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Funde von Chevronperlen in den frühneuzeitlichen Glashütten Neulautern und Walkersbach im Schwäbisch-Fränkischen Wald

Authors:
Archäometrie und Denkmalpflege 2013, Jahrestagung an der Bauhaus Universität Weimar, 25. - 28. September 2013
METALLA Sonderheft 6 (2013), eds. A. Hauptman, O. Mecking, M. Prange, Deutsches Bergbau-Museum Bochum
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FUNDE VON CHEVRONPERLEN IN DEN FRÜHNEUZEITLICHEN GLASHÜTTEN NEU-
LAUTERN UND WALKERSBACH IM SCHWÄBISCH-FRÄNKISCHEN WALD
RENA GRADMANN1, MARIANNE HASENMAYER2, CHRISTOPH BERTHOLD3, ULRICH
SCHÜSSLER1
1Geodynamik und Geomaterialforschung, Institut für Geographie und Geologie der Universität Würz-
burg, Am Hubland, D-97074 Würzburg, rena.gradmann@gmx.de
2Glasmuseum Spiegelberg, Gerstenberg 15, D-71579 Spiegelberg, glashaus-spiegelberg@t-online.de
3Angewandte Mineralogie, Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen, Wilhelmstraße
56, D-72076 Tübingen, christoph.berthold@uni-tuebingen.de
Einleitung
Chevronperlen, auch Rosetten- oder Sternperlen genannt, bestehen aus konzentrisch angeordnetem
mehrschichtigem Glas unterschiedlicher Farbe, wobei im Querschnitt eine sternförmige Struktur
sichtbar wird. Das mehrschichtige Glas wird zunächst in Form von Stangen hergestellt, von denen die
einzelnen Perlen abgetrennt werden. Diese werden dann an beiden Enden so geschliffen, dass durch
radial und schräg zur Glasschichtung angeordnete Flächen jeweils eine sechsflächige Pyramide mit
einem Zickzack-Muster entsteht, das den Perlen ihren Namen gab (Chevron, von franz. chevron, Spar-
ren = Zickzack-Muster, Fischgrätenmuster).
Abb. 1 links: Chevronperle nach Abtrennung von der Chevronstange, aber vor der Feinbearbeitung; rechts:
längs durchgebrochene Chevronperle mit radialen, schräg zur Glasschichtung geschliffenen Flächen. Die Farben
von innen nach außen sind bei allen Funden: lichtgrün weiß lichtgrün – weiß rot weiß blau.
Allem Anschein nach wurden Chevronperlen um 1480 n.Chr. in Venedig erfunden und in der Folge-
zeit in großen Mengen dort produziert, später möglicherweise auch in den Niederlanden und andern-
orts (Zecchin 1978, Dubin 1997, Moretti 2005). Der Perlentypus aus dem 15./16. Jahrhundert hat fast
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immer den charakteristischen Aufbau von sieben Farbschichten mit den Farben blassgrün, blau, rot
weiß und einer zwölfzackigen Form (Dubin 1997, Moretti 2005). Während der afrikanischen Koloni-
alzeit wurden Chevronperlen extensiv zum Tausch gegen Kolonialwaren verwendet (Dubin 1987,
Moretti 2005). Obwohl die Chevronperlen wegen ihrer aufwändigen Herstellung zu den exklusivsten
und berühmtesten venezianischen Glasperlen zählten (LWL 2012), gibt es bislang kaum Untersuchun-
gen zu deren chemischer Zusammensetzung.
Fundsituation
Im Jahr 2003 kam bei einer Ausgrabung der Glashütte Neulautern (Landkreis Heilbronn) ein außerge-
wöhnlicher Fundkomplex ans Licht, bestehend aus einer unverarbeiteten Chevronstange, sieben un-
verarbeiteten und im Profil gebrochene Chevronstangen (z.B. Abb. 1 links) und vier geschliffenen
Chevronperlenfragmenten (z.B. Abb. 1 rechts). Außerdem wurden einige blaue Glasstangen und Reste
einer roten Glasschmelze an einem Tiegelfragment gefunden. Die Glashütte bestand von 1530 bis
1822, der Fundkomplex ist anhand von Vergleichsmaterial aus Venedig mit ziemlicher Sicherheit in
das 16. Jahrhundert zu datieren. Im Jahr 2010 wurde bei der Glashütte Walkersbach im Welzheimer
Wald etwa 35 km döstlich von Neulautern ein weiterer ungewöhnlicher Fund gemacht, mit zwei
Fragmenten von Chevronstangen, einem Fragment einer bearbeiteten Chevronperle und über 60 blau-
en Glasstangen in viereckiger und runder Ausführung, wie sie bei Halsketten als Zwischenstücke der
Chevronperlen eingefädelt wurden (LWL 2012). Die Glashütte Walkersbach bestand von 1508 bis
1707 (Greiner 1971). Derartige Funde von Chevronglas sind bisher aus keiner Glashütte in Deutsch-
land bekannt. Mit den vorliegenden Untersuchungen soll geklärt werden, aus welchem Glas die Funde
bestehen, inwieweit sich die Funde aus beiden Glashütten gleichen oder unterscheiden, und ob es sich
um heimische Produktion oder um Import aus dem Mittelmeerraum handelt.
