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Inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung – Innovation durch Integration?

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Abstract

Nachhaltigkeitsforschung findet größtenteils in Form inter- und transdisziplinärer Projekte statt. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen und des Einbezugs von Praxiswissen wird damit begründet, dass gesellschaftliche Probleme aufgegriffen werden, deren Komplexität nur durch eine Integration heterogener Wissensbestände bearbeitet werden kann.

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... • Integration: In SR, integration is seen as necessary to better understand the causes and implications of complex social transformation processes. It refers to integrating knowledge from various disciplines through interdisciplinary or transdisciplinary research [40], considering interlinkages and systemic dependencies between various sectors of the economy and policy fields [18], in particular across the three pillars of sustainability (economic, environmental, and social) [41] (p. 184) and across spatial and temporal scales [42]. ...
Article
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The global transformation towards sustainability has not only increased the demand for anticipatory and reflexive knowledge to support decision making, but also raises three challenges common to all forms of scientific policy advice: to appropriately consider societal norms and values (challenge of normativity), to integrate different forms of knowledge (challenge of integration) and to organize the participation of stakeholders (challenge of participation). While new forms of scientific policy advice in the field of sustainability research (SR) have emerged in response, the role of established actors such as the Office of Technology Assessment at the German Bundestag (TAB) is increasingly scrutinized. One of the fundamental characteristics of TAB’s model of scientific policy advice is a rigid boundary arrangement between politics and science that places a high value on the objectivity and authority of scientific knowledge. Based on a content analysis of digitalization-related TAB reports spanning three decades, we describe how a rather technocratic institution such as TAB has dealt with the challenges of normativity, integration, and participation, and we compare its approach with that of SR institutions. TAB has partly adapted its working mode to the new challenges, e.g., by trying out new methods to foster a stronger dialogue with stakeholders. However, TAB’s response to the challenges distinctly differs from the forms of transformative research conducted in the SR community. We argue that this is not only a necessary precondition to maintain its reputation as a trustworthy actor towards the Parliament but gives TAB and similar expert-based institutions a special role in the governance of societal transformation.
... ransdisciplinarity as a mode of scientific research in support of transitions and transformations towards sustainability (Scholz 2017, Wittmayer andSchäpke 2014) is still in a phase of experimentation and has not yet become stabilized as a cross-cutting field of science (Zscheischler et al. 2017, Schäfer 2013. It can be seen as an integrative research approach that links a path of scientific innovation and a path of societal problem solution (Jahn 2008, Jahn andKeil 2006), accepts local contexts and uncertainty in knowledge generation, and generates knowledge that contributes to solving societal problems (Jahn et al. 2012, Lawrence 2010, Wittmayer and Schäpke 2014. ...
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While transdisciplinarity offers a way to tackle complex social-ecological challenges, transdisciplinary research is a challenging task in itself. The integration of research methods across academic disciplines, the collaboration between researchers and practitioners, and the need to balance societal and disciplinary academic impacts pose many difficulties even to experienced applied scientists and even more so to early-career researchers. Young scholars face particular problems, given their lack of longer-term experience and their still fragile position within academia. Drawing on existing literature, an early-career researcher workshop, and our own experience as junior research group leaders, we discuss specific challenges and respective solution strategies of transdisciplinary research within the context of sustainability.
... Durch fortlaufende Integration der Einzelbeiträge werden in Verbundvorhaben die gemeinsamen Fragen beantwortet und damit neues Wissen produziert. Nur durch diese konstruktive Zusammenführung entsteht ein Mehrwert inter-und transdisziplinärer Forschung (Defila et al. 2006, S. 117;Schäfer 2013). Obwohl -hauptsächlich in den letzten beiden Jahrzehnten -viel Erfahrung in inter-und transdisziplinärer Forschung gewonnen wurde, formulieren Jahn und Schuldt-Baumgart noch im Jahr 2013 (S. 77): "Wie (...) Expertenund Alltagswissen zusammen mit wissenschaftlichem Wissen bei der Erarbeitung von Lösungen für gesellschaftliche Probleme aufeinander bezogen werden kann, ist jedoch unklar und umstritten. ...
