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Mit Eicheln gemästete Schweine schmecken besonders gut

Authors:
Informationstage
Biologische Vielfalt
Modell- und Demonstrationsvorhaben
Bonn, 21./22. April 2010
Schutz durch Nutzung
Biologische VIELFALT
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Projekte zur Erhaltung der Biodiversität.
ww w.b le .de
Schutz durch Nutzung
Biologische VIELFALT
E ic he l– ge mä s te te Sc hw ei ne
s ch me c ke n b es ond er s
Auf einer 22 ha großen Waldfläche hält die Eichelschwein
Gm b H e r s t m a l i g s e i t V e r s c h w i n d e n d e r W a l d w e i d e i n
Deutschland wieder Hausschweine in einem Eichenwald.
Dabei werden alte, gefährdete Rassen wie das Schwäbisch
Hällische Landschwein eingesetzt. Durch die Mast mit
Ei c h e l n e n t s t e h t e i n q u a l i t a t i v h o c h w e r t i g e r S c h i n k e n m i t
sp ez ie ll e r G es ch m ac ks n ot e.
Bis vor ca. 200 Jahren wurden Wälder als Weide für
Hausschweine genutzt. Sie bieten ein großes Angebot
an nährstoffreichem Futter wie Eicheln und Bucheckern.
Durch diese Waldnutzung entstand eine eigene Waldform
und damit ein neues Ökosystem – der Hutewald. Die
Ei n f ü h r u n g i n t e ns i v e r M a s t v e r f a h r e n v e r d r ä n g t e s o w o h l a l t e
Sc h w e i n e r a s s e n a l s a u c h d i e s e t r a d i t i o n e l l e H a l t u n g s f o r m .
Es wird erprobt, ob und wie eine Weidehaltung mit alten
Schweinerassen in der Praxis möglich und wirtschaftlich
ist. Zusätzlich untersucht das Institut für Waldbau die
Ve g e t a t i o n s e nt w i c k l u n g u n d t e s t e t M ö g l i c h k e i t e n z u r
Ei ch elm as t pro gn o se .
Diese Nischennutzung erhält vom Aussterben bedrohte
Ha us t i er r a s se n un d s el t e n g e wo r d en e H ut e wä l d er – un d
trägt so zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei.
Projektnehmer, Bildnachweis
Ei c h e l s ch w e i n G m b H Lehrstuhl für Waldbau, TU München
ww w .e ic he l sc hw e in .d e w w w . w z w . t u m . d e
48WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
Mit Eicheln gemästete Schweine schmecken
besonders gut
Hans H. Hus s1, Bernd Stimm2 u nd Reinhard Mosandl 2
1 Eichelsc hwein GmbH
2 Technische Universität München, Lehr stuhl für Waldbau
Historischer Rahmen und Vorgeschichte
des Projektes
Die Waldmast mit Schweinen - ur sprünglich eine der ältesten und
wichtigsten Haustierhaltu ngsverfahren - w urde in Deutschland An-
fang des 19. Jahrhunder t mit Aufkommen der Stallha ltung komplett
eingestellt. Bis dahin war sie die wichtigste Schwei nehaltungsform
seit der Domestikation des Sc hweins und hatte etwa 10.000 Jah re Be-
stand. Eichenwälder und z.T. auch Buchenwälder waren die wicht igs-
te Grundlage für die Schweineha ltung. Sc hweineeisch und Schwei-
nefett wu rden als sehr hochwer tige Lebensmittel angesehen, so dass
große Anstrengungen unter nommen wurden, möglic hst viele Tiere
zu halten. D eshalb gab es durchaus respektable Herden , die in großen
Waldgebieten gehalten wu rden. So trieben im Jahre 1815 bei g uter
Eichel- und Buc heckernmast ei nzelne preußische Grenzregimenter
jeweils meh rere 100.000 Tiere (!) in die Wälder ein (COTTA 1822).
Erst mit dem neu zeitlichen Ackerbau und der Waldpur ikation, also
der Trennung von forst- und landw irtschaf tlicher Produ ktion im 18.
und 19. Jahrhunder t, ist die Waldweide in weiten Teilen Mitteleuropas
verschw unden. Mit der Aufgabe der Schweinehaltung i m Wald ist
leider auch das Wis sen um eine optimier te Schweinebeweidung ver-
loren gegangen. Die vorhandene Literat ur beschreibt viele Aspek te
der Haltung nur unzu reichend.
Dem gegenüber stehen v iele historische Berichte, die die hervor ra-
gende Fleisch - und Fettqualität der Schwei ne aus Eichel mast rühmen.
Die dort getrof fenen Aussagen z ur Produktqual ität erscheinen durch-
aus glaubhaft, n achdem die Fleischqualität von Schweinen aus Spa-
nien oder Kroatien, wo es auch heute noc h eine Freilandha ltung von
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT49
Schweinen im Wald gibt, ganz hervorragend ist.
