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Die Auflösung des Schönen in der modernen Poesie

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Abstract

Der Übergang von der Weimarer Klassik zur frühen Romantik beginnt mit der Selbstreflexion moderner Poesie. In den Jahren 1795–97 erscheinen, unabhängig voneinander, die Aufsätze ‚Über naive und sentimentalische Dichtung‘ von Friedrich Schiller und ‚Über das Studium der griechischen Poesie‘ von Friedrich Schlegel. In ihnen wird an eine Kontroverse angeknüpft, die bereits ein Jahrhundert zuvor in Frankreich entstanden war: die ‚Querelle des Anciens et des Modernes‘. Gegenüber einem normativen Begriff der Antike, der die zeitgenössische Literatur auf die Nachahmung der Klassik verpflichtete, setzte sich damals die Vorstellung durch, daß antike und moderne Kunst grundsätzlich voneinander verschieden seien. Die gegen den Klassizismus sich etablierende Aufklärung führte zu einer historischen Betrachtungsweise, die jeder Zeit und Nation ihr besonderes Recht zugestand. Das Ergebnis dieser Kontroverse, die in Frankreich längst abgeschlossen war, wird in den -beiden Schriften Schillers und Schlegels vorausgesetzt. Für Schiller etwa bildet die notwendige Differenz von antiker und moderner Kunst den Ausgangspunkt seiner Untersuchung, so daß er sich nur noch beiläufig gegen die Vorstellung ausspricht, man müsse die antiken Werke als kanonische Texte betrachten: „Denn freylich, wenn man den Gattungsbegriff der Poesie zuvor einseitig aus den alten Poeten abstrahirt hat, so ist nichts leichter, aber auch nichts trivialer, als die modernen gegen sie herabzusetzen.“1

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