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Koordinationsmechanismen und Innovativität von Netzwerken: eine empirische Analyse

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Abstract

In der Literatur wird die Bedeutung von Netzwerken für die Innovationsleistung von Unternehmen immer wieder betont. Sowohl konzeptionelle (Dhanaraj und Parkhe 2006) als auch empirische Studien (Dyer und Nobeoka 2000; Janowicz-Panjaitan und Noorderhaven 2008) liefern hierfür Thesen bzw. Belege. Jedoch bleiben diese Studien hinsichtlich der Frage, welche der eingesetzten Koordinationsmechanismen Einfluss auf den Innovationserfolg haben, widersprüchlich. Sowohl Selbstabstimmung (Doz et al. 2000), Zentralisierung (Dhanaraj und Parkhe 2006; Lorenzoni und Lipparini 1999) als auch formalen Prozessen wie Standardisierung (z. B. Dyer und Nobeoka 2000) wird ein Einfluss auf den Innovationserfolg zugesprochen. Im vorliegenden Beitrag wird deshalb gefragt: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Art der Koordination und dem Innovationserfolg – der Innovativität – von organisierten Unternehmensnetzwerken? Mit einer hierfür geeigneten Methode – der Qualitative Comparative Analysis (Ragin 1989; Fiss 2007) – soll herausgefunden werden, ob hohe Innovativität mit einer bestimmten Kombination verschiedener Koordinationsinstrumente zusammenhängt.
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Thesis
Das Gesundheitssystem in Deutschland muss sich zunehmend in einer sektorenübergreifenden, netzwerkförmigen Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen konstituieren [1]. Um zusätzlich neue Herausforderungen wie z.B. die zunehmende Digitalisierung Patienten relevanter Daten zu etablieren, werden immer höhere Ansprüche an das Management solcher Netzwerke, im Sinne einer reibungslosen operativen Zusammenarbeit aller Beteiligten Gruppen, gestellt. Des Weiteren wird durch den Fortschritt der medizinischen Forschung und der Digitalisierung eine Vielzahl von Patientendaten generiert, deren wissenschaftliches Potential außerordentlich wertvoll ist. So kann durch den interorganisationalen Austausch von Daten auch ein hoher wissenschaftlicher Nutzen für zukünftige Generationen geschaffen werden. Um eine effiziente und qualitativ hochwertige Vernetzung aller in der Versorgung aber auch der medizinischen Wissenschaft beteiligten Akteure zu gewährleisten, ist es ein wichtiger Aspekt das organisationale Vertrauen zwischen den Institutionen (z.B. Krankenhäuser, Pharmaindustrie, Universitäten, Facharztpraxen, etc.), sowie das personale Vertrauen zwischen den Beziehungsparteien näher zu beleuchten und dieses, mit dem Ziel einer vertrauensvollen und innovationsfördernden Zusammenarbeit, optimal zu gestalten. Es ist bereits aus anderen Branchen wie z.B. der Automobilindustrie (z.B. Zulieferer und Hersteller) ersichtlich, dass die netzwerkförmige Zusammenarbeit Risiken und Chancen beinhaltet. Insbesondere ist Misstrauen durch teils unterschiedliche Interessen der Netzwerkpartner ein Risiko, welches zu einer mangelnden Kooperation und Verhinderung von Innovation und wirtschaftlichem Erfolg führt. Eine Kultur des Vertrauens zwischen den Netzwerkakteuren kann eine verbesserte Zusammenarbeit maßgeblich unterstützen. Dieser Sachverhalt ist für verschiedene Branchen wie z.B. der Automobilindustrie bekannt [2-5]. Im Gesundheitswesen entstehen aktuell neue Möglichkeiten und Notwendigkeiten der intra- und interorganisationalen Zusammenarbeit. Allerdings handelt es sich weiterhin um ein hierarchisch gegliedertes, von Formalisierung und Standardisierung sowie von Partikularinteressen geprägtes System, welches die interdisziplinäre Zusammenarbeit intersektoral und intraorganisational sehr erschwert. Hier besteht ein Verbesserungsbedarf. Intraorganisational muss die Zusammenarbeit zwischen z.B. Klinikabteilungen, Berufsgruppen wie Pflegekräften und Ärztinnen sowie der Verwaltung optimiert werden. Interorganisational oder -sektoral besteht ein Bedarf Netzwerke zwischen Partnern mit unterschiedlichen Interessen wie z.B. Universitätskliniken, kommunalen Krankenhäusern, Fachärzten und Pflegeeinrichtungen bedarfsgerecht zu gestalten, um Risiken der mangelnden Kooperation zu beheben [6]. Ein optimales (Netzwerk-)Management solcher, durch