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Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten in Thüringen

Authors:
  • AG Geobotanik Schleswig-Holstein und Hamburg e.V.

Abstract and Figures

Eight rare and in most cases threatened species of operculate ascomycetes found in Thuringia in the last years are described and illustrated by colour fotos and/or microscopical drawings. Their distribution in Thuringia is presented and their ecological needs are discussed. Some of them are seen as indicator species for near-natural habitats. Zusammenfassung: Acht seltene und meist auch gefährdete Arten operculater Ascomyceten, die in den letzten Jahren in Thüringen gefunden wurden, werden beschrieben und durch Farbfotos und/oder Mikro-zeichnungen illustriert. Ihre Verbreitung in Thüringen wird vorgestellt und ihre ökologischen Bedürfnisse werden diskutiert. Einige von Ihnen werden als Zeigerarten für naturnahe Habitate angesehen.
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Boletus, Band 36, Heft 2, Seite 67 - 82
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER
Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten in Thüringen
BÖHNING, T. & GMINDER, A. (2015): Some rare or endangered operculate ascomycetes from Thuringia.
Boletus 36(2): 67-82
Abstract: Eight rare and in most cases threatened species of operculate ascomycetes found in Thuringia in the
last years are described and illustrated by colour fotos and/or microscopical drawings. Their distribution in
Thuringia is presented and their ecological needs are discussed. Some of them are seen as indicator species for
near-natural habitats.
Key words: Ascomycota, Pezizales, Melastiza boudieri, Otidea tuomikoskii, Peziza apiculata, P. gerardii,
P. obtusapiculata, P. polaripapulata, P. sepiatra, Rhodotarzetta rosea, Thuringia
Zusammenfassung: Acht seltene und meist auch gefährdete Arten operculater Ascomyceten, die in den
letzten Jahren in Thüringen gefunden wurden, werden beschrieben und durch Farbfotos und/oder Mikro-
zeichnungen illustriert. Ihre Verbreitung in Thüringen wird vorgestellt und ihre ökologischen Bedürfnisse werden
diskutiert. Einige von Ihnen werden als Zeigerarten für naturnahe Habitate angesehen.
Einleitung
Thüringen ist bezüglich der operculaten
Ascomyceten relativ gut untersucht. Insbe-
sondere durch G. HIRSCH (Jena) und P. PÜ-
WERT (Sonneberg), teils auch durch F. G-
GER (Warza, jetzt Berlin), G. ECKSTEIN
(Kleinwechsungen) und D. WIESCHOLLEK
(Friedrichroda) wurden seit den 1970er
Jahren Funde erfasst. Viele der Bestimmun-
gen hat D. BENKERT (Potsdam) bestätigt.
Die ThAM-Datenbank umfasst derzeit 630
Arten von operculaten und inoperculaten
Discomyceten, und dennoch kommt es nahe-
zu jedes Jahr zu Erstfunden, selbst in den
Gattungen mit großen Fruchtkörpern. Allein
dies mag als Anreiz dienen, sich auch wei-
terhin mit dieser Gruppe von Pilzen zu
beschäftigen. Des Weiteren ist es möglich,
einige Arten mit auffälligen, ansehnlichen
Fruchtkörpern zur Einschätzung der Qualität
mancher Biotope zu benutzen, was ein
weiterer Grund zur Erforschung dieser Arten
aus Sicht der Landschaftsökologie ist.
2. Untersuchungsgebiete und Methodik
Die Beschreibungen der Funde stammen von
Material, das in und um Jena gesammelt
wurde. Eine Ausnahme bildet Otidea tuomi-
koskii HARMAJA, die nur im Thüringer Wald
nachgewiesen werden konnte. Alle Arten
wurden anhand von Frischmaterial mit den
Mikroskopen Olympus CH2 und Windaus
HPM D1p lichtmikroskopisch untersucht.
Für die Messungen wurden Präparate von
Frischmaterial in H2O mikroskopiert, die
Messwerte entsprechen somit vitalem Mate-
rial, Ausnahmen sind in den Beschreibungen
vermerkt. Zur Verdeutlichung von Sporen-
ornamenten wurde BWB verwendet, für
andere Strukturen Kongo/NH3.
Abkürzungen in den Texten, Färbemittel
BWB = 0,3% Lösung von Baumwollblau in
80%iger Milchsäure;
H2O = Leitungswasser;
Kongo/NH3 = 0,5% Lösung von Kongorot in
10%igem Ammoniak:
MTB = Messtischblatt
Herbarien:
Bö/Gm = Privatherbar der Verfasser;
JE = Herbarium HAUSSKNECHT, Friedrich-
Schiller-Universität Jena.
3. Beschreibung der Arten
Die nachfolgenden Beschreibungen beziehen
sich ausschließlich auf das von uns gesam-
68 Boletus, Band 36 (2), 2015
melte und untersuchte Material. Es ist daher
durchaus möglich, dass nicht die gesamte
Variationsbreite der jeweiligen Art darge-
stellt werden konnte.
Melastiza boudieri (HÖHN.) LE GAL 1958
Lachnea boudieri HÖHN. 1910
Aleuria boudieri (HÖHN.) J. MORAVEC
1994
Verwechselbarer Kurzhaarborstling
Abb. 1-4
Abb. 1: Melastiza boudieri am Standort im Zeitzgrund bei Jena, 19.06.2014: zu beachten ist die
auffallende Violetttönung der Apothezienränder durch den angedrückten Haarkranz
(Foto: T. BÖHNING).
Apothezien 0,5-1,2 cm, flach schüsselförmig,
sitzend, Hymenium mennige- bis zinnoberrot,
rotorange, Außenseite etwa gleichfarben, kurz
unterhalb des Randes mit einem dünnen Kranz
schwarzbrauner Haare versehen, die den Apothe-
zienrand nicht überragen. Dieser angedrückte
dunkle Haarsaum auf orangerotem Untergrund lässt
die Außenseite der Apothezien oft auffallend violett
erscheinen.
Sporen elliptisch, 15,5-17,8 x 8,5-10 µm, ornamen-
tiert, hyalin, jung mit mehreren kleinen Öltröpfchen,
die bei reifen Sporen nicht mehr sichtbar sind;
Sporenornament cyanophil, aus rundlich-kugeligen
2-3 µm hohen Elementen bestehend, die sich im
Regelfall an den Kreuzungsstellen von netzartig
verlaufenden, dünnen Linien befinden, apikal eine
Höhe von 4,5-5,5 µm erreichend (Abb. 4a). Asci
250-290 x 14-16 µm, zylindrisch, achtsporig, zur
Basis hin verschmälert, aus zwei Hyphen entstehend
(pleurorhynch) (Abb. 4d). Paraphysen 4-4,5 µm
breit, nach oben zu schwach keulig auf ca. 8 µm
Abb. 2: Melastiza boudieri am Standort im Zeitz-
grund bei Jena, 19.06.2014 (Foto: T. BÖHNING).
