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Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses

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Abstract

Michel Foucault (1926 – 1984) gilt als prononcierter Vertreter des Poststrukturalismus und muss nach Umfang, Reichweite und Rezeption seiner Arbeiten als einer der einflussreichsten sozialwissenschaftlichen Philosophen des 20. Jahrhunderts gelten, was keineswegs heißt, dass seine Thesen und Interpretationen unumstritten geblieben wären. Das trifft weniger auf seine frühen Arbeiten zu, die sich mit dem Wahnsinn und seiner gesellschaftlich-kulturellen Bedeutung („Maladie mentale et Psychologie“, 1954, deutsche Fassung: „Psychologie und Geisteskrankheit“, 1968; „Histoire de la Folie“, 1961; deutsche Fassung: „Wahnsinn und Gesellschaft“, 1969) beschäftigen.

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... Dem geht die Autorin aber in dieser Arbeit (noch) nicht nach. Die Arbeit folgt der durch Michel Foucault (1976;2000) inaugurierten poststrukturalistischen Subjektivierungsforschung, die in einer Dezentralisierung der klassischen Subjektkonzeption besteht. Demnach werden Subjektivierungsformen diskursiv konstruiert und bestimmte Sprecherpositionen im Diskurs vorgeformt. ...
... in seinen Arbeiten aufzeigt (z.B.Foucault 2016). Die Medizin hat sich in der Moderne ein »Definitions-und Handlungsmonopol« über den Körper angeeignet, sie wurde gesellschaftlich dazu befugt, über den Körper zu urteilen(vgl. ...
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Von Fitnessstudios über Schlaf-Apps bis hin zu Heilsteinen – das Streben nach Selbstoptimierung hat einen festen Platz in der Alltagskultur der Gegenwart. Was unter dem ubiquitären Begriff zu verstehen ist, wird allerdings kontrovers diskutiert. Selbstoptimierung provoziert: Kritiker*innen lehnen sie als Teil eines neoliberalen Zwangs ab, Befürworter*innen deuten sie als Ausdruck von Autonomie. Die Beiträger*innen des interdisziplinären Bandes differenzieren den Diskurs über die Selbstoptimierung: Sie hinterfragen gegenwärtige Wertungsmuster, heben Ambiguitäten und Brüche hervor und decken die kulturelle Komplexität des Phänomens auf.
... Gemeinschaftsunterkünfte sind in der einschlägigen Literatur in Anschluss an die klassische Studie von Goffman (1973) (Foucault 1981). Damit wird akzentuiert, dass das Zusammenleben sich hier unter Bedingungen der Unfreiwilligkeit des Aufenthaltsortes, einer strikten hierarchischen Beziehung zwischen Personal und Bewohner*innen sowie einer weitgehenden institutionellen Regulierung und Kontrolle der alltäglichen Abläufe -und insofern einer mehr oder weniger weitgehenden Entmündigung der Bewohner*innen -vollzieht. ...
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Die kollektive Unterbringung von Asylsuchenden ist ein wichtiger Bestandteil der flüchtlingspolitischen Verwaltungspraxis in Deutschland. Bei aller Varianz der Art solcher Sammelunterkünfte sind damit stets auch prinzipielle Herausforderungen verbunden. Denn mit einem zentralen Raum zum Umgang mit Flucht und Ankunft werden zugleich Gefahren und Konflikte örtlich konzentriert. Parallel zur Entwicklung von Konzepten zur Bewältigung dieser Herausforderungen untersuchen die Beiträger*innen des Bandes die Lebensrealitäten in diesen Einrichtungen.
... Um diese soziale Dynamik zu verstehen, ist es hilfreich, die Forschung des Sozialtheoretikers und Medizinhistorikers Michel Foucault zu kennen. Der Untersuchungsgegenstand seines Werkes Überwachen und Strafen (Foucault, 1975) war die enge Verbindung von Medizin und Verwaltung bei der Durchsetzung einer instrumentellen Rationalität. Nur weil etwas aus Sicht der Medizin und Gesundheitspolitik wünschenswert und rational ist, handeln Menschen nicht nach diesen Erkenntnissen. ...
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Die Zeiten sind unsicher: Klimawandel, COVID-19-Pandemie, der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, Energiemangel und Inflation bestimmen in dichter Folge die öffentliche Debatte und das Leben in der Bundesrepublik. Welche Auswirkungen haben diese Herausforderungen auf die politische Kultur und die Gesellschaft? Auf Grundlage der Ergebnisse der seit 2002 zum elften Mal durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage zeigen die Autorinnen und Autoren, wie die Deutschen diese unsicheren Zeiten wahrnehmen, wie sich ihre Krisenwahrnehmung auf die politische Einstellung im Allgemeinen und auf autoritäre Dynamiken im Besonderen auswirkt. Mit Beiträgen von David Aderholz, Inken Behrmann, Sophie Bose, Elmar Brähler, Kazim Celik, Vera Clemens, Oliver Decker, Marius Dilling, Jörg M. Fegert, Natalie Gittner, Ayline Heller, Nele Hellweg, Charlotte Höcker, Valentin Ihßen, Fiona Kalkstein, Johannes Kiess, Johanna Niendorf, Laura Pfirter, Gert Pickel, Susanne Pickel, Clara Schließler, Andre Schmidt, Johanna M. Schmidt, Julia Schuler, Simon Toewe und Alexander Yendell
... Der missbräuchliche Umgang mit dem Hungerbedürfnis zeigt sich insbesondere in totalen Institutionen (Goffman 1972), z. B. im Strafvollzug, wo er von Foucault als wirkungsvolles Überbleibsel peinlicher Strafen entlarvt wurde (Foucault 1994). Dazu gehört das Vorenthalten von Nahrung oder die Versorgung mit minderwertiger Nahrung. ...
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Zusammenfassung Soziale Arbeit ist ständig mit dem Thema Essen beschäftigt. Entweder geht es z. B. um die Verminderung von existenziell bedrohlichen materiellen Notlagen oder z. B. um die Strukturierung des Alltags über die sozialpädagogische Gestaltung von Mahlzeiten bzw. Verzehrsituationen. Doch kaum ein Zusammenhang ist lange so grundlegend in seiner Bedeutung übersehen worden, obwohl das Essen konstitutiv für die Soziale Arbeit erscheint. In den letzten Jahren jedoch hat sich diesbezüglich eine Veränderung vollzogen. Die Komplexität des Essens und die Vielfältigkeit seiner Bedeutungen für die Soziale Arbeit werden zunehmend entfaltet und in vielen Kontexten sind interessante Einsichten sichtbar geworden. Nicht selten wirkt die Fokussierung auf Essensfragen dabei wie eine Art Brennglas für ohnehin sozialpädagogisch relevante Fragestellungen. Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags stellen die zentralen Aspekte der grundlegenden Verbindung des Essens mit der Sozialen Arbeit dar, um im Anschluss die Auswirkungen des Essens als „soziales Totalphänomen“ (Mauss nach: Barlösius 2016, S. 29) auf Soziale Arbeit unter Berücksichtigung der vielfältigen Bedeutungen der Begrifflichkeit zu konkretisieren. Vor dem Hintergrund dieser Grundlagen werden sowohl der (inter)disziplinäre Forschungsstand als auch -desiderate verdichtet dargestellt. Nicht zuletzt durch diese Zusammenschau zeigt sich jedoch auch die bereits vorliegende Bandbreite essensbezogener Themen, die die Soziale Arbeit bereichern und ihren Beitrag dazu leisten, die bisherige systematische Vernachlässigung des Themas Essens in der Sozialen Arbeit zu überwinden.
