ArticlePDF Available

Abstract and Figures

Narzissmus ist ein vieldeutiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Menschen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl empirischer Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Die derzeitigen Diagnosekriterien der NPS nach DSM-5 (Sektion II) betonen den grandiosen Typus des pathologischen Narzissmus, während der von Klinikern und Wissenschaftlern beschriebene vulnerable Typus bisher wenig Berücksichtigung gefunden hat. Bei der Behandlung von Patienten mit NPS ist ein erhöhtes Suizidrisiko zu beachten. Die Psychotherapie von Patienten mit NPS beruht therapieschulenübergreifend im Wesentlichen auf der (therapeutischen) Beziehungsgestaltung, der Klärung und Bearbeitung grandioser und vulnerabler Selbstwertschemata, emotionsregulatorischen Strategien sowie der Korrektur von narzisstischen Verhaltensweisen zugunsten prosozialer Interaktionen.Beziehungsgestaltung, der Klärung und Bearbeitung grandioser und vulnerabler Selbstwertschemata, emotionsregulatorischen Strategien sowie der Korrektur von narzisstischen Verhaltensweisen zugunsten prosozialer Interaktionen.
Content may be subject to copyright.
Psychotherapeut
www.Psychotherapeut.springer.de
Elektronischer Sonderdruck für
Ein Service von Springer Medizin
Psychotherapeut2013 · 58:599–615· DOI 10.1007/s00278-013-1021-5
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
AlineVater· StefanRoepke· KathrinRitter· Claas-HinrichLammers
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Forschung, Diagnose und Psychotherapie
Aline Vater
Diese PDF-Datei darf ausschließlich für nicht kommerzielle
Zwecke verwendet werden und ist nicht für die
Einstellung in Repositorien vorgesehen – hierzu zählen
auch soziale und wissen schaftliche Netzwerke und
Austauschplattformen.
Punkte sammeln auf...
springermedizin.de/
eAkademie
Teilnahmemöglichkeiten
Diese Fortbildungseinheit steht Ihnen
als e.CME und e.Tutorial in der Springer
Medizin e.Akademie zur Verfügung.
e.CME: kostenfreie Teilnahme im
Rahmen des jeweiligen Zeitschriften-
abonnements
e.Tutorial: Teilnahme im Rahmen des
e.Med-Abonnements
Zertifizierung
Diese Fortbildungseinheit ist für ärztliche
Psychotherapeuten mit 3 CME-Punkten
zertifiziert von der Landesärztekammer
Hessen und der Nordrheinischen Akade-
mie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung
und damit auch für andere Ärztekam-
mern anerkennungsfähig.
Für psychologische Psychotherapeuten
ist diese Fortbildungseinheit von der
Landespsychotherapeutenkammer
Baden-Württemberg akkreditiert.
Hinweis für Leser aus Österreich
Gemäß dem Diplom-Fortbildungs-Pro-
gramm (DFP) der Österreichischen Ärz-
tekammer werden die in der e.Akademie
erworbenen CME-Punkte hierfür 1:1 als
fachspezifische Fortbildung anerkannt.
Kontakt und weitere
Informationen
Springer-Verlag GmbH
Springer Medizin Kundenservice
Tel. 0800 77 80 777
E-Mail: kundenservice@springermedizin.de
Psychotherapeut 2013 · 58:599– 615
DOI 10.1007/s00278-013-1021-5
Online publiziert: 26. November 2013
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
Aline Vater1, 2, 3 · Stefan Roepke1, 2 · Kathrin Ritter1, 4· Claas-Hinrich Lammers5
1 Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
Campus Benjamin Franklin
2 Cluster Languages of Emotion, Freie Universität Berlin
3 Technische Universität Darmstadt
4 Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik und Differentielle und Persönlichkeitspsychologie,
Freie Universität Berlin
5 Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll, Hamburg
Narzisstische 
Persönlichkeitsstörung
Forschung, Diagnose und Psychotherapie
Zusammenfassung
Narzissmus ist ein vieldeutiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Men-
schen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl empirischer
Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein
deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Die der-
zeitigen Diagnosekriterien der NPS nach DSM-5 (Sektion II) betonen den grandiosen Ty-
pus des pathologischen Narzissmus, während der von Klinikern und Wissenschaftlern be-
schriebene vulnerable Typus bisher wenig Berücksichtigung gefunden hat. Bei der Behand-
lung von Patienten mit NPS ist ein erhöhtes Suizidrisiko zu beachten. Die Psychotherapie
von Patienten mit NPS beruht therapieschulenübergreifend im Wesentlichen auf der (thera-
peutischen) Beziehungsgestaltung, der Klärung und Bearbeitung grandioser und vulnerabler
Selbstwertschemata, emotionsregulatorischen Strategien sowie der Korrektur von narzissti-
schen Verhaltensweisen zugunsten prosozialer Interaktionen.Beziehungsgestaltung, der Klä-
rung und Bearbeitung grandioser und vulnerabler Selbstwertschemata, emotionsregulatori-
schen Strategien sowie der Korrektur von narzisstischen Verhaltensweisen zugunsten proso-
zialer Interaktionen.