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Abb. 3: Melastiza boudieri am Standort im Zeitzgrund bei Jena, 28.06.2014: nach Regen stark
durchfeuchtete Apothezien zeigen ein leuchtendes Orange (Foto: T. BÖHNING).
verdickt, hyalin, apikal nicht gebogen, auf ganzer
Länge mit orangefarbenen Pigmenttröpfchen
versehen, mehrfach septiert (Abb. 4e). Ektales
Excipulum aus einer textura angularis bis globosa
bestehend, die einzelnen Zellen 20-50 µm im
Durchmesser. Haare 50-205 x 9-12 µm, bräunlich,
dickwandig, ohne oder mit 1-3 Septen, teils zu
kleinen Büscheln zusammenneigend, einer runden
Zelle des Excipulums entspringend (Abb. 4c).
Vorkommen auf reinem Sandboden entlang eines
kaum begangenen Wanderwegs in einem Bachtal,
zusammen mit beginnendem Moos- und Graswuchs.
Als Begleitpilze waren nur eine unreife nicht
bestimmbare Scutellinia-Art und Mycena acicula
(SCHAEFF.) P. KUMM. zu verzeichnen.
Abb. 4: Melastiza boudieri; Mikromerkmale:: a:
Sporen (a1 unreif) - b: Sporen von M. flavorubens zum
Vergleich - c: Haare - d: Ascus (Spitze und Basis) - e:
Paraphysen; Maßstab 10 µm (Zeichnung:
A. GMINDER)
70 Boletus, Band 36 (2), 2015
Nachweis in Thüringen
5136/2.24, Zeitzgrund bei Schleifreisen, Hasental,
300 m bachaufwärts von der Ziegenmühle, 300 m
NN, 13.06.2014, leg./det. T. BÖHNING & A.
GMINDER, 19. und 28.06.2014, leg./det. H. & T.
BÖHNING,, Beleg 14031 in Bö/Gm.
Diskussion
Der bei BOLLMANN et al. (2007) angeführte,
deutsche Name ist zwar wenig aussagekräf-
tig, aber durchaus richtig. Zum einen kann
die Art makroskopisch kaum erkannt und für
eine andere Melastiza- oder auch für eine
kurzhaarige Scutellinia-Art gehalten werden,
zum anderen hat sie in Melastiza flavoru-
bens (REHM) PFISTER & KORF einen sehr
ähnlichen Doppelgänger. Von dieser Art
unterscheidet sie sich in erster Linie durch
das deutlich gröbere Sporenornament, die
etwas breiteren Sporen, sowie die etwas
längeren und schmaleren Haare, die apikal
meist zugespitzt und nicht keulig verdickt
sind. Auch die größeren Asci sind ein Unter-
scheidungsmerkmal. Die Sporenornamenta-
tion ist nicht nur wesentlich höher, sondern
sie wirkt auch pustelig bis halbkugelig und
ist somit von der flacheren, bisweilen fast
kristallin wirkenden Ornamentation bei
M. flavorubens deutlich verschieden (Abb.
4a-b). Dagegen wird der Farbe der Apothe-
zien (gelborange bei M. flavorubens gegen-
über zinnoberrot bei M. boudieri) heute
keine Bedeutung mehr zuerkannt.
Tab. 1: Merkmalsvergleich zwischen M. boudieri und M. flavorubens (alle Angaben in µm).
M. boudieri
M. flavorubens
Sporen
Eigenfund
15,5-17,8 x 8,5-10
VAN VOOREN 2014a
(13-)14-16 x (7-)7,5-8,5
BLANK & DOUGOUD 1991
15,5-17,5 x 8,8-9,6
LASSUEUR 1980
18 x 10 (Mittelwert)
M
ORAVEC
1994
(15-)16,5-19,5(-21) x
9,2-12,5(-15)
(13-)15-18 x 7-9
E. RUBIO (ERD-2452)
14-17 x 7-8
R.
T
ENA
(RT11100601)
16-20(-20,5) x
(9,3-)9,6-10,5(-10,8)
Ornament
Eigenfund
2-3, apikal bis 5,5
VAN VOOREN 2014a
1-2, apikal bis 3
BLANK & DOUGOUD 1991
2-3, apikal noch höher
LASSUEUR 1980
2-3, apikal oft über 4
MORAVEC 1994
1,5-3,5(-4,5), apikal bis 5,5
0,5-1,5, apikal bis 2,5
R. TENA (RT11100601)
apikal 3-4,7(-5,7)
Asci
Eigenfund
250-290 x 14-16
VAN VOOREN 2014a
210-250 x 12-14
BLANK & DOUGOUD 1991
265-296 x 14,5-16
LASSUEUR 1980
260-300 x 15-20
R. TENA (RT11100601)
280-335 x 15-18
Haare
Eigenfund
50-205 x 9-12
VAN VOOREN 2014a
55-175 x 12-18
BLANK & DOUGOUD 1991
bis 210 x 10-12,5
LASSUEUR 1980
bis 175 x 5-13
MORAVEC 1994
70-250 x 9-16
R. TENA (RT11100601)
(35-)50-200 x 9-13
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 71
Melastiza boudieri wird hier unseres Wis-
sens erstmals für Deutschland berichtet. Die
ähnliche, ebenfalls sehr seltene M. flavoru-
bens wurde dagegen in Deutschland schon
gefunden (DGfM-Datenbank), wenn auch
nicht in Thüringen.
Otidea tuomikoskii HARMAJA 1976
= ?Otidea papillata HARMAJA 1976
Kleiiger Öhrling
Abb. 5-7
Apothezien 2-4,5 cm hoch, 1-2 cm breit,
langgestreckt tütenförmig, apikal spitz zusam-
menlaufend, innen oliv- bis senfgelb, glatt, Außen-
seite im selben Farbton, aber etwas bräunlicher, von
dunkleren Wärzchen besetzt, kleiig (schon ohne
Lupe sichtbar), basal zusammengezogen zu einem
kurzen, vom Myzel weiß überfaserten Stielchen.
Sporen elliptisch, 9-11,5 x 5-6 µm, glatt, hyalin,
mit zwei großen Öltropfen (Abb. 7a). Asci 150-200
x 8-10 µm, zylindrisch, achtsporig, zur Basis hin
verschmälert, mit Haken (Abb. 7b). Paraphysen 3-
5 µm breit, hyalin, apikal teils nur schwach
gebogen, teils spazierstockartig gekrümmt, nur sehr
selten mit ein oder gar zwei Abzweigungen oder
Ausstülpungen, manchmal schwach verbreitert,
nicht selten jedoch eher etwas zugespitzt, im oberen
Bereich mit farblosen Guttulen (Abb. 7c).
