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Abstract

Seit Jahren wird die Welt von schweren Wirtschafts- und Finanzkrisen erschüttert. Überall spüren dies Menschen: Obdach- und Arbeitslosigkeit, Hunger aufgrund gestiegener Lebensmittelpreise, soziale Instabilität, Unsicherheit im Alltag. Kein Wunder, wenn viele sich angesichts dieser Lage wünschen, Wirtschaft besser zu verstehen. So studieren immer mehr junge Leute Wirtschaftswissenschaften und insbesondere die Volkswirtschaftslehre (VWL), um den Ursachen dieser Krisen auf die Spur zu kommen. Diese Hinwendung zur Wissenschaft mag naheliegend sein. Doch erweist sie sich momentan – so meine These – als Irrweg. Denn das Wirtschaftsverständnis, welches die VWL heute überwiegend lehrt, ist nicht Teil der Lösung. Es ist das Problem. Dies gilt es zu erkennen, bevor wir Ökonomie wahrlich neu denken und gestalten können.
Verstehen und Verständigung aus
wirtschaftswissenschaftlicher Sicht
Silja Graupe
Seit Jahren wird die Welt von schweren Wirtschafts- und Finanzkrisen erschüt-
tert. Überall spüren dies Menschen: Obdach- und Arbeitslosigkeit, Hunger auf-
grund gestiegener Lebensmittelpreise, soziale Instabilität, Unsicherheit im All-
tag.
Kein
Wunder,
wenn viele sich angesichts dieser Lage wünschen, Wirtschaft
besser zu verstehen.
So
studieren immer mehr junge Leute Wirtschaftswissen-
schaften und insbesondere die Volkswirtschaftslehre (VWL), um den Ursachen
dieser Krisen
auf
die Spur zu kommen. Diese Hinwendung zur Wissenschaft
mag naheliegend sein.
Doch
erweist sie sich momentan -so meine These -als
Irrweg. Denn das Wirtschaftsverständnis, welches die VWL heute überwiegend
lehrt, ist nicht Teil der Lösung. Es ist das Problem. Dies gilt es zu erkennen, be-
vor
wir Ökonomie wahrlich neu denken und gestalten können.
Zwei Formen des Wirtschaftsverständnisses
Grundlegend
lassen sich zwei
Formen
des
Wirtschaftsverständnisses
unterschei-
den. Das erste nimmt seinen Ausgang in unseren alltäglichen Erfahrungen. Um
etwa zu verstehen, was ein Markt ist, können wir auf
dem
Wochenmarkt
in
un-
serem Stadtviertel intensiv die Begegnungen von Händlern und Käufern studie-
ren.
Oder
wir reflektieren einmal eingehend, wie wir bei Aldi
oder
bei
Ebay
mit
anderen Menschen umgehen.
In
solchen Fällen entspringt unser Wissen
im
Hier
und
Jetzt;
es beginnt
an
einem konkreten
Ort
und
zu
einer bestimmten
Zeit.
Um
es zu vertiefen, müssen wir tiefer
in
unseren Wirtschaftsalltag vordringen,
als
dies gewöhnlich der Fall ist. Auch müssen wir uns über unsere Erlebnisse und
Einsichten austauschen -gerade
über
Kulturgrenzen hinweg.
Im
Dialog gilt es
etwa zu
klären:
Begegnen wir
überhaupt
noch Menschen, wenn wir etwa
im
In-
ternet ein Buch bestellen und wenn ja, wie? Wie wollen und können wir solche
ökonomischen Beziehungen gestalten? Welche ökonomischen Grunderfahrun-
118 Silja Graupe
gen teilen wir weltweit bei der Arbeit? Welche lokalen, situativen Besonderheiten
ma
chen unsere Tätigkeiten einzigartig? Wie können wir schöpferisch tätig sein?
Immer
wieder haben Ökonomen wirtschaftliche Erfahrungswelten anhand
dieser und vieler weiterer Fragen studiert. Ihre Ansätze (man nennt sie oft in-
duktiv oder historisc
h)
können
wir
gleichsam als ein Werkzeugkasten des Den-
kens verstehen. Sie zeigen, wie man Wirtschaftssituationen konkret durchdenken
und daraus schrittweise allgemeineres
Wi
ssen ableiten kann. Doch die moderne
VWL, wie sie heutzutage weltweit gelehrt wird, negie
rt
diese Ansätze. Entweder
bekämpft sie diese vehement, so etwa im Methodenstreit Ende des
19.
Jahrhun-
dert
s.
