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Online-Lernangebote in den Lebensalltag integrieren – Brückenbauen bei der Kursplattform imoox.at

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Abstract

Auf der Plattform imoox.at werden seit Frühjahr 2015 kostenlose und offen lizenzierte Online-Kurse angeboten. Rund 6.000 Personen haben sich dafür bereits registriert. Die Zielgruppe der Kurse sind dabei Schüler_innen, Student_innen, aber auch Erwachsene unterschiedlichen Alters, die sich weiterbilden möchten.
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Lehrende
arbeiten
mit dem Netz
bildung.werdedigital.at
M. Akin-Hecke, D. Röthler
P. Eiselmair, M. Andraschko (Hg.)
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Impressum
Herausgegeben von
WerdeDigital.at, Meral Akin-Hecke, David Röthler und der
Education Group GmbH, Peter Eiselmair, Monika Andraschko
Endredaktion der Texte: Ruth Mayr, Anita Pleschko
Design: Beate Wieland
ISBN: 978-3-200-03932-2
Eigenverlag
Institut zur Förderung digitaler Mediennutzung - WerdeDigital.at
Stockwerk Coworking, Pater-Schwartz-Gasse 11a
1150 Wien Austria
ZVR-Nr.: 210419523, UID-Nr: ATU69048103, Gerichtsstand: Wien
Gefördert aus Mitteln des BMBF Unterstützung der Druckauage
Alle Inhalte sind unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY SA veröffentlicht.
CC-BY-SA 3.0
Lehrende arbeiten mit dem Netz (2015); Hg: M. Akin-Hecke, M. Andraschko, P. Eisel-
mair, D. Röthler
bildung.werdedigital.at
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ERWACHSENENBILDUNG
Sandra Schön
Martin Ebner
Online-Lern-
angebote in
den Lebensalltag
integrieren –
Brückenbauen bei
der Kursplattform imoox.at
Auf der Plattform imoox.at werden seit Frühjahr 2015 kostenlose und offen lizenzierte
Online-Kurse angeboten. Rund 6.000 Personen haben sich dafür bereits registriert. Die
Zielgruppe der Kurse sind dabei Schüler_innen, Student_innen, aber auch Erwachse-
ne unterschiedlichen Alters, die sich weiterbilden möchten.
Die erfolgreiche Teilnahme an einem Online-Kurs ist nicht trivial. Es bedarf hoher Mo-
tivation und Selbstdisziplin, sich regelmäßig einzuloggen und die entsprechenden Ein-
heiten zu bearbeiten, selbständig weitere Materialien zu suchen oder in den Diskussi-
onsforen nach Antworten für Offenes zu suchen. Dass die Kurse kostenlos sind, sorgt
zwar für eine geringere Hürde bei der Registrierung, aber auch für eine geringere Ver-
bindlichkeit.
Gerade für Lernende, die eher wenig Erfahrung mit dem Internet haben oder auch bei
Themen, bei denen Kompetenzen vermittelt werden, die nur schwer virtuell erprobt wer-
den können, z.B. weil dazu spezielle Werkzeuge oder Labore notwendig sind, erschien
es uns hilfreich, Wege zu nden, die reinen Online-Kurse mehr in den Lebensalltag „zu-
rück zu bringen“. Weil man sonst eher Präsenzunterricht mit Online-Elementen anrei-
chert und dann „Blended Learning“ nennt, haben wir dieses Vorgehen „Inverse Blended
Learning“ genannt: wir versuchen also, Online-Lernen mehr in den Präsenzalltag der
Lernenden zu bringen (vgl. Ebner, Schön & Käfmüller, 2015).
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Der Online-Kurs „Gratis Online Lernen“ richtet sich an Einsteiger_innen. Die Idee des
Online-Kurses ist es Personen zu erreichen, die von herkömmlichen (womöglich kos-
tenpichtigen) Weiterbildungsangeboten (noch) nicht angesprochen werden.
Ausgehend von der Fragestellung, was Einsteiger_innen benötigen, haben wir die
Idee entwickelt, dass unbedingt eine Unterlage bereitliegen muss, wenn wiedermal
„alles weg“ ist, weil der/die Einsteiger_in aus Versehen den Browser geschlossen hat
oder das Passwort vergessen wurde. Mit Hilfe des Österreichischen Volkshochschul-
verbands, der Salzburg Research Forschungsgesellschaft, BIMS e.V., der TU Graz und
vielen Partner_innen, die sich um die Verteilung kümmerten, wurden daher tausende
Arbeitshefte, mit Platz für Notizen und Arbeitsaufgaben, gedruckt und an zahlreichen
Ausgabestellen im deutschsprachigen Europa verteilt bzw. gegen Freiumschlag ver-
schickt.
Einige Seiten des Arbeitshefts
Während sich Kolleg_innen ein wenig erstaunt zeigten, weil wir zum traditionellen
Arbeitsheft aus Papier griffen, waren die Rückmeldungen der Kursteilnehmer_innen
durchwegs positiv. Nur eine Person bevorzugte die digitale Variante des Arbeitshefts
und erklärte dies mit der Möglichkeit, den Text hier leicht größer darstellen zu können.