... Um diese soziale Dynamik zu verstehen, ist es hilfreich, die Forschung des Sozialtheoretikers und Medizinhistorikers Michel Foucault zu kennen. Der Untersuchungsgegenstand seines Werkes Überwachen und Strafen (Foucault, 1975) war die enge Verbindung von Medizin und Verwaltung bei der Durchsetzung einer instrumentellen Rationalität. Nur weil etwas aus Sicht der Medizin und Gesundheitspolitik wünschenswert und rational ist, handeln Menschen nicht nach diesen Erkenntnissen. ...
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Haben sich rechtsextreme und autoritäre Einstellungen in Deutschland verändert? Nimmt die Ausländerfeindlichkeit weiter ab? Und wie stehen die Deutschen zur Demokratie? Diese Fragen beantwortet die „Leipziger Autoritarismus-Studie 2022“. Seit 2002 analysieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Leipzig die Entwicklung autoritärer und rechtsextremer Einstellungen in Deutschland zuerst als Mitte-Studie und seit 2018 als Autoritarismus-Studie. Die Autoritarismus-Studie 2022 zeigt deutliche Entwicklungen und erfasst aktuelle Trends im Zusammenhang mit der COVID-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine.
... in seinen Arbeiten aufzeigt (z.B.Foucault 2016). Die Medizin hat sich in der Moderne ein »Definitions-und Handlungsmonopol« über den Körper angeeignet, sie wurde gesellschaftlich dazu befugt, über den Körper zu urteilen(vgl. ...
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Debora Frommeld widmet ihren Beitrag einer soziologischen und (kultur-)historischen Spurensuche von Selbstoptimierung. Das Phänomen wird in Literatur, Medien und Popkultur häufig als neuartig beschrieben. Dieser Eindruck weicht mit einer modernisierungstheoretischen Analyse zentraler gesellschaftlicher Veränderungen in Deutschland ab der Zeit um 1850 auf. Der Beitrag untersucht die Wechselwirkungen von Mensch und Technik, Technik und Ökonomie sowie Technik und (Gesundheits-)Politik am Beispiel von Optimierungsbestrebungen, die sich auf das Körpergewicht richten. Personenwaagen und Apps spielen dabei eine zentrale Rolle. Der Beitrag verdeutlicht, dass Selbstoptimierung und Selbstvermessung in enger Beziehung stehen und als typische Kennzeichen moderner westlicher Kulturen im 20. und 21. Jahrhundert fungieren. - - - - - - - - - - Debora Frommeld dedicates her contribution to a sociological and (cultural) historical investigation of self-optimisation. The phenomenon is often described as novel in literature, media and pop culture. This impression softens with a theoretical analysis of modernisation and central social changes in Germany from around 1850. The article examines the interactions between people and technology, technology and economy, and technology and (health) policy using the example of optimisation of body weight. Here, personal scales and apps play a central role. The article makes clear that self-optimisation and self-measurement are closely related and function as typical characteristics of modern Western cultures in the 20th and 21st centuries.
... Wird Nachahmung durch "Cognitive Apprenticeship" erweitert, kann sie eine kongnitive Auseinander setzung befördern. Gleichzeitig bilden institutionelle Rückmeldungen ein wesentliches Korrektiv (Foucault, 1993) und verstetigen die professionelle Performativität. ...
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Presentation
In diesem Beitrag werden die Elemente „Begleitseminar“ und „Begleitforschungsseminar“ des Praxissemesters für Lehramtsstudierende der beruflichen Fachrichtungen Maschinenbautechnik und Elektrotechnik an der Universität Paderborn im Hinblick auf die Veränderungen durch die Covid-19-Pandemie erläutert.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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Mainstream life course studies often draw on a conventional understanding of time as a unidirectional clock-based entity, which proceeds in a uniform and linear manner. This chapter argues that, in order to understand the social, relational and psychological processes of change and continuity that characterize life course processes, we need to adopt a more comprehensive and explicit conceptualization of time—a conceptualization that goes beyond an absolute (linear, chronological, uniform) definition—to incorporate the notion of relative time. Drawing on insights from narrative and biographical research, discussions of the temporal embeddedness of human agency and multidisciplinary research on time perceptions and time perspectives, we propose a definition of relative time based on three main characteristics: its multidirectional, elastic and telescopic nature. The chapter promotes the integration of absolute and relative time in the study of life course processes, and the important role of prospective qualitative research in this respect and outlines future avenues for research in this direction.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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The article focuses on the importance of materiality within social practice in relation to processes of transition. Materiality is emphasized on the one hand in its material-spatial dimension and on the other hand in its physical dimension and its relevance for the reflection and research of transitions. This is demonstrated in the article by two empirical examples that focus on different transitions. By referring to different phases of life (old age and childhood) and the transition processes that take place during these phases, the contribution opens up a comprehensive and multi-layered view of the meaning of materiality – of things, bodies, and spaces - and its relevance in the discussion of transitions.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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Space is a key element of human life that holds significance across the life course. Spaces, territories and symbolic arrangements are elements of social reality. This chapter examines the role of space in the context of transitions. Our conceptualization of space does not reduce it to qualities of an external environment but views it as a relational arrangement of people and features that are crucial for understanding transitions across the life course instead. Drawing from two empirical studies anchored in dispositive analysis and environmental psychology, we examine (a) transitions to children’s independent mobility, and (b) transitions into multigenerational cohousing. We ask: How can spatial sensitivity shape, challenge and enrich research on transitions in childhood and later life?