In Deutschland ex istiert die Sc hweinemast im Wald erst w ieder seit
dem Jahr 2003, als i m Rahmen des hier gesch ilderten Pilotprojektes
wieder Sc hweine in Iphofen in Unterf ranken in den Wald getrieben
wurden . Auf einer Fläche von knapp 3 Hektar wurde im Herbst 2003
mit nur wenigen Tieren das Pr ojekt zu r Hutewaldbeweidung gestar-
tet. Es sollten d ie Grundlagen für ei ne Wiedereinfüh rung der Schwei-
nemast im Wald era rbeitet werden, insbesondere sol lte der Einuss
der Beweidung auf die Fleischqualität und den Wald untersucht
werden.
Die ersten Ergebnisse wa ren viel versprechend und die Nachf rage
Abb. 1 : His torische Haltung vo n Schweinen im Wald
Die Eichele rnte und die Hasenja gd im Novem-
ber (Brev iarium Grimani, »N ovember«,
Flander n, ca. 1510; aus Fak simile cod. marc. L at.
I, 99 (21 38), © mit Genehmigung B ibliotheca
Nazionale Ma rciana, Uff. Manos critti).
50WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
nach dem Fleisch sehr g ut. Allerdings konnte die Schweinemast im
Wald angesichts der ger ingen Fläche und der wenigen Tiere niemals
wirtschaftlich sei n. Deshalb sollte in einer vierjä hrigen Aufbau-
phase ein Modell- und Demonstration sbetrieb zur Eichel mast mit
Schwäbisc h-Hällischen L andschweinen im unter fränkisc hen Wald
geschaf fen werden. Ganz im Sin ne der von der Gesellscha ft geforder-
ten Agrar wende ging die Eichelsc hwein GmbH dara n, einen Demons-
trationsb etrieb als Vorzeigeprojekt einer nachha ltigen, naturver-
träglichen u nd wirtsch aftlichen Nutz ung einer alten Schweinerasse
einzurichten.
Die Einrichtung eines Eichelmast-Demonstrationsbe -
triebes mit Hilfe von Fördermaßnahmen
Von dem Modell- und Demonst rationsvorhaben „Eic helmast mit
Schweinen“ wurde erwa rtet, dass von ihm entscheidende Impul se
ausgehen, um die bei der Erhalt ung und nachhalt igen Nutzung
gefährdeter t ierischer und forst licher Ressourcen ident izierten De-
zite über winden zu können. Eine nanz ielle Förderung des Vorha-
bens sollte sic herstellen, dass ei ne Erprobung auf wisse nschaftl icher
Grundlage erfolgen konnte und eine rasche Verbreitu ng des erarbei-
teten Wissen s sowie eine gute Einbindung der Öffentlichkeit gegeben
war. Im Folgenden sollen die G egenstände der Förderu ng vorgestellt
werden.
Prakt ischer Haltungstei l
Anlageneinrichtung
Die Freila ndhalt ung und deren Ausfüh rung sind in Deutsc hland
durch die Vorgaben der Sc hweinehaltungshygieneverordnung
(SchHaltHygV) geregelt . Demnach bedarf jede Freila ndhaltung einer
Genehm igung durch die zuständige Veterinärbehörde.
Die zuständigen Behörden w urden bereits während der Pi lotphase
im Jahr 2003 in die gesamte Projek tierung und Umsetzung eingebun-
den. Wichtige A spekte der Anlagenei nrichtung wurden so laufend
angepasst . Die Genehmigung war deshalb oh ne große P robleme ent-
sprechend den Vorgaben der Sc hHaltHygV möglich. Darüber hi naus
wurden besondere Maßnahmen die Z aunführu ng betreffend vorge-
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT51
nommen. Nach Projektbew illigung w urde die gesamte Fläche in der
Waldabteilung “Sc häferschlag“ des Forstbetriebes der Stadt Iphofen
mit einem doppelten Zaun mit einer L änge von knapp 2 km eingefrie-
det. Der Gru nd dafür war die Vermeidung von d irekten Kontakten
von Wild- und Hausschweinen.
Angren zend an die Waldächen wurde auch eine Lic htung m it etwa
2,5 ha Fläche eingezäunt. Sie erfü llt zwei Aufgaben: Zum einen d ient
die mit Gras (Glat thaferwiese) bewachsene L ichtung den Schweinen
als wic htiger Futterplatz , wo sie ergänzend Gras fressen und intensiv
wüh len können. An dem Grasbew uchs hatten die Tiere g roßes Inte-
resse. Er w urde über die Weideperiode vollst ändig abgefressen und
die Wiese wurde nahez u vollst ändig umgebrochen – viel i ntensiver
als dies i m Wald erfolgt. Zu m anderen wurde auf dieser Fläche ein his-
torischer Weiher mit Mönch reak tiviert. Er läuft im Wi nterhalbjah r
voll Wasser und garantier te so die Versorgu ng der Tiere mit Trink-
wasser. Seine Größe variiert im Jahreslauf stark. Die wechselfeuchten
Übergangsbereiche boten den Schweinen z usätzliche Futterquellen
und Suhlen .
