ArticlePDF Available

Probiotika – Auch eine Chance für die Mundgesundheit?

Authors:

Figures

No caption available
… 
No caption available
… 
Content may be subject to copyright.
Persönliche PDF-Datei für
www.thieme.de
Nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
Keine kommerzielle Nutzung, keine Einstellung
in Repositorien.
Mit den besten Grüßen vom Georg Thieme Verlag
Verlag und Copyright:
© 2014 by
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14
70469 Stuttgart
ISSN
Nachdruck nur
mit Genehmigung
des Verlags
S.Kneist,M.Bratano
Probiotika
ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2014; 123 (12): 626–629
DOI 10.1055/s-0034-1397275
0044-166X
626 Fortbildung - Parodontologie
Kneist S. Probiotika - Auch ein Chance ... ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2014; 123 (12): 626–629
Einführung
Die positive Wirkung von Probiotika im Verdau-
ungstrakt ist intensiv erforscht und ihre Eekti-
vität bei der Prävention und Therapie gastroin-
testinaler Erkrankungen durch zahlreiche Stu-
dien belegt. Es scheint naheliegend den erfolg-
reichen Therapieansatz – nämlich das Wachstum
nützlicher Bakterien zu fördern und die Vermeh-
rung pathogener Keime zu verhindern – auch auf
die Prävention von Karies und Behandlung von
Parodontalerkrankungen zu übertragen. Immer-
hin sind beide Erkrankungen durch Plaque be-
dingt. Abbildung 1 spiegelt das zunehmende In-
teresse an Probiotika am Beispiel der in PubMed
erfassten Studie zwischen dem 01.01.1980 und
31.12.2013 wieder. Die Abbildung verdeutlicht,
dass Studien zur Erhaltung der Mundgesundheit
durch Probiotika in der Zahnheilkunde ihren An-
fang nehmen. Unter den einfachen Suchbegrien
„Probiotics“, „Gingivitis + Periodontitis“ fanden
sich lediglich 8 Publikationen.
Im ersten Beitrag zu diesem Thema [1] wurde
bereits auf Anforderungen an Probiotika einge-
gangen, auf probiotische Laktobazillen, die
Mundhöhle als natürliches Habitat von Laktoba-
zillen und die Rolle, die Probiotika in der Karies-
prävention einnehmen könnten. Weiterführend
soll auf die Frage, ob Probiotika im Fächer der
präventiven oder therapeutischen Maßnahmen
bei Gingivitis und Parodontitis einen Stellenwert
einnehmen können, nachgegangen werden.
Zum besseren Verständnis zuvor nochmals kurz
zur Einschätzung von Probiotika für die Karies-
prävention: Mit einer Metaanalyse vorliegender
Studien zur Kariesprävention und Kontrolle von
Kariesrisikofaktoren hatten Cagetti et al. [2] auf
das Fehlen sorgfältig geplanter klinischer Studie
– insbesondere Langzeitstudien – hingewiesen.
Mittels einer PubMed- und EMBASE-Recherche
zum Zeitraum 1. Januar 1966 bis 15. Mai 2013
mit den Schlagworten „Caries, Probiotic Bacte-
ria, Probiotic Lactobacilli, Bacteriotherapy, Den-
tal Disease, Oral Health, Oral Streptococci, Cario-
genic Bacteria, Plaque pH, Dental Caries Suscep-
tibility“ hatten die Autoren 66 klinischen Stu-
dien erfasst, von denen 23 die Einschlusskrite-
rien nach den „Consolidated Standards of Re-
porting Trials (CONSORT) guidelines 2010“
erfüllten. Mit einer Checkliste von 25 Punkten
zur Studienplanung, Analyse und Interpretation
der Ergebnisse wurden 4 Studien als „exzellent“
(> 20 Punkte) bewertet, 9 Studien als „gut“ (13–
19 Punkte) und 10 als „schwach“ (< 12 Punkte).
Mehrheitlich (80 %) handelte es sich um Kurz-
zeit-Interventionen (10–42 Tage) mit unter-
schiedlichen Vehikeln und unterschiedlichen
Keimdosen probiotischer Stämme (Bidobacte-
rium spp., L. casei, L. brevis, L. plantarum, L. reu-
teri und L. rhamnosus). Die Autoren schlussfol-
gerten, dass Probiotika – auch wenn bislang nur
wenige Studien klare klinische Aussagen zulas-
sen – unter dem Blickwinkel der Kariespräven-
tion chancenreich sein könnten. Gegenwärtig
sind die wissenschaftlichen Beweise gering und
eine kontinuierliche, möglichst tägliche Auf-
nahme von Probiotika wäre erforderlich. Unter
dem Aspekt der Compliance sollten Probiotika
nach Möglichkeit auch in anderen täglich ange-
wandten Kariespräventiva – beispielsweise
Zahnpasten – enthalten sein.
