Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay

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Abstract
Ziel dieses Beitrags ist es, die implizi- ten Lernprozesse von Studierenden im Projekt Knowledgebay durch Theorien und Konzepte aus den Bereichen Wissensmanagement und E-Learning zu begründen. Der Beitrag zeigt, wie sich Studierende aktiv in den Prozess der Wissensschaffung unter Nutzung Neuer Medien an der Hochschule einbringen. Im Fall von Knowledgebay resultiert aus diesem Prozess ein Konzept, bei dem Wissensmanagement- Prinzipien zur Bereitstellung eines E-Learning- Angebots genutzt werden. Dabei wird deutlich, dass ein solches Konzept nicht nur die Themen- felder Wissensmanagement und E-Learning an der Hochschule integriert, sondern im Idealfall selbst als Ausbildungsangebot für Studierende zu diesen beiden Themenfeldern implemen- tiert werden kann.
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50 01/2007
zeitschrift für e-learning
Thomas Sporer, Mag.,
Mitarbeiter an der Profes-
sur für Medienpädagogik
der Universität Augsburg,
Dissertation zur Integration
informeller Lernleistungen
von Studierenden durch
extracurriculare Projekt-
aktivitäten in das formale
Hochschulstudium.
Abstract. Ziel dieses Beitrags ist es, die implizi-
ten Lernprozesse von Studierenden im Projekt
Knowledgebay durch Theorien und Konzepte
aus den Bereichen Wissensmanagement und
E-Learning zu begründen. Der Beitrag zeigt,
wie sich Studierende aktiv in den Prozess der
Wissensschaung unter Nutzung Neuer Medi-
en an der Hochschule einbringen. Im Fall von
Knowledgebay resultiert aus diesem Prozess
ein Konzept, bei dem Wissensmanagement-
Prinzipien zur Bereitstellung eines E-Learning-
Angebots genutzt werden. Dabei wird deutlich,
dass ein solches Konzept nicht nur die Themen-
felder Wissensmanagement und E-Learning an
der Hochschule integriert, sondern im Idealfall
selbst als Ausbildungsangebot für Studierende
zu diesen beiden Themenfeldern implemen-
tiert werden kann.
Einleitung
»Blendet man die bei diesem Vorhaben zen-
trale Ebene der aktiven Medienarbeit aus
[sic!], ist Knowledgebay jedoch nicht mehr
Thomas Sporer
Re-Konzeptionalisierung
der Hochschulinitiative
Knowledgebay
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zeitschrift für e-learning
Thomas Sporer: Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay
als eine solide elektronische Seminar- und
Vorlesungssammlung« (Medida Prix, 2005).
Feststellungen dieser Art könnten ein Hinweis
darauf sein, dass es auch Experten schwer fällt,
das Neue an Medienprojekten im Prozess der
Herstellung von Wissensmedien und in den
dabei angestoßenen Lernprozessen der Studie-
renden zu sehen. Genau das tri oenbar den
Punkt bei der studentischen Initiative Know-
ledgebay, bei der es um weit mehr geht, als
nur darum, Vorlesungen aufzunehmen und
als »Profcasts« ins Netz zu stellen. Im Kern
des Projekts geht es nämlich um Hochschul-
entwicklung mit Neuen Medien und um die
veränderte Rolle, die die Studierenden in einer
Organisation spielen, deren Kernkompetenz
darin besteht, Wissen zu schaen, zu verar-
beiten und weiterzugeben. Die vorliegende
Neukonzeption von Knowledgebay setzt an
zwei Kontexten an, in denen Informations-
und Kommunikationstechnologien (IKT) an
Hochschulen eingesetzt werden, und versucht,
diese miteinander zu verbinden:
Wissensmanagement im Forschungskontext:
Ziel ist es, den Umgang mit der Ressource
Wissen in der Forschung durch Wissens-
management bewusst und planvoll zu ge-
stalten (vgl. z.B. Wille, 2002; Reinmann,
2003).
E-Learning im Lehrkontext: Ziel ist es hier,
die Studienangebote in der Lehre durch
E-Learning auszuweiten und den Medien-
einsatz in der Präsenzlehre zu verbessern
(vgl. z.B. Schulmeister, 2001; Issing &
Stärk, 2002).
Metaziel der Re-Konzeptionalisierung von
Knowledgebay ist es, Wissensmanagement
und E-Learning als lebendigen Bildungspro-
zess für Studierende zu organisieren (vgl. Se-
sink, 2002; Reinmann, 2005). Dazu werden in
diesem Beitrag zunächst die Idee und Umset-
zung des Projekts Knowledgebay vorgestellt
(Abschnitt 2) und dann aus drei theoretischen
Perspektiven beleuchtet:
der Community-Perspektive zur Beschrei-
bung der Organisation der IKT-gestütz-
Ñ
Ñ
Ñ
ten studentischen Lerngemeinscha (Ab-
schnitt 3),
d e r Tool - Pers p ektive bezüglich der Nutzung
von Internet und digitalen Medien als Lern-
und Wissenswerkzeug (Abschnitt 4) und
der Wissensmanagement-Perspektive zur
Darstellung der Lernprozesse der Studieren-
den durch den Projekt- und Portalbetrieb
(Abschnitt 5).
