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[Lyme-Borreliose in Schwangerschaft, Wochenbett und Stillzeit]

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DIAGNOSTIK + THERAPIE
FRAUENARZT 46 (2005) Nr.2
108
Borrelien sind schraubenförmige Bak-
terien und gehören zusammen mit
den Treponemen und Leptospiren zur
Familie der Spirochäten. 1975 wurde
in Lyme im US-Bundesstaat Connec-
ticut einevermehrte Inzidenz von Ar-
thritisfällen primär bei Kindern be-
obachtet, dieanamnestisch mit Ze-
ckenbissen in Verbindung gebracht
wurde. Steere et al. fassten 1986
ndas von Afzelius (1909) undLip-
schütz (1913) beschriebene Ery-
thema chronicum migrans,
neineeher seltene neurologische
Komplikation, die Meningopoly-
neuritis, welche 1922 von Garin
undBujadou zuerst beschrieben
wurde,
ndievon Bäfverstedt (1943) be-
schriebene Lymphadenosis cutis
benigna,
ndieauf Buchwald (1883) und
Herxheimer und Hartmann (1902)
zurückgehende Beschreibung der
Acrodermatitis chronica atrophi-
cans
sowieviele andere Symptome unter
dem Namen Lyme-Disease (Lyme-
Krankheit) zusammen (1). Erst im
Jahre 1981 gelang es W. Burgdorfer,
den ursächlichen bakteriellen Erreger
der Lyme-Krankheit nachzuweisen
(2). Heute sind drei für den Menschen
pathogeneBorrelienarten der Gat-
tung Borrelia burgdorferi sensu lato
und acht minimal oder nicht patho-
gene Arten bekannt (s. Tab. 1).
Die Gattung Borrelia besteht neben
Borelliaburgdorferi sensu lato aus
weiteren Borrelienspezies, den so ge-
nannten Rückfallfieber-Borrelien. Die
wichtigsten Erreger sind Borellia dut-
toni und Borrelia recurrentis, die Er-
reger des Zecken- bzw. Läuserückfall-
fiebers. Heute ist die Lyme-Borrelio-
se mit Abstand die wichtigste Borre-
lieninfektion des Menschen. Während
in Amerika ausschließlich Borrelia
burgdorferi sensu stricto als Erreger
vorkommt, sind es in Europa neben
Borrelia burgdorferi sensu stricto vor
allem Borrelia afzelii und Borrelia ga-
rinii. Während das biologische Ver-
halten dieser Erreger teilweise sehr
ähnlich ist, existieren zum Teil deut-
liche Unterschiede bei der Antigen-
struktur (3, 4).
Vielfältige Symptomatik
DieSymptomeund Manifestationen
einer Borreliose können vielfältig
sein. Neben den klassischen Sympto-
men, die im Folgenden beschrieben
werden, kann eine Vielzahl von wei-
teren Symptomen auftreten, dieeine
klinischeDiagnose schwierig machen.
Hier stehen uns Labortests zur Verfü-
gung, dieeinegute Hilfe bei der
Diagnosesicherung leisten.
INFEKTIOLOGIE
Lyme-Borreliose in Schwangerschaft,
Wochenbett und Stillzeit
I. Mylonas1,G. Enders2,F. Tewald2,K. Friese1
Eine transplazentare Infektion mit Borrelien ist zwar sehr selten,
kann aber wahrscheinlich beim Kind schwere Schädigungen her-
vorrufen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnostik und gegebenen-
falls antibiotische Therapie einer Borrelieninfektion in der Schwan-
gerschaft und auch in der Stillzeit nicht nur für die Gesundheit
der Mutter, sondern auch für die des Kindes bedeutsam.
11. Frauenklinik München,
Klinikum Innenstadt
2Institut für Virologie, Infektiologie
und Epidemiologie e.V., Stuttgart
Borrelienspezies und deren Vorkommen
Vektor (Zecken) Vorkommen
pathogene Borrelien
Borrelia burgdorferi Ixodes ricinus Europa
sensu stricto Ixodes dammini USA (Nord)
Ixodes scapularis USA (Nordost, Zentral)
Ixodes pacificus USA (West)
Borrelia garinii Ixodes ricinus Europa
Ixodes persulcatus Asien
Borrelia afzelii Ixodes ricinus Europa
Ixodes persulcatus Asien
nichtpathogene Borrelien
Borrelia valaisiana Ixodes ricinus Europa und Asien
Borrelia lusitaniae Ixodes ricinus Europa
Borrelia japonica Ixodes ovatusJapan
Borrelia tanukii Ixodes tanukii Japan
Borrelia turdaeIxodes turdus Japan
Borrelia sinica Ixodes persulcatusChina
Borrelia andersonii Ixodes dentatus USA (Ost)
Borrelia bissettii Ixodes spinipalpis USA (West)
Tab.1: Unterschiedliche Borrelienspezies und deren Vorkommen.