Subgingivale Plaque – Meilensteine
Bakterien in der dentalen Plaque (Abb. 2) sind
seit 1863 durch erste Zeichnungen von Antonie
Probiotika haben Eingang in die Zahnheilkunde gefunden. Trotz des schnell
anwachsenden Wissens über Wirt-Pathogen-Wechselwirkungen sind noch
viele Fragen zu den die parodontale Gesundheit fördernden Bakterien unbe-
antwortet. Zukünftige Forschungsvorhaben mit wohl geplanten Studien zur
Ezienz von Probiotika sollten daher sowohl auf die die Mundgesundheit
fördernde Mikroora gerichtet sein, als auch auf immunmodulatorische
Wechselwirkungen, die zusammen parodontale Gesundheit mit klinischem
Erfolg belegen.
S. Kneist, M. Bratano
Erfurt
Probiotika
Auch eine Chance gegen Plaque-assoziierte
parodontale Erkrankungen?
627Fortbildung - Parodontologie
Kneist S. Probiotika - Auch ein Chance ... ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2014; 123 (12): 626–629
van Leeuwenhoek bekannt geworden. 1882 läu-
tete Robert Koch mit der Abhandlung über die
Tuberkulose die Ära der Medizinischen Mikro-
biologie ein. Die Periode zwischen 1880 und
1930 wird zu Recht als „goldenes Zeitalter der
Mikrobiologie“ bezeichnet; eine Vielzahl von In-
fektionen wurde auf spezische pathogener Mi-
kroorganismen zurückgeführt.
Ende des 19. Jahrhunderts hielt die Mikrobiolo-
gie auch Einzug in die Zahnheilkunde. W. D. Mil-
ler nahm dabei eine Schlüsselfunktion mit sei-
nem 1890 herausgegeben Pionierwerk “The Mi-
croorganisms of the Human Mouth” ein. Er be-
schrieb darin die Akkumulation von Bakterien
als Verursacher von Entzündung und Destruk-
tion des Parodontalgewebes. Miller glaubte nicht
an spezische Mikroorganismen, sondern viel-
mehr, dass Virulenzfaktoren der komplexen Mi-
kroora insgesamt für die pathologischen Pro-
zesse verantwortlich wären. Seine Hypothese
wurde von J. L. Williams unterstützt, der dentale
Plaque als gelatineartige Akkumulation von Bak-
terien beschrieb und deren Ansammlung als ur-
sächlich für parodontale Erkrankungen bestä-
tigte. Der Terminus „gelatinous microbic plaque“
wurde dann von G. V. Black, dem Begründer der
wissenschaftlichen Zahnheilkunde, 1899 ge-
prägt.
Die orale Mikrobiologie bewegte nachfolgend
die spezische Plaquehypothese mit der Suche
nach kausalen Erregern. Da aber kein einzelner
Keim für die Auslösung parodontaler Erkrankun-
gen erhellt werden konnte und sowohl bei Er-
krankten als auch Gesunden ein gleiches Keim-
spektrum aufgefunden wurde, erfuhr die unspe-
zische Plaquehypothese eine Renaissance. Zeit-
gleich kamen von epidemiologischen Untersu-
chungen wichtige Informationen, dass die Präva-
lenz parodontaler Erkrankungen bei Älteren
höher lag [3]. Es wurde nun verstanden, dass
nicht ein spezischer Keim, sondern die Plaque
kumulativ die Destruktion des Parodonts aus-
löste und unterhielt. Plaque wurde allgemein
wieder als pathogen angesehen [4].
Die Erkenntnis, dass die Plaquemenge mit der
Gesamtheit ihrer toxischen Produkte die Immun-
abwehr des Körpers überfordert, hatte als Kon-
sequenz die Plaquekontrolle zur Folge. Die thera-
peutische Strategie parodontalen Erkrankungen
vorzubeugen oder sie zu behandeln, bestand in
professionellen chirurgischen und nicht chirur-
gischen Maßnahmen der Plaqueentfernung, be-
gleitet durch sorgfältige Mundhygiene im Alltag.
