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Makroökonomik / Makroökonomie
Eine ganz kurze Einführung zu „Einkommen, Beschäftigung und Finanzmärk-
te“ (EBF, 239.211, 2011W)
Rainer.bartel@jku.at, www.econ.jku.at/Bartel (Fassung vom 14.3.2011)
Quelle: www.allvoices.comcontributed-news1531013-paul-krugmanimage20710236
Inhalt
Makro.......................................................................................................................... 1
Wirtschaftsliberale Sicht (orthodoxe Makrokönomik) .................................................. 1
Orthodoxe makroökonomische Elemente ................................................................... 3
Alternative, Mainstream-kritische Ansätze (heterodoxe Makroökonomik) .................. 4
Systemtheorie ............................................................................................................. 5
Keynesianismus ......................................................................................................... 6
Zurück zum Formalen: Aggregationsebenen .............................................................. 9
Meine makroökonomischen und wirtschaftspolitischen Lehrveranstaltungen............. 9
Kurs „Einkommen, Beschäftigung und Finanzmärkte“ (EBF, Makro 1, 239.211) ...... 10
Kurs „Wachstum, Konjunktur und Wirtschaftspolitik“ (WKW, Makro 2, 239.218) ...... 10
Intensivierungskurs „Internationale Wirtschaft, Finanzmärkte und Makroökonomie“
(IFM, Makro 3, 239.219) am Beispiel des Wintersemesters 2010/2011 ................... 10
Kurs „Grundlagen Volkswirtschaft“ (GVW, Makro 0, 236.929) .................................. 11
Ausblicke .................................................................................................................. 11
Literaturhinweise ...................................................................................................... 12
1
„Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr! Nämlich so: ei-
ne Wahrheit läßt sich immer nur aussprechen und in Worte hüllen,
wenn sie einseitig ist. Einseitig ist alles, was mit Gedanken gedacht
und mit Worten gesagt werden kann, alles einseitig, alles halb, alles
entbehrt der Ganzheit, des Runden, der Einheit… Man kann nicht
anders, es gibt keinen anderen Weg für den, der lehren will. Die
Welt selbst aber, das Seiende um uns her und in uns innen, ist nie
einseitig.“ (Hermann Hesse 1922, Siddharta, Roman).
Makro
„Makro“ drückt „groß“ aus. Makroökonomie meint die Wirtschaft als großes Ganzes,
also die Gesamtwirtschaft, die Wirtschaft mit einem umfassenden Blick betrachtet.
Oft wird der Begriff Makroökonomie einerseits zur Erfassung der gesamtwirtschaftli-
chen Wirklichkeit („the economy“) und andererseits zur Bezeichnung der Wissen-
schaft von der Gesamtwirtschaft („economics“) verwendet.
Besonders in Deutschland wird ein sprachlicher Unterschied zwischen den beiden
Begriffsinhalten gemacht. „Makroökonomie“ drückt die Realität, das gesamtwirt-
schaftliche System und seine Ergebnisse, aus, während „Makroökonomik“ die Wis-
senschaft von der Makroökonomie bezeichnet.
Wirtschaftsliberale Sicht (orthodoxe Makroökonomik)
Bei der Herausbildung der Ökonomik (Volkswirtschaftslehre) als eigenständige Wis-
senschaft aus der schottischen Moralphilosophie heraus, und zwar mit den Werken
von Adam Smith (Mitte des 18. Jahrhunderts in Großbritannien), war der makroöko-
nomische Blickwinkel bereits vorhanden. Adam Smiths Hauptwerke sind “The Theory
of Moral Sentiments” (1759) und „An Inquiry into the Nature and Causes of the
Wealth of Nations“ (1776). Sie stellen die Ausgangspunkte und Grundfesten für den
(Klassischen) ökonomischen Liberalismus dar.
Egal, in welcher Ausformung ökonomischer Liberalismus zutage tritt (klassisch/neo-
klassisch, ordoliberal/neoliberal), er war meist und ist heute noch der so genannte
ökonomische Mainstream, d. h. die weit überwiegende Mehrheitsauffassung der
Ökonom_inn_en. Der Mainstream wird daher auch als orthodoxe (= rechtgläubige)
Ökonomik bezeichnet; im Gegensatz dazu steht die heterodoxe (= andersgläubige)
Ökonomik.
Das Hauptverdienst von Adam Smith war es aufzuzeigen, dass das Wirtschaftssys-
tem abseits einer starren Zunftordnung und feudalistischen Bevormundung der Wirt-
schaftenden über (möglichst freie) Märkte funktioniere (Rothschild 2004). Das Markt-
system erfülle in überlegener Weise – ökonomisch effizient – die Koordinationsfunk-
tion beim Einsatz von Produktionsfaktoren, bei der Entscheidung über die Produktion
und bei der Verteilung der Endprodukte auf Unternehmen (Investitionsgüter) und Pri-
vathaushalte (Konsumgüter). Die Kriterien für ökonomische Effizienz sind – wie in der
Mikroökonomik – die maximale Produktivität, die minimalen Produktionskosten und
die maximalen Nutzen im Konsum.
Arbeitsteilung und Spezialisierung, die Anreizfunktion von Einkommenserzielung zur
Bedarfsdeckung und vollkommener Wettbewerb auf den Märkten für Produktionsfak-
2
toren (Boden, Kapital und Arbeit) und für Input- und Outputgüter sind aus der Sicht
des ökonomischen Liberalismus sowohl notwendige als auch hinreichende Bedin-
gungen für ein insgesamt optimales, also ökonomisch effizientes, (Gesamt-)Wirt-
schaftsergebnis (Rothschild 1981).
Nach wirtschaftsliberaler Auffassung ist es lediglich die wirtschaftspolitische Aufgabe
des Staates, vollkommenen Wettbewerb zu garantieren (d. h. Wettbewerbspolitik zu
betreiben), Eigentum und Verträge zu schützen und öffentliche Sicherheit zu gewähr-
leisten.
1
Über diese staatlich zu garantierenden Rahmenbedingungen hinaus kommen ggf.
noch die Blickpunkte der Fairness der Wettbewerbsbedingungen und der Gerechtig-
keit der Verteilung als Wettbewerbsergebnis hinzu (Bartel 2003).