Die Zusammenfassung (Abschnitt 6) rahmt
das Konzept schließlich mit der Metapher
eines Wissenskreislaufs ein und zeigt, wie
sich der Betrieb des Internetportals und die
Organisation der Lerngemeinscha als Aus-
bildungsangebot für Studierende zu den
emenfeldern E-Learning und Wissensma-
nagement gestalten lassen (vgl. Back, 2002;
Reinmann-Rothmeier, 2002).
Idee und Umsetzung des
Projekts Knowledgebay
Vor der Erndung des Buchdrucks tradierte
man Wissen an Universitäten in handschri-
licher Form vor allem Studierende erbrachten
diese Leistung. Im Zeitalter von digitalen Me-
dien und Internet können Studierende heute
den Umgang mit Wissen mit anderen Mitteln
gestalten: Sie halten das an Hochschulen ge-
lehrte Wissen elektronisch fest und verbreiten
es im Internet. Das Projekt Knowledgebay ist
ein solches Beispiel, bei dem Studierende in
Zusammenarbeit mit HochschullehrerInnen
neue Formen des Lehrens und Lernens prak-
tizieren und aus den fachlichen Inhalten ihres
Studiums digitale Lernprodukte anfertigen.
Konkret bedeutet dies, dass die Macher von
Knowledgebay aus den fachlichen Inhalten
ihres Studiums digitale Wissensmedien pro-
duzieren und diese auf dem Internetportal
veröentlichen. Bei der Medienproduktion
setzten sie sich intensiv mit ihren Studien-
inhalten auseinander und erwerben zugleich
Kompetenzen im Umgang mit digitalen Me-
Ñ
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Thema: E-Learning und Wissensmanagement
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zeitschrift für e-learning
dien (»learning-by-creating«). Die auf diesem
Weg entstandenen Medienprodukte können
andere Studierende zum Online-Lernen nut-
zen (»learning-by-using«). Das Konzept von
Knowledgebay lässt sich also auf drei Ebenen
beschreiben (vgl. Sporer, 2006):
Prozessebene: Auf der einen Seite handelt
es sich bei Knowledgebay um eine Lern-
gemeinscha von Studierenden, die sich
mit der Aufbereitung und Vermittlung
von wissenschalichem Wissen mit Hilfe
neuer Technologien befasst. Dabei stehen
die Lernprozesse der Studierenden bei der
Medienproduktion im Vordergrund.
Produktebene: Auf der anderen Seite stellt
Knowledgebay einen Informationsdienst
im Internet (http://www.knowledgebay.de)
bereit, der das Bildungsangebot von Hoch-
schulen durch audiovisuelle Wissensmedi-
en öentlich zugänglich macht. Hier stehen
die aus dem Lernprozess der Studierenden
resultierenden Produkte im Vordergrund.
Metaebene: In der Kopp elung von Produkt-
und Prozessebene bietet Knowledgebay
schließlich eine Lernumgebung, bei der
Studierende durch die Medienprodukti-
on und die Organisation des Portal- und
Projektbetriebs lernen, neues Wissen zu
entwickeln und dabei überfachliche Kom-
petenzen als Wissensmanager erwerben.
1.
2.
3.
Wie diese drei Ebenen aneinander gekop-
pelt sind, ist in Abbildung 1 dargestellt: Als
semi-virtuelle Lernumgebung (Metaebene)
verbindet Knowledgebay das Lernen in Face-
to-Face-Situationen (Prozessebene) mit virtu-
ellen Lernangeboten (Produktebene).
Wie zuvor sichtbar gemacht, verknüp Know-
ledgebay die handelnde Interaktion mit einem
Gegenstand in der Praxis (Prozessebene) mit
einer theoriegeleiteten Reexion des Gegen-
stands durch sprachliche Kommunikation
(Produktebene), wie sie für eine Lernumge-
bung im Sinne Dewey’s kommunikativer In-
teraktionspädagogik wichtig ist (vgl. Schäfer,
2005). Je nachdem welche Sichtweise man ein-
nimmt, lassen sich zwei Erfahrungsfelder mit
komplementären Erscheinungsformen von
Wissen betrachten:
Handlungswissen durch Primärerfahrungen:
Nach John Dewey (1938) sind primäre Erfah-
rungen die erste Stufe bildender Erfahrung,
die durch handlungsorientiertes Lernen
entstehen. Dieses durch Primärerfahrungen
erworbene Wissen ist meist vorsprachlich.
Es zeigt sich in konkreten Aktivitäten und
ist an bestimmte Anwendungssituationen
gebunden. Bei Knowledgebay machen Stu-
dierende durch den Betrieb des Internet-
portals und die Organisation des Projekts
im Rahmen der Lerngemeinscha vielfäl-
tige Erfahrungen, die das Handlungswissen
der Lerngemeinscha und des Einzelnen
kontinuierlich anreichern. Der einzelne
Projektteilnehmer ist so als Wissens- und
Erfahrungsträger ein zentraler Bestandteil
der kollektiven Wissensbasis von Know-
ledgebay. Aus dieser Prozessperspektive
ist der Umgang mit Wissen im Sinne eines
Verbs aufzufassen: »knowing how to do so-
mething« (Ryle, 1946).
