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Bürgerschaftliches Engagement für und von Familien – Eine empirische Analyse mit dem Freiwilligensurvey 1999-2009

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Abstract

The article deals with the role of volunteer services provided for and by families. This includes care and consulting services for children, adolescents and seniors and is supposed to disburden families in a direct or indirect way. Data from the German “Freiwilligensurvey” (Volunteer Survey) suggest that a proportion of 35 percent of all volunteers aim their services at families. On the other side, families belong to the main actors of volunteering. In household with children, more than 40 percent of the volunteers are engaged for other families. Against the background of current problems in family life and demographic change, a raise in demand for volunteer services is likely for the future. Zusammenfassung Der Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle von bürgerschaftlichem Engagement, das für Familien erbracht wird und das Familien selbst erbringen. Dabei werden unter bürgerschaftlichem Engagement für und von Familien Betreuungs-, Beratungs- und Pflegeleistungen für Kinder, Jugendliche oder Senioren betrachtet, die Familien auf direkte oder indirekte Weise entlasten. Die Daten des Freiwilligensurvey zeigen, dass 35 Prozent der bürgerschaftlich engagierten Menschen in Deutschland ihre Tätigkeit direkt oder indirekt an Familien ausrichten. Familienmitglieder gehören zugleich zu den Hauptakteuren bürgerschaftlicher Arbeit. Insbesondere in Haushaltskontexten mit Kindern sind mehr als 40 Prozent aller Engagierten für andereFamilien aktiv. Vor dem Hintergrund aktueller Problemlagen von Familien und des demografischen Wandels kann in Zukunft mit einem deutlich steigenden Bedarf an bürgerschaftlicher Unterstützung gerechnet werden.
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... Hat es jedoch das Schulalter erreicht, so kehrt sich dieses Bild um und Engagement wird bedeutsamer als Soziale Kontakte. Dies entspricht dem Befund vonKlocke & Stadtmüller (2011), die ein hohes Niveau bürgerschaftlichen Engagements von Familien mit Kindern im Schulalter feststellten, welches häufig auf den schulischen Kontext bezogen ist.Während schließlich vom Erwerbsstatus und von den subjektive Zufriedenheiten erfassenden Variablen nur geringe Effekte auf die Prägung des Freizeittyps ausgehen, kann man dem Familienstand und sozialstrukturellen Merkmalen eine bedeutendere Rolle zusprechen: So unterscheiden sich verheiratete auf der einen und getrennt lebende, geschiedene und ledige Personen auf der anderen Seite systematisch in ihren Präferenzen: Verheiratete Personen geben den Sozialen Kontakten und dem Engagement stärker den Vorzug, während Befragte ohne festen Lebenspartner eher erlebnisorientierten und kulturellen Aktivitäten nachgehen. Schließlich erweist sich, ganz im Sinne Bourdieus, die formale Bildung als strukturierende Grçße von Lebensstilen bzw. ...
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Die aktuelle Lebensstilforschung weist in der Frage nach der Prägung und Persistenz von Lebens- stilen im Lebenslauf ein bedeutsames Defizit auf. So ist unklar, ob Lebensstile primär durch Kohorten- oder Lebens- zykluseffekte determiniert werden, sich also nach ihrer Ausbildung verfestigen oder aber mit zunehmendem Alter Wand- lungsprozessen unterliegen. Ausgehend von Bourdieus Konzept des Habitus und handlungstheoretischen Überlegungen zur Funktion von Lebensstilen wird von einer Prägung des Lebensstils durch die Kohortenzugehçrigkeit ausgegangen und diese Hypothese auf der Basis der Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) für den Zeitraum von 1990 bis 2008 geprüft. Die Ergebnisse deuten zwar darauf hin, dass bestimmte lebenszyklisch relevante Ereignisse die Stabilität von Lebensstilen beeinträchtigen; insgesamt aber zeigen sich deutliche kohortenspezifische Differenzen in den Freizeit- mustern, die im Lebensverlauf stabil bleiben.
... Hagen and Vogel (2012) report on volunteering by older individuals, which is also directed at other generations, but mostly provided within the own age group. Klocke and Stadtmüller (2011) describe volunteering provided by families for families. ...
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The German Survey on Volunteering (FWS) is a cross-sectional survey of voluntary activities of persons aged 14 and older living in Germany. It is funded by the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth (BMFSFJ). Volunteering and the willingness to volunteer can be reported and described among population groups and across regions. Data of the wares from 1999, 2004 and 2009 as well as documentation material are available for researchers at the Research Data Centre of the DZA (FDZ-DZA, www.fdz-dza.de). The fourth wave will be carried out in 2014 under the scientific supervision of the DZA. The main report of the German Survey on Volunteering 2014 and the scientific use file will presumably be available in 2016.