Für Fairness im Leistungswettbewerb vertreten klassisch liberale Ökonom_inn_en
eine durch hohe Erbschaftssteuern gleich(er) gemachte Startposition (Nowotny/Zag-
ler 2009). Daraus ergibt sich auf leistungsgerechten Märkten eine leistungsgerechte
Verteilung von Einkommen und Vermögen. Doch nicht alle können erfolgreich sein
und zu den Gewinner_inne_n zählen (Bartel 2003).
Nach Adam Smith fühlen die Wirtschaftsteilnehmer_innen, dass sie von den jeweils
anderen nicht sehr geschätzt werden, wenn sie Reichtum anhäufen und andere darin
weit übertreffen. Wie von einer „unsichtbaren Hand“ („hidden hand“) geleitet („The
Theory of Moral Sentiments“, 1759) ergibt sich daraus eine freiwillige Umverteilung
durch die reicheren Individuen und führt schließlich zu einer Verteilung, die sehr na-
he an einer Verteilung wäre, die sich ergäbe, wenn alle Individuen mit gleichen Start-
chancen ins Rennen um individuellen Wohlstand (Einkommen aus Arbeit, Unterneh-
mer_innen-tum, Besitz und Vermögen) gingen (Moldaschl 2010).
Darüber hinaus räumte Adam Smith ein, dass es durchaus auch Bedarf für soziale
Einrichtungen gäbe, und meinte, dass die schönen Künste die Menschen zur Mildtä-
tigkeit animierten (Peart/Levy 2005).
Bei den karitativen Tätigkeiten wurde vornehmlich die Bürgergesellschaft in einer
kollektiven Verantwortung gesehen.
2
Das löste allerdings in der Praxis die Soziale
1
„Mein ökonomisches Weltbild ist geprägt vom Ordoliberalismus, der für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung
eintritt, in der dem Staat die Aufgabe zugewiesen wird, einen Ordnungsrahmen für Sicherheit, Privateigentum, Vertrags-
freiheit, freien Wettbewerb und Geldwertstabilität zu gewährleisten. Als Ordoliberaler glaube ich grundsätzlich an das
Selbstbestimmungsrecht des Individuums und die Freiheit der/des Einzelnen, Entscheidungen selbst (das heißt ohne Be-
vormundung) treffen zu können. Zwang, sei er ausgeübt von staatlichen oder privaten ‚Autoritäten’, ist mir naturgemäß
suspekt und erscheint mir nur in ganz wenigen Ausnahmefällen – im Sinne der für die Aufrechterhaltung der oben definier-
ten marktwirtschaftlichen Ordnung unabdingbaren Regulierungen – gerechtfertigt.“ Böheim, Michael H. (2008), Die Post ist
kein natürliches Monopol, in: Der Standard, 24.11., S. 23, http://derstandard.at/1227286863695 (10.3.2011)
2
“(…) a free economy goes beyond a free market. Indeed, some research suggests that our societies look materialistic not
because we have transferred economic power from the government to the market – something which has not, in fact, hap-
pened – but because we have transferred economic activity from within the family and civil society (where we provide a
service out of love) and into government, and to some extent, the market, where everything has to be paid for. (…)
As
Christians, we need to put the state back in its place. We should make clear the need to give families, voluntary institutions
and civil society room to breathe and fulfil their legitimate functions. After all, the first and biggest provider of welfare is the
family: the working wife provides for the unemployed husband; husband and wife provide for the needs of their children;
children will look after their parents and so on.” (Booth 2009: 63 ff.)
3
Frage“ bis heute nicht.
3
Solidarität ist demnach über die freiwillige Mildtätigkeit hinaus
in verschiedener Weise gefordert (Bartel 2010).
4
Die Verfolgung der ökonomischen Einzelinteressen führt nach wirtschaftsliberaler
Vorstellung zum maximalen Einkommen, Nutzen und Vermögen jedes Individuums –
eben nach seinen jeweiligen Voraussetzungen: im Wesentlichen seine Fähigkeiten
und seinen Präferenzen für Arbeit/Einkommen oder Freizeit/Einkommenseinbußen,
Konsum oder Ersparnis (Blanchard u. a. 2010, 328 ff.).
Was das Einkommen als Gesamtgröße (als Aggregat) betrifft, so ergibt sich aus den
individuellen Optima auch ein kollektives, soziales Optimum. Das Ganze (die soziale
Wohlfahrt) ist also nichts anderes als die Summe seiner Einzelteile, eben der indivi-
duellen Wohlfahrten (Nowotny/Zagler 2009).
Orthodoxe makroökonomische Elemente
Um dieses Ergebnis – soziale Optimalität – zu stützen, stütz(t)en sich die wirtschafts-
liberalen Ökonomen auf das „Say’sche Gesetz“ („Gesetz“ im Sinn einer Gesetzmä-
ßigkeit im Wirtschaftsgeschehen). Es basiert auf einem Werk des Franzosen Jean
Baptiste Say (1802) und besagt, dass alles, was laufend produziert werde, auch in
derselben Produktionsperiode verkauft werden kann („Absorption“). Denn erstens
entstehen durch die Produktion sowohl Einkommen für die an der Produktion Betei-
ligten als auch Endprodukte im selben Betrag (Einkommen = Output). Und zweitens
wird niemand so mehr produzieren und verdienen, als er oder sie an Gütern konsu-
mieren will. Dafür gibt es auch anspruchsvollere Auslegungen, die wir hier aber nicht
erörtern wollen (vgl. dazu Landmann 1976).
Der entsprechend vereinfachte Stehsatz heißt: Das Angebot schafft seine eigene
Nachfrage.
Der zweite wahrlich makroökonomische Bestandteil der traditionellen (klassischen/
liberalen) Makroökonomik ist die Erklärung des allgemeinen Preisniveaus. Hierbei
wird von der Definitionsgleichung ausgegangen, dass die Endprodukte, multipliziert
mit ihren Preisen und aggregiert, gleich hoch sein müssen wie die im Umlauf befind-
liche Geldmenge, die eine bestimmte Anzahl von Malen verwendet wurde, damit – in
einer Wirtschaft mit Geld als Tauschmittel – diese Outputgüter entstehen konnten.