In den 1960er Jahren untermauerten Fort-
schritte zum Keimnachweis die Erkenntnis, dass
sich Plaque in Abhängigkeit zum Keimvorkom-
men unterschiedlich auswirkt [5]. Longitudinale
Studien oenbarten einerseits Individuen, die
trotz großer Plaqueakkumulation nicht erkrank-
ten [6] und andererseits die seitenspezisch
starke Destruktion von Zähnen unmittelbar ne-
ben gesunden Zähnen. Es konnte nun auch ein
unterschiedliches Keimspektrum zwischen an
Parodontitis erkrankten und gesunden Zähnen
aufgezeigt werden. Die spezische Plaquehypo-
these wurde erneut aufgegrien und an das zeit-
gemäße Wissen adaptiert. Aggregatibacter acti-
nomycetemcomitans wurde als spezischer
Keim der lokalisierten aggressiven Parodontitis
zugeordnet.
Untersuchungen zur Auswirkung des oralen
Umfelds auf die Struktur und Zusammenset-
zung der komplexen Mikroora läuteten in der
Folge die ökologische Plaquehypothese ein [7].
Diese Hypothese legte die Transformation der
Abb. 1 Anzahl der Publikationen in PubMed Suchbegrie „Probiotics“, „Gingivitis + Perio-
dontitis“ im Zeitraum 01.01.1980–31.12.2013.
Abb. 2 Biolm von S. sanguinis auf humanem Zahnschmelz im rasterelektronenmikrosko-
pischen Bild (Bild: Susanne Kneist).
628 Fortbildung - Parodontologie
Kneist S. Probiotika - Auch ein Chance ... ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2014; 123 (12): 626–629
residenten kommensalen Mikroora durch Um-
feld-bedingte Pertubation (pH, Sauerstospan-
nung, Fließrate der Sulkusüssigkeit, Blut etc.)
in eine pathogene Mikroora nahe. Veränderun-
gen der mikrobiellen Homöostase wurden – im-
Vergleich zur spezischen Plaquehypothese –
auf eine Veränderung des Umfeldes zurückge-
führt. Als Konsequenz wurde die Behandlung
nicht nur auf die Eliminierung einzelner Keim-
arten fokussiert, sondern auch auf das orale
Umfeld; letzteres sollte zuungunsten einer pa-
thogenen wieder die Etablierung einer kom-
mensalen Flora erlauben.
Die Identikation spezischer, also ursächlich
parodontopathogener Arten, ist durch ein ähnli-
ches Bild parodontaler Erkrankungen erschwert.
Vor allem tritt die Erkrankung zunächst an einer
Stelle auf, die bakteriell kolonisiert ist, und die
Erkrankung kann durch Vermehrung einzelner
Arten in der residenten Population ausgelöst
werden oder aber auch durch Etablierung exoge-
ner Keimarten.
Bei paraodontaler Gesundheit ist die komplexe
Keimora durch das Vorkommen von Strepto-
coccus sanguinis, S. mitis, Gemella spec., Atopo-
bium spec., Fusobacterium nucleatum, Capnocy-
tophaga spec. und Bacteroides oral clone BU063
geprägt.
Gingivitis ist charakterisiert durch Entzündung
der Gingiva und den Nachweis von Streptococ-
cus spec., Actinomyces naeslundii, Parvimonas
micra, Campylobacter gracilis, F. nucleatum, Pre-
votella intermedia und Veillonella spec. in der
subgingivalen Plaque. Parodontitis, die progres-
sive destruktive Erkrankung aller die den Zahn
umgebenden Gewebe, einschließlich des Alveo-
larknochen, ist vor allem mit Porphyromonas
gingivalis, Treponema denticola, Tannerella for-
sythia und Aggregatibacter actinomycetemco-
mitans assoziiert.
Die Entwicklung des Biolms (Plaque) mit bak-
teriellen Antigenen und Virulenzfaktoren, Lipo-
polysacchariden und Fimbrien, Merkmalen wie
der Kommunikation der Bakterienzellen unter-
einander, dem Gentransfer, der Regulation von
Genexpression, der Synthese extrazellulärer pro-
teolytischer Enzyme und von Stressproteinen,
der antimikrobiellen Resistenz und das Unter-
laufen der Wirtsabwehr, prägen die parodonta-
len Krankheitsbilder [8].
