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Neuere Literaturtheorien

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Die Beschäftigung mit Literaturtheorie gilt als schwierig, und die Vielzahl der vertretenen Ansätze scheint kaum überschaubar zu sein, nicht allein für die Studierenden der ersten Semester. Während die Bezeichnungen ›Sozialgeschichte‹ und ›Gender Studies‹ zumindest nahelegen, welche Fragestellungen im Rahmen der Ansätze verfolgt werden, ist das für andere Richtungen nicht der Fall. Was ist unter ›New Historicism‹ zu verstehen, was unter ›Dekonstruktion‹? Ist Literaturwissenschaft eine Medien- oder eine Kulturwissenschaft oder beides? Wie verhalten sich die offenbar ähnlich gebrauchten Begriffe ›Interpretation‹ und ›Lektüre‹ zueinander, wenn mit letzterem offenbar mehr als ›Lesen‹ gemeint ist? Was heißt ›soziale Energie‹, was ›Textbegehren‹, was ›Unbestimmtheitsstelle‹ — Begriffe, die ab und zu in Interpretationen literarischer Texte zu finden sind? Lassen sich eine diskursanalytische und eine psychoanalytische Verfahrensweise im Umgang mit Literatur vereinbaren? Angesichts dieser unübersichtlichen Situation ist der Impuls verständlich, sich mit dem terminologischen Wirrwarr gar nicht erst zu befassen, sondern sich einfach auf die literarischen Texte zu konzentrieren und sie ohne theoretisches Instrumentarium aus sich selbst bzw. aus ihrer historischen Situation herauszulesen oder zu deuten.
Seit seinem ersten Auftreten im Russischen Formalismus wird der Begriff ›Literaturtheorie‹ in der Literaturwissenschaft sehr unterschiedlich verwendet. Ziel dieses Kapitels ist es zu erläutern, wie der für dieses Lehrbuch zentrale Begriff im Folgenden eingesetzt wird.
Auch wenn sich diese Darstellung auf die ›neueren Literaturtheorie‹ beschränkt, müssen doch auch deren Vorläufer betrachtet werden. Jede neue Literaturtheorie steht in vielfältigen Bezügen zu älteren Ansätzen, sei es, dass sie deren Annahmen aufgreift und weiterführt, sei es, dass sie sich kritisch mit ihnen auseinandersetzt. Ohne zumindest eine rudimentäre Kenntnis dieser Traditionslinien sind die aktuellen literaturtheoretischen Positionen nicht zu verstehen.
Der Strukturalismus ist eine Forschungsrichtung in verschiedenen Geistes- und Kulturwissenschaften, beispielsweise in der Ethnologie, der Psychologie, der Linguistik und Literaturwissenschaft. In der Literaturwissenschaft gibt es eine Reihe nebeneinander bestehender Forschungsfelder, etwa die Interpretationstheorie und- methodologie sowie die Dramen- und Erzähltheorie, in denen sich strukturalistische Einsichten niedergeschlagen haben. Da verschiedene Theoretiker dem Strukturalismus eine je eigene Ausprägung gegeben haben, werden im Einzelnen recht unterschiedliche theoretischmethodische Auffassungen als ›strukturalistisch‹ bezeichnet.
Die psychoanalytische Literaturwissenschaft zählt zusammen mit einer Reihe von empirischen Ansätzen der Erforschung von Literatur zur Gruppe der literaturpsychologischen Ansätze. Deren Vertreter ziehen sehr unterschiedliche psychologische Theorien heran, um literarische Texte sowie psychische Prozesse auf Seiten der Autoren und Leser unter verschiedenen Fragestellungen zu untersuchen. Die psychoanalytische Richtung zählt, im Gegensatz etwa zur empirischen Leserforschung (s. Kap. 14.1), zu den Ansätzen, die weniger an Rezeptionsvorgängen, als vielmehr vor allem an der Interpretation literarischer Texte interessiert sind.