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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International comparison of welfare states offers a way for understanding how welfare states have contributed to the constitution of life course transitions and the different ways in which they are being shaped. The chapter introduces the concept of “transition regimes”, a comparative model developed with regard to school-to-work-transitions. The aim is to question if and to what extent this model can contribute to the objectives of reflexive transition research that extends the research of how individual transitions progress to how they are constantly re-constituted. In detail, this implies relating the analysis of comprehensive constellations with the discursive, institutional and individual practices involved in doing transitions. The chapter starts with an overview of international studies of school-to-work-transitions. This is followed by a review of comparative welfare research and the introduction of the concept of transition regimes, which is then related to the concept of doing transitions. The conclusion explores the contribution of comparative analysis of transition regimes for reflexive transition research.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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Bodily changes and processes play a crucial role in the emergence of life course transitions. Pregnancy is a clear example of this, being a temporary corporeal and transitional, biographical state. While bodily and material aspects of transitions are often naturalized, this chapter highlights discourses that give culturally and historically contingent meaning to the pregnant body and its changes. Focusing on German pregnancy advice literature, it shows how discourses on bodies in transition are articulated with medical risk concepts and gendered ideals to form specific normative notions of doing pregnancy as well as being pregnant the “right” way. The ambiguous concept of pregnancy as a natural, healthy condition and in need of medical control strongly responsibilizes pregnant persons for the development of the fetus. Fathers-to-be figure as supporters and controllers, their involvement in pregnancy expressed in narratives about “pregnant men”. While gendered ideals are challenged by the bodily and practical changes during pregnancy, they are recalibrated and reproduced in advice discourse.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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This paper examines the effects of changing modes of transition in a highly segmented education system that also provides designated spaces for the education of internationally mobile educational elites and future functional elites in the social fields of sport, dance, music, and art. It focuses on a—at least in the German context—little-researched example of the institutional modes of doing transitions available to students on such exclusive educational pathways in their transition from school to university or school to work. The results underscore that the provision of an excellent school infrastructure alone does not guarantee a promising career transition. How these career pathways are shaped depends crucially on the interplay between institutional demands, regulations, and spaces of opportunity and young adults’ biographical orientations and how they are embedded in different, milieu-specific spaces of experience.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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Most transitions over the course of one’s life are embedded in organizations. Therefore, organizations can be understood as powerful actors in dealing with transitions. In organizations, subjects learn and practice requirements. And, if needed, the failure of an unsuccessful transition can be compensated for. But an organization can also be a shelter, a place for subjects to retreat from demands or to develop subversive practices. Accordingly, it would be insufficient to see organizations as merely institutionalized frameworks for transitions. Organizations are dynamic entities – sometimes more so, sometimes less so. And as such, they also undergo transitions. Using two empirical case studies, a relational perspective on the relationship between transitions and organizations is elaborated upon. After a brief introduction to an understanding of organizations as collective subjects, in a first approach we refer to transitions of organizations in their institutional environments. In the second approach, we focus on the interior and examine from different perspectives how transitions are produced and shaped in organizations. In a final synopsis, we discuss the key insights of a relational perspective on organizations for transition research.
... If these expectations are not met, and sanctions follow, notions of normality become norms. As Foucault (1976Foucault ( , 1977 has observed, norms are an integral part of cultural efforts of normalizationof bringing subjects to conform to cultural standards of normality through techniques of discipline. Their prescriptive character also links them to cultural recognition and disdain. ...
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Biographical research approaches have been relevant for the analysis of transitions in the life course for a long time. From the beginning of a social science-based analysis of (auto-)biographical narratives, the “biography” as concept was oriented towards understanding the relationship between the development of individual identity against the background of collective phenomena as well as in their relevance for life histories. But biographical narrations are also connected to discourses and discursive orientation patterns. The concept of “articulation” in the sense of Stuart Hall allows for the building of a bridge between discourses and subject positions, in describing this as a suture between discourses and a subject. Based on the re-analysis of three narrative interviews which are linked to different biographical research projects, the article explains and illustrates three different modi of articulation linked to relevant biographical transitions. All three modi of articulation are examples that show the complexity and variety of social positioning and articulation in biographical turning points. At the end the article discusses the added value and the possibilities of this approach in understanding transitions in life courses from a biographical perspective.
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Mit der pandemischen Ausbreitung von Covid-19 ab dem Frühjahr 2020 vollzog sich ein Einschnitt, der Auswirkungen vom Globalen bis Lokalen mit sich brachte. Bestand zunächst die Hoffnung, das neuartige Virus lokalisiert in und um das chinesische Wuhan begrenzen zu können, wurde diese spätestens im März 2020 zunichte gemacht, wovon Eindrücke unkontrollierbarer Corona-Hotspots wie in Europa oder den USA zeugten. Mit Quarantänemaßnahmen, Kontaktreduktionen und in Teilen Ausgangsbeschränkungen ergriffen politische Entscheidungsträger:innen ähnlich gelagerte Maßnahmen, die tief in die gesellschaftspolitisch etablierte Normalität eingriffen. Innerhalb Europas reagierten viele Länder – neben Einreisebeschränkungen in den Schengen-Raum – mit verstärkten Grenzkontrollen und in Teilen mit Grenzschließungen, was die Idee offener Binnengrenzen und einer Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union konterkarierte. Ein Fokus auf das Nationale zeigte sich auch in der zeitweisen Untersagung oder Erschwerung des Exports medizinischer Schutzgüter ins Ausland sowie bei verstärkt geforderten und teils auch realisierten nationalen Alleingängen, etwa in der Beschaffung von Impfstoffen. Auf zentrale Weise wurde so die europäische Idee in ihren Grundfesten angegriffen. Solidaritäts- und Protestkundgebungen zeugten gleichzeitig auf zivilgesellschaftlicher Ebene davon, dass ein Europa offener Binnengrenzen erhalten bleiben soll. Der einleitende Beitrag skizziert zur Rahmung zentrale Wegmarken, wie SARS-CoV-2 scheinbare Gewissheiten ‚unterspülte‘. Im Anschluss rücken zentrale Frage- und Themenstellungen in den Fokus, welche die Grundlage für einen Überblick über die Beiträge dieses Sammelbands bilden.
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Zusammenfassung Ernährung ist nicht nur ein entscheidendes physiologisches Fundament jeglicher menschlichen Entwicklung, sondern eine soziale Praxis, die normativ hochverregelt und als Technologie der (Gesundheits‑)Prävention stark aufgeladen ist. Kinder müssen angesichts dessen lernen, die richtige gesundheitsförderliche Nahrung zu akzeptieren und zu sich zu nehmen. Sie müssen aber auch den sozialen Verhaltenserwartungen und -zwängen ‚rund ums Essen‘ genügen und die herrschenden Regeln der Erwachsenengesellschaft zu Tischmanieren, Körperdisziplin, Mäßigung, Zeittakten, Konversationsregeln automatisieren. Dabei geht es aber insofern immer auch um den Erwerb universeller gesellschaftlicher Verhaltensstandards, als die Regeln des Essens weit über das Essen selbst hinaus verweisen. Dies erklärt, warum die Normalisierungsanstrengungen zur Kinderernährung in der Vergangenheit bis heute Gegenstand pädagogischer Diskurse und Praxis sind. Der Beitrag bereitet hierzu den erziehungswissenschaftlichen Forschungsstand zur Kinderernährung auf und zeichnet empirisch und theoretisch Brennpunkte der Pädagogisierungen der Kinderernährung nach. Dabei werden die Aspekte der Optimierung der Kinderkörper, der Kulturalisierung des Essensvollzugs, der nutritiven Generationenasymmetrie und schließlich der Maßnahmen der Essenserziehung fokussiert und in den kritischen Blick genommen. Zudem werden machtkritische Fragen zur Weiterentwicklung erziehungswissenschaftlicher Essensforschung aufgeworfen.
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While a broad debate on carceral geographies has been part of human geography and related disciplines in English-speaking academia, there are only scarce publications among German-speaking geographers. This special issue aims at bringing different researchers (Tobias Breuckmann, Julia Emprechtinger, Sarah Klosterkamp, Nadine Marquardt, Marco Nocente, Marina Richter and Anna Schliehe) and their rich and diverse research insights in the carceral field into a dialogue. What started with a session at the 2019 conference of German-speaking geography (Deutscher Kongress für Geographie), developed into a special issue that encompasses papers based on the contributions to the session as well as additional papers that round up the insights into current research in carceral geographies in German-speaking countries. The papers show the importance of applying a carceral geography perspective to research in German-speaking geography to focus on different institutions, places and spaces that share common carceral characteristics. In addition, the focus on German-speaking researchers also adds to the international debate on carceral geographies with specific insights from the national contexts.
