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X-ray alterations on spinal processes of 295 warmblood horses without clinical findings

Authors:

Abstract and Figures

The significance of X-ray alterations in the sense of "Kissing Spines" for the usefulness of saddle horses is highly disputed. In spite of considerable x-ray results some horses show no clinical discomfort. On the other hand alterations on the spinal processes can cause pain and involve problems when riding the horse or make a horse even unridable. In order to being better equipped to assess the x-ray results on the spinal processes, a retrospective study was performed by way of analysis of spinal processes -x-rays of 295 clinically back sound warm-blood horses. All horses of this study were x-rayed in "Tierklinik Telgte". X-ray alterations on the spinal processes were diagnosed with 91,5% of the horses. The x-ray results were assessed according to localisation, character and degree of alteration. Most afflicted spinal processes were found to be vertebras T12 to T18. The most frequent results were diminished internal spaces of spinal processes including changes of the bone structure of the spinal processes. Only 8,5% of the tested horses showed no abnormality in the x-ray results. X-ray alterations thus are frequent even among clinically back healthy horses. If alterations occur almost always the spinal processes of the caudal saddle position are affected. Recent court decisions have ruled x-ray alterations not accompanied by clinical symptoms as not being material defects. Therefore it is worth discussing whether an x-ray exam as part of a general exam at the time of a purchase makes sense at all under these circumstances when x-rays are performed without a clinical suspicion of a dorsal ailment it would most probably be sufficient to perform a singular x-ray of the caudal saddle position allowing for radiation protection.
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Pferdeheilkunde 23 507
Pferdeheilkunde 23 (2007) 5 (September/Oktober) 507-511
Röntgenveränderungen an den Dornfortsätzen
von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden
Matilda Holmer1, Bettina Wollanke2und Guido Stadtbäumer1
Tierklinik Telgte1und Pferdeklinik der Universität München2
Zusammenfassung
Die Bedeutung von Röntgenveränderungen im Sinne von „Kissing Spines“ für die Nutzbarkeit von Reitpferden ist sehr umstritten. Manche
Pferde zeigen trotz erheblicher röntgenologischer Befunde keine klinischen Beschwerden. Andererseits können Veränderungen an den
Dornfortsätzen auch Schmerzen hervorrufen und Probleme für die reiterliche Nutzung bedeuten oder die Pferde sogar unreitbar machen.
Um die Röntgenbefunde an den Dornfortsätzen besser einschätzen zu können, wurde eine retrospektive Studie mittels Auswertung von Rönt-
genaufnahmen der Dornfortsätze von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden durchgeführt. Die Pferde der Studie wurden alle im
Zusammenhang mit einer Kaufuntersuchung in der Tierklinik in Telgte vorgestellt und geröntgt. Bei 91,5 % der Pferde wurden Röntgenver-
änderungen an den Dornfortsätzen diagnostiziert. Die Röntgenbefunde wurden nach Lokalisation, Charakter und Ausprägungsgrad der
Veränderung bewertet. Die am häufigsten betroffenen Dornfortsätze waren die der Wirbel T12 bis T18. Die häufigsten Befunde waren ver-
kleinerte Interspinalräume mit Veränderungen der Knochenstruktur (Sklerosierungen oder Osteolysen) der betroffenen Dornfortsätze. Nur
8,5 % der Pferde hatten keine von der Norm abweichenden Röntgenbefunde. Röntgenveränderungen sind demnach auch bei klinisch rük-
kengesunden Pferden häufig. Wenn Veränderungen auftreten, sind fast immer die Dornfortsätze im Bereich der kaudalen Sattellage betrof-
fen. Gerichtsentscheidungen haben in jüngerer Zeit Röntgenveränderungen der Dornfortsätze als solche ohne damit einhergehende klini-
sche Symptome nicht als Sachmangel angesehen. Es ist zu diskutieren, ob eine Röntgenuntersuchung des Rückens bei Kaufuntersuchun-
gen unter diesen Umständen überhaupt sinnvoll ist. Wenn ohne klinischen Verdacht auf eine Rückenerkrankung geröntgt wird, wäre unter
Berücksichtigung des Strahlenschutzes die Untersuchung der kaudalen Sattellage mittels einer einzelnen Röntgenaufnahme vermutlich aus-
reichend.
Schlüsselwörter: Pferd, Kissing Spines, Röntgen, Kaufuntersuchung, Rückenprobleme
X-ray alterations on spinal processes of 295 warmblood horses without clinical findings
The significance of X-ray alterations in the sense of „Kissing Spines“ for the usefulness of saddle horses is highly disputed. In spite of con-
siderable x-ray results some horses show no clinical discomfort. On the other hand alterations on the spinal processes can cause pain and
involve problems when riding the horse or make a horse even unridable. In order to being better equipped to assess the x-ray results on
the spinal processes, a retrospective study was performed by way of analysis of spinal processes -x-rays of 295 clinically back sound warm-
blood horses. All horses of this study were x-rayed in „Tierklinik Telgte“. X-ray alterations on the spinal processes were diagnosed with 91,5%
of the horses. The x-ray results were assessed according to localisation, character and degree of alteration. Most afflicted spinal processes
were found to be vertebras T12 to T18. The most frequent results were diminished internal spaces of spinal processes including changes
of the bone structure of the spinal processes. Only 8,5% of the tested horses showed no abnormality in the x-ray results. X-ray alterations
thus are frequent even among clinically back healthy horses. If alterations occur almost always the spinal processes of the caudal saddle
position are affected. Recent court decisions have ruled x-ray alterations not accompanied by clinical symptoms as not being material
defects. Therefore it is worth discussing whether an x-ray exam as part of a general exam at the time of a purchase makes sense at all
under these circumstances when x-rays are performed without a clinical suspicion of a dorsal ailment it would most probably be sufficient
to perform a singular x-ray of the caudal saddle position allowing for radiation protection.
Keywords: horse, kissing spines, x-ray, purchase examination, radiology, back problems, orthopedics
M. Holmer et al.
Einleitung
Die Röntgenuntersuchung des Rückens wird insbesondere bei
Pferden mit höherem Wert bei der Kaufuntersuchung
gewünscht. Dabei müssen röntgenologische Befunde korrekt
erhoben und interpretiert werden, um die Besitzer oder Käufer
über die Prognose für den später. Dies kann sich als sehr
schwierig für den beauftragten Tierarzt herausstellen, da die
Bedeutung von Röntgenbefunden an den Dornfortsätzen sehr
umstritten ist und im Zusammenhang mit Kaufuntersuchungen
vielfach zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Käu-
fer und Verkäufer und/oder kaufuntersuchendem Tierarzt führt,
wenn sich nach dem Kauf klinische Symptome zeigen. Seit das
OLG Celle am 31.05.2006 urteilte, dass sklerotische Verän-
derungen der Wirbelsäule als solche - ohne begleitende klini-
sche Beschwerden - nicht als Sachmangel nach § 434 Abs. 1
BGB betrachtet werden können, stellt sich die Situation vor
allem für den Käufer problematisch dar (Oexmann 2006).
