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Die Vokale der niederdeutschen Mundart von Kirchwerder

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... In ihrer phonologischen Funktion treten dabei häufig mehrere phonetische Suprasegmentalia kombiniert auf. So beinhaltet etwa der im Deutschen phonologisch distinktive Wortakzent in der Regel sowohl eine höhere Lautstärke als auch ein Tonhöhenextremum in betonten Silben (Ternes 2012: 123-125 (Bremer 1927, Jakobson 1971[1931, Ternes 2001, Prehn 2007 Länge vs. Überlänge (Kohbrok 1901, Kloeke 1913, Kolz 1914, Larsson 1917, von Essen 1958, 1964, Auer 1991, Chapman 1993, Prehn 2011 primär qualitativ organisiertes Vokalsystem ohne Knick vs. mit Knick (Höder 2010(Höder , 2014 Kürze vs. Länge (Kohler 1986(Kohler , 2001 Tab. 1: Unterschiedliche Analysen niederdeutscher Tonalität ...
... ‚zwei-' und ‚dreimorigen' Segmenten annehmen und damit auch eine insgesamt ternäre Quantitätsopposition (in entsprechender phonologischer Notation: witt /vit/ -wiet /viːt/ -Wied /viːːt/). In diese Gruppe gehören etwa die dialektphonetischen Arbeiten von Kohbrok (1901: 23-25), Kloeke (1913: 30−31), Kolz (1914) und Larsson (1917: 19), aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die jüngste Vergangenheit publizierte Arbeiten, die explizit auch phonologisch argumentieren, darunter von Essen (1958Essen ( : 110-112, 1964: 10-11), Auer (1991: 24-25), Chapman (1993) und Prehn (2011). Kohler (1986Kohler ( , 2001 wendet sich gegen die in diesen Studien vertretene "Lehrmeinung von der ‚Überlänge'" (Kohler 2001: 397) und verweist darauf, dass die Annahme einer dritten Quantitätsstufe überflüssig werde, wenn man für das Niederdeutsche -was aus phonetischen Gründen geboten sei -von einem primär qualitativ organisierten Vokalsystem ausgehe. ...
... ⁹ In contrast, a majority of studies support an interpretation which is based on a ternary quantitative contrast, including Knick as a third "overlong" quantity instead of a tonal feature (cf. von Essen 1958von Essen : 110-112, 1964Ternes 1981;Auer 1991: 24-25;Chapman 1993). In yet another analysis, Kohler (1986Kohler ( , 2001 argues that the vowel system is mainly organized in terms of qualitative distinctions and thus reduces the ternary quantity to a binary system, in which vowels bearing a Knick are analysed as "long" and hence equivalent to the "overlong" or "dragging tone" vowels in previous analyses. ...
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This contribution claims that Modern Low German (as represented by North Low German dialects) is a rather prototypical word language according to the model provided by Auer (2001) and others. The interaction between syllable structure, stress, and phonemic alternations in different contexts is better explained as a consequence of word-related as opposed to syllable-related rules and restrictions. Apart from the relatively high complexity of possible consonant clusters at word boundaries, this view is supported by (a) the stress sensitivity of vocalic and consonantal syllable nuclei, including a highly differentiated vowel system, (b) word-level phonological processes such as word-medial obstruent voicing, and (c) the existence of a word-level suprasegmental phenomenon similar to a pitch accent. On the whole, Low German is even closer to the word language pole of the continuum between word and syllable languages than Standard German. The findings are also relevant in a wider perspective. First, it is of general importance to include dialectal or non-standard varieties in cross-linguistic typological studies and theoretical models. Second, some of the features found in Low German are also found in other non-standard varieties of (Northern) Germany as well as in neighboring languages, such as Danish (including South Jutlandic) and other Scandinavian and Circum-Baltic languages, which suggests an areal or contact-induced relation.
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Guest lecture, Institut für deutsche Sprache und Linguistik, Humboldt-Universität zu Berlin, 4 June 2012.