Schlüsselwörter
Selbstregulation · Narzissmus · Grandiosität · Vulnerabilität · DSM-5
CME Zertifizierte Fortbildung
© Klaus Rüschhoff, Springer Medizin
CME Zertifizierte Fortbildung
Dieser Beitrag ist eine erweiterte Version der Publikation aus: Der Nervenarzt 84(2013), 879–888;
DOI 10.1007/s00115-013-3772-1.
Redaktion
T. Fydrich, Berlin
A. Martin, Erlangen
W. Schneider, Rostock
599Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
Lernziele
Nach Lektüre dieses Beitrags
F kennen Sie die psychopathologischen und persönlichkeitspsychologischen Konzepte
des Narzissmus.
F haben Sie eine Übersicht der verschiedenen ätiopathogenetischen Konzepte dieses
Krankheitsbilds erhalten.
F können Sie die wesentlichen Therapieansätze zum Narzissmus beschreiben.
Narzissmus als Persönlichkeitsstörung
Der Begriff Narzissmus wurde erstmals schon Ende des 19. Jh.s von Ellis [1] als autoerotische Stö-
rung beschrieben. Später führte S. Freud [2] den Narzissmusbegriff für eine Phase der normalen Ent-
wicklung des Menschen vom Autoerotismus zur Objektliebe ein. Kernberg [3] und Kohut [4] ent-
wickelten weiterführende Narzissmusdefinitionen sowie ätiopathogenetische und psychotherapeu-
tische Konzepte. Unter den Begriff Narzissmus fassten sie Patienten, die u. a.:
F ein Muster von eigener Großartigkeit und Selbstidealisierung aufweisen,
F ein übermäßiges Bedürfnis nach Bewunderung zeigen,
F im Kontakt häufig arrogant erscheinen und
F für die Empathiemangel charakteristisch ist.
Kohut [4] und Kernberg [3] schufen mit ihren Arbeiten die diagnostischen Grundlagen für die späte-
re Konzeption der NPS im Diagnostischen Statistischen Manual für Psychische Störungen (DSM-III).
Die Kriterien der narzisstischen Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV-TR bzw. nach DSM-5 (Sek-
tion II)1, von denen mindestens 5 erfüllt sein müssen, sind in . Tab. 1. aufgeführt (Abschn. „Neu-
ere Konzeption im DSM-5“). Bei der Diagnosestellung ist zu beachten, dass auch die allgemeinen
Störungskriterien für Persönlichkeitsstörungen nach DSM-5 (Sektion II) zu berücksichtigen sind.
In der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheits-
probleme, 10. Ausgabe, (ICD-10) ist die NPS nicht als eigenständige Diagnose aufgeführt, sondern
nur in der Kategorie F60.8, „andere spezifische Persönlichkeitsstörungen, zu finden, denn seitens
des Expertengremiums des ICD-10 wurde die NPS aufgrund der vermuteten geringen Prävalenz
1 In den folgenden Abschnitten wird überwiegend die Bezeichnung DSM-5 (Sektion II) verwendet, die deckungs-
gleich mit den DSM-IV-TR-Kriterien ist.
