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energetische Psychologie, Kritik, Skeptiker, Klopftechniken
2 skeptiker 2/2013
BERICHT
Die „energetische Psychologie“ behauptet,
dass man durch das Klopfen auf „Meri-
diane“ psychische Störungen beseitigen
kann. Die meisten Therapeuten, die solche
Verfahren befürworten, sind im Allge-
meinen eher wahllos, was die von ihnen
eingesetzten Methoden angeht, so eine
aktuelle Studie (Gaudiano et al. 2012).
Unter dem Begriff Energiemeridiantech-
niken versteht man eine Gruppe von psy-
chotherapeutischen Verfahren, denen die
Annahme gemeinsam ist, dass es (wie in
der traditionellen chinesischen Medizin
behauptet) unsichtbare „Energiemeridi-
ane“ gibt, die den menschlichen Kör-
per durchziehen. Bekannt ist auch die
Bezeichnung „energetische Psychologie“
(Gallo 2002). Durch das Setzen von Rei-
zen (in der Regel durch leichtes Klopfen)
an bestimmten Stellen sollen bei diesen
Verfahren der Energiefluss wieder in Gang
gebracht und auf diese Weise psychische
Beschwerden aller Art behoben werden.
Die erste ausformulierte Fassung eines
derartigen Ansatzes geht auf den kli-
nischen Psychologen Roger Callahan zu-
rück und ist als Gedankenfeldtherapie
bekannt (Callahan 1997; Callahan, Cal-
lahan 2000). Andere, im Grundprinzip
sehr ähnliche Verfahren folgten schnell
(emotional freedom technique, Tapas
Klopfakupressur usw.). Die Verfahren un-
terscheiden sich nur geringfügig; meist
geht es darum, welche Körperstellen in
welcher Reihenfolge geklopft werden sol-
len. Zusätzlich sollen die Klienten z. B.
auch noch die Augen rollen, zählen oder
eine Lied summen, angeblich, um die
Christoph Bördlein
Klopf-Klopf und die
Angst ist weg?
Energiemeridiantechniken
© Cora Reed – Fotolia.com
skeptiker 2/2013 3
KLOPF-KLOPF UND DIE ANGST IST WEG? ENERGIEMERIDIANTECHNIKEN
ge der Klopfpunkte hielt oder nicht, die
Angststörung der Patienten war danach
geringer ausgeprägt. Die Patienten in der
Wartekontrollgruppe erhielten keinerlei
Behandlung. Statt den richtigen Schluss
zu ziehen, dass die energetischen Psy-
chologie nur eine Placebobehandlung ist,
folgern die Anhänger dieser Verfahren
aus dieser Studie, dass die energetische
Psychologie sogar noch wirksamer sei als
ursprünglich angenommen: Die Energie-
meridiantechnik funktioniere selbst dann,
wenn man sie falsch anwendet.
Eine besondere Variante der energe-
tischen Psychotherapie stellt die voice
technology von Callahan dar. Über dieses
Verfahren ist sehr wenig bekannt, da
alle, die es in seinen Kursen für über
100 000 US-Dollar erlernen (Gaudiano,
Herbert 2000), eine Schweigepflichter-
klärung unterschreiben müssen. Pignotti
(2005) war in diesem Verfahren ausgebil-
det worden und prüfte es in der Annah-
me, seine Wirksamkeit damit belegen zu
können, in einer Studie mit 66 Patienten.
Die Ergebnisse zeigten jedoch, dass das
Verfahren nicht wirksamer war als eine
Placebobehandlung, bei der auf zufällig
ausgewählte Punkte geklopft wurde (was
Pignotti auch anerkannte, woraufhin er
fortan diese Verfahren kritisierte). Insge-
samt ist offenkundig, dass es sich bei den
Verfahren der energetischen Psychologie
um pseudowissenschaftliche Methoden
handelt (Devilly 2005).
Die Therapeuten
Wer aber sind die Therapeuten, die solche
Verfahren anwenden? Gaudiano et al.