Nach der Übertragung auf den Men-
schen durch Vektoren (Zecken) ver-
mehren sich die Borrelien in der
Haut, wobei es in bis zu 50 % der Fäl-
le lokal zu einer Entzündung kommen
kann. In diesem Stadium können die
Bakterien wahrscheinlich durch un-
spezifische Abwehrmechanismen ab-
gefangen und eliminiert werden. Sie
können jedoch auch bereits jetzt
über die Blutzirkulation in andere Or-
gane gelangen. Eine flammende Rö-
tung mit progressivem Rand, die sich
flächenhaft ausbreitet, deutet auf
eine Borrelieninfektion hin. Ein der-
artiges Erythema migrans entwickelt
sich innerhalb 2–6 Wochen nach dem
Zeckenbiss bei etwa 60 % der Borre-
lieninfektionen. Bis zu 10 % der Er-
wachsenen haben erhöhte Antikör-
pertiter als Zeichen einer durchge-
machten Borrelieninfektion.
Man kann den Verlauf einer Lyme-
Borreliose in drei Stadien einteilen
(s. Tab. 2):
n
nStadium I (frühe lokalisierte In-
fektion nach Tagen bis Wochen): Die
Erstinfektion geht hauptsächlich mit
einer lokalen Entzündung einher, dem
Erythema migrans der Haut. Es be-
ginnt mit einer initialen Papel, ge-
folgt von einem scharf abgegrenzten
Erythem, das sich zentrifugal aus-
breitet und in der Mitte abblasst.
Subjektiv ist das Erythema migrans
mit Jucken, Brennen, Schmerzen und
Dysästhesien verbunden. Teilweise
treten ebenfalls uncharakteristische
Symptome wie Fieber, Kopfschmerz
(Meningismus), Myalgien, Arthral-
gien, Lympknotenschwellungen und
Konjunktivitis auf. An der Haut
kommt es in seltenen Fällen zu Ma-
nifestation als Lymphadenosis cutis
benigna Bäfverstedt in Form von röt-
lich lividen Infiltraten. Diese beste-
hen aus B-Lymphozyten, sind wenige
Zentimeter groß mit weicher bis prall-
elastischer Konsistenz und treten be-
vorzugt an Ohrläppchen, Mamillen
und Skrotum auf. Antikörper sind bei
20–50 % der Patienten nachweisbar.
In Tagen bis wenigen Wochen heilt
dieses Erythem spontan ab.
n
nStadium II (frühe disseminierte
Infektion nach Wochen bis Monaten,
jedoch auch zeitgleichmit Stadium I):
Neurologische Manifestationen ste-
hen im Vordergrund wie z.B. Fazia-
lisparese, Meningitis, Enzephalitis,
Radikulitis, Garin-Bujadoux-Bann-
warth-Syndrom (Meningopolyneuritis
mit brennenden radikulären Schmer-
zen), die in lokaler Beziehung zu
eventuell vorangegangenen Hauter-
scheinungen des Stadiums I stehen
können. Initial werden zu über 90 %
asymmetrische schlaffe Lähmungen
beobachtet, wobei zusätzlich in ca.
60 % der Fälle sensible Ausfälle vor-
kommen. Seltene Manifestation am
Herzen (Myo-, Peri- und Pankarditis,
AV-Überleitungsstörungen bis zum
kompletten Block, ST-T-Veränderun-
gen, Vorhofflimmern, ventrikuläre
Extrasystolen, Tachykardie, Ein-
schränkung der linksventrikulären
Funktion bis hin zur Herzinsuffizienz)
können ebenfalls auftreten. Antikör-
per sind in etwa 70–90 % der Fälle
nachweisbar. Auch diese Form heilt
spontan in Wochen und Monaten ab,
allerdings mit der Tendenz zu Rezidi-
ven.