die Digitalisierung noch stärker entstehenden Formen der Zusammenarbeit ist noch nicht ausreichend beleuchtet. Forschungsziel dieser theoretischen Masterarbeit ist es daher Erkenntnisse zum Netzwerkmanagement im Allgemeinen und aus anderen Branchen wie z.B. der Automobilindustrie zu untersuchen und diese in den Kontext des Gesundheitssystems zu stellen. Der Fokus soll hierbei auf das Kulturmanagement von Netzwerken gelegt werden und ein Zusammenhang hergestellt werden, wie eine gemeinsame Netzwerkkultur Vertrauen zwischen den Akteuren generieren kann. Es soll mittels Literaturstudium (siehe Anhang II) eruiert werden, welche Qualifikations- und Kommunikationsmaßnahmen sowie welche strukturellen Maßnahmen geeignet sein können, um eine vertrauensvolle Netzwerkkultur im Gesundheitssystem zu etablieren, im Sinne einer Metakultur. Durch Vertrauen zwischen den Beziehungspartnern werden die Erfolge einer netzwerkartigen Zusammenarbeit gesteigert. Die Kultur fungiert in Beziehungsnetzwerken als ein Tool, das Vertrauen auf organisationaler sowie personaler Ebene positiv beeinflusst. Gemeinsame kulturelle Werte, übernehmen eine Orientierungsfunktion zwischen den Netzwerkpartnern. Gemeinsames Handeln wird effizienter und dies begünstigt eine Optimierung des Netzwerkes. Durch die vorliegende Arbeit soll ein Maßnahmenkonzept zum Netzwerkkulturmanagement erstellt werden, basierend auf einer Literaturrecherche zum Themenkomplex. Die Arbeitshypothese ist, dass es dieses Konzept erlaubt das Netzwerkmanagement durch Maßnahmen zum Aufbau einer vertrauensvollen Metakultur zu verbessern und langfristig innovative Entwicklungen unterstützt. Dieses Konzept kann dann in einem weiteren Schritt empirisch überprüft werden.
Chapter
Im digitalen Hyperwettbewerb kommt auch der sogenannten Plattformökonomie eine besondere Bedeutung zu. Dabei blendet die Plattformökonomie im Allgemeinen den Betreiber der Plattform – das (Echtzeit-)Keystone-/Plattformunternehmen – aus der Betrachtung aus. Dieser „blinde Fleck“ soll hier näher betrachtet werden.
Article
Research into network formation generally takes one of two approaches. Either it examines the outcomes of variations in the context and motives of the formation without examining the dynamics of the process, or it identifies the sequence of activities during the formation but does not examine variations within the formation. In this paper we complement both approaches by examining variations within the formation process and their consequences. We take an exploratory approach. Our analysis of survey data collected on the formation process of 53 R&D consortia reveals two distinct formation paths. The first involves emergent processes, developing from changes in the environment and a common interest and similar views among potential members. In the second, the process appears to be engineered—a triggering entity actively recruits potential members to join in the consortium. We conclude the paper with propositions on the importance of these formation types for the development of strategic networks. Copyright © 2000 John Wiley & Sons, Ltd.
Article
In this paper we present a study of the structure of three lead firm‐network relationships at two points in time. Using data on companies in the packaging machine industry, we study the process of vertical disintegration and focus on the ability to coordinate competencies and combine knowledge across corporate boundaries. We argue that the capability to interact with other companies—which we call relational capability—accelerates the lead firm’s knowledge access and transfer with relevant effects on company growth and innovativeness. This study provides evidence that interfirm networks can be shaped and deliberately designed: over time managers develop a specialized supplier network and build a narrower and more competitive set of core competencies. The ability to integrate knowledge residing both inside and outside the firm’s boundaries emerges as a distinctive organizational capability. Our main goal is to contribute to the current discussion of cooperative ties and dynamic aspects of interfirm networks, adding new dimensions to resource‐based and knowledge‐based interpretations of company performance. Copyright © 1999 John Wiley & Sons, Ltd.