I n f o r m a t i o n s w i s s e n d u r c h S e k u n d ä r e r f a h -
rungen: Im Unterschied zum Handlungs-
wissen ist Informationswissen eher als
Objekt oder Materialisierung zu betrach-
ten, welches sich in Form eines Substantivs
Ñ
Ñ
Abbildung 1: Produktion und Nutzung von digitalen
Wissensmedien bei Knowledgebay
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zeitschrift für e-learning
äußert: »knowledge that something is the
case« (Ryle, 1946). Aus dieser Produkt-
perspektive wird im Rahmen der Hoch-
schullehre vermitteltes Wissen in digitalen
Wissensmedien gespeichert und stellt quasi
den »Rohsto« der Lernumgebung dar. Die
primären Erfahrungen der Studierenden auf
der Prozessebene werden auf diesem Weg
theoretisch angereichert und in sekundäre
Erfahrungen transformiert (vgl. Dewey,
1938). Auf dieser zweiten Stufe bildender
Erfahrung setzen sich die Studierenden
durch eine theoriegeleitete Reexion mit
dem Lerngegenstand auseinander und es
entsteht neues Erfahrungswissen, das dann
mit Hilfe digitaler Medien als Informations-
wissen dokumentiert und unabhängig vom
jeweiligen Wissensträger abgerufen und ge-
nutzt werden kann.
Da das Lernen besonders auf der Prozessebene
von Knowledgebay im sozio-kulturellen Kon-
text einer Lerngemeinscha stattndet, rückt
dieser Aspekt des Konzepts im folgenden Ab-
schnitt in den Fokus.
Mitwirkung in der IKT-
gestützten Lerngemeinschaft
Lerngemeinschaen entwickeln sich nach Lave
und Wenger (1991) auf der Basis von geteil-
ten Interessen und Zielen; weitere Merkmale
bestehen darin, dass Ressourcen gemeinsam
genutzt werden, dass sich die Mitglieder der
Gemeinscha gegenseitig unterstützen und
ihr Erfahrungswissen austauschen. Durch
gemeinsame Bedeutungskonstruktionen im
Umfeld von Dingen oder Tätigkeiten entste-
hen ein gruppenspezischer Sprachgebrauch
und Kommunikationsstil sowie geteilte Über-
zeugungen und Gewohnheiten; all das trägt
zur Identitätsbildung als Gemeinschasmit-
glied bei. Im Fall der Lerngemeinscha von
Knowledgebay betreiben Studierende ein
Internetportal und organisieren das gesamte
Projekt eigenverantwortlich. Diese Form der
Projekt- und Portalorganisation bietet Studie-
renden zahlreiche Möglichkeiten, verschie-
dene Erfahrungen beim Lernen in sozialen
Gemeinschaften zu machen sowie theore-
Abbildung 2: Stufen der Partizipation an Lerngemeinschaft von Knowledgebay
Thomas Sporer: Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay
Thema: E-Learning und Wissensmanagement
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zeitschrift für e-learning
tisches Wissen und praxisbezogene Kompe-
tenzen zu erwerben.
Die Mitglieder der Lerngemeinscha wachsen
im Verlauf ihres Studiums von der Peripherie
des Projekts in das Kernteam hinein. Diese
graduell zunehmende Partizipation in Abbil-
dung 2 wird durch das aus der traditionellen
Handwerkslehre bekannten Modell des »Co-
gnitive Apprenticeship« unterstützt (vgl. Col-
lins, Brown & Newmann, 1989). Novizen der
Lerngemeinscha erlernen die Projektpraxis
in authentischen Handlungssituationen mit
zunehmend schwierigeren Arbeitsaufgaben,
wobei sie von bereits erfahrenen Tutoren be-
treut werden. Dieser wichtige Wissens- und
Erfahrungsaustausch ist in Form eines drei-
stugen Tutorensystems organisiert, das Stu-
dierende sukzessive durchlaufen (vgl. Sporer,
2006):
E i n s t i e g i n s P r o j e k t : Die erste Stufe des Tu-
torensystems stellt eine grundlegende Ein-
führung in das Projekt und den Einstieg in
die Lerngemeinscha dar. Die benötigten
Kenntnisse und Fähigkeiten zur Produktion
von digitalen Medien, wie zum Beispiel Di-
gitalisierung, Schnitt und Komprimierung
von Audio- bzw. Videoaufnahmen, werden
im Rahmen von Seminaren und Workshops
vermittelt. In diesen Lehrveranstaltungen
produzieren die Projektnovizen bereits erste
eigene Beiträge. Dabei können die Novizen
jederzeit auf schriliche Best-Practice-Leit-
fäden zurückgreifen und bekommen in Se-
minaren und Workshops von Tutoren der
zweiten Projektstufe persönliche Hilfe.
Te il n ah m e a m P ro j ek t : Nachdem sich die
Projektnovizen die wichtigsten Kom-
petenzen zur Erstellung eigener Inhalte
angeeignet und hinreichend praktische
Erfahrungen bei der Inhaltsproduktion ge-
sammelt haben, können sie als Tutoren am
Projekt mitwirken. Sie knüpfen in dieser
zweiten Projektstufe an die vorangegan-
genen Lernerfahrungen an und geben ihr
erworbenes Wissen weiter. Zudem nehmen
Ñ
Ñ
sie an der Projektorganisation teil, indem sie
beispielsweise Portalmeldungen verfassen
oder für die Qualitätssicherung der Inhalte
des Medienarchivs sorgen. Die Studieren-
den machen bei all diesen Tätigkeiten erste
Erfahrungen mit der Koordination von Pro-
jektteams und vertiefen zugleich die mit der
Projektorganisation verbundenen Arbeits-,
Lern- und Wissensprozesse.
