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JAMES Jugend, Aktivitäten, Medien - Erhebung Schweiz. Ergebnisbericht 2012 der JAMES-Studie 2012

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Ergebnisbericht zur JAMES-Studie 2012
Projektleitung
Prof. Dr. Daniel Süss, Gregor Waller MSc
Forschungsschwerpunkt Psychosoziale Entwicklung und Medien
Autoren
Willemse Isabel, Waller Gregor, Süss Daniel, Genner Sarah, Huber Anna-Lena
Web
www.psychologie.zhaw.ch/JAMES
www.swisscom.ch/JAMES/
Kooperat
i
onspartner
in
J
AMES
Jugend |Aktivitäten |Medien – Erhebung Schweiz
Impressum
Herausgeber
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Departement Angewandte Psychologie
Minervastrasse 30
Postfach, CH-8032 Zürich
Telefon +41 58 934 83 10
Fax +41 58 934 84 39
info.psychologie@zhaw.ch
www.psychologie.zhaw.ch
Projektleitung
Prof. Dr. Daniel Süss
Gregor Waller MSc
Autoren
lic. phil. Isabel Willemse
Gregor Waller MSc
Prof. Dr. Daniel Süss
lic. phil. Sarah Genner
Anna-Lena Huber BA
Kooperationspartner
Swisscom AG
Michael In Albon
Partner in der französischen Schweiz
Dr. Patrick Amey und Jennifer Blanchard
Université de Genève (Uni-Mail)
Département de sociologie
Partner in der italienischen Schweiz
Dr. Marta Cola und Alice Ponzoni
Università della Svizzera italiana
Facoltà di scienze della comunicazione
Partner in Deutschland
Thomas Rathgeb
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest MPFS
Zitationshinweis
Willemse, I., Waller, G., Süss, D., Genner, S. & Huber, A.-L. (2012). JAMES - Jugend, Aktivitäten,
Medien - Erhebung Schweiz. Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Zürich.
© ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Departement Angewandte Psychologie
JAMES-Studie 2012 Inhalt
Inhalt
Vorwort und Dank .................................................................................................................................... 1
Abstract .................................................................................................................................................... 2
1.Einleitung ......................................................................................................................................... 3
2.Methoden ......................................................................................................................................... 4
2.1.Stichprobe ................................................................................................................................ 4
2.2.Auswahlverfahren .................................................................................................................... 4
2.3.Regionalität .............................................................................................................................. 5
2.4.Fragebogen ............................................................................................................................. 6
2.5.Gewichtung / Poststratifizierung .............................................................................................. 6
2.6.Statistische Auswertung .......................................................................................................... 7
2.7.Hintergrundinformationen zu spezifischen Messgrössen ........................................................ 8
3.Freizeit nonmedial ........................................................................................................................... 9
3.1.Freunde ................................................................................................................................... 9
3.2.Freizeitaktivitäten nonmedial ................................................................................................. 10
4.Freizeit medial ............................................................................................................................... 12
4.1.Gerätebesitz .......................................................................................................................... 12
4.2.Freizeitaktivitäten medial ....................................................................................................... 15
4.3.Freizeitaktivitäten insgesamt ................................................................................................. 21
5.Computer und Internet ................................................................................................................... 24
5.1.Technische Kompetenzen ..................................................................................................... 24
5.2.Sich unterhalten mit Computer und Internet .......................................................................... 27
5.3.Sich informieren im Internet ................................................................................................... 29
5.4.Internet-Content erstellen ...................................................................................................... 31
5.5.Kommunikation im Internet .................................................................................................... 32
5.6.Privatsphäre und Cybermobbing ........................................................................................... 33
6.Soziale Netzwerke ......................................................................................................................... 36
6.1.Tätigkeiten in Sozialen Netzwerken ...................................................................................... 36
6.2.Angabe von persönlichen Daten ........................................................................................... 38
6.3.Privatsphäre-Einstellungen .................................................................................................... 39
7.Videogames ................................................................................................................................... 42
8.Handy ............................................................................................................................................ 46
8.1.Handyverbreitung / -typ ......................................................................................................... 46
8.2.Mobilfunkanbieter / Abonnementtyp ...................................................................................... 46
8.3.Monatliche Kosten für das Mobiltelefon ................................................................................ 47
8.4.Handy-Funktionen ................................................................................................................. 48
8.5.Lieblingsapps auf dem Smartphone ...................................................................................... 51
8.6.Problematische Handyinhalte ................................................................................................ 52
9.Medien-Multitasking ....................................................................................................................... 55
10.Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ............................................................................ 57
11.Literaturverzeichnis ................................................................................................................... 59
JAMES-Studie 2012 Vorwort und Dank
- 1 -
Vorwort und Dank
Mit der JAMES-Studie 2012 legt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zum zwei-
ten Mal repräsentative Zahlen zur Mediennutzung und zu Freizeitaktivitäten von Schweizer Jugendli-
chen vor. Die JAMES-Studie wurde im Sommer 2010 erstmals durchgeführt. Im Zusatzbericht
JAMESfocus wurden 2011 vertiefende Analysen präsentiert, unter anderem zu Mediennutzungstypen
unter den Schweizer Jugendlichen.
Möglich gemacht wurde diese Studienreihe durch den finanziellen Beitrag von Swisscom, wofür wir
uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Swisscom hat sich mit grossem Engagement dafür eingesetzt,
dass diese Studie jeweils als unabhängige wissenschaftliche Erhebung vom Forschungsteam reali-
siert werden konnte und dass in einem Abstand von zwei Jahren neue Befragungen stattfinden kön-
nen.
Im Oktober 2012 wurden erste Ergebnisse der aktuellen Erhebung an der Didacta in Basel präsentiert.
Der vorliegende Bericht enthält die dort vorgestellten und weitere Auswertungen und Interpretationen.
Um eine repräsentative Studie in der ganzen Schweiz durchzuführen, haben wir mit Partnern aus allen
Sprachregionen zusammengearbeitet. Wir danken herzlich unseren Kooperationspartnern Dr. Patrick
Amey und Jennifer Blanchard vom Departement Soziologie der Universität Genf und Dr. Marta Cola
und Alice Ponzoni von der Fakultät für Kommunikation der Universität der italienischen Schweiz in
Lugano. Sie haben die Stichprobenziehung und die Datenerhebung in ihren Sprachregionen durchge-
führt.
Bei der Erfassung und Bereinigung der Daten sowie beim Kategorisieren offener Antworten haben
zudem geholfen: Luana Amato, Martina Puccio, Serra Koyuncu, Sabine Oppliger Kleiner, Sibylle
Beyeler, Ilonka Demhardt und Stefan Caduff.
Das Team vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) in Stuttgart hat mit uns
zusammen das Befragungsinstrument und methodische Fragen diskutiert, sodass wir auch in diesem
Jahr wieder aussagekräftige Vergleiche mit der traditionsreichen JIM-Studie (Jugend, Information,
Multi-Media) anstellen können. Ein herzlicher Dank geht insbesondere an Thomas Rathgeb, Leiter der
Geschäftsstelle des mpfs sowie der Mediendaten Südwest und Leiter der Abteilung „Medienkompe-
tenz, Programm und Forschung“ der Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart.
Schliesslich soll den Behörden, Lehrkräften und den Jugendlichen herzlich gedankt werden, welche
uns Einblick in ihr Denken, Erleben und Verhalten gegeben haben. Jugendliche sind nicht aus-
schliesslich „Digital Natives“, sie sind Teil vieler Welten: on- und offline. Der Medienalltag ist in man-
chen Aspekten einem raschen Wandel unterworfen. Neue Technologien und Angebote treffen auf
konstante Grundbedürfnisse, aber auch auf sich wandelnde Lebensstile und Verhaltenstrends.
Dadurch gibt es sowohl Kontinuitäten als auch Umbrüche. Diese muss man kennen, um Medienbil-
dung und Jugendmedienschutz sinnvoll gestalten zu können. Wir möchten mit dieser Studienreihe
einen Beitrag dazu leisten.
Das ZHAW-Forschungsteam
Zürich, im Februar 2013
JAMES-Studie 2012 Abstract
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Abstract
Die JAMES-Studie 2012 zeigt das Medienverhalten von Schweizer Jugendlichen auf und bietet eine
empirische Grundlage für zahlreiche Fachbereiche wie die Psychologie, die Pädagogik und die Politik.
Durch den Vergleich mit der erstmaligen JAMES-Studie aus dem Jahr 2010 (Willemse, Waller, &
Süss, 2010) lassen sich Tendenzen zu Entwicklungen in der jugendlichen Mediennutzung ermitteln –
wenn auch noch keine Trends. Dies wird nach der dritten Erhebung im Jahr 2014 möglich sein. Be-
fragt wurden insgesamt 1‘177 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren, welche im Klassenverband
einen schriftlichen Fragebogen ausfüllten. Die für die Schweizer Jugendlichen repräsentative Stich-
probe ermöglicht es, Vergleiche zwischen soziodemografischen Subgruppen anzustellen. Diese sind:
Altersgruppe, Geschlecht, Sprachregion (Deutschschweiz, Romandie und Tessin) und Urbanitätsgrad
des Wohnortes sowie Bildungsniveau (Schultyp), sozioökonomischer Status und die Herkunft
(Schweizer oder Migrationshintergrund). Die Freizeit ohne Medien wurde genauso erfragt wie diverse
Bereiche der Mediennutzung. Als Ergänzung zur letzten Erhebung wurde der Fokus vermehrt auch
auf den Inhalt gelegt. So gaben die Jugendlichen Auskunft über ihre Lieblingsfilme, -bücher, -apps etc.
Dadurch lässt sich erkennen, dass die Bandbreite der Mediennutzungspräferenzen sehr gross ist. Der
Smartphone-Boom hat die Handynutzung seit der JAMES-Studie 2010 (Willemse, et al., 2010) stark
beeinflusst, insbesondere durch den ständigen Internetzugang. Dennoch wird das Internet durch-
schnittlich nicht länger genutzt als vor zwei Jahren und problematische Erfahrungen mit Medien, wie
Cyberbullying, haben nicht zugenommen. Jugendliche achten in sozialen Netzwerken besser als vor
zwei Jahren auf den Schutz ihrer Privatsphäre. Beim Musikhören, bei der Internetnutzung, beim Fern-
sehen und Telefonieren / SMS-Nutzen werden oft verschiedene Medien und Bildschirme gleichzeitig
genutzt. Das „Medien-Multitasking“ ist unter Jugendlichen weit verbreitet.
JAMES-Studie 2012 Einleitung
- 3 -
1. Einleitung
JAMES – Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz stellt die Jugendlichen der Schweiz in den
Mittelpunkt. Die JAMES-Studie liefert repräsentative Zahlen und Fakten zu Medienalltag und Freizeit-
aktivitäten der Schweizer Jugendlichen. Die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaf-
ten führte 2012 die Studie zum zweiten Mal durch. Die erste JAMES-Studie von 2010 (Willemse, et al.,
2010) wurde von verschiedenen Fachbereichen und auch in zahlreichen Presseberichten interessiert
aufgenommen. Die Studie bietet auch politischen Entscheidungsträgern eine empirische Grundlage im
Bereich Medienkompetenzförderung und Prävention.
Wie bereits 2010 werden die JAMES-Zahlen mit der deutschen JIM-Studie (mpfs, 2012) verglichen,
sofern dies möglich ist. Da die Befragungen im gleichen Zeitraum mit einem teilweise identischen
Fragebogen durchgeführt wurden, ist ein solcher Ländervergleich möglich. Hinsichtlich der Methodik
unterscheiden sich die beiden Erhebungen. Im Gegensatz zur schriftlichen Befragung im Klassenver-
band wurden in Deutschland die Jugendlichen mündlich via Telefon befragt. Allerdings lassen die
Vergleiche der beiden Studien aus den Jahren 2010 und 2012 vermuten, dass die unterschiedlichen
Erhebungsmethoden kaum einen Einfluss auf die Ergebnisse hatten.
Im Folgenden werden vorab die Stichprobe sowie die Methoden der Befragung und der statistischen
Auswertung beschrieben. Die weitere inhaltliche Gliederung besteht aus der Beschreibung der non-
medialen und medialen Freizeitbeschäftigungen, der Nutzung von Computer und Internet, Sozialen
Netzwerken, des Umgangs mit Videogames und der Handynutzung. Abgerundet wird der Bericht von
einem zusammenführenden Kapitel über das Multitasking innerhalb der Mediennutzung und an-
schliessend mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und ihren Interpretationen abgeschlossen.
Um ein noch anschaulicheres Bild der Medienumwelt der Jugendlichen zu erhalten, wurde 2012 zu-
sätzlich nach inhaltlichen Medienpräferenzen gefragt (z.B. Lieblingsbücher, Lieblingsfilme, liebste
Website etc.). Diese wurden einerseits teilweise kategorisiert und andererseits wurden die tatsächli-
chen Nennungen ausgezählt und in einer „Wordcloud“ dargestellt. So ist es noch besser möglich, sich
vorzustellen, wie der Medienalltag der befragten Jugendlichen aussieht.
Aus JAMES 2010 (Willemse, et al., 2010) wurden in JAMESfocus 2011 (Willemse, Waller, & Süss,
2011) vertiefte Auswertungen der vorhandenen Daten aufbereitet. Dies soll mit den Ergebnissen von
diesem Jahr auch geschehen – wenn auch in leicht abgeänderter Form. Wieder werden spezifische
Themen genauer beleuchtet und inferenzstatistisch ausgewertet, so zum Beispiel das Verhältnis von
Schulnoten und Mediennutzung.
Im Jahr 2014 wird die nächste JAMES-Studie durchgeführt, in welcher dann auch erstmals statistisch
gesicherte Trends ausgewertet werden können.
JAMES-Studie 2012 Methoden
- 4 -
2. Methoden
2.1. Stichprobe
Wie bereits im Jahr 2010 gelten als Grundgesamtheit der Studie alle Schülerinnen und Schüler der
Schweiz, die im Zeitraum der Datenerhebung (April bis Juni 2012) zwischen 12 und 19 Jahre alt wa-
ren. Um möglichst repräsentative Befunde zu generieren, wurde die Schule als Befragungsort ge-
wählt; das heisst, die Lernenden füllten den Fragebogen während einer Schulstunde im Klassenver-
band aus (45 Minuten). Die Anwesenheit der Lehrkräfte war nicht Pflicht. Jedoch war bei jeder Befra-
gung eine Person aus dem Projektteam im Klassenzimmer anwesend, insbesondere für allfällige Ver-
ständnisfragen. Die Schule als Befragungsort bietet den Vorteil, dass auch Heranwachsende an der
Studie mitmachen, die z.B. bei einer Panel-Befragung nicht teilnehmen würden. Negative Effekte, die
bei einem Panel auftreten können (z.B. Panelselektionseffekt), stellen hier kein Problem dar. Insge-
samt haben brutto 1‘181 Jugendliche an der Befragung teilgenommen. Die Daten von vier vorsätzlich
falsch ausgefüllten Fragebogen wurden eliminiert. Somit umfasst die Nettostichprobe N=1‘177 Pro-
banden. Im Tessin wurden 349 Schülerinnen und Schüler befragt, in der Romandie 445 und in der
Deutschschweiz 383. Die Mädchen waren mit 630 gegenüber den Knaben leicht übervertreten. Bei
den Alterskategorien machen die 14-17-Jährigen den grössten Teil aus. (vgl. dazu Abbildung 1).
Abbildung 1: Stichprobenverteilung über Alter, Geschlecht und Landesteil
2.2. Auswahlverfahren
Bei der Auswahl der Stichprobe wurde dasselbe Verfahren angewandt wie bei der ersten Erhebung
2010 (Willemse, et al., 2010). Das heisst, die Stichprobe wurde nach Quoten zusammengestellt, und
zwar nach Urbanitätsgrad (Stadt und Land bzw. ländliches Einzugsgebiet bei Mittelschulen), Schultyp
(Real, Sek, Untergymnasium, Berufsschule und Gymnasium), Landesteil (Deutschschweiz, Romandie
und Tessin) und Alter (12-13-, 14-15-, 16-17- und 18-19-Jährige). In einem ersten Schritt wurde die
Schweizer Postleitzahlenliste unterteilt in die drei Landesteile und das Ergebnis wurde nach Stadt und
Land gesplittet. Aus diesen sechs Listen wurde jeweils eine Zufallswahl gezogen, so wurden die Ort-
383
445
349
540
630
178
385
399
200
12/13−Jährige
14/15−Jährige
16/17−Jährige
18/19−Jährige
Deutschschweiz
Knaben
Mädchen
Romandie
Tessin
0 250 500 750 1000
Anzahl Befragte
JAMES-Studie 2012 Methoden
- 5 -
schaften der Befragung ausgewählt (die geografische Verteilung der Ortschaften wird in Abbildung 2
ersichtlich). Die Schulen dieser Ortschaften wurden ebenfalls – sofern es mehrere gab – aufgelistet
und daraus wurde via Zufallsverfahren eine ausgewählt. Da Schulen der Sekundarstufe II (Berufs-
schulen und Gymnasien) nicht in jedem Ort vorhanden sind, wurde jeweils die nächstgelegene Ort-
schaft gesucht, welche über eine solche Ausbildungsstätte verfügt. Die Schulleitungen dieser Schulen
wurden angeschrieben und um Teilnahme gebeten. Die Auswahl der Klassen (Schulstufe wurde vom
Forschungsteam vorgegeben) wurde von der Schulleitung getroffen. Bei einer Absage der Schullei-
tung wurde die nächste Ortschaft durch eine Zufallswahl der Postleitzahl gezogen und das Verfahren
wiederholt. Grundsätzlich war die Teilnahmebereitschaft sehr hoch. Dies ist wohl auch darauf zurück-
zuführen, dass die JAMES-Studie im Jahr 2010 schon einmal durchgeführt wurde und den angefrag-
ten Schulleitungen bekannt war.
2.3. Regionalität
Die durch randomisierte Auswahl gezogenen Befragungsorte innerhalb der drei grossen Sprachräume
sind in Abbildung 2 ersichtlich. Es zeigt sich, dass die Orte geografisch breit gestreut sind.
Abbildung 2: Geografische Verteilung der Stichprobe (Ort der Schule)
Bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II (Berufsschule und Gymnasium) unterscheidet
sich der Wohnort meist vom Ort der Schule. Daher spricht man auch vom Einzugsgebiet der Schule.