Excipulum aus einer textura angularis bis globosa
bestehend, die einzelnen Zellen 20-45 µm im
Durchmesser, am Rand in bis ca. 150 µm lang
abstehende Zellketten auslaufend, die sich +/-
büschelig verkleben, mit zahlreichen gelblichen
Pigmentkörnchen inkrustiert (Abb. 7d).
Vorkommen in der Nadelstreu montaner und
submontaner, bodensaurer Fichtenwälder und
-forste, oft an etwas reicheren Stellen mit Wald-
Sauerklee (Oxalis acetosella L.). Die Wälder sind
überwiegend dem Reitgras-Fichtenwald (Calam-
agrostio-villosae-Piceetum (TX.) HARTM., auch als
"Piceetum hercynicum" bezeichnet) und dem Farn-
Sauerklee-Fichtenforst (Oxalis-acetosella-Fichten-
forst) zuzuordnen. Als konstante Begleitarten an den
thüringischen Standorten sind Agaricus porphyrizon
P. D. ORTON, Tephrocybe inolens (FR.) M. M. MO-
SER mit Clitopilus stanglianus (BRESINSKY & PFAFF)
NOORDEL. & CO-DAVID, Boletus calopus PERS.,
Clitocybe odora (BULL.) P. KUMM., Helvella elas-
tica BULL. und Clavulina coralloides (L.) J. SCHRÖT.
zu nennen. Diese Artenkombination dürfte sich
jedoch bei weiteren Funden, selbst innerhalb
Thüringens, kaum als konstant erweisen.
Abb. 5: Otidea tuomikoskii am Standort Oberhof,
03.08.2004 (Foto: A. GMINDER).
Nachweise in Thüringen
5230/1.44, 1,5 km südlich des Ortsrandes von
Luisenthal, Krippenkopf, 100 m westlich der L 3247
in Höhe des NSG "Siegelbach", 660 m NN, 25.08.
und 09.10.2014, leg./det. A. GMINDER.
5231/4.33, Unterpörlitz, am ehemaligen Waldbad,
455 m NN, 27.08.2014, leg./det. A. GMINDER. In
diesem von Kiefern dominierten Wald kommt die
Art nur dort vor, wo mehrheitlich eingemischte
Fichten stehen und reiner Nadelstreuboden vor-
herrscht.
5330/1.22, Oberhof, Wald südöstlich des Liftes an
der Rodelwiese, 780 m NN, erstmals 03.08.2004,
leg. A. GMINDER, det. N. VAN VOOREN (als O. pa-
pillata f. pallidefurfuracea). Am selben Standort
auch in den Folgejahren immer zu finden (letztmals
07.10.2014, leg. unbekannter J.E.C.-Teilnehmer).
Die Art ist sicherlich weiter verbreitet als die
wenigen bisherigen Fundorte suggerieren.
Diskussion
Für Öhrlinge mit einer mit Wärzchen besetz-
ten Außenseite und kleinen Sporen kommen
nur zwei Taxa in Frage: Otidea papillata
HARMAJA und O. tuomikoskii HARMAJA.
Beide Arten wurden in derselben Publikation
72 Boletus, Band 36 (2), 2015
Abb. 6: Otidea tuomikoskii am Standort Oberhof, 03.08.2004: Der büschelig gedrängte Wuchs kommt
bei dieser Art häufig vor (Foto: A. GMINDER).
neu beschrieben (HARMAJA 1976: 30-31).
Auch in einer jüngeren Arbeit über Otidea
führt dieser Autor die beiden Arten getrennt
auf (HARMAJA 2009). Sie werden dort auf-
grund der Färbung sogar recht weit vonein-
ander entfernt aufgeschlüsselt: Erkennt man
in den Apothezien "echte gelbe Farbtöne",
dann führt dies zu O. tuomikoskii, wo sich
ein Verweis zu O. papillata findet, verneint
man dies und geht mit "irgendwie bräun-
lichen Tönen" weiter, so kommt man zu
O. papillata. Weitere Unterscheidungsmerk-
male finden sich in der Ökologie, denn von
HARMAJA (2009) wird O. tuomikoskii für
mäßig feuchte Heidewälder oder grasig-
krautige Wälder in mit Fichtennadeln
durchsetztem Humus angegeben, während
O. papillata in mäßig stickstoffreichen bis
basischen, grasig-krautigen Wäldern vorkom-
me und als calciphile Art angesehen wird.
Zwar sind bei unseren Funden keine rein
gelben Farbtöne zu erkennen, aber doch
olivgelbliche Mischtöne zumindest im Hy-
menium. Ferner liegen alle uns bisher be-
kannt gewordenen Funde in Fichtenwäldern
und -forsten auf sauren Böden, wenngleich
nicht immer an besonders nährstoffarmen
Stellen. Daher tendieren wir heute dazu, die
zunächst als O. papillata angesprochenen
Funde O. tuomikoskii zuzuordnen. Ob diese
beiden Arten überhaupt trennbar sind, ist für
uns zweifelhaft. Im Falle einer Identität hätte
der Name O. tuomikoskii Priorität, da er eine
Seite vor O. papillata veröffentlicht wurde.
VAN VOOREN et al. (2008) rückten diese
bereits 1976 beschriebenen Taxa ins Be-
wusstsein der mittel- und südeuropäischen
Mykologen, denn bis dahin blieben Öhrlinge
mit papillierter Außenseite offensichtlich un-
beachtet oder fehlbestimmt. VAN VOOREN
bestimmte den thüringischen Erstfund,
zunächst nach einem Foto und bestätigte
seine Determination durch Untersuchung des
Belegs, damals als O. papillata f. pallide-
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 73
furfuracea VAN VOOREN & HAIRAUD. Unter
diesem Namen ist er auch in VAN VOOREN
et al. (2008) publiziert. Dort wird auch ein
möglicher deutscher Erstfund von O. tuomi-
koskii erwähnt, nämlich ein als O. onotica
bestimmter Fund von E. GARNWEIDNER, der
in SCHMID & SCHMID (1991, Tf. 55) abge-
bildet ist. Ob diese Interpretation richtig ist,
darf angezweifelt werden. Bezeichnend ist
jedoch, dass nach der Färbung der Fund aus
SCHMID & SCHMID (lit. cit.) zu O. papillata
gehören müsste, unser abgebildeter Fund aus
Oberhof dagegen zu O. tuomikoskii. Also
genau anders herum, als sie in VAN VOOREN
et al. (2008) geführt werden. Zieht man dann
noch in Betracht, dass VAN VOOREN in
seiner neuen Arbeit über die Pezizales der
Region Rhône-Alps (VAN VOOREN 2014a)
O. papillata gar nicht aufführt, obwohl der
einzige in VAN VOOREN et al. (2008)
erwähnte Fund dieser Art aus diesem Gebiet
stammte, dann kann man davon ausgehen,
dass eine Trennung von O. papillata und O.
tuomikoskii nicht möglich ist und die beiden
Namen als Synonyme geführt werden
sollten.