Das ist die „Quantitätsgleichung des Geldes“.
Die Quantitätsgleichung wird zur „Quantitätstheorie des Geldes“, indem wir davon
ausgehen, dass sowohl die Zahlungsgewohnheiten und Zahlungssysteme kurzfristig
unverändert sind als auch die Summe aller Endprodukte stabil auf optimaler Höhe
verharrt. So verbleibt die Möglichkeit, einen Kausalzusammenhang von der Höhe der
Geldmenge zum allgemeinen Preisniveau aufzustellen, bzw. von der Wachstumsrate
der Geldmenge zur Wachstumsrate des allgemeinen Preisniveaus; diese ist die Infla-
3
“The social responsibility of business is to increase its profits.” Milton Friedman, in: The New York Times Magazine, Sep-
tember 13, 1970
4
„Freiheit ist ein Gut, das stark macht. Aber es darf nicht zum Recht des Stärkeren werden. Denn das ist der Haken an der
Freiheit: Sie kann in denjenigen, die durch sie satt und stark geworden sind, den Keim der Selbstüberhebung legen. Und
die Vorstellung, Freiheit sei auch ohne Verantwortung zu haben. Freiheit ist kein Vorrecht, die besten Plätze für sich selbst
zu reservieren. Wir wollen lernen, Freiheit nicht nur für uns zu nehmen, sondern sie auch anderen zu ermöglichen. Die
Glaubwürdigkeit der Freiheit ist messbar: in unserer Fähigkeit, Chancen zu teilen.“ Köhler (2009: 5)
4
tionsrate (Blanchard u. a. 2010). Übrigens lässt sich auch die dem entgegen gesetzte
Kausalität aufstellen: Inflation bestimmt die Geldnachfrage und Geldmenge.
Lange Zeit wurde maßgeblich die Makroökonomik allein als Zusammenfassung (Ag-
gregation) der mikroökonomischen Theorie-/Modellergebnisse angesehen. Die Pro-
duktion der gesamten Volkswirtschaft lässt sich demnach mit der mikroökonomi-
schen Produktionsfunktion einer repräsentativen Unternehmung erklären, die Be-
schäftigung als Gesamtergebnis der einzelnen mikroökonomischen Beschäftigungs-
entscheidungen des Gewinn maximierenden Unternehmens und des Nutzen maxi-
mierenden Privathaushalts (Bartel 2000). Die arteigen makroökonomischen Elemen-
te bleiben in diesem Zusammenhang notwendiger Weise das Gesetz von Say und
die Quantitätstheorie des Geldes, speziell vertreten durch die so genannten Moneta-
risten (Irving Fisher, Milton Friedman u. v. a. m.).
Realistische Zielsetzungen des liberalen marktwirtschaftlichen Systems sind aus die-
ser Sicht die kurz- und langfristigen Einkommens- und die langfristige Konsummaxi-
mierung; es kann nämlich erforderlich sein, vorübergehend die Konsumgüter- zu
Gunsten der Investitionsgüterproduktion einzuschränken (Blanchard u. a. 2010).
Alternative, Mainstream-kritische Ansätze (heterodoxe Makroökonomik)
Unter den erforderlichen Voraussetzungen entstehen nach orthodoxer Auffassung
auf den Märkten optimale Güterversorgung und freiwillige Beschäftigung/Arbeitslosig-
keit, Gerechtigkeit und soziale Harmonie.
5
Der Staat an sich ist als notwendiges Übel in seinen Kompetenzen zu minimieren,
auf „law and order“ und Wettbewerbsordnung zu reduzieren. Denn er greift ansons-
ten übelwollend oder unfähig in die Wirtschaft ein, bevormundet Individualentschei-
dungen, verzerrt Wirtschaftsergebnisse, verhindert Optimierung. Persönlicher Eigen-
nutz oder Gruppenvorteile gehen den Organwalter_inne_n vor soziale Wohlfahrt.
6
In Anbetracht dieses Grundübels (“principal-agent problems“) und der Grundannah-
me freiwilliger Transaktionen zwischen gleichberechtigten, gleich informierten und
gleich mächtigen Marktteilnehmer_inne_n stellt sich der (vollkommene) Markt als
demokratischere und wohlfahrtsträchtigere Institution heraus als das politische Sys-
tem „res publica“ (Booth 2009).
7
Dem widersprechen sowohl der systemtheoretische Ansatz des wissenschaftlichen
Sozialismus, vor allem der „Kathedersozialismus“ und darin insbesondere die marxis-
tische Wirtschaftstheorie, die u. a. im Post-Keynesianismus weiterentwickelt wurde
5
“Markets generally harness self-interest – a motive that is completely different from that of selfishness with which the term
is often conflated – to good use. In diligently pursuing my own objectives, I can only generally succeed if I help others
achieve theirs. (…) In the business economy the pursuit of self can do much damage. But the damage is more limited than
if the selfish take their place in government and use powers of coercion to achieve their objectives in a centrally planned
economy. (…) As consumers, business owners or managers we should regard the exercise of economic freedom, a cru-
cial aspect of our God-given dignity, as an aspect of the exercise of true freedom to seek and do what is right. The oppo-
site of a free economy in which individuals and families are subservient to decisions made by the state undermines our
dignity.” (Booth 2009: 63 ff.)
6
‘(…) Landes and Posner (1975) (…) see legislators as selling legislation for “campaign contributions, votes implicit promis-
es of future favors, and sometimes outright bribes” (p. 877).’ (Mueller 2003: 347 f.)
7
“If there is one theme central to economics it is, no doubt, the notion of competition as a social organizational device that
can induce self-interested agents to seek to be of service to other persons for whose well-being they do not feel any genu-
ine concern.” (Vanberg 2000: 363)
5
und wird (Eichner 1979), als auch fast die gesamte Palette des Keynesianismus, die
gesamtwirtschaftliche Theorie von John Maynard Keynes und all seinen Wegge-
fährt_inn_en und Nachfolger_inne_n (Bernard Schwartz Center for Economic Policy
Analysis 2009).
