Digitale Dokumentation von wissenschaftlichen Veranstaltungen

Conference Paper (PDF Available) · January 2004with 70 Reads
Conference: Tagung der Internationalen Gesellschaft für Wissensorganisation (ISKO 2002), At Würzburg
Abstract
Im Rahmen des Projekts Knowledgebay wurden seit dem Wintersemester 2001/2002 Erfahrungen mit der digitalen Dokumentation von wissenschaftlichen Veranstaltungen gesammelt. Der Beitrag stellt dar wie zu Beginn des Projekts ein Konzept zur Durchführung von Low-Budget-Videodokumentationen entwickelt wurde. Es werden die Erfahrungen bei der Durchführung solcher Dokumentationen am Beispiel des Internationalen Symposiums der Informationswissenschaft und der Jahrestagung der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Wissensorganisation wiedergegeben. Vor diesem Hintergrund werden schließlich zwei effiziente Durchführungsmöglichkeiten digitaler Dokumentationen aufgezeigt.
Figures - uploaded by Thomas Sporer
Author content
All content in this area was uploaded by Thomas Sporer
Digitale Dokumentation von wissenschaftlichen
Veranstaltungen
Thomas Sporer und Anton Köstlbacher
Projektbüro Knowledgebay
Abstrakt/Zusammenfassung
Im Rahmen des Projekts Knowledgebay wurden seit dem Wintersemester 2001/2002
Erfahrungen mit der digitalen Dokumentation von wissenschaftlichen Veranstaltungen
gesammelt. Der Beitrag stellt dar wie zu Beginn des Projekts ein Konzept zur
Durchführung von Low-Budget-Videodokumentationen entwickelt wurde. Es werden
die Erfahrungen bei der Durchführung solcher Dokumentationen am Beispiel des
Internationalen Symposiums der Informationswissenschaft und der Jahrestagung der deutschen
Sektion der Internationalen Gesellschaft für Wissensorganisation wiedergegeben. Vor diesem
Hintergrund werden schließlich zwei effiziente Durchführungsmöglichkeiten digitaler
Dokumentationen aufgezeigt.
1. Einleitung
Im Rahmen des Projekts Knowledgebay werden universitäre Vorträge und Vorlesungen
in Form von digitalen Audio- und Videomedien dokumentiert. Seit dem Wintersemester
2001/2002 hat sich aus dem Projekt ein Portal entwickelt, über das mehr als 250
verschiedene Audio- und Videodokumente von wissenschaftlichen Veranstaltungen
abrufbar sind. Die Vorträge der Jahrestagung der deutschen Sektion der Internationalen
Gesellschaft für Wissensorganisation (ISKO) im Jahr 2002 wurden u.a. in diesem
Zusammenhang dokumentiert und sind heute auf der Internetseite von Knowledgebay
(www.knowledgebay.de) abrufbar.
2. Digitale Dokumentation von wissenschaftlichen
Veranstaltungen
Vorträge lassen sich allgemein als Wissensblock in geschlossener Gedankenfolge
charakterisieren. Im Vergleich zu anderen Formen (Techniken) der Wissensvermittlung
kann durch Vorträge viel Wissen in relativ kurzer Zeit an ein großes Publikum
weitergegeben werden. Im Rahmen der Hochschule kann man dabei vor allem zwei
Arten von wissenschaftlichen Vorträgen unterscheiden. Zum einen Vorträge, die einer
Gruppe von interessierten Personen (neue) wissenschaftliche Erkenntnisse präsentieren.
Die Weitergabe des Wissens steht hier nicht an erster Stelle. Vielmehr sollen die
Grundideen und Konzepte eines Themas gemäß dem aktuellen Stand der Forschung
dargestellt und diskutiert werden. Zum anderen die Vorlesungen der Hochschullehre, die
den Studierenden anhand eines didaktischen Konzepts und an deren jeweiligen
Vorwissenstandsstand angepasst, Fach- und Methodenwissen vermitteln sollen. Das Ziel
der Dokumentation von wissenschaftlichen Veranstaltungen ist in beiden Fällen ähnlich:
Die Flüchtigkeit des gesprochenen Wortes wird aufgehoben, um den Vortrag bzw. die
Vorlesung unabhängig von Zeit und Ort verfügbar zu machen. Dies kann traditionell
durch ein Transskript, ein Protokoll oder eine Zusammenfassung des Vortrages (ggf.
unter Beifügung der Vortragsfolien oder des Manuskripts) oder aber auch mit Hilfe von
neuen digitalen Medien erfolgen.