Diese Entscheidung des OLG Celle wird durch das jüngere
BGH-Urteil noch einmal bekräftigt, in dem Röntgenverände-
rungen der Klasse II-III alleine nicht als Sachmangel angese-
hen werden (Az.: VIII ZR 266/06, Urteil vom 7.2.2007).
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Dank großer technischer Fortschritte ist seit einigen Jahren
eine zunehmend differenzierte Befunderhebung bei Pferden
mit Verdacht auf Rückenprobleme möglich. Durch die klini-
sche Untersuchung (Adspektion und Palpation einschließlich
Provokationsproben) in Verbindung mit Radiologie, Szintigra-
phie und Sonographie kann beim rückenerkrankten Pferd
eine detaillierte Befunderhebung durchgeführt werden. Es
können jedoch auch Pferde, die keine klinischen Symptome
einer Rückenerkrankung zeigen, röntgenologische Verände-
rungen aufweisen (Ranner und Gerhards 2001, 2002, Hol-
mer 2005, Brunken et al. 2006). Hier stellt sich häufig die
Frage, welche klinische Bedeutung röntgenologisch von der
Norm abweichende Befunde haben.
Da es bisher nur wenige Röntgenuntersuchungen an größe-
ren Zahlen klinisch rückengesunder Pferde gibt (Rieland
2002, Holmer 2005, Brunken et al. 2006), sollten für diese
Arbeit im Rahmen von Kaufuntersuchungen erstellte Röntgen-
aufnahmen ausgewertet werden. Ziel war es, bei Pferden, die
bei Adspektion, Palpation und Provokationsproben keinen
Hinweis auf eine schmerzhafte Rückenerkrankung erkennen
ließen, das Vorkommen von röntgenologischen Veränderun-
gen an den Dornfortsätzen zu prüfen. Zusätzlich sollte nach
Kenntnis der Häufigkeit einzelner Röntgenbefunde eine Ein-
schätzung ihrer klinischen Bedeutung vorgenommen werden.
Material
Es wurde eine retrospektive Analyse der Röntgenaufnahmen
des Rückens von 295 Warmblutpferden durchgeführt, die in
den Jahren 2002 bis 2004 in der Tierklinik Telgte im Rahmen
von Kaufuntersuchungen angefertigt worden waren. Alle Pfer-
de waren laut der klinischen Untersuchung, die aus Adspek-
tion und Palpation im Stehen, sowie Adspektion in der Bewe-
gung bestand, alle ”rückengesund” und es war keine Vorer-
krankung des Rückens bekannt. Die Pferde wurden in zwei
Gruppen unterteilt:
Zur Gruppe A („Junge Pferde“) gehörten 267 Pferde im Alter
von 3 bis 7 Jahren, die bei der Auktion des Westfälischen Pfer-
dezuchtverbandes in Münster-Handorf im Zeitraum Frühjahr
2002 bis Herbst 2004 verkauft worden waren. Innerhalb die-
ser Gruppe wurden die Pferde auch nach ihrer Verwendungs-
art unterschieden. Von den 267 Pferden aus Gruppe A waren
184 in Dressur und 83 im Springen ausgebildet worden.
Der Gruppe B: („Ältere Pferde“) wurden 28 Pferde im Alter
von 9 bis 13 Jahren zugeordnet, die im Jahr 2004 zu einer
Kaufuntersuchung in der Tierklinik in Telgte vorgestellt worden
waren.
Methode
Röntgenaufnahmen
Bei jedem Pferd wurden mindestens zwei Aufnahmen des
Rückens angefertigt, bei denen die Dornfortsätze im Bereich
von T8 bis L3 beurteilt werden konnten.
Es wurde das Röntgensystem „titanos 40 hs CGR“ benutzt,
entwickelt wurde mit dem „Agfa ADC Compact-System“ und
Röntgenveränderungen an den Dornfortsätzen von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden
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die Röntgenkassetten wurden mit 80-85 kV und 20-50 mAs
bei einem Film-Focus-Abstand von ca. 100 cm belichtet. Die
Kassette wurde am Pferd leicht schräg angelegt, um den
Objekt-Film-Abstand zu verkürzen (Sager 1997). Der Strah-
lengang erfolgte von lateral im 90°-Winkel zur Wirbelsäule.
Nur sehr unruhige Pferde wurden im Einzelfall sediert.
Für die Auswertung den Röntgenaufnahmen wurde das Pro-
gramm „VetRay Vision 4 – medizinische Bildbearbeitung“ von
der Firma VetRay in Pfaffenhofen genutzt.
Röntgenbefunde
Zur Auswertung der Röntgenaufnahmen wurde anhand der
einschlägigen Literatur eine Liste mit möglichen an den
Dornfortsätzen vorkommenden Röntgenbefunden erstellt.
Befunde unterschiedlichen Schweregrades wurden als
gering-, mittel- oder hochgradig beurteilt. Die Befunde
wurden für alle Pferde in eine Tabelle eingegeben.
Die folgenden Röntgenbefunde an den Dornfortsätzenwurden
für die vorliegende Untersuchung berücksichtigt:
• Ohne besonderen Befund
• dorsale Zubildungen an den Dornfortsatzenden
• Nasenbildungen kranial am Dornfortsatzende
• Osteolytische Bereiche
• Verkürzte Abstände (<4 mm) zwischen den Dornfortsätzen
ohne Veränderungen der Knochenstruktur
• Verkürzte Abstände zwischen den Dornfortsätzen mit Skle-
rosierung und/oder Rarefikation
Kontakt zweier benachbarter Dornfortsätze ohne Sklerosie-
rung und/oder Rarefikation
Kontakt zweier benachbarter Dornfortsätze mit Sklerosie-
rung und/oder Rarefikation
• zystenähnliche Defekte
Desmopathie des Lig. supraspinale und/oder des Ligg.
interspinalia
• Avulsionsfrakturen
• Überlappen zweier benachbarter Dornfortsätze
• Pseudarthrosen
• Misshapen Dorsal Summits/ verformte Dornfortsatzenden
• Fusion zweier benachbarter Dornfortsätze
• Frakturen der Dornfortsätzen
Sklerosierung und/oder Rarefikation ohne verkürzte
Abstände zwei benachbarter Dornfortsätze
• Isolierte Verschattungen an den Dornfortsatzenden
• Missbildungen
Bei jedem Pferd wurde jeder einzelne Dornfortsatz ausgewer-
tet. Die Befunde, die die Abstände zweier Dornfortsätze betra-
fen, wurden dem kranial gelegenen Dornfortsatz zugeordnet.