n
nStadium III (persistierende Infek-
tion nach Monaten bis Jahren): Die
Neuroborreliose manifestiert sich in
der überwiegenden Zahl in Form einer
Polyradikuloneuritis (Bannwarth-Syn-
drom) mit ziehenden Schmerzen, die
sich nachts noch verstärken. Läh-
mungen, die im Rahmen der Radiku-
litis auftreten, haben gute Tendenz
zur Rückbildung; allerdings mit De-
fektheilung wie Parästhesien. Typisch
ist ebenfalls die Acrodermatitis chro-
nica atrophicans (ACA) Herxheimer
mit Atrophie der Haut („zigaretten-
papierdünn“). Allerdings ist eine Ma-
nifestation an Akren und Streckseiten
der Haut heutzutage eher selten. Die
Lyme-Arthritis ist eine schubweise
oder auch chronisch verlaufende
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DIAGNOSTIK + THERAPIE
Klinische Stadien der Lyme-Borreliose
Organmanifestation Symptomatik/Erkrankung
Stadium I: frühe lokalisierte Infektion
Haut nErythema migrans
allgemein nallgemeine Symptomatik („Grippe”) u.a. mit
Kopfschmerzen, Fieber etc.
Stadium II: frühe disseminierte Infektion
Haut nsekundäre Erythema-migrans-Läsionen
nLymphadenosis cutis benigna
ZNS nMeningitis
nGarin-Bujadoux-Bannwarth-Syndrom
nEnzephalitis
nHirnnervenlähmung
nRadikuloneuropathie
kardiovaskulär nMyo-, Peri- und Pankarditis mit AV-Block
nVorhofflimmern
nventrikuläre Extrasystolen
Knochen und Muskel nArthralgien und Myalgien
nArthritis
Stadium III: persistierende Infektion
ZNS nperiphere Neuropathie
nsubakute Enzephalopathie
nprogressive Enzephalomyelitis
nGarin-Bujadoux-Bannwarth-Syndrom
Haut nAcrodermatitis chronica atrophicans
Knochen- und Muskel nArthritis und Myositis
Tab. 2: Klinische Stadien der Lyme-Borreliose (3, 4, 6, 7, 15).
mono- oder oligoartikuläre Erkran-
kung, wobei Sprunggelenke, Ellenbo-
gen-, selten auch Finger-, Zehen- und
Handwurzelgelenke sowie Kieferge-
lenke betroffen sind. In diesem Sta-
dium kann in seltenen Fällen eine
chronische Enzephalomyelitis mit
Para- und Tetraparesen auftreten.
Antikörper sind bei 90–100 % der Fäl-
le nachweisbar. Bei Patienten mit
HIV-Infektionen kann es zu einer dis-
seminierten Beteiligung des ZNS kom-
men (5). Obwohl die Borreliose bei
Kindern und Erwachsenen theoretisch
ähnlich verlaufen kann, zeigen Kinder
eine frühere Manifestation der neuro-
logischen Symptomatik (s. Tab. 3).
Borreliose in Schwanger-
schaft und Stillzeit
Zur möglichen Gefährdung der
Schwangerschaft durch eine Borre-
lieninfektion liegen bisher nur gerin-
ge Daten vor, so dass eine Risikoein-
schätzung schwer abzuleiten ist.
Allerdings ist eine diaplazentare
Übertragung von Borrelien mittler-
weile als gesichert anzusehen (6, 7).
In einigen Fallbeispielen war die Pla-
zenta entzündet und mit Spirochäten
dicht besiedelt. In der Vergangenheit
bestand deshalb große Sorge, dass fe-
tale Infektionen häufig sein könnten
und Borrelia burgdorferi teratogene
Effekte ausüben könnte – vor allem
wegen der Ähnlichkeiten zwischen
Borrelien und Treponemen sowie den
Krankheitsbildern von Lyme-Borrelio-
se und Syphilis.
Obwohl die anfänglichen Fallberichte
in dieser Hinsicht alarmierend waren,
führten neuere prospektive Untersu-
chungen zu einer gewissen Beruhi-
gung, da offensichtlich die Infektion
der Mutter für den Feten eher selten
ernsthafte Konsequenzen hat (8). Zu
Beginn der Schwangerschaft ist die
Wahrscheinlichkeit einer transplazen-
taren Infektion vermutlich höher als
im weiteren Verlauf der Gravidität.
Neben Aborten (9) werden Missbil-
dungen wie Syndaktylie, Ventrikelsep-
tumdefekt, Herzrhythmusstörungen
etc. beschrieben (s. Tab. 4).