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This article analyses the German words ‘Leib’ and ‘Körper’ that can both be translated as ‘the body’ in English and as ‘le corps’ in French. The human body is a central object in the philosophies of Friedrich Nietzsche and Michel Foucault. Whilst ‘Körper’, originating in Latin, commonly refers to the body, ‘Leib’ stems from Middle High German meaning ‘the body’, ‘life’, and ‘person’. Nietzsche’s use of ‘Leib’ must be understood as an idiosyncrasy, an Untranslatable following Cassin. In Nietzsche’s thought, he insists on the aspects of life and the will to live, positing that the body ought not to be abstracted in philosophy. I show that the word ‘Leib’ is functional in Nietzsche’s philosophy on which, in turn, Foucault draws. Walter Seitter’s German translations of Foucault, especially of the essay ‘Nietzsche, la généalogie, l’histoire’ (1971) and the book Surveiller et punir. Naissance de la prison (1975), alternate between ‘Leib’ and ‘Körper’ to translate Foucault’s ‘le corps’. This raises the question which of the two words is most effective in translating ‘the body’ in Foucault. I argue that Foucault problematises Nietzsche’s ‘Leib’ because the body’s vital force and personal intimacy are at stake in a new political economy of the body.
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Der Beitrag thematisiert die an Michel Foucault orientierte Diskursanalyse im Kontext sportpädagogischer Forschung am Beispiel von Körperdiskursen im Sportunterricht. Zunächst wird die Diskursanalyse, gekennzeichnet durch ihre interpretative Haltung zur Analyse der „systematischen Erzeugung dieser Welt“ (Diaz-Bone in Forum Qualitative Sozialforschung 8(2), Art. 24, 2017), epistemologisch verortet und der Ablauf diskursanalytischer Forschungsprojekte skizziert. Anschließend wird das Diskursfeld (Sport-)Unterricht als machtasymmetrisches pädagogisches Verhältnis, in welchem die Subjektpositionen von Lehrer*innen und Schüler*innen hervorgebracht werden (Langer in Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 37(1), 25–38, 2017), abgesteckt. Anschließend wird ein theoretischer Rahmen zwischen Foucaultscher Diskurstheorie, Leibphänomenologie und Intersektionalität entfaltet, um der Frage nachzugehen, wie der Körper lehrer*innenseitig entlang intersektional verwobener Dimensionen sozialer Differenz machtvoll hervorgebracht wird. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Nutzung von Interviews und Bildercollagen als Erhebungsinstrumente zum Umgang mit der „Sprachlosigkeit des Körpers“ (Kirchhoff in Zeitschrift für Qualitative Forschung 17(1-2), 107–131, 2016) sowie der intersektionalen Rahmung der Diskursanalyse zur Sichtbarmachung der Verwobenheit differenz-, hierarchie- und bedeutungsstiftender Kategorien (Junker und Roth in Handbuch Diskurs, de Gruyter. S. 152–170, 2018). Abschließend wird unter anderem die Positionalität von Forschenden als mögliche Limitation kritisch diskutiert und ein Ausblick auf fortführende Fragestellungen geboten.
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In den letzten Jahren erhält die soziale Konstruktion von Leistung in der qualitativen Unterrichtsforschung vermehrt Aufmerksamkeit. In diesem Beitrag wird sportunterrichtliche Leistung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive als eine auch mit der Konstruktion von Körper zusammenhängende Differenzordnung betrachtet. Fokussiert wird dabei die Frage nach den Relationen von Leistung und Körper. Das entwickelte diskursethnographische Forschungsdesign wird an einem Datenkorpus (nur) aus Beiträgen einer praxisinstruktiven, sportpädagogischen Zeitschrift und offenen Interviews mit Sportlehrkräften und Schüler*innen erprobt, da eine In-Situ-Beobachtung von Sportunterricht aufgrund der Pandemie zunächst nicht wie geplant realisiert werden konnte. Als Ergebnis wird herausgearbeitet, wie Leistung vor allem vor dem Hintergrund körperlicher Voraussetzung interpretiert und die Körper der Schüler*innen als Ko-Produzenten von Leistungsbewertungen hervorgebracht werden. Angesichts der aufgerufenen Diskussion um gerechte Noten wird Körper zu einem Handlungsproblem der Lehrkräfte, den es aus der Notengebung zurückzudrängen gilt. In dem Beitrag werden im Sinne eines reflexiven Verhältnisses zur eigenen Forschung gegenstandstheoretische, methodologische und methodische Weichenstellungen reflektiert. Unter anderem werden dabei gegenstandstheoretische Herausforderungen, die durch die interdisziplinäre Ansiedelung der Studie an der Schnittstelle von Erziehungswissenschaft und Sportpädagogik entstehen, thematisiert. In dem Postskript widmet sich Samira Mummelthey der wissenschaftlichen Positionierung als Qualifikandin in einem interdisziplinären Projektkontext.
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Von Fitnessstudios über Schlaf-Apps bis hin zu Heilsteinen - das Streben nach Selbstoptimierung hat einen festen Platz in der Alltagskultur der Gegenwart. Was unter dem ubiquitären Begriff zu verstehen ist, wird allerdings kontrovers diskutiert. Selbstoptimierung provoziert: Kritiker*innen lehnen sie als Teil eines neoliberalen Zwangs ab, Befürworter*innen deuten sie als Ausdruck von Autonomie. Die Beiträger*innen des interdisziplinären Bandes differenzieren den Diskurs über die Selbstoptimierung: Sie hinterfragen gegenwärtige Wertungsmuster, heben Ambiguitäten und Brüche hervor und decken die kulturelle Komplexität des Phänomens auf.
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Von Fitnessstudios über Schlaf-Apps bis hin zu Heilsteinen - das Streben nach Selbstoptimierung hat einen festen Platz in der Alltagskultur der Gegenwart. Was unter dem ubiquitären Begriff zu verstehen ist, wird allerdings kontrovers diskutiert. Selbstoptimierung provoziert: Kritiker*innen lehnen sie als Teil eines neoliberalen Zwangs ab, Befürworter*innen deuten sie als Ausdruck von Autonomie. Die Beiträger*innen des interdisziplinären Bandes differenzieren den Diskurs über die Selbstoptimierung: Sie hinterfragen gegenwärtige Wertungsmuster, heben Ambiguitäten und Brüche hervor und decken die kulturelle Komplexität des Phänomens auf.
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Von Fitnessstudios über Schlaf-Apps bis hin zu Heilsteinen - das Streben nach Selbstoptimierung hat einen festen Platz in der Alltagskultur der Gegenwart. Was unter dem ubiquitären Begriff zu verstehen ist, wird allerdings kontrovers diskutiert. Selbstoptimierung provoziert: Kritiker*innen lehnen sie als Teil eines neoliberalen Zwangs ab, Befürworter*innen deuten sie als Ausdruck von Autonomie. Die Beiträger*innen des interdisziplinären Bandes differenzieren den Diskurs über die Selbstoptimierung: Sie hinterfragen gegenwärtige Wertungsmuster, heben Ambiguitäten und Brüche hervor und decken die kulturelle Komplexität des Phänomens auf.