Bei „Gratis Online Lernen“ wurde zudem erfolgreich nach Partner_innen gesucht. So
haben die virtuelle PH, ein Deutsch-als-Zweitsprachen-Lehrer_innen-Netzwerk sowie
auch Bildungseinrichtungen wie die Hamburger Volkshochschule Treffen und Begleit-
kurse angeboten.
Die Bilanz des Kurses zeigt, dass sich diese Bemühungen auszahlen. Es gibt trotz
des herausfordernden Themas bzw. der unerfahrenen Zielgruppe vergleichsweise sehr
hohe Abschlussquoten beim Online-Kurs. Auch für die Partner_innen hat die unge-
wöhnliche Kooperation Mehrwert geboten. Sie konnten ohne große eigene Investitio-
nen oder Risiken, in Bezug auf das Urheberrecht, Online-Materialien nutzen, fühlten
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sich dabei in einen größeren Verband eingebunden und hatten die Möglichkeit, sich als
innovativ zu präsentieren.
Eine solche Vernetzung mit anderen Anbieter_innen, muss nicht bei jedem Kurs mit-
gedacht sein, aber sie ist bei speziellen Zielgruppen eine gute Option. Das Geschäfts-
modell der offen lizenzierten Online-Kurse ist jedoch kein etabliertes und derzeit auf
öffentliche Fördergelder, Sponsor_innen und oft auch ehrenamtliches Engagement an-
gewiesen. Für die Wiederholung des Kurses „Gratis Online Lernen“ im Herbst 2015
konnte keine Unterstützung gefunden werden, die es ermöglicht hätte, Partner_innen-
schaften zu koordinieren.
Für den Kurs „Making – digitales kreatives Gestalten mit Kindern“, der sich an Päda-
gog_innen richtet, können (Dank einer Förderung einer Stiftung) wieder gezielt Koope-
rationen mit Making-Fachleuten und –Einrichtungen eingegangen werden.
Mehr zum Kurs „Gratis Online Lernen“ und dem Idee des „Inverse Blended Learning“:
Ebner, M., Schön, S., Käfmüller, K. (2015). Inverse Blended Learning bei „Gratis Online
Lernen“ – über den Versuch, einen Online-Kurs für viele in die Lebenswelt von Einstei-
gerInnen zu integrieren. In: Digitale Medien und Interdisziplinarität. Nistor, N. & Schir-
litz, S. (Hrsg). Waxmann, Medien in der Wissenschaft, Bd 68. S.197-206
Dr. Sandra Schön
forscht im InnovationLab der Salzburg Research Forschungsgesell-
schaft und engagiert sich zudem im gemeinnützigen Verein BIMS in
medienpädagogischen Praxisprojekten, u.a. bei den Online-Kursen
„Gratis Online Lernen“ und „Making“. Ihr Steckenpferd sind offene Bil-
dungsressourcen und Making – http://sandra-schoen.de
Photo: CC BY Werner Moser | Salzburg Research
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Univ.-Doz. Dr. Martin Ebner
ist verantwortlich für alle Belange des technologiegestützten Lernens
an der TU Graz und berichtet über seine Arbeit und Erfahrungen in zahl-
reichen Publikationen, Präsentationen und Workshops. Zusammen mit
Kollegen der Universität Graz ist er für die Kursplattform imoox.at
verantwortlich - http://www.martinebner.at, http://elearningblog.tug-
raz.at
... Founded in February 2004 by Mark Zuckerberg, a Harvard student, it was first intended to integrate college students in a platform for easy access and interaction. Facebook is suited to share media and common interests and primarily focus on asynchronous communication (Schön & Ebner, 2015). Facebook penetration in Brazil was 83.8 % in February of 2015 and in Finland 47.5 % in November of 2015 (Statistics, 2015). ...
Conference Paper
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The presence of Facebook, an almost universal channel of communication, is unquestionably transforming schools. A monitoring of twelve schools has carried out in Brazil and Finland to find how Facebook is being used. Social presence supported the analysis as a theoretical reference. The most important similarity found was the cohesive way of being present in each community. Despite data collection on public side of each profile, these are certainly others specific uses of Facebook social media that schools may explore.
Article
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Social media represents one of the most impactful applications of information and communication technologies in contemporary societies. They allow the exchange of content, interactions and collaborations in several areas and show great potential regarding the possibilities for business marketing. Nine companies were selected based on the biggest investments in digital marketing in 2014, and their posts on Facebook were analyzed based on the theory of social presence. The results show the prominence of cohesive category as well as the comparison of textual and image content. In short, the presence and action in these media by the selected companies indicates its importance.
Article
Full-text available
A presença do Facebook, um canal de comunicação quase universal, está indubitavelmente transformando as escolas. Um acompanhamento de 12 escolas finlandesas e brasileiras foi realizado para entender como o Facebook tem sido empregado. A teoria da presença social foi selecionada como referencial teórico das análises. A similaridade mais importante encontrada foi a presença coesiva em ambas as comunidades. A despeito dos dados serem oriundos dos perfis públicos das instituições, certamente outros usos específicos da mídia social pelas escolas podem ser explorados.
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