Während der P rojektlaufzeit w urden weitere bauliche Verbesser un-
gen ohne Förderung vorgenommen, wie beispiels weise der Bau eines
überdachten Fangstandes zu r Tierkontrolle und einer Liegehalle.
Abb. 2 : Weide nde Schwäbisch- Hällische Schwein e im Possenheimer Wal d bei
Iphofen
52WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
Geeignete Rassen und Verf ügbarkeit von Tieren
An der Form der historischen Waldbeweidung mit Schweinen hat sic h
eigentlich n ichts geändert. Wie in früheren Jahrhunder ten verbrin-
gen die Schweine die Zeit von etw a September bis Dezember im Wald
und leben dort mehr oder weniger ungeschützt . Großer Unterschied
ist aber, dass die Schweine nic ht mehr durc h einen Hirten betreut
werden, der die Herde beaufsichtig t und sie durch den Wald leitet.
Die Tiere laufen in Gruppen durch das gesamte A real und legen so
große Strecken im u nwegsamen Gelände zurück. Dabei nehmen sie
zum Teil sehr energiearmes Grundf utter zu sich (Wurz eln, Kräuter)
und sind Wind u nd Wetter ausgeset zt. Für diese Halt ungsvoraus-
setzungen sind moderne R assen nicht geeignet; sie sind in der Regel
auf hochwert iges Futter angewiesen, nicht sonderlic h robust gegen
Witterungsein üsse und n icht in der Lage, lange Strec ken zu laufen.
Alte und robus te Schweinerassen, w ie Schwäbisch-Häl lische, Bunte
Bentheimer o der Mangal itza Wollschweine eignen sic h dafür besser.
Allen diesen Rassen ist gemei n, dass sie in Stallhalt ung zur Verfettung
neigen. Erfa hrungen aus dem Pilot projekt haben gezeigt , dass alte
Rassen - h ier das Schwäbisch-Hälli sche Landschwein - i n Waldhal-
tung lange nicht so problematisch verfetten und gut mit der vielen
Bewegung und dem Wetter zurecht kommen.
Zahl gemästeter Tiere
Die Nachfrage nach Eichelschweineei sch hat sich im Laufe der Zeit
sehr gut ent wickelt, so dass über die Jahre immer weniger Tiere pro-
duziert w urden als max imal absetzbar gewesen wären . Inzwischen
hat sich das Niveau auf et wa 200 Mastt iere eingependelt.
Schlacht ung und Verarbeitung
Mit der wachsenden Tierza hl mussten auch leist ungsfähige Schlac ht-
und Verarbeitu ngsbetriebe gefunden werden. Die Tiere werden
durch Loh nverarbeiter geschlac htet, zerleg t und verarbeitet. Die Ver-
markt ung erfolgt dann vollständig du rch die Eichelschwei n GmbH.
Während der P rojektlaufzeit w urde ein umfassendes Verarbeitu ngs-
netzwerk aufgebaut. Insgesamt si nd an der Schlachtu ng und Verar-
beitung d rei Schlachtbetr iebe, ein Zerlegebetrieb, ein Wurst verarbei-
ter, ein Schinkenmacher, ein Kühlsp editeur und zwei Tiertran spor-
teure beteil igt. Damit ist ei ne fristgerechte L ieferkette und eine dem
Produk t entsprechende Verarbeitungsstr uktur gesch affen worden.
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT53
Vermarktu ng, Marketing und Vertrieb
Mit dem Aufbau einer Haltung von über 100 Mas tschweinen haben
sich natü rlich gegenüber dem Pilotbet rieb die Anforderungen an
die Vermarkt ungskapazitäten deutlich erhöht. Es ist aber trot z der
anfängl ichen Schw ierigkeiten im Laufe der Zeit gelungen, eine aus-
reichende An zahl an Abnehmern von Frisc heisch zu nden. Mit dem
Ausbau der Haltu ng wurden neue Vermarktu ngswege erschlossen,
die den Wünsc hen der unterschiedl ichen Kundengr uppen Rechnung
trugen. Folgende Vermarktu ngswege wurden aufgebaut:
Gastronomie und Fein kostein zelhandel: Verkauf von Einzel-
teilcha rgen entsprechend der üblichen Edelteilzerlegung im
Fleischbereich
Endverbraucher: Verkauf von Hausha ltspaketen mit Edeleisch-
stücken
Ab Frühja hr 2007 wurde auch eine Vermarkt ungsschiene für Wu rst-
waren und lu ftgetrocknetem Spe ck und Schinken errichtet .
Wissens chaftliche Be gleituntersuchungen
Die Fruchtbi ldung der Eiche unterl iegt einer starken Per iodizität. In
der Forstw irtscha ft ist eine Charakterisieru ng der Eicheler träge in
einem best immten Jahr mit den Kategor ien „Vollma st“ (sehr gute bis
gute Eicheler träge), „Halbmast“ (mit tlere Erträge) und „ Sprengmast“
(geringe Eichelerträge) üblich. Diese Einstu fung ist hinreichend
genau, wenn es da rum geht, das zu er wartende Naturverjüng ungs-
potenzia l abzuschätzen, aber wenig geeignet , wenn nicht die Verjün-
gung, sondern d ie tragbare Zahl der Mastsc hweine prognostiziert
werden soll. Ziel der wissenschaft lichen Betreuung war es, die Quan-
tität und Qua lität der bevorstehenden Eichelmast m it visuell-qua nti-
tativen Verfahren zu bestim men und somit dem Schweinehalter ein
Instrument an d ie Hand zu geben, das es ihm erlaubt, die Bestoßung
des verfügba ren Areals relativ sicher zu pla nen.