Abbildung 3 zeigt die Stadt-Land-Verteilung der Wohnorte der Befragten. Als ländlicher Wohnort zäh-
len gemäss der aktuellsten Auszählung des Bundesamts für Statistik Ortschaften mit unter 30‘000
Einwohnern (BFS, 2009).
Lugano
Geneve
Cormagens
Neuchâtel
Canobbio
Aarau
Bern
Schänis
Corcelles−Pres−Payerne
Zürich
Lenzburg
Giornico
Lausanne
Solothurn
Chur
Fribourg
Biel
Camignolo
Bellinzona
Chippis
Mendrisio
Porsel
Biasca
Anzahl
40
60
80
100
Landesteil
D−CH
F−CH
I−CH
JAMES-Studie 2012 Methoden
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Abbildung 3: Geografische Verteilung der Stichprobe (Wohnorte der Befragten)
2.4. Fragebogen
Beim Fragebogen handelt es sich um eine überarbeitete und aktualisierte Version des Fragebogens
aus dem Jahr 2010, welcher aus Fragen der JIM-Studie (mpfs, 2010), der Studie Medienhandeln in
Hauptschulmilieus (Wagner, 2008) und des Erhebungsinstruments des Bielefelder Medienkompe-
tenzmodells (Treumann et al., 2007) besteht. Einerseits wurden technische Neuerungen ergänzt (z.B.
Tablet Computer), andererseits wurde versucht, Unklarheiten aus der vorangehenden Befragung zu
bereinigen. Der Frageblock zur Nutzung der Handyfunktionen wurde gemeinsam mit den Verantwortli-
chen der JIM-Studie für das Jahr 2012 neu erarbeitet, sodass direkte Vergleiche der Daten zwischen
Deutschland und der Schweiz möglich sind. Neben der Medienausstattung und dem Medienumgang
wurden demografische Variablen erhoben.
2.5. Gewichtung / Poststratifizierung
Bei der Stichprobe handelt es sich um ein stratifiziertes Clustersample. Die einzelnen Schulklassen
wurden dabei als Cluster behandelt und sind die Primary Sampling Units (PSU). Streng genommen
bilden die randomisiert gezogenen Ortschaften die PSU und die Schulklassen die Secondary Samp-
ling Units (SSU). Dem einstufigen Clusterdesign mit den Klassen als PSU wird jedoch der Vorrang
gegeben, da in einigen Ortschaften nur eine Klasse befragt wurde. Beim zweistufigen Design würde
die Voraussetzung, dass mindestens zwei SSU pro PSU vorhanden sein müssen, nicht erfüllt. Dies
hätte zur Folge, dass die Daten einiger Klassen nicht in die Auswertung einfliessen könnten (Lumley,
2010a, 2010b). Eine Stichprobe dieser Art kann nicht wie eine „einfache Zufallsstichprobe“ analysiert
werden, da sonst falsche Standardfehler geschätzt werden, was zu einer Verzerrung bei Signifikanz-
tests führen kann (Designeffekt). Die gesamten Auswertungen erfolgten daher designbasiert. Die dis-
proportionale Stichprobe wurde im Sinn von Strukturgleichheit zur Gesamtpopulation gewichtet. Die
Poststratifizierung erfolgte über die Variablen Sprachregion und Schulstufe (aufgeteilt in Sek I und Sek
II, womit indirekt auch die Variable Alter eingeflossen ist). Es handelt sich hierbei um eine Reduktion
der Auswahlschichten (vgl. Abschnitt 2.2.). Diese Vereinfachung erfolgte aufgrund von fehlenden In-
formationen über die Gesamtzahl der Klassen in den jeweiligen Schultypen (Real, Sek, Untergymna-
sium, Berufsschule und Gymnasium) in der Population. Für die reduzierte Stratifizierung wurde die
Anzahl Schulklassen in der jeweiligen Schicht für die „finite population correction“ geschätzt. Dies
Urbanitätsgrad
Land
Stadt/Agglo
Anzahl
10
20
30
40
50
JAMES-Studie 2012 Methoden
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geschah mithilfe von Bevölkerungsdaten des Bundesamtes für Statistik. Für die Schätzung der Klas-
sen wurde die Anzahl in der Schweiz lebender Personen in den jeweiligen Schichten durch die durch-
schnittliche Klassengrösse in der entsprechenden Schicht in der Stichprobe dividiert (vgl. Tabelle 1).
Tabelle 1: Mehrstufiges Stichproben-Design: Schichten und Cluster
Schicht
Sprachregion
Deutschschweiz
(D-CH)
Französische
Schweiz (F-CH)
Italienische
Schweiz (I-CH)
Subschicht
Schulstufe
Sek I Sek II Sek I Sek II Sek I Sek II
Anzahl Fälle
(Stichprobe)
200 183 230 215 177 172
Anzahl Cluster
(Schulklassen pro
Schicht in der Stich-
probe)
10 10 12 12 10 10
Ø-Klassengrösse im
Sample
20 18.3 19.16 17.91 17.7 17.2
Anzahl Schülerinnen
und Schüler in der
Population
237‘591 256‘099 88‘771 95‘001 13‘690 12‘170
Geschätzte Anzahl
Klassen in der Popu-
lation (finite popula-
tion correction – fpc)
11‘880 19‘994 4‘611 5‘301 773 695
Das in Tabelle 1 beschriebene Stichproben-Design dient als Basis für alle Auswertungen der Daten
aus dem Jahr 2012. Die Berechnungen von Mittelwerten, Varianzen und Standardfehlern erfolgt mit
dem Horvitz-Thompson-Schätzer (Lumley, 2010a). Für die Analysen wird die Deutschschweizer
Stichprobe somit rund 2.6-mal stärker gewichtet als die Westschweizer Stichprobe und 17.6-mal stär-
ker als die Tessiner Substichprobe. Der „Gewichtungsschlüssel“ wurde 2012 gegenüber 2010 verfei-
nert und näher an die tatsächliche Struktur in der Population gebracht. Für die Zeitvergleiche mit der
Stichprobe aus dem Jahr 2010 wurde das gewichtete Design nachträglich auch auf diese angewen-
det. Dies ist der Grund, warum es bei den Resultaten von 2010 in diesem Bericht minimale Unter-
schiede zu den publizierten Resultaten im Bericht von 2010 geben kann.
2.6. Statistische Auswertung
Die erhobenen Daten wurden deskriptiv ausgewertet und, wenn sinnvoll, grafisch dargestellt. Zusätz-
lich wurde eine Reihe von statistischen A-posteriori-Vergleichen durchgeführt. Diese basieren nicht
auf vorgängig erstellten Hypothesen und sind meist bivariat. Somit sind aufgeführte statistisch signifi-
kante Unterschiede, die mit ´*´ markiert sind, mit Bedacht zu interpretieren. Das Vorgehen hat also
einen explorativen Charakter. Die Alphafehler-Kumulierung bei statistischen Mehrfachvergleichen
wurde berücksichtigt; das Alphafehler-Niveau wurde pro Skala mit der Bonferroni-Korrektur ange-
passt. Mehr dazu in der JAMES-Studie 2010 (Willemse, et al., 2010, S. 11).
Ungepaarte Zweigruppenvergleiche wurden mit dem designbasierten Wilcoxon-Rangsummentest
durchgeführt. Bei Mehrgruppenvergleichen kam der designbasierte Wald-Test zum Einsatz. Post-hoc-
Tests wurden keine durchgeführt. Ein signifikantes Testresultat bedeutet bei Mehrgruppenvergleichen,
dass mindestens ein Unterschied zwischen den Gruppen besteht. Sowohl der Wilcoxon-
Rangsummentest wie auch der Wald-Test sind robust und benötigen keine normalverteilten Daten.
JAMES-Studie 2012 Methoden
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Um die Vergleichbarkeit mit der deutschen JIM-Studie (mpfs, 2010, 2012) zu gewährleisten, werden in
vielen Fällen nur die Antwortmöglichkeiten täglich und mehrmals pro Woche zusammenfassend gra-
fisch dargestellt. Der Begriff häufig wird der Lesbarkeit halber synonym zu der Kombination dieser
beiden Antwortmöglichkeiten verwendet.
2.7. Hintergrundinformationen zu spezifischen Messgrössen
Sozioökonomischer Status
Die synthetische Variable sozioökonomischer Status wurde aufgrund der Variablen „Beruf des Vaters“,
„Beruf der Mutter“, „alleinerziehend“ und „Migrationshintergrund“ festgelegt. Die Berufsbezeichnungen
von Vater und Mutter wurden stärker gewichtet, als die Merkmale „alleinerziehend“ und „Migrationshin-
tergrund“. Die Kategorisierung des sozioökonomischen Status in niedrig, mittel und hoch erfolgte von
zwei Personen unabhängig voneinander. Die Interrater-Reliabilität betrug für die ersten 200 Fälle
Κ=0.83 (Cohens Kappa), was als guter bis sehr guter Wert bezeichnet werden kann.
Schultyp
Potenzielle Unterschiede zwischen den verschiedenen Schultypen werden nur innerhalb der Sub-
stichprobe Sekundarstufe I: Real (Sek C), Sek (Sek A & B), Untergymnasium analysiert, weil die Ein-
teilung in ein Leistungsniveau auf der Sekundarstufe II schwierig ist. Ein Schüler kann zum Beispiel
nach dem Besuch des Untergymnasiums eine Berufslehre absolvieren. Die gleiche Person würde so
einmal in der formal höchsten Bildungsstufe und einmal in der formal niedrigsten klassifiziert.
Migrationshintergrund
Jugendliche, die bei ihrer Herkunft ein anderes Land als die Schweiz angaben, wurden als Jugendli-
che mit Migrationshintergrund eingestuft.
JAMES-Studie 2012 Freizeit nonmedial
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3. Freizeit nonmedial
3.1. Freunde
Jugendliche geben im Durchschnitt sieben Freunde an, davon drei Mädchen und vier Knaben. Der
Kreis sehr guter Freunde (solche, welchen man ein Geheimnis anvertrauen würde) beschränkt sich
auf drei Personen (siehe Tabelle 2). Diese Zahlen decken sich exakt mit den Angaben aus der JA-
MES-Studie 2010.
Tabelle 2: Anzahl Freunde; Md=Median
Anzahl Freunde Davon Mädchen Davon Knaben Sehr gute Freunde
Gesamt
Md
N
7
1121
3
1116
4
1113
3
1140
Mädchen
Md
N
7
602
4
602
3
596
3
621
Knaben
Md
N
8
513
2
509
6
512
3
514
96 % der Schweizer Jugendlichen lernen ihre Freunde in der Schule kennen (siehe Abbildung 4). Dies
war auch 2010 so. An zweiter Stelle steht die neu hinzugekommene Antwortmöglichkeit „über andere
Freunde“ (65 %). Ebenfalls eine neue Antwortoption im Vergleich zur Erhebung vor zwei Jahren war
„über den Lehrbetrieb/Arbeitsplatz“ (9 %). Alle anderen Angaben haben sich seit 2010 nicht signifikant
verändert.
Abbildung 4: Woher kennen die Jugendlichen ihre Freunde?
96
54
8
54
16
32
9
65
N:1177
aus dem Jugendtreff
über den Lehrbetrieb/Arbeitsplatz
über das Internet
über die Familie
über einen Verein / Sportclub
aus der Nachbarschaft
über andere Freunde
aus der Schule
0 25 50 75 100
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Freizeit nonmedial
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3.2. Freizeitaktivitäten nonmedial
Bei den Freizeitbeschäftigungen ohne Medien steht das Treffen mit Freunden an erster Stelle. Frei-
zeitsport rangiert auf dem zweiten Platz. Bei den nonmedialen Freizeitbeschäftigungen hat sich in den
letzten beiden Jahren nichts signifikant verändert.
Abbildung 5: Freizeitaktivitäten nonmedial über Gesamtstichprobe
Ältere Jugendliche treffen sich signifikant häufiger mit Freunden als jüngere, und besuchen häufiger
Partys. Die 16- bis 17-Jährigen unternehmen mit 12 % am seltensten etwas mit ihrer Familie (siehe
Abbildung 6).
1
2
1
5
13
48
31
2
6
3
5
22
45
17
3
6
3
8
21
34
24
2
9
15
20
33
16
4
3
11
31
26
16
10
2
38
14
3
3
11
15
17
10
29
20
18
16
7
0
24
29
16
9
11
7
3
26
24
16
16
13
5
0
26
38
17
10
8
2
0
27
35
20
8
6
3
1
45
29
9
5
8
3
0
Freunde
treffen
Sport
treiben (o.
Schulsport)
ausruhen
und nichts
tun
Familie Einkaufen/
Shoppen
selbst
Musik
machen
Partys Malen/
Basteln
Disco/
Nachtclub
Sportanlass
besuchen Bibliothek
Kirche /
Tempel /
Moschee /
Synagoge
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
N: 1177
JAMES-Studie 2012 Freizeit nonmedial
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Abbildung 6: Freizeit nonmedial nach Altersgruppen
Zwei Geschlechterunterschiede haben sich seit der letzten Befragung nicht verändert. Die Jungen
treiben weiterhin signifikant mehr Sport als die Mädchen. Diese gehen nach wie vor lieber einkaufen
als die Jungen. 25 % der Mädchen unternehmen häufig etwas mit der Familie, während nur 15 % der
Jungen dies ankreuzten. Die kreativen Tätigkeiten Malen und Basteln werden regelmässiger von
weiblichen Jugendlichen (13 %) ausgeübt als von männlichen (7 %).
Zwischen den Sprachregionen zeigt sich insbesondere in sozialen Tätigkeiten ein Unterschied. Die
Jugendlichen aus der Romandie treffen sich signifikant öfter täglich oder mehrmals pro Woche mit
Freunden (86 %) als ihre Altersgenossen aus der Deutschschweiz (76 %) und dem Tessin (77 %).
Auch an Partys scheinen sie regelmässiger anzutreffen zu sein (11 %) als Jugendliche der anderen
beiden Sprachregionen (jeweils 6 %).
Jugendliche mit Migrationshintergrund treffen sich signifikant häufiger mit ihrer Familie (31 %) als Ju-
gendliche mit Schweizer Wurzeln (19 %). Sie gehen auch häufiger einkaufen (21 %), machen jedoch
weniger selbst Musik (20 %) als die Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund, von welchen 11 %
täglich oder mehrmals pro Woche einkaufen gehen und 34 % musizieren.
Etwas mit der Familie zu unternehmen, steht bei Jugendlichen mit mittlerem und niedrigem sozioöko-
nomischem Status höher im Kurs (22 bzw. 24 %) als bei solchen mit einem hohen sozioökonomischen
Status (11 %). Beim Musizieren verhält es sich umgekehrt: 42 % der sozial höher gestellten Jugendli-
chen musizieren täglich oder mehrmals pro Woche, während 36 % der Jugendlichen mit einem mittle-
ren und 22 % derjenigen mit einem tiefen sozioökonomischen Status regelmässig selbst Musik ma-
chen.
Vergleicht man diese Ergebnisse mit der JIM-Studie 2012 (mpfs, 2012), so findet man sehr viele Ge-
meinsamkeiten. Ebenfalls an erster Stelle mit nur einem Prozentpunkt mehr steht das Treffen von
Freunden. Zwar auch an zweiter Stelle, jedoch mit guten 10 % mehr, steht der Sport, hier kann ange-
nommen werden, dass der Schulsport bei der Befragung in Deutschland nicht explizit ausgeschlossen
wurde. Hingegen besuchen die deutschen Jugendlichen deutlich mehr Sportveranstaltungen. Wie
schon vor zwei Jahren lässt sich beim Musizieren ein markanter Länderunterschied erkennen: Sind es
in der Schweiz knapp ein Drittel der Adoleszenten, die täglich oder mehrmals pro Woche selbst Musik
machen, so tun dies in Deutschland lediglich knapp mehr als ein Fünftel.
3
2
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35
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61
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56
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60
61 68
64
85
82
75
70
N:1162
Sportanlass besuchen
Kirche / Tempel / Moschee
/ Synagoge
Bibliothek
Disco/ Nachtclub
Partys*
Malen/ Basteln
Einkaufen/ Shoppen
Familie*
selbst Musik machen
ausruhen und nichts tun
Sport treiben (o. Schulsport)
Freunde treffen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 12 -
4. Freizeit medial
4.1. Gerätebesitz
Grundsätzlich lassen sich drei Gruppen von Geräten ausmachen: Bei der ersten Gruppe kann man
beinahe von einer Vollabdeckung ausgehen, dazu gehören das Handy, der Computer, die digitale
Fotokamera, der Fernseher, der DVD-Player, das Radio und der MP3-Player. Ebenfalls in dieser
Gruppe ist der Internetzugang. Lediglich 3 % der befragten Schweizer Haushalte verfügen noch nicht
über einen solchen. Die zweite Gerätegruppe ist in etwa zwei Dritteln der Haushalte zu finden und
reicht (Abbildung 7) von der Stereoanlage bis zur tragbaren Spielkonsole. Die dritte Gruppe umfasst
zwei Geräte (Plattenspieler und Tablet PC) und das Abonnementfernsehen. Diese sind lediglich in
etwa einem Drittel der Haushalte zu finden.
Gewisse Geräte waren schon vor zwei Jahren beinahe flächendeckend vorhanden. So hat sich bei
Computer/Laptop, Handy, Internetzugang, Fernsehgerät, Radio, MP3-Player, Stereoanlage, Spielkon-
solen (fest und tragbar) und dem Abonnement einer Tageszeitung kaum etwas verändert. Der Besitz
der digitalen Foto- und Videokamera (2010: 95 bzw. 50 %), des DVD-Players (2010: 88 %), des Digital
TV (2010: 53 %) und des Abonnementfernsehens (2010: 20 %) haben signifikant zugenommen, ge-
nauso wie der Besitz eines Zeitschriftenabonnements (2010: 50 %).
Bei der Befragung vor zwei Jahren waren Tablet PCs, wie das iPad noch kein Thema, da dieses erst
im Frühling 2010 auf den Markt kam. Im Jahr 2012 sind Tablet PCs bereits in einem Drittel der Haus-
halte vorhanden. In Deutschland (mpfs, 2010) fand innerhalb von einem Jahr ein Zuwachs von 9 auf
19 % statt, also beinahe eine Verdoppelung.