Oder sie ignoriert das konkrete ökonomische Erfahrungswissen vollstän-
dig. In beiden Fällen wendet man sich ausschließlich einer anderen Wissensform
zu: Dem gesicherten oder wahren Wissen, welches dem Reich der Theorie ent-
springt. Dieses Wissen, so die Grundüberzeugung, ist an keine Kultur oder Ge-
schichte gebunden. Es beschäftigt sich mit Gesetzmäßigkeiten, die
zu
jeder Zeit
und an
jed
em
Ort
gültig sind. Ein solches Wissen entsteht nicht durch Teilhabe,
sondern durch distanzierte Beobachtung. Um es zu erlangen, muss und
darf
man
Wirt
sc
haft nicht erleben, sondern gleichsam mit den Augen eines Gottes zu be-
trachten. Nicht die lebendige Vielfalt der Situationen, die Komplexität einer
je-
den Alltagserfahrung beschäftigt den modernen Ökonomen, sondern reine Ge-
dankenexperimente. Ein Beispiel: Wenn Erstsemester den Beg
riff
Markt hören,
werden s
ie
wahrscheinlich noch an einen konkreten sozialen
Ort
denken, eine
Tauschbärse im Internet etwa. Doch nach ein oder zwei Semestern werden ih-
nen meist nur noch vier abstrakten Begriffe einfallen -Gut, Angebot, Nachfrage
und Preis -sowie ein Modell, das gesetzmäßige Beziehungen zwischen diesen
Begriffen formuliert: »Bei steigendem Preis geht die Nachfrage eines
Gutes
zu-
rück«
(Gesetz der Nachfrage). »Bei steigenden Preisen steigt das Angebot emes
Gutes« (Gesetz des Angebotes). Zudem werden s
ie
diese Gesetzmäßigkeiten in
Form sogenannter Nach frage- und Angebotskurven
bi
s ins kleinste Detail berech-
nen lernen.
Ganz
ähnlich ergeht es Studierenden im Hinblick
auf
ihr Menschen-
verständnis. Auch hier genügen wenige Veranstaltungen, bis sie beim Menschen
nicht mehr an einen realen Wirtschaftsakteur in seinen täglichen Verrichtungen
denken, sondern an ein Modell vom Menschen, das in allen Kulturen gültig sein
so
ll
: den homo oeconomicus -eine reine »Kunstfigur«, eine »Roboterimitation«,
wie der Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften Robert Lucas sagt, die
rational immer nur ihren eigenen Nutzen kalkuliert.
Verstehen und Verständigung aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht 119
Der
Blick
durch
die
ökonomische
Brille
Entscheidend ist nicht, die ökonomischen Modelle vom Markt und vom Menschen
in all ihren Einzelheiten zu durchdringen. Wichtig ist vielmehr, die Funktion zu
verstehen, welche sie und andere ökonomische Modelle erfüllen: Sie sollen ge-
rade keine konkrete Erfahrung ausdrücken, sondern umgekehrt aller Erfahrung
vorausgehen: Das ökonomische Gesetz des Angebotes ist ebenso wenig ein Er-
gebnis sorgfaltiger Reflexion des Alltagsgeschehens wie andere ökonomische Ge-
setze. Vielmehr dient es als Voraussetzung des Denken
s,
um jedes konkrete Ge-
schehen zu interpretieren. So erscheint alles in der Welt, als ob es wie ein Markt
funktioniere. Es ist, als setzte die
VWL
allen Ökonomen eine einheitliche Brille
auf, so dass sich deren Sicht
auf
die immer gleiche Weise einfarbt oder eintrübt.
Es ist wie mit den berüchtigten rosaroten Augengläsern: Wer mit ihnen umher-
läuft, dem erscheint alles durch und durch rosarot -
ganz
gleich, ob die Welt nun
tatsächlich rosarot ist oder nicht. Wer lernt, allein im Marktmodell zu denken,
der wird in allen sozialen Beziehungen einen Markt erblicken, welcher den Ge-
setzen von Angebot und Nachfrage folgt. Zugleich verliert
er
die Fähigkeit, auch
auf
andere
Wei
se wahrzunehmen.
Genauer gesagt, lassen sich im Hinblick
auf
das ökonomische Wirtschafts-
verständnis, wie es
auf
der ganzen Welt überwiegend gelehrt wird, zwei Entwick-
lungen feststellen. Erstens wird jedes konkrete Erfahrungswissen verneint. Der
Ökonom so
ll
sich aus
jeder
konkreten lebensweltlichen Perspektive zurückzie-
hen, um von einem objektiven Standpunkt aus zu betrachten, was dort drüben
geschieht. Zweitens ist dieser Standpunkt nicht nur rein
theor~tischer
und erfah-
rungsunabhängiger Natur. Er ist auch überaus begrenzt. Der Okonom betrachtet
seinen Untersuchungsgegenstand immer aus dem gleichen Winkel, durch die im-
mer gleiche theoretische Brille. Es mangelt ihm an perspektivischer Geschmei-
digkeit.1 Wenn ich in diesem Zusammenhang von
eine~.