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Zusammenfassung Die aktuelle Lebensstilforschung weist in der Frage nach der Prägung und Persistenz von Lebensstilen im Lebenslauf ein bedeutsames Defizit auf. So ist unklar, ob Lebensstile primär durch Kohorten- oder Lebenszykluseffekte determiniert werden, sich also nach ihrer Ausbildung verfestigen oder aber mit zunehmendem Alter Wandlungsprozessen unterliegen. Ausgehend von Bourdieus Konzept des Habitus und handlungstheoretischen Überlegungen zur Funktion von Lebensstilen wird von einer Prägung des Lebensstils durch die Kohortenzugehörigkeit ausgegangen und diese Hypothese auf der Basis der Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) für den Zeitraum von 1990 bis 2008 geprüft. Die Ergebnisse deuten zwar darauf hin, dass bestimmte lebenszyklisch relevante Ereignisse die Stabilität von Lebensstilen beeinträchtigen; insgesamt aber zeigen sich deutliche kohortenspezifische Differenzen in den Freizeitmustern, die im Lebensverlauf stabil bleiben.
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Familienpolitik und Engagementpolitik sind zwei verschiedene Politikfelder, die bislang nur selten in ihrem Zusammenhang und hinsichtlich ihrer Wechselwirkungen betrachtet worden sind (vgl. Klocke/Limmer/Lück 2001; Glück/Magel/Röbke 2004; Olk 2005). Im Alltag der Familienmitglieder, aber auch in der Familienbiografie sind diese jedoch vielfältig verknüpft: In der Schule leisten viele Eltern freiwillige Arbeit als Elternsprecher, umgekehrt profitieren sie von freiwilligen Schülerlotsen, die ihre Kinder über die Straße begleiten. Derartige Verknüpfungen ändern sich im Lebensverlauf, es bleibt jedoch ein Geben und Nehmen zwischen Familie und Zivilgesellschaft.
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Civic engagement is usually explained by general motives ("fun") or socio-political attitudes ("moral courage"). In contrast, our contribution argues that voluntary activities are characterized by differentiated forms of collective intentions and subjective motivations. Firstly, we introduce the category of us-feeling to explicate how an actor is affected by the practical logic of a specific field of engagement. Secondly, we elucidate the concept of focussed motives that indicate out how subjects let themselves be guided by a set of life orientations. If the satisfaction of focussed motives depends on the fulfillment of us-feeling then the chances of taking up and continuing civic engagement increase. Our thesis is supported by biographical case studies from two different fields of engagement.
Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland
  • M Literatur Alscher
  • D Dathe
  • E Priller
  • R Speth
Literatur Alscher, M.. Dathe, D., Priller, E. & Speth, R. (2009). Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Projektgruppe Zivilengagement Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Berlin: WZB (Herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin).
Siebter Familienbericht. Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit. Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik
  • Bundesministerium Für Familien
  • Frauen Senioren
  • Jugend Und
Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (2006). Siebter Familienbericht. Familie zwischen Flexibilität und Verlässlichkeit. Perspektiven für eine lebenslaufbezogene Familienpolitik. Berlin: BFSFJ.
Freiwilliges Engagement in Einrichtungen für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit Behinderung. Sonderauswertung für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege auf Basis des Freiwilligensurveys
  • T Gensicke
Gensicke, T. (2005b). Freiwilliges Engagement in Einrichtungen für ältere Menschen, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit Behinderung. Sonderauswertung für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege auf Basis des Freiwilligensurveys 2004. München: TNS Infratest Sozialforschung.
Hauptbericht des Freiwilligensurvey
  • T Gensicke
  • S Geiss
Gensicke, T. & Geiss, S. (2010). Hauptbericht des Freiwilligensurvey 2009. Berlin: BFSFJ (Herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
Wandel der Familienformen in Deutschland und die Bedeutsamkeit des bürgerschaftlichen Engagements. Frankfurt am Main: Forschungszentrum demografischer Wandel, Fachhochschule Frankfurt am Main
  • A Klocke
  • S Stadtmüller
Klocke, A. & Stadtmüller, S. (2009). Wandel der Familienformen in Deutschland und die Bedeutsamkeit des bürgerschaftlichen Engagements. Frankfurt am Main: Forschungszentrum demografischer Wandel, Fachhochschule Frankfurt am Main (FZDW Bericht Nr. 3), http://www.fh-frankfurt.de/de/. media/fzdw/wandel_der_familienformen.pdf.