Handy und Computer stehen auch in Deutschland (mpfs, 2012) an erster Stelle. Da in der JIM-Studie
nur nach der Digitalkamera gefragt und nicht zwischen Foto und Video unterschieden wird, lassen sich
diese Zahlen leider nicht vergleichen. Deutlich unterscheidet sich neben dem bereits erwähnten Tablet
PC, lediglich der DVD-Player, welcher mit 67 % in deutlich weniger deutschen als Schweizer Haushal-
ten zu finden ist.
Abbildung 7: Gerätebesitz in den Haushalten über Gesamtstichprobe
96
73
70
93
98
33
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36
N:1161
Abofernsehen, z.B. Teleclub
Tablet PC
(Schall−) Plattenspieler /
Turntable
tragbare Spielkonsole
Abo einer Zeitschrift
digitale Videokamera
Abo einer Tageszeitung
Videorecorder
feste Spielkonsole
Digital TV
Hifi− / Stereoanlage
MP3−Player / iPod
Radio
DVD−Player (nicht PC)
Fernsehgerät
Internetzugang
digitale Fotokamera
Computer / Laptop
Handy
0 255075100
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 13 -
Familien mit einem Migrationshintergrund besitzen signifikant häufiger eine feste Spielkonsole (80 %)
und einen Videorecorder (78 %) als Schweizer Familien (70 bzw. 68 %). Jedoch verfügen sie weniger
über ein Radio (76 %) oder einen Plattenspieler (25 %) als die Schweizer (95 bzw. 38 %).
Weiterhin starke Unterschiede finden sich zwischen den drei Landesteilen, siehe dazu Abbildung 8.
Abbildung 8: Gerätebesitz in den Haushalten nach Landesteilen
Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status besitzen signifikant seltener (88 %) ein Radio als
Familien mit mittlerem und hohem Status (beide 96 %). Knapp die Hälfte (49 %) der Familien mit hö-
herem sozioökonomischem Status besitzen Tablet PCs, die bei Familien mit mittlerem (27 %) und
niedrigem (30 %) sozioökonomischem Status deutlich seltener vorhanden sind. Ein Plattenspieler ist
bei knapp mehr als der Hälfte der Haushalte mit einem hohen sozioökonomischen Status zu finden
(51 %), bei sozioökonomisch niedrig gestellten Familien ist er lediglich bei 23 % vorhanden, bei Fami-
lien mit mittlerem sozioökonomischem Status zu 44 %. Seit 2010 haben sich auch Unterschiede nivel-
liert, so zum Beispiel bezüglich Internetzugang, der inzwischen in allen Familien gleich stark verbreitet
ist, genauso wie die digitale Fotokamera.
Neu wurden die Jugendlichen auch gefragt, welche Geräte sie selbst besitzen. Dabei rückt der MP3-
Player nach dem Handy auf den zweiten Platz vor und verweist den Computer bzw. Laptop auf Rang
drei. Der Besitz eines eigenen Fernsehgerätes sinkt bei den Jugendlichen sogar auf den zehnten
Platz.
39
30 38 42
38
30 43
40
30 50 54 65
5759 74
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51 73
54 68 72 79
75 85
73
68 77
78
71 7881
67 90
89 94
92
94
91 94
95
92 98
96
96
9598
97
96
97
99
97
98
98
99
99
99
N:1161
(Schall−) Plattenspieler /
Turntable
Abofernsehen, z.B. Teleclub
Tablet PC*
Abo einer Zeitschrift
Abo einer Tageszeitung*
tragbare Spielkonsole*
digitale Videokamera*
Hifi− / Stereoanlage
Videorecorder*
Digital TV*
feste Spielkonsole*
Radio
MP3−Player / iPod
DVD−Player (nicht PC)
Fernsehgerät
Internetzugang
Computer / Laptop
digitale Fotokamera
Handy
0 255075100
Prozentangaben
Landesteil
Deutschschweiz
Romandie
Tessin
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 14 -
Abbildung 9: Gerätebesitz der Jugendlichen über Gesamtstichprobe
Bei den Altersgruppen zeigt sich, dass die Jüngeren eher eine tragbare Spielkonsole besitzen (12-/13-
Jährige: 66 %; 14-/15-Jährige: 53 %) als die Älteren (16-/17-Jährige: 28 %; 18-/19-Jährige: 22 %). Die
älteren Jugendlichen verfügen jedoch eher über einen Computer oder Laptop (16-/17-Jährige: 86 %;
18-/19-Jährige: 81 %) als die jüngeren (12-/13-Jährige: 68 %; 14-/15-Jährige: 67 %). Beim DVD-
Player ist – mit Ausnahme der 16- bis 17-Jährigen (15 %) – ein Anstieg mit dem Alter zu beobachten
(12-/13-Jährige: 10 %; 14-/15-Jährige: 20 %; 18-/19-Jährige: 28 %).
Jugendliche mit einem tieferen Bildungsniveau besitzen mehr Geräte als solche mit mittlerem oder
hohem Bildungsniveau. So verfügen 36 % mit formal tiefer Bildung über einen DVD-Player und 8 %
über einen Schallplattenspieler. 17 % der Jugendlichen mit mittlerem Bildungsniveau hingegen besit-
zen einen eigenen DVD-Player und nur jeder Hundertste einen Plattenspieler. Nur 8 % der Gymnasi-
asten besitzen einen DVD-Player und 2 % einen Plattenspieler.
Der Urbanitätsgrad spielt nur bei zwei Geräten eine Rolle, so besitzen die Jugendlichen aus städti-
schen Gebieten eher eine digitale Fotokamera (58 %) und einen Tablet PC (13 %) als die Gleichaltri-
gen mit ländlichem Wohnort (47 % bzw. 8 %).
Die Geschlechterverteilung zeigt deutlich, dass Jungen mehr Geräte besitzen als Mädchen – mit einer
Ausnahme: der digitalen Fotokamera (siehe Abbildung 10).
Beinahe identisch sind die Zahlen deutscher Jugendlicher beim Handy (96 %) und dem MP3-Player
(ebenfalls 81 %). Ein eigener Computer oder Laptop (82 %), ein Radio (63 %) und auch Spielkonsolen
– fest (50 %) oder tragbar (52 %) – sind in Deutschland häufiger vertreten als in der Schweiz. Am
grössten ist der Unterschied beim Fernsehgerät: 60 % der deutschen, jedoch nur 27 % der Schweizer
Jugendlichen besitzen ein eigenes TV-Gerät (mpfs, 2012).
27
11
9
19
77
11
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54
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81
52
3
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16
34
4
N:1161
Abofernsehen, z.B. Teleclub
(Schall−) Plattenspieler /
Turntable
Abo einer Tageszeitung
Videorecorder
Digital TV
Tablet PC
Abo einer Zeitschrift
digitale Videokamera
DVD−Player (nicht PC)
Fernsehgerät
Hifi− / Stereoanlage
feste Spielkonsole
tragbare Spielkonsole
Radio
digitale Fotokamera
Internetzugang
Computer / Laptop
MP3−Player / iPod
Handy
0 255075100
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 15 -
Abbildung 10: Gerätebesitz der Jugendlichen nach Geschlecht
4.2. Freizeitaktivitäten medial
Medien sind tägliche Begleiter der Schweizer Jugendlichen, insbesondere Handy und Internet. 92
bzw. 89 % der Befragten nutzen diese täglich oder mehrmals pro Woche. Musik wird von den Befrag-
ten via MP3 (80 %), Radio (54 %) und Musik-CDs (45 %) gehört. Knapp vier Fünftel schauen regel-
mässig fern (79 %) und ein bisschen mehr als ein Viertel schaut sich häufig Filme auf DVDs an
(26 %). Neu wurde 2012 die Tageszeitung getrennt erhoben: einerseits Gratiszeitungen und anderer-
seits Abonnementzeitungen. Täglich oder mehrmals pro Woche lesen Jugendliche Gratiszeitung (49
%), Abonnementzeitung (31 %), Tageszeitung online (26 %), Zeitschriften (20 %), Zeitschrift online (8
%). Knapp ein Drittel der Jugendlichen liest mindestens mehrmals pro Woche ein Buch (29 %). Die
neu erfragten eBooks werden mit 3 % deutlich weniger genutzt.
Einige Medien nutzen Jugendliche zwar regelmässig, aber nicht täglich. Abbildung 11 differenziert die
Nutzungshäufigkeiten genauer. Dort zeigt sich beispielsweise, dass beinahe die Hälfte der Jugendli-
chen einmal monatlich ins Kino geht, auch wenn der Kinobesuch bei der Häufigkeit der Mediennut-
zung am Schluss rangiert. Hörbücher werden von wenigen häufig genutzt und von der Hälfte der Ju-
gendlichen jedoch gar nie.
3
27
16
311
814
812
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15
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17 42
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18 45
34 52
52
38 67
5558 73 80
79 83 93 97
N:1155
Abofernsehen, z.B. Teleclub
(Schall−) Plattenspieler /
Turntable*
Abo einer Tageszeitung
Videorecorder
Digital TV*
Tablet PC
Abo einer Zeitschrift
digitale Videokamera
DVD−Player (nicht PC)*
Fernsehgerät*
Hifi− / Stereoanlage*
feste Spielkonsole*
tragbare Spielkonsole*
Radio
digitale Fotokamera*
Internetzugang
Computer / Laptop
MP3−Player / iPod
Handy
0 255075100
Prozentangaben
Geschlecht
Mädchen
Junge
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 16 -
Abbildung 11: Freizeit medial über Gesamtstichprobe
Der deutlichste Geschlechterunterschied bei der Mediennutzung von Jugendlichen betrifft das Spielen
von Videogames. Jungen gamen um ein Mehrfaches häufiger als Mädchen. Sie schauen auch öfter
fern, lesen mehr Abonnementzeitung, schauen sich häufiger DVDs an und lesen eher online Zeitung.
Mädchen lesen jedoch klar häufiger Bücher als Jungen und nutzen sowohl Handys wie digitale Fo-
tokameras öfter.
Abbildung 12: Freizeit medial nach Geschlecht
2
2
2
1
1
7
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3
2
1
1
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2
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21
16
24
19
5
7
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17
14
13
21
15
13
18
16
4
18
26
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6
9
19
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19
4
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14
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4
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9
9
2
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35
45
14
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2
2
1
Handy
nutzen
Internet
nutzen
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hören Fernsehen Radio
hören
Gratiszeitung
lesen
DVDs/
Videos
schauen
Musik−CDs/
Kassetten
digitale
Fotos
machen
Videogames
spielen
Abozeitung
lesen
Zeitschrift
lesen
Bücher
lesen
Tageszeitung
online lesen
Computer
ohne
Internet
nutzen
digitale
Videos
machen
Kino
besuchen
Hörspiel/
Hörbuch
hören
Zeitschrift
online lesen
E−Books
lesen
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
N: 1177
2
12
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914
12 20
19
1921 33
19 31
21
20 3639
25
27 37 59
19 42 4750
48 55
52 82
76 82
79 87 91
89 95
N:1170
Kino besuchen
E−Books lesen
Zeitschrift online lesen
digitale Videos machen
Hörspiel/ Hörbuch hören
Computer ohne Internet nutzen
Zeitschrift lesen
Tageszeitung online lesen*
DVDs/ Videos schauen*
Bücher lesen*
Abozeitung lesen*
digitale Fotos machen*
Videogames spielen*
Musik−CDs/ Kassetten
Gratiszeitung lesen
Radio hören
Fernsehen*
MP3s hören
Internet nutzen
Handy nutzen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Geschlecht
Mädchen
Junge
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 17 -
Jüngere Jugendliche lesen häufiger Bücher und spielen öfter Videogames als ältere. Dies zeigte sich
bereits in der JAMES-Studie 2010 und deckt sich mit den Zahlen aus Deutschland (mpfs, 2012). Je
älter die Jugendlichen, desto häufiger nutzen sie Handy und Internet und lesen Tageszeitung.
Die 16-/17-Jährigen hören öfter Musik via MP3 als alle anderen Altersgruppen, jedoch am seltensten
CDs.
Abbildung 13: Freizeit medial nach Altersgruppen
Der Wohnort spielt bei der Mediennutzung kaum eine Rolle. Einzig Radio wird in städtischen Gebieten
(64 %) signifikant häufiger gehört als auf dem Land (48 %). Zwischen den Sprachregionen zeigen sich
teilweise klare Unterschiede: In der Deutschschweiz wird am meisten ferngesehen (81 %, Romandie:
75 %, Tessin: 65 %), Radio gehört (58 %, Romandie: 42 %, Tessin: 39 %), werden am meisten Musik-
CDs gehört (48 %, Romandie: 36 %, Tessin: 41 %) und die Tageszeitung online gelesen (28 %, Ro-
mandie: 18 %, Tessin: 15 %). Mit jeweils 22 % steht Zeitschriften lesen (Romandie: 14 %, Tessin:
22 %) und Computer ohne Internet nutzen (Romandie: 14 %, Tessin: 15 %) bei den Deutschschweizer
Jugendlichen häufiger auf dem Programm. Die Romands bevorzugen hingegen das MP3-Hören mit
87 % (Deutschschweiz: 78 %, Tessin: 76 %) und gemeinsam mit den Tessinern (36 %) das Schauen
von DVDs (38 %).
Junge Migranten unterscheiden sich in ihrer Mediennutzung eher gering von Schweizer Jugendlichen.
Sie hören jedoch weniger Radio (38%, Schweizer: 57 %) und lesen weniger Abonnementzeitungen
(18%, Schweizer: 34 %). Sie schauen hingegen regelmässiger DVDs (36 %, Schweizer: 24 %). In
allen drei Bereichen zeigt sich jedoch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine grössere
Streuung in den Antworten als bei den Schweizer Jugendlichen.
Schülerinnen und Schüler mit einem tieferen Bildungsniveau lesen deutlich weniger Bücher (19 %) als
Gleichaltrige mit mittlerem und höherem Bildungsniveau (jeweils 37 %). Schaut man sich den Ge-
samtdurchschnitt der Antworten an, so liegen die Realschüler etwa bei einmal monatlich und die ande-
ren beiden Gruppen (Sek und Untergymnasium) bei einmal in 14 Tagen.
Ein Zeitungsabonnement ist in Familien mit einem höheren (90 %) und mittleren (79 %) sozioökono-
mischen Status eher vorhanden als in solchen mit einem tiefen sozioökonomischen Status (52 %).
Dies spiegelt sich auch in der Nutzung wider: Jugendliche aus sozioökonomisch mittel und höher ge-
stellten Familien lesen mehr und regelmässiger in einer Tageszeitung (45 bzw. 36 %) als solche aus
1
12
1
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2411
8
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812 22
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10 13 20 25
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16 34
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19 28 32
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26
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26
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Kino besuchen
E−Books lesen*
Zeitschrift online lesen
digitale Videos machen*
Hörspiel/ Hörbuch hören
Computer ohne Internet nutzen
Zeitschrift lesen
Tageszeitung online lesen*
DVDs/ Videos schauen
Bücher lesen*
Abozeitung lesen*
digitale Fotos machen
Videogames spielen*
Musik−CDs/ Kassetten*
Gratiszeitung lesen
Radio hören
MP3s hören*
Fernsehen
Internet nutzen*
Handy nutzen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 18 -
sozioökonomisch tiefer gestellten Familien (21 %). Die Medienlandschaft macht in kurzen Zeitabstän-
den grosse Sprünge und verändert sich in einem Zeitraum von zwei Jahren stark. So zeigen sich auch
einige signifikante Zu- und Abnahmen der regelmässig ausgeübten medialen Tätigkeiten bei den Her-
anwachsenden in der Schweiz (siehe Abbildung 14).
Abbildung 14: Freizeit medial im Zeitvergleich
Weniger häufig als noch vor zwei Jahren wurde Musik von der CD oder von Kassetten konsumiert
(2010: 54 % / 2012: 45%). Zeitschriften auf Papier wurden ebenfalls weniger häufig gelesen (2010:
27 % / 2012: 20 %). Demgegenüber gab es einen Anstieg beim Lesen der Tageszeitung im Internet
(2010: 18 % / 2012: 25 %) und beim digitalen Fotografieren (2010: 25 % / 2012: 33 %) und beim Fil-
men (2010: 7 % / 2012: 11 %).
Neben der Nutzungsintensität wurden in der Befragung von 2012 auch Medieninhalte erfasst. Die
Jugendlichen konnten jeweils offen ihre Präferenzen angeben. Gefragt nach ihren drei Lieblingsfilmen
(bzw. Filmreihen wie Twilight), zeigt sich eine grosse Bandbreite an Genres und Titeln (siehe Abbil-
dung 15). Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei Titanic (139 Nennungen) nicht um die Version
aus dem Jahre 1997 handelt, sondern um die 3-D-Version, die 2012 in den Schweizer Kinos noch
einmal gezeigt wurde. Die beiden Favoriten bei den Lieblingsbüchern (siehe Abbildung 17) waren
gleichzeitig Vorlage für Rang zwei und drei der Lieblingsfilme: Harry Potter (106 N.) und Twilight (93
N.). Auch der französische Kassenschlager Intouchables (91 N.) war bei den Befragten beliebt.
93 92 90 89 83 79 81 80
56 62 59 53 54
45
32 37
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21
Handy
nutzen
Internet
nutzen Fernsehen MP3s
hören
Abo− oder
Gratiszeitung
lesen
Radio
hören
Musik−CDs/
Kassetten*
Videogames
spielen
digitale
Fotos
machen*
Bücher
lesen
DVDs/
Videos
schauen
Zeitschrift
lesen*
Tageszeitung
online lesen*
Computer
ohne
Internet
nutzen
Hörspiel/
Hörbuch
hören
Zeitschrift
online lesen
digitale
Videos
machen*
Kino
besuchen
0
25
50
75
100
0
25
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2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012
N: 2339
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 19 -
Lesehinweis für die Wordclouds: Die Schriftgrösse repräsentiert die Anzahl Nennungen. Die am
grössten dargestellten Begriffe wurden somit am häufigsten genannt.
