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Bericht über die Tagung „Soziologie als Beruf. Wissenschaftliche Praxis in der soziologischen Reflexion“ am Wissenschaftszentrum Berlin, 25. und 26. Februar 2016

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Zusammenfassung Die deutsche Wissenschaft weist nach wie vor eine hohe Selektivität nach sozialer Herkunft auf. Der Beitrag diskutiert, inwieweit die jüngsten strukturellen Entwicklungen zu einer höheren sozialen Geschlossenheit in der Wissenschaft führen. Es wird argumentiert, dass einerseits informelle Rekrutierungsmechanismen die Bedeutung habitueller und kultureller Passungsfähigkeit erhöhen sowie andererseits der politisch initiierte Wettbewerb und die Zunahme befristeter, unsicherer (Teilzeit‑)Beschäftigungen in der Wissenschaft die Abhängigkeit einer wissenschaftlichen Laufbahn von der sozialen Herkunft verstärken. Diese Entwicklung vollzieht sich quantitativ über eine verschärfte Konkurrenzsituation des sog. wissenschaftlichen Nachwuchses und qualitativ über prekäre Arbeitsbedingungen und unzureichende Karriereaussichten. Überdies scheint es sich hierbei um Selektionsmechanismen zu handeln, die innerhalb der Qualifikationsstufen wirken und lediglich an den Übergängen sichtbar werden.
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Initiative führt zu Diskussionen in der DGS Die Sonderveranstaltung »Nachwuchs in der Krise« auf dem DGS-Kon-gress 2014 in Trier zeigte, dass vom Doktoranden, über die Post-Dokto-randin und die Juniorprofessorin, bis hin zum ausgewanderten Professor Wissenschaftler/innen in allen Karrierestufen prekäre Arbeitsbedingungen im Wissenschaftsbetrieb kennen und erfahren. Neben dem stoischen Er-tragen einer unverhältnismäßig langen ›wissenschaftlichen Adoleszenz‹ stel-len nur der Weggang ins Ausland oder die Abkehr von der Wissenschaft individuelle Handlungsoptionen dar. Beinahe wöchentlich ist in den gro-ßen Medien über die Arbeits-und Beschäftigungsbedingungen im deut-schen Hochschulsystem zu lesen. Der Hintergrund ist die sich stetig ver-schlechternde Situation des akademischen Mittelbaus, die geprägt ist von hochgradiger Beschäftigungsunsicherheit und Prekarität, insbesondere in den Geistes-und Sozialwissenschaften. Zeitungsartikel, die erstaunt von der Leidensfähigkeit der so genannten Nachwuchs-Wissenschaftler/innen berichten, offenbaren das eigentliche Problem: Die berufliche Unsicherheit gehört zum akademischen Mythos. Nur wer von der inneren Berufung zur Wissenschaft beseelt ist, wird in der Lage sein, die Unwägbarkeiten des Wissenschaftsberufs auszuhalten – eine Sichtweise, die sich schon in Max Webers berühmter Rede »Wissenschaft als Beruf« findet. In den letzten Jahren steht dieser »unzeitgemäßen Aktualität Max Webers« (Kreckel 2013: 54) allerdings eine massive Verschärfung des Wettbewerbs um Forschungs-gelder und Stellen bei gleichzeitiger Unterfinanzierung der Universitäten gegenüber. Die Schwierigkeiten durch diese äußeren Bedingungen des wis-senschaftlichen Berufs sind geradezu eskaliert. Aus dieser Situation heraus trafen sich Angehörige des wissenschaftli-chen Mittelbaus erstmals im Frühjahr 2014 um zu diskutieren, welche Möglichkeiten der Veränderung ihnen zur Verfügung stehen. Die kleine Gruppe wuchs schnell an, formierte sich als Initiative »Für Gute Arbeit in der Wissenschaft« und hat mit einem Offenen Brief an den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie einen ersten Schritt getan, um die Fachgemeinschaft für die problematische Situation des wissenschaftlichen Mittelbaus zu interessieren und zu mobilisieren. Im Folgenden sollen die zentralen Anliegen, das bisher Erreichte und die weiteren Schritte aus Sicht der Initiator/innen dargestellt werden.
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Vertrauen im weitesten Sinne eines Zutrauens zu eigenen Erwartungen ist ein elementarer Tatbestand des sozialen Lebens. Von Vertrauen spricht man im täglichen Leben meist in moralischem Sinne. Dem gegenüber analysiert Luhmann Funktion, Bedingungen und Taktiken des Vertrauens sozialwissenschaftlich. Vor allem wird dabei angestrebt, den Bereich der rationalen Handlungen nach Möglichkeit zu erweitern. Das kann erreicht werden, wenn man in der Lage ist, durch persönliches Vertrauen oder Vertrauen in das Funktionieren gesellschaftlicher Systeme sich auf höhere Risiken einzulassen. Niklas Luhmann unternimmt es also in diesem schon klassisch gewordenen Buch, den in der Alltagssprache und der traditionellen ethischen Vorstellungswelt vielfach besetzten Begriff des Vertrauens im Rahmen theoretischer Soziologie zu erörtern und das in einer so anschaulichen und anregenden Weise, dass das Buch seit langem breite Beachtung gefunden hat – weit über den Kreis der Fachsoziologen hinaus.
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Die Bedeutung von Niklas Luhmanns Systemtheorie als Form gesamtgesellschaftlicher Analyse ist unbestritten. Seine Gesellschaftstheorie bildet zusammen mit seiner Organisationstheorie, politischen Theorie und Wissenssoziologie sein herausragendes Werk. Mit seiner letzten Vorlesung an der Universität Bielefeld verfolgte Niklas Luhmann das Ziel, der modernen Gesellschaft eine Theorie zur Verfügung zu stellen, die ihr neue Spielräume und „Navigationsmöglichkeiten” eröffnet. Durch Rückblenden auf ältere Gesellschaften, ihre Strukturen und ihre Denkweise, arbeitet Luhmann heraus, worin sich die moderne Gesellschaft von allen bisherigen unterscheidet. Parallel dazu beschreibt er die heutige Gesellschaft mit Hilfe von Begriffen, die der Soziologie bis dahin eher fremd waren vornehmlich aus der Systemtheorie aber auch aus der Biologie, aus der Kybernetik oder aus der Kommunikations- und der Informationstheorie. Luhmann richtet seine Theorie dabei an konkreten empirischen Phänomenen aus – seien es die internationalen Finanzmärkte, Politik, Sprache oder moderne Kommunikationsmedien – und macht sie dadurch plausibel. Im Verlauf der Vorlesung gelingt es ihm so, bestehende Erkenntnis- und Denkblockaden aufzulösen und den Blick auf den Charakter und die Form der gegenwärtigen Gesellschaft freizugeben.
Die Fachgesellschaften politisieren und mobilisieren! Ein Beispiel aus der Soziologie
  • N Amelung
  • E-C Edinger
  • M Keil
  • J-C Rogge
  • M Sommer
  • P Ullrich
  • T Weber
Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der deutschen Universität und ihrer Reformen
  • H Schelsky