Ergebnisse
Dornfortsätze ohne röntgenologischen Befund
Bei der Auswertung der einzelnen Dornfortsätze war zu
erkennen, dass diese am häufigsten in den Bereichen kranial
und kaudal der Sattellage keinen krankhaften Befund aufwie-
sen (T8 bis T12 und T18 bis L3) (Abb. 1).
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Weder zwischen Stuten, Wallachen und Hengsten noch zwi-
schen den Nutzungsarten der Pferde bestanden erkennbare
Unterschiede bezüglich der Lokalisation röntgenologisch
unveränderter Dornfortsätze. Die älteren Pferde (Gruppe B)
hatten häufiger Röntgenbefunde als die jüngeren Pferde aus
Gruppe A. Am Dornfortsatz von T14 hatte jedes Pferd der
Gruppe B einen Befund.
Dornfortsätze mit röntgenologischen Veränderungen
Von den 295 untersuchten Pferden hatten 25 Pferde (8,5 %)
keine von der Norm abweichenden Befunde an den Dorn-
fortsätzen. Alle 25 Pferde gehörten zur Gruppe der jungen
Pferde (Gruppe A). Bei den restlichen 270 Pferden (91,5 %)
waren an den Dornfortsätzen röntgenologisch Abweichungen
von der Norm vorhanden. Am häufigsten traten Veränderun-
gen im Bereich der kaudalen Sattellage auf (T12 bis T18).
Im Vergleich der Springpferde mit den Dressurpferden konn-
te nur bei zwei Befunden ein signifikanter Unterschied festge-
stellt werden. „Dorsale Zubildungen an den Dornfortsatzen-
den“ traten bei 12,1 % der Springpferde und bei 6,0 % der
Dressurpferde auf (p=0,0042). Eine „Nasenbildung“ wurde
bei 37,4 % der Springpferde, jedoch nur bei 18,5 % der
Dressurpferde beobachtet (p=0,00121).
Die häufigsten Befunde waren verkürzte Abstände zwischen
den Dornfortsätzen mit Sklerosierung und / oder Rarefikation.
Von 295 Pferden zeigten 160 (54,2 %) mindestens einen
Interspinalraum mit einem Abstand von weniger als 4 mm.
Verkürzte Abstände ohne Veränderung der Knochenstruktur
traten bei 43 der 295 Pferde (14,6 %) auf. Am häufigsten war
der Dornfortsatz des 14. Thorakalwirbels betroffen.
Bei 50/295 Pferden (17,0 %) wurde ein Kontakt mit Sklero-
sierung und/oder Rarefikation zwischen zwei oder mehreren
Dornfortsätzen beobachtet. In der Gruppe der älteren Pferde
(Gruppe B) wiesen sogar 10/28 (35,7 %) der Pferde diesen
Befund auf. Mehr als die Hälfte aller Pferde (51,5 %) zeigte
an mindestens einem Dornfortsatzende kranial eine Zubil-
dung. Hiervon war der Dornfortsatz des 15. Thorakalwirbels
am häufigsten betroffen. Dieser Befund konnte jedoch auch
an den Dornfortsätzen des 13. und 17. Thorakalwirbels
wiederholt beobachtet werden. Bei 14/295 Pferden (4,7 %)
trat eine Überlappung zweier benachbarter Dornfortsätze auf.
M. Holmer et al.
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Nur bei den jungen Pferden (Gruppe A) wurden verformte
Dornfortsatzenden beobachtet. Bei 24 von 267 Pferden aus
dieser Gruppe (9,0 %) wurde dieser Befund erhoben. Sklero-
sierungen und Rarefikationen ohne verkürzte Abstände zwi-
schen den Dornfortsätzen wiesen 60 der 295 untersuchten
Pferde (20,3 %) auf. Dabei waren von den älteren Pferden 15
(53,6 %) und von den jüngeren Pferden 45 (16,9 %) betrof-
fen. Isolierte Verschattungen am Dornfortsatzende traten
überwiegend bei den jungen Pferden auf. In der vorliegenden
Untersuchung zeigten 83 von den 267 jungen Pferden (31,1
%) diesen Befund. Bei den älteren Pferden hingegen war nur
bei einem Pferd eine isolierte Verschattung vorhanden.
Folgende Befunde wurden sehr selten beobachtet: Osteolyti-
sche Bereiche (4/295), Kontakte zwischen Dornfortsätzen
ohne Sklerosierung oder Rarefikation (2/295), zystoide
Defekte (1/295), Avulsionsfrakturen (1/295) und Missbildun-
gen (1/295). Pseudarthrosen, Fusionen und Frakturen am
Proc. spinosus wurden nicht beobachtet.
Diskussion
Im Rahmen der Kaufuntersuchung wird zunehmend auch eine
Untersuchung des Pferderückens in Auftrag gegeben. Tierärzte
müssen sowohl anhand der klinischen Untersuchung sowie
häufig anhand von Röntgenbildern beurteilen, ob das Pferd
rückengesund ist, oder ob später unter reiterlicher Belastung
Rückenprobleme zu erwarten sind. Eine derartige Aussage ist
sehr schwierig und stellt insbesondere beim Pferderücken ein
Problem dar, weil nicht zuverlässig vorhergesagt werden kann,
ob ein Röntgenbefund zu klinischen Beschwerden führen und
damit den Einsatz als Reitpferd beeinträchtigen wird, oder nicht.
Kissing Spines Syndrom
Als „Kissing Spines“ definiert Sager (1997) den Kontakt mit
Rarefikation zwischen zwei oder mehreren Dornfortsatzenden.
Das Kissing Spine Syndrom (KSS) ist die am häufigsten dia-
gnostizierte Rückenerkrankung. Jeffcott (1979) beschreibt
Veränderungen im Sinne des KSS bei 38,6 % der Rückenpa-
tienten. Townsend et al. (1983) fanden an mazerierten Wir-
belsäulen sogar bei 86 % der untersuchten Präparate ent-
sprechende Veränderungen.
Verschiedene Röntgenveränderungen werden dem „Kissing
Spine Syndrom“ zugeordnet: Annäherungen und Berührun-
gen der Dornfortsätze, Insertionsdesmopathien der an den
Dornfortsätzen inserierenden Ligamenta, Exostosen, Oste-
ophyten und andere reaktive Veränderungen wie osteolyti-
sche Bereiche oder zystenähnliche Defekte, leistenartige
Zubildungen in der Mitte der Dornfortsätze, Spondyloarthro-
pathia deformans an den kleinen Wirbelgelenken und
Nearthrosen (oder Pseudarthrosen).