In der Vergangenheit sind Buchveröffentlichungen berühmter Vorlesungen zum Teil
bedeutende Dokumente der Wissenschaftsgeschichte (z.B. Georg Wilhelm Friedrich
Hegels Vorlesungen über Ästhetik, Religions-, Geschichtsphilosophie und
Philosophiegeschichte) geworden. Die Nutzung von digitalen Medien eröffnet in diesem
Zusammenhang neue vielversprechende Möglichkeiten. Auch wenn sich heute erst der
Beginn dieser Entwicklung feststellen lässt, spricht einiges hierfür: Im Vergleich zur
analogen Dokumentation sind etwa nicht nur
die insgesamten Produktionskosten niedriger,
sondern es sind auch die Archivierungs-,
Aufbereitungs- und Verwertungsmöglichkeiten
vielfältiger. Video, Audio und Text können
beispielsweise in Form von
Hypermediadokumenten schnell und effektiv
über digitale Netze einem großen Nutzerkreis
zugänglich gemacht werden. Hypermedia-
Markup Sprachen ermöglichen aktive Inhalte,
zeitliche Synchronisation, sowie Links zu
anderen verwandten Dokumenten. Eingebettet
in Webseiten, Knowledge-Management-
Systeme oder eLearning-Umgebungen können
sie um weitere Funktionen, z.B.
Lernzielkontrollfragen, Diskussionsforen,
Chaträume und Yellow-Pages ergänzt werden.
Abbildung 1: Beispiel eines Vortrags im Internet
Eine Auswahl weiterer Vorteile von digitalen gegenüber analogen Medien ist
nachstehend stichpunktartig zusammengestellt:
§ kleinere, leichtere Geräte
§ einfachere Bedienung der Geräte
§ bessere Bild- und Tonqualität
§ Aufbereitung/Nachbearbeitung einfacher
§ ohne Verlust vervielfältigbar
§ kostengünstigere Aufzeichnungsmedien
§ weite Verbreitung einfach und kostengünstig (Internet)
§ Medienkombinationen und -verknüpfungen möglich
3. Erarbeitung des Dokumentationskonzepts
Vor dem Hintergrund der vorangegangen Überlegungen wurde an der Universität
Regensburg im Wintersemester 2001/2002 in einem Projektseminar im Studienfach
Informationswissenschaft ein Konzept zur praktischen Durchführung von digitalen
Dokumentationen erarbeitet. Die Zielsetzung des Projektseminars war dabei die
Realisierung eines Internetauftritts für das Internationale Symposium für Informationswissenschaft
(ISI) 2002 an der Universität Regensburg. Als Teilbereich des Internetauftritts sollten
Audio- und Videomitschnitte der Veranstaltungen des Symposiums erstellt und als
Audio- und Videostreams online verfügbar gemacht werden (vgl. Abbildung 1). Eine
weitere Verwertung auch in Form von Offline-Medien (z.B. als Audio-CD), die dem
Tagungsband beigelegt werden, wurde ebenfalls berücksichtigt. Da das Symposium aber
erst im Oktober 2002 stattfand, wurde im Rahmen des Projektseminars eine
Machbarkeitsstudie für das beschriebene Vorhaben durchgeführt. So wurden im
Wintersemester 2001/02 von den Projektteilnehmern zunächst die theoretischen
Grundlagen von digitalen Dokumentationen erarbeitet
1
und anschließend durch die
Durchführung einer semesterbegleitenden Dokumentation des Graduiertenkollegs
"Kulturen der Lüge"
2
an der Universität Regensburg praktische Erfahrungen gesammelt.
So wurde festgestellt, welche technischen, personellen und organisatorischen
Anforderungen für die Durchführung einer Tagungsdokumentation bestehen und in
welchen Bereichen bei der Durchführung eventuelle Probleme auftreten.
Nach der Klärung der Zielsetzungen stand zu Beginn der Entwicklung des
Dokumentationskonzepts eine Bestandsaufnahme der an der Universität Regensburg
vorhandenen Ressourcen. Hier wurden einerseits die zur Nutzung verfügbaren
technischen Infrastrukturen (Aufnahmesysteme, Datennetz, Schnittplätze, etc.) ermittelt,
und andererseits die personalen Kompetenzen hinsichtlich bereits bestehender
Erfahrungen (Lehrstühle, Rechenzentrum, Bibliothek, etc.) mit solchen
1
Link auf die Projektseminararbeit: http://www.knowledgebay.net/publikantionen/ps-hypermedia.pdf
2
Link auf die Webseite: http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_IV/Kultur_der_Luege/
Dokumentationsvorhaben befragt. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme gingen in
die Planung ein. Es zeigte sich, dass bislang an der Universität Regensburg keine
Dokumentationen ganzer Tagungen durchgeführt wurden. Bestehende Erfahrungen mit
der Produktion von audiovisuellen Medien konnten jedoch auf den konkreten
Anwendungskontext unseres Vorhabens übertragen werden und waren sehr hilfreich.