Analysemethoden
Von den Chevronfunden wurden zwei Stücke aus Neulautern und vier aus Walkersbach zur Analyse
ausgewählt. Die Perlen bzw. Stangenfragmente wurden im Querschnitt leicht angeschliffen und po-
liert, um alle Farbschichten von der Korrosionsschicht zu befreien. Von den blauen Glasstangen wur-
den zwei aus Neulautern und drei aus Walkersbach untersucht, außerdem zwei rote Schmelzreste aus
einem Tiegelfragmenten von Neulautern. Von diesen Proben wurden kleine Splitterchen entfernt und
in Kunstharz präpariert. Alle Farbgläser aller Proben wurden im Rückstreu-Elektronenbild untersucht.
Anschließend wurden alle Farbgläser quantitativ mit der Elektronenstrahl-Mikrosonde analysiert
(JEOL JXA 8800 der Universität Würzburg, wellenlängendispersiv bei 15 kV Beschleunigungsspan-
nung, 20 nA Strahlstromstärke, jeweils 20 s Zählzeit auf der Röntgenlinie und dem Untergrund,
Strahldurchmesser 25 µm zur Vermeidung von Diffusionseffekten; als Standards wurden zertifizierte
Elemente, Oxide und Silikate verwendet; der analytische Fehler liegt < 1% relativ für Hauptelemente,
< 2% relativ für Na). Die ortsaufgelöste Identifizierung der teilweise sehr kleinen kristallinen Farb-
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pigmente in den Glaschichten erfolgte in der Angewandten Mineralogie an der Universität Tübingen
mit einem Bruker D8 Discover Mikrodiffraktometer (Co-sealed tube 30kV/30mA, HOPG-
Primärmono-chromator, 50µm Polykapillaroptik, UMC-Stage x/y/z, Rotation und Chi, VÅNTEC500
2D-Detekor 40°2Theta/40°Chi, Messzeit 360 s pro Diffraktogramm; siehe Berthold 2009).
Grundrezeptur der Gläser
Chevronglas Neulautern: Alle Farbschichten zeigen eine einheitliche Grundzusammensetzung mit
Na2O als Hauptkomponente (12.1 bis 16.0 Gew.%), daneben CaO (7.4 bis 10.4 Gew.%), K2O (2.7 bis
3.6 Gew.%) und MgO (0.6 bis 3.5 Gew.%).
Chevronglas Walkersbach: Im Vergleich zu Neulautern ist die Grundzusammensetzung hier deutlich
ärmer an Na2O (4.7 bis 7.8 Gew.%), CaO variiert zwischen 7.8 und 11.4 Gew.%, K2O zwischen 2.1
und 4.1 Gew.% und MgO zwischen 2.8 und 4.2 Gew.%.
Die blauen Glasstangen aus Neulautern fallen in ihrer Grundzusammensetzung in den Streubereich der
Chevronperlen aus Walkersbach, während die blauen Glasstangen aus Walkersbach aus einem ganz
anderen, sehr Kalium-betonten Glas gemacht sind, mit K2O-Gehalten zwischen 12.6 und 14.9 Gew.%,
CaO-Gehalten zwischen 15.0 und 20.5 Gew.%, Na2O-Gehalten um 1.3 Gew.% und MgO-Gehalten um
0.7 bis 0.9 Gew.%. Die roten Schmelzreste des Walkersbacher Tiegels heben sich mit hohen CaO-
Werten (19.5; 20.7 Gew.%) bei niedrigen Alkali-Gehalten (Na2O 0.3; 1.5 Gew.%; K2O 3.0; 5.6
Gew.%) und einem MgO-Anteil von 2.8 und 4.1 Gew.% deutlich von allen anderen Gläsern ab.
Chevron!Walkersbach!
Chevron!Neulautern!
