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Abstract

Marathon running is still popular mostly due to positive effects on life style and cardiovascular health. However, due to the increasing number of active runners, running injuries and overuse of the musculoskeletal system have to be taken into account. Regarding predictive variables for an incidence of up to 70% of runners suffering from running related injuries, recent data differentiate between internal and external factors whereas a multifactorial background is assumed. There is evidence that a mileage of more than 40miles/week, insufficient running experience and former running injuries increase the risk for subsequent injuries. Most of the pathologies are located at the Achilles tendon, the knee area, the lower back, the plantaraponeurosis and the shin. Severeness of the injuries is mostly low. There is no evidence for acute damage after a marathon run as well as no final evidence for the development of hip or knee osteoarthritis. Prevention and therapy leads to restitutio ad integrum in the majority of cases. Based on recent investigations we can summarize that running is not detrimental to a healthy musculoskeletal system. A slow and adjusted increase in weekly running mileage as well as an additional strength and sensory motor training is required to avoid overuse injuries.
4 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 62, Nr. 9 (2011)
ÜBERSICHT MARATHON UND STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARAT
Marathon- und Langstreckenläufe sind populär und werden aufgrund b elegter,
positiver Eekte auf die Lebensqualität und das Risiko von Herz-Kreislauferkran-
kungen zunehmend propagiert. Als Folge einer Zunahme an Läufern steigt die
absolute Zahl an Patienten mit belastungsabhängigen Be-schwerden des Stütz-
und Bewegungsapparates ebenfalls an. Es wird von einer Inzidenz von bis zu 70%
ausgegangen. In der Ätiologie laufspezischer Beschwerden wird zwischen in-
ternen und externen Einüssen dierenziert, wobei eine multifaktorielle Genese
angenommen wird. Als gesichert gilt ein Zusammenhang zwischen Beschwerden
und dem Laufumfang (> 60km/Wo), dem Trainingsalter und zurückliegenden
laufspezischen Pathologien. Eine Kausalität zwischen Laufbelastungen und ei-
ner akuten Schädigung bzw. der Entwicklung einer symptomatischen Knie- oder
Hüftgelenksarthrose konnte bisher nicht abschließend belegt werden. Die über-
wiegende Mehrzahl der Beschwerdebilder betrit die Achillessehne, die Kniere-
gion, die untere LWS, die Plantaraponeurose oder die vordere Schienbeinkante.
Der Schweregrad ist meist gering. erapeutisch und präventiv werden unter-
schiedliche, meist konservative Konzepte verfo lgt, die i.d.R. zu einer restitutio ad
integrum führen. Auf Basis der derzeitigen Datenlage kann davon ausgegangen
werden, dass Lauf belastungen einem Stütz- und Bewegungsapparat ohne Vorer-
krankungen nicht nachhaltig schaden. Voraussetzung ist allerdings eine sukzessi-
ve, angepasste Steigerung des Laufumfangs, eine begleitende Kräftigung und ein
sensomotorisches Training.
Schlüsselwörter: Laufsport, Verletzung, Überlastungsreaktion, Tendinopathie,
Arthrose.
Marathon running is still popular mostly due to positive eects on life style and
cardiovascular health. However, due to the increasing number of active runners,
running injuries and overuse of the musculoskeletal system have to be taken into
account. Regarding predictive variables for an incidence of up to 70% of runners
suering from running related injuries, recent data dierentiate between internal
and external factors whereas a multifactorial background is assumed. ere is evi-
dence that a mileage of more than 40miles/week, insucient running exp erience
and former running injuries increase the risk for subsequent injuries. Most of the
pathologies are located at the Achilles tendon, the knee area, the lower back, the
plantaraponeurosis and the shin. Severeness of the injuries is mostly low. ere is
no evidence for acute damage after a marathon run as well as no nal evidence
for the development of hip or knee osteoarthritis. Prevention and therapy leads
to restitutio ad integ rum in the majority of cases. Based on recent investigations
we can summarize that running is not detrimental to a healthy musculoskeletal
system. A slow and adjusted increase in weekly running mileage as well as an addi-
tional strength and sensory motor training is required to avoid overuse injuries.
Key words: Running, injury, overuse, tendinopathy, osteoarthritis
EINLEITUNG UND HINTERGRUND
Laufsport erfreut sich nach wie vor einer uneingeschränkten Po-
pularität (4). Aktuelle Daten zeigen eine Zunahme des Anteils von
Laufsportlern an der Gesamtbevölkerung auf rund 15% bis 25 % (4, 20).
Darüber hinaus kann eine Zunahme der weiblichen Läuferinnen auf
mittlerweile rund 40 % der Laufsportler verzeichnet werden (20). Dem
Marathonlauf kommt dabei ein erhöhtes Interesse zu, was letztlich
auch durch die Vielzahl der Marathonveranstaltungen in Deutschland
belegt werden kann. Betrachtet man die Anzahl derjenigen Läufer
und Läuferinnen, die einen Marathonlauf in Rahmen einer oziellen
Veranstaltung abgeschlossen haben, zeigt sich für die Jahre 2003 -2008
eine nahezu konstante Zahl um 130.000 Athleten pro Jahr (www.ma-
rathon.de).
