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Abstract and Figures

Durch die Einteilung in Alterskategorien kommt es zu relativen Altersunterschieden unter Fussballspielern im Kindes- und Juniorenalter. So hat ein Spieler, der kurz nach dem Stichtag geboren ist (im Januar), im Vergleich zu einem Spieler, der spät im Selektionsjahr geboren ist (im Dezember), einen entscheidenden Entwicklungs- und Leistungsvorteil. Die Folgen, die sich daraus ergeben bezeichnet man als „Relative Age Effect“ (RAE). Durch den RAE gehen dem Schweizer Fussball viele Talente verloren und die Chance in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden, ist nicht für alle Spieler gleich gross. Der RAE beginnt schon bei der Beteiligung im Fussball generell. Eine Analyse zeigt, dass bei den im vierten Quartal geborenen Jungen, im Vergleich zu den in den ersten 3 Quartalen geborenen, bereits 4.000 Spieler weniger am organisierten Fussball teilnehmen. Durch Selektionen wird der RAE weiter verstärkt. Der starke RAE in der J+S Nachwuchsförderung und den Nationalmannschaften U-15 bis U-21 verdeutlicht, dass teilweise «falsche Talente» aufgrund von aktuellen Leistungsvorteilen gefördert werden und «echte Talente» aufgrund ihrer momentanen körperlichen Nachteile nicht gefördert werden. Zudem zeigt sich, dass keine Chancengleichheit bei der Selektion besteht. Je früher ein Spieler im Jahr geboren ist, desto höher ist seine Chance in einer Auswahlmannschaft zu spielen. Durch das Projekt „Footeco“ des Fussballverbands werden erste Massnahmen zur Reduzierung des RAE umgesetzt. Aber der RAE entsteht bereits im Kinderfussball. Es wäre daher sinnvoll dem RAE schon hier durch strukturelle Änderungen entgegenzuwirken. Wir empfehlen deshalb im Kinderfussball Anpassungen des Wettkampfsystems einzuführen, welche die gleichen Chancen auf Teilnahme und Spielzeiten für alle Kinder ermöglichen.
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Relative Age Effect
im Kinder- und Juniorenfussball
Michael Romann, Marie Javet & Jörg Fuchslocher
Version 1.0, 27.08.2015
Inhalt
Zusammenfassung
Durch die Einteilung in Alterskategorien kommt es zu relativen Altersunterschieden unter
Fussballspielern im Kindes- und Juniorenalter. So hat ein Spieler, der kurz nach dem Stichtag geboren
ist (im Januar), im Vergleich zu einem Spieler, der spät im Selektionsjahr geboren ist (im Dezember),
einen entscheidenden Entwicklungs- und Leistungsvorteil. Die Folgen, die sich daraus ergeben
bezeichnet man als „Relative Age Effect“ (RAE). Durch den RAE gehen dem Schweizer Fussball viele
Talente verloren und die Chance in ein Förderprogramm aufgenommen zu werden, ist nicht für alle
Spieler gleich gross.
Der RAE beginnt schon bei der Beteiligung im Fussball generell. Eine Analyse zeigt, dass bei den im
vierten Quartal geborenen Jungen, im Vergleich zu den in den ersten 3 Quartalen geborenen, bereits
4.000 Spieler weniger am organisierten Fussball teilnehmen. Durch Selektionen wird der RAE weiter
verstärkt.
Der starke RAE in der J+S Nachwuchsförderung und den Nationalmannschaften U-15 bis U-21
verdeutlicht, dass teilweise «falsche Talente» aufgrund von aktuellen Leistungsvorteilen gefördert
werden und «echte Talente» aufgrund ihrer momentanen körperlichen Nachteile nicht gefördert
werden. Zudem zeigt sich, dass keine Chancengleichheit bei der Selektion besteht. Je früher ein Spieler
im Jahr geboren ist, desto höher ist seine Chance in einer Auswahlmannschaft zu spielen.