S. Freud führte den Narzissmus-
begriff für eine Phase der norma-
len Entwicklung des Menschen vom 
Autoerotismus zur Objektliebe ein
Bei der Diagnosestellung sind die 
allgemeinen Störungskriterien für 
Persönlichkeitsstörungen nach 
DSM-5 zu berücksichtigen
Narcissistic personality disorder . Research,
diagnosis and psychotherapy
Abstract
Narcissism is a multifaceted term which encompasses traits of normal personality as well as a specif-
ic personality disorder. While much research has been concerned with narcissism as a trait there are
only few empirical studies on narcissistic personality disorder (NPS). The current diagnostic system
of NPS according to DSM-5 (section II) focuses on grandiose narcissism whereas vulnerable narcis-
sism, which is emphasized by clinicians and researchers, has not yet been recognized. While treat-
ing NPD patients an increased suicide risk has to be taken into consideration. Psychotherapy of nar-
cissistic patients mainly focuses on processes during patient-therapist interactions, the analysis and
processing of grandiose and vulnerable schemas, emotion regulation techniques and a correction of
narcissistic behavior in favor of prosocial interactions.
Keywords
Self regulation · Narcissism · Grandiosity · Vulnerability · DSM-5
600
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
außerhalb des westlichen Kulturkreises und der angeblich unzureichenden Reliabilität der Diagno-
se kritisiert.
Aktuelle empirische Befunde
Die Konzeptualisierung der NPS im DSM-5 (Sektion II und III) ist bis dato empirisch nicht hinrei-
chend belegt. Das Fehlen einschlägiger Publikationen wurde im Rahmen der Planungen zum DSM-
5 (Sektion II) kritisch diskutiert. Experten vermuteten, dass die NPS in ambulanten und stationären
Settings nur eine untergeordnete Rolle spielt, und 2011 wurde vorgeschlagen, die Diagnose der NPS
als Störungskategorie aus dem DSM-5 (Sektion II) zu löschen. Die Süddeutsche Zeitung [5] titulierte
am 11.07.2011 folglich: „Welch eine Kränkung für Narzissten: Gemäß dem neuesten Stand der For-
schung gibt es sie in ihrer Reinform gar nicht!“
Weiter einschränkend kommt hinzu, dass die wenigen vorliegenden empirischen Daten dem Kon-
zept der NPS im DSM-5 (Sektion II) ganz oder teilweise widersprechen. Im Gegensatz zu den aktuell
geltenden DSM-Kriterien zeigen neuere Befunde ein differenziertes Bild bezüglich Selbstwert, Scham
und Empathie. hrend im DSM-5 (Sektion II) von einem hohen (grandiosen) Selbstwert ausge-
gangen wird, zeigt eine aktuelle Studie, dass Patienten mit NPS im Vergleich zu gesunden Kontroll-
probanden einen niedrigeren Selbstwert [6] haben. Bezüglich des Empathiemangels geben NPS-Pa-
tienten im Selbstbericht an, Schwierigkeiten zu haben, sich in andere hineinzudenken [7]. Verwendet
man jedoch empirische Tests, weisen Patienten mit NPS keine Einschränkungen in der Fähigkeit auf,
Emotionen, Gedanken und Absichten anderer zu erkennen (kognitive Empathie). Allerdings zeigen
sie im Vergleich zu gesunden Probanden niedrigere Werte in der Fähigkeit, sich in andere Menschen
einzufühlen (emotionale Empathie; [7]). Eine weiterführende Untersuchung mithilfe der Magnet-
resonanztomographie (MRT) konnte nachweisen, dass Patienten mit NPS im Vergleich zu gesunden
Probanden eine Verminderung der zellreichen grauen Substanz in der Inselregion aufweisen, einer
für das Empfinden von Mitgefühl relevanten Region des Gehirns [8]. Diese Hypothese weiter unter-
stützend konnten die Forscher zeigen, dass das Volumen der grauen Substanz in der Inselregion mit
einem externen Maß für emotionale Empathie (d. h. Mitgefühl) korrelierte. Diese Studie lieferte einen
ersten Hinweis auf ein biologisches Korrelat für den Empathiemangel bei NPS.