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Sprachen verändern sich im Laufe der Zeit. Gerade der Lautwandel ist seit dem 19. Jahrhundert in der historischen Linguistik intensiv erforscht worden. Wir verfügen deshalb heute über enorme Kenntnisse in der Lautgeschichte einzelner Sprachen. Aber wie können lautliche Verände- rungen adäquat beschrieben werden? Wodurch werden sie ausgelöst? Wie laufen sie im Detail ab? Welche Rolle spielen dabei inner- und außersprachliche Faktoren? Kann Lautwandel erklärt werden, und wenn ja, wie? Bei solchen Fragen bestehen noch immer erhebliche Differenzen zwischen Vertretern unterschiedlicher Theorien, eine Synthese ist derzeit nicht in Sicht. Der Autor vertritt den Standpunkt, dass einander widersprechende The- orien nicht einfach koexistieren können, sondern miteinander konkurrie- ren. Es muss also ein Vergleichsmaßstab entwickelt werden, der nicht nur eine Gegenüberstellung, sondern auch eine Bewertung verschiede- ner Modelle erlaubt. Daher wird in diesem Buch eine Annäherung an entsprechende theorieunabhängige Kriterien versucht. Dies geschieht anhand einiger klassischer Theorien zum Lautwandel. Die Modelle werden zunächst kontrastiv aus einer wissenschaftsge- schichtlichen Perspektive dargestellt. Dabei werden Lautwandeltheorien von den Junggrammatikern über strukturalistische und generative An- sätze bis zur modernen Variationslinguistik diskutiert. Anschließend wird analysiert, wie der Wandel jeweils beschrieben und wie er erklärt wird: Wie verhalten sich die Beschreibungskategorien der einzelnen Modelle zu den phonetischen Daten, auf welchem Abstraktionsniveau wird also operiert? Welche Rolle spielen jeweils Beschreibungssystem und Fach- terminologie? Welches Verhältnis besteht zwischen Erklärungsanspruch und Erklärungswert? Was sagen einzelne Modelle tatsächlich aus? Wie verlässlich sind diese Aussagen? Nach welchen Kriterien kann man die Vor- und Nachteile einzelner Theorien bewerten? Und schließlich: Welche Forderungen an die künftige Forschung zum Lautwandel lassen sich aus der Analyse ableiten – und richten sich diese Forderungen nur an ein- zelne oder an alle Forschungsrichtungen? Als Einstieg in das Thema des Laut- bzw. Sprachwandels ist dieses Buch auch gerade für Studierende geeignet. Sprachwissenschaftliche und phonetische Grundkenntnisse sind für das Verständnis ausreichend.
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1 Ursprung der Fragestellung und Diskussion der wichtigsten älteren Arbeiten In seinem Aufsatz Der Schleifton im Nordniedersächsischen gibt Otto BREMER (1927) als erster und einziger eine umfassende Darstellung des Phänomens der Überlänge hinsichtlich seiner Verteilung über nieder-und hochdeutsches Wortmaterial. Die Dialektdaten gründen sich vermutlich auf seine eigene Kenntnis des Neuvorpommerschen (er selbst war Stralsunder); ihm ist die Überlänge jedoch "in dem ganzen Küstenstrich zwischen Weser-und Odermündung, bestimmt in Hamburg, Holstein, Lübeck, Mecklenburg und Neuvorpommern" bekannt. Er beschreibt die Bedingungen für das Auftreten so: "Es handelt sich um eine Übertragung sowohl der Zeitdauer (Ersatzdehnung) als auch des Tones des aus-und zum Teil auch des abfallenden unbetonten auf den nächstvorhergehenden tragbaren Sonorlaut (Vokal oder Nasal oder Liquida), wenn dieser unmittelbar vorhergeht, oder wenn ein w, ein damals stimmhaftes s, ein spirantisches g (oder b, d, g) dazwischen steht. Sonst unterbleibt die Erscheinung; das schwindet also, ohne eine Spur zu hinterlassen." (p. 1) Bremer gibt eine impressionistische Deskription der tonalen Verhältnisse und fährt dann fort: "Die Grösse des Intervalls ist syntaktisch verschieden, meist nur sehr gering, oft kaum hörbar, grösser eigentlich nur am Satzschlusse. Das wesentliche sind die Quantitäts-, nicht die Tonverhältnisse" (p. 3). Sein Hinweis auf einen Schleifton vor stimmhaftem Konsonant im Englischen (z.B. in "plague" vs. "take") unterstreicht die Verwendung eines tonalen Begriffs für Dauerphänomene. Bremer erwähnt im ersten Satz seines Artikels, daß der in Kiel aufgewachsene August LESKIEN wohl der erste war, der "auf den Schleifton an der Wasserkante mündlich aufmerksam gemacht hat". Er hatte sogar schon schriftlich darauf hingewiesen in dem zusammen mit Karl BRUGMANN verfaßten Band Litauische Volkslieder und Märchen (1882, p. 11, Anm.). Im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen gestoßener und geschliffener Betonung im Litauischen führte er aus, daß ihm eben dieser Unterschied von Hause aus geläufig sei, weil er in dem niederdeutschen Dialekt seiner Heimat (Holstein) bestehe und von ihm auch in die Aussprache des Hochdeutschen übertragen werde. Als Beispiele nannte er u.
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