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Burgerlichkeit und Burgertum als Problem der Literatursoziologie

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Abstract

The essay offers a critical assessment of historical, especially sociological approaches to literature, focusing on methodological developments in West Germany from the late 1960s to the present. A widespread feeling of dissatisfaction has developed with a number of major (mostly incomplete) literary histories, planned during the seventies, that stressed the importance of the social context. The essay analyzes the external as well as internal reasons for this crisis. In accordance with Weber's and Habermas's theories, the author argues in favor of an institutional approach that does not presuppose that literature reflects reality. Specific theoretical problems of "Textsoziologie" in the work of Adorno, Szondi, Jauß, and Iser are also addressed, culminating in reflections about the relationship of literature and history in the light of a changed understanding of historiography in general.

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Wenn je zwischen der deutschen Literaturwissenschaft und ihren westeuropäischen und amerikanischen Paralleldisziplinen eine unübersehbare Differenz zu konstatieren war, so ist es gegenwärtig. Zwischen den Fragen, welche die deutsche — und damit meine ich sowohl die westdeutsche als auch die ostdeutsche — Literaturwissenschaft beschäftigen, und den Problemen, mit denen sich zum Beispiel die amerikanische Kritik zur Zeit auseinandersetzt, bestehen nicht eben viele Gemeinsamkeiten. Während in der deutschen Germanistik Fragen der Geschichtlichkeit in den vergangenen Jahren eher an den Rand gedrängt worden sind, haben sie sowohl in England als auch in den USA an Dringlichkeit gewonnen und entsprechend das theoretische Feld neu markiert1. Nachdem die Rezeptionsästhetik als das letzte deutlich profilierte Paradigma in Deutschland unverkennbar an Einfluß verloren hat, zeichnen sich keine neuen Schulbildungen mehr ab, wenn man nicht den seit 1980 einsetzenden, aber sicher zunehmenden Einfluß des französischen Poststrukturalismus als eine auch generationsspezifische Form der Gruppenbildung bezeichnen will2. Doch gerade dieser, international gesehen, verspätete Einbruch der französischen Theorie hat die Reflektion über Literaturgeschichte, wie mir scheint, eher blockiert als gefördert. Da der Poststrukturalismus, und zwar nicht ohne Grund, als Kritik des Historismus, rezipiert wurde, bildeten sich problematische Fronten heraus: Die historisch orientierten Pragmatiker und die antihistorisch denkenden Theoretiker standen und stehen einander verständnislos gegenüber. Daß diese antihistorische Einstellung keinesfalls notwendig in der poststrukturalistischen Theorie angelegt ist, ist vor allem an der englischen und amerikanischen Diskussion abzulesen3.
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Lessings bürgerliches Trauerspiel, das die Intimität der häuslichen Privatsphäre dramatisiert, macht den jungfräulichen Körper zum Emblem für Diderots Konzept der „vierten Wand“, welche die Absorption und Identifikation des Zuschauers garantiert. Zugleich erfordert diese Ästhetik der Absorption die imaginäre Überschreitung der Grenze zwischen Bühne und Zuschauer, Fiktion und Realität, was sich auf der Inhaltsebene in der drohenden Defloration Emilias durch den Prinzen niederschlägt.
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Lessing's bourgeois tragedy, staging the intimacy of the domestic sphere, makes virginity emblematic of Diderot's prescription of the 'fourth wall' which allows for absorption and identification with characters on the stage. Simultaneously, this aesthetics of absorption requires the imaginary transgression of the line between spectacle and spectator, fiction and reality; a transgression reflected on the plot level in the threat of Emilia's defloration by the prince.
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