Insbesondere unterstreichen die kritischen, alternativen Ökonom_inn_en die zentrale
Bedeutung von Macht als ein allgegenwärtiges Phänomen. Es ist eben sehr schwer,
einen vollkommenen Wettbewerb zu schaffen und aufrechtzuerhalten, der Machtlo-
sigkeit für alle herstellen sollte/würde.
8
Selbst liberale Theoretiker, die als Kern der
Wirtschaftspolitik eine wirksame Wettbewerbsordnung fordern, erkennen das Prob-
lem, halten es aber für bewältigbar.
9
Im Gegensatz zum liberalen Mainstream sehen „Dissident_inn_en“/Heterodoxe den
Markt eben nicht als selbstregulierenden, objektiven, unparteiischen und gerechten
Mechanismus an, der als abstraktes System leistungsfähiger ist (wie die Empfin-
dungs- und Denkleistungen des Gehirns) als irgendein vom Menschen geleitetes
System (wie die Physiologie versammelter Nervenzellen). Vielmehr sind für
Mainstream-kritische Ökonm_inn_en die Märkte soziale Konstrukte, vom Menschen
geschaffene Gebilde, die zu ihrer bestmöglichen Funktionsfähigkeit einer engagier-
ten, mehrdimensionalen Gestaltung („Regulierung“) bedürfen.
10
Systemtheorie
Die marxistische Wirtschaftstheorie betont den Gegensatz der Interessen von Kapi-
tal/„Kapitalisten“ und Arbeit/“Arbeitern“. Die Eigentumsverhältnisse am Produktions-
kapital waren für Marx und viele seiner Nachfahr_inn_en das Grundproblem.
Verteilungskonflikte über das erzeugte Einkommen und soziale Disharmonie sind
ebenso charakteristisch für diese Sicht wie die Problematik unzureichender Güter-
nachfrage zur „Absorption“ aller produzierten Güter als Folge einer ungleichen Ein-
kommensverteilung zwischen Arbeit und Kapital zu Gunsten des „Kapitals“ (Kalecki
8
“(…) economics (…) tells the young and susceptible and the old and vulnerable that economic life has no content of power
and politics because the firm is safely subordinate to the market and to the state and for this reason it is safely at the
command of the consumer and citizen. Such an economics is not neutral. It is the influential and invaluable ally of those
whose exercise of power depends on an acquiescent public.” (Galbraith 1973: 10 f.)
9
„Die Macht stellt den Menschen und die Politik stets vor ein Dilemma. Die ganze Geschichte ist erfüllt von Machtmiss-
brauch. Besitz von Macht provoziert Willkürakte, gefährdet die Freiheit anderer Menschen, zerstört gewachsene und gute
Ordnungen. Indessen: Es gibt kein Sozialleben ohne Machtpositionen, weil für jedes Leben in der Gemeinschaft Autorität
notwendig ist, sei es im Staat oder in einem Betrieb.“ (Eucken 1950: 20)
10
“Markets are social and political constructs and regulation the
means to their construction.” (Jill Hills 1998,
http://gaz.sagepub.com/cgi/content/abstract/60/6/459, 10.3.2011)
“Markets are not self-creating, self-regulating, self-stabilizing, or self-legitimizing. Economic growth requires more than get-
ting a temporary boost in investment and entrepreneurship. It also requires effort to build four types of institutions required
to maintain the momentum of growth and build resilience to shocks:
Market creating institutions (property rights and contract enforcement)
Market regulating institutions (to deal with externalities, scale economies, informational incompleteness)
Market stabilizing institutions (for monetary and fiscal management)
Market legitimizing institutions (social protection and insurance; redistributive policies; institutions of conflict man-
agement, social partnerships)” (Rodrik 2002: 5 f.)
6
1966). So ist die Marx’sche Krisentheorie eine Überspartheorie (zu viel Ersparnis und
zu wenig Güternachfrage durch „das Kapital“). Aus dieser Krisenerklärung wurde
dann eine Konjunkturtheorie (= Theorie der Schwankungen von Produktion und Be-
schäftigung) entwickelt und daraus schließlich eine Zusammenbruchstheorie des
(privat-)kapitalistischen Wirtschaftssystems, nämlich infolge zunehmender Schwan-
kungen und einer tendenziell abnehmenden „Profitrate“, dem Verhältnis zwischen
Gewinn- und Lohneinkommen (Bernard Schwartz Center for Economic Policy Analy-
sis 2009).
Heute lehnt ein großer Teil der Ökonom_inn_en diese systemtheoretische Betrach-
tung ebenso wie weite Teile des Keynesianismus rundweg ab. Dadurch mag der As-
pekt der Ungleichheit der Einkommen und ihres Einflusses auf Absorptionsprobleme
und Konjunkturkrisen zu kurz kommen. Heute – nach der Krise (Bartel 2009) – dürfte
oder sollte im Zuge der Analyse der Krisenfaktoren die große Ungleichheit wieder
etwas stärkere Beachtung finden. Es ist sogar grundsätzlich unwissenschaftlich, Ar-
gumente und Fakten, Denkansätze und Theorien kategorisch auszuschließen, ob-
wohl sie wissenschaftstheoretisch akzeptabel sind; denn das würde das erkenntnis-
theoretische Prinzip der Vollständigkeit der Alternativen verletzen (Bartel 2010a).
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Keynesianismus
Abgesehen von Verteilungsaspekten und ihrem Einfluss auf die Gesamtnachfrage
nach Endprodukten („aggregierte Nachfrage“), untersucht im 20. Jahrhundert v. a.
durch Michal Kalecki in Polen, legte der Brite John Maynard Keynes mit seinem
Hauptwerk „The General Theory of Employment, Interest and Money“ (1936) den
Grundstein schlechthin für eine neue Makroökonomik (Steindl 1987). Sie beruhte auf
der zentralen Idee, dass die aggregierte Nachfrage die Produktion und die dafür er-
forderliche Beschäftigung – und somit auch Arbeitslosigkeit – bestimmt. Insofern
sprechen wir auch von effektiver (d. h. beschäftigungswirksamer) Nachfrage (wohl-
gemerkt: Nachfrage nach Endprodukten, die ihrerseits Nachfrage nach Arbeitskraft
bedingt).