›Rezeptionsästhetik‹ ist ein Sammelbegriff für die Theorie und Analyse der Beziehungen zwischen literarischem Text und Leser. Innerhalb dieser Forschungsrichtung lassen sich zwei enger umrissene Ansätze unterscheiden: ■ Eine Wirkungstheorie untersucht, inwiefern literarische Texte über eine implizite ›Leserrolle‹ verfügen, die steuert, wie Leser einen Text aufnehmen und verstehen. Der Ansatz ist insofern ›texttheoretisch‹, als die Konstitution und Wirkungsbedingungen konkreter literarischer Texte im Vordergrund stehen (vgl. Iser 1994, I, IV, 8). ■ Die Rezeptionsgeschichte untersucht dagegen die Aufnahme, die ein literarischer Text im Laufe der Zeit bei seinem Publikum gefunden hat. Sie ist insofern historisch bzw. literaturgeschichtlich orientiert (vgl. ebd.).
›Poststrukturalismus‹ ist die nicht sehr klar bestimmte Bezeichnung für eine Gruppe semiotisch ausgerichteter Theorien und deren Anwendungen in verschiedenen, in aller Regel kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Mit dem Strukturalismus benennt diese Bezeichnung eine wichtige Bezugstheorie, an die die Vertreter dieser Richtung anschließen und von der sie sich zugleich abgrenzen. Ein zweiter, nicht minder kritisierter Bezugspunkt ist die Hermeneutik. Welche Theoretiker dem Poststrukturalismus zuzurechnen sind, der in den 1960er Jahren in Frankreich entstand, und welche zwar strukturalistische Theoreme auf eigenwillige Weise modifizieren oder ergänzen, aber noch als Strukturalisten gelten können, ist in der Forschung umstritten. Als paradigmatisch für poststrukturalistisches Denken gilt die auf Jacques Derrida zurückgehende Dekonstruktion; aber auch die Diskursanalyse Michel Foucaults und die Psychoanalyse Jacques Lacans (s. Kap. 5.2) können mit guten Gründen als ›poststrukturalistisch‹ bezeichnet werden. Im — teilweise durchaus kritischen — Anschluss an diese ›Meisterdenker‹ sind mehrere Varianten poststrukturalistischer Ansätze erarbeitet worden, etwa im Rahmen der Gender Studies (s. Kap. 10) sowie der kultur- und medienwissenschaftlichen Ansätze (s. Kap. 11 u. 12), und in der literaturwissenschaftlichen Praxis finden sich zahlreiche Bezugnahmen auf poststrukturalistische Annahmen, die allerdings nicht immer auf eine zugrunde liegende entsprechende Theorie schließen lassen.
Vertreter des Hermeneutischen Intentionalismus sind der Auffassung, dass der Autor eines literarischen Textes eine wesentliche Bezugsgröße bei der Interpretation sein muss. Wer einen Text verstehen will, so lautet die Kernannahme des hermeneutisch-intentionalistischen Interpretationsprogramms, will verstehen, was der Autor mit dem Text (aller Wahrscheinlichkeit nach) zu verstehen geben wollte. Bedeutungen sind demnach nichts, was Texten auf mysteriöse Weise innewohnen oder erst im Zuge der Lektüre erschaffen würde, sondern vielmehr eine Funktion der kreativen Handlungen des Autors: Autoren bedienen sich bestimmter sprachlicher Mittel, um bestimmte Dinge zum Ausdruck zu bringen, und das Ziel der Interpretation besteht darin herauszufinden, welche Mitteilungsabsichten dem Text zugrunde liegen. Diese Mitteilungsabsichten zu kennen bedeutet, den Text zu verstehen, und sie sind geeignet, den Text in seiner vorliegenden, nicht-zufälligen Komposition und Gestalt zu erklären.
Die Frage, wie sich Literatur als gesellschaftliches Phänomen beschreiben lässt und welche Funktion sie für die Gesellschaft haben kann, in der sie entstanden ist, vermittelt und gelesen wird, hat eine sehr lange Tradition. Bereits um 1800 versuchen Autoren wie Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller und Anne Louise Germaine de Staël, Literatur in einem gesellschaftlichen Zusammenhang zu betrachten, und in Poetiken des 19. Jahrhunderts, etwa in der Milieutheorie des Naturalismus, wird ein Bedingungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Literatur angenommen. Von ›gesellschaftswissenschaftlichen Literaturtheorien‹ lässt sich aber erst seit der Rezeption marxistischer Theorie in literaturwissenschaftlichen Kontexten Anfang des 20. Jahrhunderts sprechen, und seit dieser Zeit ist eine Reihe von Modellen entwickelt worden, wie die Beziehung zwischen Literatur und Gesellschaft zu konzipieren sei.