Abb. 7: Otidea tuomikoskii; Mikromerkmale: a:
Sporen - b: Ascus (Spitze und Basis) - c:
Paraphysen - d: Ectales Excipulum mit
Randzellen; Maßstab 10 µm (Zeichnung: A.
GMINDER).
Peziza-Arten mit apiculatem Sporenorna-
ment (”Sect. Apiculati“)
Abgesehen von der bei uns relativ häufigen
Peziza phyllogena COOKE sind in Thüringen
in den letzten Jahrzehnten von den folgen-
den drei Arten dieser Gruppe insgesamt nur
sieben Aufsammlungen bekannt geworden.
Die Nachweise sind aufgrund der Seltenheit
dieser Arten meist durch eine Publikation
belegt. Wir können jeder Art einen weiteren
Fundort hinzufügen. Zumindest einige der
Gruppe sind als Zeigerarten für hochwertige
Biotope geeignet.
Ob die Gruppe der apiculatsporigen Peziza-
Arten einen gültigen Sektionsnamen besitzt,
ist zweifelhaft. Der aus Gründen der Ein-
deutigkeit vorteilhafte Name Sect. Apiculati
DONADINI ist zum einen nicht gültig, zum
anderen nach HIRSCH (1984) überflüssig.
Dieser Autor diskutiert die nach seiner Mei-
nung gerechtfertigte Beibehaltung einer ei-
genen Sektion für diese Arten (ohne P. pola-
ripapulata und P. phyllogena) und stellt
konsequenterweise die bereits von MALEN-
ÇON (1939) in der Gattung Aleuria aufge-
stellte Sektion Aleurodiscina als Peziza sect.
Aleurodiscina (MALENÇON) G. HIRSCH in
die Gattung Peziza. Ob dieses Taxon in
Mycobank und Index Fungorum nur über-
sehen wurde oder ob sie als nicht gültig
betrachtet werden, konnte noch nicht geklärt
werden, da bisher die Originalbeschreibung
von MALENÇON (1939) von uns nicht einge-
sehen werden konnte. Der ungültige Name
Apiculati ist jedoch in diesen Indices
verzeichnet.
Peziza apiculata COOKE 1875
Spitzstacheliger Anhängsel-Becherling
Abb. 8a
Apothezien 0,5-0,7 cm breit, 0,2-0,3 cm dick,
wenig schüsselförmig bis scheibenförmig ausge-
breitet, sehr kurz gestielt oder mittig in einem Punkt
zusammengezogen, düster braunschwarz, insbe-
sondere zum Rand hin mit deutlicher hervor-
tretendem oliven Ton, ein Apothezium dunkel oliv-
braun, Außenseite etwa gleichfarben, etwas rau,
aber nicht gepustelt.
74 Boletus, Band 36 (2), 2015
Sporen spindelig bis lang-elliptisch, 16,5-18,5-21,8
x 7,5-8,5-9,5 µm, ornamentiert, hyalin, alt
gelbbräunlich, jung mit zahlreichen gelblichen
Guttulen, die bei zunehmender Reife verschwinden,
Sporenornamentation auf der Sporenfläche aus
isolierten, eckig-kristallförmigen Elementen
bestehend, teilweise auch rundlich, an den Polen in
ein oder mehrere, spitz zulaufende Anhängsel
auslaufend. Die Bildung der Anhängsel erfolgt
während des Reifeprozesses der Spore, so wie sich
auch das restliche Sporenornament aus isolierten
runden Wärzchen hin zu sub-isolierten, eckig-
kristallinen Ornamenten entwickelt. Die Bildung der
Polanhängsel scheint keinem bestimmten Schema
zu folgen. Es kommen ein oder bis zu sechs Apikuli,
alle kurz, alle lang oder gemischt in allen
Kombinationen vor. Vermutlich ist dies von
Kollektion zu Kollektion unterschiedlich. Aals
Charakteristikum der P.-apiculata-Sporen sind vor
allem das Vorkommen von dünnen, spitz
zulaufenden Apikuli zu nennen (Abb. 8a). Asci 250-
310 x 15-17 µm, zylindrisch, achtsporig, zur Basis
hin verschmälert, aus zwei Hyphen gebildet
(pleurorhnych), apikal mit Melzers blau reagierend.
Paraphysen 4-5,5 µm breit, hyalin, apikal
zylindrisch bis schwach verbreitert (bis 7 µm), im
oberen Bereich mit gelblichen Guttulen.
Inkrustationen, wie von HÄFFNER (1986: 202) be-
schrieben, konnten wir nicht beobachten.
Excipulum unterhalb des Hymeniums folgt eine
etwa 20-50 µm starke Schicht aus kleinen,
angulären Zellen (bis ca. 15 µm), übergehend in
Medulla und Excipulum, das aus einer textura
globulosa aus bis zu 50 µm großen Zellen besteht.
Die Endzellen des ectalen Excipulums ordnen sich
etwas parallel zueinander an, sind deutlich kleiner
als die im Innern und dunkel pigmentiert.
Nachweise in Thüringen
4832/3, Alperstedt, NSG Alperstedter Ried, auf sehr
feucht liegendem Laubholz, 08.08.1975, leg./det.
G. HIRSCH, Beleg in JE.
5030/4.1, Gotha, NSG Siebleber Teich, auf über-
flutetem Laubholz, 1995, leg./det. F. GRÖGER.
5035/4.24, Jena, Jenaprießnitz, Spittelberg, lehmig-
tonige Bachböschung, 265 m NN, 08.08.2013,
leg./det. T. BÖHNING, Beleg 13J092 in Bö/Gm.
Diskussion
Zieht man die gesamte Variabilität der vor-
kommenden Sporenanhängsel in Betracht,
kann eine Verwechslung mit einer der
anderen Arten kaum vorkommen. Einzelne
Sporen können jedoch nicht eindeutig sein.
Gelegentlich kommen relativ breite, konisch
zulaufende Anhängsel vor, die denen von
P. obtusapiculata ähneln. Auch die Sporen-
maße überschneiden sich etwas. Die Unter-
schiede von P. apiculata zu P. polarispinosa
sind, abgesehen von den deutlich längeren
Sporen, ebenfalls nicht eindeutig. Ohne eine
höhere Anzahl ausgereifter Sporen können
Kollektionen der „Apiculati“ nicht sicher
bestimmt werden.
Abb. 8: Sporenskizzen von Peziza sect. „Apiculati“: a: Sporen von P. apiculata - b: Sporen von P.
obtusapiculata - c: Sporen von P. polaripapulata; Maßstab 10 µm (Zeichnung: A. GMINDER).