Durch das Projekt „Footeco“ des Fussballverbands werden erste Massnahmen zur Reduzierung des
RAE umgesetzt. Aber der RAE entsteht bereits im Kinderfussball. Es wäre daher sinnvoll dem RAE
schon hier durch strukturelle Änderungen entgegenzuwirken. Wir empfehlen deshalb im Kinderfussball
Anpassungen des Wettkampfsystems einzuführen, welche die gleichen Chancen auf Teilnahme und
Spielzeiten für alle Kinder ermöglichen.
Zusammenfassung 1
1. Ausgangslage 2
2. RAE bei allen registrierten Fussballspielern 2
3. Selektionen und RAE 2
4. Spielpositionen und RAE 3
5. Auswirkungen des RAE 3
6. Möglichkeiten zur Vermeidung des RAE 4
Literatur 4
Bundesamt für Sport BA SPO
Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen EHSM
2
1. Ausgangslage
Fairer Wettkampf und Chancengleichheit sind zentrale Werte im Kinder- und Juniorenfussball. Um
diesen Werten zu entsprechen, werden Jugendliche in Altersklassen eingeteilt, die sich auf
Jahrgänge beziehen. Diese auf den ersten Blick sinnvolle und gerechte Einteilung führt leider auch zu
der Problematik, dass es trotz der Altersklassen zu wesentlichen Altersunterschieden kommen kann.
So hat ein Spieler, der kurz nach dem Stichtag geboren ist (im Januar), im Vergleich zu einem
Spieler, der spät im Selektionsjahr geboren ist (im Dezember), einen entscheidenden Entwicklungs-
und Leistungsvorteil. Der Altersunterschied von bis zu einem Jahr entspricht zum Beispiel bei einem
8-jährigen 12 Prozent der gesamten Lebenszeit. Die Folgen, die sich daraus ergeben, bezeichnet
man als «Relative Age Effect» (RAE) [1].
2. RAE bei allen registrierten Fussballspielern
Im Kinder- und Juniorenfussball besteht schon bei allen Fussballspielerinnen und Fussballspielern im
Alter von 5 – 20 Jahren, die im Jugend & Sport (J+S) System gemeldet sind ein statistisch signifikanter
RAE. Hier sind in den ersten drei Quartalen (Q) ca. 36.000 Spieler gemeldet. In Q4 sind hingegen nur
ca. 32.000 Spieler registriert. Das bedeutet, dass in Q4 mehr als 4.000 Spieler weniger im Fussball
aktiv sind. Besonders stark ist dieser Effekt im Alter von 5-10 Jahren. Hier fehlen in Q4 bereits 3.000
Spieler. Eine Ursache dieses Phänomens könnte sein, dass Kinder, die relativ jünger und weniger
entwickelt sind als gleichaltrige Spieler, weniger Erfolgserlebnisse im Fussball haben und deshalb nicht
in einen Verein gehen (Selbstselektion) oder den Verein bereits verlassen haben (Drop-out) [2,3].
3. Selektionen und RAE
Tatsächlich ist es so, dass relativ Ältere, das heisst Spieler, die am Anfang des Jahres geboren
wurden, in der Nachwuchsförderung und in Nationalkadern stark überrepräsentiert sind. In der
Schweiz sind die Geburtsdaten aller Kinder aber gleichmässig über das ganze Jahr verteilt.
Untersucht man zum Beispiel die Geburtsdaten der Schweizer Jugend Nationalspieler der
Mannschaften U15-U21, so zeigt sich eine extreme Abweichung von der erwarteten Verteilung. Bei
den Nationalmannschaften ist fast die Hälfte der Spieler (44%) zwischen Januar und März geboren,
obwohl man nur 25% erwarten würde. Zwischen Oktober und Dezember sind nur noch 11% der
Nationalspieler geboren (Abb. 1). Betrachtet man die Geburtsmonate einzeln, zeigt sich, dass
Januarkinder eine über 5-mal höhere Chance haben in ein Nationalkader selektioniert zu werden wie
Dezemberkinder.