Feministische Literaturwissenschaft und Gender Studies sind zwei Varianten literaturwissenschaftlicher Geschlechterforschung; sie untersuchen literarische Texte und Bedingungen literarischer Kommunikation mit Hilfe der Kategorie ›Geschlecht‹. Die beiden Richtungen lassen sich nicht trennscharf gegeneinander abgrenzen. Durchgesetzt hat sich eine historische Unterscheidung zwischen beiden, denn ihre Entstehung und ihr jeweils dominierendes wissenschaftliches Anliegen können relativ klar rekonstruiert werden. In der Zuordnung konkreter Studien gerade der neueren Zeit zeigen sich jedoch die Probleme der Begriffe: Dieselben Arbeiten werden manchmal als Beispiel für feministische Literaturwissenschaft, manchmal als typisch für Gender Studies angeführt.
Kulturwissenschaftliche Ansätze in den Geisteswissenschaften wurden bereits um 1900 entwickelt. Wichtige Beispiele sind Heinrich Rickerts wertphilosophische Begründung der Kulturwissenschaft, Karl Lamprechts kulturgeschichtliche und Georg Simmeis kulturphilosophische Forschungen, Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen (1923–1929) und nicht zuletzt Max Webers Untersuchungen zum Zusammenhang von ökonomisch und religiös geprägten ›Lebensformen‹. Von ihrer Fragestellung und methodischen Ausrichtung her sind diese Arbeiten sehr unterschiedlich, jedoch charakterisiert sie alle das programmatische Bestreben, über die Fächergrenzen hinauszugehen und Artefakte, Theorien oder Symbole, aber auch Alltagspraktiken durch Rückbezug auf die ›Kultur‹ zu erklären, aus der sie entstanden sind. Bereits die Verfasser dieser frühen Texte verfolgen neben anderen Zielen ein kulturkritisches Anliegen, und schon sie problematisieren den bis heute umstrittenen Kulturbegriff.
Einen Überblick über medienwissenschaftliche Ansätze in der Literaturwissenschaft zu geben, ist zum einen schwieriger als eine Skizze der kulturwissenschaftlichen Ansätze, weil einige der Positionen noch weniger klar sind und den Namen gebenden Begriff ›Medien‹ programmatisch unscharf verwenden — genauer gesagt als polyseme Bezeichnung tatsächlich unterschiedlicher Forschungsgegenstände. Zum anderen ist der Verbreitungsgrad dieser vielfältigen Richtung aber kleiner: Die besondere Differenzierung medientheoretischer Positionen in der Literaturwissenschaft ist vor allem ein deutschsprachiges Phänomen.
Als ›analytisch‹ wird eine von der analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie beeinflusste literaturtheoretische Strömung bezeichnet, zu deren Gegenständen und Zielen insbesondere die Analyse und Explikation literaturtheoretischer Begriffe (etwa ›Literatur‹, ›Fiktion‹) und die Untersuchung unserer Umgangsweisen mit Literatur (etwa Beschreiben, Interpretieren, Werten) gehören. Die analytische Literaturtheorie ist also zum einen eine Theorie der Literatur, insofern sie Begriffe und Methoden untersucht, die unseren Zugriff auf und unseren Umgang mit Literatur bestimmen. Zum anderen ist sie eine Theorie der Literaturtheorie, insofern literaturtheoretische Methoden selbst Forschungsgegenstand sind.
Die Empirische Literaturwissenschaft verfolgt das Ziel, auf literaturwissenschaftliche Fragen mit erfahrungswissenschaftlichen (empirischen) Methoden zu antworten. In Deutschland ist sie als eine eigene Forschungsrichtung aus dem Methodenstreit der 1970er Jahre hervorgegangen. Dabei stand der Gedanke im Vordergrund, der Literaturwissenschaft ein wissenschaftstheoretisch durchdachtes Fundament zu geben, ihre Verfahren und Ergebnisse dem Anspruch der Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit zu unterstellen und der ethisch-politischen Forderung eines gesellschaftlichen Nutzens gerecht zu werden.
›Anthropologie‹ bedeutet Lehre vom Menschen. In den Geisteswissenschaften wird diese oft mit der philosophischen Anthropologie identifiziert, zu deren bedeutendsten Vertretern Helmuth Plessner, Max Scheler und Arnold Gehlen gehören. Neben der Philosophie gibt es jedoch noch eine Vielzahl weiterer Disziplinen, in denen eine systematische Lehre vom Menschen entwickelt wird; entsprechend gibt es etwa auch eine biologische, theologische, ethnologische oder pädagogische Anthropologie, in denen jeweils bestimmte Aspekte des Menschseins in den Vordergrund rücken.