Peziza obtusapiculata J. MORAVEC 1984
Stumpfstachliger Anhängsel-Becherling
Abb. 8b
Apothezien 1,2-2,2 cm breit, 0,4-0,8 cm dick, flach
schüsselförmig, jung mittig etwas zusammen-
gezogen, mit leicht eingebogenem Rand, relativ
dickfleischig, Hymenium düster olivgrün bis
olivbraun, Außenseite noch etwas dunkler, zerstreut
feinkörnig, fast glatt, Fleisch dunkel olivbräunlich.
Sporen langgestreckt elliptisch, mit 17,5-18,6-20,5
x 8-8,5-9,3 µm etwas länger als allgemein in der
Literatur angegeben, ornamentiert und mit apikalem
Anhängsel, hyalin, Sporenornamentation aus relativ
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 75
feinen, rundlichen bis eckigen, isolierten Elementen
bestehend, an den Polen mit je einem langgezogen-
konischen, bis 4,5 x 4 µm messenden Anhängsel,
das teilweise bereits die Polkappe umgibt. Je
Sporenende wird immer nur ein Anhängsel aus-
gebildet, das von einer bis zu 4 µm breiten Basis in
eine etwa 1 µm breite, stumpfe Spitze ausläuft
(Abb. 8b). Asci 270-320 x 10,5-13 µm, zylindrisch,
achtsporig, zur Basis hin verschmälert, aus zwei
Hyphen gebildet (pleurorhnych), apikal mit Melzers
blau reagierend. Paraphysen 3,5-4,5 µm breit,
hyalin, zylindrisch, auf ganzer Länge unregelmäßig
gelbliche Guttulen enthaltend. Excipulum: Unter-
halb des Hymeniums folgt eine als Subyhmenium
zu bezeichnende textura intricata, die bald mehr und
mehr mit rundlichen bis birnförmigen Elementen
untermischt ist und in eine nahezu reine textura
globulosa übergeht. Ein ectales Excipulum ist
schwer erkennbar, doch werden die Zellen zum
Apothezienrand hin deutlich kleiner und pris-
matischer und sind eher senkrecht angeordnet. Eine
echte Außenschicht wie bei P. polaripapulata
konnten wir nicht feststellen, was aber an den
deutlich älteren Fruchtkörpern der untersuchten
Kollektion liegen könnte.
Nachweise aus Thüringen
4330/3.4, 2,4 km nordöstlich Sülzhayn (Kirche),
Steinmühlental am Fuhrbach, 420 m NN,
20.06.2005, leg. G. ECKSTEIN, det. D. BENKERT
(ECKSTEIN 2006).
5035/2.22, Neuengönna, Erdengraben, 700 m
bachaufwärts westlich der B88, bachbegleitender
Eschen-Ahorn-Lindenmischwald, auf stark ver-
morschtem Laubholz (Acer pseudoplatanus oder
Fraxinus excelsior), 165 m NN, 11.07.2008,
leg./det. A. GMINDER, Beleg 2008/074 in Bö/Gm.
5036/1, Jena, Tautenburger Forst, NSG Hohe
Lehde, thermophiler Eichenmischwald, auf liegen-
dem morschem Laubholzast (Quercus?),
18.05.1999, leg./det. G. HIRSCH, Beleg Nr. 380, in
JE.
Diskussion
Ein gemeinsames Vorkommen dieser Art
mit P. polaripapulata, wie von HUTH &
HUTH (1998) festgestellt, konnten wir nicht
beobachten. Auch bei keinem der anderen
publizierten Funde war dies der Fall, so dass
ein gemeinsames Vorkommen als seltene
Ausnahme angesehen werden muss, ob-
gleich sich die ökologischen Ansprüche bei-
der Arten ähneln. Beide sind Zeiger für
hochwertige, naturnahe xerotherme Laub-
wälder und kommen beide auf morschem,
nicht dauernass liegendem Laubholz vor.
Dies unterscheidet sie von der oft an Bach-
böschungen auf nassem Holz und dem um-
gebenden Erdboden wachsenden P. apicula-
ta, die Feuchtbiotope bevorzugt.
Peziza polaripapulata (J. MORAVEC) K.
HANSEN 1998
Galactinia polaripapulata J. MORAVEC
1969
Polkappen-Anhängsel-Becherling
Abb. 8c, 9
Apothezien 1,5-3 cm breit, 0,4-0,8 cm dick, wenig
schüsselförmig bis flach ausgebreitet, jung manch-
mal eher urnenförmig, mit dünnem Randwulst (alt
kaum wahrnehmbar), bisweilen mit punkt- oder fast
nabelförmig zusammengezogener Mitte, relativ
dickfleischig, je nach Durchfeuchtungsgrad ent-
weder lebhaft oliv-, senf- bis ockergelb oder dunkel
olivbraun, Außenseite etwa gleichfarben, glatt,
Fleisch gelblich, bei getrockneten Fruchtkörpern
bernsteinfarben (Abb. 9).
Sporen elliptisch, 15-16,2-17 x 8-8,9-9,5 µm,
ornamentiert, hyalin, jung mit zahlreichen gelbli-
chen Guttulen, die bei zunehmender Reife ver-
schwinden, Sporenornamentation aus in Wasser
gelblichen, isolierten bis kurzgratigen Elementen
bestehend, an den Polen oft zu mehr oder weniger
geschlossenen Kappen verschmelzend (Abb. 8c).
Asci 210-265 x 15-17 µm, zylindrisch, achtsporig,
zur Basis hin verschmälert, aus zwei Hyphen
gebildet (pleurorhnych), apikaler Bereich teils bis
etwa ein Drittel des gesamtnen Ascus mit Melzer
blau reagierend. Paraphysen 4-5,5 µm breit, hyalin,
apikal zylindrisch, im oberen Bereich mit gelblichen
Guttulen. Excipulum: Unterhalb des Hymeniums
folgt eine etwa 100-130 µm starke Schicht aus einer
textura intricata mit relativ breiten Hyphen (bis 12
µm), untermischt mit rundlichen bis birnförmigen
Elementen, die sich relativ abrupt in eine textura
globulosa mit deutlich größeren Zellen (bis 75 µm)
ändert, nur wenig untermischt mit länglichen,
verzweigten Elementen. Das ectale Excipulum wird
aus einer Lage mit vorwiegend Hyphen aufgebaut,
untermischt mit rundlichen Zellen, vergleichbar der
Schicht unterhalb des Hymeniums. Insgesamt sind
im gesamten Excipulum rundliche Zellen vorhan-
den, jedoch überwiegen sie die länglichen nur im
mittleren Bereich, während sie unterhalb des
Hymeniums und an der Außenseite einen geringeren
Anteil haben.
76 Boletus, Band 36 (2), 2015
Abb. 9: Peziza polaripapulata nach einem Fund aus Österreich, vom 05.07.2011: zu sehen ist die
typische Farbvarianz der Apothezien zwischen olivgelb und dunkel schwarzbraun, die noch deutlicher
ausgeprägt sein kann (Foto: A. GMINDER).