Bei der Auswertung von Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule
sind jedoch nicht nur Befunde im Sinne von KSS von Bedeu-
tung, sondern jede röntgenologische Veränderung. Beispiele
für Veränderungen, die nicht zu den KS gehören, sind isolier-
te Verschattungen an den Dornfortsatzenden, Dornfortsatz-
frakturen, “Misshapen Dorsal Summits” und kongenitale Ver-
änderungen.
Abb 1 Dornfortsätze ohne pathologischen Befund (Befund = 0) in
% von allen Patienten.
Spinal processes without pathological findings. Percentage of findings
in all patients.
34897_phk5_507-511_Holmer 27.08.2007 10:54 Uhr Seite 509
Von den 295 Pferden der vorliegenden Untersuchung wiesen
lediglich 25 (8,5 %) keine röntgenologischen Veränderungen
auf. In ähnlichen Untersuchungen von Rieland (2002) wurden
bei 27 % (78/289) und in der Studie von Brunken et al. (2006)
bei 32,5 % der Pferde keine Veränderungen festgestellt. Eine
Erklärung für diesen Unterschied ist, dass in den beiden zuletzt
genannten Untersuchungen das Röntgenbefund-Schema von
Sager (1997) benutzt wurde. Befunde wie isolierte Verschat-
tungen, Sklerosierungen und Rarefikationen ohne verkürzte
Abstände, “Misshapen Dorsal Summits”, Desmopathien,
zystoide Defekte und osteolytische Bereiche wurden von Rie-
land (2002) und Brunken et al. (2006) nicht erwähnt.
Die älteren Pferde der vorliegenden Untersuchung zeigten alle
mindestens einen Röntgenbefund. Es ist daher möglich, dass
es durch den altersbedingten formativen Einfluss des Lig.
supraspinale zu diesen Veränderungen kommt (Ranner et al.
2002). Möglicherweise handelt es sich bei diesen Röntgenver-
änderungen jedoch auch um Verschleißerscheinungen, die
durch die reiterliche Nutzung eines Pferdes begünstigt werden.
Ranner (1997) schreibt, dass die klinischen Rückenprobleme
(mit oder ohne Röntgenveränderungen) allein durch falsches
Reiten zustande kommen können. In der vorliegenden Arbeit
traten von der Norm abweichende Röntgenbefunde auch
Röntgenveränderungen an den Dornfortsätzen von 295 klinisch rückengesunden Warmblutpferden
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schon bei sehr jungen Pferden auf. Man muss davon ausge-
hen, dass sie zum Teil angeboren sind und dass eine Prädi-
sposition für Rückenprobleme vorhanden sein kann. Durch
ein Trauma oder durch unkorrektes Reiten wird dann eine
Rückenproblematik „aktiviert“.
Abstände zwischen den Dornfortsätzen
Mehr als die Hälfte der Pferde der vorliegenden Untersu-
chung (54,2 %) zeigte verkürzte Abstände mit Sklerosierung
und/oder Rarefikation. Rieland (2002) konnte verkürzte
Abstände zwischen Dornfortsätzen nur bei 14,5 % der unter-
suchten Pferde nachweisen. Wenn die Hälfte aller gesunden
Pferde diesen Befund aufweist, bei den älteren Pferden sogar
mehr als 4/5 (82,1 %), muss unterstellt werden, dass Eng-
stände zwischen den Dornfortsätzen und gewisse Umbauvor-
gänge im Knochen zumindest bei reiterlicher Nutzung eines
Pferdes einen normalen Entwicklungsprozess darstellen.
Bedeutung der Ergebnisse der vorliegenden Untersu-
chung für die Rückenuntersuchung im Rahmen der
Kaufuntersuchung
Da nicht nur Veränderungen an den Dornfortsätzen sondern
auch arthrotische Veränderungen an den kleinen Wirbelge-
Alle Pferde
(n=295)
Junge Pferde
(n = 267)
Ältere Pferde
(n = 28)
Röntgenbefund
n[%] n[%] n[%]
Ohne pathologischen Befund 25 8,5 25 9,4 0 0
Zubildungen an den Dornfortsatzenden 94 31,9 71 26,6 23 82,1
Nasenbildungen kranial am Dornfortsatzende 152 51,5 127 47,6 25 89,3
Osteolytische Bereiche 41,4 41,5 00
Verkürzte Abstände (< 4 mm) zwischen den Dornfortsätzen ohne
Veränderungen der Knochenstruktur 43 14,6 36 13,5 7 25,0
Verkürzte Abstände mit Sklerosierungen und/oder Rarefikation 160 54,2 137 51,3 23 82,1
Kontakt ohne Sklerosierungen und/oder Rarefikation 20,7 10,4 13,6
Kontakt zweier benachbarter Dornfortsätze mit Sklerosierung und/oder
Rarefikation 50 16,9 40 15,0 10 35,7
Zystenähnliche Defekte 41,4 41,5 00
Desmopathie des Lig. supraspinale und/oder des
Ligg. Interspinalia 47 15,9 33 12,4 14 50,0
Avulsionfrakturen 20,7 20,7 00
Überlappen zweier benachbarter Dornfortsätze 14 4,7 12 4,5 2 7,1
Pseudarthrosen 00 00 00
Misshapen Dorsal Summits/ verformte Dornfortsatzenden 24 8,1 24 9,0 0 0
Fusion zweier benachbarter Dornfortsätze 00 00 00
Frakturen der Dornfortsätzen 00 00 00
Sklerosierung und/oder Rarefikation ohne verkürzte Abstände zwei
benachbarter Dornfortsätze 60 20,3 45 16,9 15 53,6
Isolierte Verschattungen an den Dornfortsatzenden 84 28,5 83 31,1 1 3,6
Missbildungen 10,3 10,4 00
Tab 1 Röntgenbefunde an den Dornfortsätzen von 295 Warmblutpferden.
34897_phk5_507-511_Holmer 27.08.2007 10:54 Uhr Seite 510
lenken zu Rückenproblemen führen können (Nowak 1988),
kann die Röntgenuntersuchung der Dornfortsätze keine
Gewissheit darüber geben, dass auch die knöcherne Wirbel-
säule ohne Röntgenveränderungen ist. Um die kleinen Wir-
belgelenke korrekt beurteilen zu können, wären jedoch
zusätzliche Röntgenaufnahmen, bei denen der Zentralstrahl
auf den Wirbelkörper gerichtet ist, erforderlich. Das heißt, um
einen Rücken röntgenologisch korrekt beurteilen zu können,
müssten mindestens drei bis vier Aufnahmen angefertigt wer-
den. Für die Darstellung der kleinen Wirbelgelenke sind
außerdem deutlich höhere Belichtungswerte erforderlich, als
für die Darstellung der Dornfortsätze. Aus Gründen des Strah-
lenschutzes muss dies bei einem klinisch unauffälligen Pferd
daher abgelehnt werden.