Management des Projekts: In der dritten
Stufe des Tutorensystems kann schließlich,
nach mehreren Semestern der Teilnahme
im Projekt, mehr Verantwortung übernom-
men werden. Die Studierenden kennen das
Projekt zwischenzeitlich aus verschiedenen
Perspektiven und dieser Erfahrungshinter-
grund befähigt sie zur eigenständigen Or-
ganisation des Projekt- und Portalbetriebs.
Innerhalb des Kernteams coachen erfahrene
Teammitglieder die neuen Projektmanager
bei deren Arbeitsaufgaben. Die Betreuung
der Projektteilnehmer auf der ersten und
zweiten Projektstufe und die Organisation
von Workshops und Seminaren bringen
den Studierenden Lehr- und Führungser-
fahrungen.
Nach diesem Blick auf die Lerngemeinscha
aus der Community-Perspektive wird das
Konzept von Knowledgebay im nächsten
Abschnitt aus einer Tool-Perspektive darge-
stellt. Es wird gezeigt, welche Rolle die Infor-
mations- und Kommunikationstechnologien
beim Lernen mit Knowledgebay spielen.
Lernen durch den Gebrauch
von Wissenswerkzeugen
Informations- und Kommunikationstechnolo-
gien sind nach Jonassen (1992) als »Cognitive
Tools« zu verstehen, die helfen kognitive und
metakognitive Lernstrategien zu aktivieren
und Wissen zu konstruieren. Dieser Ansatz
zum IKT-gestützten Lernen grenzt sich deut-
lich von traditionellen Vorstellungen des In-
Ñ
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zeitschrift für e-learning
struktionsdesigns ab, das den Wissenserwerb
im Sinne eines Transfermodells realisieren
möchte. Mit Hilfe von kognitiven Werkzeugen
handeln Lernende dagegen als »Designer« von
Medienprodukten und stellen eigene Wissens-
artefakte her (vgl. Jonassen, 1994). Entspre-
chend diesem Ansatz ist die IKT-Nutzung bei
Knowledgebay nicht primär zur Instruktion
der Lernenden durch Lehrende gedacht, son-
dern dient der kollaborativen Erstellung und
Nutzung von Wissensmedien durch Lehren-
de und Lernende. Anstatt »von« den Neuen
Medien zu lernen, wird »mit« ihnen gelernt
(Salomon, Perkins & Globerson, 1991). Diese
Nutzung von IKT als Werkzeug zur Konstruk-
tion von Wissensartefakten ist bei Knowledge-
bay in doppelter Hinsicht zu nden:
Prozess der Wissenskonstruktion: In der
Lerngemeinscha stellen die Informations-
und Kommunikationstechnologien sowohl
den Ausgangspunkt als auch den Gegen-
stand der Lernaktivitäten dar. Die Nutzung
von Werkzeugen und die Entstehung von
neuem Wissen stehen nach Brown, Collins
und Duguid (1989) in engem wechselsei-
Ñ
tigen Zusammenhang. Erst durch den Ge-
brauch von Werkzeugen entsteht durch so-
ziale Aushandlungsprozesse eine bestimmte
Praxis der Werkzeugnutzung. Die Handha-
bung des Werkzeugs beeinusst wiederum
die Perspektive des Werkzeugnutzers sowie
die möglichen Einsichten und Erfahrungen
der Mitglieder einer Lerngemeinscha. Die
Konstruktion von Wissen ist daher nicht
nur Ergebnis eines abstrakten Konzepts,
sondern ergibt sich aus der Kultur, in der ein
Konzept entstanden ist (vgl. Brown, Collins
& Duguid, 1989).
Produkt der Wissenskonstruktion: Digitale
Medien in Form von Audios, Videos, Bil-
dern und Texten werden als Instrumente zur
Produktion und Nutzung von Wissensarte-
fakten eingesetzt (vgl. Norman, 1991). Sie
dienen zur Vermittlung von wissenscha-
lichem Wissen und zur narrativen Weiter-
gabe von Erfahrungswissen innerhalb der
Lerngemeinscha. Lernende können mit
Hilfe dieser Werkzeuge neue Informationen
entsprechend ihren individuellen kognitiven
Strukturen mit bestehendem Vorwissen ver-
Ñ
Abbildung 3: Wissenskonstruktion der Lerner durch Werkzeuge und Artefakte
Thomas Sporer: Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay
Thema: E-Learning und Wissensmanagement
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zeitschrift für e-learning
knüpfen (Jonassen, 1992). Die kognitiven
Strukturen der Lerner werden dabei durch
Assimilation erweitert oder durch Akkomo-
dation neuen Erkenntnissen angepasst (vgl.
Seiler & Reinmann, 2004).