Abb. 2: Grundrezeptur der analysierten Gläser im
Dreieck CaO – K2O Na2O;
dunkelgraue Dreiecke: Chevronglas Neulautern;
offene Dreiecke: Glasstangen Neulautern;
offene Dreiecke Spitze: Schmelzreste Neulautern;
graue Quadrate: Chevronglas Walkersbach;
offene Quadrate +Kreuz: Glasstangen Walkersbach;
rote Quadrate: rote Tiegelreste Neulautern.
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Farbgebung der Gläser
Die blauen Gläser sind immer mit Co gefärbt, allerdings in unterschiedlichen Anteilen: Die Neulaute-
rer Chevrongläser kommen mit 0.17 bis 0.21 Gew.% CoO aus, die blauen Glasstangen enthalten dage-
gen 0.68 und 0.86 Gew.% CoO. Die Walkersbacher Chevrongläser besitzen CoO-Gehalte von 0.45 bis
0.64 Gew.%, die Glasstangen dagegen nur 0.11 bis 0.12 Gew.%. Die blassgrünen Lagen der
Chevrongläser dürften in erster Linie durch Fe2+ gefärbt sein. Die weißen Glaslagen zeigen im Rück-
streu-Elektronenbild der Mikrosonde eine Vielzahl kleinster, wenige µm großer Pigmente aus Cassi-
terit, SnO2, die für die weiße Farbe und
das opake Erscheinungsbild verantwort-
lich sind. Die SnO2-Gehalte variieren in
den weißen Lagen aller Chevrongläser
dementsprechend zwischen 3.9 und 9.7
Gew.%, der Cassiterit konnte aber ein-
deutig diffraktometrisch identifiziert wer-
den. Die roten Glaslagen zeigen erhöhte
CuO-Gehalte zwischen 0.5 und 1.8
Gew.%, im Vergleich zu den anderen
Gläsern aber auch deutlich erhöhte FeO-
Gehalte von 3.8 bis 5.4 Gew.%. Im Rück-
streu-Elektronenbild fehlen die Cuprit-
Pigmente, die man sonst in roten Gläsern
oft findet. Es sind aber fein verteilte etwa
200 bis 400 nm kleine helle Kügelchen
erkennbar (Abb. 4). Messungen mit dem
Mikro-Diffraktometer in diesem Bereich
zeigten neben dem typischen Glasbuckel
einen Reflex an der Stelle des Cu111-
Hauptreflexes (Abb. 4). Cuprit konnte
nicht nachgewiesen werden. Damit han-
delt es sich bei diesen Kügelchen höchst-
wahrscheinlich um elementares Kupfer
und das rote Glas würde zur Gruppe der
Kupfer-Rubin-Gläser gehören. Die roten
Schmelzreste des Neulauterer Tiegels
haben höhere CuO-Gehalte von 1.6 und
2.9 Gew.%, die FeO-Gehalte sind mit 1.2
und 1.7 Gew.% dagegen gering.
rot$
blau$
weiß$
weiß$
Abb. 3: Rückstreu-Elektronenbild einer Chevronperle von
Neulautern. Die blauen und grünen Anteile sind charakterisiert
durch die Glas-Grundrezeptur. Das rote Glas enthält 4.4 Gew.%
PbO, das weiße Glas 14.6 Gew.% PbO und 5.9 Gew.% SnO2.
Im weißen Glas sieht man außerdem die hellen Cassiterit
(SnO2) – Partikel, die auch im Mikrodiffraktometer eindeutig
identifiziert wurden.
Abb. 4: 200 bis 400 nm kleine Nanopartikel aus elementarem
Kupfer im roten Glas.
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Abgesehen von den weißen Lagen enthalten auch fast alle anderen Gläser geringe bis merkliche Antei-
le an SnO2 zwischen 0.1 und 1.0 Gew.%, höhere Gehalte bis 4.4 Gew.% findet man in den roten La-
gen der Chevrongläser und in den blauen Stangen aus Neulautern. Die blauen Stangen aus Walkers-
bach und die roten Schmelzreste aus Neulautern sind dagegen ganz Sn-frei. PbO-Gehalte zwischen 0.1
und 0.9 Gew.% finden sich ebenfalls in allen Lagen der Chevrongläser. In den roten Lagen wurde ein
erhöhter PbO-Gehalt zwischen 0.8 und 4.7 Gew.% nachgewiesen, in den weißen Lagen schwankt das
PbO zwischen 9.4 und 18.1 Gew.%. Im Gegensatz zu den blauen Lagen der Chevrongläser zeigen die
Glasstangen beider Fundorte deutlich höhere PbO-Gehalte zwischen 1.8 und 6.9 Gew.%, von den bei-
den roten Schmelzresten enthält einer 0.3, der andere 24.3 Gew.% PbO.
