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Methoden sozialgeschichtlicher und gesellschaftstheoretischer Ansätze

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Abstract

Ohne soziale Gemeinschaft gibt es keine Kunst. Das scheint eine banale Feststellung zu sein und gilt auch für die Literatur. Literarische Texte fallen nicht vom Himmel, sie werden in aller Regel von einem bestimmten menschlichen Wesen verfasst, um von anderen gelesen zu werden. Beide interagieren über vermittelnde Medien wie die Schrift und nutzen Institutionen wie etwa den Buchmarkt. Die sozialen Erfahrungen des Autors bedingen den literarischen Text während des Entstehungsprozesses und auch der Leser wird durch seine Sozialisierung bei der Rezeption beeinfl usst. Diese triviale Beschreibung der literarischen Kommunikation war als literaturwissenschaftliches Grundlagenkonzept nicht schon immer selbstverständlich, denn hier wird explizit vorausgesetzt, dass die gesellschaftliche Erfahrung von Autor/innen mit in den Text eingeht.

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Although the novel by Hans Fallada (born as Rudolf Ditzen, 1893-1947) Little Man, What Now? (Kleiner Mann, was nun?) was published more than eighty years ago (1932), it was only translated to Serbian in 2015. It can be regarded both as a belated reaction or publication in the right moment - both would be correct. The novel has also regained attention in Germany, and the unabridged edition was published in 2016. Little Man, What Now? is the novel on a little man in the Weimar Republic and depicts the society of that time. In this paper the sociological approach has been applied to the novel analysis in order to show the picture of the society, with the aim to emphasize the timeless features which make this social novel still relevant and interesting. The reference of literature to society is not always obvious as in this case, which serves as the base for criticism of the sociological approach. The assumption that literature has relevance for reality is criticized because it disputes the premise of modern aesthetics that the author is an autonomous creator of art works. Drawing an analogy between literature and society has also been questioned because of numerous difficulties in associating the history of literature to the history of society. In spite of all these critical points, the analysis of this novel has been undertaken from the sociological approach because it directly points at the society in the Weimar Republic. Since it has not lost its actuality decades after its first publication, although it depicts the social circumstances of a certain period of time (1929-1932), it can be concluded that there are social processes which are in a certain way constant despite outward changing circumstances. The consequences of economic instability always strike the 'little men' most severely, not only are they at the mercy of their employers and various institutions, but are also affected by their lack of solidarity as well. The only source of happiness and support can be found in warm human relationships, like friendship, love and family, as Johannes Pinneberg finds them in his life with his Lämmchen.
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Seit der kulturwissenschaftlichen Wende, die sich seit den 1990er Jahren in den Literaturwissenschaften vollzog, werden literarische Texte zunehmend auch in ihrem kulturellen Kontext betrachtet und wird Kultur ihrerseits in einem erweiterten Sinn als Text verstanden. Seitdem gehört neben der Literaturtheorie und den Methoden der textnahen Analyse (close reading) auch die Kulturtheorie zum selbstverständlichen Handwerkszeug der Literaturwissenschaft (vgl. Nünning 2008). Es ist nicht immer erforderlich, sich bei der Textinterpretation auf eine bestimmte Theorie zu verpflichten, sondern man kann unterschiedliche Aspekte des Textes beleuchten, indem man ihn mithilfe unterschiedlicher Theorieansätze befragt. Wünschenswert ist, dass literarischer Text und theoretisches Konzept in ein dialogisches Verhältnis zueinander treten. Im besten Fall ›lernt‹ nicht nur der Text etwas von der Theorie, sondern auch umgekehrt die Theorie vom Text, auf den sie angewendet wird. Dabei ist es durchaus erlaubt, moderne Theorien auf vormoderne Texte zu beziehen, vorausgesetzt, dass man die historische Eigenart der betreffenden Texte respektiert.
Book