In Abbildung 3 ist diese Funktion der Wissens-
werkzeuge auf der Produkt- und Prozessebene
von Knowledgebay als Kontinuum dargestellt
und metaphorisch veranschaulicht. Um die
Tran sf or mat io n v on Wi ss en zwi sc hen In fo r-
mation und Handeln zu vermitteln, nutzt das
Münchener Wissensmanagementmodell eine
Analogie, welche die verschiedenen Erschei-
nungsformen von Wissen mit den variablen
Aggregatzuständen von Wasser vergleicht
(vgl. Reinmann-Rothmeier, 2001). Die Abbil-
dung zeigt einerseits, wie die Macher der Lern-
umgebung die Erfahrungen ihres Handelns
mit Hilfe von Wissenswerkzeugen reektieren
und dabei durch Artikulation neues Informa-
tionswissen produzieren. Die resultierenden
Wissensartefakte können dann andererseits
als Produkt dieses Konstruktionsprozesses
von den Nutzern der Lernumgebung rezi-
piert werden, was wiederum die Entstehung
und Verbreitung von Handlungswissen anregt
und fördert.
eoretisch kompatibel ist dieser Ansatz auch
mit dem Konstruktionismus von Seymour Pa-
pert (1991). Für Papert ist es wichtig, dass der
Gegenstand einer Konstruktion eine so ge-
nannte »Public Entity« darstellt, die den Lerner
in einen subjektiv bedeutungsvollen Lernpro-
zess involviert und mit der Intention geschaf-
fen wurde, das Lernprodukt nach der Fertig-
stellung mit einer größeren Öentlichkeit zu
teilen. Das Spektrum möglicher Gegenstände
kann vom Bau einer Sandburg am Strand bis
zur Formulierung einer eorie über das Uni-
versum reichen (vgl. Papert, 1991). Im Fall von
Knowledgebay schaen sich die Lernenden
eine eigene semi-virtuelle Lernumgebung,
die öentlich im Internet zugänglich ist. Die
Konstruktionen nden dabei sowohl auf der
Produktebene, bei der Produktion und Nut-
zung von digitalen Wissensmedien und der
Gestaltung der Wissensplattform, als auch auf
der Metaebene, bei der Entwicklung des vor-
liegenden Konzepts, statt. Knowledgebay ist
somit als eine Konstruktion zu verstehen, die
kollaborativ entstanden ist, öentlich geteilt
wird und gleichzeitig die Grundlage für die
Weiterentwicklung und Diskussion des Kon-
zepts bietet (vgl. Resnick, 1995). Studierende
sind dabei mehr als nur passive Rezipienten
von Information: Sie bauen auf der Produkt-
ebene einen virtuellen Lernraum im Internet
(Bruckman & Resnick, 1995) und handeln auf
der Prozessebene als aktive Gestalter ihrer
Wissenswelt im Sinne einer »Knowledge Buil-
ding Community« (Scardamelia & Bereiter,
1994). Um diese Form des kreativen Lernens
zu fördern, sind organisatorische Rahmenbe-
dingungen zu schaen, die Wissen in Lernge-
meinschaen leben und wachsen lassen (vgl.
Wenger & Snyder, 2000; North, Romhardt &
Probst, 2000). Da diese Aufgabe gerade im
Wissensmanagement häug behandelt wird,
nimmt der nächste Abschnitt die Wissensma-
nagement-Perspektive auf das Konzept von
Knowledgebay ein.
Gestaltung von
Wissensmanagement
als Lernprozess
Beim Lernen in Organisationen lässt sich der
Mensch als Ort des Wandels und die Organisa-
tion als Ort des Handelns unterscheiden (vgl.
Senge et al., 2000). Indem Organisationsmit-
glieder praktisch interagieren und sprachlich
kommunizieren, entwickelt sich nach Nonaka
und Takeuchi (1995) neues Wissen im konti-
nuierlichen Wechselspiel von implizitem und
explizitem Wissen. In konkreten Situationen
machen die Mitglieder von Organisationen
individuelle Lernerfahrungen, die mit Hilfe
von IKT-Werkzeugen symbolisch festgehal-
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zeitschrift für e-learning
ten und als Information repräsentiert werden
können (vgl. Eppler, 2004). Diese Information
wird aber erst dann wieder zu Wissen, wenn
sie in kontextspezischen Situationen in den
Handlungen der Organisationsmitglieder zur
Anwendung kommt. Wissen entsteht nach
von Krogh, Ichijo und Nonaka (2000) da-
durch, dass implizites Handlungs- und Erfah-
rungswissens explizit gemacht und explizites
Informationswissen kreativ kombiniert wird.
In Abbildung 4 ist dieses kollektive Lernen von
Individuen, Gruppen und Organisationen als
spiralförmiger Prozess dargestellt.
Neues Wissen geht stets von einzelnen Orga-
nisationsmitgliedern aus und diundiert über
die Gruppe im Umfeld des Einzelnen in die
Organisation hinein. Laut Nonaka und Takeu-
chi (1995) werden dabei verschiedene Modi
des Umgangs mit Wissen durchlaufen, die
sich auch auf das Konzept von Knowledgebay
anwenden lassen:
Sozialisation: Bei der Sozialisation eignet
sich ein Individuum das in einer Gruppe
oder Organisation gebräuchliche Hand-
Ñ
lungs- und Erfahrungswissen einschließlich
Ideen und Vorstellungen durch Interagie-
ren, Beobachten und Nachahmen an. Beim
Hineinwachsen in die Lerngemeinscha
von Knowledgebay kommt diesem Sozi-
alisationsprozess eine zentrale Bedeutung
zu: Bewährtes Kollektivwissen wird immer
wieder von neuen Mitgliedern hinterfragt
und die Lerngemeinscha erfährt dadurch
kontinuierlich neue Impulse. Dieser dyna-
mische Lernraum lässt sich in Anlehnung an
Nonaka und Konno (1998) als so genanntes
»Originating Ba« bezeichnen, durch dessen
bewusste Gestaltung die Lerngemeinscha
trotz der raschen Innovationszyklen im IKT-
Bereich auf dem neuesten Stand bleibt.