Zu Projektb eginn erfolgten ei ne waldbauliche Charakter isierung der
Eichenbest ände (Bestandesform, Baumar ten, Mischungsform etc.)
und die Erfassung w ichtiger Bestandeskenngrößen des Altbest andes
(SOMMER 2008). Die Abt. Schä ferschlag gehört zu m Possenheimer
Wald der Stadt Iphofen. Nach der forstl ichen Wuchsgebietsgliede -
rung liegt der Possenheimer Wald im Teilwuchsbezirk 4.2/ 1 ‚Südliche
54WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
Gipskeuperplatte’. Das Kl ima des Wuchsgebietes „Frän kische Platte“
ist im A llgemeinen als war m und trocken zu bezeichnen. Die Ja hres-
mitteltemperatur liegt bei et wa 8,6° C, das Jahresmittel des Nieder-
schlages l iegt zwischen 650 und 750 mm. In der regiona len natürli-
chen Waldzus ammensetzung nden sich Buchen-Eichenwä lder und
kolline Eic hen-Buchenwälder, die auf nährstoffkräf tigen Substraten
(Gipskeuper) mischbaumarten reich sind.
Bei der Abt. Sc häferschlag handelt es sich um einen 18,5 ha großen
Eichen-Laubholzbestand, der vor rund z wei Jahrzehnten noch a ls Ei-
chen-Mit telwald bewir tschaftet w urde (die Rechte wurden Mit te der
80er Jahr e des letzten Jahrhundert s abgelöst) (Abb. 3). Es überwie gt
die Traubeneiche gegenüber der Stieleiche. Das Oberholz ist durc h
mitt leres bis st arkes Eichenbaumholz mit tlerer Qualität sow ie einzeln
beigemisc hten Berg- und Feldahorn, A spe, Birke, Esche, Elsbeere,
Wildapfel und -bir ne gekennzeichnet; im Unter- und Zwischenstand
nden sich za hlreiche Hainbuchen (teils aus Stoc kausschlag), aber
ebenfal ls Trauben- und Stieleiche, Berg- u nd Feldahorn, Birke, Esche,
Wildapfel und -bir ne, Mehl- und Elsbeere.
Zur Bestimmung des Eic helangebots wurden i nsgesamt acht Ver-
suchsächen ausgeschieden, die m it einem Versuch szaun aus Ei-
chenpfosten und w ilddichtem Maschendra ht eingezäunt und mit
je 25 Samenfallen ausgestattet w urden. Zusätzlich zu den Versuch s-
ächen wu rden insgesamt 20 Ein zelbäume ausgewählt, d ie mit je
vier Samenfallen bestüc kt wurden. Auf den ei nzelnen Flächen und
an ausgewählten Ein zelbäumen wurden um fangreiche Messungen
durchgeführt.
Jährlich im Sommer w urde eine Prognose der Eichelma st mit ver-
schiedenen v isuell-quantitativen Verfa hren durchgeführt.
Mit Hilfe der jä hrlich durchgefü hrten Erhebungen der Bodenvegeta-
tion sollten Veränder ungen der Vegetation hi nsichtlich der A rtenviel-
falt und des Fut terwertes der pan zlichen Komponenten in Waldbe-
ständen aufgezeigt werden. Für die Vegetationsaufnah men im Wald
wurden z u Beginn der Arbeiten insgesamt 27 Untersuchungsparzel-
len (9 gezäunte und 18 ungezäunte Refer enzparzellen) ausgew iesen.
Die Waldvegetationsuntersuchungen wurden e rgänzt durch Vegeta-
tionsauf nahmen auf der angren zenden Weide (8 Grünlandparzellen)
(Abb. 3).
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT55
Zusätzl ich zu den gesc hilderten Vegetationserhebungen wurden i m
Jahr 200 5/2006 u nd im Jahr 2009 ausgewä hlte Elemente der Boden-
fauna erfa sst (DOLEK et al. 2009).
Flankierende Öffentlichkeits arbeit
Im Verlauf des Projektes zur Sc hweinehalt ung im Eichenwald fanden
umfang reiche Maßnahmen z ur Information der Öffent lichkeit statt.
Wie zu erw arten, war das I nteresse an dem Projekt s ehr groß. Die
Anlage zieht regelmä ßig viele Besucher - insbesondere Familien mit
Kindern und Landw irte - an, die zum Teil mehrfach und regelmä ßig
die Schweine besichtig ten. Zur Information der Bes ucher und Interes-
senten wurde ein Faltblatt entwic kelt und verteilt.