Die absolute Anzahl an Beschwerden des Stütz- und Bewegungs-
apparates hat zwar zugenommen, jedoch sind das relative Verlet-
zungsrisiko und der Schweregrad im Vergleich zu anderen Sportarten
gering. Meist handelt es sich um Überlastungsbeschwerden mit ge-
ringem bis mittlerem Beschwerdegrad, allerdings bei häug längerer
Dauer (6, 16,17, 24). Akute Verletzungen treten sehr selten auf. Nguyen
et al. untersuchten die Notwendigkeit der Inanspruchnahme medizi-
nischer Hilfe während eines Marathonlaufs an insgesamt 4.837 Läufe-
rinnen und Läufern (18). Sie konnten zeigen, dass medizinische Hilfe
in rund 2/3 der Fälle am Ende des Rennens erforderlich ist und dies
mehrheitlich bei Erstabsolventen. In der Summe ergaben sich 251 Be-
handlungsfälle, die meist (34%) muskuloskeletta-le Beschwerden be-
trafen. 26 % der Athleten erhielten eine Medikation z.B. aufgrund von
Kopfschmerzen, 19% wurden aufgrund von Schwindel und Dehydrata-
tion, 11 % aufgrund von Hautverletzungen behandelt (18). Alonso et al.
analysierten die Beschwerde- und Verletzungsrate während der IAAF
Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2007 in Osaka (1). Erfasst wurden
Verletzungen und Be-schwerden aller Disziplinen. Auällig war, dass
bei einer Beschwerdehäugkeit von insgesamt 192 Fällen an 1660 Ath-
leten aus 49 Nationen (97/1000 akkreditierten Athleten) neben dem
Zehnkampf v.a. die längeren Laufdisziplinen (10000 m-Lauf der Frauen,
3000m-Hindernislauf der Frauen, Marathon der Männer) betroen
waren (1). 80 % der Fälle betrafen die untere Extremität und wurden
meist als Überlastungsfolge (overuse injury) dokumentiert (1).
SUMMARY
ZUSAMMENFASSUNG
Mayer F, Weber J, Cassel M, Müller J, Riegels N, Müller S
Schadet Marathonlaufen dem Stütz- und Bewegungsapparat?
Is Marathon Running Detrimental to the Musculoskeletal System?
Hochschulambulanz der Universität Potsdam, Zentrum für Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssport
Jahrgang 62, Nr. 9 (2011) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 5
ÜBERSICHT
MARATHON UND STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARAT
Die Frage nach möglichen (ggf. dauerhaften) Schädigungen des Stütz-
und Bewegungsapparats durch hochumfängliche Laufbelastungen
wird seit geraumer Zeit diskutiert. Häug wird dabei - unter der An-
nahme repetitiver Mikrotraumata für Knorpel, Knochen, Sehnen und
Bänder- angeführt, dass die erhöhte, wiederholte Last über die Tole-
ranzgrenze der Strukturen hinaus geht. In diesem Zusammenhang
sind insbesondere Risiken für mögliche, degenerative Gelenkschädi-
gungen sowie irreversible Sehnenpathologien zu diskutieren. Darüber
hinaus ist zu dierenzieren, ob der Marathonlauf per se ein erhöhtes
Schädigungspotenzial birgt oder ob laufspezische Pathologien auf
dem Boden einer bereits vorliegenden Schädigung entstehen. Un-
berücksichtigt bleibt dabei allerdings einerseits die mittlerweile gut
nachgewiesene hohe Adaptation aller Gewebestrukturen durch kör-
perliche Aktivität und andererseits der in der Regel unkomplizierte
Verlauf und Schweregrad laufspezischer Beschwerden. Schließlich
muss berücksichtigt werden, dass die Mehrzahl der Fälle einer kon-
servativen erapie bis zur restitutio ad integrum zugänglich ist.
EPIDEMIOLOGIE UND RISIKOFAKTOREN
HÄUFIGER KRANKHEITSBILDER IM LAUFSPORT
Sowohl für die prognostische Beurteilung möglicher (dauerhafter)
Beschwerden und deren Verläufe, als auch für eine eziente era-
pie und Prävention spielt die Kenntnis beschwerdeauslösender Fak-
toren eine zentrale Rolle. Allerdings ist die Datenlage diesbezüglich
derzeit lückenhaft. Somit basiert die überwiegende Anzahl an Erklä-
rungsansätzen auf Empirie und weniger auf kontrollierten Daten im
Längsschnitt. Zum Großteil liegt dies nicht an fehlenden oder nicht
nachweisbaren Eekten, sondern häug an einer Einschränkung der
Untersuchungsqualität, zumindest nach den derzeitig gültigen Krite-
rien der evidenz-based medicine.