Allerdings konnten derartige Schäden
mitunter nicht eindeutig einer fetalen
Infektion zugeordnet werden, und
auch bei den fetalen Todesfällen wur-
de oft nicht eine fetale Infektion,
sondern eine Begleiterscheinung der
mütterlichen Reaktion auf die Infek-
tion verantwortlich gemacht. Hinzu
kommt, dass wenn eine Lyme-Borre-
liose in der Schwangerschaft nachge-
wiesen wird, natürlich sofort eine The-
rapie eingeleitet wird, was nach den
meisten Studien das Risiko einer feta-
len Symptomatik um ca. zwei Drittel
senkt. Somit ist ein teratogener Effekt
bisher nicht auszuschließen; ein Be-
weis steht hierfür allerdings noch aus.
Insgesamt wird das Risiko einer
intrauterinen Übertragung von der
Mutter auf den Feten als unwahr-
scheinlich eingeschätzt (10), vor al-
lem wenn eine frühe und hoch do-
sierte Antibiose erfolgt. Allerdings
wurde auch von einer konnatalen In-
fektion trotz oraler Antibiotikathera-
pie der Mutter berichtet (11). Die Be-
handlungsdauer betrug in diesem Fall
jedoch lediglich 7 Tage und war mög-
licherweise nicht ausreichend.
Das Gleiche gilt für die Stillperiode.
Da bisher keine Fälle einer Übertra-
gung von Borrelien über die Mutter-
milch bekannt sind, ist das entspre-
DIAGNOSTIK + THERAPIE
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Verlauf der Borreliose bei Erwachsenen und Kindern
Erwachsene Kinder
Stadium I: frühe lokalisierte Infektion
nErythema migrans nErythema migrans
nallgemeine Symptomatik („Grippe”) nallgemeine Symptomatik („Grippe”)
u.a. mit Kopfschmerzen, Fieber etc. u.a. mit Kopfschmerzen, Fieber etc.
nLymphadenosis cutis benigna nKonjuktivitis
nNeuritis kranialer Nerven (N. facialis)
nPerikarditis
nlymphozytäre Meningitis
nArthralgien und Myalgien
Stadium II: frühe disseminierte Infektion
nsek. Erythema-migrans-Läsionen
nPerikarditis
nlymphozytäre Meningitis
nMyo-, Peri- und Pankarditis
nAV-Block
nEnzephalitis
nHirnnervenlähmung
nRadikuloneuropathie
nNeuritis kranialer Nerven (N. facialis)
nVorhofflimmern
nventrikuläre Extrasystolen
nArthralgien und Myalgien
nArthritis
Stadium III: persistierende Infektion
nAcrodermatitis chronica atrophicans nAcrodermatitis chronica atrophicans
ntherapieresistente Arthritis nchronische Arthritis
nMyositis nMeningoradikuloneuritis (selten)
nperiphere Neuropathie nRadikuloneuropathie
nsubakute Enzephalopathie nEnzephalomyelitis (selten)
nprogressive Enzephalomyelitis nKonjuktivitis, Uveitis, Keratitis
nGarin-Bujadoux-Bannwarth- nMyo-, Peri- und Pankarditis
Syndrom (selten)
Tab. 3: Eine Borrelieninfektion kann bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich verlaufen
(3, 15).
chende Risiko noch nicht abzuschät-
zen. Bei einer Überprüfung von ins-
gesamt 1.345 Schwangeren mit 238
Fällen einer floriden Infektion und
186 Mutter-Kind-Paaren sind bisher
keine klinischen Auffälligkeiten be-
obachtet werden (G. Enders – nicht
publiziert). Somit scheint das Stillen
kein Übertragungsweg für die Borre-
liose zu sein. Allerdings konnte bei
zwei stillenden Müttern Borrelien-
DNA mit Hilfe der PCR nachgewiesen
werden (12). Es ist jedoch noch un-
klar, ob es sich um intakte Bakterien
oder nur um Fragmente des bakte-
riellen Erbgutes handelt.
Da die Datenlage zu möglichen Über-
tragungswegen und das Risiko einer
fetalen Infektion noch nicht einzu-
schätzen sind, wurde eine Kontrain-
dikation zum Stillen gesehen (5).
Eine Empfehlung diesbezüglich wird
dadurch erschwert, dass bei Trepo-
nemen ein solcher Infektionsweg
durchaus möglich ist. Gegen die Ver-
gleichbarkeit der Borrelien mit Tre-
ponemen spricht allerdings, dass eine
Übertragung über die Schleimhäute,
wie man sie von den Treponemen bei
genitalem und oralem Geschlechts-
verkehr kennt, bei Borrelien bisher
weder beim Menschen noch im Tier-
versuch beschrieben wurde (21). Da
ein minimales Restrisiko nicht ganz
ausgeschlossen werden kann, sollte
dies mit der Stillenden besprochen
werden.