Eine weitere Studie untersuchte die in der Literatur häufig konstatierte Diskrepanz zwischen der
expliziten und impliziten Selbstwertschätzung von Probanden mit NPS im Vergleich zu Gesunden
[6]. Die explizite Selbstwertschätzung beschreibt die reflektierte, bewusste Bewertung der eigenen
Person und wird über Selbstbeschreibungsinstrumente erfasst. Die implizite Selbstwertschätzung
hingegen ist eine automatische, überlernte und nicht notwendigerweise bewusste Bewertung der
eigenen Person und wird über Reiz-Reaktion-Tests (d. h. dem impliziten Assoziationstest) gemessen.
Die Studie untersuchte, inwieweit Patienten mit NPS sich auf expliziter Ebene eine hohe Selbstwert-
schätzung zuschreiben, die implizite (d. h. nicht notwendigerweise bewusste, automatische) Selbst-
zweifel überdecken bzw. maskieren. In der Literatur wird die Diskrepanz aus expliziter und impli-
ziter Selbstwertschätzung daher häufig als „Maskenmodellbezeichnet. Die Ergebnisse der Studie
Patienten mit NPS haben im Ver-
gleich zu gesunden Kontrollproban-
den einen niedrigeren Selbstwert
Die Verminderung der zellreichen 
grauen Substanz in der Inselregion 
des Gehirns wurde bei NPS-Patien-
ten nachgewiesen
Tab. 1Kriterien der narzisstischen Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV-TR
1. Hat ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit (übertreibt z. B. die eigenen Leistungen und Talente;
erwartet, ohne entsprechende Leistungen als überlegen anerkannt zu werden)
2. Ist stark von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe eingenommen
3. Glaubt von sich, besonders und einzigartig zu sein und nur von anderen besonderen oder angesehenen
Personen (oder Institutionen) verstanden zu werden oder nur mit diesen verkehren zu können
4. Verlangt nach übermäßiger Bewunderung
5. Legt ein Anspruchsdenken an den Tag, d. h. übertriebene Erwartungen an eine besonders bevorzugte
Behandlung oder automatisches Eingehen auf die eigenen Erwartungen
6. Ist in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch, d. h. zieht Nutzen aus anderen, um die eigenen
Ziele zu erreichen
7. Zeigt einen Mangel an Empathie: ist nicht willens, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu erkennen oder
sich mit ihnen zu identifizieren
8. Ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf die eigene Person
9. Zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen
DSM-IV-TR Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, 4. Aufl., Text-Revision.
Die Konzeptualisierung der NPS 
ist bis dato empirisch nicht hinrei-
chend belegt
601Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
können die Konzeption des Modells nicht stützen: Patienten mit NPS wiesen eine geringere explizite
Selbstwertschätzung auf als gesunde Probanden. Keine Unterschiede zeigen sich bezüglich der im-
pliziten Selbstwertschätzung.
Eine aktuelle Studie [9] weist jedoch auch darauf hin, dass Patienten mit NPS im Vergleich zu Ge-
sunden und Patienten mit einer Borderline-Störung eine höhere implizite Scham aufweisen. Weiter-
hin geben NPS-Patienten im Vergleich zu Gesunden in Selbstbeschreibungsinstrumenten eine höhe-
re explizite Schamneigung an. Diese Studie könnte ein erster empirischer Hinweis darauf sein, dass
das Selbstkonzept von Patienten mit NPS durch Vulnerabilität charakterisiert ist. Im Einklang damit
wird in der Literatur die sogenannte Scham-Wut-Spirale beschrieben [10]. Gemeint ist, dass Perso-
nen mit NPS in selbstwertbedrohenden Situationen primär ein erhöhtes Schamerleben zeigen und
sekundär zur Abwehr der Scham mit starken negativen, nach außen gerichteten Emotionen reagie-
ren (z. B. Wut). Eine zentrale motivationale Komponente bei Patienten mit NPS könnte daher der
Schutz vor schamauslösenden Triggern darstellen.
Eine aktuelle Studie widerspricht darüber hinaus auch der Annahme, dass die NPS ein stabiles
überdauerndes Muster ist. Die Remissionsrate der NPS beträgt in dieser Studie ca. 50% in 2 Jahren
[11] und ist somit vergleichbar mit der Remissionsrate anderer Persönlichkeitsstörungen.
