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[Central Serous Chorioretinitis and Depressive Disorder - a Psychosomatic Perspective.]

Authors:

Abstract

Central serous chorioretinitis serosa is repeatedly brought into aetiological considerations with a rather unspecific concept of distress. Depressive disorder represents a specific stressor, which is known in cardiology or diabetology as a significant risk factor. In the present case report, the clinical correlation between a central serous chorioretinitis and a depressive disorder is shown from a psychosomatic point of view, comparing a sequentially-reactive understanding of the disorder complex with a preferable model of simultaneous entanglement. Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York.
Einleitung
!
Retinopathien sind in einer Zeit hochtechnisierter
Möglichkeiten der gegenwärtigen Augenheilkun-
de nicht regelmäßig Gegenstand expliziter psy-
chosomatischer Erwägungen [16]. Dabei fehlt
bis heute in vielen Fällen, wie z. B. bei der Chorio-
retinitis centralis serosa (CCS), eine kausale The-
rapiestrategie ebenso wie ein rein biomechanis-
tisch überzeugendes Krankheitsmodell [710].
Bekannt ist, dass der CCS in der pathophysiologi-
schen Endstrecke eine Hyperpermeabilität der
Aderhautgefäße zugrunde liegt, welche zu einer
Abhebung der Netzhaut mit den entsprechenden
Folgen führen kann und zumeist einer sympto-
matischen Kontrolle mittels Laser- und fotodyna-
mischer Therapie zugänglich ist.
Fallbericht (angelehnt an die
CARE Guidelines [11])
!
Patienteninformation und
Aufnahmebefunde
Vorgeschichtlich hatte sich der 43-jährige Patient
im Herbst 2011 lebenszeitlich erstmals beim Au-
genarzt vorgestellt, wo die ophthalmologische
Hauptdiagnose einer auf dem rechten Auge be-
stehenden CCS (ICD-10: H35.7) gestellt wurde
(l
"Abb. 1). Der Patient gab an, schlagartig
schlecht gesehenzu haben, von augenärztlicher
Seite stellte sich die Diagnose eher als verspätet
dar. Es erfolgte ein einmaliger Therapieversuch
durch eine Injektion mit Bevacizumab (Avastin®)
am 01.12.2011. Eine erneute Bildgebung mittels
OCT am 19.12.2011 zeigte bei Vernarbung keine
Verbesserung, weshalb eine 2. Antikörpergabe in
augenheilkundlicher Würdigung prognostischer
Überlegungen als nicht indiziert klassifiziert wur-
de.
Zusammenfassung
!
Die Chorioretinitis centralis serosa wird in ätiolo-
gischen Überlegungen immer wieder mit einem
unspezifischen Distresskonzept in Zusammen-
hang gebracht. Die depressive Störung stellt hin-
gegen einen klar benennbaren, spezifischen
Stressor dar, der nicht zuletzt in der Kardiologie
wie Diabetologie als bedeutender, eigenständiger
Risikofaktor bekannt ist. In vorliegendem Fall-
bericht wird aus psychosomatischer Sicht die kli-
nische Korrelation zwischen einer Chorioretinitis
centralis serosa und einer depressiven Störung
aufgezeigt, wobei ein lediglich ad hoc naheliegen-
des sequenziell-reaktives Störungsverständnis
demjenigen einer simultanen Verschränkung ge-
genübergestellt wird, welches nach unserem Er-
messen zu bevorzugen wäre.
Abstract
!
Central serous chorioretinitis serosa is repeatedly
brought into aetiological considerations with a
rather unspecific concept of distress. Depressive
disorder represents a specific stressor, which is
known in cardiology or diabetology as a signifi-
cant risk factor. In the present case report, the
clinical correlation between a central serous cho-
rioretinitis and a depressive disorder is shown
from a psychosomatic point of view, comparing a
sequentially-reactive understanding of the dis-
order complex with a preferable model of simul-
taneous entanglement.