In den letzten Jahren sind weder neue ›Großtheorien‹ noch neue Literaturtheorien in dem Sinne entwickelt worden, wie wir sie in Kapitel 2 bestimmt haben. Ausgehend von dem gleichnamigen Werk von Terry Eagleton (2003) gibt es eine sogenannte After Theory-Debatte, in der je nach Position festgestellt oder beklagt wird, dass die Zeiten großer Theorieentwürfe vorbei seien und heute nur noch an vorliegenden Theorien gefeilt, um angemessene Anwendung gestritten und gegebenenfalls sogar Unvereinbares miteinander verbunden werde. Diese Debatte setzt ›Theorie‹ weitgehend mit marxistische und poststrukturalistische Theorie‹ gleich (vgl. Eagleton 2003, 1f.) und greift insofern zu kurz, als sie andere Entwicklungen z.B. der soziologischen Theoriebildung und der analytischen Kunstphilosophie unbeachtet lässt. Dennoch ist ihr darin zuzustimmen, dass sich in der gegenwärtigen Literaturwissenschaft statt neuer Theorien zum Gegenstand ›Literatur‹ vornehmlich neue Ansätze finden, die die Verfahren des wissenschaftlichen Umgangs mit Literatur verändern wollen. Sie werden dadurch gewonnen, dass Bausteine vorliegender Literaturtheorien modifiziert werden, vor allem im Bereich der Interpretationskonzeption (s. Abb. Kap. 2.2).
... Edebiyat sosyolojisi ise, edebiyat biliminin bir metodudur. Temel aldığı düşünce ise, edebiyat sosyolojisinin tarihsel olduğu ve edebiyat tarihinin de sosyolojik bir tutum sergilemesi gerektiğidir (Köppe ve Winko, 2013).Sosyolojik unsurların edebiyata yansıması kadar doğal bir durum yoktur. Bu sebepten dolayıdır ki, bir eserde anlatılan dönem, gelişen olaylar ve figürlerin betimlenmesi sayesinde bir durum tespiti yapılmaktadır. ...
... Bugün hala etkisini birçok alanda hissettiğimiz teori, Frankfurt okulunun önemli yapı taşlarından biri olarak kabul edilmektedir. Adorno'ya göre sanat eseri ile toplum arasındaki uzlaşma ancak eser biçiminin seviyesi ve içsel mantığını görerek sağlanabilmektedir (Köppe ve Winko, 2013) . Adorno, bir metnin biçiminde toplumsal yapı izlerini bulmaya çalışırken, sanat ile sosyoloji arasındaki ilişkiye vurgu yapmaktadır. ...
... Bu anlamda yaz?lan edebi metinler toplumunun k?lt?r?n? yans?tan k?lt?r metinlerinden farks?zd?r. Bunlar?n " metin olarak k?lt?r " (K?ppe-Winko, 2008: 235) gibi okunmas? s?z konusudur. ...
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ÖZET Edebi metinler aynı zamanda bir toplumunun kültürünü yansıtan kültür metinleridir. Bu makalede Theodor Storm'un " Kıratlı " adlı noveline yansıyan Alman halkının batıl inançları bulunacak dolayısıyla " Kıratlı " bir kültür metin olarak okunacaktır. Yeni tarihsellik yöntemiyle novele giren kültürel unsurlardan batıl inançlar irdelenecektir. ABSTRACT Literary texts are cultural texts that also reflect the culture of a society. In this article, the reflections of German people's superstitious beliefs will be analyzed and Theodor Storm's novella " Kıratlı " will be read as a cultural text. Superstitions, one of the cultural factors that have entered with the new historicist method into novella, will be discussed.