Röntgenleitfaden
Wenn eine Röntgenuntersuchung des Rückens gewünscht
wird, könnte es zunächst bei einer auf T15 zentrierten orien-
tierenden Aufnahme belassen werden, da hier die größte
Wahrscheinlichkeit für Röntgenveränderungen der Dornfort-
sätze besteht. Weitere Aufnahmen sollten nur bei einer
besonderen Indikation (z.B. klinischen Anzeichen für Rücken-
beschwerden) vorgesehen werden. Diese Vorgehensweise
würde praktizierten Strahlenschutz bedeuten, ohne einen
bedeutsamen Informationsverlust in Kauf zu nehmen.
In der vorliegenden Untersuchung wurden in Anlehnung an
Ranner et al. (2002) erst Abstände unter 4 mm als verschmä-
lert angesehen. Dennoch haben auch bei diesem Wert mehr
als 50 % aller Pferde (160/295) verkürzte Abstände (<4 mm)
aufgewiesen. Es sollte daher überdacht werden, ob die „ver-
schmälerten Zwischenräume“, die laut Röntgenleitfaden
schon bei Abständen unter 8 mm vorliegen, etwas enger defi-
niert werden könnten.
Es scheint außerdem von Bedeutung zu sein, ob die Interspi-
nalräume nur zwischen zwei Dornfortsätzen verschmälert
sind, oder ob alle Interspinalräume bei einem Pferd anlage-
bedingt relativ eng sind. Ein einzelner verschmälerter Interspi-
nalraum muss eher als pathologisch angesehen werden, als
wenn alle oder mehrere Interspinalräume hintereinander
einen gleichmäßig verschmälerten Abstand aufweisen.
Der Befund Engstand ohne reaktive Veränderungen wurde bei
14,6 % der klinisch gesunden Pferde beobachtet und als
gering von der Norm abweichend bewertet. Klinische Erschei-
nungen werden als unwahrscheinlich eingeschätzt. Die gerin-
ge Prozentzahl erklärt sich möglicherweise dadurch, dass
Engstände im Laufe der Zeit nahezu immer zu reaktiven Ver-
änderungen an den DFS führen, auch wenn in diesem
Zusammenhang auch bei älteren Pferden häufig keine klini-
schen Symptome auftreten.
Der Befund Engstand mit reaktiven Veränderungen wurde bei
54,2 % der klinisch gesunden Pferde beobachtet und als
gering bis deutlich von der Norm abweichend bewertet. Das
Auftreten klinischer Erscheinungen wird daher als unwahr-
scheinlich bis wenig wahrscheinlich angesehen.
Auch die von der Röntgenkommission als „gerichtete glatt
konturierte Zubildungen proximal“ beschriebenen Verände-
M. Holmer et al.
Pferdeheilkunde 23 511
rungen sind in der vorliegenden Untersuchung bei klinisch
rückengesunden Pferden sehr häufig nachgewiesen worden
(Befund 1: Zubildungen an den Dornfortsatzenden). Insge-
samt wurden derartige Befunde bei 31,9 % der 295 in der
vorliegenden Untersuchung ausgewerteten Röntgenaufnah-
men gesehen. Bei den älteren Pferden hatten sogar 82,1 %
solche Veränderungen. Die „glatt konturierten Zubildungen
am Dornfortsatzende“ werden als gering von der Norm
abweichend bewertet und das Auftreten klinischer Erschei-
nungen wird als unwahrscheinlich angesehen.
Ein Sklerosierungssaum ohne verschmälerte Zwischenräume
wurde bei 20,3 % der klinisch gesunden Pferde beobachtet
und als gering bis deutlich von der Norm abweichend bewer-
tet. Klinische Erscheinungen werden als unwahrscheinlich bis
wenig wahrscheinlich angesehen.
Zubildungen kranial am Dornfortsatzende (Befund = 2:
Nasenbildungen kranial am Dornfortsatzende) wurden bei
51,5 % der klinisch gesunden Pferde beobachtet und werden
als gering bis deutlich von der Norm abweichend bewertet.
Klinische Erscheinungen werden als unwahrscheinlich bis
wenig wahrscheinlich angesehen.
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und Lendenwirbelsäule des Pferdes – eine klinische und röntgeno-
logische Studie. Vet. Med. Diss. Berlin
Townsend H. G. G., Leach D. H. und Fretz P. B. (1983): Kinematics
of the equine thoracolumbar spine. Equine Vet. J. 15, 117-122
PD Dr. Bettina Wollanke
Universität München
Klinik für Pferde
Veterinärstraße 13
80539 München
b.wollanke@lmu.de
34897_phk5_507-511_Holmer 27.08.2007 10:54 Uhr Seite 511
... Impingement of the dorsal thoracic dorsal spinous processes is a common cause of back pain in horses [1] and is diagnosed by a narrowing of the distance between the dorsal spinous processes of the thoracic vertebrae on radiographs [2][3][4][5]. However, the intervertebral distances can be altered by spine motion, whereby flexion of the thoracic vertebral column increases and extension decreases the space between the dorsal spinous processes [6]. ...
... Because impingement of the thoracic dorsal spinous processes is a common reason for insurance claims [11,12], radiographic examination of the dorsal spinous processes is often included in prepurchase examinations [13][14][15]. Interpretation of these radiographs can be challenging due to the poor correlation between clinical signs and radiographic abnormalities [5,16] and the lack of a uniform system for determining the intervertebral distances between thoracic dorsal spinous processes [3,4]. Most commonly, the subjectively narrowest intervertebral distance or the intervertebral distance 2 cm ventral to the dorsal edge of the dorsal spinous processes between adjacent dorsal spinous processes are measured. ...
... Radiologically detectable pathological changes have been described in several studies examining horses without back problems [3,5,16]. Thus, in prepurchase examinations and in horses without clinical signs of back pain, it is difficult to determine the clinical significance of changes identified on radiographs. ...