Die Chorioretinitis centralis serosa und die depressive
Störung eine psychosomatische Perspektive
Central Serous Chorioretinitis and Depressive Disorder
a Psychosomatic Perspective
Autoren S. Haisch1, C. W. Spraul 2, M. Noll-Hussong1
Institute 1Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, University of Ulm, Ulm
2Augenärzte im Basteicenter, Ulm
Schlüsselwörter
l
"intraokulare Entzündungen
l
"Pathologie
l
"Retina
Key words
l
"intraocular inflammation
l
"pathology
l
"retina
eingereicht 22.11. 2013
akzeptiert 3.4. 2014
Bibliografie
DOI http://dx.doi.org/
10.1055/s-0034-1368433
Online-publiziert
Klin Monatsbl Augenheilkd
© Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York ·
ISSN 0023-2165
Korrespondenzadresse
Dr. Michael Noll-Hussong
Klinik für Psychosomatische
Medizin und Psychotherapie
University of Ulm
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm
michael.noll-hussong@
uniklinik-ulm.de
Haisch S et al. Die Chorioretinitis centralisKlin Monatsbl Augenheilkd
Kasuistik
Heruntergeladen von: IP-Proxy CONSORTIUM:DFG (Bayerische Staatsbibliothek München), null. Urheberrechtlich geschützt.
Der verheiratete Patient und Vater zweier minderjähriger Töch-
ter war zuletzt als technischer Angestellter vollzeitig im öffent-
lichen Dienst tätig, wobei eine anhaltend hohe berufliche Anfor-
derungssituation berichtet wurde. Hinweise auf eine klinisch
krankheitswertige psychopathologische Entwicklung bestanden
vor Feststellung der CCS nicht.
Seit der Diagnosestellung litt der Patient unter progredienten Un-
ruhezuständen, Niedergeschlagenheit und rezidivierenden Diar-
rhöen ohne richtungsweisenden somatischen Befund. Zudem
zeigten sich korrelierend mit der zunehmenden Antizipation der
Irreversibilität des unilateralen Augenbefunds zunehmend de-
pressive Symptome mit Niedergeschlagenheit, Durchschlaf-
störungen, Antriebsschwäche, Grübelneigung und innerer Un-
ruhe sowie latente Suizidgedanken, nicht zuletzt aus der Angst
heraus, was passieren könne, wenn auch das andere Auge in
Mitleidenschaftgezogen würde. Im Rahmen einer augenärztlich
initiierten ambulanten psychiatrischen Konsultation im April
2012 wurde die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode (ICD-10: F32.1) gestellt und eine medikamentöse Interven-
tion mittels antidepressiver Psychopharmakotherapie mit Escita-
lopram 20 mg sowie später zusätzlich Agomelatin 50 mg jeweils
in täglich einmaliger Dosis begonnen. Ein vollstationärer Aufent-
halt in einer Psychosomatischen Rehabilitationsklinik wurde von
Oktober bis November 2012 durchgeführt, welcher jedoch nur zu
einer transienten Besserung der psychischen Beschwerden des
Patienten führte, als u. a. die Aufnahme einer empfohlenen am-
bulanten Psychotherapie im Richtlinienverfahren [12]bei Auslas-
tung aller Psychotherapeuten in Wohnortnähe erst im Februar
2013 möglich war.
Der gesetzlich Versicherte stellte sich auf Anraten seines nieder-
gelassenen Augenarztes und im Einvernehmen mit seinem am-
bulanten Psychotherapeuten im 2. Quartal 2013 in einer Psycho-
somatischen Hochschulambulanz zur Fachdiagnostik und Indika-
tionsstellung zur ggf. stationären Therapie vor. Hier wurden die
Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10:
F32.1), einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10:
F45.1) sowie psychologischer Faktoren oder Verhaltensfaktoren
bei CCS (ICD-10: F54 bei H35.7) gestellt. Bei Grenzen der Behan-
delbarkeit im ambulanten Sektor mit der Gefahr (!) einer wei-
teren körperlichen wie psychischen Verschlimmerung vor dem
Hintergrund einer lange bestehenden Arbeitsunfähigkeit bei ko-
pathogenen sozialen Faktoren war eine akutpsychosomatische
Behandlung im multiprofessionellen Team indiziert, zumal ein
vorheriger Rehaaufenthalt keine nachhaltige Besserung erbrach-
te, damit womöglich wie die zwischenzeitlich laufende ambu-
lante Psychotherapie (1 × 50 min Einzelpsychotherapie/Woche)
auch eine zu niedrige Therapiedosisrepräsentierte.