Grundsätzlich besteht bei einer aku-
ten Infektion während der Schwan-
gerschaft ein erhöhtes Risiko für
eine fetale Beteiligung und ggf.
Schädigung im Vergleich zu einer
chronischen Infektion, wo die
Schwangere bereits IgG-Antikörper
gebildet hat. Dies wurde auch im
Tierversuch an Mäusen gezeigt (22).
Allerdings ist aufgrund der derzei-
tigen Datenlage die Angabe eines
entsprechendes Risikos noch nicht
möglich. Ein zusätzliches Problem
würde eine notwendige Antibiotika-
therapie während der Stillzeit dar-
stellen, da diese Medikamente in
die Muttermilch übergehen können
und beim Kind z.B. zu Durchfällen
oder Kandidosen führen. Die Pa-
tientin sollte diesbezüglich aus-
führlich aufgeklärt werden und ein
eventuelles Übertragungsrisiko im
Hinblick auf die bisher bekannten
Ergebnisse und die Datenlage be-
sprochen werden.
Diagnostik ist oft schwierig
Die Diagnostik bei Infektionen kann
schwierig sein, da die Antikörperbil-
dung verzögert auftritt (2–3 Wochen
nach Infektion) und ein negativer
Antikörpernachweis eine akute Borre-
liose nicht ausschließt. Der direkte
Nachweis der Bakterien durch Mikro-
skopie bzw. Kultur ist nur in wenigen
Labors möglich und für den Einzelfall
ungeeignet (s. Tab. 5). Der Nachweis
von bakterieller DNA mittels der PCR
ist möglich (s. Tab. 6 auf S. 112),
bringt aber praktisch keine Sicherheit.
IgM-Antikörper, die zunächst gebildet
werden, können über Monate hinweg
persistieren, so dass ihre Präsenz
nicht mit Sicherheit auf eine ganz fri-
sche Infektion schließen lässt. Bei der
Neuroborreliose findet man typischer-
weise eine lymphozytäre Pleozytose
und eine intrathekale Antikörpersyn-
these, welche durch parallele Analyse
eines Serum-Liquor-Paares bestimmt
wird. Die Ergebnisse des ELISA müs-
sen durch den Immunoblot/Western
Blot bestätigt werden. Dort kann man
dann im Detail erkennen, gegen wel-
che antigenen Bestandteile der Bor-
relienantikörper gebildet worden sind
(6, 7).
Eine Borrelieninfektion sollte serolo-
gisch abgeklärt werden. Allerdings ist
ein Erythrema migrans auch bei ne-
gativem Antikörpertiter zu behandeln.
IgG-Antikörper sind im Stadium III
der Erkrankung in der Regel zuverläs-
sig nachzuweisen. Weitere serologi-
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DIAGNOSTIK + THERAPIE
Mögliche
Borrelien-assoziierte
fetale Schädigungen
Schädigung Autor
Frühgeburt (16)
intrauteriner Fruchttod (16)
Totgeburten (17, 18)
– Nachweis von Spirochäten
in fetalem Gewebe
– Hydrozephalus
– Sudden Infant Death Syndrome
intrauterine Mangel-
entwicklung (IUGR) (16)
bilaterale Ureterstenose
mit Hydronephrose (17)
konnatales Exanthem (16)
Vorhof- und Ventrikel-
septumdefekt (19)
multiple kardiovaskuläre
Fehlbildungen (17)
konnatale Sepsis: (20)
– fahle Gesichtsfarbe
– Hepatosplenomegalie
– Petechien
– Thrombozytopenie
– Hyperbilirubinämie
Cheilognathopalatoschisis (19)
Syndaktylie (16)
Hüftdysplasie (19)
kavernöse Hämangiome (19)
kortikale Blindheit (16)
Tab. 4: Mögliche fetale Schädigungen nach
einer Borrelieninfektion (4, 6, 7).
Nachweis von Borrelieninfektionen I
Nachweis- Untersuchungsmaterial Zecken
methoden Liquor Blut Gelenk- Haut-
flüssigkeit biopsie
Kultur + (+) (+) ++ ++
Immunoblot (+) / ++ ++
PCR + - + / ++ ++ ++
Tab. 5: Diagnostische Methoden zum Nachweis von Borrelieninfektionen an unterschiedlichen
Untersuchungsmaterialien (4, 6, 7).
sche Kontrollen sollten nach 3 Wo-
chen (nach Beginn der Erkrankung)
bis 6 Wochen (nach Zeckenbiss)
durchgeführt werden. Im Einzelfall
kann die Bewertung eines Laborbe-
fundes äußerst schwierig sein, und oft
beruht die Diagnose nur auf einer Ver-
knüpfung von Labordaten mit klini-
schen Befunden.