Schlussfolgerungen
Die Chevronperlen aus Neulautern bestehen aus einem Sodaasche-Glas, wie es im späten Mittelalter
und der Frühen Neuzeit vor allem im Mittelmeerraum hergestellt wurde. Eine Produktion dieses Glas-
typs in Süddeutschland ist unseres Wissens bislang nicht nachgewiesen. Die Chevronperlen aus dem
nahegelegenen Walkersdorf unterscheiden sich deutlich von den Neulauterern und bestehen aus einem
gemischten Alkali-Glas mit leichter Na-Dominanz bei insgesamt niedrigen Alkaligehalten. Die blauen
Glasstangen von beiden Fundorten unterscheiden sich wiederum klar von den am jeweils selben Ort
geborgenen Chevronperlen, wobei die Neulauterer Glasstangen in ihrer Grundrezeptur zu den
Walkersbacher Chevrongläsern passen, bei den Spurenelementen zeigen sich aber auch hier Unter-
schiede. Die drei Walkersbacher Glasstangen bestehen dagegen aus einem K2O- und CaO-reichen
Holzasche-Glas, wie es für die süddeutsche Glasproduktion der Frühen Neuzeit typisch ist. Die roten
Schmelzreste an einem Tiegelfragment aus Neulautern haben bei niedrigen Alkaligehalten und hohem
CaO, z.T. auch hohem PbO mit keinem der anderen Gläser Gemeinsamkeiten. Für die Chevrongläser
aus Neulautern liegt eine Herkunft aus dem Mittelmeergebiet, wahrscheinlich Venedig nahe. Die Her-
kunft der Walkersbacher Chevrongläser bleibt unklar, eine heimische Herstellung ist aber unwahr-
scheinlich. Für die blauen Glasstangen von Walkersbach ist eine lokale Produktion anzunehmen.
Literatur
Berthold, C., A. Bjeoumikhov, and L. Brügemann (2009): Fast XRD2 Microdiffraction with Focusing
X-Ray Microlenses. Particle & Particle Systems Characterization, 26(3), 107-111.
Dubin, Lois Sherr (1987): The History of Beads from 30,000 BC to the Present. Harry N. Abrams.
Inc., New York.
Dubin, Lois Sherr (1997): Alle Perlen dieser Welt. DuMont Verlag, Köln.
Greiner, Karl (1971): Die Glashütten in Württemberg. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden.
LWL-Industriemuseum (2012): Perlen aus Glas, farbige Geschichten, Sammlung Torben Sode.
Klartext-Verlagsgesellschaft, Essen.
Moretti, Gianni (2005): La Rosetta. Storia e tecnologia della perla di vetro veneziana più conosciuta al
mondo - The Chevron bead. History and technology of the world best known Venetian bead. Rivista
della Stazione Sperimentale del Vetro, 1, 27-47.
Zecchin, Luigi (1990) : Vetro e Vetrai de Murano. Vol. 3, Arsenale Editrice, Venezia.
... Rosette beads are one of the most luxurious and known Venetian beads due to its complex production process. Some authors defend that the rosette canes made to decorate glassware and to make beads were produced in the same glasshouses, with the same technique and the same raw materials (Barovier, 2005;Gradmann et al., 2013). ...
... In Neulautern the glass is of soda-lime silica type, compatible with the Venetian Vitrum blanchum; in Walkersbach they used a mixed alkali glass type. As mentioned early, rosetta was also one of the most exclusive and wanted glass bead pattern having a huge importance, from 15th century owners, in European expansions (Dubin, 2009;Gradmann et al., 2013). For this reason, the work of Gradmann and co-authors (2013) was gathered to this review: Fig. 12. Summary of the colours that were found in the body glass of archaeological fragments with splashing decoration. ...
... These crystals were identified by Raman microscopy in eight, out of ten, white glass layers found in Santa Clara-a-Velha Monastery (Lima et al., 2012) due to the presence of the characteristic peaks at 633 and 775 cm − 1 and, frequently, a smaller peak at 474 cm − 1 . Tin and lead oxides were also detected in German rosette beads [3.9 wt% > SnO 2 > 9.7 wt% and 9.4 wt% > PbO > 18.1 wt%] (Gradmann et al., 2013) and in splashed fragment from Santa Maria da Victória (Teixiera, 2014) which can indicate that these oxides were intentionally added to the batch glass. Beyond cassiterite, the calcium antimonate (a less common Venetian opacifier) in its Ca 2 Sb 2 O 7 form was also identified by Raman microscopy in two white glass from Santa Clara-a-Velha Monastery (Lima et al., 2012) due to the presence of the characteristic peaks at 480 and 633 cm − 1 . ...