Der letzte augenärztliche Befund vor der stationären Aufnahme
zeigte nebenbefundlich zur CCS einen Astigmatismus sowie eine
Hyperopie (FV RA: 0,05, mit Korrektur nicht zu verbessern; LA:
1,0). Das OCT zeigte in Anlehnung an die Vorbefunde 2 kleine
RPE-Abhebungen, die sich stabil mit assoziierten retinalen Pig-
mentierungen darstellten (l
"Abb. 2).
Vom psychopathologischen Befund her war der Patient bei voll-
stationärer Aufnahme in die Klinik weiterhin niedergeschlagen,
vermindert schwingungsfähig, antriebsgemindert und berichtete
zusammenfassend über eine Erschöpfungssymptomatik.Akute
aktive Suizidalität bestand nicht.
Psychometrisch spiegelten sich bei Aufnahme in den entspre-
chenden Messinstrumenten konkordant deutlich pathologische
Werte (l
"Tab. 1).
In der klinischen Gesamtwürdigung bestand von psychischer Sei-
te die Krankenhaus-Hauptdiagnose einer mittelgradigen depres-
sive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Im
Strukturierten Klinischen Interview für DSMIV (SKIDI) [13],
welches der Erfassung bzw. Diagnostik ausgewählter psychischer
Syndrome und Störungen, wie sie im DSMIV (Diagnostic and
Statistical Manual of Mental Disordersder American Psychiatric
Association APA) [14] auf Achse I (Klinische Störungen und ande-
re klinisch relevante Probleme) definiert werden, dient, wurde
die Diagnose einer majoren Depression (major depression)ge-
stellt. Der SKID repräsentiert den psychodiagnostischen Gold-
standard in der DSM-Welt.
Bei einer depressiven Episode leidet der betroffene Patient ge-
mäß ICD-10 unter einer gedrückten Stimmung und einer Ver-
minderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude,
das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgepräg-
te Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten.
Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwert-
gefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar
bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken
über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verän-
dert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstän-
de und kann von sogenannten somatischenSymptomen beglei-
tet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Frü-
herwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung,
Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust.
Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine de-
pressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeich-
nen[15,16]. Bei der mittelgradigen depressiven Episode sind
gewöhnlich vier oder mehr der oben angegebenen Symptome
vorhanden, und der betroffene Patient hat meist große Schwie-
rigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen[15,16].
Die allgemein-internistische und neurologische körperliche Auf-
nahmebefund sowie das Routinelabor zeigten jenseits des statio-
nären augenärztlichen Vorbefunds keinerlei Auffälligkeiten. Ins-
besondere bestand in der Anamnese kein Schlaf-Apnoe-Syndrom
[17], keine Helicobacter-pylori- [18] oder HIV-Infektion [19],
Autoimmunerkrankung [2022], auch keine Vorbehandlung mit
Kortikosteroiden [23], Phosphodiesterase-5-Hemmern [24],
Antibiotika [25] oder angstlösenden [26] ( jedoch antidepressiven
Abb. 1 Fluoreszenzangiografie vom 17.11.2011.
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[27]!) Substanzen. Der kaukasische [28], normotone [27, 29] Pa-
tient war Nichtraucher [30] und betrieb keinen Missbrauch psy-
chotroper Substanzen [31].
Verlauf des Falles
Während des 8-wöchigen vollstationären akutpsychosomati-
schen Aufenthalts von Juni bis August 2013 wurde im Rahmen
einer multimodalen stationären Behandlung mit kognitiver Ver-
haltenstherapie in Einzel- sowie Gruppentherapien fokussiert
Strategien zur Krankheitsbewältigung, Stressreduktion am Ar-
beitsplatz, Strategien zur Reduktion des eigenen Leistungsdrucks
sowie der Zukunfts- und Versagensängste bez. der gesundheitli-
chen Entwicklung erarbeitet. Zudem nahm der Patient regelmä-
ßig an nonverbalen Verfahren wie Kunst- und Bewegungsthera-
pie, Entspannungstraining, Training sozialer Kompetenzen sowie
Achtsamkeitsübungen teil.