Für eine übergreifende Öf fentlic hkeitsarbeit wu rde unter
ww w.eichelschwein.de die Inter netpräsenz erweitert und an den
neuen Standort a ngepasst . Des Weiteren war d ie Medienresonanz
über die gesamte Projekt laufzeit ausgesprochen g roß. Regelmäßig
zum Eint rieb der Schweine im Spätsom mer bzw. Frühherbst berichte-
Abb. 3 : Luf tbild der Versuchs äche Abt. Schäf erschlag mit wald baulichen und
vegetat ionskundlichen P robeparzellen (au s HOLZWART 20 09)
DOP © Bayer ische Vermessungs verwaltung 2 010
56WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
ten die lokalen P resseorgane. Laufend über da s gesamte Jahr kommen
Anfragen überört licher Radio- und Fernseh stationen und regelmä ßig
auch von Print-Magazinen.
Ausgewählte Ergebnisse
Prognos e der Eichelmast
Im Juli jeden Jahres w urde von mehreren Personen ei ne detaillier-
te visuel le Ernteprognose (mittel s Fernglas) an den E inzelbäumen
durchgeführt. Die Prognose der Eichelmast v ariiert u.a. i n Abhängig-
keit von den jeweiligen Betrachtern. Im Jahr 2009 wurde zusätzlich
eine Insp ektion der Einzelbaumkronen m it Hilfe einer Beieg ung
durch eine Drohne durchgeführt. Die Beiegung mit der Drohne und
die dabei ers tellte Bilddokumentation und Inventur ist ein gelunge-
nes Beispiel f ür ein innovatives Zusammen-wirken verschiedener
Part ner aus Privatwirt schaft, Techni k und Wissenscha ft (HOFMANN
et al. 2009). Die m it Hilfe der iegenden Kameraplattform gewon ne-
nen Daten ergaben zuverlässige und qua ntizierbare P rognosen für
die herbstliche Mast. Alle Befunde aus den verschiedenen Erfa ssung-
verfah ren ossen in eine qualizier te Ernteprognose ein.
Der tatsäc hliche Eichelert rag wurde im Herbst zu verschie denen
Zeitpun kten quantitativ und qualitat iv mit Hilfe von Samenfa llen auf
repräsentativen Probe ächen und unter E inzelbäumen erfas st. Aus
den Erhebungen wu rde die durchschn ittliche Eichelproduktion für
die Abt. Schäfersc hlag ermittelt.
In den vier Jahren zeigen d ie durchschnittlichen Eicheler träge auf
den versch iedenen Prob eächen interessante Untersc hiede. 2006 war
offenbar ein relativ gutes Mastjahr mit ei nem Durchschnitt über a lle
Flächen von 115 4 kg Eicheln/ha (mit Spitzenwerten auf ei nzelnen Flä-
chen bis zu 2000 kg/ha), das ver mutlic h zur weitgehenden Erschöp-
fung des baum internen Ressourcenpool s führte und sich in der rück-
läugen Eichelproduktion i n den Folgejahren n iederschlug. Im Jahr
2007 und 2008 lagen die Du rchschnit te jeweils bei rund 300 kg/ha.
Im Jahr 20 09 nur mehr bei 26 kg/ha (Tab. 1). Vermutlich reduzierte der
in 2009 diagnostizierte Eichenwic kler-Befall das interne Ressourcen-
potential s tark.
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT57
Zusammen hänge zwischen Eichelproduktion, Herdengr öße und
Haltungsdauer
Unter der Annahme, dass ei n Schwein etwa 1,5 kg Eicheln pro Tag
verzehr t und Eicheln den Hauptanteil der F utterration bilden sollten,
kommt es aufgru nd der jährlich sehr variablen Eic helprodukt ion zu
deutlichen Veränder ungen der abgeleiteten Größen „Herdeng röße“
bzw. „Haltungsdauer“ (Tab. 1).
Tab. 1: Eichelproduktion, Herdengröße und Haltungsdauer
Jahr Eichel-
produktion
(kg ha-1)
Herdengröße
(für 20 ha und 90
Tag e)
Haltungsdauer
(für 20 ha und
150 Tiere)
2006 1154 171 Tiere 103 Tage
2007 315 47 Tiere 28 Tage
2008 321 48 Tiere 29 Tage
2009 26 4 Tiere 2 Tage
Eine gute Mast, wie i m Jahr 2006, erlaubt die Halt ung einer Herde von
171 Tieren auf einer Fläc he von 20 ha und über einen Zeitraum von 90
Tagen, bzw. gestattet eine Ha ltungsdauer für 150 Tiere für ei nen Zeit-
raum von 103 Tagen.