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Social-Media-Apps sind selbstverständliche Begleiter und Anwendungen auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets. Sie ermöglichen Kommunikation und erleichtern das Teilen von Inhalten. Gleichzeitig sind sie verantwortlich für eine neue Vielfalt von Missverständnissen und Verfehlungen, die eng mit dem Medium verbunden und nur dadurch erklärbar sind. Dieses Kapitel wird beleuchten, welche Faktoren dazu beitragen, dass sich Menschen vor allem in technikvermittelten Medien im Ton vergreifen und die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren.
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Der Beitrag stellt die Durkheim-Soziologie vor, konzentriert auf deren theoretische Perspektive, die genuin durkheimianische Denkweise. Dazu steht zunächst das Werk von Émile Durkheim selbst im Fokus. Als zentral versteht der Beitrag für die Frage nach der soziologischen Denkweise Durkheims dabei das Spätwerk (Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 1912), in dem Durkheim die letzte Fassung seiner soziologischen Theorie fand – früher formulierte Überlegungen zusammenführend und reformulierend. Durkheims (oft als holistisch und essentialistisch geltender) Gesellschaftsbegriff sowie die weiteren, damit zusammenhängenden Grundbegriffe (wie Institution, kollektive Vorstellung oder Repräsentation, Praktiken und Symbole) werden als solche sichtbar, in denen ‚Gesellschaft‘ als wirksame Vorstellung, als Subjekt-formende, kollektiv geteilte Imagination gedacht wird. Vorgestellt werden im zweiten Teil die Ergänzungen und Korrekturen dieses Gesellschaftsbegriffs bei Marcel Mauss und Maurice Halbwachs. Im dritten Teil wird die durkheimsche Gesellschaftsanalyse skizziert – die These der zunehmenden Arbeitsteilung und des ‚Kults‘ des Individuums. Sodann werden (in einem vierten Teil) die für die soziologische Theorieentwicklung in Frankreich zentralen Weiterführungen dieser ‚Soziologie des konstituierten Subjekts‘ skizziert: bei Lévi-Strauss über Bourdieu zu Descola die kulturtheoretische Reformulierung von Durkheim und Mauss; bei Canguilhem-Foucault die Weiterführung des durkheimschen Vokabulars der Norm; und bei Castoriadis, Gauchet und Lefort die Reformulierung von Durkheims Religionssoziologie und Gesellschaftsbegriff. Das Fazit stellt dieser Aktualität schließlich einige ebenso zu benennende ‚Inaktualitäten‘ der durkheimschen Denkweise gegenüber.
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Der Poststrukturalismus hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der einflussreichsten Theorieperspektiven der Sozial- und Kulturwissenschaften entwickelt. Weil bis heute aber oftmals recht unklar bleibt, was darunter genau zu verstehen ist, versucht der Beitrag, gemeinsame Grundüberzeugungen am Werk von Michel Foucault zu rekonstruieren. Auch wenn Foucault sich selbst eher als Historiker verstanden hat, ist seine breite und vielschichtige Rezeption in der Soziologie und den Kultur- und Sozialwissenschaften beredtes Zeugnis für die zahlreichen Anregungen, die von seinem Werk für deren Theorie und Forschung ausgehen. Gegen den Trend eines eher methodischen und kleinteiligeren Anschlusses an Foucault wird dabei der allgemeine und theoretische Beitrag seines Werkes in den Fokus gerückt und mit Fragestellungen der soziologischen Theorie verbunden. So rekonstruiert der erste Abschnitt zunächst einige Grundelemente, die für das Theorieverständnis und die Verortung des Werkes von Foucault in der soziologischen Theorie wesentlich sind. Sie betreffen nicht nur seine Schriften im engeren Sinne, sondern auch den Poststrukturalismus insgesamt. Es wird gezeigt, dass seine Schriften als Kritik an einer ganz bestimmten Form sozialtheoretischer Begriffsbildung verstanden werden müssen. Um das genauer in den Blick zu nehmen, wendet sich der zweite Abschnitt gesellschaftstheoretischen Fragestellungen zu und expliziert an ausgewählten Schriften und Forschungsthemen, worauf die Kritik an der Sozialtheorie gerichtet ist und auf welche Weise bei Foucault sozialtheoretische und gesellschaftstheoretische Überlegungen miteinander verbunden sind. Im dritten Abschnitt werden schließlich Anschlüsse und Weiterentwicklungen des Werkes von Foucault in der soziologischen Theorie diskutiert, um diese Überlegungen noch einmal mit allgemeinen Fragen der soziologischen Theorie zusammenzubringen und zu zeigen, auf welche Weise Foucault einzelne Prämissen des Theoriediskurses reflexiv problematisiert. Die zentrale Forderung wird dabei vor allem darin gesehen, die soziologische Theorie insgesamt unter einen ‚gesellschaftstheoretischen Vorbehalt‘ zu stellen.
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This chapter transforms the insight that security ultimately signifies the boundaries of intelligibility while in concrete cases it signifies the boundaries of a discursive order towards its outside, into a model of securitisation. It locates this model within the discussion of post-structural discourse theory and the discourse hegemony approach developed by Ernesto Laclau and Chantal Mouffe, in particular and discusses the manner in which this model allows for an integration of insights generated by the practice-focused Paris School, the Copenhagen School and the Welsh School of securitisation. The chapter continues to outline the translation of analytical categories from the Copenhagen model of securitisation (speaker, audience, context conditions) into terms of discourse hegemony (articulation, subject-positions, discourse (formation)). It further discusses the consequences and advantages this holds for the conception of power, change, agency and structure as well as the political, politicisation and the notion of ‘success’ within the proposed model of securitisation.
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With the aim to delineate a meaning of security which applies both to traditional and critical approaches to security, this chapter analyses the discursive patterns which are generated by the construction of objects and subjects in terms of security within traditional approaches.This approach is informed first by the insight that an understanding of what security refers to exists which is shared by traditional and critical approaches to security and which the latter continue to refer to. It secondly argues that this meaning is not to be found on the level of concrete objects and subjects which have been greatly expanded by critical security studies. The chapter focuses on the case studies of security as survival/death, the figure of the judge in Hobbesian thinking as well as state sovereignty. The latter of these is being analysed from a perspective of IR theory as well as with view to historical processes of state formation to extrapolate the types of discursive patterns the state and state sovereignty stands in for. It is argued that, ultimately, security signifies the boundaries of intelligibility itself while in concrete cases it signifies the boundaries of a discursive order towards its outside.