(2012) suchten in mehreren Internet-List-
servern nach Teilnehmern für eine Studie,
um diese Frage zu beantworten. Für die
Studie wurde in mehreren Listen gewor-
ben, die im Bereich der Psychotherapie
die meisten Teilnehmer hatten: einer Liste
für kognitive Verhaltenstherapie, einer
Liste für die Akzeptanztherapie, für Hyp-
nosetherapie u. a. m. Teilnehmen konnten
nur lizensierte Psychotherapeuten. Letzt-
lich nahmen 149 Personen an der Studie
teil. Sie bearbeiteten mehrere Fragebögen:
Das TATQ. Dieser Fragebogen erfasst,
welche Verfahren ein Therapeut benutzt
oder benutzen würde (Sharp et al., 2008).
Die Verfahren lassen sich sechs
verschiedenen theoretischen
Richtungen zuordnen, der
kognitiven und Verhaltens-
therapie, der psychoanaly-
tisch-psychodynamischen,
der energetischen Psycholo-
gie, der systemischen The-
rapie, der humanistischen
Richtung und der ange-
wandten Verhaltensanalyse.
Die Therapeuten sollten auf
einer Skala von 0 bis 3 an-
geben, ob sie die Verfahren
bereits anwenden oder an-
wenden würden.
Dabei bedeu-
tet 0: „Ich
würde es
nie an-
linke und die rechte Gehirnhälfte zu syn-
chronisieren. Auch das Aufsagen eines
Vorsatzes (wie z. B. „Auch wenn ich dieses
Problem habe, so akzeptiere ich mich
doch voll und ganz“) ist bei einigen Ver-
fahren üblich (Craig 2005).
Gedanklich stehen die Energiemeridian-
techniken der Kinesiologie und dem Neu-
rolinguistischen Programmieren (NLP)
nahe. Abwandlungen des Verfahrens sind
das stellvertretende Klopfen (man klopft
bei sich selbst, um jemand anderen zu
behandeln) oder das Klopfen in sensu
(man stellt sich lediglich vor, man klopfe
auf bestimmte Punkte). Dies gilt in der
Szene als gleichermaßen wirksam (Flana-
gan o. D.; Perry 2011).
Studien und Ausflüchte
Die Anhänger des Verfahrens gingen ur-
sprünglich davon aus, dass sie dessen
Wirksamkeit nicht nachweisen müssten;
die Erfolge seien so offenkundig, dass
eine Kontrollgruppe entbehrlich sei (Cal-
lahan 2000). Feinstein (2008), ein Ener-
giemeridiantherapeut, legte dennoch eine
Übersicht über die Forschung zur Wirk-
samkeit der energetischen Psychologie
vor. Die Übersicht selbst ist fehlerhaft,
entkräftende Studien und kritische Ana-
lysen werden von ihm ausgelassen.
Die bislang einzige placebokon-
trollierte Studie zur Gedanken-
feldtherapie und zur emo-
tional freedom technique
(Waite, Holder 2003) legt
nahe, dass es sich bei den
Erfolgen dieser Verfahren
um reine Placebo-Effekte
handelt. Zwar wurde bei diesen
Verfahren die Angst der Stu-
dienteilnehmer stärker reduziert
als in der Wartekontrollgruppe,
jedoch galt dies ebenso für eine
Gruppe, die lediglich eine Pla-
ceboversion der emotional
freedom technique erhielt.
Es war gleichgültig,
ob sich der The-
rapeut an die
Reihenfol-
Gewusst wo? Durch Klopfen auf bestimmte Körperstellen (hier: emotional freedom technique) soll sich der „Energiefluss“ im Körper regulieren
lassen, wodurch angeblich Ängste und andere psychische Beschwerden verschwinden. Dass Studien dem Verfahren lediglich eine Placebo-
Wirkung bescheinigen, stört viele Anhänger und Therapeuten nicht. © dragon_fang - Fotolia.com
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BERICHT
Energiemeridiantechniken haben, stärker
zu berücksichtigen.
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ren auch anwenden würden. Dies spricht
für einen größeren Eklektizismus bei den
Anhängern (sie schlossen für sich kein
Verfahren aus).