Article
Reductions in distances between dorsal spinous processes on radiographs are used as criteria for the diagnosis of impingement of the thoracic dorsal spinous processes in horses but are potentially altered by spine motion and different head and neck positions. To determine the influence of head and neck positions on intervertebral distances between dorsal spinous processes on radiographs of thoracic spines of clinically sound horses. Lateral-lateral radiographs were obtained from 23 horses in 3 head and neck positions. The width of the thoracic dorsal spinous processes and intervertebral distances between adjacent thoracic dorsal spinous processes were measured at points perpendicular to a tangent between the dorsal spinous processes and the caudal extremity of the thoracic vertebrae. A low head and neck position increased intervertebral distances between adjacent thoracic dorsal spinous processes from the 8th to 15th dorsal spinous processes whereas a high head and neck position had the opposite effect (P < 0.05). Overall, intervertebral distances between adjacent thoracic dorsal spinous processes decreased from cranial to caudal in intermediate head and neck positions (P < 0.01). The 12th thoracic dorsal spinous process was readily identifiable due to its significant difference to the narrower cranial and broader caudal dorsal spinous process (P < 0.05). The head and neck position influences the distances between the dorsal spinous processes of the vertebrae of equine thoracic spine on radiography. The measuring system reported here offers potential to improve and standardise radiographic evaluation of thoracic dorsal spinous processes.
... In our experience, impinged spinous processes are also occasionally noted on radiographs of dogs presented for reasons unrelated to back pain but the clinical significance of such lesions in dogs has not been systematically investigated or reported previously. In horses, the reported prevalence of radiographic impinged spinous process lesions in clinically-unaffected animals varies from 34% (Jeffcott 1979 ) to 91·5% (Holmer et al. 2007 ) and lesions mainly occur between T13 and T18. The prevalence rises to 86% (Townsend et al. 1986 ) or 92% (Haussler et al. 1999 ) when lesions are diagnosed on postmortem examination. ...
Article
Objectives: To assess the prevalence of impinged spinous processes in asymptomatic dogs. Methods: One hundred and ninety lateral thoracic radiographs of asymptomatic dogs radiographed for reasons other than spinal pain, were retrospectively reviewed by two board-certified radiologists. Images were assessed for impinged spinous processes and graded for narrowing, sclerosis or remodelling of the spinous processes. Results: The prevalence of impinged spinous processes in unaffected dogs was 33·2%. Seventy-five of 79 (95%) lesions were located between T8 and T11. Impingement of the spinous processes was more common in older dogs and larger dogs displayed more frequent and more severe impingement of the spinous processes compared with smaller breeds. Clinical significance: Spinous process impingement is common in animals with no history of spinal pain, indicating that this radiographic finding should be interpreted with caution.
... Diese Schäden wurden bald als übliche alternsbedingte Entwicklungen und/oder als Folge von Unfällen gedeutet, bald aber auch auf artwidrige Haltungsformen (mit unnatürlicher Einschränkung der Bewegungsentfaltung), auf eine (quantitativ und/oder qualitativ) unzureichende Ernährung oder auf eine fortdauernde Überlastung beim Tragen und Ziehen schwerer Lasten zurückgeführt(von den Driesch 1975, Benecke 1994a, Peters 1998, von den Driesch und Cartajena 2001.Eine vor wenigen Jahren durchgeführte Analyse der Röntgenaufnahmen von 295 (aufgrund von Adspektion und Palpation) als "klinisch rückengesund" eingestuften Warmblütern ergab: Bei mehr als 90 Prozent dieser Pferde wurden röntgenologisch Veränderungen an den Dornfortsätzen diagnostiziert, und zwar vornehmlich im Bereich des 12. bis 18. Brustwirbels, das heißt im Bereich Sattellage, speziell in deren hinterem Teil. Nur 8,5 Prozent der Pferde zeigten keine von der Norm abweichenden Röntgenbefunde(Holmer et al. 2007). Zwar konnte nicht ermittelt werden, in welchem Ausmaß die Abweichungen die natürliche Variabilität der anatomischen Strukturen repräsentieren, in welchem Ausmaß sie auf alternsbedingten Prozessen beruhen und in welchem Ausmaß sie pathologische Auswirkungen des Reitergewichts darstellen. ...
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Human beings mounted and they mount horses for different purposes. They have trained and used the horses in different ways. They have done that frequently and they do that frequently with the more or less differentiated expressed conviction: The equid is predisposed for the use under the saddle by his anatomical, physiological and psychic constitution. Therefore the rider does not "burden" the horse much if he acts correctly and respects the nature of the animal. Contrarily, pain, anxiety, suffering, misadjusted behavior and damage, known from the past and nowadays described by veterinarians, justify the critical view of the facts: Use under the saddle is not without consequences for the horse in general. In particular, extreme or special demands provoke considerable suffering and damage. In some cases such demands, for example, the extreme demands on the horse used as drawing power in past centuries, result in premature unfitness for the use or in premature death. These facts mean that humans create a stable base for the existence and the wellbeing of the horse through the different ways of using the animal. However, the egoistic interests of the human being also provide the inclination to reduce the health and the comfort of the equid and, consequently, to diminish a part of the animal's natural lifetime by paying greater attention to man's profit.
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Objective: To determine the long-term return to performance of horses with impinging and/or overriding dorsal spinous processes (ORDSP) treated with interspinous ligament desmotomy (ISLD) and to determine the prognostic value of radiographic and scintigraphic grades. Study design: Retrospective study. Animals: Seventy-one horses with ORDSP treated with ISLD. Methods: Medical records were reviewed for signalment, physical examination, gait evaluation, and number of interspinous spaces treated. Preoperative radiographic and scintigraphic images were evaluated with grading scales. Follow-up was obtained with a telephone questionnaire. Prognostic value of the number of affected interspinous spaces, radiographic grading, and scintigraphic grading was tested by using a χ2 test. Results: A median follow-up of 35 months (range, 8-64) was available for 56 horses. Fifty-one of 56 (91.1%) horses returned to some level of performance, with 27 of 51 (52.9%) horses achieving equivalent or higher level of performance. Achieving a lower level of performance was attributed to recurrent back pain in nine of 24 (37.5%) horses and to unassociated lameness in nine of 24 (37.5%) horses. Owners of 44 of 56 (78.6%) horses were satisfied with the postoperative performance level, and owners of 46 of 56 (82.1%) horses would recommend the procedure. None of the variables tested influenced the return to performance. Conclusion: Interspinous ligament desmotomy allowed horses with ORDSP to return to some level of performance, although fewer returned to an equivalent or higher level of performance than had previously been reported. Clinical significance: Interspinous ligament desmotomy allows affected horses to return to some level of performance, regardless of the severity of radiographic and scintigraphic findings.