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Mittels Reallaboren versuchen Forschende der Raumwissenschaften zunehmend Transformationen urbaner Teilsysteme zu erforschen und aktiv mitzugestalten. Realexperimente nehmen dabei eine zentrale Funktion ein. Als Interventionen in Praxissituationen dienen sie dazu, Möglichkeiten zur Veränderung anzustoßen und zu testen. In diesem Beitrag werden anhand des Reallabors Gängeviertel in Hamburg zwei Realexperimente diskutiert. Diese wurden durchgeführt, um das konfliktbehaftete Kooperationsverfahren zur Sanierung des historischen innerstädtischen Quartiers effizienter zu gestalten und Wissen über divergierende Wertvorstellungen und Handlungsrationalitäten der Beteiligten zu gewinnen. Der Fokus liegt dabei auf künstlerischen Praktiken wie Inszenieren, Arrangieren und Performen, die in das Forschungsdesign integriert wurden. Der Beitrag hat zum Ziel, Potenziale von künstlerischen Praktiken für transformatives Forschen mittels Realexperimenten aufzuzeigen sowie Herausforderungen und Grenzen einer solchen methodischen Erweiterung von Reallaboren zu diskutieren.
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Der Beitrag widmet sich wissenschaftstheoretischen Überlegungen zur Landschaftsarchitektur im Spannungsfeld zwischen Erwartungen der Alltagswelt und wissenschaftlichen Ansprüchen einerseits sowie zwischen disziplinären Aufgaben und inter- wie transdisziplinären Herausforderungen andererseits. Es wird skizziert, auf welche Schwierigkeiten Verwissenschaftlichungs-Strategien stoßen, wie der wissenschaftstheoretische Status der Landschaftsarchitektur einzuschätzen und zu begründen ist, aus welchen Gründen und auf welche Weise die Landschaftsarchitektur in drei Subdisziplinen ausdifferenziert wurde und warum und wie Landschaftsarchitektur als Disziplin auf Interdisziplinarität und Transdisziplinarität verweist. Um Sinn, Erfordernis, Zweckmäßigkeit und Chancen inter- und transdisziplinärer Grenzüberschreitungen der Disziplin Landschaftsarchitektur zu erläutern, wird ein Blick auf die lebensweltlichen Fundamente der Landschaftsarchitektur geworfen. Abschließend wird die Landschaftsarchitektur in ihrer Infra- und Supra-Struktur näher untersucht sowie mögliche und notwendige Grenzüberschreitungen inter- und transdisziplinärer Art vorgestellt und auf ihre Potenziale und Chancen hin befragt.
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So wie das Konzept ‚Landschaft‘ hochkomplex ausfällt, gestaltet es sich auch mit unterschiedlichen Disziplinen und deren Zugangsweisen zu und Umgangsweisen mit ‚Landschaft‘. Es resultiert eine Pluralität disziplinärer Thematisierungen, die einerseits als Bereicherung, andererseits aber auch als forschungs- wie anwendungsbezogene Herausforderung gedeutet werden kann. Noch komplexer wird es, wenn Landschaftsforschung auch inter- sowie transdisziplinär gedacht und betrieben wird. Im Artikel erfolgt zur Einordnung ein Überblick über disziplinäre, inter- sowie transdisziplinäre Landschaftsforschung.
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So vielfältig wissenschaftliche und lebensweltliche Landschaftsverständnisse sind, so unbestimmt sind die Auffassungen darüber, was Landschaftsforschung sei. Der Text skizziert zum einen Umrisse einer Definition von Landschaftsforschung und untersucht zum anderen den Nutzen von Transdisziplinarität als Wissenschafts- und Forschungsprinzip für die mit Landschaft befassten Disziplinen. Er kommt zum Ergebnis, dass Transdisziplinarität, wenn auch unter der Bezeichnung Interdisziplinarität, in Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur vielfach praktiziert wird, als Fundierung einer theoretisch konsistenten Landschaftsforschung aber systematisch ungeeignet ist.