Die Anhänger gaben an, sich mehr auf
ihre Intuition zu verlassen, sie hatten
mehr magische Vorstellungen im Bereich
der Gesundheit und schnitten im Test zum
kritischen Denken schlechter ab. Sie äu-
ßerten die Bereitschaft, auch evidenzba-
sierte Verfahren anzuwenden, sofern diese
ihnen intuitiv einleuchtend erschienen.
„Anything goes“
Pignotti und Thyer (2009) berichten üb-
rigens, dass Anhänger „alternativer“ Ver-
fahren evidenzbasierten Verfahren gene-
rell positiv gegenüberstünden. Dem liegt
vermutlich ein mangelndes Verständnis
dafür, was „Evidenzbasierung“ bedeutet,
zugrunde. Alles in allem scheint es unter
Sozialarbeitern (nicht nur in den USA)
viele Anhänger von wissenschaftlich
nicht abgesicherten Verfahren zu geben.
Pignotti und Thyer (2009) berichten etwa,
dass 75 Prozent der von ihnen befragten
191 Sozialarbeiter zumindest ein solches
Verfahren nutzten.
Der in der Untersuchung von Gaudiano
et al. (2012) zutage getretene therapeu-
tische Eklektizismus ist kein technischer
Eklektizismus (wie ihn etwa Lazarus und
Beutler, 1993, beschreiben). Ein solcher
technischer Eklektizismus wählt aus ver-
schiedenen Verfahren das für das jewei-
lige Problem am besten geeignete aus.
Der Eklektizismus der Anhänger der En-
ergiemeridiantechniken dagegen ist ein
unsystematischer, idiosynkratischer, der
in etwa dem Motto folgt „Erlaubt ist, was
gefällt“.
Auffallend ist, dass insgesamt 26 Prozent
der Anhänger angaben, sie seien in erster
Linie kognitiv-verhaltenstherapeutisch
ausgerichtet. Diesen Angaben muss miss-
traut werden. Die (kognitive) Verhaltens-
therapie gilt gemeinhin als das am besten
abgesicherte Verfahren. Viele Therapeuten
geben sich als kognitive Verhaltensthera-
peuten aus, allein, um als seriös zu gelten
(oder um besser mit der Krankenkasse
abrechnen zu können). Dieser Befund
dürfte auch auf die deutschsprachigen
Länder zutreffen.
Die Autoren empfehlen (wie schon Lilien-
feld 2007), angehende Therapeuten in kri-
tischem Denken zu schulen und allgemein
auch den Anreiz, den Verfahren wie die
wenden“ und 3 „Ich würde es auf jeden
Fall anwenden“. Teilnehmer, die angaben,
sie würden die Verfahren der energe-
tischen Psychologie auf jeden Fall (3)
oder wahrscheinlich (2) anwenden, wur-
den in dieser Studie als Anhänger der en-
ergetischen Psychotherapien betrachtet.
Einen Fragebogen zur Einstellung gegen-
über evidenzbasierten Verfahren, wobei
unter anderem die Bereitschaft abgefragt
wird, ein solches Verfahren freiwillig oder,
wenn es angeordnet wird, zu nutzen.
Auch die negative Einstellung gegenüber
der Forschung wird erfasst.
Einen Fragebogen zur Erfassung eines
eher rationalen oder eher intuitiven Per-
sönlichkeitsstils. Eine Person ist u. a. dann
eher intuitiv, wenn sie die folgende Aus-
sage bejaht: „Ich kann es normalerweise
spüren, wenn ein Mensch die Wahrheit
spricht oder lügt, auch wenn ich nicht
erklären kann, woher ich das weiß“.
Einen Fragebogen zur Einstellung gegen-
über Verfahren der Alternativmedizin.
Ein Verfahren zur Erfassung des ma-
gischen Denkens im Bereich der Gesund-
heit (z. B.: „Farben haben einen Einfluss
auf die Energieströme im menschlichen
Körper, wenn man sie richtig einsetzt,
kann man Menschen helfen“).