Es kam zu einer deutlichen Reduktion der depressiven Sympto-
matik mit gesteigertem Antrieb und verbesserter Stimmung, in
deren Verlauf auch mit einer schrittweisen Reduktion der antide-
pressiven Medikation begonnen werden konnte (bei Entlassung
25 mg Agomelatin und 20 mg Escitalopram in einmal täglicher
Dosis). Die Somatisierungsneigung sowie die gesundheitsbezo-
gene Ängstlichkeit des Patienten konnten zudem deutlich redu-
ziert werden.
Psychometrisch zeigten sich bei Entlassung entsprechende Er-
gebniswerte (l
"Tab. 2).
Eine Reduktion der vormaligen Arbeitszeit auf 80 % wurde als Ziel
für den weiteren Verlauf gesetzt sowie eine stufenweise Wieder-
eingliederung in Abstimmung mit dem Arbeitgeber geplant. Wir
sehen den Patienten jetzt seit Monaten im ambulanten Setting,
wobei sich der klinische wie psychopathologische Befund weiter-
hin stabilisiert bzw. Besserungstendenz zeigt.
Der poststationäre augenärztliche Befund (Kontrolluntersuchung
am 12.09.2013) zeigte konstant bleibende Werte im Vergleich
zum letzten Vorbefund (FV: RA 0,05, LA 1,0; Augeninnendruck
(Zeit/mmHg) 16: 16 14.0/13.0, Befund OCT: exakt gleich zum
Vorbefund, RPE-Abhebung: exakt idem).
Fazit für die Praxis
!
Die CCS wird v. a. in Publikationen älteren Datums mit bestimm-
ten Temperaments- (z. B. höhere Frustrationsneigung) [32] bzw.
Persönlichkeitsfaktoren (z.B. Alexithymie) [24,33], aber auch
Tab. 1 Psychometrische Befunde bei stationärer Aufnahme.
Name des Tests Testinhalt Ergebniswert Bedeutung/Auswertung Normwerte
SOFAS (Skala zur Erfassung des sozialen und
beruflichen Funktionsniveaus)
psychosoziales Funktionsniveau 62 grenzwertiges Funktionsniveau 0100
QUIDS (Quick Inventory of Depressive Symptoms) Depressivität 17 auffällig 027
PHQD (Patient Health Questionnaire) allgemeiner Gesundheitsstatus
"PHQ9 Depressivität 14 mittlere Depressivität 027
"PHQ15 somatische Symptome 19 verstärkte somatische Symptome 030
STAI-T(State-Trait-Anxiety Inventory) persönlichkeitseigene (trait)
Ängstlichkeit
63 auffällig 2080
STAI-Ssituative Ängstlichkeit 63 auffällig 2080
HADS (Hamiliton Anxiety and Depression Scale) Depressivität und Angst 37 stark erhöht 042
Abb. 2 Status idem im OCT vom 18.09.2012.