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• • Im vorliegenden Sammelband wird untersucht, wie die Potenziale innovativer Formen nachhaltigen Konsums – wie kollaborativer Konsum und Gemeingüter-Ökonomie, Prosuming und Produsing, Upcycling und ReUse – zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung entfaltet werden können. Neben Vorschlägen zur Systematisierung der Vielzahl relevanter Phänomene finden sich empirische Einblicke in die Entwicklung und Verbreitung verschiedener Typen von Innovationen sowie ihrer sozial-ökologischen Wirkungen. Multiplikatoren und Förderer aus Politik, Zivilgesellschaft und Finanzwesen sowie die Akteure selbst kommen zu Wort und geben einen Einblick in die gelebte Praxis ganz unterschiedlicher innovativer Ansätze für nachhaltigen Konsum. Der Inhalt · Wissenschaftliche Perspektiven · Perspektiven von Förderern und Multiplikatoren · Gelebte Praxis sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums Die Zielgruppen · Dozierende und Studierende der Konsumforschung sowie der Nachhaltigkeitswissenschaften · Expertinnen und Experten der Umweltpolitik, des Verbraucherschutzes, der Marktforschung, soziale Entrepreneure und gemeinwohlorientierte Stiftungen Die Herausgeberinnen Dr. Melanie Jaeger-Erben ist Projektleiterin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin und Mitglied des Vorstands des Instituts für Sozialinnovation e.V. Dr. Jana Rückert-John ist Professorin für Soziologie an der Hochschule Fulda und Mitglied des Instituts für Sozialinnovation e.V. Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer ist wissenschaftliche Geschäftsführerin am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin.
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Sustainability has raised significant attention in manufacturing research over the last decades and has become a significant driver of the development of innovative technologies and management concepts. The current chapter aims to provide a structured overview of the wide field of research in sustainable manufacturing with a particular focus on manufacturing technology and management. It intends to describe the role of manufacturing in sustainability, outline the complementary approaches necessary for a transition to sustainable manufacturing and specify the need for engaging in interdisciplinary research. Based on a literature review, it provides a structuring framework defining four complementary areas of research focussing on analysis, synthesis and transition solutions. The challenges of the four areas of research manufacturing technologies (“how things are produced”), product development (“what is being produced”), value creation networks (“in which organisational context”) and global manufacturing impacts (“how to make a systemic change”) are highlighted and illustrated with examples from current research initiatives.
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Vor dem Hintergrund der Typologie sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums (vgl. Jaeger-Erben et al. in diesem Band) sollen abschließend die Beispiele „gelebter Praxis nachhaltigen Konsums“ im dritten Teil dieses Sammelbands in einer systematisierenden Zusammenschau betrachtet werden. Hierzu werden die Beispiele einerseits anhand der vorgestellten zentralen Kriterien sozialer Innovationen diskutiert, andererseits wird auch danach gefragt, welche Schlussfolgerungen hieraus für die Stabilisierung der Initiativen und Projekte sowie für die Integration sozialer Innovationen nachhaltigen Konsums in den Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten gezogen werden können. Zentral ist dabei die Frage, unter welchen Bedingungen eine gesellschaftliche Verbreitung und Stabilisierung nachhaltiger Konsumpraktiken sowie eine Integration in den Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten gelingen können, die über die Experimentierräume und Nischen, in denen sie entstanden sind, hinausgehen.
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Seit einigen Jahren wird in verschiedenen Kontexten verstärkt über die Bedeutung sozialer Innovationen für die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft diskutiert. Diese Diskussion findet ihren Widerhall auch in der internationalen und deutschen Forschungspolitik. In zunehmendem Maße werden Programme der Forschungsförderung für einen breit gefassten Innovationsbegriff geöffnet, der sich nicht allein auf neue Technologien und Produkte konzentriert, sondern auch immaterielle Formen von Innovationen (z. B. institutionelle, organisatorische oder verhaltensbezogene) sowie soziale Aspekte des Innovationsprozesses umfasst.
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This paper discusses how research on natural resources management systems can address the complexity of such systems. Three different types of complexity are identified: ontological, societal, and analytical. Significant ideas for “dealing with complexity” are extracted from U.S., Swiss, and U.K. literature on inter-and transdisciplinary research. Based on this, the “boundary work” framework is presented to systematically think through complexity challenges. The framework suggests that inter-and transdisciplinary research on natural research management requires three types of work: (i) the development of suitable boundary concepts that allow thinking of the multidimensionality of NRM issues; (ii) the configuration of adequate boundary objects as devices and methods that allow acting in situations of incomplete knowledge, nonlinearity, and divergent interests; and (iii) the shaping of conducive boundary settings in which these concepts, devices, and methods can be fruitfully developed and effectively put to work. The ideas presented are illustrated with an example of a research program on sustainable land and water management in Uzbekistan. The concluding section highlights three issues important for increasing the effectiveness of inter-and transdisciplinary research on natural resources management.