Vorkommen auf oder neben stark vermorschtem
Laubholz, in basenreichen Buchenwäldern und
deren Sukzessionsstadien, gelegentlich in anderen
mesophilen edellaubholzreichen Wäldern.
Nachweise in Thüringen
4733/4, Hohe Schrecke, Oberheldrungen,
03.07.1998, leg. S. BISKUP, det. G. HIRSCH.
4928/2, Nationalpark Hainich, 3 km nordwestlich
Craula, Craulaer Hausmassen, Buchenwald mit
hohem Edellaubholzanteil, an uraltem liegendem
Stamm von Fagus silvatica, 05.06.1999, leg./det.
G. HIRSCH.
4529/3.1, Bleicheröder Berge, 3,5 km westlich
Bleicherode, Buhlaer Plan, auf liegenden, morschen
Ästen von Fagus silvatica, 25.05.2004, leg./det.
W. SCHULZ.
5035/2.32, Jena-Nord, Weidenberg, Klinge 500m
nordöstlich Ende Jägerbergstraße, liegender
Stammteil von Fagus silvatica, Optimalphase,
12.06.2014, leg. Exkursion Ascomyceten-Kurs, det.
A. GMINDER.
Diskussion
Bisweilen wird P. badioides DON. 1978 als
Synonym von P. polaripapulata angesehen
(HÄFFNER 1986, HOHMEYER 1986), doch
unterscheidet sich diese Art sowohl makro-
skopisch durch deutlich größere, anders
geformte und gefärbte Apothezien, als auch
mikroskopisch durch einen vorwiegend aus
einer textura intricata bestehenden Apothe-
zienbau. Den deutschen Erstnachweis für
P. badioides erbrachten erst kürzlich LOH-
MEYER & GLASER (2013).
Die beiden 1998 bekannt gewordenen
deutschen Erstfunde. sowie zwei von D. BEN-
KERT revidierte österreichische Belege haben
HUTH & HUTH (1998) aufgeführt. Die letz-
teren sind zusammen mit einem weiteren be-
reits von HÄFFNER (1995) publiziert worden.
Mittlerweile ist die Art aber doch mehrfach
in Europa gefunden worden, u. a. in Däne-
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 77
mark (HANSEN et al. 1998), der Schweiz
(DOUGOUD 2002) und Österreich (Eigenfund
2007, sowie 2 weitere Funde in ÖSTER-
REICHISCHE MYKOLOGISCHE GESELLSCHAFT
2009). Auch in Deutschland kamen weitere,
bisher unpublizierte Funde hinzu (u. a. in
Sachsen-Anhalt (H. SCHUBERT, pers. Mitt.)
und Bayern (R. MARKONES, pers. Mitt.), so
dass sich die ökologischen Ansprüche der
Art etwas besser fassen lassen. In den
meisten Fällen wurde sie in naturnahen
Laubmischwäldern gefunden, oft in Schutz-
gebieten, meist auf finalfaulem Holz. Neben
Buche als Hauptwirt wird Esche, einmal
auch Fichte angegeben.
Nach den vorliegenden Funden zu urteilen
kann P. polaripapulata als Zeigerart für
naturnahe Laubwälder, insbesondere basen-
reiche Buchenwälder mit Übergängen in
Bachtälern zum Bergahorn-Eschen-Schatt-
hangwald, sowie deren von Eschen domi-
nierte Sukzessionsstadien gelten. HUTH &
HUTH (1998) sehen P. polaripapulata je-
doch als Charakterart des grundwasserfernen
lindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes über
Muschelkalk an, also einer etwas trocke-
neren und thermophileren Waldgesellschaft.
In diesem Zusammenhang wird die Einstu-
fung in der Roten Liste Thüringen (HIRSCH
2011) in Kategorie 3 (= "gefährdet") als zu
optimistisch angesehen, insbesondere im
Vergleich zu P. apiculata, die dort als "vom
Aussterben bedroht" (Kategorie 1) geführt
wird. Beide Arten sind etwa gleich selten
und besiedeln anspruchsvolle, gefährdete
Habitate, so dass beide besser in die Kate-
gorie 2 ("stark gefährdet") einzuordnen wä-
ren. Dies gilt im Übrigen auch für die Rote
Liste Deutschlands (PÄTZOLD et al. 2015), in
der P. polaripapulata als "ungefährdet" an-
gesehen wird, während P. apiculata in Kate-
gorie R ("potentiell wegen Seltenheit gefähr-
det") geführt wird.
Tab. 2: Vergleichende Ökologie von Peziza apiculata, P. obtusapiculata und P. polaripapulata
P. apiculata
P. obtusapiculata
P. polaripapulata
nass bis sehr feucht
trocken bis frisch
frisch bis mäßig feucht
indet. Laubholz
auch terricol
Quercus, Acer,
Fraxinus
Fagus
Sümpfe, Moorränder,
Bachböschungen
Eichenwälder,
Bergahorn-Linden-
Schluchtwälder
Buchenwälder, Bergahorn-
Eschen-Hangwälder
Peziza gerardii COOKE 1875
= Peziza ionella QUÉL. 1878
Spindelsporiger Violett-Becherling
Abb. 10-11
Apothezien 0,3-0,8 cm breit, wenig schüsselförmig
bis flach ausgebreitet, mit dünnem, zackig abste-
hendem Rand, punktförmig gestielt und dadurch oft
etwas kreiselförmig wirkend, lebhaft lila bis violett
im Hymenium (Im Farbton zwischen RAL 4001 und
4008, etwa C60M80Y00K10 entsprechend), außen
etwas weniger lebhaft gleichfarben, fein gepustelt,
Fleisch violettlich, beim Durchschneiden feucht
oder sogar etwas farblosen Saft abgebend.
Sporen spindelig, 24-28,5-31 x 8-9,3-10,5 µm,
glatt, hyalin, mit ein bis drei großen und zahlreichen
kleinen Guttulen, die zusammen die Sporen ziem-
lich ausfüllen (Abb. 11a). Die von VAN VOOREN
(2014b) beschriebene feine Längsstreifung der
Sporen in BWB konnten wir nicht beobachten.
Asci 270-320 x 13-17 µm, zylindrisch, achtsporig,
zur Basis hin verschmälert, aus zwei Hyphen
gebildet (pleurorhynch), apikal mit Melzers blau
reagierend (Abb. 11b). Paraphysen 4-6 µm breit,
hyalin, apikal zylindrisch, seltener unauffällig
verbreitert (bis ca. 7 µm), im oberen Bereich mit
braunvioletten Auflagerungen (Abb. 11c). Exci-
pulum: unterhalb des Hymeniums folgt eine kurze
Schicht aus einer textura intricata mit relativ viel
interzellulärem Pigment, die sich relativ abrupt in
eine textura globulosa ändert, die die Medulla und
das Excipulum bildet.
Nachweise in Thüringen
4632/1, Kyffhäuser, Bad Frankenhausen, Hohlweg
nordwestlich der Kattenburg, Zeitraum 08.-
13.10.1973, leg./det. D. BENKERT.