Einen Test zum kritischen Denken, den
Gaudiano et al. (2011) auf Grundlage eines
Verfahrens von Watson und Glaser (1994)
speziell für Psychotherapeuten entwickelt
haben. Unter anderem wird die Fähig-
keit zum logischen Schlussfolgern in be-
stimmten Szenarien erfasst. Ein Beispiel:
„Niemand, der wissenschaftlich denkt,
schenkt den Prophezeiungen der Astro-
logen Glauben. Trotzdem gibt es viele
Menschen, die sich auf astrologische Ho-
roskope verlassen. Also…“. Die Versuchs-
person erhält dazu mehrere mögliche Er-
gänzungen dieses Satzes, etwa „…denken
Leute, die kein Vertrauen in Horoskope
haben, wissenschaftlich“. Sie soll nun
angeben, ob diese Ergänzung logisch aus
dem Szenario folgt oder nicht. Die rich-
tige Antwort lautet hier: „Das folgt nicht
aus dem Szenario“.
Von den befragen Therapeuten waren
42,3 Prozent Anhänger der Energiemeri-
diantechniken. Signifikant mehr Ablehner
als Anhänger dieser Techniken hatten
einen Abschluss oder einen Doktorgrad
in Psychologie. Die Anhänger der ener-
getischen Psychologie gaben häufiger an,
dass sie alle im TATQ genannten Verfah-
Christoph Bördlein ist Psychologe und
Skeptiker, Autor von „Das sockenfressende
Monster in der Waschmaschine“ (Alibri,
Aschaffenburg 2002). Er betreibt einen Blog
zum Thema „Verhalten usw“: www.verhalten.
wordpress.com.
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Article
Full-text available
The effectiveness of the Emotional Freedom Technique (EFT), a treatment for anxiety and fear, was assessed. One hundred nineteen university students were assigned and tested in an independent four-group design. The groups differed in the treatment each received: applied treatment of EFT (Group EFT); a placebo treatment (Group P); a modeling treatment (Group M); and a control (Group C). Participants' self-reported baseline and post-treatment ratings of fear were measured. Group EFT showed a significant decrease in self-report measures at post-treatment. However, Group P and Group M showed a similar significant decrease. Group C did not show a significant decrease in post-treatment fear ratings. These results do not support the idea that the purported benefits of EFT are uniquely dependent on the "tapping of meridians." Rather, these results suggest that the reported effectiveness of EFT is attributable to characteristics it shares with more traditional therapies.
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Full-text available
Energy psychology utilizes imaginal and narrative-generated exposure, paired with interventions that reduce hyperarousal through acupressure and related techniques. According to practitioners, this leads to treatment outcomes that are more rapid, powerful, and precise than the strategies used in other exposure-based treatments such as relaxation or diaphragmatic breathing. The method has been exceedingly controversial. It relies on unfamiliar procedures adapted from non-Western cultures, posits unverified mechanisms of action, and early claims of unusual speed and therapeutic power ran far ahead of initial empirical support. This paper reviews a hierarchy of evidence regarding the efficacy of energy psychology, from anecdotal reports to randomized clinical trials. Although the evidence is still preliminary, energy psychology has reached the minimum threshold for being designated as an evidence-based treatment, with one form having met the APA Division 12 criteria as a "probably efficacious treatment" for specific phobias; another for maintaining weight loss. The limited scientific evidence, combined with extensive clinical reports, suggests that energy psychology holds promise as a rapid and potent treatment for a range of psychological conditions. (PsycINFO Database Record (c) 2010 APA, all rights reserved).
Article
The phrase primum non nocere ("first, do no harm") is a well-accepted credo of the medical and mental health professions. Although emerging data indicate that several psychological treatments may produce harm in significant numbers of individuals, psychologists have until recently paid little attention to the problem of hazardous treatments. I critically evaluate and update earlier conclusions regarding deterioration effects in psychotherapy, outline methodological obstacles standing in the way of identifying potentially harmful therapies (PHTs), provide a provisional list of PHTs, discuss the implications of PHTs for clinical science and practice, and delineate fruitful areas for further research on PHTs. A heightened emphasis on PHTs should narrow the scientist-practitioner gap and safeguard mental health consumers against harm. Moreover, the literature on PHTs may provide insight into underlying mechanisms of change that cut across many domains of psychotherapy. The field of psychology should prioritize its efforts toward identifying PHTs and place greater emphasis on potentially dangerous than on empirically supported therapies. © 2007 Association for Psychological Science.
