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Die Bestätigungstendenz. Warum wir (subjektiv) immer Recht behalten

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... Der individuellen Bereitschaft, kritisch zu denken, steht unter anderem ein in der Kognitionspsychologie als "Bestätigungstendenz" bezeichnetes Phänomen entgegen [6]. Dieses beschreibt, wie Menschen dazu neigen, (eher unbewusst als bewusst) an einer einmal gefassten Hypothese festzuhalten und diese -selbst wenn sie möglicherweise falsch istdurch die Suche nach stützenden Evidenzen sowie durch einseitige Wahrnehmung, Bewertung und Interpretation von Belegen aufrecht zu erhalten [3]. Eine solche Abschottung gegenüber einem Teil der wissenschaftlichen Literatur ist unter anderem immer dann zu beobachten, wenn sich aufgrund kontroverser Standpunkte verschiedene "Lager" gebildet haben. ...
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Während sich mehrere Studien mit der Schwierigkeit der Kriterien und Interraterreliabilität der Störungsbilder nach ICD-10 beschäftigten, ist unklar, welche Schwierigkeiten mit der ICD-10 Diagnostik in der klinischen Praxis auftreten und wie homogen die Diagnosegepflogenheiten im Umgang mit der ICD-10 sind. Eine explorative Fragebogenerhebung an 144 Therapeuten aus zehn psychosomatischen Kliniken, die sich sehr hinsichtlich Geschlecht, Berufserfahrung, Alter und Berufsgruppe unterschieden, ergab, dass sich mindestens jeder Fünfte in den meisten psychischen ICD-10-Störungsgruppen wenig kompetent einstufte. Frauen, nicht-ärztliche / nicht-psychologische Therapeuten, jüngere und beruflich unerfahrenere Kliniker schätzten sich in der ICD-10 Diagnostik unsicherer ein. Die Therapeuten unterschieden sich im Zeitpunkt der Diagnosestellung (Aufnahme, Verlauf, Entlassung), dem Kriterium für die Diagnosestellung (alle Störungen, nur die behandlungsrelevanten, nur Hauptdiagnose) und dem Erhebungsinstrument (frei, Checkliste, Konsensus, strukturiertes Interview) zwischen und innerhalb der Kliniken beträchtlich.
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