Bei einer weitgehend gesicherten Bor-
relieninfektion in der Frühgravidität
kann bei fetalen Auffälligkeiten eine
Fruchtwasseruntersuchung veranlasst
werden. Weitere Untersuchungen des
mütterlichen Blutes sowie des Nabel-
schnurbluts sind ebenfalls möglich.
Das Neugeborene sollte bis zum 6. Le-
bensmonat auf auffällige Symptome
untersucht und beobachtet werden.
Therapie mit Antibiotika
Für die klinisch manifeste Borreliose
stehen verschiedene Medikamente zur
Verfügung (s. Tab. 7). Infektionen
sollten grundsätzlich und in ausrei-
chender Dosierung therapiert werden.
Auch das selbstlimitiernde Erythema
migrans stellt in der Schwangerschaft
eine Behandlungsindikation dar. Tre-
ten im Stadium I neben Erythema mi-
grans deutliche Allgemeinsymptome
(grippale Symptome, Kopf- und Glie-
derschmerzen, Arthralgien, Nacht-
schweiß, Fieber) auf, so wird dies als
Zeichen einer zumindest vorüberge-
henden Bakteriämie gedeutet. In die-
sen Fällen sollte eine parenterale The-
rapie erwogen werden.
Hautmanifestationen sowie Arthriti-
den sprechen in der Regel sehr gut
auf Tetrazykline (Doxycyclin) an. Bei
unsicherer Diagnose sollte eine The-
rapie mit 2 x 100 mg Doxycyclin/Tag
über 3 Wochen durchgeführt werden.
Interessant ist ebenfalls, dass eine
einmalige Gabe von 200 mg Doxycy-
clin innerhalb der ersten 72 h nach
Zeckenbiss gegen eine Borrelienin-
fektion erfolgreich ist (13). Aller-
dings ist eine Doxycyclin-Therapie in
der Schwangerschaft und Stillzeit
kontraindiziert. Da ein intrauteriner
Fruchttod als Folge einer akuten Bor-
reliose möglich ist, sollte vor allem
in der Schwangerschaft eine pro-
phylaktische Therapie erwogen wer-
den. Zur Abschätzung der Wahr-
scheinlichkeit einer Übertragung
kann die entfernte Zecke mittels PCR
auf eine Infektion mit Borrelien
untersucht werden. Abhängig vom
Ergebnis und der Anhaftdauer der Ze-
cke (eine Übertragung bei <24 h ist
selten) kann eine Prophylaxe mit
Amoxicillin (7–10 Tage) durchgeführt
werden.
Wenn innerhalb von 3 Monaten kein
Therapieerfolg zu beobachten ist,
muss an dem Kausalzusammenhang
zwischen den Beschwerden und dem
positiven serologischen Befund ge-
zweifelt werden. Penicillin G (20 Mio.
IE/Tag) oder Amoxicillin (3 x 0,75–
1,0 g) für 3 Wochen können ebenfalls
gegeben werden. Auch Cephalospori-
ne, z.B. Cefotaxim (Claforan, 2 x 3
g/Tag), sind geeignet. Die Rolle der
Makrolide ist noch nicht klar definiert,
wobei eine Behandlung in der
Schwangerschaft nicht kontraindiziert
ist. Bei der Neuroborreliose hat Cef-
triaxon wegen seiner pharmakologi-
schen Eigenschaften einen Vorteil;
wegen der hohen Eiweißbindung und
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Nachweis von Borrelieninfektionen II
Diagnostik Material Methode
Antikörper- nSerum nEIA/ELISA (IgG, IgM)
nachweis nVollblut nIFT (IgG, IgM)
nLiquor nImmunoblot (IgG, IgM)
Serum-Liquor-Paar zur Bestätigungstest, vor
Bestimmung der auto- allem bei neurologischen
chthonen Produktion Erkrankungen
spezifischer Antikörper
Nukleinsäure- nLiquor nPCR
nachweis nPunktat aus
Infektionsbezirk
nGelenkpunktat
nHautbiopsie
nZecke (nativ)
Borrelia duttonii, Borrelia recurrentis: Nachweis in Blutausstrichen während
der Fieberphasen, da hohe Bakterienzellzahlen zirkulieren. Ein Nachweis im
Dunkelfeldmikroskop oder über eine Giemsafärbung ist möglich.