Abbildung 15: Lieblingsfilme
Bei den Fernsehsendungen zeigt sich ein anderes Bild. Wie auch bei den Filmen wurden die Titel ab
zehn Nennungen in die Analyse mit einbezogen (siehe Abbildung 16). Die amerikanische TV-Show
How I met your mother (197 Nennungen) führt die Liste deutlich an, gefolgt von der Trickfilmserie
Simpsons (125 N.) und Desperate Housewives (93 N.). Es wurden auch Titel angegeben, welche im
Schweizer Free-TV noch nicht zu sehen sind. Das bedeutet, dass Jugendliche entweder Zugang zu
Pay-TV haben, amerikanische Kanäle nutzen, die Serien auf Seiten wie www.kinox.to schauen oder
aus Online-Tauschbörsen herunterladen.
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 20 -
Abbildung 16: Liebste Fernsehsendungen
Harry Potter (181 Nennungen) ist mit Abstand die Lieblingslektüre von Schweizer Jugendlichen (siehe
Abbildung 17). Auch an zweiter Stelle steht eine Buchreihe, die wie auch die Potter-Bücher verfilmt
wurde: Twilight (118 N.). Die Geschichte um den Zauberlehrling Harry Potter ist bei beiden Geschlech-
tern beliebt, während Twilight eher von Mädchen gelesen wird. Die fünf beliebtesten Bücher-Genres
sind: Fantasy (473 Nennungen), Roman (131 N.), Krimi (69 N.), Comic & Manga (58 Nennungen),
Science Fiction (38 N.).
Die Jugendlichen wurden im Fragebogen gebeten, ihre drei Lieblingsbücher zu nennen. Bei Buchrei-
hen wurde die gesamte Reihe und nicht die einzelnen Bücher aufgenommen. Für die Wordcloud wur-
den Titel verwendet, welche mindestens fünfmal genannt wurden.
Abbildung 17: Lieblingsbücher
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 21 -
Rihanna (103 Nennungen) führt die Liste der Lieblingsmusiker an, mit einigem Abstand folgen Emi-
nem mit 79 und der DJ und Produzent David Guetta mit 78 Nennungen (siehe Abbildung 18). Bei den
Lieblingsbands und Lieblingsmusikern zeigt sich, anders als bei TV-Sendungen und Büchern, insge-
samt eine grosse Bandbreite. Ab elf Nennungen wurden die Namen in die Auszählung aufgenommen.
Abbildung 18: Lieblingsmusiker bzw. Lieblingsbands
4.3. Freizeitaktivitäten insgesamt
Werden die medialen und nonmedialen Freizeitaktivitäten zusammengenommen, entsteht eine Rang-
liste der häufigsten Aktivitäten. Wie bereits 2010 sind Handy und Internet auf dem ersten und zweiten
Rang. Neu auf dem dritten Rang ist MP3 hören. Dieses hat in den letzten zwei Jahren stark zuge-
nommen. Es hat das Treffen von Freunden auf den vierten Platz verwiesen, obwohl sich dieser Pro-
zentsatz nicht verändert hat. Freunde treffen teilt sich nun gemeinsam mit Fernsehen den vierten
Rang. Unverändert gegenüber der Erhebung von 2010 bleiben die Rangplätze von Sport treiben und
Radio hören. Die Tageszeitungen wurden abgelöst von den neu erfragten Gratiszeitungen. Diese sind
sogar einen Rang aufgestiegen. An letzter Stelle der Top Ten steht nun das Hören von Musik-CDs.
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 22 -
Tabelle 3: Rangliste der Freizeitaktivitäten nonmedial und medial
Rang Aktivität
1 Handy nutzen
2 Internet nutzen
3 MP3 hören
4 Freunde treffen
4 Fernsehen
6 Sport treiben (ohne Schulsport)
7 Ausruhen / nichts tun
8 Radio hören
9 Gratiszeitung lesen
10 Musik-CDs hören
Nach ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen gefragt, zeigt sich, dass die Jugendlichen eine grosse
Bandbreite an Aktivitäten ausüben. Die Tätigkeiten wurden kategorisiert und sind in Abbildung 19 und
Abbildung 20 dargestellt.
Abbildung 19: Liebste Freizeitbeschäftigungen gemeinsam mit Freunden
Gemeinsam mit Freunden steht der Ausgang an erster Stelle, die Jugendlichen reden auch gerne
zusammen, gehen shoppen oder ins Kino oder treiben gemeinsam Sport. Da die Befragung kurz vor
dem Sommer durchgeführt wurde, war auch baden eine häufig gegebene Antwort, Wintersportarten
wurden weniger genannt und in die Kategorie Sport eingeteilt.
JAMES-Studie 2012 Freizeit medial
- 23 -
Abbildung 20: Liebste Freizeitbeschäftigungen alleine
Alleine beschäftigen sich die Jugendlichen am liebsten mit dem PC, schauen fern, gamen oder lesen.
Musik machen und hören steht ebenfalls weit oben in der Rangliste, genauso wie Sport und kreative
Tätigkeiten. Der PC bietet insbesondere mit Internetanschluss ein „Tor zur Welt“ von Kommunikation,
Unterhaltung und Information. Das Alleinsein kann so ohne grossen Aufwand überwunden werden.
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 24 -
5. Computer und Internet
Unter der Woche sind Schweizer Jugendliche täglich rund zwei Stunden aktiv online (2 Stunden 8
Minuten). Am Wochenende oder in den Ferien beträgt die Surfdauer pro Tag ungefähr eine Stunde
mehr, nämlich drei Stunden und drei Minuten. Daran hat sich seit der Befragung vor zwei Jahren
nichts geändert. Auch die breite Streuung dieser Zeitangaben bleibt weiterhin erhalten und reicht von
wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden täglich.
Bei der Angabe der liebsten Websites zeigt sich ein sehr deutliches Bild (siehe Abbildung 21). Face-
book (731 Nennungen), YouTube (388 N.) und Google (217 N.) führen die Liste klar an. Berücksichtigt
wurden Websites, welche mindestens dreimal genannt wurden. Mit dabei sind auch Webseiten, von
welchen man Filme und Fernsehserien streamen oder herunterladen kann. Daher kann man vermu-
ten, dass die im Kapitel 4.2 erwähnten Fernsehserien nicht oder nur teilweise via Pay TV angesehen
wurden, sondern in erster Linie aus dem Internet geladen oder gestreamt werden.
Abbildung 21: Liebste Websites
5.1. Technische Kompetenzen
Schweizer Jugendliche können mit technischen Geräten rund um Computer und Internet kompetent
umgehen. 67 % haben bereits Software installiert, 64 % verfügen über Erfahrung im Installieren von
Zusatzgeräten. 58 % der Befragten haben selbstständig Software aus dem Internet geladen. Weniger
Jugendliche (28 %) sind geübt im Installieren und Anpassen von Betriebssystemen. Programmieren
und Websites erstellen können 27 bzw. 20 % der Heranwachsenden. Ebenfalls ein Fünftel hat schon
einmal den Arbeitsspeicher erweitert, 17 % haben ein Netzwerk installiert und 14 % eine Festplatte
partitioniert.
Wie bereits 2010 zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Die Jungen sind – abgesehen
vom Programmieren am Computer und Erstellen von Websites – kompetenter im technischen Um-
gang mit dem Computer (siehe Abbildung 22).
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 25 -
Abbildung 22: Arbeiten, die bereits selbst am Computer ausgeführt wurden (nach Geschlecht)
Seit 2010 ist tendenziell ein Zuwachs an technischer Kompetenz bei den jüngeren Jugendlichen zu
beobachten. Gab es vor zwei Jahren noch Altersunterschiede beim Herunterladen und Installieren von
Software und auch beim Erweitern von Arbeitsspeicher, so haben die Jüngeren aufgeholt und diesen
ausgeglichen. Weiterhin kompetenter sind die Jugendlichen, je älter sie werden, beim Installieren von
Zusatzgeräten und Partitionieren von Festplatten. Es gibt auch neu entstandene Unterschiede zwi-
schen den Altersgruppen, und zwar beim Installieren und Anpassen von Betriebssystemen (siehe
Abbildung 23).
23
8
28
9
23
18
28
14
30
23
38
20
69
48
70
58
74
60
N:1170
Festplatte partitioniert*
Netzwerk installiert*
Websites erstellen
Arbeitsspeicher erweitert*
am Computer programmieren
Betriebssystem installiert und
angepasst*
Software aus dem
Internet geladen*
Zusatzgeräte installiert*
Software installiert*
0 25 50 75 100
Prozentangaben
Geschlecht
Mädchen
Junge
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 26 -
Abbildung 23: Arbeiten, die bereits selbst am Computer ausgeführt wurden (nach Altersgruppen)
Keine signifikanten Unterschiede sind zwischen den Schultypen zu finden. Ebenfalls gleich kompetent
sind die Jugendlichen mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status. Genauso sind zwischen
Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Schweizer Jugendlichen keinerlei signifikante Unterschie-
de zu finden.
Abbildung 24: Arbeiten, die bereits selbst am Computer ausgeführt wurden (nach Landesteilen)
Westschweizer Jugendliche verfügen über mehr Erfahrung beim Installieren von Software und Zu-
satzgeräten und Partitionieren von Festplatten (siehe Abbildung 24).
23
15
11
7
25
16
15
13
25
15 21
21
22
22
17 21
20 26 30 34
36
32
21
23
6365
49 52
76
61
60
58
72
71
60 63
N:1162
Festplatte partitioniert*
Netzwerk installiert
Arbeitsspeicher erweitert
Websites erstellen
am Computer programmieren
Betriebssystem installiert und
angepasst*
Software aus dem
Internet geladen
Zusatzgeräte installiert*
Software installiert
0 25 50 75 100
Prozentangaben
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
15 25
11
12 17 22
14 17 21
25
23
15
27
19 29
44
21 30
52 58
58
48 68
63
54 79
62
N:1177
Festplatte partitioniert*
Websites erstellen
Arbeitsspeicher erweitert
Netzwerk installiert*
am Computer programmieren
Betriebssystem installiert und
angepasst*
Software aus dem
Internet geladen
Zusatzgeräte installiert*
Software installiert*
0 25 50 75 100
Prozentangaben
Landesteil
Deutschschweiz
Romandie
Tessin
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 27 -
5.2. Sich unterhalten mit Computer und Internet
Drei von vier Jugendlichen nutzen täglich oder mehrmals pro Woche Videoportale wie YouTube (siehe
Abbildung 25). Diese Seite ist auch eine der beliebtesten Websites der Befragten (siehe Abbildung
21). An zweiter Stelle steht Musik am Computer hören und an dritter Stelle in Sozialen Netzwerken
stöbern. Die favorisierten Tätigkeiten werden auch von einem Grossteil der Jugendlichen sehr häufig
ausgeübt. Lediglich 2 % haben angegeben, dass sie seltener als einmal monatlich Videoportale
nutzen und 3 % tun dies gar nie. 61 % downloaden kaum Filme und Videos und 76 % hören selten
oder nie Radio über das Internet.
Abbildung 25: Computer und Internet zur Unterhaltung über Gesamtstichprobe
Zwischen den Altersgruppen bestehen keine Differenzen und die Geschlechter unterscheiden sich
lediglich bei einer Frage: Jungen schauen mit 14 % doppelt so häufig DVDs am Computer als Mäd-
chen. Das gleiche gilt für Jugendliche mit Migrationshintergrund (18 %) im Gegensatz zu Jugendlichen
mit Schweizer Herkunft (9 %). Bildungsniveau und sozioökonomischer Status spielen statistisch keine
Rolle. Städtische Jugendliche hingegen surfen im Internet häufiger einfach drauflos (49 %) als die
Gleichaltrigen aus ländlichen Regionen (37 %). In Bezug auf Unterhaltung durch Computer und Inter-
net verhalten sich die Jugendlichen in den drei Sprachregionen sehr unterschiedlich (siehe Abbildung
26). Die Differenzen sind – mit einer Ausnahme – statistisch signifikant, jedoch nicht einfach zu deu-
ten. Zum einen sind vermutlich kulturelle Unterschiede zwischen den Landesteilen für die Abweichun-
gen verantwortlich. Zum anderen können aber auch minimale semantische Divergenzen bei der Über-
setzung der Fragebogen entstanden sein. So ist es möglich, dass eine Frage je nach Sprachraum
einen leicht anderen Bedeutungsinhalt hat, was sich im Antwortverhalten niederschlägt. Diese Prob-
lematik lässt sich bei einer mehrsprachigen Umfrage leider nicht vermeiden.
Vergleiche mit der deutschen JIM-Studie 2012 (mpfs, 2012) ergeben ähnliche Durchschnittszahlen
wie in der Schweiz – mit einer Ausnahme: Nur 5 % der deutschen Jugendlichen schauen im Internet
häufig live TV-Sendungen.
3
2
4
5
10
35
40
9
11
3
5
11
26
35
19
7
1
4
11
22
35
13
13
4
7
11
28
24
14
13
5
8
15
24
21
29
21
8
9
11
17
6
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28
18
15
14
8
2
26
30
7
10
9
13
4
36
25
8
10
8
10
3
52
24
5
3
5
6
4
Videoportale
nutzen (z.B.
YouTube)
Musik/Sounddateien
am PC
hören
in Social
Networks
stöbern
Musik/Sounddateien
im
Internet
hören
(livestream)
einfach
drauflos
surfen
TV−Sendungen
live im
Internet
anschauen
DVDs am
PC schauen
TV−Sendungen
zeitversetzt
im Internet
anschauen
Filme
Videos aus
dem Netz
herunterladen
übers
Internet
Radio
hören
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
N: 1058
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 28 -
Abbildung 26: Computer und Internet zur Unterhaltung nach Landesteilen
Im Jahresvergleich zu 2010 wird deutlich, dass es lediglich bei der Nutzung der Videoportale einen
signifikanten Anstieg in der regelmässigen Nutzung gab. Das Hören von Musik am PC und via
Internetradio haben abgenommen (siehe Abbildung 27).
Abbildung 27: Computer und Internet zur Unterhaltung im Zeitvergleich
811
10
18
21
7
15
12 19
20
22
10
17
12 27
60 63
48
77
55
40
60 72
52
65 70
58
74 81
74
N:1058
übers Internet Radio hören
DVDs am PC schauen*
TV−Sendungen zeitversetzt im
Internet anschauen*
Filme Videos aus dem Netz
herunterladen*
TV−Sendungen live im Internet
anschauen*
Musik/Sounddateien im Internet hören
(livestream)*
einfach drauflos surfen*
in Social Networks stöbern*
Musik/Sounddateien am PC hören*
Videoportale nutzen (z.B.
YouTube)*
0 25 50 75 100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Landesteil
Deutschschweiz
Romandie
Tessin
66 76 70 61 54 57 57 52
47 45
15 11 15 10
Videoportale
nutzen (z.B.
YouTube)*
Musik/Sounddateien
am PC
hören*
in Social
Networks
stöbern
Musik/Sounddateien
im
Internet
hören
(livestream)
einfach
drauflos
surfen
DVDs am
PC schauen
übers
Internet
Radio
hören*
0
25
50
75
100
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 N: 2222
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 29 -
5.3. Sich informieren im Internet
Wo sich die Jugendlichen ihre Informationen im Internet holen, zeigt die unten stehende Abbildung 28.
Am meisten werden Suchmaschinen genutzt, dicht gefolgt von Sozialen Netzwerken. Letztere werden
eher Informationen aus dem privaten Umkreis und allenfalls Angaben zu Veranstaltungen beinhalten
als tagesaktuelle Nachrichten. Zwei Fünftel schlagen mindestens mehrmals pro Woche etwas in der
digitalen Enzyklopädie Wikipedia nach, deren Beiträge allerdings von jedem Nutzer bearbeitet werden
können. Die inhaltliche Qualitätskontrolle wird bei Beiträgen mit einer hohen Relevanz durch andere
Leser und Wikipedia-Administratoren gewährleistet, die Änderungen laufend überwachen. Unbekann-
tere Themen profitieren weniger von dieser sozialen Kontrolle.
Abbildung 28: Internet als Informationsquelle über Gesamtstichprobe
Jungen und Mädchen suchen ihre Informationen im Internet teilweise unterschiedlich (siehe Abbildung
29). Suchmaschinen zum Beispiel werden deutlich mehr von den Knaben genutzt, genauso wie Nach-
richtenportale von Zeitungen und TV-Sendern sowie Beiträge in Newsgroups oder Foren und Pod-
casts. Auch über Sportresultate via Live-Ticker informieren sich die Jungen signifikant öfter als die
Mädchen. Grundsätzlich wird deutlich, dass Mädchen sich weniger regelmässig via Internet Informati-
onen beschaffen.
5
4
1
4
6
32
47
14
3
1
1
4
19
58
4
8
10
16
22
34
6
23
19
8
7
14
16
13
22
21
11
9
17
13
7
28
25
7
9
16
11
4
39
21
7
6
10
12
5
36
32
8
3
10
7
3
51
27
5
5
4
7
1
Suchmaschinen
nutzen
Soziale
Netzwerke
nutzen
Wikipedia
nutzen
Nachrichtenportale
von
Zeitungen
Nachrichtenportale
von
TV−Sendern
Beiträge
in
Newsgroups
/ Foren
lesen
Sport−Live−Ticker
nutzen Blogs lesen Podcasting
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
nie
seltener
einmal im Monat
einmal in 14 Tagen
einmal pro Woche
mehrmals pro Woche
täglich
N: 1058
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 30 -
Abbildung 29: Internet als Informationsquelle nach Geschlecht
In den letzten zwei Jahren hat sich das Suchverhalten bezüglich Informationen im Internet teilweise
verändert. Abgesehen von Blogs werden alle erfragten Informationsquellen mehr genutzt: Suchma-
schinen, Soziale Netzwerke, Nachrichtenportale von Zeitungen und der Sport-Live-Ticker sogar signi-
fikant mehr (siehe Abbildung 30).