Auf den Spuren Kleists. Er fasziniert nicht nur durch seine rätselhafte Persönlichkeit auch Kleists Werke entfachen oftmals Kontroversen. Immer wieder werden sie zum Prüfstein neuer wissenschaftlicher Fragestellungen. Das Handbuch bündelt die komplexe Forschungslage und präsentiert Leben, Werk und Wirkung. Weitere Kapitel informieren über Themen und Diskurse, mit denen sich Kleist auseinandergesetzt hat. Fundiertes Grundwissen und nützliche Anregungen für eine umfassende Beschäftigung mit Heinrich von Kleist.
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Wenn sich nun Ariosto mehr gegen das Mährchenhafte der Abentheuerlichkeit hinwendet, so bildet Cervantes dagegen das Romanhafte aus. In seinem Don Quixote ist es eine edle Natur, bei der das Ritterthum zur Verrücktheit wird, indem wir die Abentheuerlichkeit desselben mitten in den festen, bestimmten Zustand einer ihren äußeren Verhältnissen nach genau geschilderten Wirklichkeit hineingesetzt finden. Dieß giebt den komischen Widerspruch einer verständigen, durch sich selbst geordneten Welt und eines isolirten Gemüthes, das sich diese Ordnung und Festigkeit erst durch sich und das Ritterthum, durch das sie nur umgestürzt werden könnte, erschaffen will. Dieser komischen Verirrung zum Trotz ist aber im Don Quixote ganz das erhalten, was wir vorhin bei Shakespeare rühmten. Auch Cervantes hat seinen Helden zu einer ursprünglich edlen, mit [215] vielseitigen Geistesgaben ausgestatteten Natur gemacht, die uns immer zugleich wahrhaft interessirt. Don Quixote ist ein in der Verrücktheit seiner selbst und seiner Sache vollkommen sicheres Gemüth, oder vielmehr ist nur dieß die Verrücktheit, daß er seiner und seiner Sache so sicher ist und bleibt. Ohne diese reflexionslose Ruhe in Rücksicht auf den Inhalt und Erfolg seiner Handlungen wäre er nicht ächt romantisch, und diese Selbstgewißheit, in Ansehung des Substantiellen seiner Gesinnung, ist durchaus groß und genial mit den schönsten Charakterzügen geschmückt. Ebenso ist das ganze Werk einer Seits eine Verspottung des romantischen Ritterthums, durch und durch eine wahrhafte Ironie, während bei Ariosto die Abentheuerlichkeit gleichsam nur ein leichtfertiger Spaß bleibt; anderer Seits aber werden die Begebenheiten Don Quixote’s nur der Faden, auf dem sich aufs Lieblichste eine Reihe ächt romantischer Novellen hinschlingt, um das in seinem wahren Werth erhalten zu zeigen, was der übrige Theil des Romans komisch auflöst.
Article
Proceding from a preliminary stock-taking of the still largely incomplete series of works on the ‘social history of German literature’, the preconditions for an urgently needed theoretical elaboration of this research program are sketched. It is suggested that the co-evolution of social history and the history of literature be developed and presented along the lines of a model of a relatively autonomous ‘social system of literature’ as differentiated in the historical process. The issue of a possible paradigm shift from a hermeneutic to an empirical foundation for the study of literature is of particular importance. Such considerations must not, however, be allowed to push the practical problems of literary historiography into the background of the argmentation.
»Sozialgeschichte der Literatur und die Probleme textbezogener Literatursoziologie — anlässlich von Kafkas Das Urteil«
  • Claus-Michael Ort
Alphons: Einführung in die Literatursoziologie
  • Silbermann
Hg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists »Das Erdbeben in Chili«
  • David E Wellbery
Zum Funktionswandel der Literatur
  • Peter Bürger
Fotis: »Gesellschaftstheoretische Ansätze«
  • Jannidis
Begründet von Rolf Grimminger. 12 Bde
  • Hansers Sozialgeschichte Der Deutschen Literatur
Pierre: »Der Habitus als Vermittlung zwischen Struktur und Praxis«
  • Bourdieu
Soziologie des Romans
  • Lucien Goldmann
Paralleldruck der Erstfassung im ›Morgenblatt für gebildete Stände‹ und der Buchfassung«
  • Heinrich Kleist
  • Von
Klaus (Hg.): »Jeronimo und Josephe/Das Erdbeben in Chili«
  • Müller-Salget
»Der Zusammensturz des Allgemeinen«
  • Helmut J Schneider
»Gattungen als literarisch-soziale Institutionen Zu Problemen sozial-und funktionsgeschichtlich orientierter Gattungstheorie und-historie«
  • Wilhelm Voßkamp
In: Lutz Danneberg/Friedrich Vollhardt (Hg.): Vom Umgang mit Literatur und Literaturgeschichte. Positionen und Perspektiven nach der »Theoriedebatte«
  • Werner Strube
»Jeronimo und Josephe/Das Erdbeben in Chili. Paralleldruck der Erstfassung im ›Morgenblatt für gebildete Stände‹ und der Buchfassung«
  • Heinrich Kleist
  • Von