Tab. 6: Diagnostische Methoden zum Nachweis von Borrelieninfektionen (4, 6, 7).
Therapie in Schwangerschaft und Stillzeit
Stadium Wirkstoff Dosierung Dauer
IAmoxicillin 3 x 750–1.000 mg p.o 3 Wochen
Cefuroximaxetil 2 x 500 mg p.o. 3 Wochen
(Roxithromycin 1 x 300 mg p.o 3 Wochen)
(Clarithromycin 2 x 250 mg p.o. 3 Wochen)
II Ceftriaxon 2–4 g i.v. 2–3 Wochen
Cefotaxim 2 x 3 g i.v. 2–3 Wochen
Penicillin G 4 x 5 Mio. IU i.v.2–3 Wochen
III Ceftriaxon 2–4 g i.v. 2–3 Wochen
Cefotaxim 2 x 3 g i.v. 2–3 Wochen
Penicillin G 4 x 5 Mio. IU i.v. 2–3 Wochen
Tab. 7: Therapievorschläge nach einer Borrelieninfektion in der Schwangerschaft und Stillzeit.
der daraus resultierenden langen
Halbwertszeit hat es eine bessere
Chance, allmählich durch Diffusion die
Blut-Liquor-Schranke zu überwinden,
so dass vor Ort höhere Antibiotika-
konzentrationen in dem sonst privile-
gierten Areal erreicht werden. Bei
chronischen Fällen sollte die Therapie
von 14 auf 21 Tage verlängert werden.
Prophylaxe
noch nicht möglich
Ein effektiver Impfstoff steht bisher
nicht zur Verfügung, wobei entspre-
chende Impfstoffe entwickelt werden.
Dabei werden Oberflächenantigene,
v.a. von OspA, zur Immunisierung ver-
wendet. 1998 wurde in den USA der
erste Impfstoff gegen eine Borrelien-
infektion eingeführt, welcher gegen
OspA gerichtet war (14). Mittlerweile
ist dieser Impfstoff, wahrscheinlich
aufgrund der Nebenwirkungen (z.B.
Arthritiden) und des mangelnden
Interesses der Bevölkerung, vom
Markt genommen.
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FRAUENARZT 46 (2005) Nr.2 113
DIAGNOSTIK + THERAPIE
Dr. med. Ioannis Mylonas
1. Frauenklinik München –
Klinikum Innenstadt
Ludwig-Maximilians-Universität
München (LMU)
Maistraße 11
D-80337 München
Tel. +49 89 5160-4111
Fax +49 89 5160-4916
E-Mail ioannis.mylonas@
med.uni-muenchen.de
Für die Autoren
Chapter
Infektionen während der Schwangerschaft sind besonders gefürchtet, da nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind gefährdet ist. Infektionsbedingte Komplikationen für das Kind beinhalten u. a.: eine direkte fetale Schädigung (Embryopathie, Fetopathie). eine indirekte fetale Schädigung (Frühgeburt, Spontanabort). eine intrapartale Infektion des Kindes mit späteren gesundheitlichen Folgen. Eine Infektion der Mutter birgt ebenfalls Risiken wie u. a. eine Exazerbation der Infektion, eine Reaktivierung latenter mütterlicher Infektion sowie aszendierende Infektionen. Eine frühe Erkennung einer Infektion in der Schwangerschaft ist unabdingbar, um mögliche Schäden für die Mutter und das Kind frühzeitig zu behandeln. Dementsprechend stellt die maternale und präpartale Diagnose den wichtigsten Schritt einer weiterführenden Therapie dar.
Chapter
Infektionen während der Schwangerschaft sind besonders gefürchtet, da nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind gefährdet ist. Infektionsbedingte Komplikationen für das Kind beinhalten u. a.: eine direkte fetale Schädigung (Embryopathie, Fetopathie). eine indirekte fetale Schädigung (Frühgeburt, Spontanabort). eine intrapartale Infektion des Kindes mit späteren gesundheitlichen Folgen. Eine Infektion der Mutter birgt ebenfalls Risiken wie u. a. eine Exazerbation der Infektion, eine Reaktivierung latenter mütterlicher Infektion sowie aszendierende Infektionen. Eine frühe Erkennung einer Infektion in der Schwangerschaft ist unabdingbar, um mögliche Schäden für die Mutter und das Kind frühzeitig zu behandeln. Dementsprechend stellt die maternale und präpartale Diagnose den wichtigsten Schritt einer weiterführenden Therapie dar.