Article
This paper provides an overview of an important glass decorative technique of the Renaissance: the pick-up decoration, including millefiori and splashed technique. Different subjects of investigation are linked: I) history and nomenclature, II) production technique, III) a survey of literature on archaeological findings, and IV) chemical composition. The results of an exhaustive survey on available data concerning the archaeological contexts where glass fragments decorated with this technique were found are presented, in order to establish the possibility of the use of decorative patterns as an indicator of provenance. This work also proposes a uniformed nomenclature to be applied to pick-up techniques. Comparing the artefacts that were found in archaeological contexts with the objects displayed in museums one can note that the first ones do not follow the same trend than the last, either in forms or in colours’ selection. So far, Portugal is the country with more studied archaeological contexts where glass fragments decorated with this technique were uncovered and different and unique patterns for murrine were identified. This work brings new and exciting insights about the production and trading of glass with pick-up decoration in Europe during the Renaissance period.
... Therefore, the integration of additional analytical tools for structural characterization like µ-Raman spectroscopy and µ-XRF for chemical information into such a µ-XRD 2 -device allows a high locally resolved, fast, nondestructive and comprehensive structural and chemical characterization of archeological artefacts at one glance. Not only crystalline components but also amorphous components like glasses can now be analyzed as well as organic compounds thus opening a broad spectrum of possible samples from ceramics to rocks, metals, glasses, paintings, ... (3,4,5) . ...
... Here a 50µm-polycapillary optic (2) was used to identify the crystalline content of the thin glass layer in a mediveal chevron bead from the Glasswork Neulautern in the swabianfrankonian forest (3) . Also in this example the advantage of the combination of both, a large 2-dimensional detector image with the integrated diffraction pattern, is obvious. ...
... More examples demonstrating the potential of such a coupling of methods will be shown in the talk. Fig. 3 Highly local resolved µ-XRD 2 measurement using a 50µmpolycapillary X-ray optic of a white coloured glass layer in a mediveal chevron bead (3) . The fine crystalline colouring agent Cassiterite is clearly visible by its Debye rings and the glassy matrix by the glass bump around 35°2θ (3) . ...
% findet man in den roten Lagen der Chevrongläser und in den blauen Stangen aus Neulautern. Die blauen Stangen aus Walkersbach und die roten Schmelzreste aus Neulautern sind dagegen ganz Sn-frei
  • Gew
Gew.%, höhere Gehalte bis 4.4 Gew.% findet man in den roten Lagen der Chevrongläser und in den blauen Stangen aus Neulautern. Die blauen Stangen aus Walkersbach und die roten Schmelzreste aus Neulautern sind dagegen ganz Sn-frei. PbO-Gehalte zwischen 0.1
wie es für die süddeutsche Glasproduktion der Frühen Neuzeit typisch ist. Die roten Schmelzreste an einem Tiegelfragment aus Neulautern haben bei niedrigen Alkaligehalten und hohem
  • Holzasche-Glas
Holzasche-Glas, wie es für die süddeutsche Glasproduktion der Frühen Neuzeit typisch ist. Die roten Schmelzreste an einem Tiegelfragment aus Neulautern haben bei niedrigen Alkaligehalten und hohem
The History of Beads from 30,000 BC to the Present
  • Lois Dubin
  • Sherr
Dubin, Lois Sherr (1987): The History of Beads from 30,000 BC to the Present. Harry N. Abrams. Inc., New York.
Alle Perlen dieser Welt
  • Lois Dubin
  • Sherr
Dubin, Lois Sherr (1997): Alle Perlen dieser Welt. DuMont Verlag, Köln.
Die Glashütten in Württemberg
  • Karl Greiner
Greiner, Karl (1971): Die Glashütten in Württemberg. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden. LWL-Industriemuseum (2012): Perlen aus Glas, farbige Geschichten, Sammlung Torben Sode. Klartext-Verlagsgesellschaft, Essen.
Storia e tecnologia della perla di vetro veneziana più conosciuta al mondo -The Chevron bead. History and technology of the world best known Venetian bead
  • Gianni Moretti
Moretti, Gianni (2005): La Rosetta. Storia e tecnologia della perla di vetro veneziana più conosciuta al mondo -The Chevron bead. History and technology of the world best known Venetian bead. Rivista della Stazione Sperimentale del Vetro, 1, 27-47.