5035/2.1, Jena, Rödigen, Plattenberg, 10.09.2014,
leg./det. T. BÖHNING, Beleg in Bö/Gm.
78 Boletus, Band 36 (2), 2015
5339/1, Vogtland, Greizer Wald, FND „Kalkinsel“
bei Waldhaus, 11.08.1977, leg./det. PAECHNATZ
(PAECHNATZ & PAECHNATZ 1978), Beleg in JE.
5529/2, 1,5 km südl. Themar, Röderholz,
02.10.1987, leg./det. G. HIRSCH, Beleg in JE.
Zu einem weiteren Fund aus der Thürin-
gischen Rhön (Aug. 2011, F. PUTZMANN,
P. PÜWERT) liegen uns keine genaueren
Daten vor.
Abb. 10: Peziza gerardii am Standort bei Jena, Rödigen, 10.09.2014 (Foto: T. BÖHNING).
Abb. 11: Peziza gerardii; Mikromerkmale: a:
Sporen - b: Ascus (Spitze und Basis) - c: Paraphy-
sen; Maßstab 10 µm (Zeichnung: A. GMINDER).
Diskussion
Obwohl es sich um eine auffallend gefärbte,
mikroskopisch eindeutig bestimmbare Art
handelt, sind nur wenige Funde bekannt. Das
lässt den Schluss zu, dass die Art überall
selten ist. Die Apothezien sind zwar klein,
aber es liegt von weitaus kleineren, un-
scheinbareren Arten oft ein Vielfaches an
Funden vor.
Die ökologischen Ansprüche von Peziza
gerardii sind schwer zu fassen, die Art aus
einer Vielzahl verschiedener Biotope be-
kannt. Beispielsweise wurde sie in Thürin-
gen an der Böschung eines Hohlwegs gefun-
den (s. oben), GMINDER (1998) berichtet von
einem Vorkommen in einer Bachuferflur
unter Petasites alba (L.) GAERTN., VAN
VOOREN (2014b) fand sie sogar in einer
alpinen Schneetälchengesellschaft mit Sol-
danella spec.. Gemeinsam ist allen Funden
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 79
das Vorkommen auf meist lehmigem, nack-
tem Boden, so dass P. gerardii als Pionierart
angesehen werden kann. Soweit nachvoll-
ziehbar, sind die meisten bekannten Stand-
orte von vorübergehendem Charakter, was
diese Vermutung stützen würde.
Peziza sepiatra COOKE 1875
Sepiabrauner Becherling
Abb. 12-13
Apothezien 0,5-1 cm breit, schüsselförmig, sitzend,
Rand glatt, Hymenium düster graubraun, sepiabraun
(RAL 8014), Außenseite heller, eher grau, völlig
glatt.
Sporen (breit-)elliptisch, 18-20,6-22 x 10-11,5-
12,5(-13) µm, glatt, hyalin, ohne Guttulen (Abb.
13a). Asci 270-300 x 11-13 µm, zylindrisch,
achtsporig, zur Basis hin verschmälert, aus zwei
Hyphen gebildet (pleurorhnych), apikal mit Melzers
blau reagierend (Abb. 13b). Paraphysen 3,5-4,5 µm
breit, hyalin, zylindrisch, mit einzelnen zerstreuten
Guttulen (Abb. 13c). Excipulum: Unterhalb des
Hymeniums folgt eine als Subyhmenium zu
bezeichnende textura intricata, die bald mehr und
mehr mit rundlichen bis birnförmigen Elementen
untermischt ist und in eine nahezu reine textura
globulosa übergeht.
Nachweise in Thüringen
5034/1.14, Weimar, Webicht, mit Sommer-Linde
untermischter Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-
wald, 280 m NN, 07.07.2004, leg./det. T. BÖHNING
& A. GMINDER.
Ein weiterer Fund ist aufgrund der Ökologie und der
angegebenen Sporenmaße (20-22 µm, Beleg nicht
geprüft) sehr zweifelhaft:
4933/2, zwischen Krautheim und Schwerstedt,
Brandstelle, Mai 1939, leg./det. A. HENKEL
(HENKEL 1939), Beleg in JE.
Abb. 12: Peziza sepiatra am Standort, 07.07.2004: Gut zu erkennen sind die drei Hauptmerkmale:
dunkle Hymenialfärbung, glatter Apothezienrand und hellere, glatte Außenseite (Foto: T. BÖHNING).
Diskussion
Bei Peziza sepiatra handelt es sich um eine
sehr seltene Art. Es gibt nur wenige Fund-
berichte, zudem wird sie auch bisweilen mit
Peziza granularis DONADINI verwechselt,
z. B. BREITENBACH & KRÄNZLIN (1981: 76).
80 Boletus, Band 36 (2), 2015
Letztere hat aber neben der dunkel gepus-
telten Außenseite abgeknickte, spazierstock-
artige Paraphysen, während P. sepiatra
außen mehr oder weniger glatt ist und die
Paraphysen apikal gerade sind. Am besten
ist die Art anhand der kleinen, düsteren
Apothezien in Verbindung mit einer glatten
Außenseite zu erkennen.
Abb. 13: Peziza sepiatra; Mikromerkmale: a:
Sporen - b: Ascus (Spitze) - c: Paraphysen;
Maßstab 10 µm (Zeichnung: A. GMINDER).
Aus Deutschland sind in der DGfM-Daten-
bank nur vier Funde gemeldet (Bayern,
Brandenburg, Niedersachsen und Hamburg),
dazu kommen die bei KREISEL (2011) für
Mecklenburg berichteten Nachweise, sowie
je ein weiterer unveröffentlichter aus dem
Saarland (B. MAUER & A. GMINDER) und
aus Sachsen-Anhalt (G. HIRSCH). Aus
diesem Bundesland ist bei TÄGLICH (2009)
noch eine weitere Fundmeldung enthalten,
so dass wir nach derzeitigem Stand von
einem Dutzend Nachweise in Deutschlandb
ausgehen können.
Rhodoscypha ovilla (PECK) DISSING &
SIVERTSEN 1983
Peziza ovilla PECK 1875
= Leucoscypha rhodoleuca (BRES.) SVRČEK
1974
Humaria rhodoleuca BRES. 1925
Großsporiger Rosabecherling
Abb. 14
Apothezium tief becherförmig, ca. 0,7 cm breit und
0,5 cm hoch, Hymenium fleischrosa (wie Russula
vesca FR.), glatt, Außenseite weiß und filzig,
Becherrand weiß gezähnelt.
Sporen langgestreckt spindelig, 35-40,8-43(-45) x
11,5-12,1-13,5 µm, glatt, auch nach einstündigem
Erwärmen in BWB (90°C) keinerlei Ornamentation
zu erkennen, mit je einem großen Öltropfen pro
Sporenhälfte und zusätzlich viele kleine Guttulen
die fast die gesamte restliche Spore ausfüllen (Abb.