E x t e r n a l i s i e r u n g : Das in den Praktiken
der Organisationsmitglieder erkennbare
Handlungs- und Erfahrungswissen wird
im »Dialoging Ba« durch Artikulation ex-
plizit gemacht (vgl. Isaacs, 1999; von Krogh,
Ichijo & Nonaka, 2000). Bei Knowledgebay
wird Wissen so auf der Produktebene mit
Hilfe von Visualisierungen und gespro-
chener Sprache externalisiert sowie auf der
Ñ
Abbildung 4: Durchlauf verschiedener Wissensmodi in einem Spiralprozess
Thomas Sporer: Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay
Thema: E-Learning und Wissensmanagement
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zeitschrift für e-learning
Prozessebene durch gemeinsame Reexion
in der Lerngemeinscha. Dabei lassen sich
drei Stufen der Externalisierung festhalten:
die Produktion eigener Beiträge in Form
von Audio- und Videodokumenten auf
der ersten Projektstufe, die Weitergabe von
Handlungs- und Erfahrungswissen durch
das Tutorensystem und die Dokumenta-
tion von »Best-Practices« auf der zweiten
Projektstufe sowie die konzeptionelle Wei-
terentwicklung und Kommunikation der
Projektpraxis auf der dritten Projektstufe.
Kombination: Bei der Kombination setzen
die Mitglieder der Lerngemeinscha das ex-
plizierte Informationswissen miteinander in
Beziehung und ordnen es in einen größe-
ren Zusammenhang ein. Dieses »Systemi-
zing Ba« entspricht auf der Produktebene
von Knowledgebay der Vernetzung und
redaktionellen Einbettung der einzelnen
Beiträge des Internetportals (vgl. Sporer &
Ramm, 2006). Auf der Prozessebene sind
Dokumente wie dieser Artikel ein Beispiel
für eine theorerische Einordnung der re-
ektierten Lernerfahrungen aus der Projekt-
praxis durch Zuhilfenahme von Analogien
und Rahmenmodellen aus den Bereichen
E-Learning und Wissensmanagement.
I n t e r n a l i s i e r u n g : Im »Exercising Ba« wird
explizites Wissen schließlich wieder in das
individuelle und organisatorische Hand-
lungs- und Erfahrungswissen eingegliedert.
Auf der Produktebene von Knowledge-
bay ndet dieser Internalisierungsprozess
hauptsächlich dadurch statt, dass sie die
Lerner mit den Inhalten der Wissensmedien
auf dem Internetportal auseinandersetzen.
Auf der Prozessebene fungieren die »Best-
Practice-Konzepte« und die Seminar- und
Workshopveranstaltungen als Lerninfra-
strukturen (vgl. Senge et al., 2000), die den
Tr an sf er v on In fo rma ti ons - z u Ha nd lu ng s -
wissen unterstützen. Diese Lerninfrastruk-
turen schaen die Voraussetzungen, dass
das Handlungswissen der Lerngemeinscha
kontinuierlich mit Erfahrungswissen ange-
Ñ
Ñ
reichert wird und sich der Kreis zum Wis-
sensbereich der Sozialisation schließt.
Betrachtet man Knowledgebay aus dieser
Wissensmanagement-Perspektive werden vor
allem die verschiedenen expliziten und impli-
ziten Lernprozesse der Studierenden deutlich.
Gerade informelle Lernprozesse, die eher im-
plizit ablaufen, müssen von den Studierenden
durch die Materialisierung ihres Wissens in
Form von Lernprodukten sichtbar gemacht
werden. Das Internet und die digitalen Me-
dien stellen hierbei einen Lern- und Wis-
sensraum bereit, in dem durch Kollaboration
und Interaktion neue Produkte und innova-
tive Wertschöpfungsprozesse entstehen (vgl.
Schrage, 1990).
Zusammenfassung und Fazit
Dass die Hochschulinitiative Knowledgebay
mehr als eine elektronische Seminar- und
Vorlesungssammlung ist, lässt sich zeigen,
indem man das dahinter stehende Konzept
näher beleuchtet und theoretisch fundiert.
Hierzu wurde in diesem Beitrag das Konzept
von Knowledgebay mit drei theoretischen
Brillen dargestellt: der Community-Perspek-
tive, der Tool-Perspektive und der Wissens-
management-Perspektive. Betrachtet man
Knowledgebay aus der Community-Perspek-
tive werden die verschiedenen Wissensmodi
im Zusammenspiel von primären und se-
kundären Erfahrungen sowie die Bedeutung
verschiedener Rollen im Tutorensystem der
Lerngemeinscha deutlich. Die Tool-Perspek-
tive hat den Vorteil, die enge Verbindung von
Werkzeugen und Artefakten, die das Arbeiten
und Lernen bei Knowledgebay prägt, transpa-
rent zu machen. Unter der Wissensmanage-
ment-Perspektive schließlich wird deutlich,
dass das Konzept von Knowledgebay als sozio-
technisches System zu verstehen ist, welches
das Modell einer Lern- und Wissensökologie
verfolgt (vgl. auch Brown, 1999; North, Rom-
hardt & Probst, 2000). Das Konzept grei
den linearen Prozess der Wissensvermittlung
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zeitschrift für e-learning
in der traditionellen Hochschullehre auf und
integriert dessen Inputlogik in ein zyklisches
Modell: Didaktisch auereitetes Wissen der
Hochschullehre stellt dabei den »Rohsto«
der Lernumgebung dar und bildet den Aus-
gangspunkt eines selbstorganisierten Lern-
prozesses.