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Critical thinking is assumed to be an important factor in the promotion of evidence-based treatment practices. However, little is known about attitudinal and other dispositional factors that may influence critical thinking in psychotherapists specifically. The aim of the current study was to identify factors associated with critical thinking abilities in psychotherapists. A total of 143 licensed psychotherapists completed an Internet-based survey that assessed their critical thinking ability. Hierarchical regression analyses indicated that critical thinking ability was associated with theoretical orientation, reliance on intuition in decision-making, and endorsement of erroneous beliefs about health. Implications for improving critical thinking skills in psychotherapists are discussed.
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Objective: The objective was to learn about the characteristics of psychotherapists who use energy meridian techniques (EMTs). Methods: We conducted an Internet-based survey of the practices and attitudes of licensed psychotherapists. Results: Of 149 survey respondents (21.4% social workers), 42.3% reported that they frequently use or are inclined to use EMTs. EMT therapists reported higher use of a number of techniques from different theoretical orientations, reliance on intuition in decision making, positive attitudes toward complementary and alternative treatments, erroneous health beliefs, and importance placed on the intuitive appeal of evidence-based treatments. EMT therapists also had lower scores on a test of critical thinking. Conclusions: Results suggest that a number of characteristics differentiate therapists who are inclined to use EMTs, which can aid in future educational efforts.
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Mary was the first client treated with what is now called Thought Field Therapy (TFT). She had been treated by the author for a year and a half with a variety of psychotherapeutic methods and although her behavior improved somewhat, the therapy experience was a terrible ordeal and nightmares about water "getting her" continued. An experiment with this new therapy dramatically removed every trace of the recalcitrant intense phobic fear and also the nightmares centering around this problem. The treatment has held for sixteen years. Additional developments in TFT since that time have enabled the treatments to achieve a growing success rate with a wide variety of psychological problems.
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Distinguishes between unsystematic eclecticism, theoretical integrationism, and technical eclecticism, arguing that the latter offers the greatest promise for both practice and research in counseling and psychotherapy. Unsystematic eclecticism and theoretical integrationism attempt to meld disparate ideas into harmonious wholes; however, theoretical tenets that seem to be interchangeable among different theories are often irreconcilable. Moreover, the uncertain relationship between theories and their application provides an unsupported basis for the development of more effective therapies. Without a tie to empirical efficacy, it is argued, counseling theory is likely to become yet another quasi-religious philosophy, defying the tests of science. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, all rights reserved)
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The Thought Field Therapy Voice Technology (TFT VT) is a proprietary procedure, claimed by proponents to have a 97-98% success rate in curing psychological problems. VT practitioners can allegedly "diagnose" over the telephone precise, individualized codes of acupressure points, which the individual is then instructed to tap on. This single-blind controlled study quasi-randomly assigned 66 participants to either TFT VT treatment (n=33) or to a control group (n=33), which received a randomly selected sequence of treatment points. For each group, 97% of the participants reported a complete elimination of all subjective emotional distress. A 2×2 two-way mixed ANOVA revealed no significant differences between the two groups. Possible explanations for the 97% self-reported "success" rate are discussed and the wisdom and ethics of having mental-health treatments that are proprietary trade secrets is questioned. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, all rights reserved)
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Allegations of selection bias and other departures from critical thinking in Feinstein (see record 2008-07317-008) found in the Pignotti and Thyer (see record 2009-08897-011), and the McCaslin (see record 2009-08897-010) commentaries, are addressed. Inaccuracies and bias in the reviewers' comments are also examined. The exchange is shown to reflect a paradigmatic clash within the professional community, with energy psychology having become a lightning rod for this controversy. While postulated "subtle energies" and "energy fields" are entangled in this debate, the most salient paradigm problem for energy psychology may simply be that accumulating reports of its speed and power have not been explained using established clinical models. (PsycINFO Database Record (c) 2010 APA, all rights reserved).