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Biographie und Buchmarkt

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Abstract

Folgt man den Einschätzungen, die hin und wieder im Feuilleton zu lesen sind, dann ist die Biographie »zu einer tragenden Säule des Buchmarkts « geworden.1 »Es ist«, so fährt Ulrich Raulff fort, »als ob das Publikum von einem maßlosen Hunger nach geschriebenem Leben befallen sei, einer Art literarischem Kannibalismus.« Und Volker Ullrich ergänzt: »Dieser Heißhunger hat seitdem nicht nachgelassen. Im Gegenteil: Man muss nur einmal einen Blick in die Verlagsprospekte dieses Frühjahrs [2007] werfen, um zu erkennen, welch unverminderter Beliebtheit sich die Gattung erfreut.« Als Beispiele nennt Ullrich: »eine Biographie über den Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke (von Günter Brakelmann), bei Propyläen eine über den Freiherrn Adolph Knigge (von Ingo Hermann); bei Hanser stellt Ulrich Sieg einen Wegbereiter des Antisemitismus, Paul de Lagarde, vor; bei S. Fischer erzählen Götz Aly und Michael Sontheimer das Leben des jüdischen Kondomfabrikanten Julius Fromm; und bei Wallstein präsentiert Martin Dehli ein kritisches Porträt des Sozialpsychologen Alexander Mitscherlich.«2

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Der Text »Kontext, Form und Funktion der Selbstdarstellung in aktuellen Autobiographien der Wirtschaftselite« nimmt klassische Medien, in denen soziale und kulturelle Gedächtnis›arbeit‹ geleistet wird, in den Blick, insbesondere gedruckte Autobiographien. Wenn Autobiographien als Kommunikationsformate gefasst werden, können die Fragen danach beantwortet werden, wie in Autobiographien lebensgeschichtliches Material choreographiert wird, wie sich ein Mensch in diesem spezifischen Kontext medialer Öffentlichkeit kommuniziert und wie es mittels Autobiographieanalyse gelingen kann, Milieus einer Gesellschaft über ihr kommunikatives Repertoire zu untersuchen. Eine solche Analyse wird anhand von Autobiographien von Topmanagern und Führungskräften der Wirtschaft durchgeführt. In solchen medialen und sozialen Gedächtnisleistungen wird der Erfolg jenseits von Leistung und Leistungsverausgabung begründet und somit abgelöst von Leistungssemantiken zur Demonstration von Status und eigener Exzeptionalität gebraucht.
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Von solchen Büchern handelt der folgende Beitrag. Er widmet sich dem autobiographischen Schreiben der Wirtschaftelite der Gegenwart. Der Blick ist dabei vor allem auf die Kommunikations- und „Vermarktungsstrategien“ dieser Ego-Dokumente in einem spezifischen Kontext medialer Öffentlichkeit gerichtet.
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This essay focuses on autobiographical life-writing as a part of commemorative culture, i.e. in East and West Germany. It looks at the literary genre from a sociological point of view. Whereas in literature studies autobiography is seen as a blurred genre, it can be asserted that it functions in public discourse. Hence, autobiographies are an important medium in political and contemporary historical context and are seen to be effective within that context. This essay assumes that published autobiographies are an intentional form of social communication, within the context of and affected by the public culture of remembering. The autobiographies themselves influence these cultures of remembering from the subjective point of view. In this regard, life-writing is not an individual or autonomous act of narrating one's life but rather a social communicative act of writing and narrating life stories in public contexts. Therefore life-writing is a public form of self and contemporary history representation and is politically charged. In other words, "the private becomes political" by addressing it to the public. URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs110294
Book
Porombka geht es um einige der Schlüsselqualifikationen und wichtigen Arbeitsschritte, die beim Verfassen von Sachbüchern hilfreich sind. So kommen potentielle Autoren nicht darum herum den Sachbuchmarkt genau zu beobachten, Leser- Aktualitäts- und Effektorientiert zu schreiben, diverse erzählerische Strategien auszuprobieren und das Material möglichst konkret und unterhaltend zu inszenieren.
Das Buch Markt Buch. Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen
  • Erhard U Schütz
Heinz: »Leser und Leseverhalten heute-Sozialwissenschaftliche Buchlese(r)forschung«
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»Wie man ein (verdammt) gutes Sachbuch schreibt« In: Non Fiktion
  • Stephan Porombka