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The widths of spaces between the thoracolumbar processi spinosi (interspinous spaces) are frequently assessed using radiography in sports horses; however effects of varying X-ray beam angles and geometric distortion have not been previously described. The aim of this prospective, observational study was to determine whether X-ray beam angle has an effect on apparent widths of interspinous spaces. Thoracolumbar spine specimens were collected from six equine cadavers and left-right lateral radiographs and sagittal and dorsal reconstructed computed tomographic (CT) images were acquired. Sequential radiographs were acquired with each interspinous space in focus. Measurements were performed for each interspinous space in the focus position and up to eight angled positions as the interspinous space moved away from focus (±). Focus position measurements were compared to matching sagittal CT measurements. Effect of geometric distortion was evaluated by comparing the interspinous space in radiographs with sagittal and dorsal reconstructed CT images. A total of 49 interspinous spaces were sampled, yielding 274 measurements. X-ray beam angle significantly affected measured width of interspinous spaces in position +3 (P = 0.038). Changes in width did not follow a consistent pattern. Interspinous space widths in focus position were significantly smaller in radiographs compared to matching reconstructed CT images for backs diagnosed with kissing spine syndrome (P < 0.001). Geometric distortion markedly affected appearance of interspinous space width between planes. In conclusion, X-ray beam angle and geometric distortion influence radiographically measured widths of interspinous spaces in the equine thoracolumbar spine, and this should be taken into consideration when evaluating sport horses.
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Impingement of the dorsal spinous processes (DSP) is a common cause of pain and poor performance in sport horses but there is limited information regarding regional differences in the prevalence and severity of DSP osseous lesions in the equine thoracolumbosacral spine. It was hypothesized that lesion severity would increase with horse age and height, and that severe lesions would be more prevalent in the mid-caudal thoracic region. The thoracolumbosacral spines of 33 horses were removed post mortem, disarticulated and boiled out. The thoracic and lumbar DSPs were examined for the presence of proliferative or lytic osseous lesions of the DSPs. Age and height of the horses were recorded and severity of pathological changes at each vertebral level was scored using an ordinal grading system (grades 0-3) and a continuous visual analog scale (VAS). Osseous lesions of the DSPs were present at every vertebral level from C7-T1 to L6-S1 and 70% of horses had at least one lesion of severity grade 2 or higher. Grade 3 lesions were found in the cranial thoracic (T2 to T4), mid thoracic to cranial lumbar (T11 to L1) and mid-lumbar (L4-L5) segments. Analysis of VAS data using ANOVA indicated that increasing age and height were associated with more severe osseous lesions (p<0.001). DSP osseous lesions occur frequently in horses with more severe lesions in the cranial thoracic, mid to caudal thoracic and mid-lumbar regions. Lesions in the cranial thoracic and lumbar regions present a challenge for diagnostic imaging and may be under-diagnosed clinically.
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The institutionalizing of veterinary examinations for purchase of horses requires to standardize the way of examination, the find a general accepted language and to define the subject matters of the contract. Therefore it's necessary to establish a standard form, which defines the subject matters of contract by general terms. This challenge depends on how the jurisdiction qualifies the contracts in question. Nevertheless a critical analysis is indispensable. On the one hand the liabilities of the veterinary surgeon need to be oriented at the current technical and scientific conditions and on the other hand they have to be defined by the divergent expectations of the clients. Due to the intended purposes of a contract it needs to be stated clearly which terms of references the veterinary surgeon should have and to whom it's meant to be served. Regarding the purpose of the examinations of purchase veterinary surgeons might have substantial economical risks, which need to be varied by limitation on liability or facilitation of statute of limitation. The agreement form for the purchase examination is devoted by these terms of reference.
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The definition of medical terms like finding, symptom, diagnosis, prognosis, patient and of health and disease will be discussed in association with the prepurchase exam. Without doubt these terms remain important in combination with routine veterinary diagnostics. However, in connection with a prepurchase examination they usually are irrevelant or unsuitable, since most horses examined will have no abnormal findings. In legal proceedings vocabulary like usual condition and usual or contractual use become important. For this reason medical and legal definitions or various terms will be discussed.
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A retrospective study of 220 horses was performed to investigate the association between the clinical signs and the radiological findings of impinging dorsal spinous processes (DSPs) in warmblood sporthorses. For this purpose radiographic records were assessed to identify all horses that had undergone radiographic examination of the back as part of a pre-purchase examination between January 2009 and December 2012. The dorsal spinous processes of 239 horses were assessed and each dorsal spinous process was individually graded (0-3) using a modified 4-group grading system appropriate for routine grading of dorsal spinous processes as part of a pre-purchase examination. Fifty-five percent (n = 121) had no radiological abnormalities of the DSPs (grade 0). However, 26, 4% had at least one DSP with grade 1 impingement, 11, 8% had at least one DSP with grade 2 and 6, 8% had at least one DSP with grade 3. Follow-up information was obtained by telephone responses from owners or trainers. The horses were assessed at a mean follow up time after pre-purchase examination of 25, 19 ±12,52 months. Based on the clinical signs included in the questionnaire answers horses were divided into two groups; i) thoracolumbar back pain and ii) no thoracolumbar back pain. Only 11, 5% (N = 23) of the 220 horses had shown thoracolumbar back pain. There was no significant association between gender, age or discipline and clinical signs of thoracolumbar back pain. High maximum DSP grade is associated with an increased risk of clinical signs. The specificity of a grade 3 DSP on radiographic screening at pre purchase examinations is high, however the sensitivity is low. This suggests that there is a high risk of clinical signs in horses with grade 3 DSPs and no warranty can be offered for absence of clinical signs for grade 0, 1,2.
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There has been no objective study comparing radiological features of spinous processes (SPs) in the thoracolumbar region and/or scintigraphic findings with clinical signs. To investigate the relationship between the presence or absence of clinical signs of back pain and: 1) radiological findings of close, impinging or overriding SPs; 2) increased radiopharmaceutical uptake (IRU) in the SPs; and 3) the combination of radiological findings and IRU. Also to determine the prevalence of concurrent osseous pathology. Five-hundred and eighty-two horses, presented for perceived back pain and poor performance, underwent comprehensive clinical investigation including diagnostic analgesia of the forelimbs, hindlimbs, back and sacroiliac joints, and radiographic and scintigraphic evaluation of the thoracolumbar spine. Radiological and scintigraphic grades were determined subjectively. Statistical analysis was performed to determine the relationships between clinical signs of back pain, radiological and scintigraphic features, age, breed, gender, discipline, height and weight. Thoroughbreds (TBs) were over-represented with thoracolumbar pain compared with Warmbloods and TB cross breeds. There was a significant association between maximum and total radiological grades of the SPs and thoracolumbar pain, between maximum and total grades of IRU and thoracolumbar pain, and between a combination of radiological and scintigraphic abnormalities and thoracolumbar pain. Horses with osteoarthritis (OA) of the synovial intervertebral articulations (SIAs) were more likely to have thoracolumbar pain than horses with lesions of the SPs alone, but the presence of OA of the SIAs and lesions of the SPs was associated with the highest likelihood of thoracolumbar pain. Fore- or hindlimb lameness and/or pain associated with the sacroiliac joints could mimic primary thoracolumbar pain. A combination of radiology and scintigraphy gives the most accurate prediction of thoracolumbar pain, but diagnostic analgesia is crucial for accurate diagnosis.