Kurz gefasst: Die Nachfrage schafft sich ihr Angebot (genauer: vgl. auch Keynes
1937). Das ist somit das Gegenteil des Say’schen Gesetzes.
Auf der analytischen Grundlage des Keynesianismus wird der staatlichen Wirt-
schaftspolitik eine weit größere Bedeutung zugemessen als auf der Grundlage des
ökonomischen Liberalismus: einerseits was die Steuerung der Wirtschaftsentwick-
lung und der damit verbundenen Beschäftigung bzw. Arbeitslosigkeit betrifft (Kon-
junkturpolitik auch als Beschäftigungspolitik), andererseits was die Umverteilung der
Einkommen und Vermögen in Richtung höherer Ausgewogenheit angeht.
Keynesianer_innen betonen vor allem auch die Unsicherheit wirtschaftlicher Erwar-
tungen.
12
Daraus resultiert die sehr ansteckende „Psychologie der Märkte“ („animal
spirits“, Optimismus/Pessimismus-Schwankungen) und deshalb die Flatterhaftigkeit
11
„Verschiedene Weine zu mischen mag falsch sein, aber alte und neue Weisheit mischen sich ausgezeichnet.“ Berthold
Brecht 1945, Der kaukasische Kreidekreis (Drama)
12
“(…) no market demand in the world takes the form of exact technical specification of the article required. Excellent poultry
and potatoes are produced to satisfy the demand of housewives who do not know the technical differences between a tu-
ber and a chicken. They will tell you that the proof of the pudding is in the eating; and they are right.” (George Bernard
Shaw 1903, Man and Superman, play)
7
der Investitionen sowie in der Folge die Instabilität der Wirtschaftsentwicklung im All-
gemeinen und der Beschäftigung/Arbeitslosigkeit und des Konsums im Besonderen
(Akerlof/Shiller 2009).
Soziale Wohlfahrt beinhaltet nicht nur die Summe der Individualnutzen aus dem pri-
vaten Konsum, sondern umfasst auch den sozialen Nutzen, der sich aus der (v. a.
staatlichen) Bereitstellung „öffentlicher Güter“ wie Vollbeschäftigung, optimales,
nachhaltiges Wachstum, gerechte Verteilung, geringe Inflation, außenwirtschaftli-
ches Gleichgewicht und akzeptable Arbeitsplatzbedingungen ergibt. Öffentliche Gü-
ter ergeben sich (zumindest in der Regel) nicht aus dem Marktprozess, sondern sind
durch staatliche Rahmenbedingungen für und Interventionen in den Wirtschaftsab-
lauf bereitzustellen (Nowotny/Zagler 2009).
An den Modellen des Allgemeinen Gleichgewichts wird hauptsächlich Folgendes kri-
tisiert. Diese Modelle zur Erklärung des Wirtschaftsgeschehens beruhen auf dem
Menschenbild des „Homo oeconomicus“, des ökonomisch allwissenden und voll-
kommen rationalen Menschen, als repräsentativer Wirtschaftsteilnehmer („represen-
tative agent“); er kennt keine Informations- und Koordinationsprobleme, keine Unsi-
cherheiten und Entscheidungsschwierigkeiten (Rothschild 1993).
Dadurch wird im Modell das Kooperieren in gemeinschaftlichen Angelegenheiten,
das Produzieren von öffentlichen Gütern (z. B. Vollbeschäftigung) ohne staatliche
Intervention in den Wirtschaftsablauf relativ leicht. So erhebt sich die Kritik, dass sol-
che Modelle des Interessenausgleichs, der gesellschaftlichen Harmonie, wirtschaftli-
chen Stabilität und Krisenlosigkeit sowie des allgemeinen Gleichgewichts (d. h.
Gleichgewicht auf allen Märkten) zu realitätsfern seien (Rothschild 1981). Der Ideal-
typus weiche zu sehr vom Realtypus ab, um zur Erklärung der Realität leistungsfähig
eingesetzt werden zu können. Die Realität sei vielmehr durch Interessengegensätze
und Disharmonie, Unsicherheit und Suboptimalität, Instabilität und Ungleichgewicht
gekennzeichnet (Bartel 2010a).
13
Das bürdet dem Staat mehr Verantwortung auf.
Gerade nach der vergangenen Weltfinanzkrise wird nun das Augenmerk nicht mehr
bloß auf das Risiko für ein einzelnes Finanzinstitut gelegt, sondern auf das „System-
risiko“, also die Gefahr, dass das System als Ganzes gefährdet ist, selbst wenn mik-
roökonomisch alles in Ordnung zu sein scheint (Bartel 2009, 2010a). Auf das Sys-
temrisiko stark diversifizierter, wenig transparenter und ziemlich ungeregelter (Welt-)
Finanzmärkte wies etwa Hyman Minsky (1992 und davor) bereits ausführlich und
wiederholt hin. Doch kaum jemand nahm seine und die Arbeit seiner Gesinnungsge-
nossen (wie Benoit Mandelbrot oder Paul Krugman) ernst, kaum jemand konnte sich
chaostheoretische Entwicklungen auf dem Finanzmarkt vorstellen,
14
hatte man doch
13
„Was alle angeht, können nur alle lösen. Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muß schei-
tern.“ (Friedrich Dürrenmatt 1962, Die Physiker, Diogenes-Verlag, Zürich 1998: 93)
14
„Diese (die traditionelle Finanzmarkt-)Theorie geht davon aus, dass Kursveränderungen nach dem Muster einer Glocken-
kurve verlaufen. Es gibt viele kleine Veränderungen, und je extremer die Ausschläge sind, desto seltener werden sie. Die-
se Theorie war vor 100 Jahren ein Meisterwerk. Sie versäumt aber einige der wichtigsten Tatsachen der Märkte. Vor allem
erweist sich die Annahme als falsch, dass Kurse kontinuierliche Bewegungen haben. Sie variieren brutal. Das war in der
Standardtheorie nicht vorgesehen. Vor 40 Jahren habe ich begonnen, das zu verbreiten. Zu früh. Nun komme ich mit ei-
nem Buch zurück, das ein Lebenswerk darstellt. (…) Die Natur der Finanzmärkte lässt den Wert beständig wechseln, weil
es um Gegenwart und Antizipation geht. Die Märkte versuchen die robustesten, tatsächlichen Werte genauso zu messen
wie kleine Falten der Imagination. Eine großartige Leistung. Ich neige nicht dazu, "Wert" abstrakt zu fassen. Ich denke da-
bei an Zahlen. Ökonomie war zu sehr darauf aus, logisch unanfechtbar zu sein, und vergaß dabei auf Experiment und All-
tagswissen. Märkte haben selten die Zeit, sich zu stabilisieren. Einen zugrunde liegenden, fundamentalen Wert der Fi-
nanzmärkte, der einer Dynamik unterliegt, gibt es nicht.“ Benoit Mandelbrot, in: derStandard.at, 23.6.2005, 21:30 MESZ,
http://derstandarddigital.at/?page=archivsuche&action=ergebnis&artikel=2005\20050624\24akt3101w (9.3.2011)
8
ohnehin Erfahrungen in der Weltwirtschaftskrise gesammelt und ausreichend Er-
kenntnis daraus gezogen (Kindleberger 1973, Belabed 2010). Man glaubte, die Prob-
lematik jedenfalls beherrschen zu können und es auch zu wollen; dennoch waren die
Reaktionen in der großen Krise der 2000er Jahre eher zögerlich und zaghaft.