»MOn~kultu~
ä~onor~ll
sehen Denken
spreche, dann ist dies keineswegs eine Ubertrelbung. DlCS zeigt
etwa die einflussreiche Arbeit des Wirtschaftsnobelpreisträgers Gary
S.
Becker.
Becker treibt eine folgenschwere Veränderung im Selbstverständnis der Ökono-
mie
auf
die Spitze. Einst definierte sich diese Wissenschaft über ihren Gegen-
stand, die Wirtschaft. Diese galt es
aufunter
schiedliche Arten, aus unterschied-
lichen Perspektiven wahrzunehmen. Folglich existierten viele unterschiedliche
2
Dieses Problem ist. nicht nur nebenbei gesagt, in vielen modernen Wissenschaften
z.u
fi
n~en.
Vgl. Lorraine Daston: Wunder, Beweise und Tatsachen. Z
ur
Geschichte der Rat10nahtät.
Frankfurt
am Main 2003.
Si
l
ja
Graupe: Monokultur des Denkens hemmt den Fortschritt. In: VOI-Nachhrichten vom
13.
Januar
20
12 (online unter: http:
//
www.vdi-nachrichten.com/artikeIlMonokultur-des-Denkens-
hemmt-den-Fortschritt/567311l;
Zugriff
am
10
. Februar 2012).
120
Silja Graupe
Erklärungsansätze, die
zusammen
die Wirtschaftswissenschaften begründeten.
Doch die moderne Ökonomie, so Becker, macht mit einer solchen Multiperspek-
tivität Schluss. Sie versteht sich nicht mehr als Wissenschaft im Plural, sondern
im Singular: Sie definiert sich nur noch über eine einzige Methode. Jeder Öko-
nom
darf
(und soll!) alles in der Welt erklären, solange
er
dabei stets durch die
gleiche Brille blickt, die durch das Marktmodell und den homo oeconomicus ein-
gefärbt ist. Alles menschliche Handeln soll ihm erscheinen, als ob es marktför-
mig organisiert sei, »sei es Bildung, die
Nutzung
von Zeit, die Ehe oder andere
soziale Interaktionen«. Alle Menschen -»ob reiche oder arme Menschen Män-
ner oder Frauen, Erwachsene oder Kinder, [
...
] Patienten oder Therapeut:n, Ge-
schäftsleute oder Politiker, Lehrer
oder
Studenten« -soll er betrachten, als wä-
ren sie homo oeconornici.3
Sicherlich ist dieser gefrorene, einseitige Blick keineswegs allen Ökonomen
eigen.
Doch
dominiert
er
gegenwärtig die ökonomische Bildung -und das welt-
weit. Treibende Kraft sind wenige amerikanische Lehrbücher, die seit über 60 Jah-
ren nur noch das eine ökonomische Denkmodell vom Menschen und vom Markt
lehren. Mittlerweile sind diese Lehrbücher in über vierzig Sprachen übersetzt.
Rund
um
den Globus werden sie millionenfach gekauft
und
gelesen.
Der
Vorteil
liegt
auf
der Hand:
Der
abstrakte Blick
auf
die Welt schafft -über alle Kultur-
grenzen hinweg -eine einheitliche Form der Verständigung der Ökonomen un-
tereinander. Kein deutscher Ökonom muss sich tatsächlich in das
Gewirr
japani-
scher Geschäftsstraßen begeben
und
mit den Menschen dort kommunizieren, um
etwas über die japanische Wirtschaft
zu
wissen.
Er
betrachtet sie vielmehr aus
der gleichen sicheren Distanz, wie sein amerikanischer Kollege das Leben, Lei-
den und Sterben in indischen Krankenhäusern.
Doch
eine solche Einheitlichkeit
hat
ihre Schattenseite: Sie verengt die Bandbreite des ökonomischen Wissens so-
weit, bis es mit einem allgemein zugänglichen Wissen zusammenf,illt. Jedes tiefe-
re oder genauere Verständnis der einzigartigen Wirtschaftsformen, die
jeder
Kul-
tur,jeder
Tradition eigen sind, wird dem Anspruch der Mittelbarkeit geopfert.' So
lässt sich damit nicht verstehen, wie konkrete Gemeinschaften ihr wirtschaftli-
ches Zusammenleben
immer
wieder neu situativ gestalten.