14a). In BWB sind die Sporen im Schnitt etwa 2 µm
schmäler, aber in diesem Präparat konnten dafür
viele außerordentlich viele sehr große, teils 53 µm
erreichende Sporen gemessen werden. Eine Sporen-
ornamentation konnte allerdings auch in BWB nie
gesehen werden. Asci 300-350 x 12-16 µm,
zylindrisch, achtsporig, zur Basis hin verschmälert,
aus zwei Hyphen gebildet (pleurorhnych), mit
Melzers ohne Reaktion. Die Asci-Maße differieren
in der Literatur beträchtlich, z. B. von 270-320 x 11-
16 µm bei LOHMEYER (1984) bis zu 360-390 x 17-
22 bei VAN VOOREN (2014b) (Abb. 14b).
Paraphysen 4,5-5 µm breit, hyalin, zylindrisch,
apikal gleich breit oder schwach auf bis ca. 7 µm
verbreitert, im oberen Bereich mit orangelich
gefärbten Guttulen gefüllt, die an Dichte zur Basis
hin deutlich abnehmen (Abb. 14c).
Abb. 14: Rhodoscypha ovilla: Mikromerkmale: a:
Sporen (a1 in BWB) - b: Ascus (Spitze) - c:
Paraphysen - d: Randhaare mit Gelumhüllung;
Maßstab 10 µm (Zeichnung: A. GMINDER).
Excipulum: Vom Subyhmenium bis zum ectalen
Excipulum aus einer hyalinen textura intricata
bestehend. Haare: bis ca. 250(300) µm lang,
mehrzellig, teils verzweigt, hyalin, oft von einer
dicken Gelschicht umgeben (Abb. 14d).
Da nur ein etwas beschädigtes, leicht ange-
trocknetes Apothezium gefunden werden
TANJA BÖHNING & ANDREAS GMINDER: Einige seltene oder gefährdete operculate Ascomyceten 81
konnte, lässt sich die Gesamtmorphologie
der Art hier nicht wiedergeben. Eine aus-
führliche Beschreibung der Art ist bei LOH-
MEYER (1984) zu finden. Dieser Artikel ist
auch digitalisiert über die DGfM-Homepage
einzusehen.
Nachweise in Thüringen
5035/1.34, Jena, 800 m südlich Isserstedt, "In der
Quere", vorherrschend Eichen-Hainbuchen-Buchen-
wald auf Kalk und dessen Pionierstadien mit Esche,
Espe und Berg-Ahorn, stellenweise forstwirt-
schaftlich durch eingestreute Fichten, Lärchen und
Kiefern beeinflusst, 330 m NN, 04.09.2014, leg./det.
T. BÖHNING., nur 1 Fruchtkörper. Beleg 14045 in
Bö/Gm.
Diskussion
Seit LOHMEYER (1984) über die beiden
deutschen Erstfunde berichtete, beide aus
Bayern, sind bis heute nur sehr wenige
weitere Funde hinzugekommen. Es handelt
sich nach unseren Recherchen um den ersten
Fund in Deutschland außerhalb von Bayern.
Nachdem L. KRIEGLSTEINER, P. PÜWERT
und M. VOGEL die Art schon vor einigen
Jahren nur 20 Meter vor der thüringischen
Grenze in Bayern fanden (P. PÜWERT, pers.
Mitt.), war es wohl auch nur eine Frage der
Zeit, bis die Art auch außerhalb Bayerns
gefunden wird.
Da Rhodoscypha ovilla auffallende Frucht-
körper bildet und zudem problemlos be-
stimmbar ist, kann man davon ausgehen,
dass es sich um eine sehr seltene Art handelt.
Zur Ökologie dieses Pilzes gibt LOHMEYER
(1984) an: meist unter Nadelbäumen auf
kalkhaltigem Boden, besonders in montanen
und submontanen Lagen. Hier weicht der
thüringische Fund etwas ab, denn es handelt
sich beim Fundbiotop um einen Eichen-
Hainbuchen-Buchenmischwald, der aller-
dings nur stellenweise in reiner Ausprägung
vorhanden ist. Insofern kann Rh. ovilla dort
durchaus in einem Bereich mit eingestreuten
Fichten, Kiefern und/oder Lärchen gewach-
sen sein - die genauen Fundumstände wur-
den leider nicht vermerkt. Auch bei unserem
Fund ist der Untergrund flachgründiger
Boden über Muschelkalk. Die Höhenlage ist
allerdings noch (knapp) der kollinen Stufe
zuzurechnen.
Wir betrachten Rh. ovilla als Zeiger für
mykologisch hochwertige Nadelwäder und
Mischwälder mit Nadelholzanteil auf Kalk-
den, da die Art nach unseren Erfahrungen
und nach Literaturangaben stets mit anderen
seltenen Arten vorkommt. In Bayern sind
dies z. B. Arrhenia leptocephala (BRES.)
E. LUDW. und Sowerbyella imperialis
(PECK) KORF (LOHMEYER 1984), beim
Jenaer Fund z. B. Camarophyllopsis hyme-
nocephala (A. H. SM. & HESLER) ARNOLDS,
Lactarius evosmus KÜHNER & ROMAGN.
und Ramaria apiculata (FR.) DONK. Die Art
sollte in künftige Fassungen der Rote Liste
der Pilze Thüringens zunächst in die Kate-
gorie G (= Gefährdung nicht näher definier-
baren Ausmaßes) aufgenommen werden.
Dank
Für Hinweise zur Verbreitung einiger hier
vorgestellter Arten in Deutschland danken
wir der DGfM in Person des Datenbank-
verantwortlichen Dr. M. SCHMIDT (Falken-
see), sowie Dr. G. HIRSCH (Jena), P. PÜ-
WERT (Sonneberg) und D. WIESCHOLLEK
(Gräfenroda). Für Diskussion zur Ökologie
der apiculaten Becherlinge und für Literatur-
leihe gebührt unser Dank Dr. G. HIRSCH
(Jena). Für detaillierte Angaben zu seinem
spanischen Fund von Melastiza boudieri
sind wir R. TENA LOPEZ (Teruel) zu Dank
verpflichtet.
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Anschrift der Verfasser:
TANJA BÖHNING und ANDREAS GMINDER, Dorfstr. 27, 07751 Jenaprießnitz
E-Mail: tanja@pilzberatung-jena.de oder andreas@pilzkurs.de
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The fungal community in two riverine vegetations in the Tatra mountains under Petasites alba has been investigated in 1992, 1995 and 1998. Several rare species are presented, Inocybe calospora var. odorata var. nov. is described as new to science.
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HIRSCH, G. (1984): Studies in the Pezizaceae. 1. Introduction. 2. Peziza apiculata and its relatives. -Mycotaxon XIX: 57-69.