. Research limitations/implications The authors are aware that not all teaching (content) is depicted in curricula. Especially where teaching is research-based, The authors assume that sustainability (communication) is more present as the curricula' analysis can represent it. In addition, the fact of solely investigating English language curricula can be seen as a further limitation. Originality/value This research is one of the few attempts to verify the actual integration level of sustainability aspects in the curricula of a specific sustainability-relevant discipline, which is neither conducted as a case study nor as a single-country analysis.
Chapter
This chapter gives an overview of the research field dealing with media reception, media effects and media practices in relation to sustainability, including the field of environmental and climate communication, and identifies current research gaps within this area. It uses a broad understanding of the term sustainability communication, defining it as all communicative practices, mediated or non-mediated, which deal with any aspect of sustainability (either related to the ecological, economic and/or social dimension) that is, any phenomenon or process which deals with the relation of the needs of current and future generations. Following this understanding, the chapter discusses theoretical and empirical studies which deal with the reception of media content that refers to sustainability, and its effects on media users as well as media practices with which different actors try to contribute to sustainability.
Article
In an intensifying climate crisis with sustainability as a moral framework for political, corporate, and individual behavior, there is a broad range of nonprofit organizations communicating increasingly professionally as agents of social change. Here, the potential of Eco-art as a way to stimulate social and ecological transformation by communicating sustainability more strategically (and thus effectively) is currently overlooked. After conceptualizing Eco-art as an example of a new type of antiprofit-in the sense of agonistic communication, putting existing (unsustainable) power structures and symbolic order into question-we examine the project FOR FOREST, which transformed a local football stadium in Central Europe into a large public art installation, where 300 trees were transplanted over the existing football pitch. The qualitative analysis of (social) media content in the exhibition period, complemented by interviews (N = 15) with central stakeholders, offered insights into three problematizing fields of discourse. With our contribution, we show the potential of Eco-art for sustainability communication in handling dissensus with agonism and its important role in demystifying sustainability by moving from ignorance to resonance.
Article
Full-text available
Taking environmental journalism as an example, we examine to what extent a citizen science approach can stimulate the development of new methodological procedures in quality and recipient research. In particular, we investigate in an explorative form what quality standards laypersons expect of certain forms of science communication. The participants were not just interviewed as media users in surveys, but took part - in the sense of a ‘collaborative project’ - in the development of instruments that are applied to assess the quality of media content and press releases on environmental topics from a layperson's perspective. The question of what constitutes quality in science journalism from the recipients’ point of view is of crucial importance to its audience reach. The field of environmental research is a suitable model discipline for science communication, since reporting on these topics make up a considerable part of journalistic science reporting and science public relations and because environmental issues affect many citizens. The approach seems promising in generating initial answers to quality questions from the recipient perspective and producing suggestions for future method development. For the practice of institutional science communication and journalism, also in the sense of a ‘public engagement with science’, approaches are discussed which show how a more intense participation of users in the quality assessment of media reporting covering science-related topics could be achieved.
Article
Die Auswirkungen des Klimawandels oder der Verschmutzung der Weltmeere sind für den Einzelnen oft nicht direkt erfahrbar, sondern werden meist erst durch die Medienberichterstattung vermittelt. Vor dem Hintergrund der Debatte zur Problematik von Mikroplastik in den Meeren geht es in dieser Studie um den Einfluss der Berichterstattung zu Mikroplastik auf die Risikowahrnehmung und umweltfreundliche Verhaltensabsichten wie Plastikvermeidung und Unterstützung von Umwelt-Aktionen. In einem Experiment wurde untersucht, welche Rolle die Kommunikatorin (Wissenschaftlerin vs. Politikerin) und das Framing eines Zeitungsartikels (Folgen für die eigene Gesundheit vs. Folgen für die Umwelt) spielen, um Rezipient*innen zu einem umweltfreundlichen Verhalten zu motivieren. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Kommunikatorin in der Rolle einer Politikerin im Vergleich zu einer Wissenschaftlerin zu einer höheren Vertrauenswürdigkeit führt, was wiederum positiv mit der Risikowahrnehmung des Mikroplastiks zusammenhangt. Je hoher die Risikowahrnehmung, desto hoher die Bereitschaft der Rezipient*innen, umweltfreundlich zu handeln. Ein Effekt des Framings konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Die Implikationen für Forschung und Praxis der Umweltkommunikation werden diskutiert.