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Yapıta İçkinlik (Werkimmanenz) adı verilen edebiyat kuramı, 20. yüzyılın ilk yarısında özellikle Orta Avrupa’da çok popülerdi. Emil Staiger ve Wolfgang Kayser, Yapıta İçkinliğin en önemli temsilcileridir. Onlar, yaygın olan bu yorumlama biçimine sistemli bir kuram temeli kazandırmışlardır. Aynı zamanlarda ortaya çıkan ve çok benzer biçimde işleyen Yeni Eleştiri (New Criticism) kuramına, Yapıta İçkinliğin Anglo-Sakson karşılığı da denilebilir. Cleanth Brooks başta olmak üzere, William K. Wimsatt ve William Empson’in çalışmaları bu kurama atfedilir. Her iki akım da kesin bir biçimde sanat özerkliği anlayışına dayanır; yazınsal eser, bütünleşik bir yapıt, kendine özgü estetiği olan bir nesne olarak görülür ve onun özenli incelenmesi için birtakım kurallar sunulur. Bu çalışmada, Yapıta İçkinlik ve Yeni Eleştiri’nin temel özellikleri ele alınacaktır. Bir yandan bu girişim edebi kuram tarihine olan ilgiden kaynaklanmakta, öte yandan günümüzün hızla değişen bilimsel kültürü, bu iki çok etkili edebiyat araştırma kuramını hatırlatmayı ya da yeniden tanıtmayı ve en önemli yönlerini değerlendirmeyi gerekli kılmaktadır. Çalışmanın sonunda, Stefan George’nin "Ölmüş Olduğu Söylenen Parka Gel ve Bak" şiiri üzerinden, Yapıta İçkinlik ve Yeni Eleştiri temelinde bir yorumun nasıl yapılabileceği örneklendirilecektir.
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Der Umgang mit Autorschaft bei der Interpretation literarischer Texte reicht – empirischen Untersuchungen zufolge – bei Studierenden und Lehr- kräften von der Ausklammerung der Kategorien Autor und Werk bis zu einem Biografismus, der Texte als Abdruck und Spiegel der Autor*in betrachtet (u. a. Magirius 2020, Matz 2021). Deshalb kann die theoretische und fachdidaktische Verortung der Autor*in hier ein Ziel sein, um eine fundierte Reflexion über Autor*innenbezüge im Umgang mit literarischen Texten (im Unterricht) zu ermöglichen. Erste Reflexionen über den Umgang mit der Autorkategorie im Literaturunterricht wurden bereits vorgelegt (vgl. Führer/Heins 2018). Der vorliegende Beitrag knüpft hieran mit Vorschlägen zu einer weiteren Diffe- renzierung im Unterricht der Sekundarstufe II an.
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The detailed action- and fiction-theoretical analysis of computer game actions provides the conceptual tool for an ethics of computer gaming appropriate to the phenomenon: Virtual and fictional actions contour the subject area of the following virtue-ethical and moral-theoretical considerations. The clarity of the object of research should not obscure the fact that the present project still faces elementary difficulties. Indeed, an obvious conclusion from the preceding analysis seems to be that conventional moral theories are not readily applicable to computer game actions because ethics were conceived for ordinary actions without fictive content—and play, as we have seen, is distinguished precisely by its relation to fiction.
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El cometido de esta comunicación radica en esbozar una concepción del fenómeno de la comprensión del texto literario con fundamento en aspectos de la fenomenología husserliana y la poetología de Horst-Jürgen Gerigk. Después de plantear escalonadamente el marco de referencia, abordaré el concepto de horizonte en la hermenéutica filosófica desde su origen fenomenológico para brindar argumentos opositores a teorías que privilegian los efectos miméticos de la realidad empírica como factores decisivos para catalogar axiológicamente a la literatura. Para los estudios literarios la importancia de estas aproximaciones radica en vindicar el papel fundamental del creador literario en tanto primera autoridad de la donación de sentido, acorde a su posición ontológica como inteligencia artífice, lo que incluye prescindir de los presupuestos testimoniales y existenciales de su vida empírica, los cuales a menudo sostienen a las teorías literarias que privilegian el concepto de «realismo» como una categoría fundamental para justificar estudios de recepción.