Angesichts all des Gesagten wird besonders deutlich, dass die Ökonomik, insbeson-
dere die Makroökonomik, eine politische, normative Disziplin und Real-, Sozial- und
daher Erfahrungswissenschaft (d. h. empirische Wissenschaft) ist (Bartel 2010b). Sie
ist keine Formalwissenschaft und nimmt quantitative, formale Methoden (Mathematik
und mathematische Statistik, speziell Ökonometrie) für ihre Analysen „bloß“ zu Hilfe
(Kirchgässner 1983).
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Keynesianische Konjunktur- und Beschäftigungspolitik (= „Stabilisierungspolitik“ von
Produktion/Einkommen und Beschäftigung auf hohem Niveau oder Entwicklungs-
pfad) ist Güternachfragepolitik („demand management“), erfolgt über Staatsausgaben
und Steuern und wird unterstützt durch begleitende Geld- und somit Zinssatzpolitik
(Blanchard u. a. 2010).
Im Gegensatz dazu zielt „Stabilitätspolitik“ v. a. auf die Stabilisierung der Inflation auf
niedrigem Niveau und auf Abbau staatlicher Budgetdefizite und schließlich Schulden
ab (Bartel u. a. 2006), etwa nach dem Motto: „Wird nur die Inflation wirksam be-
kämpft, ergeben sich Wachstum und Beschäftigung von selbst“ (Ex-Bundesbankprä-
sident Hans Tietmeyer, in: profil, 7.4.1997).
Wir werden uns in diesem unserem Kurs hauptsächlich mit keynesianischer Theorie
und Politik des Güter- und des Finanzmarktes (= Geld- und Wertpapiermarkt) befas-
sen – auch in einer offenen (in die Weltwirtschat integrierten) Volkswirtschaft.
Der wahrhaft makroökonomische Gesichtspunkt der aggregierten bzw. effektiven
Nachfrage ist erst durch Keynes’ „General Theory“ ausdrücklich und breitenwirksam
formuliert worden, obwohl Keynes schon vor der Weltwirtschaftskrise von 1929-39 in
dieser Richtung gearbeitet und schon publiziert hatte. Zudem wurde keynesianische
Wirtschaftspolitik schon während der Weltwirtschaftskrise, unter dem Druck des
Problems hoher und hartnäckiger Arbeitslosigkeit, in der wirtschaftspolitischen Praxis
vorweggenommen, so in den USA (“New Deal Program“), in Großbritannien (sozialer
Wohnbau) und Deutschland – leider durch Aufrüstungspolitik (Korsch 1976).
“The financial market gurus who regularly predict large imminent movements in the stock market over the next few months
are quacks. Major movements in stock prices cannot be predicted.” (Olivier Blanchard, in: Macroeconomics 2
nd
ed., 2000:
298)
„Amerika braucht einen Sozialstaat nach dem Vorbild Europas und ein stark reguliertes Finanzsystem. (...) Bankgeschäfte
müssen dringend wieder langweilig werden.“ (Nobelpreisträger 2008 Paul Krugman, Süddeutsche Zeitung, 14.4.2009,
10:28 MESZ, http://www.sueddeutsche.de/finanzen/350/464944/text/, 10.3.2011).
Aktuell: vgl. http://derstandard.at/1297819960298/STANDARD-Interview-Herdeneffekt-kann-Systemkrisen-ausloesen
15
“Because of its nature, economic theory cannot ever be taken as complete or ‘true’. The only meaningful evaluation of it
turns on its being ‘not false’ and on its being useful in supporting and directing research and policy endeavors.“ (Chase
1979: 71).
“The point is to realize that economic models are metaphors, not truth. By all means express your thoughts in models, as
pretty as possible (…). But always remember that you may have gotten the metaphor wrong, and that someone else with a
different metaphor may be seeing something that you are missing.” (Nobelpreisträger 2008 Paul Krugman, How I Work,
http://web.mit.edu/krugman/www/howiwork.html, 10.3.2011)
“How many economists does it take to change a lightbulb? – Two: One to change the bulb and one to assume the exist-
ence of a ladder. – Eight: One to screw in the light bulb and seven to hold everything else constant. – None: They are all
waiting for an invisible hand” (Alcorn Solarz 2006, www.paecon.net/PAEReview/issue38/AlcornSolarz38.htm, 10.3.2011)
9
Erst als die keynesianische Theorie in der Folge breiter aufgenommen worden war,
entstand auch das Interesse an der Erhebung und Verarbeitung makroökonomischer
(v. a. nationaler) Daten sowie an gesamtwirtschaftlichen Rechenwerken, und zwar ab
den späteren 1940er Jahren. Zuvor gab es Daten lediglich bis maximal zur Aggrega-
tionsebene der Branchen (Blanchard u. a. 2010).