Chapter
Im Jahr 1975 wurde in Lyme, im US-Bundesstaat Connecticut, eine vermehrte Inzidenz von Arthritisfällen – primär bei Kindern – beobachtet, welche anamnestisch mit Zeckenbissen in Verbindung gebracht wurden. Steere und Mitarbeiter fassten das Erythema chronicum migrans, seine eher seltene neurologische Komplikation Meningopolyneuritis, die Lymphadenosis cutis benigna, die Acrodermatitis chronica atrophicans sowie viele andere Symptome unter dem Namen Lyme-Disease (Lyme-Krankheit) zusammen.
Article
Ein 75-jähriger Patient stellt sich mit seit mehreren Monaten bestehenden, livid-rötlichen, unscharf begrenzten Schwellungen am linken Fuß und Unterschenkel vor. Er klagt über eine verstärkte Schmerzempfindung in dem betroffenen Hautareal und über leichte Missempfindungen an beiden Händen.
Chapter
Infektionen während der Schwangerschaft sind besonders gefürchtet, da nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind gefährdet ist. Infektionsbedingte Komplikationen für das Kind beinhalten u. a. █ eine direkte fetale Schädigung (Embryopathie, Fetopathie), █ eine indirekte fetale Schädigung (Frühgeburt, Spontanabort) sowie █ eine intrapartale Infektion des Kindes mit späteren gesundheitlichen Folgen (Petersen 1997; Friese et al. 2002; Mylonas u. Friese 2004a).
Book
Anerkannte Experten geben Ihnen einen aktuellen Überblick über die infektiologische Diagnostik und Therapie während der Schwangerschaft und Neonatalperiode. Sie erhalten umfassende Informationen zu den einzelnen Infektionserkrankungen. Kontrovers diskutierte Krankheitsbilder wie Streptokokken B, Toxoplasmose, Hepatitis und AIDS werden aus geburtshilflicher sowie pädiatrischer Sicht fundiert dargestellt. Praktische Hinweise zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen ergänzen das Buch und machen es zu einem nützlichen Ratgeber in Klinik und Praxis.
Article
Lyme disease is an increasingly recognized tick-borne illness caused by a spirochete, Borrelia burgdorferi. Because the etiologic agent of Lyme disease is a spirochete, there has been concern about the effect of maternal Lyme disease on pregnancy outcome. We reviewed cases of Lyme disease in pregnant women who were identified before knowledge of the pregnancy outcomes. Nineteen cases were identified with onset between 1976 and 1984. Eight of the women were affected during the first trimester, seven during the second trimester, and two during the third trimester; in two, the trimester of onset was unknown. Thirteen received appropriate antibiotic therapy for Lyme disease. Of the 19 pregnancies, five had adverse outcomes, including syndactyly, cortical blindness, intrauterine fetal death, prematurity, and rash in the newborn. Adverse outcomes occurred in cases with infection during each of the trimesters. Although B burgdorferi could not be implicated directly in any of the adverse outcomes, the frequency of such outcomes warrants further surveillance and studies of pregnant women with Lyme disease.
Article
Great diversity of clinical expression of signs and symptoms of gestational Lyme borreliosis parallels the diversity of prenatal syphilis. It is documented that transplacental transmission of the spirochete from mother to fetus is possible. Further research is necessary to investigate possible teratogenic effects that might occur if the spirochete reaches the fetus during the period of organogenesis. Autopsy and clinical studies have associated gestational Lyme borreliosis with various medical problems including fetal death, hydrocephalus, cardiovascular anomalies, neonatal respiratory distress, hyperbilirubinemia, intrauterine growth retardation, cortical blindness, sudden infant death syndrome, and maternal toxemia of pregnancy. Whether any or all of these associations are coincidentally or causally related remains to be clarified by further investigation. It is my expectation that the spectrum of gestational Lyme borreliosis will expand into many of the clinical domains of prenatal syphilis.
Article
We conclude that orally administered penicillin for Lyme borreliosis during pregnancy does not seem to be sufficient to prevent infection of the child. Thus we now tentatively recommend intravenous penicillin, 5-milli-IU four times daily for 10 to 14 days in pregnant women with LB. In patients allergic to penicillin, erythromycin, 500 mg four times daily, might be an alternative but experience with this regimen is limited and a dosage of 250 mg four times daily has not given satisfactory results.