Neuere Konzeption im DSM-5 (Sektion III)
Im Mai 2013 wurde die 5. Ausgabe des Diagnostischen und Statistischen Handbuchs Psychischer Stö-
rungen (DSM-5) veröffentlicht. Eine wesentliche Änderung zum bis dahin geltenden DSM-IV-TR ist,
dass Persönlichkeitsstörungen und damit auch die NPS nicht mehr auf einer separaten Achse aufge-
führt werden, sondern gleichwertig neben anderen psychischen Störungen stehen. Das Modell der
NPS wurde komplett aus dem DSM-IV-TR übernommen und um ein alternatives Modell zur Klas-
sifikation von Persönlichkeitsstörungen ergänzt. Das alternative Modell wurde nicht in den Haupt-
teil des neuen Manuals (d. h. Sektion II) integriert, sondern findet sich in der Sektion III. Die Platzie-
rung in einer eigenen Sektion dient dazu, das neue Modell in der Klinik und Forschung zu erproben,
um eine Revision im zukünftigen DSM auf Basis empirischer Befunde umzusetzen [12]. Die NPS ist
in der ergänzten Sektion III des DSM-5 in konzeptionell überarbeiteter Form beschrieben und be-
inhaltet nun nicht nur grandiose, sondern auch vulnerable Charakteristika, die in der Literatur in
den letzten Jahren verstärkt diskutiert werden. Grundlage des neuen zusätzlichen Persönlichkeits-
störungsmodells ist die Level of Personality Functioning Scale (LPFS, [13]).
Kriterium A bezieht sich auf Beeinträchtigungen der intrapersonellen und interpersonellen Per-
sönlichkeitsfunktion. Dabei werden 4 Bereiche beschrieben, hinsichtlich derer sich Patienten mit
NPS von Gesunden unterscheiden (ausführliche Definition der 4 Bereiche: [12]):
F Identität,
F Selbststeuerung,
F Empathie und
F Nähe im Umgang mit anderen Menschen.
Laut der alternativen Konzeption der NPS im DSM-5 gründen Patienten mit NPS ihr Selbstkonzept
und ihre Selbstwertschätzung auf der Rückmeldung von anderen. Dies führt zu starken Schwankun-
gen in der Beschreibung und Bewertung der eigenen Person (Bereich Identität A.1). Des Weiteren ist
ihre Selbststeuerung von der Suche nach Anerkennung bzw. Bestätigung durch andere Personen ab-
hängig (Bereich Selbststeuerung A.2). Ihre Zielsetzung ist unrealistisch hoch und zielt auf eine gran-
diose Selbstdarstellung ab. Dies kann mit einem erhöhten Anspruchsdenken und einer Unfähigkeit
der Identifikation individueller motivationaler Prozesse verknüpft sein. Weiterhin wird konstatiert,
dass Patienten mit NPS eine eingeschränkte Fähigkeit besitzen, sich mit den Bedürfnissen und Ge-
fühlen anderer zu identifizieren (Bereich Empathie A.3). Die Reaktionen anderer werden nur dann
zur Kenntnis genommen, wenn sie für die eigene Person relevant sind. Zusätzlich wird beschrieben,
dass sie ihre eigene Wirkung auf andere über- oder unterbewerten. Schließlich wird ausgeführt, dass
Patienten mit NPS nicht in der Lage sind, tiefe und dauerhafte Beziehungen mit anderen Menschen
einzugehen (Bereich Intimität A.4). Beziehungen mit NPS-Patienten dienen primär der Selbstwert-
regulation. Das DSM-5 beschreibt, dass Patienten mit NPS kein authentisches Interesse an anderen
haben und sie andere ausschließlich zur Erreichung eigener Ziele benutzen.
Patienten mit NPS wiesen eine ge-
ringere explizite Selbstwertschät-
zung auf als gesunde Probanden
Persönlichkeitsstörungen stehen im 
DSM-5 gleichwertig neben anderen 
psychischen Störungen
Das alternative Modell der NPS fin-
det sich in Sektion III des DSM-5
Kriterium A bezieht sich auf Beein-
trächtigungen der Persönlichkeits-
funktion
Patienten mit NPS gründen ihre 
Selbstwertschätzung auf der Rück-
meldung von anderen
Patienten mit NPS können sich nur 
in eingeschränkter Form mit den Be-
dürfnissen anderer identifizieren
Patienten mit NPS haben kein au-
thentisches Interesse an anderen
602
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
Kriterium B beinhaltet pathologische Persönlichkeitseigenschaften: Grandiosität und Auf-
merksamkeitssuche, die beide zutreffen müssen. Grandiosiät beschreibt (verdeckte oder offen aus-
gedrückte) hohe Ansprüche an andere sowie Selbstzentrierung und den Glauben, besser als andere
Personen zu sein. Aufmerksamkeitssuche bedeutet das exzessive Verlangen danach, im Mittelpunkt
zu stehen und von anderen Personen bewundert zu werden.