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Der Begriff ›Kultur‹ impliziert, im Gegensatz zu seinem Komplementärbegriff ›Natur‹, die Einwirkung und Interpretation des Menschen. Die Fragestellungen der Kulturwissenschaften richten sich entsprechend darauf,»unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Verfahren, Funktionen und Konsequenzen« Kultur vom Menschen gemacht wird (Assmann,.Der lange Schatten der Vergangenheit, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, München, 2006, 15). Der Gegenstandsbereich ist entsprechend offen und umfasst Artefakte, Institutionen, Kommunikationen und Handlungen, die spezifische Wahrnehmungs-, Symbolisierungs- und Kognitionsstile verraten, Werte, Bedeutungs- und Sinnkonstruktionen und Denkformen, aber auch Empfindungsweisen, kurz: Selbstauslegungen und Umweltinterpretationen einer Gruppe (vgl. Posner, Roland: Kultur als Zeichensystem. Zur semiotischen Explikation kulturwissenschaftlicher Grundbegriffe. In: Aleida Assmann/Dietrich Harth (Hg.): Mnemosyne. Formen und Funktionen der kulturellen Erinnerung. Frankfurt a. M. 1991, 37–74.; Nünning, Ansgar: Literatur, Mentalitäten und kulturelles Gedächtnis: Grundriß, Leitbegriffe und Perspektiven einer anglistischen Kulturwissenschaft. In: Ders. (Hg.): Literaturwissenschaftliche Theorien, Modelle und Methoden. Eine Einführung. 4., erw. Auflage. Trier 2004, 173–197., 179).
Conference Paper
The amount of data in contemporary digital corpora is too large to be processed manually, which increases the necessity for computer linguistic tools in humanities. However, the processing of natural languages is a challenge for automatic tools, because languages are used heterogeneously. To process a text, often taggers are used that are trained on a standardized language variety (e.g. recent newspaper articles). Unfortunately, these training data often differ from the target texts (i.e. the text on which a trained model later is applied) in terms of language variety and register, which is especially the case for historical texts. Therefore, additional, manual analyses are usually inevitable. Training tools on the target language variety, however, can improve the results of these tools so that the manual prost-processing could be avoided. Thus, the need to process large datasets of diachronic texts and to obtain accurate results in a short time-span requires an adaptable approach. The present paper suggests this adaptable approach, by training taggers on a target language variety, to improve the accuracy of the structure of historical German corpora at the level of part-of-speech-tagging (hereafter POS-tagging). We trained four taggers (Perceptron tagger [26], Hidden Markov Model (HMM) [1], Conditional Random Fields (CRF) [13], and Unigram [21]) each on data from three different literary periods: Baroque (1600-1700), Romanticism (1790-1840) and Modernism (1880-1930). Compared with pre-tagged data, we obtained a maximum accuracy in POS-tagging of 98.3% for a single period (Modernism with Perceptron trained on Modernism) and a maximum mean accuracy for all three periods of 94.3% (Perceptron trained on Romanticism). Compared with manually tagged data, we obtained a maximum accuracy for one period of 96.8% (Romanticism with CRF and HMM trained on Romanticism) and a maximum mean accuracy for all three periods of 92.3% (Perceptron trained on Romanticism). In spite of the heterogeneity of literary data, these results demonstrate a high performance of the POS-taggers if the models are trained on target language varieties. Therefore, this adaptable approach provides reliable data allowing the use of taggers for analysis of different historical texts.
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Although the novel by Hans Fallada (born as Rudolf Ditzen, 1893-1947) Little Man, What Now? (Kleiner Mann, was nun?) was published more than eighty years ago (1932), it was only translated to Serbian in 2015. It can be regarded both as a belated reaction or publication in the right moment - both would be correct. The novel has also regained attention in Germany, and the unabridged edition was published in 2016. Little Man, What Now? is the novel on a little man in the Weimar Republic and depicts the society of that time. In this paper the sociological approach has been applied to the novel analysis in order to show the picture of the society, with the aim to emphasize the timeless features which make this social novel still relevant and interesting. The reference of literature to society is not always obvious as in this case, which serves as the base for criticism of the sociological approach. The assumption that literature has relevance for reality is criticized because it disputes the premise of modern aesthetics that the author is an autonomous creator of art works. Drawing an analogy between literature and society has also been questioned because of numerous difficulties in associating the history of literature to the history of society. In spite of all these critical points, the analysis of this novel has been undertaken from the sociological approach because it directly points at the society in the Weimar Republic. Since it has not lost its actuality decades after its first publication, although it depicts the social circumstances of a certain period of time (1929-1932), it can be concluded that there are social processes which are in a certain way constant despite outward changing circumstances. The consequences of economic instability always strike the 'little men' most severely, not only are they at the mercy of their employers and various institutions, but are also affected by their lack of solidarity as well. The only source of happiness and support can be found in warm human relationships, like friendship, love and family, as Johannes Pinneberg finds them in his life with his Lämmchen.
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