Probiotika – Eine Chance gegen Plaque
assoziierte parodontale Erkrankungen?
Unter dem Titel „Probiotica in dentistry: A boon
or sham (Wohltat oder Täuschung)“ widmeten
sich Chopra und Mathur [9] – wie zuvor auch an-
dere Arbeitsgruppen – der Frage, ob Probiotika
die Mundgesundheit fördern. Die Autoren wei-
sen auf die Dringlichkeit hin, die Bedeutung der
Probiotika auf die die Mundgesundheit förderli-
che Mikroora zu beleuchten und durch sorgfäl-
tige groß angelegte Studien ihren Nutzen zu un-
termauern. Canetti et al. [2] hatten nach einer
Meta-Analyse der bis zum Jahr 2013 vorgelege-
nen Studien auch weiterführende Studien zur
Ezienzbewertung von Probiotika zur Karies-
prävention empfohlen.
Teughels et al. [10] widmeten sich bei gleichem
methodischen Vorgehen (PubMed-Recherche,
ISI WEB of Knowledge) in einem systemati-
schen Review einerseits der Wirkung von Pro-
biotika auf orale Keime und andererseits war
der Blickwinkel mit der Frage „Do probiotics
alter the periodontal condition or the outcome
of periodontal therapy?“ auf die Gesunderhal-
tung und Behandlung parodontaler Erkrankun-
gen gerichtet. Zur Beantwortung letzterer Frage
konnten die Autoren 3 Tierversuche und 11 hu-
mane In-vivo-Studien bewerten. 6 Studien wid-
meten sich mikrobiologischen Eekten und
8 Studien klinischen Einüssen. 7 Studien
schlossen Gesunde oder Patienten mit Gingivi-
tis ein. In der Mehrzahl der Studien handelte es
sich um Pilotstudien mit niedriger Qualität. Die
hohe Heterogenität zwischen den Studien er-
schwerte die Analyse. Die Autoren kamen ins-
gesamt zu der Aussage, dass ein Eekt der Pro-
biotika auf orale Keime besteht, aber ein be-
grenzter Eekt auf die parodontalen klinischen
Parameter. Die Autoren wiesen auf die drin-
gende Notwendigkeit nach exakt geplanten
Studien hin, die der Ezienz von Probiotika als
adjunktive Maßnahme – ähnlich der Antibioti-
kagabe – zur Standardtherapie parodontaler
Erkrankungen nachgehen sollten.
Auch der Workshop „Biological approaches to
the development of novel periodontal therapies
– Consensus of the Seventh European Workshop
on Periodontology“ befasste sich damit, ob das
heutige Wissen über die Parodontitis ausreicht,
neue Strategien zur Prävention und Behandlung
zu entwickeln. Auch die mögliche Rolle der Pro-
biotika wurde diskutiert [11]. Von der Frage nach
den Charakteristika eines die orale Gesundheit
fördernden Biolms ausgehend, wurden aus pa-
rodontaler Perspektive die Bedeutung des „ge-
sunden Wirtes“, des immunologischen Status
und der lokalen Umfeldfaktoren hervorgehoben.
Hinsichtlich der Probiotika wurden wissen-
schaftliche Beweise für ihr Potenzial hinterfragt,
den Biolm zu verändern und in der Folge das
klinische Bild. Auf der Basis von Pilotstudien
wurde ein Kurzzeiteekt auf den Biolm durch
direkte mikrobielle Wechselwirkungen oder
durch immunologische Modulation bestätigt;
ein klinischer Nutzen konnte aber nicht nachge-
wiesen werden.
Die Frage, welche Probiotika-Stämme zur Prä-
vention und Behandlung der Parodontitis ver-
wendet werden sollten, konnte nicht beantwor-
629Fortbildung - Parodontologie
Kneist S. Probiotika - Auch ein Chance ... ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2014; 123 (12): 626–629
tet werden. Empfohlen wurden Stämme, die mit
Gesundheit und nicht mit Krankheit assoziiert
sind, in Forschungsvorhaben in vitro und in vivo
zu prüfen, bevor sie als Probiotika zum Einsatz
kämen. Geprüft werden sollte u. a. die antibakte-
rielle Wirkung der Stämme gegenüber pathoge-
nen Keimen, ihre Virulenzfaktoren bis hin zur
antimikrobiellen Resistenz, die gegebenenfalls
ihrem Einsatz entgegenstünden. Ein ähnliches
Screening sollte auf die Erkennung möglicher
immunmodulatorischer Mechanismen gerichtet
sein.