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The occurrence of backproblems in horses is analysed on the basis of data gained from 169 horses, 129 of which are warm-blooded, over a period of five years (1995-2000). The predominant clinical picture in horses with backproblems in South Germany is that of the 'Kissing-Spine-Syndrome' (KSS) which was found in 56,5% (92/163) of horses examined by x-ray. However, a primary, clinically relevant disease of the back was diagnosed in only 46 horses (27%). Most backproblems were caused by degenerative diseases and injuries of the thoracolumbar vertebral column. Besides fractures of spines (n=2) and spondylarthrosis (n=1), KSS in particular is responsible for primary backproblems (n=37, 22%). KSS affects especially horses aged 5-9 (n=28), which in radiological examination can show all degrees of severity even from such an early age as 5. The degrees of severity rise with increasing age. In horses aged 12 and older only KSS-lesions of the second and/or third degree are found. KSS effects mares with a significantly higher frequency (p=0,0072). Diseases of the soft tissue are only of secondary importance for the aetiology of backproblems. Strains of the ligaments can occasionally cause backaches. Myopathies could not be diagnosed in connection with primary backproblems. The discrepancy between KSS diagnosed by x-ray and aetiologically relevant KSS is confirmed by this study. Furthermore, on the basis of the results obtained, the following conclusions can be drawn: 1. A clear distinction is to be made between the pathogenic, apparent, KSS and the non-apparent KSS which results from the adaptation of the dorsal spinous processes to biomechanic influences. If palpation shows a pronounced painfulness of the back - hindlameness must have been ruled out - the diagnosis can be facilitated on the basis of the following observations: 2. In horses aged 5 and younger, radiological alterations indicating KSS are to be regarded as apparent. 3. In horses aged 11 and younger, KSS symptoms of the third degree are also to be regarded as clinically relevant. Chronic hindlameness, causing painful tension in the backmuscles of the horse, frequently leads to false palpation-results and thus wrongly indicates a problem with the spine. It must therefore be ruled out as a cause for the 'backproblem'. Therefore, a correct diagnosis is to be found on the basis of positive palpation results, the ruling out of hindlameness, and radiological alterations in the dorsal spinous processes which do not conform with the patient's age. Only then KSS can be accurately diagnosed. In dubious cases only scintigraphy can render unequivocal results.
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Horses with an assumed backproblem should be examined according to a certain diagnostic procedure. Anamnesis, adspectation and most importantly palpation are the essential steps towards the secure diagnosis of a backproblem. Only reproducable and painful reactions or behavior can comment as clearly positive palpatory indications. Furthermore, since a chronic hindlimblameness can cause secundary painful backproblems, it is indispensible to examine the hindlimb with regard to a possible lameness. Otherwise, wrong diagnoses are likely.
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The normal radiographic anatomy of the equine thoracolumbar (TL) spine is described from birth to maturity. Closure of the vertebral epiphyses was found to take place from 30 to 38 months of age. In a series of 110 normal horses, there were few incidental radiologic abnormalities seen apart from changes associated with crowding and overriding of the dorsal spinous processes. Sixty-six percent of horses were free from any detectable radiologic lesion, and an additional 12 percent showed only impingement of the dorsal tips of one or more summits. The remainder (22 percent) exhibited some evidence of overriding of the dorsal spinous processes, but in only 3 percent were the changes pronounced. This reduction or obliteration of the normal interspinous spaces occurred chiefly in the midback from T13 to T18 and was associated with pressure points between adjacent spines with local periosteal reaction and focal areas of radiolucency. The tips of the processes sometimes overlapped one another and became misshapen, presumably as a result of continued pressure from the adjacent impinging spines.
Article
At least three types of movement take place in the joint complexes of the equine thoracolumbar spine: dorsoventral flexion and extension, axial rotation and lateral bending. Using the standard right-handed Cartesian coordinate system, these movements may be defined as rotation about the x, y and z axes respectively. Except in cases of intervertebral fusion, all three types of movement occur in each joint complex of the equine back. The greatest amount of dorsoventral movement takes place at the lumbosacral and the first thoracic intervertebral joints. The greatest amount of axial rotation and lateral bending was measured in the mid-thoracolumbar spine at the level of the 11th or 12th thoracic intervertebral joints. The caudal thoracic and the lumbar spine is the least mobile region of the equine back. In the mid-thoracic spine, lateral bending was always accompanied by a "coupled" axial rotation. The presence of the rib cage stabilised the cranial thoracic vertebrae against axial rotation.
Radiologische Untersuchungen an den Dornfortsätzen der Rück-enwirbel
  • G Brunken
  • N De Besi
  • D Und Königsmann-Brunken
Brunken G., De Besi N. und Königsmann-Brunken D. (2006): Radiologische Untersuchungen an den Dornfortsätzen der Rück-enwirbel Prakt. Tierarzt 87, 617-621
Röntgenbefunde an den Dornfortsätzen klinisch rückengesunder Warmblutpferde
  • M Holmer
Holmer M. (2005): Röntgenbefunde an den Dornfortsätzen klinisch rückengesunder Warmblutpferde. Vet. Med. Diss. München Jeffcott L. B. (1979): Radiographic features of normal equine thoracolumbar spine. Vet. Radiol. Ultras. 20. 140-147
Die klinische, röntgenologische und szintingrapische Untersuchung bei den so genannten Rückenproblemen des Pferdes
  • M Nowak
Nowak M. (1988): Die klinische, röntgenologische und szintingrapische Untersuchung bei den so genannten Rückenproblemen des Pferdes. Pferdeheilkunde 4, 193-198
Das Rückenproblem beim Pferd -Eigene Untersuchungen und kritische Betrachtungen
  • W Ranner
Ranner W. (1997): Das Rückenproblem beim Pferd -Eigene Untersuchungen und kritische Betrachtungen. Vet. Med. Diss. München Ranner W. und H. Gerhards (2001): Diagnostik bei Verdacht auf Rückenerkrankungen beim Pferd. Pferdeheilkunde 17, 225-232
Vorkommen und Bedeutung von Rückenerkrankungen -insbesondere des "kissing spine"-Syndromsbei Pferden in Süddeutschland
  • W Ranner
  • H Und
  • Gerhards
Ranner W. und H. Gerhards (2002): Vorkommen und Bedeutung von Rückenerkrankungen -insbesondere des "kissing spine"-Syndromsbei Pferden in Süddeutschland. Pferdeheilkunde 18, 21-33