Um so einen nachhaltigen Umgang mit
Wissen im ökologischen Sinne zu erzielen (vgl.
Kuhlen, 2004), erscheint es wenig sinnvoll, E-
Learning und Wissensmanagement an Hoch-
schulen separat zu betrachten. Knowledgebay
ist ein Beispiel dafür, dass und wie es möglich
ist, Wissensmanagement-Prinzipien zur Be-
reitstellung eines E-Learning-Angebots anzu-
wenden und diese Verbindung der emen-
felder E-Learning und Wissensmanagement
auf der Metaebene als Lernarrangement zu
gestalten. Studierende haben so die Möglich-
keit, sich in eorie und Praxis mit E-Learning
zu befassen und Erfahrungen mit den Chan-
cen und Barrieren von Wissensmanagement
zu sammeln. Durch praktisches Tun in einer
Lerngemeinscha wenden Studierende die
theoretischen Inhalte aus dem Fachstudium
praktisch an und verarbeiten die aus der Pra-
xis resultierenden Erfahrungen durch gemein-
same Reexion theoretisch weiter. Hierzu ist
das praxisorientierte Feld der primären Erfah-
rungen beim informellen Lernen in Projekten
mit dem Feld der sekundären Erfahrungen
beim disziplinenorientierten Lernen im regu-
lären Fachstudium sinnvoll zu verbinden (vgl.
Reinmann, Sporer & Vohle, in Druck).
Letztlich verdeutlicht dieser Artikel auch
am Beispiel von Knowledgebay, wie Studieren-
de die Integration von E-Learning und Wis-
sensmanagement an Hochschulen aktiv mitge-
stalten. Er zeigt, dass Studierende beim Lernen
mit neuen Medien als Wissensmanager einen
»echten« Beitrag im Wertschöpfungsprozess
von Hochschulen leisten können. Wichtig ist
hier sowohl der Prozess (also die Schaung
neuen Wissens über die Nutzung von Internet
und digitalen Medien im Studium) als auch
das entstehende Produkt (also der Informa-
tionsdienst, der digitale Lerninhalte aus der
Hochschule öentlich anbietet). Anstatt be-
reits fertige Lernumgebungen zu nutzen, ist
das Design von Lernumgebungen nach Per-
kins (1986) eine eektive Form des Lernens
mit neuen Medien, weil es die Lernenden zur
aktiven Konstruktion von Wissen anregt. So
stellt das Konzept von Knowledgebay auf der
Metaebene schließlich das »Nebenprodukt«
eines Lernprozesses von Studierenden dar.
Im Unterschied zu rein angebotsorientierten
Ansätzen der Bereitstellung von E-Learning
an Hochschulen erweist sich die Produktion
von Wissensmedien und der Portalbetrieb bei
Knowledgebay daher weniger als Kostenfaktor,
sondern als pädagogisch-didaktischer Mehr-
wert eines nachfragegenerierten Konzepts.
Auf den Punkt gebracht: »Students are likely
to learn more by constructing instructional
materials than by studying them« (Jonassen
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Logos Verlag, S. 5764.
Thomas Sporer: Re-Konzeptionalisierung der Hochschulinitiative Knowledgebay
Pädagogik
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Knowledge Creation: How to Unlock the Mystery of
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tion. Oxford University Press.
Wille, R. (2002). Wissensmanagement im universitären
Bereich – Eine systematische Orientierung. Ausar-
beitung eines Vortrags auf der Tagung »Wissens-
management im universitären Bereich« des fzbw
Forschungszentrum Begriiche Wissensverarbei-
tung der TU Darmstadt am 19. Februar 2002. http://
www.mathematik.tu-darmstadt.de:8080/ags/esz/
fzbw/wisman02/Wille_wisman02.pdf.
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tice: The organizational frontier, Harvard Business
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  • Chapter
    Wissensmanagement als Gegenstand von Weiterbildung ist die erste und einfachste Beziehung; sie eignet sich dazu, die Bedeutung des Wissensmanagements und dessen Entwicklungslinien zu verdeutlichen.
  • Chapter
    Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Beziehung zwischen Wissensmanagement und Weiterbildung unter vier Gesichtspunkten:1. Wissensmanagement als Gegenstand von Weiterbildung ist die erste und einfachste Beziehung; sie eignet sich dazu, die Bedeutung des Wissensmanagements und dessen Entwicklungslinien zu verdeutlichen. 2. Die Organisation von Weiterbildung mit Wissensmanagement ist die zweite und bereits komplexere Beziehung; sie bietet sich dazu an, beispielhaft einige Wissensmanagement-Modelle vorzustellen und auf die Weiterbildung anzuwenden. 3. Weiterbildung im Prozess des Wissensmanagements ist die dritte und komplexeste Beziehung; hier lässt sich zeigen, dass und inwieweit das persönliche Wissensmanagement eine eigene Berechtigung hat und Impulse für die Weiterbildung geben kann. 4. Mit der Verbindung von digitales Lernen (Wir verwenden den Begriff „digitales Lernen“ als Kurzform für die inhaltlich korrekte Bezeichnung „digital unterstütztest Lernen“ oder „mediengestütztes Lernen“.) in Wissensmanagement und Weiterbildung schließlich wird deutlich, dass speziell über den Einsatz digitaler Medien der Umgang mit Wissen im Arbeitsprozess einerseits und der Aufbau von Wissen durch die Gestaltung von Lehr- und Lernumgebungen andererseits zunehmend miteinander verzahnt werden können.