Laufspezische Beschwerden können an multiplen Lokalisati-
onen der unteren Extremität und des lumbosakralen Übergangs auf-
treten. In der Regel handelt es sich dabei um Überlastungsreaktionen.
Häug sind Tendinopathien, unspezische, untere Rückenbeschwer-
den, patello-femorale Beschwerden, periostale Stressreaktionen so-
wie eine Reihe seltener auftretender Krankheitsbilder (vgl. Tabelle
1; 6, 16,24). Wenngleich der Schweregrad der Pathologien gering ist,
müssen rund 30 -75 % aller Läufer im Verlauf ihrer Karriere (meist)
mit Überlastungsbeschwerden rechnen (3). Verschiedene Autoren
befassten sich in der Vergangenheit mit der Analyse möglicher be-
schwerdeprädisponierender Faktoren und dierenzierten hierbei zwi-
schen intrinsischen (den Läufer betreenden) und extrinsischen (die
Laufumgebung betreenden) Faktoren (2, 3,6, 24). Als gesichert für ein
erhöhtes Beschwerderisiko gelten das Vorhandensein einer Vorver-
letzung, ein geringes Trainingsalter und ein hoher Laufumfang über
rund 60 Trainingskilometer pro Woche. Van Middelkoop et al. evalu-
ierten vor bzw. im Laufe des Rotterdam-Marathons die Häugkeit von
Beschwerden während des Laufes. Von insgesamt 1500 Befragten ant-
worteten 694, wovon 165 Beschwerden angaben. Insgesamt 17 dieser
Läufer mit Beschwerden (10,3%) beendeten schließlich den Marathon
nicht (25). 3 Monate nach dem Wettkampf beklagten lediglich noch
42 Patienten Beschwerden bei Belastung, 27 hatten eine ärztliche Be-
handlung in Anspruch genommen. Bezüglich einer erapie gaben
40 Athleten an physiotherapeutisch behandelt worden zu sein (insge-
samt 218 Behandlungen). In der Summe ergab sich somit ein weiterer
Beleg für den geringen Beschwerdegrad und einen unkomplizierten
Verlauf bei geringen sozialen und klinischen Konsequenzen (25).
Van Gent et al. publizierten 2007 eine Übersicht zu Inzidenzen
und Determinanten laufspezischer Beschwerden (24). Nach Sich-
tung von insgesamt 1113 Titeln bzw. Abstracts wurden 172 relevante
Artikel extrahiert, wovon schließlich 17 (13 prospektive und 4 retro-
spektive Kohortenstudien) mit insgesamt 12850 Läufern in den Über-
blick eingeschlossen wurden. Die Wettkampfstrecke der eingeschlos-
senen Läufer war überwiegend der Marathonlauf. Es ergab sich eine
Inzidenz laufspezischer Beschwerden je nach Autor und Methode
zwischen 19,4 und 79,3% (Oberschenkel 3,4 -38,1 %, Knie 7,2 -50 %,
Unterschenkel 9- 23,2%, Fuß und Zehen 5,7- 39,3%). Die Angaben zur
Notwendigkeit einer Medizinischen erapie der Beschwerden vari-
ierten zwischen 6,2 und 17,9 % (24). Uneinheitlich zeigten sich die Er-
gebnisse bezüglich der Analyse beschwerdeauslösender Faktoren, die
von den Autoren in die Bereiche „systemisch“, „Training“, „Gesundheit“
und „Lebensstil“ eingeteilt wurden. Steigen-des Alter sowie anthropo-
metrische Daten lassen kein einheitliches Bild einer evidenzbasierten
Beurteilung zu; eine in der Biomechanik häug diskutierte Ausrich-
tung der Skelettachsen (so genanntes Alignment) wird als nicht rele-
vant eingestuft. Ebenso haben Untergrund, Tageszeit, Streckenprol
und Laufgeschwindigkeit oensichtlich keinen Einuss auf das Ri-
siko von Laufbeschwerden. Als evident werden dagegen ein hoher
Laufumfang (>60 km/Woche bei Männern) und bereits vorhandene
Beschwerden in der Vorgeschichte eingestuft. Lebensstilfaktoren wie
Alkoholgenuss, Rauchen und die parallele Ausübung anderer Sportar-
ten sind von eher untergeordneter Bedeutung (24).
Laufanfängern bzw. Läufern mit geringer Lauferfahrung wird ein
höheres Beschwerderisiko beigemessen (4). Buist et al. untersuchten
532 Laufanfänger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die sich mit
einem 13-wöchigen Trainingsprogramm auf einen 4-Meilen-Lauf
vorbereiteten. Das Trainingsprogramm der Läufer bestand aus -
chentlich 3 Einheiten kombiniertem Lauf- und Gehtraining (selbst
Tabelle 1: Häufige, laufspezifische Beschwerden, deren Lokalisation (von proximal
nach distal) und orientierende Inzidenzen.