Letztlich wurde die Frage „Was ist der Wich-
tungsfaktor für einen direkt antimikrobiellen
und wirtsmodulatorischen probiotischen Me-
chanismus in der Prävention und Therapie paro-
dontaler Erkrankungen?“ dahingehend beant-
wortet, dass bislang Studien zum Eekt von Pro-
biotika primär auf die Veränderung der Mikro-
ora fokussiert waren, obwohl Probiotika auch
antiinammatorische Eigenschaften aufweisen.
Welche Wirkung bedeutsam ist, bedarf weiter-
führender Forschung. Dabei sollte beachtet wer-
den, dass antimikrobielle und antiinammatori-
sche Eigenschaften stammspezisch sind und
somit optimale Eekte bei gleichzeitiger Nut-
zung verschiedener Arten erwartet werden
könnten.
Kommerzielle Probiotika zur
Behandlung Plaque-assoziierter
parodontaler Erkrankungen
Neben Joghurts werden heute auch einige kom-
merzielle Produkte, die Probiotika enthalten, zur
Behandlung parodontaler Erkrankungen in Form
von Tabletten, Lutschbonbons, Kaugummi oder
Zahnpasten [12] angeboten:
Gum PerioBalance (Sunstar, Etoy, Schweiz)
Patentierte Kombination aus 2 Stämmen von
L. reuteri gegen kariogene Keime und Paro-
dontopathogene. Jedes Lutschbonbon ent-
hält eine Dosis von 2 x 108 lebenden Keimen
von L. reuteri Prodentis. Empfohlen wird ein
Bonbon pro Tag nach einer Mahlzeit oder
nach dem Zähneputzen am Abend.
PeriBiotic (Designs for Health, Inc., Sueld,
Kanada)
Die uoridfreie Zahnpasta enthält Dental-
Lac, ein Probioticum aus Lactobacillus para-
casei.
Bidumbacterin, Acilact, Vitanar (Alfarm
Ltd., Moskau, Russland)
Die Präparation in Tablettenform enthält ei-
nen Komplex aus 5 lyophilisierten Milchsäu-
rebakterien und wird zur Behandlung von
Gingivitis und milder Parodontitis empfoh-
len. Nach mechanischer Plaqueentfernung
sollen 3-mal pro Tag 2 Tabletten mit einer
Verweildauer von 20–30 min im Mund ein-
genommen werden.
Wakamate D (Wakamoto Pharmaceutical
Co., Tokyo, Japan)
Die Tablette enthält 6,5 x 108 Kolonie-bil-
dende Einheiten von Lactobacillus salivarius
WB21 und Xylitol (280 mg / Tablette).
Prodentis (BioGaia, Stockholm, Schweden)
Das Lutschbonbon enthält 2 Stämme von
Lactobacillus reuteri (DSM 17 938 und ATCC
PTA 5289) mit einer minimalen Keimzahl
von 1 x 108 Kolonie-bildenden Einheiten von
jedem Stamm.
Ausblick für die zahnmedizinische
Forschung
Nach wie vor besteht die Notwendigkeit, nach
mehr eektiven und ezient präventiven Her-
angehensweisen bei Gingivitis und Parodontitis
zu suchen, die zeitgemäß Fortschritte im Ver-
ständnis sowohl zur Wirtsmodulation und Lö-
sung der Inammation einbeziehen sollten, als
auch die direkte Kontrolle der Mikroora. Zu-
künftige Forschung wird den Stellenwert von
Probiotika untermauern.
Interessenkonikt
Kein Interessenkonikt angegeben.
Literatur
1 Kneist S, Bratano M, Reinhöfer N. Probiotika. Auch
eine Chance für die Mundgesundheit? ZWR 2014;
123: 66–73
2 Cagetti MG, Mastroberardino S, Milia E et al. The Use
of Probiotic Strains in Caries Prevention: A Systema-
tic Review. Nutrients 2013; 5: 2530–2550
3 Anonym. Position paper: epidemiology of periodon-
tal diseases. American Academy of Periodontolgy. J
Periodontol 1996; 67: 935–934
4 Loesche WJ. Clinical and microbiological aspects
of chemotherapeutic agents used according to the
specic plaque hypothesis. J Dent Res 1979; 58:
2404–2412
5 Socransky SS, Haajee AD. Periodontal microbial
ecology. Periodontol 2000 2005; 38: 135–187
6 Löe H, Anerud A et al. Natural history of periodon-
tal diseases in man. Rapid, moderate and no loss of
attachment in Sri Lankan laborers 14 to 46 years of
age. J Clin Periodontol 1986; 13: 431–445
7 Marsh PD. Dental Plaque as a microbial biolm. Cari-
es Res 2004; 38: 204–211
8 Jacubovic NS, Palmer RJ Jr. Oral microbial ecology.
Current research and new perspectives. Norfolk:
Caster Academic Press, 2013
9 Chopra R, Mathur S. Probiotics in dentistry: A boon
or sham. Dent Res 2013; 10: 302–306
10 Teughels W, Loozen G, Quirynen M. Do probiotics of-
fer opportunities to manipulate the periodontal oral
microbiota? J Clin Periodontol 2011; 38 (Suppl. 11):
159–177
11 Tonetti MS, Lain LC. Biological approaches to the de-
velopment of novel periodontal therapies – Consen-
sus of the Seventh European Workshop on Periodon-
tology. J Clin Periodontol 2011; 38: 114–118
12 Lawande S. Probiotics for Management of Periodon-
tal Disease: A Novel Therapeutic Strategy? IOSR J
Pharm 2012; 2: 41–46
Bibliograe
DOI http://dx.doi.org/
10.1055/s-0034-1397275
ZWR – Das Deutsche
Zahnärzteblatt
2014; 123 (12): 626–629
© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York
ISSN 0935-8943
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. rer. nat. habil.
Susanne Kneist
Hütergasse 2
99084 Erfurt
E-Mail: Susanne.Kneist@med.
uni-jena.de
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
Article
Full-text available
This paper aims to provide a systematic review of the caries-prevention effect of probiotics in human. The hypothesis was that the administration of probiotic strains might play a role in caries lesion prevention and in the control of caries-related risk factors. The main relevant databases (Medline, Embase) were searched. Quality of the Randomized Clinical Trials (RCTs) was classified using the "Consolidated Standards of Reporting Trials" (CONSORT) checklist and the Impact Factor (IF) value of each journal was recorded. Sixty-six papers were identified, and 23 fulfilled the inclusion criteria. Only three studies had caries lesion development as outcome, all the others reported caries risk factors as interim evaluation. Using the CONSORT Score, the papers were coded as 4 excellent, 9 good and 10 poor. The mean IF value recorded was 1.438. Probiotics may play a role as antagonistic agent on mutans streptococci (MS), acidogenic/aciduric bacteria that contributes to the caries process. In two-thirds of the selected papers, probiotics have demonstrated the capacity to reduce MS counts in saliva and/or plaque in short-term. The effect of probiotics on the development of caries lesion seems encouraging, but to date, RCTs on this topic are insufficient to provide scientific clinical evidence.
Article
Probiotics are dietary supplements, which have been advocated for the prevention and the treatment of a wide range of diseases. These products consist of beneficial micro-organisms, which stimulate health promoting flora thus, suppressing the pathologic colonization and disease spread. Since, probiotics are now widely used in both medical (such as cancer risk reduction, gastrointestinal tract health, and urinary tract health) and dental specialties (reduction in caries development, in achieving periodontal health, reducing oral malodor, etc.), a thorough understanding of their risks and benefits are essential. This review focuses on the recent trends in use of probiotics in dentistry as well as the potential risks associated with them.
Article
As in other fields of healthcare, probiotics have been introduced for prevention and treatment of periodontal diseases. This review was initiated to explore whether the use of probiotics can influence the periodontal microbiota and periodontal health. Literature on the mode of action of oral probiotics was reviewed and a systematic review was performed on the microbiological and clinical effects of oral probiotics on periodontal health. Three animal and 11 in vivo human studies were retrieved. Six studies reported on microbiological effects whereas eight studies report on clinical effects. Seven studies were performed on healthy or gingivitis patients and four studies on periodontitis patients. Many of the retrieved studies are pilot in nature and with low quality. The high degree of heterogeneity between studies hampered analysis. Taking into consideration all limitations, the currently available data indicate an effect of probiotics on the oral microbiota and a more limited effect on clinical periodontal outcome measures. However, there is an urgent need for properly conducted clinical trials where probiotics are used as adjuncts to standard periodontal care, similar to antibiotics, using probiotic strains with, at least at an in vitro level, proven periodontal probiotic effects.