Unsere Beobac htungen i n den vergangenen Ja hren haben gezeigt,
dass sich d ie Tiere in Zeiten geringere E ichelproduktion durchaus
noch gut aus dem Walde ernähren können. Das ger inge Eichelan-
gebot wird v ielfach durch eine a nders geartete „Untermast“ kom-
pensier t. Im Einzelnen können genannt werden: Gräser, Kräuter,
Beerenf rüchte und Wildobst, I nsekten, Raupen, Wür mer und andere
Bodenlebewesen sowie durc h saprophytische Pilze sic h zersetzendes
Totholz. Sollte trotz al lem eine Verknappung des Fut ters eintreten,
müsste gegebenen falls zugefüt tert werden; dies könnte auch mit
andernort s gesammelten oder zugekauften Fut tereicheln geschehen.
Unsere vorläugen Beobachtungen zeigen, dass s ich in einem Mast-
jahr wie 2006 keine negativen Ausw irkungen der Schweineh altung
58WALDWEIDE MIT SCHWÄBISCH-HÄLLISCHEN SCHWEINEN
auf die Keimung von Eic heln und die Etablieru ng von Eichensämli n-
gen ergeben. Die Sc hweine übersehen offenbar ei ne beachtliche Zah l
von Eicheln, d ie sich zu einer zahlenmäßig aus reichenden Eichen-
natur verjüngung entw ickeln können. In Jah ren mit geringer Mast
sind Eichel n und daraus ankommende Sä mlinge allerdi ngs nur selten
nac hweisbar.
Untersuchungen der Vegetationsveränderu ngen
Die Vegetation veränderte sich durch die Beweidung deutlich
(HOLZWART 2009). Die A rtenzahlen s tiegen nach der ersten Bewei-
dung erkennbar a n, sanken nach der dr itten Beweidung in vielen P ar-
zellen wieder ab, jedoch nicht auf das Ausga ngsniveau von 2006. Da
sich die Vegetation verhä ltnismäßig langsam änder t und außerdem
in den vergangenen Ja hren die Zahl der weidenden S chweine anstieg,
kann noc h keine absch ließende Aussage zur Ent wicklung der Ar ten-
zahlen u nd der Artenvielfa lt nach langjähr iger Schweinebeweidung
gemacht werden.
In den feuchteren Parzellen wächst zunehmend Agrost is stolonifera
als geschlossener R asen. Auch konnte festgestellt werden, dass ei nige
als Fut terpanzen beliebte Carex-Arten z urückgedrängt wurden . Im
Wald war eine Zuna hme der Naturverjüngung an den zahl reich vor-
handenen neuen BaumSämlingen gut zu erken nen. Vorteil haft für
die Natur verjüngung wi rkte sich aus, dass die Sc hweine Brombeer-
und Weißdorngest rüppe zerstörten, d ie an günstigen K leinstandor-
ten wuch sen und das Aufkommen der Nat urverjüng ung behinderten.
Ausblick
Mit der Haltu ng von Schweinen im Eichenwald kann ma n ein außer-
gewöhnlic h hochwertiges und sch mackhaftes F leisch erzeugen, das
sich qual itativ deutlich von konventionellen Produk ten abhebt. Der
bekannte Spruch „die besten Sch inken wachsen auf den Bäumen“
kann som it nach wie vor Gü ltigkeit beanspruchen, auch wenn sich
nur noch wenige Zeitgenossen heutzutage selbst davon überzeugen
können. Voraussetzung für d ie künftige nach haltige Produktion
dieser ku linarischen Rarit ät ist al lerdings der E rhalt der alten Schwei-
nerassen, da nur diese mit den rauen Bedingungen der Freilandha l-
tung gut zurechtkommen. Die k ünftigen Absatzmöglich keiten
dürften hingegen kei n Problem darstellen, haben sie sich doc h in der
Vergangenheit sehr positiv ent wickelt. Auch das Haltungss ystem
INFORMATIONSTAGE BIOLOGISCHE VIELFALT59
selbst ist m ittlerweile ausgereift, so dass derzeit die Aus weitung der
Haltung erwogen w ird. Allerdi ngs sind der Erschließung weiterer
Standorte Grenzen geset zt, da sich die rest riktive Hand habung der
Schweineha ltungshygieneverordnung in möglichen neuen Haltungs-
regionen al s großes Hinderni s erweist. Dies is t umso bedauerlicher al s
die Haltu ng von Schwäbisch-Häl lischen Landschweinen im Wald die
Bemühungen zur Erhaltu ng des Schwäbisch-Häl lischen
Landsc hweins und der biologischen Vielfalt der Sc hweinerassen
unterst ützt . Auch bietet die Halt ung der Schweine im Wald gleich-
zeitig eine Option zur Werterhöhung und somit zur E rhaltu ng von
Mittelwäldern, ei ner ebenfalls seltenen Waldaufbauform , die
aufgrund i hrer struk turellen und biologi schen Vielfalt ein wer tvolles
Habitat für P anzen und Tiere darstellt .
Literatur
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SOMMER, C., 2008: Eichelmast im Mit telwald. Unveröffe ntl. Dipl. Arbeit,
Lehrstuhl für Waldbau, W issenschaftszentrum Weihens tephan, TU
München.