* Exakte Daten zu Inzidenzen einzelner Pathologien sind nur schwer verfügbar und
abhängig von der Methode der Erhebung (bezogen u.a. auf Belastungsumfang,
Anthropometrie, Alter, Geschlecht, Gesamtzahl laufspezifischer Beschwerden etc.).
Insgesamt beschreiben verschiedene Autoren eine Inzidenz von 19,4-79,3%. Je nach
Arbeitsgruppe und Stichprobe werden lokalisationsspezifische, unterschiedliche
Inzidenzen für die Kniegelenksregion (7,2-50,0%), den Oberschenkel (3,4 - 38,1 %),
Unterschenkel (9,0-23,2%) sowie Fuß und Zehen (5,7 - 39,3 %) genannt (vgl. 24). Die
genannten Inzidenzen in der Tabelle sind als orientierend zu verstehen und geben den
Rahmen (aus unterschiedlichen Publikationen und eigenen Daten) der Häufigkeit des
Auftretens wieder.
Beschwerdebild Inzidenz*
Chronisch unspezifische Rückenbeschwerden ~10-15%
Muskuläre Beschwerden (v.a. Oberschenkel, Wade) ~5-30%
Femoro-Patellare Beschwerden (inkl. Retinaculae) ~15-30%
Tendinopathien an mehreren Lokalisationen (Patella-
sehne, Achillessehne, M. tibialis posterior)
~10-30%
Iliotibiales Bandsyndrom (ITBS) ~5-10%
Mediales Schiebeinkantensyndrom ~8-15%
Plantarfasciitis ~4-10%
Stressfrakturen (Metatarsalia, Tibia, Naviculare, Cal-
caneus)
<10%
Nervenkompressionssyndrome (u.a. interdigital, tibial,
peroneal)
selten
6 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 62, Nr. 9 (2011)
ÜBERSICHT MARATHON UND STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARAT
gewähltes Tempo, Strecke der Wahl). Die Ergebnisse ergaben 33 Be-
schwerdefälle pro 100 Trainingsstunden (20,6/100 Läufer). Für Lauf-
anfänger fand sich v.a. ein Zusammenhang zu Vorverletzungen, bei
Männern zum BMI und zuvor ausgeübter Sportart. Interessant ist
zudem , dass die Vorerfahrung in Sportart en mit axial er Belastung des
Stütz- und Bewegungsapparats als Prädiktor für eine reduzierte Be-
schwerderate nachgewiesen werden konnte.
Fredericsson beschreibt in seiner Übersicht aus dem Jahre 2007,
dass davon auszugehen ist, dass 2/3 aller Läufer Beschwerden entwi-
ckeln können, die zu einer Reduktion der Laufbelastung führen. Ma-
rathonläufer sind davon besonders betroen; ältere, erfahrene Läufer
sind deutlich weniger verletzt (6). Verglichen mit anderen Sportarten
ist die Verletzungs- und Beschwerderate im Laufsport dennoch sehr
gering und zeichnet sich zudem durch einen geringen Schweregrad
der Pathologien aus. Als prädisponierende Faktoren diskutieren die
Autoren ebenso eine positive Vorgeschichte bezüglich laufspezischer
Beschwerden und eine zu schnelle Steigerung des Laufumfangs (> 40
Meilen/Woche; relatives Risiko 2,88).
Hesar et al. untersuchten den Einuss ganganalytischer Faktoren
auf mögliche Beschwerden der unteren Extremität an 131 Gesunden
während einer Trainingsperiode von 10 Wochen mit 3 Trainingsein-
heiten pro Woche (8). Erfasst wurden laufspezische Überlastungs-
beschwerden bei 27 Probanden. Auf Basis plantarer Druckvertei-
lungsmessungen werteten die Autoren eine geringere Pronation des
Rückfußes während des Aufkommens und einen lateral ausgerichte-
ten Abrollvorgang als Risikofaktoren für Überlastungsbeschwerden.
Azevedo et al. fanden an 21 Läufern mit einer Tendinopathie der
Achillessehne ein reduziertes Bewegungsausmaß des Kniegelenkes
und eine reduzierte Aktivität des M. tibialis anterior (vor Bodenkon-
takt) bzw. der Mm. rectus femoris und gluteus medius (nach Boden-
kontakt). Die Autoren folgern, dass Läufer mit einer Tendinopathie
der Achillessehne eine veränderte Kniekinematik und eine reduzierte
muskuläre Aktivität aufweisen (2). Rehabilitationsprogramme und
mögliche Konzepte der Schuh- und Einlagenversorgung sollten dies
berücksichtigen.