Weitaus schwieriger gestaltete sich dagegen die Organisation der Medientechnik. Dafür
die Umsetzung des Dokumentationsvorhabens keine finanziellen Mittel zur Verfügung
standen, mussten die an der Hochschule verteilten technischen Ressourcen vor jedem
Dokumentationstermin mit hohem organisatorischen Aufwand besorgt werden.
Die eigentliche Umsetzung der Dokumentation wurden dann von drei Teilnehmern
des Projektseminars über das gesamte Wintersemester hinweg durchgeführt. Die
Dokumentationsarbeit sollte dabei nicht störend in den regulären Ablauf der
wissenschaftlichen Veranstaltungen eingreifen und möglichst unmerklich im Hintergrund
stattfinden. Hierbei wurden während der Dokumentation des Graduiertenkollegs
"Kulturen der Lüge" mit verschiedenen Modalitäten der technischen und
organisatorischen Umsetzung der Dokumentationen experimentiert. Aus diesen
Aktivitäten resultierten schließlich acht komplette Veranstaltungsdokumentationen sowie
ein Best-Practice-Konzept zur Umsetzung von Dokumentationen, das im nächsten
Kapitel ausführlicher vorgestellt wird. Die erste Dokumentation der Vorträge im Rahmen
des Graduiertenkollegs fiel dabei aufgrund mangelnder technisch-organisatorischer
Erfahrung komplett aus, eine Dokumentation wurde von einem der Vortragenden
abgelehnt, und bei einer weiteren Dokumentation konnten auftretende medientechnische
Schwierigkeiten bei der Aufnahme in der digitalen Nachbearbeitung des Videos nicht
mehr behoben werden (vgl. Abbildung 2).
Abbildung 2: Beispiel für Bildfehler bei mehrfacher Bespielung von DV-Bändern
4. Konzept einer digitalen Low-Budget-Dokumentation
Als medientechnische Voraussetzungen für die Dokumentation wurde bei dem hier
vorgestellten Konzept eine Low-Budget-Variante gewählt. Anstatt auf professionelle
Ausrüstung wurde auf Geräte des semiprofessionellen Bereich gesetzt, die entweder an
der Universität Regensburg vorhanden waren oder von den beteiligten Personen privat
eingebracht wurden. Nachstehende Liste gibt eine mögliche Zusammenstellung der
Medientechnik für ein Dokumentationsvorhaben wieder:
§ 2 digitale Videokameras (z.B. Sony VX1000)
§ 1 Funkmikrofonsystem (z.B. Sende- und Empfängereinheit von AKG)
§ 1 Laptop mit Firewire-Karte (z.B. Sony Vaio)
§ 1 externe Firewire-Festplatte (mit 80GB Speicherkapazität)
§ Video- und Audioschnittprogramm (z.B. Adobe Premiere und WaveLab)
§ verschiedene Kabel (Firewire, XLR, etc)
Die Videoaufzeichnungen der Veranstaltungen wurden mit zwei Kameras, einer
Hauptkamera und einer Nebenkamera, durchgeführt. Die Hauptkamera zeichnete
während der Veranstaltung direkt den Referenten auf. Die Tonaufnahme erfolgte dabei
über ein Funkmikrofonsytem, das über XLR-Kabel mit der Hauptkamera verbunden war
und somit den Ton synchron und in hoher Qualität direkt auf die Kamera aufzeichnete.
Der Ton der anschließenden Diskussion wurde über ein Richtmikrofon abgenommen.
Die Aufnahmen der Hauptkamera wurden zum einen auf DV-Bändern und zum anderen
auf externen Firewire-Festplatten gespeichert, die über einen Laptop mit der Kamera
verbunden waren. Durch diese direkte Speicherung der Videos in digitaler Form ergaben
sich gegenüber anderen Aufzeichnungsoptionen (z.B. Capturing von Band) beachtliche
Geschwindigkeitsvorteile in der Nachbearbeitung der Videos. Eine zweite Kamera
(Nebenkamera) machte während des Vortrags Schnittbilder (z.B. Aufnahmen des
Publikums), die bei der Nachbearbeitung als Zwischenschnitte dienen sollen. Die
Nebenkamera änderte die Kameraposition und -einstellung von Szene zu Szene und
zeichnete daher ausschließlich auf DV-Band auf. Die Aufnahmen dieser Kamera zeigten
Einstellungen von Einzelpersonen, kleineren Personengruppen oder Großaufnahmen des
Publikums (Totale), und sollten für Abwechslung in den Bildfolgen sorgen.