Abbildung 30: Internet als Informationsquelle im Zeitvergleich
12
4
10
11
20
11
28
7
30
11
37
23
41
39
78
76
86
73
N:1058
Podcasting*
Blogs lesen
Beiträge in Newsgroups /
Foren lesen*
Sport−Live−Ticker nutzen*
Nachrichtenportale von TV−Sendern*
Nachrichtenportale von Zeitungen*
Wikipedia nutzen
Soziale Netzwerke nutzen
Suchmaschinen nutzen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Geschlecht
Mädchen
Junge
68
79
67
77
34 40
19
29
17 19
18 11 13 15 917
68
Suchmaschinen
nutzen*
Soziale
Netzwerke
nutzen*
Wikipedia
nutzen
Nachrichtenportale
von
Zeitungen*
Nachrichtenportale
von
TV−Sendern
Blogs lesen*
Beiträge
in
Newsgroups
/ Foren
lesen
Sport−Live−Ticker
nutzen* Podcasting
0
25
50
75
100
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 N: 2208
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 31 -
5.4. Internet-Content erstellen
Jugendliche gestalten zwar Internet-Inhalte aktiv mit, es handelt sich dabei jedoch um eine Minderheit.
Im Zeitvergleich haben die Aktivitäten in der Tendenz sogar abgenommen. Da jedoch ein Drittel der
Jugendlichen innerhalb von Sozialen Netzwerken Statusmeldungen „postet“ (siehe Kapitel 6), bedeu-
tet dies eine Verlagerung in die Sozialen Netzwerke.
Wie die Abbildung 31 zeigt, laden Jugendliche am häufigsten Fotos und Videos oder Musik ins Inter-
net hoch. Einige schreiben Beiträge in Online-Foren oder Blogs. Podcasts oder Wikipedia-Einträge
erstellen nur wenige täglich oder mehrmals pro Woche, während die grosse Mehrheit dies gar nie tut.
Die Befragten in der lateinischen Schweiz sind in der Tendenz online aktiver als die Deutschschwei-
zer. Signifikant ist der Unterschied zwischen den Sprachregionen jedoch nur beim Upload von Fo-
tos/Videos und Musik. Im Tessin laden 25 % häufig Bilder und Videos hoch, in der Romandie 18 %, in
der Deutschschweiz lediglich 8 %. Die Ergebnisse der Deutschschweiz und aus Deutschland (mpfs,
2012) unterscheiden sich hingegen kaum. Smartphone-Nutzer stellen signifikant häufiger Fo-
tos/Videos oder Musik ins Internet als Nutzer von Feature Phones (herkömmliche Mobiltelefone). Das-
selbe gilt für das Bloggen oder das Erstellen von Podcasts. Die 14- bis 15-Jährigen erstellen häufiger
Internet-Inhalte als die anderen Altersgruppen. Unterschiede bezüglich Geschlecht, Migrationshinter-
grund, sozioökonomischem Status und Wohnort sind nicht signifikant.
Abbildung 31: Aktive Gestaltung von Content im Internet über Gesamtstichprobe
Signifikant reduziert hat sich im Zeitvergleich der Anteil jener Jugendlichen, die Beiträge in News-
groups oder Foren verfassen oder Wikipediaeinträge schreiben (siehe Abbildung 32).
4
9
4
2
11
1N:1057
Wikipediaeinträge schreiben
Podcasts erstellen
Beiträge in Newsgroups/ Foren
schreiben
Blogs verfassen
Musik uploaden
Fotos/Videos uploaden
0 25 50 75 100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 32 -
Abbildung 32: Aktives Erstellen von Internet-Inhalten im Zeitvergleich
5.5. Kommunikation im Internet
Ein grosser Teil der Zeit, die Jugendliche im Internet verbringen, fällt auf Kommunikation. Das bedeu-
tet z.B. Mailen, Chatten oder Kommunizieren innerhalb Sozialer Netzwerke. Dabei hat die mobile In-
ternetnutzung – insbesondere über Smartphones – zugenommen (siehe Kapitel 8).
Abbildung 33: Kommunikation im Internet über die Gesamtstichprobe
14 11 9912
4
9
43122
Fotos/Videos
uploaden
Musik
uploaden
Beiträge
in
Newsgroups/
Foren
schreiben*
Blogs
verfassen*
Wikipediaeinträge
schreiben
Podcasts
erstellen
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012
N: 2230
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
39
30
31
74
23
N:1058
Internettelefonie (Bsp. Skype)
Instant Messenger
Chat
E−Mail
Social Networks
0 25 50 75 100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 33 -
Bei den kommunikativen Aktivitäten im Internet steht der Austausch über Soziale Netzwerke an obers-
ter Stelle, wie die Abbildung 33 zeigt. Erst mit grossem Abstand folgen E-Mail, Chat, Instant Messen-
gers und Internettelefonie. 20 % der Jugendlichen nutzen E-Mails seltener als einmal monatlich. Die
älteren Jugendlichen (16-19-Jährige) nutzen sowohl Soziale Netzwerke wie auch E-Mail signifikant
häufiger als die Jüngeren (12-15-Jährige; siehe Abbildung 34). Bei Chat und Instant-Messenger ver-
hält es sich umgekehrt. E-Mail wird von Mädchen (45%) signifikant häufiger genutzt als von Jungen
(32%). Chat und Internettelefonie nutzen Jungen häufiger (35 bzw. 29 %) als Mädchen (27 bzw. 19
%). Die Jugendlichen aus der Romandie nutzen Soziale Netzwerke (81 %), Instant Messenger (38 %)
und Chat (45 %) häufiger als in den anderen Sprachregionen. Nutzer von Smartphones kommunizie-
ren über Soziale Netzwerke, Instant Messenger und Chat klar häufiger als Feature-Phone-Nutzer.
Migrationshintergrund und Schultyp der Jugendlichen spielen bezüglich Online-Kommunikation kaum
eine Rolle. Lediglich Instant Messengers werden von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und mit
tieferem Bildungsstand signifikant häufiger genutzt. Jugendliche aus städtischen Gebieten telefonieren
öfter über das Internet (z.B. Skype) als Jugendliche mit ländlichem Wohnort.
Abbildung 34: Kommunikation im Internet nach Altersgruppe
5.6. Privatsphäre und Cybermobbing
Zu negativen Erfahrungen im Internet gehört, dass die eigene Privatsphäre verletzt wurde, indem z.B.
Fotos oder Videos online veröffentlicht wurden, ohne dass das Einverständnis gegeben wurde, oder
aber, dass man online fertig gemacht wurde oder Beleidigendes verbreitet wurde. Ersteres wird inner-
halb Sozialer Netzwerke von vielen Jugendlichen als normal erachtet und daher nicht als störend
empfunden. Knapp die Hälfte der Betroffenen hat es gestört, dass Bilder bzw. Videos ohne ihr Einver-
ständnis online gestellt wurden (siehe Abbildung 35). Der Anteil jener, die im Internet fertig gemacht
wurden beträgt 17 %. Dies hat sich seit 2010 nicht verändert. Ein signifikanter, erfreulicher Unter-
schied seit der letzten Befragung vor zwei Jahren: Deutlich weniger Jugendliche sind von der Verbrei-
tung beleidigender Inhalte im Internet betroffen (2010: 8 %).
20
23
25
30
26
25
39
36
21
25
40
41
50
43
30
27
82
78
68
64
N:1048
Internettelefonie (Bsp. Skype)
Instant Messenger*
Chat*
E−Mail*
Social Networks*
0 25 50 75 100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 34 -
Abbildung 35: Negative Erfahrungen im Internet über Gesamtstichprobe
Von Jugendlichen ab 16 Jahren wurden wesentlich mehr Fotos oder Videos ohne deren Zustimmung
online gestellt, und dies hat sie auch mehr gestört als die Jüngeren (siehe Abbildung 36).
Abbildung 36: Negative Erfahrungen im Internet nach Altersgruppen
39
17
3
17
N:1177
Im Internet wurde Beleidigendes über
mich verbreitet
Jemand wollte mich im
Internet fertig machen
Es hat mich gestört, dass Fotos/Videos von mir ohne
meine Zustimmung online gestellt wurden
Fotos/Videos von mir wurden ohne meine
Zustimmung online gestellt
0 25 50 75 100
Prozentangaben
4
3
2
2
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11
10
17
19
17
12
45
47
30
23
N:1162
Im Internet wurde Beleidigendes über
mich verbreitet
Es hat mich gestört, dass Fotos/Videos von mir ohne
meine Zustimmung online gestellt wurden*
Jemand wollte mich im
Internet fertig machen
Fotos/Videos von mir wurden ohne meine
Zustimmung online gestellt*
0 255075100
Prozentangaben
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Computer und Internet
- 35 -
Keine nennenswerten Unterschiede bestehen zwischen den drei Sprachregionen, zwischen den Be-
wohnern ländlicher und urbaner Ortschaften, zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und
Schweizern, zwischen Schultypen und Geschlechtern. Einzig beim sozioökonomischen Status ist eine
Differenz festzustellen: Jugendliche mit einem hohen und mittleren Status sind weniger betroffen von
Beleidigungen via Internet (2 bzw. 1 %) als solche mit tiefem sozioökonomischem Status (6 %).
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 36 -
6. Soziale Netzwerke
Soziale Netzwerke (Social Networks) wie Facebook zählen bei den Schweizer Jugendlichen zu den
am häufigsten genutzten Online-Anwendungen. 82 % der Jugendlichen sind bei mindestens einem
Sozialen Netzwerk angemeldet. Drei Viertel haben ein eigenes Facebook-Profil und gut die Hälfte
nutzt Soziale Netzwerke täglich, um zu kommunizieren (vgl. Kapitel Kommunikation im Internet). Ver-
glichen mit der JAMES-Studie 2010 hat Facebook seine Stellung als beliebtestes Soziales Netzwerk
der Schweizer Jugendlichen noch ausgebaut. Netlog hat an Bedeutung verloren (2010 wurde es noch
von 33 % der Jugendlichen genutzt). Bei Twitter hingegen sind inzwischen 11 % angemeldet (vergli-
chen mit 4 % im Jahr 2010). Beim von Google 2011 lancierten Sozialen Netzwerk Google+ verfügen
10 % der Befragten über ein Profil.
Die Anzahl Kontakte, die Jugendliche auf Sozialen Netzwerken pflegen, hat gegenüber 2010 deutlich
zugenommen (2010 hatten 24 % mehr als 300 Facebook-Freunde, 2012 sind es 53 %).
Auch in Deutschland konnte sich Facebook mit grossem Abstand bei den Jugendlichen an der Spitze
etablieren (77 % der deutschen Jugendlichen verfügen über ein Facebook-Profil), während vor zwei
Jahren in Deutschland SchülerVZ noch dominierte. Nur 1 % der deutschen Jugendlichen nutzt Twitter
(mpfs, 2012).
Abbildung 37: Mitgliedschaft bei Sozialen Netzwerken und Anzahl Kontakte
6.1. Tätigkeiten in Sozialen Netzwerken
Die häufigste Aktivität innerhalb Sozialer Netzwerke ist das Kommunizieren: chatten (86 %), Nachrich-
ten senden (73 %), anderen etwas an die Pinnwand schreiben (60 %). Nach Chatten liegt Profile von
Freunden anschauen (79 %) an zweiter Stelle. Jugendliche suchen nach Freunden in den Sozialen
Netzwerken, verfolgen deren Online-Aktivitäten oder teilen mit ihren Kontakten über Statusmeldungen,
was sie selber gerade tun, und laden Bilder, Videos oder Links hoch.
N: 1177
414 14 16 53 75
10
3
9
11
My Space
Netlog
Google+
Twitter
Facebook
0 255075100
Prozentangaben
Kontakte
0 bis 75
76 bis 150
151 bis 225
226 bis 300
über 300
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 37 -
Der Handytyp spielt für die Aktivitäten in Sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle. Der grösste Unter-
schied besteht beim Posten von Statusmeldungen: Smartphone-User teilen ihren Kontakten rund
dreimal häufiger mit, was sie gerade tun (37 %), als Feature-Phone-User (13 %). Da der Zugriff auf
Soziale Netzwerke über Apps auf dem Smartphone von unterwegs sehr einfach ist, mit dem Feature
Phone jedoch kaum, ist dies leicht erklärbar. Smartphone-Nutzer schauen sich zudem signifikant häu-
figer Profile anderer an (83 %) als Besitzer von Feature Phones (70 %). Sie führen auch mehr Freun-
deslisten (13 % / 6 %).
In der Social-Media-Nutzung bestehen teilweise erhebliche Altersdifferenzen (siehe Abbildung 38).
Jüngere Jugendliche gamen innerhalb Sozialer Netzwerke signifikant häufiger als ältere. Ebenso chat-
ten sie öfter und posten mehr Statusmeldungen als Jugendliche über 15 Jahre. Die älteren Jugendli-
chen vernetzen dagegen zahlreicher Kontakte.
Abbildung 38: Tätigkeiten in Sozialen Netzwerken nach Altersgruppen
Geschlechterunterschiede bestehen folgende: Mädchen schauen sich häufiger die Profile von Online-
Freunden an als Jungen (84 % / 74 %) und schreiben öfter an die Pinnwand ihrer Kontakte (66 % /
54 %). In der Romandie verschicken Jugendliche statistisch gesehen mehr Nachrichten über Soziale
Netzwerke als in der Deutschschweiz und im Tessin, suchen dort nach Freunden und führen Freun-
deslisten. Statusmeldungen werden in der Deutschschweiz und im Tessin dagegen häufiger gepostet.
Keine Unterschiede bezüglich Aktivitäten in Sozialen Netzwerken ergeben sich aufgrund von Migrati-
onshintergrund, Schultyp, sozioökonomischem Status sowie Urbanitätsgrad.
Verglichen mit den JAMES-Zahlen von 2010, wird innerhalb Sozialer Netzwerke häufiger gechattet
(2010: 80 %, 2012: 86 %). Gamen (2010: 26 %, 2012: 15 %) und Freundeslisten führen (2010: 17 %,
2012: 12 %) haben jedoch klar abgenommen.
In Deutschland ist das Verschicken von Nachrichten innerhalb Sozialer Netzwerke an erster Stelle
(75 % täglich oder mehrmals pro Woche; mpfs, 2012) und das Chatten an zweiter Stelle (74 %). In der
JIM-Studie wurde jedoch nicht erhoben, wie häufig die Jugendlichen Profile von Freunden ansehen,
obwohl dies in der Schweiz die zweithäufigste Aktivität ist.
11
914 17
9
823 26
26 30
18
9
30 35
34
31
20 33 39
40
58 63
60
59
68 79
69 76
75 83
80
76
77 87 93
90
N
netw
:958
Freundeslisten führen
Games spielen*
Kontakte vernetzen*
nach Freunden suchen
Statusmeldungen posten*
anderen etwas an die
Pinnwand schreiben
Nachrichten versenden
Profile von Freunden anschauen
chatten*
0 255075100
Prozentangaben
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 38 -
6.2. Angabe von persönlichen Daten
Die meisten Jugendlichen geben in Sozialen Netzwerken ihr Geschlecht an. Auch der richtige Vorna-
me wird von den meisten verwendet, etwas seltener wird der richtige Nachname angegeben (siehe
Abbildung 39). Direkte Kontaktangaben wie Telefonnummer oder Instant Messenger Nummer werden
von den wenigsten Befragten angegeben. Einige dieser Angaben können mit den deutschen Zahlen
verglichen werden: Die Information, welche Hobbys man betreibt, wird in Deutschland mit 73 % deut-
lich häufiger angegeben, auch die E-Mail-Adresse wird von genau der Hälfte und damit ein wenig öfter
angegeben als in der Schweiz. Fotos von Freunden oder der Familie werden von Schweizer Jugendli-
chen mehr veröffentlicht als von den deutschen Gleichaltrigen (42 %). Auch in Deutschland sehr sel-
ten angegeben werden die Instant Messenger Nummer (3 %) und die Telefonnummer (3 %) (mpfs,
2012).
Abbildung 39: Preisgabe von Informationen innerhalb von Sozialen Netzwerken
Im Vergleich zur Erhebung vor zwei Jahren (siehe Abbildung 40) gibt es zwei signifikante Verände-
rungen: Die Schule wird sehr viel häufiger angegeben und die Instant Messenger Nummer seltener.
Ersteres könnte darauf zurückzuführen sein, dass auch klassenweise immer mehr mit Facebook ge-
arbeitet wird, Letzteres damit, dass der Instant Messenger allmählich von den Social Network Mes-
sengers abgelöst wird, was jedoch beides nicht empirisch belegt werden kann.
89
83
66
93
5
32
65
85
50
48
44
3N
netw
:969
Instant Messenger Nummer
Telefonnummer
Wohnort
E−Mail−Adresse
Fotos/Videos von
Freunden/Familie
Hobbys
Schule
Richtiges Alter
Richtiger Nachname
Fotos/Videos von dir
Richtiger Vorname
Geschlecht
0 255075100
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 39 -
Abbildung 40: Preisgabe von Informationen in Sozialen Netzwerken im Zeitvergleich
6.3. Privatsphäre-Einstellungen
Von den Nutzern Sozialer Netzwerke geben 84 % an, die Privatsphäre-Einstellungen aktiviert zu ha-
ben (siehe Abbildung 41). Dies sind deutlich mehr als noch vor zwei Jahren (57 %). Da jedoch insbe-
sondere Facebook diese Einstellungen oft überarbeitet, sollten diese auch regelmässig überprüft und
aktualisiert werden. Dies tun 58 % der Jugendlichen. 38 % der Nutzer Sozialer Netzwerke machen
sich Sorgen über ihre Privatsphäre. Genau die Hälfte macht sich deswegen überhaupt keine Sorgen,
die übrigen Befragten konnten oder wollten diese Frage nicht beantworten (mpfs, 2012).
92 93
84 85
41
65
50 50 51 48
43 44
27 32
8345
Geschlecht Fotos/Videos
von dir Schule* Hobbys
Fotos/Videos
von
Freunden/Familie
E−Mail−Adresse Wohnort
Instant
Messenger
Nummer*
Telefonnummer
0
25
50
75
100
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012
N
netw
:1965
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 40 -
Abbildung 41: Schutz der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken
Mit dem Alter nimmt die Besorgnis über die Sichtbarkeit privater Daten signifikant zu, damit ist wohl
auch die Zunahme der tatsächlichen Aktivierung der Privatsphäre-Einstellungen in den beiden oberen
Altersgruppen zu erklären (siehe Abbildung 42).