Neue Klassische Makroökonomik
In den letzten Jahrzehnten kam die Neue Klassische Makroökonomik auf. Sie bekräf-
tigt die Rationalität der Wirtschaftsteilnehmer_innen und formuliert sie neu (“rational
expectations“). Daraus werden die Wirkungslosigkeit bzw. Unzweckmäßigkeit staatli-
cher Nachfragesteuerung abgeleitet und die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik zur
Steigerung der Produktivität und Stabilisierung der Produktivitätsentwicklung propa-
giert (Gordon 1995).
Aus dieser Sicht sind gesamtwirtschaftliche Daten als Grundlage zur aktiven Steue-
rung des Wirtschaftsablauf eigentlich wieder weniger wichtig geworden, doch ist das
System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (System of National Accounts)
institutionell fest verankert.
Zurück zum Formalen: Aggregationsebenen
Makroökonomik erfordert Aggregation von Individualgrößen (Mikrogrößen, Einzel-
größen). Wie stark die Aggregation, also wie hoch das Aggregationsniveau ist, ist
sinnvoller Weise nicht eindeutig. Makroökonomik kann den Nationalstaat oder die
Mitgliedstaaten einer Wirtschaftsunion oder etwa die Dritte Welt oder gar die Welt-
wirtschaft als Ganze meinen: je nach Untersuchungszweck wird abgegrenzt.
Aggregate unterhalb der Nationalstaatsebene werden auch als regionalökonomisch
oder mesoökonomisch (also zwischen Mikro- und Makroökonomie liegend) bezeich-
net.
In diesem Makroökonomik-Kurs werden wir ganz allgemein auf das Aggregationsni-
veau (= Abgrenzungskriterium) Inland abstellen.
Meine makroökonomischen und wirtschaftspolitischen Lehrveranstaltungen
Dieser Kurs „Einkommen, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit“ (EBF) kann – über die
Einstiegsvorlesung aus Mikro- und Makroökonomie („Einführung in die Volkswirt-
schaftslehre“, 239.222) hinausgehend – als Makroökonomik 1 (Makro 1) gesehen
werden. Es werden dafür keine Vorkenntnisse verlangt.
Auf Makro 1 aufbauend kann mein Kurs „Wachstum, Konjunktur und Wirtschaftspoli-
tik“ (WKW, 239.218) als Makroökonomik 2 (Makro 2) aufgefasst werden. Er ist auch
Einstiegskurs zu einem entsprechenden Schwerpunktfach je nach Studienplan.
Parallel zu WKW biete ich jedes Wintersemester einen begleitenden Intensivierungs-
kurs an: „Internationale Wirtschaft, Finanzmärkte und Makroökonomie“ (IFM,
239.219) an; er kann im Rahmen meiner Lehrveranstaltungen als Makroökonomik 3
(Makro 3) betrachtet werden.
10
Unabhängig vom Studium der Wirtschaftswissenschaften oder eines ähnlichen Stu-
diums halte ich im Rahmen des Studiums „Politische Bildung“ gemeinsam mit Doris
Weichselbaumer jedes Wintersemester den Kurs „Grundlagen Volkswirtschaft“
(GVW, 236.929) ab und beleuchte für meine Person makroökonomische Fragen be-
sonders unter dem politischen Blickwinkel (Bartel 2010b); das wäre eine etwas ande-
re Sicht und Schwerpunktsetzung von Makroökonomik, sozusagen Makro 0.
Nun folgt eine kursorische inhaltliche Vorschau auf Makro 1 bis 3 und Makro 0.
Kurs „Einkommen, Beschäftigung und Finanzmärkte“ (EBF, Makro 1, 239.211)
1. Einführung und Volkswirtschaftliche Variable
2. Produktion von Einkommen
3. Verwendung von Finanzvermögen
4. Interdependenz von Güter- und Finanzmärkten
5. Außenwirtschaft und Inlandseinkommen:
6. Arbeitslosigkeit und die Bildung von Reallöhnen:
7. Entstehung von Inflation:
8. Entwicklung von Wachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation:
Kurs „Wachstum, Konjunktur und Wirtschaftspolitik“ (WKW, Makro 2, 239.218)