Ihr
kreatives Potenti-
al wird zugunsten eines einheitlichen Menschen- und Weltbildes ausgeblendet.'
3
4
5
Gary
S.
Becker: The Economic Approach to Human Behavior. Chicago 1990.
S.
3-8.
Vgl.
Lorraine Daston. Wunder, Beweise und Tatsachen, aaO.,
S.
130.
Di.ese
Kritik
~at
in
den letzten Jahren vor allem Elinor Ostrom, die Nobelpreisträgerin der
Wlrts~haftswissenschaften
von 2009, vorgebracht.
Vgl.
dieselbe: Die Verfassung der Allmende.
Jenseits von Markt und Staat. Tübingen 1999.
Verstehen und Verständigung aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht
121
Der
Wunsch nach
Mittelbarkeit,
Macht
und
Kontrolle
Ökonomen sehen nicht
nur
die Mitteilbarkeit als Vorteil ihres modernen abstrak-
ten Wissenschaftsverständnisses. Auch soll es Sicherheit Macht und Kontrolle
vennitteln. Diese Hoffnung ist sehr eng
mit
dem
Anspru~h
verbunden, Ökono-
mie müsse eine Sozialwissenschaft nach naturwissenschaftlichem Vorbild sein.
Insbesondere die Physik, genauer gesagt die klassische Mechanik, stellt Gesetz-
mäßigkeiten fest, welche
an
allen Orten und
zu
allen Zeiten wirksam sind. Nichts
vermag diese Gesetze aufzuheben. Sie vermitteln in einer chaotisch erscheinen-
den Umwelt das Gefühl von Beständigkeit
und
Verlässlichkeit.
Mehr
noch: Nie-
mand kann sich der Schwerkraft widersetzen.
Doch
können
wir
sie uns nutzbar
machen, etwa durch Maschinen. Diese Vorstellung haben vor allem
jene
Öko-
nomen
auf
die soziale Welt übertragen, die im
19.
Jahrhundert das Marktmodell
und den homo oeconomicus gleichsam erfanden (man nennt sie die frühen Neo-
k]assi~er).
Hierf~r
nahmen
sie vor aller Erfahrung an, »dass die Erscheinungen
des wlrthschafthchen Lebens sich strenge nach Gesetzen regeln gleich jenen der
NatuT<~.'
Folglich müsse die Okonomie eine Wissenschaft sein, »die den physika-
hsch-mathematischen Wissenschaften in
jedem
Aspekt gleiche«.' »Wir müssen
dIe Gesetze der gesellschaftlichen Kooperation erforschen, wie die Physiker die
Gesetze der Mechanik erforschen«.8 So wurde einerseits der Mensch
in
der öko-
nomi~chen
Modellwelt
zu
einer Maschine, die automatisch
auf
Anreize reagiert
~
zu
emer »Nutzenmaschine«.9 Andererseits wurde auch die Gesellschaft gedank-
hch als Maschine konstruiert, als Marktmechanismus, der sich entweder selbst
reguliert oder durch die Politik
zu
steuern ist. So ließ sich die unüberschaubare
Vielfalt menschlicher Absichten und Handlungen
auf
wenige Kräfte und Gleich-
gewichte reduzieren.
Im
Gedankenexperiment können sie als vorhersehbar gei-
ten. WIe
em
Körper
zur
Ruhe kommt, wenn sich alle an ihm angreifenden Kräf-
te aufheben, so sollen
im
Marktmodell Angebot und Nachfrage langfristig ins
GleIchgeWIcht kommen. Es scheint, als stelle sich die Harmonie menschlicher
Interessen ebenso leicht und automatisch ein, wie der
Lauf
einer Kugel im Tief-
punkt einer Schale
zur
Ruhe kommt.
6
7
8
9
earl
Menger: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre. Wien
1871
S viii
Leon
~alras:
~
l
e~ents.ofP~re
Eco~omics,
N.ew
York 1969,
S.
71.
·
eige~e
Hervorhebung
Ludwlg
von
Mises. NatlonaJokonomle.
Theone
des Handeins und Wirtschaftens.
Genf
1940,
S.2.
»The
conc~ption
of
Man as a pleas.ure machine may justify and facilitate the employment
of
mechan.lcal terms. and Mathematlcal reasoning
in
social science.« Francis
Y.