Eine bedeutsame Pathologie im Laufsport ist das sogenannte
mediale Tibiakantensyndrom. Hubbard et al. untersuchten mögliche
Risikofaktoren für das Auftreten dieser Pathologie an 146 Athleten
während einer Laufsaison (9). Insgesamt entwickelten 29 Athleten
während des Beobachtungszeitraums Beschwerden im Bereich der
medialen Tibiakante. In der retrospektiven Betrachtung der Fälle
zeigte sich schließlich eine Häufung bei Athleten mit einem Training-
salter unter 5 Jahren und bereits zurückliegenden Stressfrakturen
oder medialem Tibiakantensyndrom. Raissi et al. untersuchten den
Einuss der Beinachse auf ein mögliches Auftreten medialer Schien-
beinkantenbeschwerden (19). Sie fanden die Beschwerden bei rund
20% der Athleten über einen Beobachtungszeitraum von 17 Wochen,
sahen allerdings keinen Zusammenhang zu den erfassten Variablen
der Beinachse.
AKUTE BELASTUNGSREAKTIONEN UND
DEGENERATIVE GELENKVERÄNDERUNGEN
Für die Diskussion einer möglichen Schädigung des Stütz- und Be-
wegungsapparats durch Marathonläufe ist es notwendig sowohl
die aktuelle Belastung direkt nach dem Lauf zu erfassen, als auch
längerfristige Veränderungen insbesondere des Gelenkknorpels
zu analysieren. Die aktuelle Belastung durch einen Marathonlauf
wurde insbesondere für das Kniegelenk untersucht (22, 23). Durch
MRT-Aufnahmen vor dem Lauf konnten (im Vergleich zu einer
Kontrollgruppe) die bereits bestehenden Pathologien erfasst und
deren Progredienz durch Kontrollaufnahmen nach dem Lauf do-
kumentiert werden.
Hagemann et al. evaluierten in ihrer MRT-Studie mögliche
Kniepathologien nach einem Ultramarathon und diskutierten die
Frage, ob die Belastung vorbestehende Pathologien exazerbieren
ließ (7). Eingeschlossen wurden 10 randomisiert ausgewählte Ath-
leten, die einen Marathon an 5 aufeinanderfolgenden Jahren absol-
vierten. MRT-Aufnahmen des Kniegelenkes wurden 48h vor, 48 h
nach und einen Monat nach dem Marathon durchgeführt. In allen
gescannten Kniegelenken konnte vor dem Rennen eine vermehrte
Flüssigkeitsansammlung nachgewiesen werden, welche sich bei 5
der Probanden nach dem Rennen erhöhte. Auällig war darüber
hinaus eine Erhöhung der Signalintensität der Patella- und Quadri-
cepssehne bei 6 Läufern. Die überwiegende Mehrzahl der Befunde
war einen Monat nach dem Marathon rückläug oder nicht mehr
vorhanden. Vorbekannte Beschwerden wur-den durch den Lauf
nicht beeinusst. Es ergab sich kein Hinweis für Knochen- oder
Knorpelläsionen. Zu vergleichbaren Ergebnissen kamen Schueller-
Weidekamm et al. in ihrer Untersuchung an 22 nicht-professio-
nellen Marathonläufern (22). Ebenfalls anhand vor und nach dem
Lauf durchgeführter MRT-Aufnahmen konnten sie zeigen, dass der
Marathon keine ernsthaften Schädigungen von Knorpel, Knochen,
Sehnen und Bändern auslöst (22). Evident war lediglich eine leichte
Zunahme der intraartikulären Flüssigkeit des Kniegelenkes. Stahl
und Mitarbeiter verglichen Knie-MRTs von Marathonläufern vor
und nach einem Wettkampf mit einer Kontrollgruppe bestehend
aus körperlich aktiven Probanden (23). Da die Läufer im Vergleich
zu den Kontrollpersonen eine gering höhere Rate an Knor-pelab-
normalitäten aufwiesen, wurde den Athleten ein gering höherer
jedoch nicht statistisch signikanter MRI-Score für Kniegelenk-
spathologien zugewiesen. Der Marathonlauf per se führte nicht zu
einer Veränderung der bildgebenden Befunde.
Häug kontrovers diskutiert wird die Frage nach einem erhöh-
ten Arthroserisiko durch Laufbelastungen (11,12, 13,21, 26) (Tab.
2). Verschiedene Arbeiten konnten hierzu allerdings zeigen, dass
Laufbelastungen per se ein nur geringes Risiko für die Entwicklung
einer Hüft- oder Kniegelenksarthrose bergen, sofern keine Vorver-
letzungen an den betroenen Gelenken bestehen (5). Kettunen et
al. untersuchte eine hohe Zahl an ehemaligen Athleten mit einem
Wettkampfniveau auf internationaler Ebene be-züglich einer spä-
teren Entwicklung einer Knie- und/oder Hüftgelenksarthrose (10).
Sie fanden mit zunehmendem Alter ein höheres Risiko bei einem
BMI >25, Vorverletzungen und einer zusätzlichen, hohen körper-
lichen Berufsbelastung (10). Im Vergleich mit anderen Sportarten
ergab sich für den Langstreckenlauf sowohl bezüglich Knie- als
auch Hüftgelenksbeschwerden eine odds ratio unter 1.0. Kujala
et al. führten eine Nachuntersuchung ehemaliger Eliteathleten
(2448 männliche Athleten, die Finnland in den Jahren 1920- 1965
an Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaft oder
anderen internationalen Wettkämpfen vertraten) durch und ana-
lysierten die Anzahl an Probanden, die aufgrund einer Arthrose in
einem Krankenhaus behandelt wurden (12). Die Ergebnisse zeigen,
dass im Vergleich zu einer Kontrollgruppe – betrachtet über alle
Sportarten – etwas 3x so viele ehemalige Athleten aufgrund einer
Arthrose (v.a. Hüft- und Kniegelenksarthrose) behandelt wurden.