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vermehrten psychologischen Problemen [34,35] in Zusammen-
hang gebracht. Insbesondere chronische Distresserfahrungen
scheinen zumeist jedoch erst in der Post-hoc-Konstruktion
in der Genese einer CCS eine Rolle zu spielen [36], wobei das Hy-
pothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindensystem bzw. Korti-
koidrezeptoren als Interfacedienen mögen [37]. So konnte
jüngst z. B. gezeigt werden, dass die Inzidenz der CCS während
der Finanzkrise in Griechenland in den Jahren 20102011 zuge-
nommen hat [38]. Die CCS, welche bei Männern häufiger als bei
Frauen aufzutreten scheint [39], wurde in diesem Kontext auch
schon in Allusion als Magengeschwür des Augesbezeichnet
[40]. Eine depressive Störung kann in zeitlicher Folge [41] einer
körperlichen Erkrankungen wie der CCS auftreten. Jenseits eines
solchen, oftmals ad hoc naheliegenden, sequenziellen bzw. psy-
choreaktiven Störungsverständnisses ist eine depressive Störung
jedoch ein eigenständiger, klar benennbarer psychopathologi-
scher Stressor [42], der eine CCS möglicherweise prolongieren,
amplifizieren oder vor dem Hintergrund individueller Vulnerabi-
lität ggf. sogar induzieren mag. Die depressive Störung (ICD-10:
F32.x) wird in vielen somatischen Disziplinen gerade in neuerer
Zeit explizit als Risikofaktor den bekannten biologischen Ein-
flussfaktoren mindestens ebenbürtig an die Seite gestellt. In der
Diabetologie gehen depressive Störungen u.a. mit einer erhöhten
Komplikationsrate bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II ein-
her [43]. Des Weiteren ist bekannt, dass eine Depression in eigen-
ständiger Weise das Risiko kardiovaskulärer Morbidität und Mor-
talität deutlich erhöht [44] und in einem State of the art Paper des
American College of Cardiology aus 2005 wurde bereits der Fo-
kus auf eine sich entwickelnde behaviorale Kardiologiegelegt
[45]. Bemerkenswerterweise konnte zuletzt ein erhöhtes Risiko
von CCS-Patienten, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkran-
ken, ebenso aufgezeigt werden [46] wie das eines ischämischen
zerebralen Apoplex [47] und einer erektilen Dysfunktion [48].
In den aktuellen Klassifikationssystemen (ICD-10, DSMIV/5)
wurde das Konzept der sog. reaktiven Depressionweitgehend
verlassen, wurden (und werden) damit jenseits ihrer fraglichen
klinischen Relevanz [49] ätiologische oder metapsychologische
Vorannahmen postuliert, die zeitliche Korrelationen, z.B. hin-
sichtlich bestimmter Lebensereignisse und psychischen Stö-
rungsdiagnosen, in einen bis heute wissenschaftlich nicht zwei-
felsfrei belegten Kausalzusammenhang stellen [50].
Eine multimodale psychosomatische Behandlung unter Einbezie-
hung verbaler (Einzel- und Gruppenpsychotherapie, entweder
mit verhaltenstherapeutischem oder psychodynamischem An-
satz) sowie nonverbaler Verfahren (z. B. Kunsttherapie, Bewe-
gungstherapie, Entspannungstraining), auch und gerade in Ko-
operation mit der Augenheilkunde, kann möglicherweise in der
Lage sein, die psychischen Beschwerden des erkrankten Subjekts
klinisch ebenso zu lindern wie seinen somatischen Befund zu sta-
bilisieren. Hiermit erhält ein bio-psycho-soziales Behandlungs-
modell ohne Außerachtlassung oft zunächst ausschließlich im
Vordergrund stehender lebensqualitativer Erwägungen eine wei-
tere Rationale, z. B. indem ein weiteres Fortschreiten der Erkran-
kung bzw. Übergreifen auf das kontralaterale Auge möglicher-
weise verhindert werden kann. Dies gilt umso mehr, als wirksam
geglaubte therapeutische Optionen der somatischen Medizin im-
mer wieder auf dem Prüfstand stehen: Die intravitreale Pharma-
kotherapie mit Bevacizumab zeigt z.B. gemäß einer aktuellen
Metaanalyse keinen nachhaltig positiven Effekt [51]. Inwiefern
jedoch wirksame psychotherapeutische Prozeduren [52], insbe-
sondere bei der CCS, tatsächlich in der Lage sind, die Homöostase
des autonomen Nervensystems zu beeinflussen [53, 54] bzw. zu
nachweisbaren (neuro)biologischen Veränderungen führen, ist
gegenwärtig unerforscht.
Der Einsatz von ebenso kompakten wie einfach zu handhaben-
den bzw. auswertbaren psychometrischen Instrumenten wie
dem ohne Lizenzkosten frei über das Internet verfügbaren und
in verschiedenen Sprachen vorliegenden Gesundheitsfrage-
bogen für Patienten(PHQD; http://www.phqscreeners.com/)
[55,56] könnte eine integrierte Screeningdiagnostik auch im
augenärztlichen Versorgungsalltag vor Ort(z. B. beim Einsatz
im Wartezimmer) erleichtern helfen und in womöglich konzer-
tierter Aktion in Validierung oder Falsifizierung psychosozialer
Risikofaktoren auch einen wertvollen Forschungsbeitrag leisten.