Edgeworth:
Mathematlcal PSYChICS. An Essay on the Application
of
Mathematics to the Moral Sciences
S.15. '
122 Silja
Graupe
Erneut
brauchen uns die formalen Details einer solchen ökonomischen
Gleichgewichtstheorie nicht
zu
beschäftigen. Entscheidend ist eine grundlegen-
dere Überlegung: »Sie [die Ökonomen,
S.G.]
konstruieren erfahrungsunabhän-
gig ihr gesamtes System an Theoremen und Beweisen. Danach kehren sie zur
Erfahrung zurück, nicht um ihre Schlussfolgerungen zu bestätigen, sondern an-
zuwenden ( ..
.)
Die Rückkehr zur Realität sollte nicht stattfinden, bis die
Wi
sse
n-
schaft vollständig ist und dann nur
im
Hinblick
auf
praktische Anwendungen.«JO
Hier wird eine
Art
Denk- und Handlungsanleitung formuliert, wie sie für
die Ökonomie seit über hundert Jahren typisch ist: Zunächst übernehme man ein
Denkmodell aus der Physik, genauer aus der Mechanik. Man tue dies, ohne zu
überprüfen, ob dies tatsächlich dem eigenen Untersuchungsgegenstand, dem so-
zialen Zusammenleben
an
einem konkreten
Ort
etwa, gerecht wird. Man achte
nicht einmal darauf, ob
es
sich mit irgendeiner zwischenmenschlichen Erfahrung
deckt. Vielmehr behandele man seine theoretischen Erkenntnisse, als ob sie Gül-
tigkeit besäßen. Man tue einfach so, als ob
es
zwischen Mensch und Maschine,
zwischen Hebelgesetz und Marktgeschehen keine systematischen Unterschiede
gäbe.
Auf
dieser Grundlage erstellt man sodann Erklärungen und Prognosen über
die Wirtschaft. Eine tatsächlich experimentelle Wissenschaft -wie es die Physik
selbst ist -würde nun zumindest empfehlen, diese empirisch zu überprüfen. Doch
wie das obige Zitat deutlich macht, soll der Ökonom darauf verzichten. Er soll
seine theoreti
sc
hen Erkenntnisse in Unternehmen und Politik einbringen, nicht
um sie in Frage zu stellen, sondern um Wirklichkeit zu gestalten.
Betrachten wir ein Beispiel.
Vor
der Krise galt der Wert
im
Risiko (Value at
Risk,
VaR)
als zentrale Steuerungsgröße der Finanzbranche. Vereinfacht gesagt
gibt dieser an, welchen Wert der Verlust eines Wertpapieres oder einer anderen
Anlage nicht überschreiten wird.
Er
beruht
auf
abstrakten ökonomischen Theo-
rien, welche unter anderem eine Normalverteilung der Daten voraussetzen:
Vor
aller Erfahrung nehmen sie an, dass
es
im Wertpapierhandel
nur
zu wenigen ext-
remen Kur
sve
rlu
sten kommen kann. So blenden sie etwa Kri sen des gesamten Pi-
nanzsystems von vornherein aus.
Doch
Investoren interessierten sich lange nicht
flir
diese kognitiven Einschränkungen. Vielmehr wandten s
ie
den
VaR
einfach
auf
die Realität an, in der Hoffnung, damit große Gewinne zu machen. Sie ver-
hielten sich wie Piloten, die sich hundertprozentig
auf
ihr Navigationsgerät ver-
lassen, ohne
je
das reale Geschehen außerhalb des Cockpits zu beachten: })Zahlen
wurden als Wahrheit missverstanden.«" Spätestens seit 2008 wissen wir, wohin
10 Leon Walras: Elements
ofPure
Economics, aaO., S. 7 1, meine Hervorheb
un
g.
11
Natalie Gratewohl: D
as
Einmaleins des Versagens.
In:
Handel
sze
itung vom
17
.
Januar
201
1
(o
nl
in
e
unt
er: h
ttp:
//www.h
and
elszeit
un
g.ch/investldas-einmaleins-des-versagens; Zugriffam
10.
Februar 2012).
Verstehen und Verständigung
au
s w
irt
sc
haftswissenschaftlicher Sic
ht
123
ein solch blinder Glaube an Theorien und Modelle führt. Er schafft einerseits Re-
alitäten -darunter die größte Spekulationsblase der Geschichte. Doch anderseits
vermag
er
diese Realitäten nicht zu beherrschen. Irgendwann zerplatzt
der
Traum
von Sicherheit, Macht und Kontrolle. Er erweist sich
al
s Machbarkeitswahn, als
Illusion. Doch leider erwachen Ökonomen aus ihm meist
nur
wie
jene technik-
gläubigen Piloten, deren Flugzeug erst am Berghang zerschellen muss: zu spät.