Abbildung 3: Schematische Darstellung der Aufnahmekonfiguration
Zur Nachbearbeitung der Aufnahmen werden die Videodaten von den DV-Bändern
über die Firewireschnittstelle in den Schnittcomputer übertragen. Besser kann jedoch
direkt auf die Videodaten der externen Firewire-Platte zugegriffen werden. Eine Stunde
DV-Videomaterial benötigt bei einem standardisierten Datenstrom von 3,6 MB/s knappe
13 GB Festplattenspeicherplatz. Die Videodateien werden anschließend in die
Videoschnitt-Software geladen. Dort werden sie in Form von zwei Videospuren
dargestellt und zunächst synchronisiert. Anschließend erfolgt der eigentliche Videoschnitt
als Einstellungswechsel zwischen den beiden Videospuren. Die Videospur der
Hauptkamera stellt die Basis für das fertige Video dar, die mit gelegentlichen
Umschnitten auf die Bilder der zweiten Kamera erfolgen. Die Tonspur der zweiten
Kamera wird dabei entfernt, so dass keine Synchronisation des Audiosignals der beiden
Videospuren notwendig ist. Damit die Nachbearbeitung möglichst wenig Aufwand
erzeugt, sollte zudem bereits bei der Aufnahme mit hoher Konzentration gearbeitet
werden, um möglichst wenige Kamerafehler zu machen, die in der Nachbearbeitung mit
Schnittbildern kaschiert werden sollten. Das fertig geschnittene Video wird dann in
verschiedenen Formaten aus dem Videoschnittprogramm exportiert und in Form von
Online- und Offline-Medien veröffentlicht, wozu die Daten zuvor noch in die
entsprechenden Datenformate komprimiert werden müssen.
Abbildung 4: Screenshoot von der Nachbearbeitung mit Adobe Premiere
5. Anwendungserfahrungen bei der ISI und ISKO 2002
Bei der Dokumentation der ISI fanden 30 Vorträge mit einer jeweiligen Länge von einer
halben Stunde statt. Die Veranstaltung verlief über drei Tage und jeweils zwei Vorträge
wurden parallel in zwei Hörsälen abgehalten. Die Durchführung der Dokumentation war
mit drei Teilnehmern des Projektseminars Hypermedia des Wintersemesters 2002/2003
geplant, die bei Planung und Umsetzung von den Autoren unterstützt wurden. Zur
Umsetzung der Dokumentation wurden von den Veranstaltern die Kosten für
Verbrauchsmaterial (z.B. DV-Bänder) übernommen, darüber hinaus wurde aber kein
Budget gestellt. Zur Vorbereitung der Dokumentation wurden dann nachstehende
Ressourcen organisiert und kamen bei der Umsetzung zum Einsatz: 4 DV-Kameras, 4
Kamerastative, 2 Laptops, 2 Firewire-Harddisks, 2 Firewire-Verbindungskabel, 2
Funkmikrofone, 2 Richtmikrofone, 2 Mikrofonstative, ca. 40m XLR-Kabel, ca. 180 GB
Festplattenspeicher, 10 DV-Bänder (je 60min).
Die Durchführung der Aufnahmen hat bei der Dokumentation der ISI planmäßig
funktioniert; zwei Veranstaltungsräume konnten abgedeckt und alle Veranstaltungen der
Tagung auf Video aufgezeichnet werden. Dennoch konnten letztlich von den dreißig
Videoaufnahmen nur drei Vorträge als im Internet veröffentlichbare Videostreams
fertiggestellt werden. Gründe hierfür waren eine Reihe von technischen Schwierigkeiten
hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Datenspeichers und Datenverluste bei den Harddisk-
Rekordings waren die Folge. Weiterhin kam es zu logistischen Schwierigkeiten bei der
Verwaltung der durch die Videodokumentation anfallenden Datenmengen (von
insgesamt etwas über 250 Gigabyte). Hervorgerufen durch die Datenverluste und die
dadurch verursachten Umstände bei der technisch aufwändigen Datenwiederherstellung
führte zu einer Verschlechterung der logistischen Situation und resultierte in Frustration.
Unter diesen Bedingungen verloren die Teilnehmer des Projektseminars mit Blick auf
den Arbeitsaufwand, der mit der Bearbeitung von ca. 15 Stunden Videomaterial bei
voraussichtlich 120 Personenstunden lag, die Motivation. Im Unterschied zur
Aufgabenstellung des Projektseminars im vorangegangenen Wintersemester, in dem
primär die Machbarkeitsstudie im Vordergrund stand, erschien die Abarbeitung der
Videoaufnahmen im Rahmen eines Projektseminars von vier Semesterwochenstunden als
zu aufwändig.