Abb. 1: Relative Age Effect im Nachwuchsfussball. Q1 = Januar – März; Q2 = April – Juni;
Q3 = Juli – September; Q4 = Oktober - Dezember
Verteilung in %
Quartal
U15-U21 (n=235)
J+S Nachwuchsförderung (n=6.010)
Normalbevölkerung (n=613.936)
Bundesamt für Sport BA SPO
Eidgenössische Hochschule f ür Sport Magglingen EHSM
3
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dem Schweizer Fußball viele Talente verloren gehen
und die Chancengleichheit auf Förderung für alle nicht gewährleistet ist. In der Talentauswahl kommt
es zu einem „Doppelfehler“:
1. «Falsche Talente» werden gefördert. Das heisst, zu viele Spieler, die zwischen Januar bis März
geborenen wurden, werden auf Grund des höheren relativen Alters selektioniert. Darunter sind Spieler,
die «nur» Dank ihrer momentanen körperlichen Vorteile bessere Leistungen zeigen, aber
wahrscheinlich nicht zu den «potenziell Besten» gehören.
2. «Richtige Talente» werden nicht gefördert. Zwischen Oktober und Dezember geborene Spieler
werden zu wenig gefördert, da sie wegen ihrer momentanen körperlichen Nachteile weniger gute
Leistungen zeigen. Am Ende der Pubertät werden diese temporären Nachteile aber aufgeholt. Hier
gehen also «echte» Talente auf Kosten der relativ Älteren verloren. Zudem wird deutlich, dass keine
Chancengleichheit bei der Selektion besteht. Je früher ein Spieler im Jahr geboren ist, desto höher ist
seine Chance in einer Auswahlmannschaft zu spielen.
4. Spielpositionen und RAE
Analysen zum Zusammenhang von Spielpositionen und RAEs haben ergeben, dass Torhüter und
Verteidiger (insbesondere Innenverteidiger) am stärksten vom RAE betroffen sind [2,3,4]. Eine
mögliche Erklärung für dieses Phänomen ist, dass die Körpergrösse für Torhüter und Innenverteidiger
im Elitebereich ein Erfolgsfaktor ist. Aus diesem Grund könnten Trainer im Nachwuchsbereich die
aktuell grössten Spieler auf diesen Spielpositionen bevorzugen.
5. Auswirkungen des RAE
Die relativ jüngeren Spieler erbringen durch die geringere Erfahrung und die weniger fortgeschrittene
körperliche und psychische Entwicklung im Durchschnitt eine niedrigere Leistung. Dadurch werden sie
nicht in Auswahlmannschaften selektioniert, können nicht von speziellen Fördermassnahmen
profitieren und bekommen von den Trainern weniger positives Feedback und weniger Einsatzzeit.
Dieser Teufelskreis kann langfristig zur Aufgabe des Sports und zum Verlust von potenziellen Talenten
führen.
Die relativ älteren Spieler haben einen Entwicklungsvorsprung, der zu einem besseren
Spielverständnis, einer besseren Übersicht und schliesslich einer besseren Gesamtleistung führt.
Durch die höhere Leistung schätzen Trainer daher relativ ältere Spieler tendenziell öfter als Talente
ein. Dies wiederum führt zur Selektion in eine Auswahlmannschaft, zu besserer Förderung und zu mehr
positivem Feedback von Trainern, der Familie und Mitspielern. Das Geburtsdatum kann also ein
Stolperstein bei der Talentselektion und der sportlichen Karriere sein.
Abb. 2: Auswirkungen des Relative Age Effects.