Der
kühle
Gleichmut des Wirtschaftswissenschaftlers
Es existiert noch eine weitere dunkle Seite des modernen Wirtschaftsverständ-
nisses.
Die
ökonomische Lehrbuchwi
sse
nschaft mag zur einheitlichen Verständi-
gung unter Ökonomen beitragen; zum Menschen generell aber schafft sie Sprac
h-
losigkeit und emotionale Distanz. Denn sie prägt eine spez
ifi
sche Haltung, wie
Ökonomen über andere Menschen denken und wie s
ie
ihnen begegnen. Diese
Haltung ist kaum davon abhängig, welches ökonomische Modell konkret gelehrt
wird. Sie ist vielmehr der grundlegenden Entscheidung geschuldet, eine Sozial-
wisse
nscha
ft
mit der objektiven Distanz einer Naturwis
se
nschaft betreiben zu
wollen. Denn diese Entscheidung impliziert: »Die erste und grundlegendste Re-
gel besteht darin, die soziologischen Tatbestände wie Dinge zu betrachten
l2
Mit
Dingen aber redet man nicht. Man mag sie erklären, niemals aber verstehen kön-
nen. Wenn nun Per
so
nen und ihre Beziehungen untereinander als
Dinge
betrach-
tet werden -nichts anderes sind »soziologische Tatbeständ
-dann, besagt die
s:
Ökonomen sollen Menschen nicht verstehen, sondern
nur
wie
Steine oder Amei-
sen beobachten. Kein Laborant spricht mit seinen Versuchskaninchen über die
Torturen, welche sie zu erleiden haben oder bittet gar um ihre Zustimmung. Ge-
nau so wenig lehrt die Standardökonomie, mit denjenigen Menschen tatsächlich
in Kontakt zu treten, die man analysiert. Auch sie gelten als reine
»)guinea
pigs
«,
als Versuchstiere, wie der berühmteste ökonomische Lehrbuchautor aller Zeiten,
Paul Samuelson, selbst schreibt."
Die
Distanz, die das naturwis
se
nschaftliche Ideal dem Ökonomen auferlegt,
äußert sich nicht allein in Sprachlosigkeit; sie hat auch eine emotionale Kompo-
nente. Darauf hat bereits Adam Smith, Begründer der Ökonomie als Wissenschaft,
hingewiesen: Um die Wirtschaft als »Staatsmaschinerie« zu betrachten und sich
an der Leichtigkeit ihres Räderwerkes zu erfreuen,
darf
man weder Sympathie
12
Emi
le Durkheim: Die Regeln der soziologischen Methode. Neuwied 1976, S. 11
5.
13
Samuelson,
Paul
: Consumption Theory in Terms ofRevealed Preference.
In
: Joseph.
E.
Stiglitz
(
Hr
sg.): The Collected Scientific Papers
of
Paul
A. Samuelson.
Vol
. I.
Ca
mb
ri
dge (Mass.),
S.
66.
124 Silja Graupe
noch Mitleid
mit
Menschen in
ihren
konkreten Alltagssituationen
haben."
Viel-
meh
r muss der Ökonom »leidenschaftslos«,
und
»desinteressiert« sein.
15
Ebenso
wie der Laborant flir s
eine
Kaninchen keine Gefuhle hegen kann, so wenig
darf
den Wirtschaftswissenschaftler die konkrete soziale Situation interessieren, die
er analysiert: »Er schaut
auf
die Sozialwelt
mit
demselben
kühlen
Gleichmut, mit
dem der Naturwissenschaftler die Ereignisse in seinem Laboratorium verfolgt
.«l
'
Dies bedeutet nicht,
da
ss
der
Ökonom seine Wissenschaft nicht mit »heißem Her-
zen« betreiben könnten Doch was
ihn
erregt
, ist nicht der Gegenstand, sondern
allenfalls
der
Zweck seiner Betrachtungen.
Der
Laborant
experimentiert mit
Ka-
ninchen, nicht weil
er
ihnen Gutes
tun
möchte, sondern weil er sich (und mögli-
cherweise Dritten) einen Vorteil davon verspricht -die Umsatzsteigerung seines
Pharmakonzerns
oder die Heilung
kranker
Kinder
etwa. Ebenso ergeht es dem
Ökonomen.
Er
lernt nicht, für Menschen
einzutre
ten, die er analysiert, sondern
lediglich, sie
fUr
andere Zwecke zu instrumentalisieren. Diese Haltung ist kein fol-
genloses Gedankenexperiment: Wer
etwa
auf
Basis des
VaR
gegen
ganze
Länder
spekuliert, den interessiert der eigene Gewinn, nicht aber das Leben der Menschen
in diesen
Ländern
.