Abbildung 42: Schutz der Privatsphäre in Sozialen Netzwerken nach Altersgruppen
84
58
38
N
netw
:904
Sorgen über Sichtbarkeit
regelmässig aktualisiert
Privatsphäre geschützt
0 25 50 75 100
Prozentangaben
41
46
28
33
60
61
52
58
86
93
73
79
N
netw
:894
Sorgen über Sichtbarkeit*
regelmässig aktualisiert
Privatsphäre geschützt*
0 25 50 75 100
Prozentangaben
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Soziale Netzwerke
- 41 -
Mädchen schützen ihre Privatsphäre signifikant besser (87 %) als Jungen (81 %), aktualisieren diese
auch häufiger (66 %) als die männlichen Gleichaltrigen (49 %) und machen sich mit 46 % mehr Sor-
gen über die Sichtbarkeit ihrer privaten Daten (Jungen: 29 %). Jugendliche aus der Deutschschweiz
schützen ihre Privatsphäre eher (87 %) als Heranwachsende aus der Romandie (79 %) und dem Tes-
sin (71 %). Bei der Aktualisierung der Einstellungen findet sich kein signifikanter Unterschied zwischen
den Landesteilen, jedoch machen sich die Romands am meisten Sorgen über die Sichtbarkeit ihrer
privaten Daten (51 %), im Gegensatz zu den Deutschschweizern, von welchen sich nur ein Drittel
darüber sorgt, und den Tessinern (36 %). Der sozioökonomische Status der Jugendlichen hat keinen
statistisch messbaren Einfluss auf den Schutz der Privatsphäre. Dasselbe gilt für den Wohnort (Urba-
nitätsgrad), den Schultyp und die Herkunft. In Deutschland schützen 87 % der Nutzer Sozialer Netz-
werke ihre Profile. Dies sind nahezu gleich viele wie in der Schweiz.
JAMES-Studie 2012 Videogames
- 42 -
7. Videogames
68 % der Befragten spielen Videogames. Im Durchschnitt spielen sie an Wochentagen 48 Minuten
und an Wochenenden oder in den Ferien knapp eine Stunde pro Tag mehr (1 Stunde 47 Minuten).
70 % der Gamer (N=826) geben an, bereits Videogames gespielt zu haben, für welche sie eigentlich
zu jung waren.
Tabelle 4: Prozentanteil der Gamer von der Gesamtstichprobe
Merkmal Gamer in %
Landesteil D-CH 65
F-CH 74
I-CH 70
Altersgruppe 12-/13-Jährige 79
14-/15-Jährige 76
16-/17-Jährige 65
18-/19-Jährige 52
Geschlecht Mädchen 50
Knaben 88
Sozioökonomischer Status Niedrig 68
Mittel 69
Hoch 66
Migrationshintergrund Nein 68
Ja 63
Schultyp (N=320) Untergymnasium 80
Sek 74
Real 72
Wohnort /Urbanität Stadt 66
Land 69
Gut die Hälfte der Gamer spielen regelmässig alleine, 28 % gamen täglich oder mehrmals pro Woche
mit anderen online und gut ein Fünftel mit anderen im selben Raum (siehe Abbildung 43). Neu wurde
dieses Jahr nicht mehr unterschieden, auf welchem Gerät (Computer oder Spielkonsole) gespielt wird,
sondern lediglich, in welcher Formation, ob alleine oder gemeinsam mit anderen, die entweder im
selben Raum sind oder aber via Internet mit der befragten Person verbunden sind.
JAMES-Studie 2012 Videogames
- 43 -
Abbildung 43: Verschiedene Nutzungsformen von Videogames
Wiederum deutlich ist der Geschlechterunterschied: Auch unter denjenigen, die überhaupt gamen,
finden sich viel mehr Jungen als Mädchen, die dies mindestens mehrmals pro Woche machen (siehe
Abbildung 44). Insbesondere die Variante, online mit anderen zu spielen, wird von Jungen viermal
regelmässiger genutzt als von Mädchen.
Abbildung 44: Verschiedene Nutzungsformen von Videogames nach Geschlecht
51
21
28
N
game
:826
mit anderen im selben
Raum gamen
mit anderen online gamen
alleine gamen
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
26
14
41
9
60
39
N
game
:821
mit anderen im selben
Raum gamen*
mit anderen online gamen*
alleine gamen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Geschlecht
Mädchen
Junge
JAMES-Studie 2012 Videogames
- 44 -
Zwischen den drei Landesteilen unterscheidet sich nur die Kategorie „mit anderen online gamen“. In
der Romandie tun dies 36 % häufig. Im Tessin geben 31 % an, dies mindestens täglich zu tun und in
der Deutschschweiz ist es lediglich ein Viertel der Befragten, die regelmässig mit anderen online ga-
men. Jugendliche mit Migrationshintergrund spielen deutlich öfter mit anderen im selben Raum Video-
games (32 %) als Gleichaltrige mit Schweizer Herkunft. Bei den anderen beiden Kategorien unter-
scheiden sie sich nicht. Untergymnasiasten gamen mit Abstand häufiger mindestens mehrmals pro
Woche alleine (67 %) als Jugendliche der Schulstufen Sek A (50 %) oder Sek B (53 %). Es bestehen
keine Unterschiede in Bezug auf Urbanitätsgrad und sozioökonomischen Status bei der Art Videoga-
mes zu spielen.
Alleine gamen wird von den Jüngsten am meisten praktiziert, von den 16-17-Jährigen am wenigsten,
die auch allgemein am wenigsten regelmässig Videogames spielen (siehe Abbildung 45).
Abbildung 45: Verschiedene Nutzungsformen von Videogames nach Altersgruppen
25
13
24
30
30
24
32
27
48
42
57
62
N
game
:818
mit anderen im selben
Raum gamen
mit anderen online gamen
alleine gamen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Videogames
- 45 -
Videogames lassen sich in verschiedene Genres unterteilen (siehe Tabelle 5). Gefragt nach ihren drei
Lieblingsgames haben die Befragten am meisten First Person Shooters angegeben, gefolgt von
Casual Games, Sport-Spielen und Action-Spielen.
Tabelle 5: Genre-Zuteilung der Lieblingsgames, nach Häufigkeit der Nennung
Genre Beispiele Häufigkeiten in %
First Person Shooters Doom, Battlefield, Call of Duty 23
Casual Games Angry Birds, Boom Blox, Guitar Hero 15
Sport-Spiele Madden NFL, NHL, Fifa, Pro Evolution Soccer 15
Action-Spiele Tomb Raider, Grand Theft Auto, Uncharted 15
Renn-Spiele Need for Speed, Gran Turismo, Mario Kart 9
Rollenspiele Final Fantasy (1987), Skyrim 6
Jump`n`Run/Plattformers Super Mario Bros., Sonic the Hedgehog 6
Simulationen The Sims, Flight Simulator, Zoo Tycoon 5
MMORPG
1
Starcraft, World of Warcraft, Eve Online 2
Echtzeit-Strategiespiele Age of Empires, Die Siedler 2
Adventure-Spiele Myst, Uru Zork, Zelda 2
Call of Duty (276 Nennungen) und Fifa (189 N.) sind im Jahr 2012 die grossen Renner, gefolgt von
GTA (Grand Theft Auto; 98 N.) und Battlefield (81 N.) (siehe Abbildung 46). Call of Duty und GTA sind
nach PEGI erst ab 18 Jahren freigegeben, Battlefield ab 16 Jahren. Das Sportspiel Fifa ist ab 3 Jah-
ren freigegeben.
Abbildung 46: Lieblingsgames
1 MMPORPG = Massively Multi-Player Online Role Playing Games
JAMES-Studie 2012 Handy
- 46 -
8. Handy
8.1. Handyverbreitung / -typ
Das Handy ist bei den Jugendlichen das am weitesten verbreitete Medium. 95 % der Befragten verfü-
gen über ein eigenes Gerät. Bei den Mädchen sind es 97 %, bei den Knaben 93 %. Die Verbreitung
ist in den drei Landesteilen gleich stark. Diese Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig das Mobiltelefon für
Jugendliche heute ist. Das multifunktionale Gerät wird in vielfältiger Art und Weise eingesetzt und
sichert die Verbindung zur Peergroup. Die Handyverbreitung bei den Jugendlichen ist seit dem Jahr
2010 konstant geblieben. Anders die Smartphone-Rate: Diese ist in den letzten zwei Jahren sprung-
haft angestiegen. Gaben 2010 noch knapp die Hälfte der jugendlichen Mobiltelefonnutzer an, dass sie
ein Smartphone besitzen (Waller & Süss, 2012), waren es im Jahr 2012 bereits 79 %. Nur noch 21 %
verwendeten ein Feature Phone. In den letzten beiden Jahren haben die Smartphones auch in
Deutschland klar zugenommen: 2010 besassen erst 14 % der deutschen Jugendlichen ein Smartpho-
ne, 2012 sind es nun 47 % (mpfs, 2012). Dies entspricht der Smartphone-Verbreitung Schweizer Ju-
gendlicher vor zwei Jahren.
Die Substichprobe der Handynutzer (N ~1‘110) bildet für die nachfolgenden Auswertungen in diesem
Kapitel die Basis.
8.2. Mobilfunkanbieter / Abonnementtyp
Der grösste Teil der Schweizer Jugendlichen nutzt Swisscom als Provider (56.6 %). Danach folgen
Orange (16 %) und Sunrise (15.7 %). Die drei Provider mit einem eigenen Netz decken gemeinsam
also rund 88 % des Jugendhandymarktes ab. Die restlichen 12 % teilt sich eine Reihe von kleineren
Anbietern auf: 5.7 % fallen dabei auf M-Budget Mobile, 2.7 % auf Coop Mobile, 2.6 % auf Yallo, 0.3 %
auf Lebara, 0.2 % auf Aldi Suisse. Die übrigen 0.2 % der Jugendlichen nutzen einen anderen Provi-
der. Bei den Mobilfunkanbietern gibt es eine Reihe von regionalen Unterschieden. So werden
Swisscom und Orange in der Westschweiz tendenziell stärker genutzt. Sunrise demgegenüber ist im
Tessin überdurchschnittlich stark vertreten (vgl. Tabelle 6). Diese Zahlen sind vergleichbar mit Befun-
den aus dem Jahr 2010 (Waller & Süss, 2012).
Tabelle 6: Mobilfunkanbieter der Schweizer Jugendlichen
Region Swisscom Sunrise Orange M-Budget
Mobile
Coop
Mobile Yallo Andere
Total 56.6 % 15.7 % 16.0 % 5.7 % 2.7 % 2.6 % 0.7 %
D-CH 55.1 % 17.2 % 15.4 % 6.4 % 2.7 % 2.8 & 0.4 %
F-CH 62.7 % 9.2 % 18.3 % 3.7 % 3.0 % 1.9 % 1.2 %
I-CH 41.4 % 34.2 % 12.8 % 6.1 % 0.3 % 3.6 % 1.6 %
Zwischen den Geschlechtern gibt es keinen markanten Unterschied bei der Wahl des Mobilfunkprovi-
ders.
Von den Befragten geben 64 % an, dass sie über ein Mobilfunkabonnement verfügen und somit mo-
natliche Rechnungen erhalten. 33 % nutzen ihr Handy über eine aufladbare Prepaid-Karte. 2 % der
Jugendlichen wissen nicht, ob sie über ein Abonnement oder über eine Prepaid-Karte telefonieren.
Die Abonnementquote ist mit 67 % in der Romandie am höchsten. In der Deutschschweiz beträgt sie
64 % und im Tessin ist die Quote mit 55 % am niedrigsten. In Deutschland nutzen 64 % der jugendli-
chen Handybesitzer eine Prepaid-Karte und 36 % haben einen Vertrag (mpfs, 2012). Bei den Knaben
ist die Abonnement-Verbreitung mit 68 % signifikant höher als bei den Mädchen (61 %). Über die ver-
schiedenen Altersgruppen hinweg steigt die Abonnementquote ab dem 15. Lebensjahr (53 %) bis zu
einem Wert von 81 % im Alter von 18 oder 19 Jahren an.
JAMES-Studie 2012 Handy
- 47 -
Tabelle 7: Abonnement vs. Prepaid-Karte über die Altersgruppen hinweg
Abonnement / Prepaid 12-/13-Jährige 14-/15-Jährige 16-/17-Jährige 18-/19-Jährige
Abonnement 53% 52% 68% 81%
Prepaid 39% 44% 31% 19%
Weiss nicht 8% 4% 1% 0%
8.3. Monatliche Kosten für das Mobiltelefon
Die monatlichen Handykosten wurden nicht wie im Jahr 2010 mittels einer vorgegebenen abgestuften
Antwortskala erhoben, sondern konnten im Jahr 2012 von den Befragten offen angegeben werden.
Dies hat zur Folge, dass die Ausgaben fürs Mobiltelefon über die beiden Jahre nur mit Vorbehalt ver-
glichen werden können. Im Durchschnitt geben die Jugendlichen pro Monat CHF 35 für Mobiltelefonie
aus. Dies ist verglichen mit deutschen Jugendlichen deutlich mehr. Diese geben im Durchschnitt rund
17 Euro pro Monat aus (mpfs, 2012). Die Hälfte der befragten Schweizer Jugendlichen geben zwi-
schen 15 CHF und 46 CHF pro Monat aus. Als Maximalbetrag wurde 200 CHF angegeben (vgl. Abbil-
dung 47).
Abbildung 47: Histogramm monatliche Handykosten in CHF
Mädchen und Knaben liegen in etwa gleichauf. Auch zwischen den drei Sprachregionen gibt es keine
nennenswerten Unterschiede. Anders ist es über die Altersgruppen hinweg: Hier steigen die Handy-
kosten kontinuierlich an (vgl. dazu Tabelle 8).
0
50
100
150
200
0 50 100 150 200
monatliche Handykosten in CHF
Anzahl Jugendliche
JAMES-Studie 2012 Handy
- 48 -
Tabelle 8: Monatliche Handykosten über die Altersgruppen hinweg
Mtl. Handykosten in CHF 12-/13-Jährige 14-/15-Jährige 16-/17-Jährige 18-/19-Jährige
Total CHF CHF 25 CHF 30 CHF 35 CHF 43
Davon aus Taschengeld bezahlt CHF 4 CHF 18 CHF 18 CHF 30
Zusätzlich wurden die Schülerinnen und Schüler nach dem Betrag gefragt, den sie aus ihrem persön-
lichen Taschengeld an die Kosten fürs Mobiltelefon beisteuern. Dieser liegt bei den 12-/13-Jährigen
bei 4 CHF und steigt bis auf 30 CHF pro Monat bei den 18-/19-Jährigen an. Es tragen also bei jeder
Altersgruppe die Eltern einen Teil der Handykosten mit.
8.4. Handy-Funktionen
Die abgefragten Handy-Funktionen wurden für die Erhebung 2012 leicht angepasst und erweitert. So
wurden die Items „SMS senden“ und „SMS empfangen“ zu „SMS nutzen“ zusammengefasst. Aus den
Fragen „einen Anruf entgegennehmen“ und „jemanden anrufen“ wurde „telefonieren“. Hinzugekom-
men sind die Items „das Handy als Uhr verwenden“, „das Handy als Wecker einsetzen“, „soziale
Netzwerke nutzen“, „das Handy als Agenda nutzen“, „das Handy als Navi nutzen“ oder „mit dem Han-
dy TV schauen“. Diese Anpassungen wurden mit den Verantwortlichen der JIM-Studie koordiniert.
SMS ist die am häufigsten verwendete Handy-Funktion. 91 % der Jugendlichen, die ein Mobiltelefon
besitzen, nutzen SMS täglich oder mehrmals pro Woche. 89 % setzen das Telefon täglich oder mehr-
mals pro Woche als Uhr ein. Erst an dritter Stelle – mit 79 % – folgt das Telefonieren. Rund zwei Drit-
tel der befragten Handynutzer brauchen das Gerät täglich oder mehrmals pro Woche, um Musik zu
hören, um im Internet zu surfen oder als Wecker. Danach folgen Tätigkeiten wie Soziale Netzwerke
nutzen (58 %), Fotos/Filme machen (56 %) und Videogames spielen (46 %). Circa ein Drittel setzt das
Mobiltelefon täglich oder mehrmals pro Woche ein, um Internetvideos zu schauen (38 %), E-Mails
abzufragen (38 %) oder Fotos/Filme zu versenden (35 %). 34 % nutzen die Agenda-Funktion mindes-
tens mehrmals wöchentlich. Am wenigsten häufig wird das Mobiltelefon als Navigationsgerät (18 %),
zum TV schauen (14 %), zum Versenden von MP3 (13 %) oder zum Radiohören (11 %) verwendet
(vgl. Abbildung 48).
Verglichen mit Deutschland, sind die Handy-Aktivitäten der Schweizer Jugendlichen ausgeprägter.
Dies erstaunt angesichts der deutlich höheren Smartphone-Verbreitung in der Schweiz wenig. So
nutzen zwar je 82 % der deutschen Jugendlichen häufig SMS und telefonieren. Wie in der Schweiz
hören zwei Drittel häufig über das Handy Musik und 54 % nutzen die Weckfunktion. 40 % der deut-
schen Jugendlichen surfen über das Handy im Internet und ebenso viele nutzen Soziale Netzwerke
(mpfs, 2012).
JAMES-Studie 2012 Handy
- 49 -
Abbildung 48: Handy-Funktionen (alle Handynutzerinnen und -nutzer)
Geschlechterunterschiede zeigen sich bei der Nutzung von Handyspielen (Knaben: 57 % / Mädchen
37 %), Internetvideos anschauen (Knaben 52 % / Mädchen 28 %) und TV übers Handy schauen
(Knaben 18 % / Mädchen 11 %). Die aufgeführten Handy-Funktionen kommen bei Knaben alle häufi-
ger zum Einsatz als bei Mädchen. In der romanischen Schweiz telefonieren die Jugendlichen häufiger
als in der Deutschschweiz (Romandie: 87 % / Tessin: 85 % / Deutschschweiz: 76%). Zudem nutzen
die Romands das Mobiltelefon häufiger als Navigationsgerät (Romandie: 36 % / Tessin 12 % /
Deutschschweiz 12%) als ihre Peers in den anderen Landesteilen.