Article
Previous research suggests that knowledge diffusion occurs more quickly within Toyota’s production network than in competing automaker networks. In this paper we examine the ‘black box’ of knowledge sharing within Toyota’s network and demonstrate that Toyota’s ability to effectively create and manage network‐level knowledge‐sharing processes at least partially explains the relative productivity advantages enjoyed by Toyota and its suppliers. We provide evidence that suppliers do learn more quickly after participating in Toyota’s knowledge‐sharing network. Toyota’s network has solved three fundamental dilemmas with regard to knowledge sharing by devising methods to (1) motivate members to participate and openly share valuable knowledge (while preventing undesirable spillovers to competitors), (2) prevent free riders, and (3) reduce the costs associated with finding and accessing different types of valuable knowledge. Toyota has done this by creating a strong network identity with rules for participation and entry into the network. Most importantly, production knowledge is viewed as the property of the network. Toyota’s highly interconnected, strong tie network has established a variety of institutionalized routines that facilitate multidirectional knowledge flows among suppliers. Our study suggests that the notion of a dynamic learning capability that creates competitive advantage needs to be extended beyond firm boundaries. Indeed, if the network can create a strong identity and coordinating rules, then it will be superior to a firm as an organizational form at creating and recombining knowledge due to the diversity of knowledge that resides within a network. Copyright © 2000 John Wiley & Sons, Ltd.
Book
Die Netzwerkorganisation wird oft als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen des Wettbewerbs gesehen. Sie ermöglicht die Kooperation mit Unternehmen in Bereichen, in denen man selbst nicht der Beste sein kann. Effizienz und Effektivität, Vertrauen und Macht, Wissen und Lernen, Kooperation und Kompetition sowie die Koordination von Arbeit über Organisationsgrenzen hinweg sind dabei in Unternehmungsnetzwerken höchst bedeutsam. Die Gestaltung dieser Phänomene stellt zugleich erhebliche, zum Teil sogar neuartige Anforderungen an das Management. Beiträge aus der "Managementforschung" analysieren, oft an Hand empirischer Daten oder auf der Basis von Praxisfällen, theoretisch immer fundiert diese Phänomene und zeigen damit Ansatzpunkte für ein Management von Netzwerken auf. Für die 5. Auflage wurde ein aktueller Beitrag aufgenommen und der Schlussbeitrag wiederum auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Die Zielgruppen "Management von Netzwerkorganisationen" richtet sich an Studierende und Dozenten der Betriebswirtschaftslehre und anderer sozialwissenschaftlicher Fachrichtungen, insbesondere mit den Schwerpunkten Organisation, Unternehmensführung und Management, sowie an interessierte Praktiker. Der Herausgeber Prof. Dr. Jörg Sydow lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Unternehmenskooperation.
Article
Dieser Beitrag stellt Netzwerke als Form der Primärorganisation vor, von der sich Unternehmungen selbst in turbulenten Umwelten eine dauerhafte Sicherung strategischer Wettbewerbsvorteile versprechen. Diese Form ist mit der jüngeren organisatorischen Forderung nach einer konsequenten Prozessorientierung nicht nur vereinbar, sondern kann geradezu als logische Konsequenz der Umsetzung dieses Organisationsprinzips gelten. Obwohl es zweckmäßig erscheint, verschiedene Netzwerktypen zu unterscheiden, können dieser Organisationsform ökonomischer Aktivitäten generell bestimmte Chancen und Risiken zugeschrieben werden. Zudem können vier basale Managementfunktionen identifiziert werden, deren kompetente Wahrnehmung einem Netzwerkversagen vorbeugen kann. Die Problematik des Managements von Netzwerkorganisationen wird dabei mit Blick auch auf die erforderlichen Managementkompetenzen und -instrumente, aber auch mit Blick auf das Verhältnis von Netzwerkmanagement und Netzwerkentwicklung einerseits sowie von Unternehmungs-und Netzwerkorganisation andererseits analysiert. Abschließend werden Stand und Perspektiven der Managementforschung zur Netzwerkorganisation resümiert.
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