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Das Thema »soziale Innovationen« hat in den letzten 20 Jahren in westlichen Gesellschaften zwar immer größere Aufmerksamkeit erfahren, ist dabei aber sowohl begrifflich und konzeptionell als auch inhaltlich äußerst unscharf geblieben. Angesichts der wachsenden Bedeutung sozialer Innovationen ist eine konzeptionelle Weiterentwicklung des theoretischen Ansatzes von großer Bedeutung. Dieser Band diskutiert die Frage, was eine Innovation zur sozialen Innovation macht. Die Autoren gehen theoretischen Konzepten, empirischen Forschungsfeldern und beobachtbaren Trends nach und arbeiten die zentralen Dimensionen eines sozialwissenschaftlichen Konzepts sozialer Innovation heraus.
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The improved integration of disparate knowledge stocks is one of the key promises of transdisciplinary research. This present paper illustrates the multifaceted characteristics of knowledge integration by analysing the experience gained through a major transdisciplinary research project on green certification procedures for hydropower plants. These lessons learned allow a better understanding of the challenge to manage the diversity of interfaces between different actors and different forms of knowledge.
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Few will still doubt that our modern technological culture has reached a turning point, and that it must change drastically if we are to manage our environmental problems. It may not yet be as widely appreciated that science, hitherto the mainspring of that technological progress, must also change. From now on its central task must be concerned with the patholo-gies of our industrial System; and this imposes new problems and requires new methods. These are the subject our of study.
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Policy-related research issues are particularly challenging for science. They include masses of detail concerning many particular topics, which require separate analysis and management. At the same time, there are broad strategic considerations which should guide regulatory work, such as those connected with precaution, safety or sustainability. Nothing can be managed in a convenient isolation; problems are mutually implicated extending across many scale levels of space and time; and uncertainties and value-loadings of all sorts and all degrees of severity affect data and theories alike.
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New research relating to Mediterranean grazingland management issues, e.g. fire hazard control, biodiversity conservation, vibrant rural areas, etc. addresses the role that livestock farming systems can play. Established technical knowledge about livestock farming cannot contribute to these issues because it relies on standardised animal feeding techniques, focusing on cultivable forage areas and distribution of feed. These have led to the decline of the herders’ knowledge of grazing management and of herding practices. Thus original research works were needed. The works have been carried out by an interdisciplinary team of researchers in animal sciences, ecology and social sciences, from an INRA laboratory in Avignon (France) The research focuses on how the herders interact with ecosystems and landscapes through the management of their flocks, and investigations deal with the question of ‘how can one steer grazing for animal production and environment maintenance?’ (i.e. control scrub development, maintain biodiversity and promote the habitat of particular populations of plants and animals in need of protection). The paper presents the chronicle of this research over twenty years. It asks how the problematic evolved as a result of the accumulated scientific knowledge and the shift in societal questioning in relation to the rise of environmental concerns and the changes in rural and residential issues. Field observations, surveys and inquiries, public policies analysis, farm monitoring and systems modelling were used, combined or successively, in the course of five different research stages The authors lead up to an analysis of the different epistemological standpoints of disciplines and types of actual action representing a transdisciplinary approach. This approach is founded on a distributed view of knowledge, articulating different forms of scientific knowledge – according to the set of involved disciplines – and lay person knowledge and know-how in order to produce relevant categories and rules of action.
Article
Scientific work is heterogeneous, requiring many different actors and viewpoints. It also requires cooperation. The two create tension between divergent viewpoints and the need for generalizable findings. We present a model of how one group of actors managed this tension. It draws on the work of amateurs, professionals, administrators and others connected to the Museum of Vertebrate Zoology at the University of California, Berkeley, during its early years. Extending the Latour-Callon model of interessement, two major activities are central for translating between viewpoints: standardization of methods, and the development of `boundary objects'. Boundary objects are both adaptable to different viewpoints and robust enough to maintain identity across them. We distinguish four types of boundary objects: repositories, ideal types, coincident boundaries and standardized forms.
Article
Attempts to alter the range of expertise represented on some US advisory committees have raised questions of accountability in the selection and deployment of expert advice. Governments seem sometimes to adopt the relativist position that all expertise is biased, and that political considerations may therefore determine the official selection of experts; at other times, they endorse the elitist view of expertise as superior knowledge. This paper argues instead that experts exercise a form of delegated authority and should thus be held to norms of transparency and deliberative adequacy that are central to democratic governance. This theoretical perspective should inform the practices of expert deliberation. Copyright , Beech Tree Publishing.