Die Nutzerunterschiede zwischen den Alterskohorten lassen sich wie folgt: Mit zunehmendem Alter
werden die beiden Grundfunktionen SMS und Telefonieren häufiger eingesetzt. Ebenfalls wird das
Handy häufiger als Wecker oder als Agenda verwendet. Demgegenüber werden ab dem 15. Lebens-
jahr weniger Handyspiele gespielt. Zum selben Zeitpunkt sinkt auch die TV-Nutzung via Mobiltelefon
(vgl. Abbildung 49).
91
79
56
35
66
58
38
13
26
11
46
68
89
65
18
14
38
34
N
handy
:1112
Radio hören
MP3 verschicken
TV schauen
als Navi nutzen
Nachrichtendienste empfangen
Agenda nutzen
Fotos/Filme verschicken
E−Mail nutzen
Videos im Internet schauen
Handyspiele spielen
Fotos/Filme machen
Soziale Netzwerke nutzen
als Wecker verwenden
im Internet surfen
Musik hören
telefonieren
als Uhr verwenden
SMS nutzen
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Handy
- 50 -
Abbildung 49: Handy-Funktionen über die Altersgruppen
Jugendliche, die einer niedrigen sozioökonomischen Schicht angehören, rezipieren via Handy häufi-
ger täglich oder mehrmals pro Woche Fernsehen (Schichtzugehörigkeit: niedrig 17 %, mittel 14 %,
hoch 5 %) und Radio (Schichtzugehörigkeit: niedrig 15 %, mittel 7 %, hoch 8 %) als Jugendliche aus
höheren sozioökonomischen Schichten. Heranwachsende mit Migrationshintergrund versenden mehr
als doppelt so oft MP3-Dateien übers Mobiltelefon (Migration: 26 % / Schweiz 11%) wie Gleichaltrige
ohne Migrationshintergrund.
Jugendliche aus städtischen Gebieten schauen öfter übers Handy Videos im Internet als Jugendliche
aus ländlichen Gebieten (Stadt/Agglo: 41 % / Land: 32 % täglich/mehrmals pro Woche). Zwischen den
Schultypen zeigt sich ebenfalls ein Unterschied: Realschüler/innen (24 % täglich oder mehrmals pro
Woche) hören öfter über das Mobiltelefon Radio als Sekundar- (15 %) und Gymnasiumsschüler/innen
(10 %).
Ein Blick auf den zeitlichen Vergleich zwischen den Jahren 2010 und 2012 offenbart erhebliche Ver-
änderungen im Handygebrauch (Abbildung 50). Zwar bleiben die SMS-Nutzung und das Telefonieren
auf hohem Niveau an der Spitze. Tätigkeiten wie das Musikhören (2010: 57 % / 2012 68 % täglich
oder mehrmals pro Woche), das Fotografieren oder Filmen (36 % vs 56 %), das Surfen im Internet
(16 % / 66 %), das Spielen von Handygames (19 % / 46 %), die Nutzung von E-Mail (10 % / 38 %)
oder das Empfangen von Nachrichtendiensten (15 % / 26 %) haben zum Teil massiv zugenommen.
Dieser Umstand ist sicherlich zu einem grossen Teil mit der sprunghaft angestiegenen Smartphone-
Rate zu erklären (vgl. Abschnitt 8.1.). Das Radiohören übers Mobiltelefon blieb in den letzten zwei
Jahren auf einem tiefen Niveau konstant.
8817
10
12
918
17
12
723
15 20
18 20
12 24
22 34
27 35 40
33
19 34 39
35
30 38
36 45
30 39 44
32 36 44
37 56
52
49 55 58 64
62
59
56
53 78
68
58
51 73
67
64
57 67
64 76
66 96
78
74
61 94
90
86
83 97
95
86
83
N
handy
:1097
Radio hören
MP3 verschicken
TV schauen*
als Navi nutzen
Nachrichtendienste empfangen
Agenda nutzen*
Fotos/Filme verschicken
Videos im Internet schauen
E−Mail nutzen
Handyspiele spielen*
Fotos/Filme machen
Soziale Netzwerke nutzen
als Wecker verwenden*
im Internet surfen
Musik hören
telefonieren*
als Uhr verwenden
SMS nutzen*
0 255075100
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
Altersgruppe
12−/13−Jährige
14−/15−Jährige
16−/17−Jährige
18−/19−Jährige
JAMES-Studie 2012 Handy
- 51 -
Abbildung 50: Handy-Funktionen im Zeitvergleich
8.5. Lieblingsapps auf dem Smartphone
Die Smartphonebesitzerinnen und -besitzer unter den befragten Jugendlichen wurden nach ihren
Lieblingsapps gefragt. Sie haben dazu die Möglichkeit erhalten, ihre Top-3-Apps zu notieren. Aus den
übersetzten und bereinigten Textdaten wurde eine Wordcloud erstellt (vgl. Abbildung 51). Aus der
Abbildung geht hervor, dass zwei Apps klar am höchsten in der Gunst der Jugendlichen stehen. Es
sind dies WhatsApp (431 Nennungen) und die Facebook-App (412 Nennungen). Danach folgen – mit
grossem Abstand – die YouTube-App (113 N.), die App von 20 Minuten (59 N.) und das Spiel Temple
Run (58 N.). Alle weiteren Apps wurden weniger als 40-mal angegeben. Das App-Ranking zeigt klar,
dass bei den Befragten in erster Linie Apps, die zur Kommunikation eingesetzt werden, beliebt sind.
Auch in Deutschland sind die wichtigsten Apps Soziale Netzwerke (in erster Linie
Facebook) und Instant Messenger, wobei die Facebook-App bei deutschen Jugendlichen beliebter ist
als die Instant Messenger Apps. An dritter Stelle der Top-3-Apps in Deutschland stehen Computer-
spiele, z.B. Angry Birds (mpfs, 2012).
92 91
80 79
57
68
36
56
16
66
19
46
10
38
15
26
911
SMS nutzen telefonieren Musik
hören*
Fotos/Filme
machen*
im Internet
surfen*
Handyspiele
spielen*
E−Mail
nutzen*
Nachrichtendienste
empfangen*
Radio
hören
0
25
50
75
100
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012
N
handy
:2245
Prozentangaben: täglich/mehrmals pro Woche
JAMES-Studie 2012 Handy
- 52 -
Abbildung 51: Lieblings Smartphone-Apps
8.6. Problematische Handyinhalte
Von den befragten Jugendlichen hat jeder zehnte schon einmal einen Pornofilm aufs Mobiltelefon
erhalten (vgl. Abbildung 52). 7 % haben bereits ein Brutalo-Video auf das Handy geschickt bekom-
men. Ebenfalls 7 % gaben an, dass beleidigende Bilder/Texte über sie versendet wurden. Eine ge-
stellte Schlägerei haben 7 % gefilmt, eine echte 4 %. Auch bei den Fragen zur problematischen Han-
dynutzung wurden im Jahr 2012 einige Anpassungen vorgenommen.
Ist es schon vorgekommen, dass…
Abbildung 52: Problematische Handyinhalte Gesamtstichprobe
7
10
2
3
6
7
1
7
4
N
handy
:1112
... du Probleme wegen unerlaubten
Inhalten bekommen hast?
... du brutale Videos mit dem Handy
verschickt hast?
... du Pornofilme mit dem Handy
verschickt hast?
... du eine echte Schlägerei
gefilmt hast?
... du erotische / aufreizende Fotos / Videos von Dir
selbst über das Handy verschickt hast?
... du eine gestellte Schlägerei
gefilmt hast?
... beleidigende Bilder/Texte über Dich mit dem
Handy verschickt wurden?
... du brutale Videos
erhalten hast?
... du Pornofilme aufs Handy
bekommen?
0 25 50 75 100
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Handy
- 53 -
So wurde der Detaillierungsgrad bei verschiedenen Items erhöht. Zudem wurde eine Frage eingebaut,
mit der das Phänomen „Sexting“ erhoben werden kann. „Sexting“ ist ein zusammengesetztes Wort
aus „Sex“ und „texting“ und meint das Verbreiten von erotischem Bildmaterial des eigenen Körpers
über private Kanäle (meist über MMS).
Aktiv Pornos (3 %) oder Brutalos (2 %) verschickt hat nur ein kleiner Teil der Befragten. Jeder Hun-
dertste hat bereits Probleme mit Lehrkräften, Eltern oder Behörden wegen unerlaubter Inhalte auf dem
Mobiltelefon bekommen. 6 % haben bereits Erfahrung mit „Sexting“ gemacht, also aufreizende Bilder
von sich übers Handy verschickt (vgl. Abbildung 52).
Über die vier Alterskohorten und die Landesteile hinweg gibt es keine statistisch signifikanten Unter-
schiede bezüglich problematischer Handyinhalte. Ganz anders sieht es aus beim Geschlecht. Knaben
kommen um ein Vielfaches häufiger mit problematischen Inhalten in Kontakt als Mädchen, dies so-
wohl aktiv wie auch passiv (Abbildung 53). Diese Befunde decken sich mit denjenigen aus dem Jahr
2010. Knaben erhalten zum Beispiel rund zehnmal häufiger Pornofilme aufs Mobiltelefon als Mäd-
chen. Einzig beim Phänomen „Sexting“ gibt es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.
Ist es schon vorgekommen, dass…
Abbildung 53: Problematische Handyinhalte nach Geschlechtern
Auch in Bezug auf Schichtzugehörigkeit und Migrationshintergrund sind keine bedeutsamen Unter-
schiede bei den problematischen Handyinhalten auszumachen. Mehr Befragte aus ländlichen Gebie-
ten (13%) gegenüber 8 % aus städtischen Gebieten geben an, dass sie schon Pornofilme aufs Handy
erhalten haben. Ähnlich sieht es bei Brutalofilmen aus (Land: 11% vs. Stadt: 5%). Bei den Schultypen
gibt es eine Tendenz, dass Realschüler eher mit problematischen Handyinhalten konfrontiert werden
als Sekundarschüler oder Gymnasiasten. Statistisch sind die Unterschiede jedoch nicht signifikant. In
Deutschland sind die Unterschiede bezüglich des Bildungsgrades am deutlichsten: Jugendliche mit
formal niedrigerer Bildung sind stärker mit brutalen Videos und Pornofilmen auf dem Handy konfron-
tiert (mpfs, 2012).
2
0
5
0
6
1
7
1
6
6
9
5
13
2
13
2
19
2
N
handy
:1107
... du Probleme wegen unerlaubten
Inhalten bekommen hast?*
... du brutale Videos mit dem Handy
verschickt hast?*
... du Pornofilme mit dem Handy
verschickt hast?*
... du eine echte Schlägerei
gefilmt hast?*
... du erotische / aufreizende Fotos / Videos von Dir
selbst über das Handy verschickt hast?
... beleidigende Bilder/Texte über Dich mit dem
Handy verschickt wurden?*
... du eine gestellte Schlägerei
gefilmt hast?*
... du brutale Videos
erhalten hast?*
... du Pornofilme aufs Handy
bekommen?*
0 25 50 75 100
Prozentangaben
Geschlecht
Mädchen
Junge
JAMES-Studie 2012 Handy
- 54 -
Ein Vergleich über die beiden Erhebungsjahre 2010 und 2012 hinweg zeigt, dass die problematischen
Aspekte der Handynutzung über die beiden Jahre hinweg konstant geblieben sind (Abbildung 54).
Dasselbe zeigt sich in Deutschland: Die Zahlen der problematischen Handynutzung liegen insgesamt
auf dem gleichen Niveau wie vor zwei Jahren (mpfs, 2012). Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund
der stark angestiegenen Smartphone-Verbreitung ein Befund, der so nicht zu erwarten war.
Ist es schon vorgekommen, dass…
Abbildung 54: Problematische Handyinhalte im Zeitvergleich
10 10 7777543421
... du
Brutalo−
oder
Pornofilme
erhalten
hast?
... du eine
gestellte
Schlägerei
gefilmt
hast?
...
beleidigende
Bilder/Texte
über Dich
mit dem
Handy
verschickt
wurden?
... du
Brutalo−
oder
Pornofilme
verschickt
hast?
... du eine
echte
Schlägerei
gefilmt
hast?
... du
Probleme
wegen
unerlaubten
Inhalten
bekommen
hast?
0
25
50
75
100
2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012
N
handy
:2248
Prozentangaben
JAMES-Studie 2012 Medien-Multitasking
- 55 -
9. Medien-Multitasking
Jugendliche nutzen Medien vermehrt parallel. Für das folgende Kapitel wurden die Jugendlichen ge-
fragt, welche Medien sie gleichzeitig nutzen und welches dabei die Haupt- und welches die Nebentä-
tigkeiten sind. In einer vorgegebenen Liste wurden sechs mediale Tätigkeiten abgefragt: Musik hören,
fernsehen, gamen, Internet nutzen, lesen und telefonieren/SMS. Die Auswertungen ergeben, dass
sich diese in drei Gruppen von Haupttätigkeiten unterteilen lassen: Erstens solche, die ein ausgepräg-
tes Multitasking zulassen und sich gut mit Nebentätigkeiten kombinieren lassen, da sie weniger Auf-
merksamkeit benötigen. Zweitens solche, die mit Nebentätigkeiten kombinierbar sind, und drittens
solche, die kaum Nebentätigkeiten zulassen, da die Haupttätigkeit die ganze Aufmerksamkeit absor-
biert.
Zur ersten Gruppe gehören Internetnutzung und Musik hören (siehe Abbildung 55). 78 % der Befrag-
ten, die als Haupttätigkeit das Nutzen des Internets angegeben haben, geben an, nebenbei noch Mu-
sik zu hören. Ein bisschen mehr als die Hälfte telefoniert gleichzeitig oder schreibt bzw. liest SMS. Gut
ein Drittel schaut nebenbei fern, 16 % gamen dabei und 9 % lesen. Unklar ist, ob diese Paralleltätig-
keiten auf demselben Gerät ausgeübt werden und ob die Nebentätigkeit die Haupttätigkeit voraussetzt
(z.B. Online-Games). Ist das Musikhören die Haupttätigkeit, wird dazu hauptsächlich im Internet ge-
surft, telefoniert bzw. SMS genutzt. Musik hören ist auch die einzige Haupttätigkeit, bei welcher ver-
gleichsweise häufig parallel Videogames gespielt werden (28 %). Ebenfalls 28 % der Jugendlichen
lesen dabei. Etwa ein Zehntel derjenigen, die als Haupttätigkeit Musik hören, schauen gleichzeitig
fern.
Abbildung 55: Tätigkeiten, die ausgeprägtes Multitasking zulassen
Zur zweiten Gruppe zählen Fernsehen und Telefonieren/SMS nutzen. Diese lassen sich mit gewissen
Nebentätigkeiten kombinieren, andere sind dafür nicht geeignet (siehe Abbildung 56). Beim Fernse-
hen ist es zum Beispiel schwierig, Musik zu hören, etwas zu lesen oder zu gamen, da der visuelle und
der auditive Kanal durch das Fernsehen „besetzt“ sind. Knapp die Hälfte derjenigen, die in der Haupt-
tätigkeit TV schauen, gibt an, gleichzeitig das Internet zu nutzen. Etwas häufiger wird dazu telefoniert
oder die SMS-Funktion genutzt. Es ist vorstellbar, dass der Fernseher zwischendurch leise oder gar
lautlos gestellt wird, um der Nebentätigkeit mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Eine detaillierte Auswer-
tung des Verhaltens liesse sich nur durch Beobachtung überprüfen. Beim Telefonieren oder Simsen
sind verschiedene Formen von Internetnutzung möglich, unter Umständen das Einholen von Informa-
tionen, die für das Gespräch benötigt werden. Auch Musik kann gut nebenher gehört werden, insbe-
sondere beim Schreiben und Lesen von Kurznachrichten. 47 % geben an, nebenher fernzusehen.
Prozentangaben
Internet
nutzen
Telefonieren
SMS
Musik
hören
Fernsehen
Gamen
Lesen
53
78
35
16
9
Prozentangaben
Musik
hören
Telefonieren
SMS
Fernsehen
Internet
nutzen
Gamen
Lesen
56
11
72
28
28
JAMES-Studie 2012 Medien-Multitasking
- 56 -
Abbildung 56: Tätigkeiten, die ein mittelstark ausgeprägtes Multitasking zulassen
Gamen benötigt eine sehr hohe Aufmerksamkeit. Die Augen können kaum vom Bildschirm abgewen-
det werden. Man hat die Hände nicht frei und häufig sind im Spiel eine Hintergrundmusik, gesproche-
ne Worte und Geräusche vorhanden, die für den Game-Inhalt wichtig sind. Zusammen mit dem Lesen
bildet es daher die dritte Gruppe von Haupttätigkeiten, welche kaum Nebentätigkeiten erlauben (siehe
Abbildung 57). Aufgrund der vorangehenden Ausführungen erstaunt es auch nicht, dass am ehesten
neben dem Gamen noch Musik gehört wird, andere mediale Tätigkeiten aber nur sehr selten angege-
ben wurden. Auch hier ist es wiederum möglich, dass die Internetnutzung daher rührt, dass es eine
Voraussetzung für Online-Games ist. Auch während des Lesens ist die Musik noch eine der mögli-
chen Ergänzungen, Internet und Telefon werden noch von einem eher kleinen Teil nebenher genutzt
und gamen und fernsehen tut kaum jemand während des Lesens.
Abbildung 57: Ressourcenintensive Tätigkeiten, die wenig Multitasking zulassen
Prozentangaben
Fernsehen
Telefonieren
SMS
Musik
hören
Internet
nutzen
Gamen
Lesen
59
13
49
11
11
Prozentangaben
Telefonieren
SMS
Fernsehen
Musik
hören
Internet
nutzen
Gamen
Lesen
47
54
53
13
10
Prozentangaben
Gamen
Telefonieren
SMS
Musik
hören
Internet
nutzen
Fernsehen
Lesen
17
37
16
8
2
Prozentangaben
Lesen
Telefonieren
SMS
Musik
hören
Internet
nutzen
Gamen
Fernsehen
14
35
10
3
5
JAMES-Studie 2012 Schlussfolgerungen
- 57 -
10. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Die Nutzung von digitalen Medien gehört zu den liebsten Freizeitaktivitäten von Schweizer Jugendli-
chen: Handy, Internet und Musik hören rangieren noch vor dem Treffen von Freunden. Auch Freizeit-
sport und Ausruhen sind für Jugendliche wichtige Freizeitbeschäftigungen. Gemeinsam mit Freunden
gehen sie am liebsten aus und machen Sport. Alleine verbringen sie ihre Zeit vorzugsweise am PC,
mit Fernsehen, Lesen und Gamen. Befragungen nach Lieblingsfilmen, -TV-Serien, -büchern und
-bands zeigen grosse individuelle Unterschiede. Das nonmediale Freizeitverhalten der Schweizer
Jugendlichen ist seit 2010 stabil geblieben. Im Grossen und Ganzen decken sich die Resultate zu
Mediennutzung und Freizeitaktivitäten von 12-19-Jährigen der Schweizer JAMES-Studie - insbeson-
dere bei den Deutschschweizer Jugendlichen - mit der deutschen JIM-Studie (mpfs, 2012).