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Zusammenfassung In diesem Kapitel diskutiere ich mit den Begriffen „Grenzrolle“ und „Grenzsystem“ zwei für dieses Buch zentrale soziologische Konzepte. Die Konzepte zielen auf die Analyse der Aktivitäten solcher Mitglieder eines sozialen Systems, die im Auftrag ihres Entsendesystems, zum Beispiel einer Polizeibehörde, in Kontakt mit Nichtmitgliedern des Systems treten, zum Beispiel mit Bürgern während einer Verkehrskontrolle oder einer Beschuldigtenvernehmung. In Bezug auf formale Organisationen meint der Begriff der „Grenzrolle“ („boundary role“) also Organisationsmitglieder mit regelmäßigem Publikumskontakt, während der Begriff des „Grenzsystems“ den sei es einmaligen, sei es auf Wiederholung angelegten Kontakt der Grenzrolle zu ihrem Gegenüber erfassen soll. Ausgehend von einem Blick zurück auf einige klassische Texte aus der organisationstheoretischen Literatur behandelt das Kapitel die Doppelmitgliedschaft von Grenzrollen in ihrem Entsendesystem und dem Grenzsystem als zentrales Strukturmerkmal von Grenzrollen und die aus Sicht der Grenzrolle problematische Freiheit ihres Publikums zum Verzicht auf Kooperation als zentrales Strukturmerkmal von Grenzsystemen. Anschließend werden vier für Grenzrollen zentrale Funktionen unterschieden, nämlich der Vollzug von Systemleistungen an und vor Nichtmitgliedern sowie Informationsgewinnung, Repräsentation und Vermittlung. Zu den wichtigsten Charakteristika und Handlungsproblemen von Grenzrollen zählen ihre gespaltene Loyalität, ihr oft widerspenstiges oder jedenfalls unberechenbares Publikum, das an sie oft von beiden Seiten gerichtete Misstrauen und die Aussicht auf den Gewinn eines formal nicht vorgesehenen Einflusses innerhalb ihres Entsendesystems.
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Zusammenfassung Die These des Kapitels ist, dass die Genese und Stabilität von Solidaritätsnormen unter Polizisten am besten und primär als Reaktion auf das geteilte Risiko der einzelnen Polizisten erklärt werden kann, im Zuge der Durchführung entgleisender polizeilicher Einsätze Straftaten wie Hausfriedensbruch, Nötigung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung oder Strafvereitelung im Amt zu begehen. Wenn jede Polizistin davon ausgehen muss, im Zuge ihres Berufslebens Straftaten dieser Art vor den Augen ihrer Kolleginnen zu begehen, weiß sie, dass sie auf das stumme Einverständnis der Dienstgruppe bezüglich der Unvermeidbarkeit und Akzeptabilität unrechtmäßiger polizeilicher Maßnahmen angewiesen ist. Angesichts der für professionelle Berufsgruppen charakteristischen Kombination von Problemlagen (Handlungszwang unter Bedingung knapper Zeit, ohne vollständige Informationen und mit gesellschaftlich als hoch bedeutsam eingeschätzten und irreversiblen Folgen, oft für das Wohlergehen von Personen) wird die (Zwangs-)Mitgliedschaft in dieser informal-illegalen kollegialen Versicherungsgemeinschaft aus Sicht der einzelnen Polizistin zur schwer verzichtbaren Voraussetzung, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Die aus rechtsstaatlicher Perspektive besonders problematische Eigenschaft polizeilicher Dienstgruppen als informaler Versicherungsgemeinschaften ist, dass sie regelmäßig nicht nur unrechtmäßige Polizeiarbeit decken, die im Zuge solcher Polizeieinsätze anfällt, die mit besten Absichten der Polizisten begonnen werden und dann entgleisen, sondern auch das intentional unrechtmäßige Handeln etwa im Fall des rassistisch motivierten Handelns von Polizisten, im Fall exzessiver Polizeigewalt oder im Fall von Korruption.
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Zusammenfassung Das Kapitel analysiert den Interaktionstyp der polizeilichen Beschuldigtenvernehmung als Grenzsystem zwischen Beschuldigtem und Justiz (Staatsanwaltschaft und Gericht). Die Grenzstellung erlaubt dem Polizisten, eine gewisse Distanz zu den Zielen sowie Einfluss auf die Entscheidungen der Staatsanwaltschaft darzustellen (insbesondere durch die Formulierung des Aussageprotokolls) und seine Skepsis bezüglich der Darstellung des Beschuldigten als wohlwollende Zweifel, als Dienst an dessen möglichst plausibler Darstellung vor der Anklagebehörde zu präsentieren. Weder (simulierte) Freundschaft, noch (simulierte) Feindschaft sind also das zentrale Erfolgsmittel des Vernehmers, sondern die Inszenierung als persönlich nicht involvierter Rechtsberater des Beschuldigten und Vermittler gegenüber einer ihm ansonsten feindlich gesonnenen Justiz. So wird verständlich, dass die Mehrzahl Beschuldigter trotz ihres Rechts auf Aussageverweigerung bei der Polizei eine oft selbstbelastende Aussage zu Protokoll gibt.
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Zusammenfassung Die zentrale Methode der Analysen in diesem Buch ist der soziologische Äquivalenzfunktionalismus, wie er in einer frühen Form von Robert King Merton (1957, S. 17–82) und mit einigen Modifikationen von Niklas Luhmann (1962, 1964a, 2010a) entwickelt und vertreten worden ist. Im Gegensatz zu der üblichen Lesart des Äquivalenzfunktionalismus als einer Methode lediglich der Rekonstruktion empirisch verwirklichter Problem-Lösungszusammenhänge verstehe ich den Äquivalenzfunktionalismus in erster Linie als Denkmethode, als Methode der Theoriearbeit. Die These dieses Kapitels lautet, dass ein an Merton und Luhmann anschließender Äquivalenzfunktionalismus Grundlage nicht nur der empirischen Analyse (4.1), sondern auch der problembezogenen Begriffsbildung (4.2) sowie der soziologisch disziplinierten Sozialkritik (4.3) sein kann. Veranschaulicht wird diese These unter anderem anhand der Entwicklung problembezogener Begriffe professioneller Arbeit und formaler Organisation sowie anhand der Diskussion, ob und wann die Polizei das Recht brechen sollte, um es durchzusetzen.
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Zusammenfassung In Anschluss an die historischen Analysen zur (Vor-)Geschichte kriminalpolizeilicher Behörden beschäftigt sich das sechste Kapitel mit dem Informationsproblem der modernen Polizei. Der Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass dieses Problem als erwartbare Folge der Ausdifferenzierung von ermittelnden und normabweichenden Systemen aus der sie umfassenden Sozialwelt rekonstruiert werden kann (6.1). Daran anschließend formuliere ich einen Vorschlag für eine Typologie der Informanten der Polizei und anderer ermittelnder Sozialsysteme in Form einer durch zwei aufeinander bezogene Unterscheidungen konstituierten Kreuztabelle: Stammt der Informant aus dem Kontext, über den er informiert – oder wurde er vom ermittelnden System zum Zweck der Informationsbeschaffung in diesen Kontext entsendet? Und: Handelt es sich um einen einmaligen Kontakt oder sind Ermittler und Informant Teilnehmer eines auf Wiederholung angelegten Kontaktsystems (6.2)? Schließlich beschäftige ich mich mit den Folgeproblemen der für die moderne Polizeiarbeit charakteristischen Formalisierung der Informantenrolle (6.3) sowie den Versuchen ermittelnder Systeme, Mitwisser in Informanten zu transformieren (6.4) und sie in ihrer Glaubwürdigkeit einzuschätzen (6.5).