Die Übersetzung des englischsprachigen DSM-5 ist derzeit in Arbeit und wird für den Einsatz
in Forschung und Praxis zur Verfügung stehen. Eine der dringendsten zukünftigen Aufgaben be-
steht darin, die diskriminante Validität der Kernbereiche der NPS einer empirischen Überprüfung
zu unterziehen.
Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft
Im Gegensatz zu den wenigen empirischen Studien zur NPS gibt es innerhalb der Persönlichkeits-
und Sozialpsychologie eine Vielzahl an empirischen Arbeiten zum Narzissmus als dimensionale Per-
sönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen. In der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie stellt
Narzissmus eine Variante hoher Selbstwertschätzung dar, die mit dem Gefühl der Überlegenheit,
einer geringen Empathie, dem Wunsch nach Bewunderung, einer Überempfindlichkeit gegenüber
Kritik und ansatzweise sozial-unverträglichen Verhaltensweisen einhergeht. Diese vermeintlich „nor-
male“ oder „subklinische“ Form des Narzissmus wird in der Persönlichkeitspsychologie vorwiegend
über Fragebogen erfasst. Persönlichkeits- und Sozialpsychologen beziehen sich bei der Ableitung von
Studienhypothesen und der Interpretation von Ergebnissen häufig auf klinische (insbesondere psy-
chodynamische) Modelle des pathologischen Narzissmus bzw. der NPS. Diese konzeptionell disku-
tierbare Vernetzung erschwert die klare Abgrenzung der Konstrukte des „normalen“ und „pathologi-
schen“ Narzissmus erheblich. Ein fließender Übergang vom normalen Narzissmus bis zur NPS wird
in vielen Konzepten postuliert (. Abb. 1).
In der Persönlichkeitsforschung gibt es Hinweise, dass Narzissmus sowohl adaptiv oder maladap-
tiv sein kann. Einerseits geht eine hohe Ausprägung an Narzissmus mit einer hohen Leistungsmoti-
vation und einem ausgeprägten Führungswillen einher. Andererseits ist eine hohe Ausprägung an
Narzissmus auch mit Empathiemangel, Abwertung anderer sowie aggressiven und defensiven Verhal-
tensweisen assoziiert [14]. Weiterhin neigen Personen mit hohen Narzissmuswerten zur Überschät-
zung eigener Leistungen und Attraktivität. Narzissmus scheint nur dann mit psychischem Wohlbe-
finden verbunden zu sein, wenn gleichzeitig eine hohe Selbstwertschätzung vorliegt [15]. Narziss-
mus als Persönlichkeitsmerkmal kann zwar kurzfristig vorteilhaft sein, doch langfristig Nachtei-
le mit sich bringen, da die anfänglich hohe Anstrengungsmotivation insbesondere dann abnimmt,
wenn keine Möglichkeit zur individuellen Profilierung besteht, d. h. eine Anerkennung der erbrach-
ten Leistungen ausbleibt [16]. Einschränkend soll erwähnt werden, dass fast die gesamte Forschung
im Bereich der narzisstischen Merkmalsausprägung bei gesunden Menschen mithilfe des Narziss-
tischen Persönlichkeitsinventars (NPI, [17]) durchgeführt wurde. Validität und weitere Gütemasse
des NPI sind jedoch mehrfach berechtigt infrage gestellt worden [18]. Daher ist bislang unklar, in-
wieweit die Vielzahl der Forschungsbefunde aus der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie auf Pa-
tienten mit NPS übertragbar ist.