Bundesamt für Sport BA SPO
Eidgenössische Hochschule f ür Sport Magglingen EHSM
4
6. Möglichkeiten zur Vermeidung des RAE
Auch auf internationaler Ebene ist die Problematik des RAE bekannt. Wirksame Lösungen gibt es aber
bisher noch keine. Um den RAE auf Ebene der Talentselektion zumindest kurzfristig zu
berücksichtigen, können Bonuspunkte für Kinder und Jugendliche, die spät im Jahr geboren wurden,
vergeben werden. Zudem könnten strukturelle Änderungen, wie zum Beispiel kleinere Altersklassen,
Quotenregelungen oder eine Rotation des Stichtages langfristig Besserungen bringen und den
Talentpool qualitativ und quantitativ verbessern. Zusammengefasst werden in der wissenschaftlichen
Literatur folgende Gegenmassnahmen diskutiert:
a) Bildung kleinerer Altersgruppen von z.B. 6 anstatt 12 Monaten (mittlerer Aufwand).
b) Einteilung in Klassen nach biologischem anstatt chronologischem Alter (hoher Aufwand).
c) Bildung von Gewichts- und / oder Körpergrössenklassen (geringer - mittlerer Aufwand).
d) Rotation des Stichtags
e) Bei Selektionstests Leistungen (z.B. Sprintzeiten) aller Spieler mit einem Faktor, der das
relative Alter einbezieht, korrigieren (geringer Aufwand) [5].
Erste Schritte werden in dem Projekt „Footeco“ des Fussballverbands schon umgesetzt. Dennoch
entsteht der RAE bereits im Kinderfussball. Es wäre sinnvoll schon auf den ersten Wettkampfstufen (F
und E Junioren) den RAE zu analysieren und dem RAE schon hier durch strukturelle Änderungen
entgegenzuwirken. Empfohlene Massnahmen sind:
Anpassung des Wettkampfsystems (Chancengleichheit und gleiche Spielzeiten für relativ
jüngere garantieren).
Erhöhen der Partizipation (Spieler aus Q4 zum Fussballspielen ermutigen)
Relativ jüngere in Selektionen nicht benachteiligen.
Kein Erfolgsdruck für Nachwuchstrainer.
Trainer belohnen, die Spieler ausgebildet haben, die es später in den Profibereich geschafft
haben.
Trainer, Eltern, Funktionäre und Medien aufklären, dass nicht der kurzfristige Erfolg, sondern
eine langfristige, nachhaltige Talententwicklung angestrebt werden sollte.
Magglingen, 27.08.2015
Michael Romann, Marie Javet & Jörg Fuchslocher
Literatur
1. Musch J, Grondin S (2001) Unequal Competition as an Impediment to Personal Development: A Review of the Relative Age Effect in
Sport. Developmental Review 21: 147-167.
2. Romann M, Fuchslocher J (2011) Influence of the selection level, age and playing position on relative age effects in Swiss women’s
soccer. Talent Development & Excellence 3: 239-247.
3. Romann M, Fuchslocher J (2013) Relative age effects in Swiss junior soccer and their relationship with playing position. European
Journal of Sport Science 13: 356-363.
4. Romann M, Fuchslocher J (2013) Influences of player nationality, playing position, and height on relative age effects at women's under-17
FIFA World Cup. Journal of Sports Sciences 31: 32-40.
5. Romann M, Cobley S (2015) Relative age effects in athletic sprinting and corrective adjustments as a solution for their removal. PLoS
One 20.
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Article
Full-text available
Relative Age Effects (RAEs) refer to the selection and performance differentials between children and youth who are categorized in annual-age groups. In the context of Swiss 60m athletic sprinting, 7761 male athletes aged 8 – 15 years were analysed, with this study examining whether: (i) RAE prevalence changed across annual age groups and according to performance level (i.e., all athletes, Top 50%, 25% & 10%); (ii) whether the relationship between relative age and performance could be quantified, and corrective adjustments applied to test if RAEs could be removed. Part one identified that when all athletes were included, typical RAEs were evident, with smaller comparative effect sizes, and progressively reduced with older age groups. However, RAE effect sizes increased linearly according to performance level (i.e., all athletes – Top 10%) regardless of age group. In part two, all athletes born in each quartile, and within each annual age group, were entered into linear regression analyses. Results identified that an almost one year relative age difference resulted in mean expected performance differences of 10.1% at age 8, 8.4% at 9, 6.8% at 10, 6.4% at 11, 6.0% at 12, 6.3% at 13, 6.7% at 14, and 5.3% at 15. Correction adjustments were then calculated according to day, month, quarter, and year, and used to demonstrate that RAEs can be effectively removed from all performance levels, and from Swiss junior sprinting more broadly. Such procedures could hold significant implications for sport participation as well as for performance assessment, evaluation, and selection during athlete development.