... Ganz im Sinne der von der Gesellschaft geforderten Agrarwende ging die Eichelschwein GmbH daran, einen Demonstrationsbetrieb als Vorzeigeprojekt einer nachhaltigen, naturverträglichen und wirtschaftlichen Nutzung einer alten Schweinerasse einzurichten. Diese Nischennutzung erhält vom Aussterben bedrohte Haustierrassen und selten gewordene Waldformationen und trägt so zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei (Huss et al. 2011). ...
... Die Hauptziele des Modell-und Demonstrationsvorhabens "Eichelmast mit Schweinen" lagen in der Erhaltung mittelwaldartiger Waldstrukturen im Sinne eines Kulturlandschaftsschutzes, in der Erprobung tiergerechter Haltungsverfahren im Wald und in der Gewinnung von Erkenntnissen zu Eicheln als Futtermittel , Huss et al. 2011, Stimm et al. 2012. Die wesentlichen Ziele der wissenschaftlichen Begleitung durch den Lehrstuhl für Waldbau lagen im Monitoring der Eichenmast im Mittelwald über einen Zeitraum von 10 Jahren (2006)(2007)(2008)(2009)(2010)(2011)(2012)(2013)(2014)(2015) hinweg, in der Erprobung von Verfahren der Vorhersage der Eichenmast und in der Ermittlung der Tragfähigkeit des Mittelwalds für die Schweine. ...
... Neben den im Eichenwald vorkommenden natürlichen Futtermitteln (Kräuter, Wurzeln, Blätter, pflanzliche und tierische Komponenten auf und im Boden) kommt den Eicheln bei der Ernährung der Tiere eine wichtige Rolle zu, denn durch sie entsteht ein qualitativ einzigartiges Fleisch, wie man es heute sonst nicht mehr bekommt (Huss 2006, Huss et al. 2011. Mithilfe einer visuellen Zählung im Juli bzw. ...
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Über einen Zeitraum von 10 Jahren (2006–2015) wurden die jährlichen Eichelerträge in einem ehemaligen Mittelwald untersucht, der – neben anderen Leistungen – der Schweinehaltung im Wald dient. Die Eichelmengen unterliegen räumlichen und individuell bedingten Schwankungen. Verfahren zur Prognose der Eichelmast wurden getestet, sind jedoch noch mit gewissen Ungenauigkeiten behaftet. Wenn eine konstante Zahl von Schweinen auf der Untersuchungsfläche gehalten werden soll, dann wird man aufgrund der schwankenden jährlichen Eichelproduktion um Zufütterungen oder Zukäufe von Futtereicheln nicht umhinkommen. - Results are presented about a 10 years (2006–2015) monitoring of acorn production in a coppice-with-standards forest in Lower Franconia, which is providing – among other services – habitat for swine herding. Acorn production was measured in the forest and varied spatially between experimental plots, between individual trees and from one year to another. Prior to acorn fall evaluation of acorn production is possible with some bias. Because of the varying amount of acorns produced from one year to the other, herding a constant number of swines in the stand may require a feeding of additional fodder or purchase of acorns for fodder.
... Ganz im Sinne der von der Gesellschaft geforderten Agrarwende ging die Eichelschwein GmbH daran, einen Demonstrationsbetrieb als Vorzeigeprojekt einer nachhaltigen, naturverträglichen und wirtschaftlichen Nutzung einer alten Schweinerasse einzurichten. Diese Nischennutzung erhält vom Aussterben bedrohte Haustierrassen und selten gewordene Waldformationen und trägt so zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei (Huss et al. 2011). ...
... Die Hauptziele des Modell-und Demonstrationsvorhabens "Eichelmast mit Schweinen" lagen in der Erhaltung mittelwaldartiger Waldstrukturen im Sinne eines Kulturlandschaftsschutzes, in der Erprobung tiergerechter Haltungsverfahren im Wald und in der Gewinnung von Erkenntnissen zu Eicheln als Futtermittel , Huss et al. 2011, Stimm et al. 2012. Die wesentlichen Ziele der wissenschaftlichen Begleitung durch den Lehrstuhl für Waldbau lagen im Monitoring der Eichenmast im Mittelwald über einen Zeitraum von 10 Jahren (2006)(2007)(2008)(2009)(2010)(2011)(2012)(2013)(2014)(2015) hinweg, in der Erprobung von Verfahren der Vorhersage der Eichenmast und in der Ermittlung der Tragfähigkeit des Mittelwalds für die Schweine. ...
... Neben den im Eichenwald vorkommenden natürlichen Futtermitteln (Kräuter, Wurzeln, Blätter, pflanzliche und tierische Komponenten auf und im Boden) kommt den Eicheln bei der Ernährung der Tiere eine wichtige Rolle zu, denn durch sie entsteht ein qualitativ einzigartiges Fleisch, wie man es heute sonst nicht mehr bekommt (Huss 2006, Huss et al. 2011. Mithilfe einer visuellen Zählung im Juli bzw. ...