Der Vergleich der Sportarten ergab allerdings, dass Laufsport eine
Jahrgang 62, Nr. 9 (2011) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 7
ÜBERSICHT
MARATHON UND STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARAT
deutlich geringere Behandlungsrate aufwies und insbesondere
posttraumatische Arthrosen zu berücksichtigen waren (12).
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Auf Basis derzeitiger Publikationen ist nicht davon auszugehen,
dass Marathonbelastungen ein ge-sundes muskuloskelettales Sy-
stem nachhaltig schädigen. Nachgewiesen werden konnte bisher,
dass durch die Belastung von einem begrenzt zunehmenden intra-
artikulären Flüssigkeitsgehalt und einer höheren Sehnenbelastung
auszugehen ist. Beide Befunde sind jedoch bereits nach kurzer Zeit
rück-läug; ob eine nachhaltige Adaptation an Laufbelastungen
ohne Flüssigkeitsansammlung und Sehnenbelastung möglich ist,
bleibt oen und ist durch weitere Längsschnittuntersuchungen zu
klären. Unter Einbeziehung bekannter Prädiktoren ist einer posi-
tiven Vorgeschichte bezüglich laufspezischer Beschwerden bzw.
Vorschädigungen dagegen eine höhere Bedeutung beizumessen.
Somit kommt der Sekundärprävention (z.B. durch regelmäßiges
Krafttraining und sensomotorisches Training) bei bekannten Lauf-
beschwerden ein hoher Stellenwert zu. Unter diesem Gesichts-
punkt ist auch die Frage nach möglichen degenerativen Gelenk-
veränderungen durch Marathonlaufen zu diskutieren. Kann bei
Gesunden davon ausgegangen werden, dass kein erhöhtes Risiko
besteht (demgegenüber aber eine Reihe von präventiven orthopä-
dischen und kardiovaskulären Eekten nachgewiesen ist), kann auf
dem Boden einer Vorschädigung in Kombination mit einem hohen
Laufumfang (>60 Trainingskilometer/Woche) im Einzelfall ein er-
höhtes relatives Risiko nachweisbar sein (Tab. 3).
Im Vergleich verschiedener Studien ist die oft unterschiedliche
Denition laufspezischer Beschwerden (Ausmaß, Lokalisation) zu
beachten. Unterschiedliche Angaben für die Inzidenz sind meist da-
durch bedingt, dass verschiedene Klassikationen und Denitionen
für eine Laufsportverletzung verwandt werden. Darüber hinaus
werden die Untersuchungen meist in verschiedenen Studiendesigns
(z.B. prospektiv, retrospektiv) an unterschiedlichen Populationen
durchgeführt (z.B. Freizeitläufer, Spitzensportler, Laufanfänger) und
auf unterschiedliche Bezugsgrößen (Trainingsbelastung, Beobach-
tungszeitraum und follow-up) bezogen. Eine abschließende Bewer-
tung scheint demnach derzeit schwierig (Tab. 3).
Auf Basis der aktuell verfügbaren Daten ist zumindest davon
auszugehen, dass die positiven Eekte von Laufsport im Allgemei-
nen und dem Marathonlauf im Speziellen, bei weitem das Risiko ei-
ner Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates überwiegen.
Angaben zu nanziellen Interessen und Beziehungen, wie Patente, Ho-
norare oder Unterstützung durch Firmen: Keine.