Article
Full-text available
Abstract Relative age effects (RAEs) refer to age differences between children in the same selection year. The present study investigated the prevalence of RAEs and their link to playing positions in Swiss junior soccer. Swiss male junior soccer players (n=50,581) representing 11% of the age-matched population - members of extra-curricular soccer teams - were evaluated to determine the influence of RAEs on Swiss junior soccer. Subgroups were the national talent development programme (n=2880), and U-15 to U-21 national teams (n=630). While no RAEs were found for the self-selected extra-curricular soccer teams or for the U-20 teams (P>0.05), significant RAEs were found for talent development and the national U-15 to U-19 and U-21 teams (P<0.01). Additionally, defenders born early in the year were significantly overrepresented compared with goalkeepers, midfielders and strikers (P<0.05). In Switzerland, RAEs apparently have substantial influence on the talent identification process for U-15 to U-18 teams, significantly influencing the selection of players in talent development teams already at an early age, but do not influence self-selected participation in extra-curricular soccer. Additionally, the RAE bias may be a predictor of playing positions in national teams. To minimise RAEs in Swiss soccer, systematic education for all coaches regarding RAEs should be established, in addition to a slotting system with rotating calendar cut-off dates.
Article
Full-text available
Relative age effects (RAEs) refer to age differences in the same selection year. In this study, 6,229 female soccer players representing the entire Swiss female soccer population were evaluated to determine the prevalence of RAEs in Swiss women’s soccer. Significant RAEs existed in the self-selected extracurricular (n = 2987) soccer teams and the subgroup of talent development teams (n = 450) in the 10 to14 age category. No significant RAEs were found for players 15 years of age or older (n = 3242) and the subgroup of all national teams (n = 239). Additionally, significantly stronger RAEs were observed in defenders and goalkeepers compared to midfielders in national teams. Our findings show that in Switzerland, RAEs apparently influence the self selection and talent selection processes of women’s soccer in the 10 to 14 age category. However, in contrast to male soccer we found no RAEs in elite women’s soccer teams.
Article
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Abstract Previous research has shown that young male soccer players who are born early in a cohort are overrepresented on elite soccer teams. Selection advantages such as this have been termed 'relative age effects' (RAEs). Few studies have examined RAEs in elite women's youth soccer. Therefore, the aim of this study is to investigate the occurrence of RAEs in the Fédération Internationale de Football Association (FIFA) U-17 Women's World Cup competition and their link to playing positions. In the entire cohort of 672 players, we found significant RAEs in the geographical zones of Europe and North and Central America, no RAEs in the zones of Asia, Oceania, and South America, and significant inverse RAEs in the zone of Africa. Additionally, significant RAEs were found for goalkeepers and defenders from Europe and North and Central America. Inverse RAEs occurred for African goalkeepers, defenders, and strikers. Goalkeepers of all zones were significantly taller than players of all other playing positions. The results of this study show that remarkable RAEs do exist at elite women's youth soccer. Similar to men's soccer, there is a bias toward the inclusion of relatively older players, and a link between RAEs and playing positions.
Article
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Children born shortly before the cutoff date for age grouping in youth sport programs suffer from being promoted to higher age groups earlier than their later-born peers. Skewed birthdate distributions among participants in youth sport and professional sport leagues have been interpreted as the result of this disadvantage. A growing body of research shows that this Relative Age Effect in sport is a worldwide phenomenon and that it exists in many, but not all, competitive sports. Both physical and psychological mechanisms that may be responsible for the effect are identified. Negative consequences on personal development and possible remedies to the problem are discussed. Finally, desirable and necessary directions for future research are formulated.