Er
bedient sich »finanzieller Massenvernichtungswaffen«18:
»In
der
modemen
Kriegsfuhrung
versucht
man
zu
entmenschlichen, das Mitge-
fUhI
zu
beseitigen.
Man
wirft
Bomben
aus 15.000 Metern, aber
man
sieht nicht,
wo sie landen,
man
sieht keine Schäden. Es ist fast wie in einem Computerspiel.
Man
spricht von >body
coun
t
s<.
Das
entmenschlicht den Prozess. Genauso ist es
in
der Wirtschaft:
Man
redet über Statistiken
und
nicht
über
die Menschen hin-
ter diesen Statistiken
19
Zusammenfassung
Fassen
wir
zusammen
: Um sich untereinander
zu
verständigen, werden Ökono-
men verleitet, sich von ihrer eigenen Erfahrungswelt und damit auch von ihrer ei-
genen Kultur
zu
distanzieren. Sie erleben sich nicht
mehr
als lebendiger Teil der
Gesellschaft, sondern als Sozialingenieure, welche die Wirtschaft wie eine
Ma-
14
Adam Smith: Theorie der ethischen Geftlhle
(1759)
. Hamburg 2004, 307
-3
20.
15
Darauf
weisen viele ökonomische Lehrbücher gleich a
uf
den ersten Seiten hin.
Vgl.
etwa N.
Gr
egory Mankiw: Principles in Economics. Fort Worth 2
001
,
S.
20-21.
16
Alfred Schütz: Gesammelte Aufsätze. Den Haag
19
71, S.
41f.
17
Paul Samuelson und William
D.
Nordhaus: Economci
s.
Boston 2005, S. 7.
18 Dieser
Begriffwird
dem Investor·Guru Warren Buffett zugeschrieben. Er bezeichnete damit
einmal Derivate (eine spezifische Form von Finanzinstrumenten).
19
So
der
Nobelpreisträg
er
der Wi
rt
schaftswissenschaften Joseph Stieglitz in dem Film )Der
große Ausverkauf( von Florian Opitz. Siehe http://www.dergrosseausverka-.uf.de/fram-.ese
l.
html (Zugri
ff
am
10
. Februar
201
2).
Verstehen und Verständigung aus wirtschaftswissenschaftlieher Sicht 125
schine von außen zu beherrschen glauben.
Die
Schwierigkeit besteht darin, dass
die Lehrbuchäkonomie
junge
Menschen in diese Haltung trainiert, ohne über sie
auf
zuklären, geschweige denn Alternativen aufzuzeigen. Sie lehrt lediglich, Wirt-
schaft aus quasi-naturwissenschaftlicher Perspektive
zu
betrachten, ohne diese
Perspektive selbst wahrzunehmen.
Die
ökonomische Bildung selbst muss sich
also grundlegend ändern. Sie muss
jungen
Men
schen wieder Möglichkeiten bie-
ten, sich über ihre eigenen Voraussetzungen des De
nkens
und
Handeins zu ver-
ständigen. Und sie sollte wieder
zu
konkretem Erfahrungswissen befahigen.
Nur
so wird sie die herrschende Sprach-
und
Gefühlslosigkeit im Wirtschaftsalltag
überwinden
helfen -
und
nicht weiter verstärken.
Weiterführende
Lite
ra
tur
der
Autorin:
Graupe, Silja: Der Ort ökonomischen De
nk
ens, Heusenstamm 2005.
Standingon Mount Lu. How Economics Has Come to Dominate
Our
View ofCultu
re
and Sus·
tainability -and Why
It
Shouldn't. In: Sustainable Development -The Cultural Perspective.
Concepts - Aspects - Examples, hrsg. v. Gerhard Banse u.a, Berlin
2011
(251-277).
r
Hamid
Reza
Yousefi
Klaus
Fischer
(Hrsg.)
Verstehen
und
Verständigung
in
einer
veränderten Welt
Theorie -Probleme -Perspektiven
~
Springer
VS
Herausgeber
Hamid Reza Yousefi Klaus Fischer
Universität Koblenz, Deutschland Universität Trier, Deutschland
ISBN 978-3-531-19720-3
DOI 10.1007/978-
3-53H9721-0
ISBN
978+53H9721
-0 (eBook)
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
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DE
ist Teil der Fachverlagsgruppe
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r
Inhalt
Einleitung .....................................................
....
...
..
..
...........................................
...
7
Verstehen
und
Verständigung in ethnologischer Sicht ......................................
17
Christoph Antweiler
Verstehen und Verständigung aus interkultureller Sicht ...........
...
.....................