Article
Certain forms of dental decay and periodontal disease appear to be due to specific bacterial infections following overgrowth of certain indigenous plaque bacteria, i.e., the specific plaque hypothesis, If so, then antimicrobial treatment based on a diagnosis of elevated levels or proportions of these organisms should be considered. Such treatment cannot be administered according to concepts of the non-specific plaque hypothesis. A treatment philosophy is presented which is based upon considerations long established in medical infections following overgrowth of certain indigenous plaque bacteria, i.e., the specific plaque hypomicrobial to the site of the infection for periods long enough to suppress or destroy the pathogenic agent. Examples of this treatment philosophy are given.
Article
This paper describes the initiation, rate of progress of periodontal disease and consequent tooth loss in a population never exposed to any programs or incidents relative to prevention and treatment of dental diseases. The group consisted of 480 male laborers at two tea plantations in Sri Lanka. The study design and baseline data have been published. At the initial examination in 1970, the age of the participants ranged between 14 and 31 years. Subsequent examinations occurred in 1971, 1973, 1977, 1982 and 1985. Thus, the study covers the age range 14-46 years. Throughout the study, the clinical indices were scored by the same two examiners, both well-trained and experienced periodontitis. Intra-examiner reproducibility for each index was tested at baseline and repeated periodically during the study. The data for each examination were computerized and updated on an ongoing basis. At the last examination in 1985, there were 161 individuals who had participated in the first survey. This population did not perform any conventional oral hygiene measures and consequently displayed quite uniformly large aggregates of plaque, calculus and stain on their teeth. Virtually all gingival units exhibited inflammation. Based on interproximal loss of attachment and tooth mortality rates, three subpopulations were identified: (1) individuals (approximately 8%) with rapid progression of periodontal disease (RP), those (approximately 81%) with moderate progression (MP), and a group (approximately 11%) who exhibited no progression (NP) of periodontal disease beyond gingivitis. At 35 years of age, the mean loss of attachment in the RP group was approximately 9 mm, the MP group had approximately 4 mm and the NP group had less than 1 mm loss of attachment. At the age of 45 years, the mean loss of attachment in the RP group was approximately 13 mm and the MP group approximately 7 mm. The annual rate of destruction in the RP group varied between 0.1 and 1.0 mm, in the MP group between 0.05 and 0.5 mm, and in the NP group between 0.05 and 0.09 mm. Since this population was virtually caries free, essentially all missing teeth were lost due to periodontal disease. In the RP group, tooth loss already occurred at 20 years of age and increased throughout the next 25 years. At 35 years of age, 12 teeth had been lost, at 40 years of age 20 teeth were missing and at 45 all teeth were lost. In the MP groups, tooth mortality started after 30 years of age and increased throughout the decade.(ABSTRACT TRUNCATED AT 400 WORDS)
Article
New technologies have provided novel insights into how dental plaque functions as a biofilm. Confocal microscopy has confirmed that plaque has an open architecture similar to other biofilms, with channels and voids. Gradients develop in areas of dense biomass over short distances in key parameters that influence microbial growth and distribution. Bacteria exhibit an altered pattern of gene expression either as a direct result of being on a surface or indirectly as a response to the local environmental heterogeneity within the biofilm. Bacteria communicate via small diffusible signalling molecules (e.g. competence-stimulating peptide, CSP; autoinducer 2); CSP induces both genetic competence and acid tolerance in recipient sessile cells. Thus, rates of gene transfer increase in biofilm communities, and this is one of several mechanisms (others include: diffusion-reaction, neutralization/inactivation, slow growth rates, novel phenotype) that contribute to the increased antimicrobial resistance exhibited by bacteria in biofilms. Oral bacteria in plaque do not exist as independent entities but function as a co-ordinated, spatially organized and fully metabolically integrated microbial community, the properties of which are greater than the sum of the component species. A greater understanding of the significance of dental plaque as a mixed culture biofilm will lead to novel control strategies.
Position paper: epidemiology of periodontal diseases. American Academy of Periodontolgy
  • Anonym
Anonym. Position paper: epidemiology of periodontal diseases. American Academy of Periodontolgy. J Periodontol 1996; 67: 935-934
Oral microbial ecology. Current research and new perspectives
  • N S Jacubovic
  • R J Palmer
Jacubovic NS, Palmer RJ Jr. Oral microbial ecology. Current research and new perspectives. Norfolk: Caster Academic Press, 2013