Interessenkonflikt
!
Nein.
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Tab. 2 Psychometrische Befunde bei Beendigung der stationären Therapie.
Name des Tests Testinhalt Ergebniswert Bedeutung/Auswertung Normwerte
SOFAS psychosoziales Funktionsniveau 85 gutes Funktionsniveau 0100
QUIDS Depressivität 8 unauffällig 027
PHQD allgemeiner Gesundheitsstatus
"PHQ9 Depressivität 3 unauffällig 027
"PHQ15 somatische Symptome 6 unauffällig 030
STAIT persönlichkeitseigene Ängstlichkeit 28 unauffällig 2080
STAIS situative Ängstlichkeit 35 unauffällig 2080
HADS Depressivität und Angst 10 unauffällig 042
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Article
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Purpose: To investigate the impact of economic crisis on central serous chorioretinopathy (CSCR) incidence in Greece, analyzing data by 3 different ophthalmology units during the period 2005-2012. Methods: Between January 1, 2005, and December 31, 2012, all patients at 3 separate ophthalmology units, i.e., 2 public university clinics and 1 private center, presenting with the diagnosis of acute CSCR, either new cases or recurrent ones, were consecutively enrolled in the study. Patients' data, including age and sex, as well as the date of presentation, were recorded and analyzed. Recurrent cases were also recorded. Results: The study sample included 580 new cases of CSCR (463 male, 117 female) and 97 recurrent cases (84 male, 13 female). The mean age was 48.8 ± 10.3 years (range 25-90). The number of incident as well as recurrent cases increased with more recent years. As expected, the increasing trend of cases and recurrences was reproducible upon the sex-specific analyses. Moreover, the increasing trend of cases and recurrences was reproducible upon the majority of analyses stratified by age. Conclusions: Our study suggests a potential impact of financial crisis on CSCR. Our results demonstrated that CSCR incidence, in both new and recurrent cases, has increased during the years of economic crisis in Greece, especially in 2010-2011, implying that CSCR is likely to be associated with stress or other emotional stimuli caused by financial crisis. It is also important to note that the results were similar in public and private units.
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Purpose: Central serous chorioretinopathy (CSCR) mostly affects middle-aged men and has been associated with stress and hypercortisolism. We hypothesized that some factors prone to inducing CSCR could also have a harmful effect on erectile function. This study aimed to investigate the risk of subsequent erectile dysfunction after CSCR using Taiwan National Health Insurance Research Database. Methods: The study cohort (n = 1220) consisted of newly diagnosed CSCR men aged 19-64 years between 1999 and 2007, and men matched for age, monthly income and time of enrolment were randomly selected as the control group (n = 10870). Cox proportional hazard regressions were performed to calculate the hazard ratios (HR) of clinically diagnosed erectile dysfunction (including organic origin and/or psychogenic origin) for the two groups. Erectile dysfunction-free survival analysis was assessed using a Kaplan-Meier method. Results: Twenty-five patients (2.0%) from the CSCR cohort and 103 (0.9%) from the control group were diagnosed erectile dysfunction clinically during a mean observation period of 4.3 years. Patients with CSCR had a significantly higher incidence of erectile dysfunction diagnosis than those without CSCR (p < 0.001). After adjusting for age, geographic location, chronic comorbidities and medication habits, patients with CSCR were found to have a 2.22-fold [95% confidence interval (CI), 1.42-3.46] higher hazard ratio of a subsequent erectile dysfunction diagnosis than the matched controls. The adjusted HR for organic and psychogenic erectile dysfunction were 2.14 (95% CI: 1.34-3.44) and 3.83 (95% CI: 1.47-10.01), respectively. Conclusions: Central serous chorioretinopathy was independently associated with an increased risk of being diagnosed with erectile dysfunction.