  • Chapter
    Full-text available
    Zwischen Wissensmanagement und Weiterbildung lassen sich viele verschiedene Verbindungen herstellen. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Beziehung zwischen Wissensmanagement und Weiterbildung unter vier Gesichtspunkten: Wissensmanagement als Gegenstand von Weiterbildung ist die erste und einfachste Beziehung; sie eignet sich dazu, die Bedeutung des Wissensmanagements und dessen Entwicklungslinien zu verdeutlichen.
  • Article
    Tools are extensions of human beings that partially differentiate humans from lower order species of animals. Other species of animals have discovered tools, but have been unable to conceive needs to construct tools or incorporate tools into their cultures. Throughout history, humans have developed mechanical tools to facilitate physical work. The wheel and lever provided humans with an enormous mechanical advantage. The industrial revolution added artificial sources of power to extend that advantage. The electronic or information revolution has further extended that advantage by extending the functionality and speed of tools. Computers now perform tasks at speeds which are orders of magnitude greater than humans with or without more primitive tools were capable of.
  • Article
    Technologies of instruction have traditionally been used as conveyors of information, communicators of knowledge, or tutors of students. Our field of educational communications is founded on the premise that communicating content to students will result in learning. In educational communications, information or intelligence (in many different forms) is encoded visually or verbally in the symbols systems employed by each technology. During the "instructional" process, learners perceive the messages encoded in the medium and sometime "interact" with the technology. Interaction is normally operationalized in terms of student input to the technology, which triggers some form of answer judging and response from the technology in the form of some previously encoded (canned) message. Technologies as conveyors of information have been used for centuries to "teach" students by presenting prescribed information to them which they are obligated to "learn." Historically, educational communications have been developed and marketed to teachers by teams of educators, including instructional designers, subject matters specialists, media producers, and media managers. The instructional programs are designed using a variety of systematic instructional design models (Gagne, Briggs, & Wager, 1987; Dick & Carey, 1990) which have been advised by experimental research which is founded on very western notions of causality and determinism (more on this later). This systematic process embodies the very definition of our field (Ritchey & Seels, 1994). It contends that we can predict with accuracy the behavior and learning outcomes of organisms as complex as human learners. In this brief paper, I argue that these assumptions should be called into question, first on empirical grounds and second on philosophical grounds. The first is easy: the overwhelming majority of unpublished research and the simple majority of published research in our field where we have used technology as conveyors or knowledge have produced "no significant differences" in learning as a result of their interventions. Why? Because we cannot predict with accuracy the behavior of complex organisms. Based on this empirical criterion alone, we should rethink the use of technology as mediators of learning.
  • Chapter
    Full-text available
    Der Beitrag behandelt drei Varianten des Einsatzes von digitalen Audio- und Videomedien an der Hochschule: solche, die 1.) als Lehrmedien primär rezeptiv genutzt; die 2.) zur Konstruktion von Lernmedien eingesetzt und 3.) über eine Internetplattform mit anderen Lehr- und Lernmedien vernetzt und im Sinne eines Bildungsmediums gemeinsam von Lernenden reflektiert werden. Diese drei Nutzungsszenarien werden im Beitrag anhand von Beispielen veranschaulicht und mit Hilfe eines pädagogisch-didaktischen Rahmenmodells in einen wechselseitigen Zusammenhang gestellt.
  • Article
    MediaMOO is a text-based, networked, virtual reality environment designed to enhance professional community among media researchers. MediaMOO officially opened on 20 January 1993 and as of December 1994 has more than 1000 members from 29 countries. An application is required to join, and only those actively engaged in media research are admitted
  • Article
    Ikujiro Nonaka e Hirotaka Takeuchi establecen una vinculación del desempeño de las empresas japonesas con su capacidad para crear conocimiento y emplearlo en la producción de productos y tecnologías exitosas en el mercado. Los autores explican que hay dos tipos de conocimiento: el explícito, contenido en manuales y procedimientos, y el tácito, aprendido mediante la experiencia y comunicado, de manera indirecta, en forma de metáforas y analogías. Mientras los administradores estadounidenses se concentran en el conocimiento explícito, los japoneses lo hacen en el tácito y la clave de su éxito estriba en que han aprendido a convertir el conocimiento tácito en explícito. Finalmente, muestran que el mejor estilo administrativo para crear conocimiento es el que ellos denominan centro-arriba-abajo, en el que los gerentes de niveles intermedios son un puente entre los ideales de la alta dirección y la realidad caótica de los niveles inferiores.
  • Article
    This article introduces the Japanese concept of "Ba" to organizational theory. Ba (equivalent to "place" in English) is a shared space for emerging relationships. It can be a physical, virtual, or mental space. Knowledge, in contrast to information, cannot be separated from the context—it is embedded in ba. To support the process of knowledge creation, a foundation in ba is required. This article develops and explains four specific platforms and their relationships to knowledge creation. Each of the knowledge conversion modes is promoted by a specific ba. A self-transcending process of knowledge creation can be supported by providing ba on different organizational levels. This article presents case studies of three companies that employ ba on the team, division, and corporate level to enhance knowledge creation.