Preprint
Die Kommunikation von Klimawandelwissen und Handlungsoptionen in der Gesellschaft ist eine der wesentlichsten Herausforderungen unserer Zeit. Als Hauptinformationsquelle von SchülerInnen stellt der Unterricht ein wichtiges Umfeld erfolgreicher Klimawandelkommunikation dar. In einer qualitativen Befragung von neun PädagogInnen steirischer AHS, HLFS und LFS wurde erhoben, wie der Klimawandel in der Schule behandelt wird und welche Unterstützungsmöglichkeiten sich die LehrerInnen diesbezüglich wünschen. Auch die persönliche Meinung der Lehrpersonen zum Klimawandeldiskurs sowie ihre Informationsquellen wurden erhoben. Die Interviews wurden nach der dokumentarischen Methode von Bohnsack ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass unter steirischen LehrerInnen Klimawandelbewusstsein vorhanden ist, teilweise aber Hintergrundwissen und Vermittlungskompetenzen fehlen. Klimawandelthemen kommen in steirischen AHS, HLFS und LFS in den Fächern Physik, Biologie, Chemie, Religion, Ökologie, Gartenbau, Biolandbau und politische Bildung vor. Methodisch werden für die Aufbereitung des Themas neben physikalischen Erklärungen auch kreative, emotionsbewusste Übungen sowie fächerübergreifende Schulprojekte und Exkursionen genutzt. Als Hindernisse in der schulischen Klimakommunikation konnten Lehrplanlücken, Zeitprobleme sowie fehlende Schulbücher erhoben werden. Geeignete Materialsammlungen zur Klimawandelkommunikation in der Schule sollten flexibel einsetzbar, anschaulich und zielgruppengerecht sein. Die steirischen PädagogInnen wünschen sich praxisorientierte Fortbildungen, die Methoden für den Klimawandel-Unterricht beinhalten. Für LehrerInnenbildungseinrichtungen oder Umweltorganisationen können die Ergebnisse Richtwerte bei der Erstellung von Fortbildungsangeboten oder Unterrichtsmaterialien bieten.
Article
Full-text available
Climate change communication has a long history in Germany, where the so-called " climate catastrophe " has received widespread public attention from the 1980s onwards. The article reviews climate change communication and the respective research in the country over the last decades. First, it provides a socio-political history of climate change communication in Germany. It shows how scientists were successful in setting the issue on the public and policy agendas early on, how politicians and the media emphasized the climate change threat, how corporations abstained from interventions into the debate and how skeptical voices, as a result, remained marginalized. Second, the article reviews scholarship on climate change communication in Germany. It shows how research on the issue has expanded since the mid-2000s, highlights major strands and results, as well as open questions and ongoing debates.
Article
Full-text available
Media communication – and the coverage of mass media such as TV, radio, newspapers, or the Internet in particular – is an important source for people's awareness of, and knowledge about, anthropogenic climate change. Accordingly, many scholars have analyzed the emergence, characteristics, uses, and effects of mediated communication about climate change in recent years. This article reviews the respective field, presents its major findings, and outlines future directions for research.
Book
Despite being a relatively young sub-discipline, European environmental sociology has changed considerably in the last decades towards more interdisciplinary collaborations and problem solving. Current trends such as global environmental modernization and processes of economic, political and socio-cultural globalization, fuelled by developments of transport, environmental flows, scientific uncertainty, and information technologies, have fostered new conceptual approaches that move beyond classical sociological mind-sets toward broader attempts to connect to other disciplines. Environmental Sociology is the first book to broaden the realm of environmental sociology by forging links to other environmental disciplines, such as environmental policy, media studies, geography, ecological economics, ecological modeling, or ecological design. The book's focus on current environment-related issues in interdisciplinary developments are not only of relevance for strengthening environmental sociology but will make it a great read for upper undergraduate and graduate courses in social sciences dealing with environmental topics
Article
Definition of a model of risk communication and Content Analysis of media coverage before and after the nuclear catastrophe in Fukushima
Article
National survey data compares newspapers with other media as sources of environmental information and assesses how well they cover causes, victims, responsibility, solutions and costs of environmental problems.
Book
Einleitung: Naturschutz- und Umweltdiskurs in Deutschland. Zur historischen Verortung okologischer Kommunikation / Die theoretische Perspektive / Okologische Kommunikation in den Printmedien / Von der Konfrontation zum inszenierten Dialog / Anhang.
Article
An analysis of Pennsylvania newspapers shows that most environmental stories focused on issues such as sewage, water pollution and land development, not on issues such as global warming.