27
Hamid Reza Yousefi
Verstehen und Verständigung aus medienwissenschaftlicher Sich!.. ...
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41
Michael Klemm
Verstehen und Verständigung aus psychologischer Sich!.. .
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55
Jürgen Maes
Verstehen und Verständigung aus theologischer Sicht ......................................
63
Hans Waldenfels
Verstehen und Verständigung aus pädagogischer Sich!... ..................................
73
Ralf
Amold
Verstehen und Verständigung aus der Perspektive
Deutsch als Fremdsprache ...................................................................
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87
Marion Grein
Verstehen und Verständigung aus historischer Sich!.. .......................................
95
Christian Vogel
Verstehen und Verständigung aus politikwissenschaftlicher Sicht .................
105
Walter Reese-Schäfer
Verstehen und Verständigung aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht ..........
117
Silja Graupe
6 Inhalt
Verstehen und Verständigung aus religionswissenschaftlicher Sich!.. ............
127
Wolfgang Gantke
Verstehen und Verständigung aus ethnomusikologischer Sicht
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139
Max Peter Baumann
Verstehen und Verständigung aus friedenspraxeologischer Sich!.. ...............
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149
Dieter Senghaas
Verstehen und Verständigung aus naturwissenschaftlicher Sicht
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161
Peter Gerdsen
Verstehen und Verständigung aus konstruktivistischer Sich!...
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169
Klaus Fischer
Die dunkle Seite des Begriffs Verstehen ..........................................................
183
Die/er Gernert
Herausgeber, Autorinnen und Autoren ............................................................
191
Einleitung
In der dynamischen Gegenwart einer sich enorm schnell verändernden Umge-
bung vollzieht sich eine umfassende Bewusstseinsveränderung im Weltkontext,
die gekennzeichnet ist durch eine globale Umwälzung. Verstärkt wird diese Ver-
änderung durch die technischen Kommunikationsnetze und Transportsysteme,
welche den gesamten Erdball umfassen. Dadurch kommen Kulturen miteinander
in Berührung.
Dies
bedeutet, dass positive
wie
auch negative Entwicklungen, die
früher ein ganzes Volk berührten, in der neuen Situation die ganze Welt erfas-
sen können. Die Menschheit wird alle Reserven denkerischen Bemühens
auf
der
Grundlage der Prinzipien der Interkulturalität und der Interdisziplinarität mo-
bilisieren müssen, um sich
auf
solche Entwicklungen einzustellen. Gleichzeitig
kommt dem Verstehen und der Verständigung in einer so veränderten Welt im-
mer größere Bedeutung zu.
In einer Zeit, in der die Welt immer mehr zusammenrückt und Informati-
onen weit entfernter Kulturregionen im Sekundentakt per Mausklick verfügbar
gemacht oder weitergeleitet werden können, ist
es
per
se nicht mehr möglich,
Kulturen als >separate Einheiten< mit konstanten Merkmalen oder als >homoge-
ne Regionen< aufzufassen. Kulturen, verstanden als offene und dynamisch-ver-
änderbare Sinn- und Orientierungssysteme, erfordern in diesem Weltalter der
Globalisierungen neue Wege und Formen der Begegnung und Kommunikation.
Der BegriffNerstehen< bezieht sich
auf
das inhaltliche Begreifen sowohl ei-
nes Sachverhalts als auch des in der Regel kulturell bedingten Sinn- und Orien-
tierungssystems eines Kommunikationspartners. Dabei sind diese bei den Dimen-
sionen des
>Verstehens<
die Grundlage für eine gegenseitige >Verständigung< als
Basis, das eigene Handeln sinnvoll mit dem Handeln des Anderen zu verbinden,
um
zu einem konstruktiven Miteinander
zu
gelangen. Hintergrund
der
Sinn- und
Orientierungssysteme sind bestimmte Wissensstrukturen, die sich sowohl auf ein-
zelne Kommunikationspartner als auch auf Völker und Kulturen beziehen. Sol-
chen Wissensstrukturen kommt angesichts der globalen Kommunikationsnetze
besondere Bedeutung zu. Diese verursachen eine schnelle und flächendeckende
Verbreitung von Informationen, wobei die Medien und
der
Journalismus eine
er-
Article
Opponents of mainstream economics have not yet called attention to the lack of in-depth examination of the general scientific conception of modern economics. However, economic science cannot consistently fulfil the epistemological and ontological requirements of the scientific standards underlying this conception. What can be scientifically recognized as true cannot be answered, neither through the actual ontological structure of the object of observation nor through a methodological demarcation. These limitations necessarily lead to the claim for both a pragmatic and a radical methodological pluralism.
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