Article
Wenn von Innovationen die Rede ist, entstehen zumeist Vorstellungen von technischen Innovationen – von Dingen, Produkten, Produktionsanlagen, Infrastrukturen. Merkmale wie Neuartigkeit werden ihnen zugeschrieben und technisch-ökonomische Vorzüge gegenüber früheren Lösungen. Soziale Innovationen sind ebenso wichtig für die gesellschaftliche Entwicklung, und verwandt, aber nicht gleich mit technischen Innovationen. Soziale Innovationen aber, obwohl sie ständig und überall in gesellschaftlichen Systemen vorkommen, sind ein wenig bearbeitetes Thema und eine kaum bekannte Erscheinung. Mit diesem Artikel soll ein Beitrag dazu geleistet werden, eine handgreifliche Vorstellung von sozialen Innovationen zu gewinnen. Sie wird großenteils aus Erkenntnissen über Nachbargebiete entwickelt, vor allem anhand von Arbeiten zur technikbezogenen sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung. Die Kapitel des Textes sind nach begrifflichen Zugängen („Konzepten“) zu sozialen Innovationen gegliedert, etwa dem Kriterium der Neuartigkeit, dem Prädikat der Errungenschaft, dem Prinzip des Handelns. Mit der einleitenden Kurzdefinition wird ein inhaltlicher Rahmen gesteckt, in Stichworten: Verhaltensregelungen, Routineänderungen, Tragweite. Einen zentralen Bestandteil der Untersuchungen stellen sechs entsprechend den Stichworten gezielt ausgewählte Fälle sozialer Innovationen dar. Sie sind mehr oder weniger historischer Art und der gesellschaftlichen Zuordnung nach breit gestreut. Sie reichen von der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft als Beispiel aus dem privaten Bereich über Fließbandarbeit als Innovation der Wirtschaft bis zum Bismarckschen System der Sozialversicherung als Modellfall innovativen staatlichen Handelns. Diese Beispiele dienen vor allem dazu, die Merkmale sozialer Innovationen zu veranschaulichen und die Vielfalt ihrer Ausprägungen übersichtlich zu machen. Drei wesentliche Ergebnisse des Beitrags sind: (1) Soziale Innovationen lassen sich weniger über absolute Neuartigkeit als vielmehr über ihre Folgen und Weiterungen definieren: Nutzen bzw. Kosten (nicht nur finanzieller Art) und zur „Veralltäglichung“ der Innovationen gehörende Anpassungen im Umfeld. (2) Jenseits grundlegender Gemeinsamkeiten gibt es zwischen technischen und sozialen Innovationen einzelne, bislang kaum thematisierte Unterschiede sowohl theoretischer als auch empirischer Art. (3) Die analytischen Kategorien zur Beschreibung und Erklärung sozialer Innovationen bedürfen weiterer Bearbeitung; einige Ansätze hierzu wurden im Rahmen des vorliegenden Artikels entwickelt (Nutzendimensionen, Wirkungsebenen, etc.). -- Talks about innovation usually evoke images of technical innovations – of things, products, production plants, infrastructures – associated with newness and advantages over previous solutions. Social innovations are likewise important for societal development, akin but not equal to technical innovations. Yet, social innovations, though omnipresent in societal systems, are a rarely treated issue and almost unknown phenomena. The present article is meant to contribute to forming a clear picture of social innovations. It is mainly based on findings from related fields, especially social research on technical innovations. The individual sections of the text are arranged according to conceptual approaches to social innovations, such as the criterion of newness, the rating as an achievement, the principle of social action. With the introductory shorthand definition a framework for the subject matter is set; the key words are: behavioral regulations, changes in routines, significance. Central elements of the study are six cases of social innovation selected after the key words mentioned. They are of a more or less historical nature and exemplify the societal range of social innovations: the environmental movement and the extra-marital partnership (private sphere), assembly-line work organization and fast food-chains (economy), Bismarck’s social security system and the Territorial Reform (government). The examples are used, above all, to illustrate the characteristics of social innovations and to make their diversity transparent. Three main results of this contribution are: (1) For defining social innovations, absolute newness is a less important criterion than their implications and consequences – their benefits and costs (not only of a financial kind) as well as adjustments in their societal environment. (2) Beyond basic common characteristics, there are – in detail – hardly ever treated differences between technical and social innovations concerning theoretical as well as empirical issues. (3) The analytical categories for describing and explaining social innovations require further elaboration; some such approaches are outlined in the present article (benefit dimensions, levels of impact, etc.)