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Zusammenfassung Das in diesem Kapitel entwickelte Konzept „misstrauischer Sozialsysteme“ soll zur Bezeichnung und Analyse eines Typs sozialer Systeme dienen, die wie zum Beispiel kriminalpolizeiliche Abteilungen, investigativ-journalistische Recherchekollektive, Geheimdienste, Organisationsabteilungen für interne Ermittlungen und andere mit Kontrollaufgaben betraute Sozialsysteme nicht nur funktional auf die Gewinnung von Informationen über bestimmte Umweltsachverhalte spezialisiert sind, sondern für die darüber hinaus gilt, dass die gesuchten Informationen nicht einfach unkritisch eingesammelt, sondern im Modus der Geheimnisaufklärung gewonnen werden müssen, weil das ermittelnde System damit rechnet, dass im fraglichen Umweltsegment Prozesse des Verbergens und Täuschens ablaufen mit dem Ziel, die Informationsgewinnung durch das ermittelnde System zu behindern. Auf Grund dieser Lage können die ermittelnden misstrauischen Sozialsysteme ihr Ziel der Gewinnung zutreffender Informationen nur erreichen, wenn sie dem ihnen jeweils zugänglichen ersten Eindruck nicht vorbehaltlos trauen, sondern ein überdurchschnittliches Maß an Skepsis und Misstrauen gegenüber den ihnen zugänglichen Informationen und Informanten praktizieren und institutionalisieren.
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Zusammenfassung In diesem Kapitel rekonstruiere und analysiere ich drei Konstellationen aus der (Vor-)Geschichte kriminalpolizeilicher Behörden in Europa: Den Fall der Strafverfolgung ohne Polizei als Organisation und als Aufgabe von Privatleuten in England während des 17. und 18. Jahrhunderts (5.1), die Gründungsgeschichte und Ermittlungspraxis der Pariser Kriminalpolizei unter Leitung des vormaligen Straftäters und Gefängnisinsassen Eugène François Vidocq zu Beginn des 19. Jahrhunderts (5.2) und schließlich das ambivalente Verhältnis zwischen der Berliner Kriminalpolizei und den als Ringvereinen bezeichneten organisierten Vereinigungen von Straftätern in der Weimarer Republik (5.3). Diese in Hinblick auf ihre Struktur und den Grad ihrer Ausdifferenzierung aus der sie umfassenden Sozialwelt sehr verschiedenartigen ermittelnden Systeme verbindet miteinander, dass sie im Auftrag anderer sozialer Einheiten – dem Opfer einer Straftat, einer Gemeinde oder eines Staates – Straftaten aufklären und Straftäter überführen. Dieser Ermittlungsauftrag, so der Ausgangspunkt meiner Argumentation, legt für die ermittelnden Systeme Misstrauen, Gegnerschaft und Kampf als institutionalisierte Einstellungen gegenüber dem Umweltsegment der Normbrüche und Normbrecher nahe. Das Maß, in dem diese Einstellungen verwirklicht werden können, variiert mit dem Maß der Ausdifferenzierung des ermittelnden Systems aus der es umfassenden Sozialwelt: Der ehrenamtlich agierende Constable, der zugleich Mitglied der Gemeinde ist, in deren Auftrag er polizeiliche Funktionen erfüllt, ist schon durch diese Rollenkombination in dem ihm möglichen Misstrauen in die Selbstdarstellung anderer Gemeindemitglieder und also in der ihm möglichen Ermittlungsarbeit begrenzt. Im Vergleich dazu erweist sich die Berliner Kriminalpolizei während der Weimarer Republik als Fall einer ausdifferenzierten Ermittlungsinstanz, deren Mitgliedern Misstrauen in die Selbstdarstellungen von Bürgern in deutlich höherem Maße sozial ermöglicht ist. Auch diese professionellen Ermittler aber, so das systematische Argument dieses Kapitels, müssen Elemente von Vertrauen, Tausch und Kooperation in das Verhältnis zu denjenigen Umweltsegmenten einfließen lassen, mit deren Bekämpfung sie beauftragt sind. Dies zeigt sich vor allem anhand der für Polizeiarbeit zu allen Zeiten und an allen Orten unverzichtbaren Beziehung zwischen der Polizei und ihren Informanten, die im Fokus der Analysen steht.
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Zusammenfassung Zusammengenommen zeigt die Beschäftigung mit dem Einsatz von Informanten in der Polizeiarbeit die Kontinuität eines Problemgesichtspunkts: Die moderne Polizei, die darauf verzichtet, eigene andere Rollen ihres Personals als strukturelle Grundlage der Informationsgewinnung über Straftaten zu nutzen, weist zwar als Organisation ein höheres Maß an Ausdifferenzierung und Autonomie auf als ihre historischen Vorläufer. Diesem Gewinn an Ausdifferenzierung und Autonomie korrespondiert jedoch ein Verlust an Möglichkeiten der Informationsgewinnung, auf den Polizeiorganisationen dann wiederum durch die stärker formalisierte und organisierte Rekrutierung von Nichtmitgliedern als Informanten reagieren. Die Pflege dieser Kontakte erfordert dann häufig einen Verzicht auf konsequente Rechtsdurchsetzung, der schon aus der Analyse früherer Formen von Ermittlungsarbeit bekannt ist. Diese Beobachtung wird in diesem zusammenfassenden Kapitel als eine der Grenzen möglicher Rechtsdurchsetzung interpretiert, die eng mit dem grundlegenden Spannungsverhältnis von Regeltreue und Erfolg in der Polizeiarbeit verbunden ist.
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Zusammenfassung Der in der Einleitung zu diesem Buch formulierte Anspruch war, Übersetzungsarbeit zwischen zwei Bereichen sozialwissenschaftlicher Forschung zu leisten: Der zeitgenössischen, nur durch ihren Gegenstandsbezug integrierten, empiristischen Polizeiforschung auf der einen Seite und einigen stärker theorieorientierten Bereichen soziologischer Forschung auf der anderen Seite. Realisiert wurde dieser Anspruch in der Durchführung von Analysen von Polizei als Organisation und Polizeiarbeit als professioneller Arbeit. Diese Analysen wiederum wurden vorbereitet und gerahmt durch die Diskussion und Entwicklung von Konzepten wie demjenigen der „Grenzrolle“ oder der „misstrauischen Sozialsysteme“ sowie des Äquivalenzfunktionalismus als Methode soziologischer Analyse, Begriffsbildung und Kritik. Jedes Kapitel enthält eigene, in sich relativ abgeschlossene Argumentationen, die hier abschließend noch einmal im Zusammenhang in Erinnerung gerufen werden sollen.
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Zusammenfassung Die doppelgleisige öffentliche Beobachtung von Polizeiarbeit in Hinblick auf ihre Rechtmäßigkeit einerseits, ihre Effektivität andererseits sowie die daraus folgende polizeiinterne Spannung zwischen Regeltreue und Erfolg sind ein zentrales Thema der Soziologie der Polizei, zu der dieses Buch beitragen will. In dieser Einleitung werden zunächst die zentralen Episoden der deutschsprachigen Polizeiforschung rekonstruiert (1.1), daran anschließend wird an die in dieser Forschung kaum rezipierten Einsichten und Perspektiven der englischsprachigen Polizeisoziologie der 1960er und 1970er Jahre erinnert (1.2). Abschließend wird die Diagnose einer institutionellen Isolation und disziplinären Heimatlosigkeit der zeitgenössischen Polizeiforschung begründet (1.3) und die Absicht der Arbeit formuliert, einen Brückenschlag zwischen der ansonsten oft empiristischen Polizeiforschung und den stärker theorieorientierten Bereichen soziologischer Forschung zu leisten.