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Background: It is well known that central serous chorioretinopathy (CSCR) is triggered by endogenous and exogenous glucocorticoids but the exact pathomechanism is not completely understood. According to the results of previous studies overactivation of mineralocorticoid receptors may play a decisive role in the pathogenesis of CSCR. Methods and results: Experimental studies have shown that overactivation of mineralocorticoid receptors in endothelial cells of the choroid induces increased permeability. In a pilot study inhibition of mineralocorticoid receptors was successful in treating CSCR. This article reports about the use of spironolactone in the treatment of CSCR. In this observational case series spectral-domain optical coherence tomographv (SD-OCT) showed either reduction or complete reabsorption of subretinal fluid. In pilot studies and in this case series inhibition of mineralocorticoid receptors as a therapeutic option was effective and safe; however, the efficacy is difficult to distinguish from spontaneous recovery, especially in acute CSCR. Conclusion: For further assessment of this treatment controlled clinical trials are urgently required as this therapy would offer a new approach for patients with chronic CSCR and no tendency towards recovery.
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It is well known that central serous chorioretinopathy (CSCR) is triggered by endogenous and exogenous glucocorticoids but the exact pathomechanism is not completely understood. According to the results of previous studies overactivation of mineralocorticoid receptors may play a decisive role in the pathogenesis of CSCR. Experimental studies have shown that overactivation of mineralocorticoid receptors in endothelial cells of the choroid induces increased permeability. In a pilot study inhibition of mineralocorticoid receptors was successful in treating CSCR. This article reports about the use of spironolactone in the treatment of CSCR. In this observational case series spectral-domain optical coherence tomographv (SD-OCT) showed either reduction or complete reabsorption of subretinal fluid. In pilot studies and in this case series inhibition of mineralocorticoid receptors as a therapeutic option was effective and safe; however, the efficacy is difficult to distinguish from spontaneous recovery, especially in acute CSCR. For further assessment of this treatment controlled clinical trials are urgently required as this therapy would offer a new approach for patients with chronic CSCR and no tendency towards recovery.
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In the recent article published in the British Journal of Ophthalmology, Chen et al 1 investigated whether patients with central serous chorioretinopathy (CSCR) have an increased risk of coronary heart disease (CHD). The authors conclude that those with CSCR (specifically males) had a higher rate of developing CHD than those without CSCR. However, in our opinion, …
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PurposeTo review and evaluate the effects of intravitreal bevacizumab injection (IVB) in centralserous chorioretinopathy (CSC) by meta-analysis.Patients and methodsClinical controlled studies that evaluated the effect of IVB in CSC were identified through systematic searches of Embase, PubMed, and the Cochrane Central Register of Controlled Trials. Data on the best-corrected visual acuity (BCVA) in logMAR and central macular thickness (CMT) in μm at baseline and 6 months after IVB were extracted and compared with those treated by simple observation.ResultsFour clinical controlled studies were included in the meta-analysis. The IVB injection group achieved better BCVA at a follow-up of 6 months. However, the analysis showed that there were no significant differences of BCVA at 6 months after injection between IVB group and the observation group (-0.02 logMAR, 95% CI -0.14 to 0.11, P=0.80). The analysis of the reduction in CMT revealed that the difference between groups was not statistically significant (-8.37 μm, 95% CI -97.26 to 80.52, P=0.85). No report assessed severe complications or side effects of IVB in patients with CSC.Conclusions Meta-analysis failed to verify the positive effect of IVB in CSC based on the epidemiological literature published to date.Eye advance online publication, 8 November 2013; doi:10.1038/eye.2013.236.
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Purpose: To assess temperament in patients with central serous chorioretinopathy (CSCR) compared to healthy controls. Methods: A total of 32 patients diagnosed with acute CSCR and 30 healthy controls matched by age and sex were assessed with the self-report Cloninger's Temperament and Character Inventory. Central serous chorioretinopathy was diagnosed based on fluorescein angiography and spectral optical coherence tomography. Results: Significantly higher mean scores of harm avoidance in patients with CSCR were found. Differences also were noted in subscales of novelty-seeking and reward dependence. Conclusions: The patients with CSCR demonstrated less exploratory behaviors, higher risk avoidance, restraint, and low extravagance. They were more quick-tempered, disorganized, and easily frustrated, with a tendency to avoid negative and potentially harmful stimuli, less tolerance to frustration, higher level of insecurity, and higher level of anticipatory anxiety.