Article
Transdisziplinarität ist in den letzten Jahren vor allem im Rahmen der Umwelt- und Nachhaltlgkeltswlssenschaft aber auch in der Technologiefolgenabschätzung, der Forschung zur Nord-Süd-Thematik sowie im Bereich der Gesundheitswissenschaften breit diskutiert und fortlaufend weiterentwickelt und spezifiziert worden. Im wesentlichen wird mit dem Begriff der Transdisziplinarität insbesondere im deutschsprachigen Europa eine Art der Forschung bezeichnet, die von konkreten gesellschaftlichen Problemen ausgeht, in der Bearbeitung wissenschaftliche Disziplinen wie auch die Grenzen der Wissenschaft überwindet, einen wechselseitigen Lernprozess von Hochschule und Praxis anstrebt und zur Problemlösung bzw. -transfermation beitragen soll. Der vorliegende Beitrag fasst die wesentlichen Elemente der internationalen Diskussion um Transdisziplinarität knapp zusammen und macht sie für die Umweltsoziologie nutzbar. Illustriert werden diese Überlegungen mit einigen Beispielen aus meinen konkreten Forschungserfahrungen. Ich wähle einen betont persönlichen Bezug, um zu zeigen, wie wichtig aus meiner Sicht der konkrete Forschungsprozess, das Lernen am Fall ist. Fähigkeiten und Kenntnisse der Transdisziplinarität müssen in der persönlichen Auseinandersetzung zwischen praktischem Tun und theoretischer Reflexion angeeignet werden. Diese persönliche Sicht wird ergänzt, um eine kritische Diskussion aus Sicht der Wissenschaftssoziologie. Der Fokus liegt dabei auf der für die Forschenden in der Transdisziplinarität entstehenden Rollenkonflikte. Zum Schluss werde ich einige Folgerungen für die stärkere Berücksichtigung von Transdisziplinarität im Rahmen der Umweltsoziologie ziehen.
Article
Interdisciplinarity has become a widespread mantra for research, accompanied by a growing body of publications. Evaluation, however, remains one of the least-understood aspects. This review of interdisciplinary and transdisciplinary research evaluation categorizes lessons from the emergent international literature on the topic reviewed in 2007. It defines parallels between research performance and evaluation, presents seven generic principles for evaluation, and reflects in the conclusion on changing connotations of the underlying concepts of discipline, peer, and measurement. Interdisciplinary and transdisciplinary research performance and evaluation are both generative processes of harvesting, capitalizing, and leveraging multiple expertise. Individual standards must be calibrated, and tensions among different disciplinary, professional, and interdisciplinary approaches carefully managed in balancing acts that require negotiation and compromise. Readiness levels are strengthened by antecedent conditions that are flexible enough to allow multiple pathways of integration and collaboration. In both cases, as well, new epistemic communities must be constructed and new cultures of evidence produced. The multidisciplinary-interdisciplinary-transdisciplinary research environment spans a wide range of contexts. Yet seven generic principles provide a coherent framework for thinking about evaluation: (1) variability of goals; (2) variability of criteria and indicators; (3) leveraging of integration; (4) interaction of social and cognitive factors in collaboration; (5) management, leadership, and coaching; (6) iteration in a comprehensive and transparent system; and (7) effectiveness and impact.
Science Wars-Von der akademischen zur postakademischen Wissenschaft
  • Arno Bammé
Wie kommt das Nachhaltige in die Welt? In: Einblicke. Forschungsmagazin der
  • Klaus Fichter
Zukunftsfähiges System-Design. Institut für Produktdauer-Forschung & Faktor 10 Innovation Network
  • Willy Bierter
Nachhaltigkeitsforschung. Besonderheiten, Probleme und Erfordernisse eines neuen Forschungstyps
  • Karl-Werner Brand
Spannungen in Forschungsteams Hintergründe und Methoden zum konstruktiven Abbau von Konflikten in inter-und transdisziplinären Projekten
  • Marie Loibl
  • Céline
Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum. Eine unternehmensbezogene Transformationstheorie
  • Nico Paech
„Der alltägliche Betrug“, Interview in: DIE ZEIT Nr
  • Peter Weingart
Geschichte interdisziplinär-die Perspektiven wechseln
  • Silke Köser
  • Christiane
Epistemische Qualitäten transdisziplinärer Forschung
  • Wolfgang Krohn
Vertrauensvolle Verständigung - Basis interdisziplinärer Projektarbeit. Blickwechsel. Schriftenreihe des Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin - Band 4
  • Birgit Böhm