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Zusammenfassung Die Kapitel dieses Buches sind auch durch ein geteiltes Verständnis des Zusammenhangs von soziologischer Theoriearbeit und empirischer Forschung miteinander verbunden, das in diesem Kapitel unter Bezugnahme auf Autoren wie Herbert Blumer, Talcott Parsons oder Robert K. Merton expliziert wird. Theoriearbeit, etwa in Form der Explikation von Begriffen, ist diesem Verständnis nach konstitutiv für empirische Forschung, insofern sie diese zum einen mit Regeln der Relevanz und Irrelevanz versorgt und zum anderen die Einsichten der empirischen Forschung ordnet und in breitere Debatten des Fachs übersetzt. In diesem Buch habe ich Theoriearbeit als Übersetzungsarbeit betrieben, indem ich die thematisierten Phänomene aus der Welt der Polizei(arbeit) als besondere Fälle allgemeinerer Phänomene aus dem Gegenstandsbereich der Soziologie analysiert habe, etwa die Ausdifferenzierung polizierender Instanzen aus der sie umfassenden Gesellschaft und ihre Organisationswerdung als besonderem Fall des allgemeineren Phänomens der Ausdifferenzierung sozialer Kontrolle und der Verorganisierung gesellschaftsbezogener Funktionen, die Arbeit von Polizisten mit Informanten und an Beschuldigten (in der Vernehmung) als Fall des Kontakts einer organisationalen Grenzrolle mit formal nicht zur Kooperation verpflichteten Nichtmitgliedern der Organisation oder den polizeilichen Korpsgeist als Fall einer kollegialen Versicherungsgemeinschaft gegen die individuelle Verantwortlichkeit für Fehler bei der Arbeit.
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Der Beitrag macht den Versuch, das prekäre Verhältnis zwischen diesen drei Begriffen erstens in einer sozialgeschichtlichen und einer ideologiekritischen Perspektive, zweitens in einer ideengeschichtlichen Rekonstruktion und drittens in einer systematischen Hinsicht als wirkungsmächtige neuzeitliche Modellierung zu verorten. Er bietet daher sowohl eine sehr informative und reflektierte ideologiekritische und ideengeschichtliche Rekonstruktion des Bildungsbegriffs als auch eine systematische Zusammenführung und Darstellung von Grundmodellen der Alterität in der Phänomenologie. Lippitz gelingt es, den Bogen über diese drei Perspektiven von Platon über neuzeitliche Positionen bis hin zu phänomenologischen Zugängen bei Husserl, Heidegger, Sartre, Bollnow, Buber sowie zu postphänomenologischen und poststrukturalistischen Zugängen bei Lévinas, Foucault und Waldenfels zu spannen. Deutlich wird über die unterschiedlichen Ansätze und Rekonstruktionen hinweg, dass Alterität sowohl als ein wesentlicher Begriff phänomenologischen Denkens und Forschens als auch als integraler Bestandteil von Bildung und Erziehung gelten kann.
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Wurden die Arbeiten von Michel Foucault in der Emotionssoziologie noch vergleichsweise selten rezipiert, so bilden seine Untersuchungen einen wichtigen Referenzpunkt der jüngeren Affektstudien.
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Gamification, Workification, Technification. On the Relationship between Play, Technology, and Work as Anxiety Figures in Dystopian Narratives of Adolescence in Children’s and Young Adult Literature: Technological dystopia within YA and children’s literature is often combined with narratives about work and adolescence and supplemented with elements of technification. This chapter analyses depictions of the spheres of gaming, working and surveillance technology in the life of young adults and children within recent dystopian forms of fiction. It argues, that by depicting mechanisms of Workification, Gamification and Technification these combinations negotiate essential cultural fears within a control culture. Exemplary texts analyzed are QualityLand (2017) by Marc-Uwe Kling, Erebos 2 (2019) by Ursula Poznanski and The Ballad Of Songbirds And Snakes (2020) by Suzanne Collins
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Zusammenfassung Unser Beitrag betrachtet Psychotherapie als soziale Praxis. Sie ist Phänomen ihrer Zeit, historisch situiert und aus groß angelegten, gesellschaftlichen Formierungsbewegungen gespeist. Ihr zentral ist die Befassung mit persönlichem Leid und dessen Einbettung in ökologische und dialektische Wirkfelder, die es aktiv mitgestalten. Der Text zieht vor allem wissenschaftshistorische, kulturanalytische und sozialwissenschaftliche Quellen heran. Entlang einer Theorie der Praxis argumentieren wir, dass Psychotherapie als spätmoderne Hervorbringung Individualisierung zuspitzen und zugleich lebensweltliche Bezogenheit, im Sinne einer Rekontextualisierung fördern kann. Es werden Beispiele aus integrativen und systemischen Therapieansätzen diskutiert, um deren Umwelt‑, Resonanz- und Kontextsensitivität zu beleuchten und Ausblicke auf eine allgemeine Psychotherapie als dialektisch-ökologische Praxeologie (Fischer 2008) zu geben. Psychotherapiewissenschaften haben Positionen von Gesellschaft, Intersubjektivität und sozialer Kognition zentral in ihre Erkenntnis- und Praxiswege mit einzubeziehen. Der Text argumentiert für die Stärkung sozialwissenschaftlicher, beispielsweise praxistheoretischer, phänomenologisch-lebensweltlicher und enaktiver Zugänge innerhalb der Psychotherapieforschung. Hiermit sind sowohl Ansätze einer 4e-cognition sowie kulturanalytische, sozialphänomenologische oder interaktionssoziologische Beiträge angesprochen.
Chapter
Im Lichte des für die Kindheitsforschung ebenso wie aus intersektionaler Perspektive bedeutsamen Konzeptes generationaler Ordnung analysiert der Beitrag die Machtförmigkeit pädagogischer Institutionen. Dies geschieht, indem Kindheiten als Effekte von Subjekt- und Ordnungsbildungen perspektiviert werden. Nach einer einleitenden Abgrenzung von Macht und Gewalt in pädagogischen Institutionen, geht der Beitrag am Beispiel der Kindertageseinrichtung den Fragen nach, wie sich Macht in pädagogischen Institutionen konstituiert, wie hierdurch Kinder als Subjekte pädagogischer Institutionen geordnet und hervorgebracht werden sowie welche Konsequenzen sich hieraus ergeben, Kindheit und Kindheitsforschung intersektional zu denken.
Chapter
This chapter shows that knowledge is not only created in social contexts, but is also selected and passed on. This applies not only to everyday knowledge, but also to scientific knowledge. The ‘constructivist turn’ in the sociology of science can be used to conclude that the decisions leading to the formulation of scientific results are in need of particular justification. With the increasing mediatization, the availability of information increases and methods of dealing with this information become more important. The clear presentation and justification of decisions in research and even in the process of acquiring knowledge reduces the risk of an unreflective ideologicalization. The fact that the sciences have developed their own system of reputation generation and securing their own standards speaks in favor of their independent position in society. They are expected to generate suitable knowledge in relation to other parts of society.