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Results are presented about a 10 years (2006-2015) monitoring of acorn production in a coppice-with-standards forest in Lower Franconia, which is providing - among other services - habitat for swine herding. Acorn production was measured in the forest and varied spatially between experimental plots, between individual trees and from one year to another. Prior to acorn fall evaluation of acorn production is possible with some bias. Because of the varying amount of acorns produced from one year to the other, herding a constant number of swines in the stand may require a feeding of additional fodder or purchase of acorns for fodder.
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Schlüsselwörter: Waldweide, Geschichte, Eichelmast, Vor-und Nachteile der Waldweide mit Schweinen, Naturverträglichkeit. Zusammenfassung: Seit dem Mittelalter werden in mitteleuropäischen eichendominierten Wäldern Schweine zur Fleischproduktion gemästet. Aus forstlicher Sicht wurde die Waldweide überwiegend positiv gesehen, weil die Schweine den Boden aufbrechen und damit die Keimbedingungen verbessern sowie schädigende Insekten und Kleinsäuger fressen. Dagegen verbeißen sie Jungpflanzen nicht und mithin wurde kaum von gravierenden Schäden berichtet. Im 19. Jh. ging die Schweinehaltung aus rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen zu Ende. In einem Projekt in Unterfranken wird die Waldweide mit Schweinen seit 2003 wiederbelebt. Die Qua-lität des erzeugten Fleisches erwies sich als hochwertig. Wegen der erheblichen Kosten für die Einzäunung sind mindestens 150 Tiere und Flächen über 15 ha nötig, um rentabel zu sein. Keywords: Wood pasture, forest history, advantages and disadvantages of swine herding in forests, revival, environmental sustainability. Summary: At least since the Middle Ages pigs have been raised for meat production in central European oak dominated forest. Wood pasture of pigs has been generally appreciated by foresters as pigs improve the germination bed by wounding the top soil. Moreover, they eliminate damaging insects and voles. Fortunately , pigs do not browse regrowth. Thus no serious injuries were mentioned. During the 19 th century pasturing ended because of legal, social and economic reasons. In a project in Lower Franconia wood pasture of pigs is being revived since 2003. The meat so far produced is of high quality. Nevertheless, due to the high fencing costs comparable trials will be lucrative only with a minimum of 150 pigs and a disposable tract of land of at least 15 ha.
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Coppice-with-standards (CWS) is an ancient forest system in Europe which served for centuries to provide timber and a number of other goods, like firewood, poles and fodder to the society while maintaining a continuous forest cover. Since the dawn of modern forestry the area of coppice and CWS forest in Germany has constantly decreased. With the recent rise of energy prices and of wood as a renewable source interest in this system aroused again. Also it was found that CWS forests because of their diversity in structure are a precious habitat for rare and endangered animal and plant species in comparison with high forests. We present two management options in one of the biggest remaining forests of this type in Germany, in Lower Frankonia, Bavaria. The first management option is directed to increase the value of the remaining trees (standards) in the coppice stands in order to cope with timber trees from high forests. The second management option includes an agro-silvopastoral component: in a pilot project we use coppice-with-standards forests as a pasture for Swabian-Hall swines, which are famous for their superior meat quality. The integrative character of this project may support the conservation of the Swabian-Hall swine, which remains an endangered race on the red list of the Society for the Conservation of Old and Endangered Livestock Breeds.
Schweinehaltungshygieneverordnung vom 7 Juni 1999 (BGBl. I S. 1252)
  • Bmj Literatur
Literatur BMJ, 2009: Schweinehaltungshygieneverordnung vom 7. Juni 1999 (BGBl. I S. 1252), zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 17.
1337); Internetveröffentlichung unter www.juris
  • Cotta Junide
Juni 2009 (BGBl. I S. 1337); Internetveröffentlichung unter www.juris.de COTTA, H. (1822): Die Verbindung des Feldbaus mit dem Waldbau oder die Baumfeldwirtschaft, Erster Band, Dresden.
Gutachten im Auftrag des Bayer
  • Unveröff Schlussbericht
Schlussbericht, unveröff. Gutachten im Auftrag des Bayer. Landesamtes für Umwelt (LfU), 43 S.
Die besten Schinken wachsen an den Eichen
  • H.-H Huss
HUSS, H.-H., 2006: Die besten Schinken wachsen an den Eichen. Lwfaktuell 55, 20-21.
Untersuchungen zur Veränderung der Bodenvegetation unter Schweinebeweidung und zur Futteraufnahme der Schweine
  • R Holzwart
HOLZWART, R., 2009: Untersuchungen zur Veränderung der Bodenvegetation unter Schweinebeweidung und zur Futteraufnahme der Schweine. Unveröffentl. Dipl. Arbeit, Lehrstuhl für Waldbau, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, TU München.
  • C Sommer
SOMMER, C., 2008: Eichelmast im Mittelwald. Unveröffentl. Dipl. Arbeit, Lehrstuhl für Waldbau, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, TU München.
BGBl. I S. 1252), zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 17
Literatur BMJ, 2009: Schweinehaltungshygieneverordnung vom 7. Juni 1999 (BGBl. I S. 1252), zuletzt geändert durch Artikel 4 der Verordnung vom 17. Juni 2009 (BGBl. I S. 1337);