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Tabelle 3: Schematische Darstellung des Risikos (gering, mittel, hoch) für das Auftre-
ten laufspezifischer Beschwerden in Abhängigkeit unterschiedlicher intrinsischer und
extrinsischer Einflussfaktoren
Tabelle 2: Risiko der Entwicklung einer Arthrose ( kein erhöhtes Risiko;
kein bis gering erhöhtes Risiko, in Anlehnung an 15)
Autor Belastungsform Arthroserisiko
Cymet et al. (5) Langstreckenlauf
Kettunen et al. (10) Ausdauersport
Konradsen et al. (11) Langstreckenlauf
Kujala et al. (12) Langstreckenlauf
Lane et al. (13) Laufsport
Marti et al. (14) Langstreckenlauf
geringes
Risiko
mittleres
Risiko
hohes
Risiko
Prädik-
toren
Umfang >60 km/w + (+)
Vorverletzung + (+)
Anthropometrie +
Alter/Geschlecht +
Trainingsumgebung +
Trainingsalter
(gering)
+
Laufgeschwindigkeit +
Belastung Akut +
Rezidivierend +
Rezidivierend bei
Vorschädigung
+ (+)
Arthrose Knie +
Hüfte + (+)
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Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. Frank Mayer
Hochschulambulanz der Universität Potsdam
Zentrum für Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssport
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
E-Mail: fmayer@uni-potsdam.de
Jahrgang 62, Nr. 9 (2011) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 9
ÜBERSICHT
MARATHON UND STÜTZ- UND BEWEGUNGSAPPARAT
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Since the 1976 New York City Marathon, the first ‘urban tour’ marathon, the sport has exploded on a global basis. Once limited largely to the Olympics, the Boston Marathon and several others, marathons are now held worldwide, with dozens of major cities holding races that attract upwards of 15 000 participants. The growth of women’s and masters’ age group (>40 years old) marathon racing has been particularly startling
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Background The aim of the study was to find what degenerative changes were present in the hip and knee joints of former elite marathon runners and how these subjects’ joints differ from those of control persons. Methods Twenty former elite German marathon runners (active careers 1972–86) underwent clinical (FFbH-OA [hip joint] and AKSS [knee joint]) and radiographic (hip and knee joints, Kellgren and Lawrence classification) examination. X-Rays of the hip joints were compared with those of controls matched for age, gender and BMI who did not engage in much sport. Results In the group of former elite marathon runners, 3 of the 38 knee joints for which comparison with control joints was possible were found to be affected by grade 2 osteoarthritis. In the same group, severe osteoarthritis (Kellgren and Lawrence grade 3) was documented in 1 and moderate osteoarthritis (grade 2) in 6 of the 28 hips for which direct comparison against the controls was possible, as against 1 hip affected by grade 2 osteoarthritis in the entire control group. The clinical evaluation showed high scores in all athletes. Conclusions Osteoarthritis of the knee joint is rare in former elite marathon runners. The risk of osteoarthritis of the hip joint seems to be higher than in control subjects who do not engage in much sport.
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Marathons pose many challenges to event planners. The medical services needed at such events have not received extensive coverage in the literature. The objective of this study was to document injury patterns and medical usage at a category III mass gathering (a marathon), with the goal of helping event planners organize medical resources for large public gatherings. Prospectively obtained medical care reports from the five first-aid stations set up along the marathon route were reviewed. Primary and secondary reasons for seeking medical care were categorized. Weather data were obtained, and ambient temperature was recorded. The numbers of finishers were as follows: 4,837 in the marathon (3,099 males, 1,738 females), 814 in the 5K race (362 males, 452 females), and 393 teams in the four-person relay (1,572). Two hundred fifty-one runners sought medical care. The day's temperatures ranged from 39 to 73 degrees F (mean, 56 degrees F). The primary reasons for seeking medical were medication request (26%), musculoskeletal injuries (18%), dehydration (14%), and dermal injuries (11%). Secondary reasons were musculoskeletal injuries (34%), dizziness (19%), dermal injuries (11%), and headaches (9%). Treatment times ranged from 3 to 25.5 minutes and lengthened as the day progressed. Two-thirds of those who sought medical care did so at the end of the race. The majority of runners who sought medical attention had not run a marathon before. Marathon planners should allocate medical resources in favor of the halfway point and the final first-aid station. Resources and medical staff should be moved from the earlier tents to further augment the later first-aid stations before the majority of racers reach the middle- and later-distance stations.
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To determine the relationship between lower extremity alignment and MTSS amongst non-professional athletes In a prospective Study, sixty six subjects were evaluated. Bilateral navicular drop test, Q angle, Achilles angle, tibial angle, intermalleolar and intercondylar distance were measured. In addition, runner's height, body mass, history of previous running injury, running experience was recorded. Runners were followed for 17 weeks to determine occurrence of MTSS. The overall injury rate for MTSS was 19.7%. The MTSS injury rate in girls (22%) was not significantly different from the rate in boys (14.3%). Most MTSS injuries were induced after 60 hours of exercise, which did not differ between boys and girls. There was a significant difference in right and left navicular drop (ND) in athletes with MTSS. MTSS had no significant correlation with other variables including Quadriceps, Tibia and Achilles angles, intercondylar and intermaleolar lengths and lower extremity lengths. All measurements performed in this study were uniplanar and static. The small sample size deemed our main limitation. The accurate assessment of participants with previous history of anterior leg pain for MTSS was another limitation. Although a significant relationship between navicular drop and MTSS was found in this study; there was not any significant relationship between lower extremity alignment and MTSS in our sample study.