Schweizer Jugendliche wachsen in Haushalten mit einer hohen Medienausstattung auf: Über Compu-
ter, Handy, TV und Internetzugang verfügen nahezu alle Jugendlichen. Das Handy ist das von Ju-
gendlichen am häufigsten genutzte Medium und vereint als Hybridmedium viele Anwendungen (Kom-
munikation, Information, Musik-Player, Kamera). Die seit erst knapp zwei Jahren erhältlichen Tablet
PCs, wie z.B. das iPad, sind bei Jugendlichen erst wenig verbreitet. Bei den Smartphones hingegen
hat ein starker Zuwachs stattgefunden. Waren es 2010 noch knapp die Hälfte der jugendlichen Mobil-
telefonnutzer, verfügen 2012 bereits 79 % über ein Smartphone. Nur noch 21 % verwenden ein Fea-
ture Phone. Neben der weiterhin stark verbreiteten SMS-Nutzung hat sich mit WhatsApp als beliebtes-
te Smartphone-App der Jugendlichen ein zusätzlicher Kommunikationskanal etabliert, der billiger ist
als SMS und zudem einen „Gruppen-Chat“ auf dem Handy ermöglicht.
Die mobile Internetnutzung ist mit den Smartphones zu einem selbstverständlichen Bestandteil der
Handynutzung geworden. Die gesamte Surfdauer im Internet ist jedoch konstant geblieben. Jugendli-
che sind an Wochentagen durchschnittlich zwei Stunden und an freien Tagen rund drei Stunden onli-
ne.
82 % der Schweizer Jugendlichen haben mindestens ein Profil in einem Sozialen Netzwerk. Mit Ab-
stand am beliebtesten ist weiterhin Facebook. Der mancherorts vermutete Mitgliederschwund von
Facebook kann bei den Schweizer Jugendlichen nicht festgestellt werden. Drei von vier Jugendlichen
sind bei Facebook angemeldet, jedoch nur jeder zehnte bei Twitter, dem zweitbeliebtesten Sozialen
Netzwerk. Das Bewusstsein für den Schutz der eigenen Daten hat in den letzten zwei Jahren stark
zugenommen, besonders deutlich in der Romandie und im Tessin. 84 % schützen private Details in
Sozialen Netzwerken aktiv und rund zwei Drittel aktualisieren die Privatsphäre-Einstellungen regel-
mässig. Smartphone-Nutzer sind aktiver in Sozialen Netzwerken: Statusmeldungen und Inhalte wer-
den zunehmend von unterwegs bei Facebook eingestellt.
Nach wie vor handelt es sich um eine Minderheit der Jugendlichen, die aktiv Internet-Inhalte mitgestal-
tet. Ausserhalb Sozialer Netzwerke ist das „Mitmachnetz“ seit 2010 sogar rückläufig. Am liebsten nut-
zen Jugendliche die Websites Facebook, YouTube und Google.
Der grösste Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht bei der Mediennutzung im Spielen von
Videogames: Zwei Drittel der Jungen, jedoch nur ein Fünftel der Mädchen, gamen häufig. Beim Bü-
cherlesen und Fotografieren sind jedoch die Mädchen führend. Bei der Computernutzung wie der
Installation von Software und Zusatzgeräten sind Jungen etwas erfahrener und besitzen häufiger ei-
gene Geräte.
Um sich im Internet zu informieren, nutzen Jugendliche Suchmaschinen, Soziale Netzwerke, Wikipe-
dia sowie Online-Nachrichtenportale von Zeitungen und TV-Sendern. Bei der Nutzung von Online-
Zeitungen ist seit 2010 eine Zunahme zu verzeichnen. Zur Unterhaltung mit Computer und Internet
sind Online-Videoinhalte zentral: YouTube, TV-Inhalte live und zeitversetzt im Internet anschauen
oder auch Filme und Videos herunterladen.
JAMES-Studie 2012 Schlussfolgerungen
- 58 -
Ein knappes Fünftel gibt an, im Chat oder auf Facebook bereits einmal fertig gemacht worden zu sein.
Nur 3 % geben jedoch an, dass Beleidigendes über sie im Internet verbreitet worden sei. 2 % der
Mädchen und 19 % der Jungen haben Pornofilme aufs Handy geschickt bekommen. Obwohl die
Smartphone-Rate zugenommen hat, sind die problematischen Aspekte der Handynutzung wie gewalt-
haltige Inhalte und Pornografie seit 2010 stabil geblieben. Da problematische Inhalte nicht nur via
Handy ausgetauscht und konsumiert werden, bleibt es wichtig, in der familiären Erziehung und im
Sexualkundeunterricht in den Schulen diesen Phänomenen Aufmerksamkeit zu schenken.
Ein grosser Teil der Mediennutzung findet parallel statt. Man spricht von „Medien-Multitasking“ und der
„Second Screen Generation“. Besonders häufig nutzen Jugendliche während des Musikhörens noch
andere Medien. Parallel zum Fernsehen werden häufig noch Handy und Internet genutzt. Beim Ga-
men und Lesen findet weniger Medien-Multitasking statt. Im Hinblick auf die Erkenntnisse der For-
schung, dass Multitasking die Fehlerwahrscheinlichkeit erhöht und Informationen oberflächlicher ver-
arbeitet werden, ist es wichtig, den Jugendlichen bewusst zu machen, wann sie auf Medien-
Multitasking besser verzichten würden.
Die Tatsache, dass Smartphones über einen Internetzugang verfügen, bedeutet, dass für Eltern und
andere Erziehungsverantwortliche die Kontrolle des Surfverhaltens der Kinder noch schwieriger ge-
worden ist. Es reicht nicht mehr, den PC in einen Gemeinschaftsraum zu stellen. Videogames werden
häufig von Jugendlichen gespielt, deren Alter unter der angegebenen Altersfreigabe liegt. Dies zeigt,
dass der freiwillige Code of Conduct der Game-Branche noch zu wenig greift. Eltern und Familien sind
bei der Medienerziehung besonders gefordert. Es gilt aber auch, die vorliegenden Resultate zur För-
derung von Medienkompetenz in Schulen einzubringen und staatliche Regulierungen zu prüfen.
JAMES-Studie 2012 Literatur
- 59 -
11. Literaturverzeichnis
BFS. (2009). Fläche und Bevölkerung der Städte mit mehr als 30 000 Einwohnern. Bundesamt für
Statistik
Lumley, T. (2010a). Complex Surveys. A Guide to Analysis Using R. Hoboken: Wiley.
Lumley, T. (2010b). Survey: analysis of complex survey samples: R package version 3.23-3.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs). (2010). JIM-Studie 2010. Jugend,
Information, (Multi-) Media. Stuttgart.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs). (2012). JIM-Studie 2012. Jugend,
Information, (Multi-) Media. Stuttgart.
Treumann, K. P., Meister, D. M., Sander, U., Burkatzki, E., Hagedorn, J., Kämmerer, M., . . . Wegener,
C. (2007). Medienhandeln Jugendlicher. Mediennutzung und Medienkompetenz. Bielefelder
Medienkompetenzmodell. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Wagner, U. (Hrsg.). (2008). Medienhandeln in Hauptschulmilieus. München.
Waller, G., & Süss, D. (2012). Handygebrauch der Schweizer Jugend. Zürich: ZHAW Zürcher
Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Willemse, I., Waller, G., & Süss, D. (2010). JAMES - Jugend, Aktivitäten, Medien - Erhebung Schweiz.
Zürich: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Willemse, I., Waller, G., & Süss, D. (2011). JAMESfocus. Mediennutzungstypen bei Schweizer
Jugendlichen - zwischen Risikoverhalten und positivem Umgang. Zürich: Zürcher Hochschule
für Angewandte Wissenschaften.
JAMES-Studie 2012 Literaturhinweis
- 60 -
Von den Autoren der JAMES-Studie verfasst:
Ratgeber MEDIENKOMPETENZ der ZHAW und dem Bundesprogramm „Jugend und Medien“ mit
Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien für Eltern und alle, die mit Kids zu tun haben
Kinder und Jugendliche wachsen in einer reichhaltigen Medienwelt auf. Eltern und Lehrpersonen füh-
len sich oft unsicher oder überfordert und fragen sich: Wie viel Medienzeit und welche Medieninhalte
sind gut für die Kinder? Was tun bei Cybermobbing oder Onlinesucht?
Im Ratgeber MEDIENKOMPETENZ hat das medienpsychologische Forschungsteam der ZHAW häu-
fig gestellte Fragen von Eltern und anderen Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen zusam-
mengetragen und auf einer wissenschaftlichen Basis beantwortet. Der Ratgeber ist eine vollständig
überarbeitete Version der ZHAW-Broschüre «FAQ Medienkompetenz – Häufig gestellte Fragen zu
Chancen und Risiken von Medien» und wird seit 2013 gemeinsam mit dem Bundesprogramm Jugend
und Medien des Eidgenössischen Departements des Innern herausgegeben.
Kostenlose Bestellung als Broschüre sowie PDF-Download unter www.jugendundmedien.ch und
www.psychologie.zhaw.ch/medienkompetenz.
Zürcher Hochschule
für Angewandte Wissenschaften
Angewandte
Psychologie
Minervastrasse 30
Postfach
CH-8032 Zürich
Telefon +41 58 934 83 10
Fax +41 58 934 83 39
E-Mail info.psychologie@zhaw.ch
Web www.psychologie.zhaw.ch
... Different studies showed how boredom proneness is linked to high internet use (Chou, Chang, & Yen, 2018;Skues, Williams, Oldmeadow, & Wise, 2016;Wegmann, Ostendorf, & Brand, 2018). This can prove problematic, especially because today's youth spends progressively more time using electronic media (Haug et al., 2015;Mainella, Agate, & Clark, 2011;Rideout, Foehr, & Roberts, 2010;Willemse & Waller, 2016). ...
Article
It is undisputed that frequent forest visits have health benefits and positive developmental influences on adolescents. However, little research has been conducted on teenagers' recreational forest use behavior. This paper examines various factors influencing adolescents' forest visit frequency, including motives and constraints, the forest use during childhood, as well as preferences concerning leisure activities. We conducted a survey in eight different schools in a densely-populated region in Switzerland, with a total of 643 respondents between 13 and 22 years of age. The statistical analysis shows that Swiss teenagers visit forests on average once a month and that for most teenagers, forest only plays a marginal role in their lives. Frequent forest visits during childhood, with parents or unsupervised, are positively associated with more frequent visits as teenagers, as are certain leisure preferences. The frequent use of electronic media was strongly linked to a low forest visitation. The highest proportion of the visit frequency's variance could be explained by the friends' visit frequencies and the perceived boredom during a forest visit. We draw the conclusion that forest visits do not offer enough entertainment for most adolescents, alternative leisure activities are therefore preferred. Management implications: This study provides a quantitative analysis of teenagers' recreational forest use, and we highlight factors associated with forest visit frequency. Our results show the importance of childhood visits, differing leisure preferences and the role of perceived boredom, fear and disgust during forest visits. Future management strategies should acknowledge these factors and attempt to get children to visit woodlands from an early age on, accompanied by their parents, as members of youth groups or unsupervised. Further, managers should strive to make forest visits engaging and entertaining for youth, for example by providing open spaces and possibilities for playing.
Article
This longitudinal study explores differences in Internet access and use among school-aged children in Italian-speaking Switzerland and whether and how these differences contribute to inequalities in academic performance. Applying multilevel structural equation modeling with two-wave original survey data from 843 students, their parents, as well as students’ end-term school grades, we show that a family’s socio-economic status indirectly affects children’s school grades as lower parental income leads children to use the Internet more frequently for entertainment and online communication purposes. This form of Internet use also increases as children have more personal digital media devices. As children’s increased use of the Internet for entertainment and online communication worsens their academic performance, our results suggest that social inequalities due to children’s socio-economic status are reinforced by a second-order digital divide. We discuss potential reasons for our findings as well as their implications and recommendations for possible interventions.
Article
Full-text available
A long-standing belief in the literature on sex offenders is that sexually victimized youths are at increased risk of becoming sex offenders themselves. The present study tested the link between past sexual abuse, either with or without contact, and sexually offending behavior in a representative sample of male and female adolescents while controlling for other types of abuse, mental health problems, substance use, and non-sexual violent behaviors. Self-reported data were collected from a nationally representative sample of 6,628 students attending 9th grade public school in Switzerland (3,434 males, 3,194 females, mean age = 15.50 years, SD = 0.66 years). Exposure to contact and non-contact types of sexual abuse was assessed using the Child Sexual Abuse Questionnaire and sexually offending behavior by the presence of any of three behaviors indicating sexual coercion. Two-hundred-forty-five males (7.1 %) and 40 females (1.2 %) reported having sexually coerced another person. After controlling for non-sexual abuse, low parent education, urban versus rural living, mental health problems, substance use, and non-sexual violent behavior, male adolescents who were victims of contact sexual abuse and non-contact sexual abuse were significantly more likely to report coercive sexual behaviors. Females who experienced contact or non-contact sexual abuse were also found at increased risk of committing sexual coercion after controlling for covariates. The present findings demonstrate a strong relationship between past sexual abuse, with and without physical contact, and sexual-offending behavior in male and female adolescents. Reducing exposure to non-contact sexual abuse (like Internet-based sexual exploitation) should become a new area of sexual violence prevention in youths.
Survey: analysis of complex survey samples: R package version 3
  • T Lumley
Lumley, T. (2010b). Survey: analysis of complex survey samples: R package version 3.23-3.
Jugend und Medien" mit Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien für Eltern und alle
  • Medienkompetenz Ratgeber
  • Bundesprogramm
Ratgeber MEDIENKOMPETENZ der ZHAW und dem Bundesprogramm "Jugend und Medien" mit Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien für Eltern und alle, die mit Kids zu tun haben
Wikipedia sowie Online-Nachrichtenportale von Zeitungen und TV-Sendern. Bei der Nutzung von OnlineZeitungen ist seit 2010 eine Zunahme zu verzeichnen
  • Soziale Um Sich Im Internet Zu Informieren, Nutzen Jugendliche Suchmaschinen
  • Netzwerke
Um sich im Internet zu informieren, nutzen Jugendliche Suchmaschinen, Soziale Netzwerke, Wikipedia sowie Online-Nachrichtenportale von Zeitungen und TV-Sendern. Bei der Nutzung von OnlineZeitungen ist seit 2010 eine Zunahme zu verzeichnen. Zur Unterhaltung mit Computer und Internet sind Online-Videoinhalte zentral: YouTube, TV-Inhalte live und zeitversetzt im Internet anschauen oder auch Filme und Videos herunterladen.
Aus der Abbildung geht hervor, dass zwei Apps klar am höchsten in der Gunst der Jugendlichen stehen. Es sind dies WhatsApp (431 Nennungen) und die Facebook-App (412 Nennungen). Danach folgen-mit grossem Abstand-die YouTube-App (113 N
Abbildung 50: Handy-Funktionen im Zeitvergleich 8.5. Lieblingsapps auf dem Smartphone Die Smartphonebesitzerinnen und-besitzer unter den befragten Jugendlichen wurden nach ihren Lieblingsapps gefragt. Sie haben dazu die Möglichkeit erhalten, ihre Top-3-Apps zu notieren. Aus den übersetzten und bereinigten Textdaten wurde eine Wordcloud erstellt (vgl. Abbildung 51). Aus der Abbildung geht hervor, dass zwei Apps klar am höchsten in der Gunst der Jugendlichen stehen. Es sind dies WhatsApp (431 Nennungen) und die Facebook-App (412 Nennungen). Danach folgen-mit grossem Abstand-die YouTube-App (113 N.), die App von 20 Minuten (59 N.) und das Spiel Temple Run (58 N.). Alle weiteren Apps wurden weniger als 40-mal angegeben. Das App-Ranking zeigt klar, dass bei den Befragten in erster Linie Apps, die zur Kommunikation eingesetzt werden, beliebt sind. Auch in Deutschland sind die wichtigsten Apps Soziale Netzwerke (in erster Linie Facebook) und Instant Messenger, wobei die Facebook-App bei deutschen Jugendlichen beliebter ist als die Instant Messenger Apps. An dritter Stelle der Top-3-Apps in Deutschland stehen Computerspiele, z.B. Angry Birds (mpfs, 2012).
  • Medienpädagogischer Forschungsverbund
  • Südwest
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs). (2012). JIM-Studie 2012. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart.
  • K P Treumann
  • D M Meister
  • U Sander
  • E Burkatzki
  • J Hagedorn
  • M Kämmerer
  • . . Wegener
Treumann, K. P., Meister, D. M., Sander, U., Burkatzki, E., Hagedorn, J., Kämmerer, M.,... Wegener, C. (2007). Medienhandeln Jugendlicher. Mediennutzung und Medienkompetenz. Bielefelder Medienkompetenzmodell. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der stark angestiegenen Smartphone-Verbreitung ein Befund, der so nicht zu erwarten war. Ist es schon vorgekommen, dass… 100
  • Deutschland Dasselbe Zeigt Sich In
Dasselbe zeigt sich in Deutschland: Die Zahlen der problematischen Handynutzung liegen insgesamt auf dem gleichen Niveau wie vor zwei Jahren (mpfs, 2012). Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der stark angestiegenen Smartphone-Verbreitung ein Befund, der so nicht zu erwarten war. Ist es schon vorgekommen, dass… 100 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 2010 2012 N handy : 2248
Fläche und Bevölkerung der Städte mit mehr als 30 000 Einwohnern
  • Bfs
BFS. (2009). Fläche und Bevölkerung der Städte mit mehr als 30 000 Einwohnern. Bundesamt für Statistik