1. Schocks, Erwartungen und Wirtschaftsentwicklung
2. Erwartungen und Finanzmärkte
3. Erwartungen und Konsumnachfrage
4. Erwartungen und Wirtschaftspolitik
5. Geld- und Fiskalpolitik unter Nebenbedingungen
6. Interdependenz aller Märkte, Konjunktur- und Angebotsschocks
7. Zinssatz, Wechselkurs und Wirtschaftspolitik
8. Wechselkurssysteme
9. Grenzen der Akkumulation und Wachstum in der langen Frist
10. Technisch-organisatorischer Fortschritt und Wachstum in der langen Frist
Intensivierungskurs „Internationale Wirtschaft, Finanzmärkte und Makroöko-
nomie“ (IFM, Makro 3, 239.219) am Beispiel des Wintersemesters 2010/2011
1. Vorbesprechung, Einführung und Diskussion
2. Fiskalpolitik
3. Krise
4. Wachstum: Grenzen der Akkumulation und Beschäftigung
11
5. Konjunktur und Wachstum
6. Wachstum! Wachstum?
7. Wachstum und Verteilung – Verteilung und Wachstum
8. Internationale Finanzen und Wirtschaft
9. Europa
10. Erwartungen
Kurs „Grundlagen Volkswirtschaft“ (GVW, Makro 0, 236.929)
1. Marktwirtschaft: Zielsetzung und Wirken, Politisches und Politik
2. Ökonomische Sichtweisen und politische Positionen
3. Wohlstand: Volkswirtschaftliche Einkommensrechnung und gegenläufige In-
terpretationen des Wirtschaftskreislaufs
4. Streitfall Konjunktur: Selbst- oder Fremdstabilisierung der Wohlstandsentwick-
lung
5. Allgemeines Gleichgewicht, Wohlstandsmaximierung und Beschäftigung
6. Budgets – Konjunktur – Wachstum – Beschäftigung – Budgets …
7. Wohlstand näher betrachtet
8. Koordinationsversagen und Politikintervention
9. Individuum und Gesellschaft, Mikro- und Makroökonomie
10. Wohlstand, Wohlfahrt und Wirtschaftspolitik
11. Das Private ist politisch, das Politische privat
12. Mitverantwortung: Die Ökonomie zwischen Wissenschaft und Beratung
13. Der Werkzeugkasten und sein Nicht-/Gebrauch
14. Fiskalpolitik
15. Geld- und Währungspolitik
16. Korporatismus und Stabilitätsorientierte Einkommenspolitik
17. Wirtschaftsordnungs- und Regulierungspolitik
18. Wirtschaftspolitik – wozu, durch wen, auf welchem Fundament?
Ausblicke
Untersuchungsgegenstand und Stoff
“The Economic Journal“, die führende britische Ökonomiezeitschrift, bat anlässlich
ihres 100-Jahr-Jubiläums 1991 bekannte Ökonomen um ihre Einschätzungen der
Entwicklung der ökonomischen Disziplin in den nächsten 100 Jahren. Stephen J.
Turnovsky meinte dazu Folgendes.
12
“ (…) will there be some event which causes a fundamental rethinking of the econom-
ic system? Obviously such events occur only infrequently. The Wealth of Nations and
Keynes’ General Theory are two such examples. (…) While obviously one cannot
predict the probability that such an event will occur, the increased specialisation of
the subject, the increased formalisation, which tends to put much of economic theory
into a straight-jacket, would seem to make such an event an unlikely occurrence. (…)
Unless inflation, unemployment, and oil shocks are eradicated, which seems unlikely,
they presumably will be studied, at least intermittently, over the next century. Of
course just as financial institutions have evolved, and national economic systems are
currently changing at great rates, it is difficult to speculate what the national economy
will look like in one hundred years. The unification of Europe may be just the start of
a big global economy. International economics may become obsolete, and macroe-
conomics of the closed economy (...) may once again prevail.” (Turnovsky 1991: 147)
Inhalte und Studierende
Wir werden in diesem Kurs sowohl die geschlossene als auch die offene Wirtschaft
betrachten.
„Lernen tut weh. Wer sagt, dass es Spaß macht, ist ein Heuchler! Jedoch das Ver-
stehen macht Freude.“ (Rudolf Taschner, TU Wien, 7. Februar 2011,
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Book
Full-text available
Die Große Depression und die Periode des New Deal gelten als Wendepunkt der Wirtschaftswissenschaft in Theorie und Praxis. In der vorliegenden Arbeit werden aus makroökonomischer Sicht mehrere Beiträge renom-mierter ÖkonomInnen hinsichtlich der Art der verwen-deten Modelle und der daraus gezogenen Schlussfolge-rungen zu den Auswirkungen des New Deal evaluiert. Es konnte gezeigt werden, dass die Art und Weise der Mo-dellierung entscheidend für die Ergebnisse der ökono-mischen Analyse des New Deal ist. Etwas verkürzt ge-sprochen: Neo-klassische Ökonomen hielten die Eingrif-fe des New Deal für schädlich, Neu-keynesianische ÖkonomInnen hielten ihn, zumindest teilweise, für nützlich. Die politisch-ökonomischen Empfehlungen der jeweiligen ökonomischen Schule spiegeln diese Teilung wider. Die Arbeit liefert auch eine einführende Kritik in die Grundlagen dieser Modelle und einen Ausblick auf mögliche weitere Forschungsarbeiten im Bereich heterodoxer Ökonomie.
Book
This book was originally published by Macmillan in 1936. It was voted the top Academic Book that Shaped Modern Britain by Academic Book Week (UK) in 2017, and in 2011 was placed on Time Magazine's top 100 non-fiction books written in English since 1923. Reissued with a fresh Introduction by the Nobel-prize winner Paul Krugman and a new Afterword by Keynes’ biographer Robert Skidelsky, this important work is made available to a new generation. The General Theory of Employment, Interest and Money transformed economics and changed the face of modern macroeconomics. Keynes’ argument is based on the idea that the level of employment is not determined by the price of labour, but by the spending of money. It gave way to an entirely new approach where employment, inflation and the market economy are concerned. Highly provocative at its time of publication, this book and Keynes’ theories continue to remain the subject of much support and praise, criticism and debate. Economists at any stage in their career will enjoy revisiting this treatise and observing the relevance of Keynes’ work in today’s contemporary climate.
This book represents a considerable revision and expansion of Public Choice II (1989). Six new chapters have been added, and several chapters from the previous edition have been extensively revised. The discussion of empirical work in public choice has been greatly expanded. As in the previous editions, all of the major topics of public choice are covered. These include: why the state exists, voting rules, federalism, the theory of clubs, two-party and multiparty electoral systems, rent seeking, bureaucracy, interest groups, dictatorship, the size of government, voter participation, and political business cycles. Normative issues in public choice are also examined including a normative analysis of the simple majority rule, Bergson-Samuelson social welfare functions, the Arrow and Sen impossibility theorems, Rawls’s social contract theory and the constitutional political economy of Buchanan and Tullock.
Article
Aus: Wirtschaftspolitische Studien. 1976 Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 1976.
Einführung und Diskussion 2. Fiskalpolitik 3. Krise 4. Wachstum: Grenzen der Akkumulation und Beschäftigung 5
  • Vorbesprechung
Vorbesprechung, Einführung und Diskussion 2. Fiskalpolitik 3. Krise 4. Wachstum: Grenzen der Akkumulation und Beschäftigung 5. Konjunktur und Wachstum
History of Economic Thought and Critical Perspectives in Economics
  • Bernard Schwartz
• Bernard Schwartz Center for Economic Policy Analysis, ed. (2009), History of Economic Thought and Critical Perspectives in Economics, Webpage, http://www.newschool.edu/nssr/het/ (8.3.2011)