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To conduct a prospective, multisite, cohort study investigating the possible risk factors for medial tibial stress syndrome (MTSS) in college athletes. One hundred and forty-six healthy, collegiate athletes from NCAA Division I and Division II institutions participated in the study. Subjects first completed a health history questionnaire to establish previous history of injury and underwent a physical examination to assess their ankle/foot strength, ankle/foot range of motion, tibial varum, and navicular drop before the start of their respective athletic season. Athletes were instructed to report to a certified athletic trainer if they developed pain on their tibia. If MTSS was present, subjects were then placed into the symptomatic group. Independent t-tests and chi-square analyses were used to determine whether differences existed between MTSS and healthy athletes for the continuous and the discrete dependent variables, respectively. The significant dependent variables were then used in the discriminant function analysis. Twenty-nine subjects developed MTSS during this study. Athletes that had been participating in athletic activity for fewer than 5 yr were significantly more likely to develop MTSS (P = 0.002). Additionally, athletes with a previous history of MTSS (P = 0.0001), a previous history of stress fracture (P = 0.039), and the use of orthotics (P = 0.031) were more likely to develop MTSS compared with those who did not develop MTSS. This study established that the factors most influencing MTSS development were previous history of MTSS and stress fracture, years of running experience, and orthotic use. These data demonstrate the importance of establishing a thorough history before the start of the season so that athletes who might be at risk for MTSS development can be identified.
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Degenerative Gelenkerkrankungen stehen im öffentlichen und medizinischen Interesse und sind zudem wirtschaftlich bedeutsam. Dennoch sind wesentliche Zusammenhänge wie der Einfluss sportlicher Aktivitäten derzeit nicht abschließend geklärt. Ein Grund hierfür liegt in der multifaktoriellen Genese und in unterschiedlichen Behandlungs- und Präventionskonzepten. Grundsätzlich wird in Sportarten mit hohem Anteil an Rotations- und Scherkraftbeanspruchungen bei gleichzeitig hochintensiver Belastung von einem gering erhöhten Arthroserisiko ausgegangen. Allerdings resultiert eine Arthrose dabei häufig aus Verletzungen. Dagegen scheinen moderate sportliche Belastungen nicht mit einem erhöhten Arthroserisiko einherzugehen. Die Beurteilung hat dementsprechend auf der Basis der Sportart, der Trainingsintensität, von Vorverletzungen und Vorschäden, der Körperkomposition und einer möglichen additiven beruflichen Belastung zu erfolgen. Aus Sicht der Prävention und Rehabilitation von degenerativen Gelenkerkrankungen hat der Sport dagegen eine gesteigerte Bedeutung. Einerseits kann körperliche Aktivität degenerativen Gelenkerkrankungen vorbeugen, andererseits konnte durch einen gezielten Einsatz sportlicher Belastungen eine positive Wirkung in der Behandlung von Arthrosen belegt werden.
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The popularity of running is still growing. As participation increases, running-related injuries also increase. Until now, little is known about the predictors for injuries in novice runners. Predictors for running-related injuries (RRIs) will differ between male and female novice runners. Cohort study; Level of evidence, 2. Participants were 532 novice runners (226 men, 306 women) preparing for a recreational 4-mile (6.7-km) running event. After completing a baseline questionnaire and undergoing an orthopaedic examination, they were followed during the training period of 13 weeks. An RRI was defined as any self-reported running-related musculoskeletal pain of the lower extremity or back causing a restriction of running for at least 1 week. Twenty-one percent of the novice runners had at least one RRI during follow-up. The multivariate adjusted Cox regression model for male participants showed that body mass index (BMI) (hazard ratio [HR], 1.15; 95% confidence interval [CI], 1.05-1.26), previous injury in the past year (HR, 2.7; 95% CI, 1.36-5.55), and previous participation in sports without axial load (HR, 2.05; 95% CI, 1.03-4.11) were associated with RRI. In female participants, only navicular drop (HR, 0.85; 95% CI, 0.75-0.97) remained a significant predictor for RRI in the multivariate Cox regression modeling. Type A behavior and range of motion (ROM) of the hip and ankle did not affect risk. Male and female novice runners have different risk profiles. Higher BMI, previous injury, and previous sports participation without axial loading are important predictors for RRI in male participants. Further research is needed to detect more predictors for female novice runners.
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To determine prospectively gait-related risk factors for lower leg overuse injury (LLOI). A prospective cohort study. Male and female recruits from a start-to-run (STR) programme during a 10-week training period. 131 healthy subjects (20 men and 111 women), without a history of any lower leg complaint, participated in the study. Before the start of the 10-week STR programme, plantar force measurements during running were performed. During STR, lower leg injuries were diagnosed and registered by a sports physician. Plantar force measurements during running were performed using a footscan pressure plate. During the STR, 27 subjects (five men and 22 women) developed a LLOI. Logistic regression analysis revealed that subjects who developed a LLOI had a significantly more laterally directed force distribution at first metatarsal contact and forefoot flat, a more laterally directed force displacement in the forefoot contact phase, foot flat phase and at heel-off. These subjects also had a delayed change of the centre of force (COF) at forefoot flat, a higher force and loading underneath the lateral border of the foot, and a significantly higher directed force displacement of the COF at forefoot flat. These findings suggest that a less pronated heel strike and a more laterally directed roll-off can be considered as risk factors for LLOI. Clinically, the results of this study can be considered important in identifying individuals at risk of LLOI.