Die Jahrestagung der ISKO fand zeitgleich mit der ISI statt. Obwohl eine
Dokumentation der ISKO ursprünglich nicht geplant war, konnte sie sehr kurzfristig
realisiert werden, weil bei der Aufzeichnung der ISI noch personelle und
medientechnische Ressourcen frei waren, die eigentlich als Reserve vorgesehen waren.
Für die Dokumentation der ISKO wurde auf den Einsatz von Video verzichtet, und die
Vorträge wurden ausschließlich als Audio aufgezeichnet. Die Aufzeichnung erfolge auf
Minidisk-Rekorder und die Tonabnahme wurde mit einem Standmikrofon realisiert. Bei
der Aufnahme der Vorträge kam es dabei lediglich zu zwei Ausfällen, da die
Tonaufzeichnungen per Minidisk eine manuelle Pegelaussteuerung benötigten und eine
Übersteuerung auftrat, welche die Aufnahmeergebnisse unbrauchbar machte. Dies
passierte, weil der Betreuer der Aufnahme nicht durchgehend im Hörsaal anwesend war
und bei der Videoaufzeichnung der ISI zeitweise assistierend mithalf. Jeweils vier
Vorträge der ISKO hatten dabei auf einer Minidisk Platz und die Nachbearbeitung der
Vorträge wurde von zwei Personen problemlos umgesetzt
6. Zusammenfassung und Weiterentwicklung
Mit der Entwicklung eines Dokumentationskonzepts und der erfolgreichen Anwendung
des Konzepts bei der Dokumentation der Vortragsreihe "Kulturen der Lüge" konnte
gezeigt werden, dass die Umsetzung einer Low-Budget-Videdokumentation
wissenschaftlicher Veranstaltungen im Rahmen eines Hochschulprojekts prinzipiell
möglich ist. Bei der Videodokumentation der ISI hat sich allerdings gezeigt, dass die
Umsetzung des Konzepts auf Grund des immensen Arbeitsaufwands und aus einer Reihe
anderer Gründe nicht ohne weiteres funktioniert. Bei der Dokumentation der ISKO
zeigte sich andererseits, dass es bei der Umsetzung einer Audiodokumentation selbst
ohne vorangegangene Planungsmaßnahmen keine Probleme gab, was einerseits mit dem
geringeren Arbeitsaufwand einer Audio- gegenüber einer Videodokumentation zu
begründen ist, und andererseits durch den geringeren Ressourcenbedarf.
In Folge dieser Erfahrungen wurden im weiteren Verlauf des Projekts Knowledgebay
auf die Durchführung von Videodokumentationen weitgehend verzichtet und im
Wintersemester 2002/2003 konnte somit eine semesterbegleitende Audiodokumentation
von vier kompletten Vorlesungsveranstaltungen durch vier Studenten, die jeweils die
Vorlesungen besuchten und dabei Mitschnitte anfertigen, mit Erfolg durchgeführt
werden. Seither wird an der Universität Regensburg ein Seminar veranstaltet, in dem die
wesentlichen Arbeitsschritte bei der Produktion solcher Online-Vorlesungen vermittelt
werden. So produzieren Studenten aus Präsenz-Vorlesungen ihres Interesses Online
Vorlesungen und eignen sich zugleich durch praktisches Lernen Medienkompetenz an
3
.
Die Autoren wirkten seit dem Wintersemester 2001/2002 zudem in dem VHB-Projekt
"Europäische Wirtschaft" von Prof. Dr. Wolfgang Wiegard
4
mit und brachten dort ihre
Dokumentationserfahrungen ein. Als ein Teil des Projekts wurden über ein Semester
hinweg Vorlesungsmitschnitte in Form von Video produziert und erfolgreich online
gebracht. Dies zeigt, dass auch die Produktion von Videodokumentationen erfolgreich im
Rahmen eines Hochschulprojekts durchgeführt werden kann. Als Erfolgsfaktor für das
Gelingen eines solchen Vorhabens sind dabei vor allem die effiziente Organisation der
zur Verfügung stehenden Ressourcen zu benennen, welche wiederum nicht zuletzt von
dem zur Verfügung stehenden Budget abhängen.
3
Link auf Knowledgebay-Konzeptpapier: http://www.knowledgebay.net/publikantionen/konzeptpapier.pdf
4
Link auf die Webseite: www.europaeische-wirtschaft.de
This research doesn't cite any other publications.