Aufmerksamkeitssuche bedeutet 
das exzessive Verlangen nach der 
Bewunderung durch andere Per-
sonen
In der Persönlichkeits- und Sozial-
psychologie stellt Narzissmus eine 
Variante hoher Selbstwertschät-
zung dar
Ein fließender Übergang vom nor-
malen Narzissmus bis zur NPS wird 
postuliert
Narzissmus kann sowohl adaptiv 
als auch maladaptiv sein
603Psychotherapeut 6 · 2013
|
Klinische Psychologie und Psychiatrie
Persönlichkeitsdimension
Persönlichkeitsstörung
Persönlichkeitspsychologie
Pathologischer Narzissmus als Persönlichkeitsstörung – kategoriale Betrachtung
(Normaler) Narzissmus als Persönlichkeitsdimension – dimensionale Betrachtung Abb. 1 9 Dimensionale vs. katego-
riale Betrachtung des Narzissmus
CME
Diagnose
Auffallend sind stark schwankende Prävalenzraten der NPS (s. Abschn. „Epidemiologie“). Mögli-
cherweise wird die Diagnose NPS in vielen Institutionen häufiger und ohne systematische diagnos-
tische Abklärung vergeben. Dies könnte darauf hindeuten, dass NPS als Diagnose an Patienten ver-
geben wird, die mit einer hohen Selbstwertschätzung (ggf. gekoppelt mit hoher Anspruchshaltung)
gegenüber dem Therapeuten auftreten. Häufig scheinen Therapeuten vorschnell zum Label „nar-
zisstisch“ zu greifen, ohne anhand klarer Kriterien zu überprüfen, ob die Voraussetzungen zur Ver-
gabe der Diagnose erfüllt sind. Um einer fehlerhaften therapeutischen Einschätzung vorzubeugen,
ist es dringend notwendig, verschiedene valide und reliable Messinstrumente zur Diagnosestellung
hinzuzuziehen.
Diagnostische Interviews
Zur standardisierten Diagnostik der NPS dient das Standardisierte Klinische Interview für DSM-
IV-TR (SKID-II). Das SKID-II beschränkt sich auf die Abklärung der diagnostischen Kriterien einer
NPS, während die vielfach beschriebenen vulnerablen Kriterien nicht erfasst werden (z. B. geringerer
Selbstwert, stärkeres Schamerleben im Vergleich zu gesunden Personen; s. Abschn. „Subtypen“). Es
ist daher zu vermuten, dass Patienten, die eher die vulnerablen Kriterien aufweisen, nicht den Krite-
rien der DSM-IV-TR bzw. DSM-5 (Sektion II) einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung entspre-
chen und folglich eher die Diagnose einer Depression, Dysthymie, Alkohol- oder Substanzabhängig-
keit oder selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung erhalten.
Fragebogen
Narzisstisches Persönlichkeitsinventar
Der in der empirischen Forschung am häufigsten eingesetzte Fragebogen ist das Narzisstische Per-
sönlichkeitsinventar (NPI, [17]). Das NPI besteht aus 40 Items, bei denen sich der Proband jeweils
zwischen einer narzisstischen und einer nichtnarzisstischen Antwortkategorie entscheiden soll. Die
Verwendung des in empirischen Studien aus der Persönlichkeitspsychologie häufig zitierten NPI
(s. Abschn. „Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft“) ist für die Erfassung des pathologischen
Narzissmus im Sinne der Persönlichkeitsstörung nicht tauglich und sollte im klinischen Alltag nicht
zur Anwendung kommen. Eine Studie der eigenen Arbeitsgruppe zeigte, dass Patienten mit NPS sich
bezüglich ihrer Narzissmuswerte von gesunden Probanden nicht signifikant unterscheiden [18]. Es
ist zu vermuten, dass das NPI eher eine Form grandioser Selbstwertschätzung erfasst und Narziss-
mus als Konstrukt im klinischen Kontext nicht vollständig abdecken kann.
Pathologisches Narzissmusinventar
Psychometrisch und konzeptuell besser fundiert ist das im englischen Sprachraum von Pincus et al.
[19] entwickelte Pathologische Narzissmusinventar (PNI). Das Selbstberichtsinstrument umfasst
52 Items, die auf einer 7-stufigen Skala eingeschätzt werden sollen. Daraus können 7 Dimensionen
des pathologischen Narzissmus extrahiert werden, die sowohl grandiose als auch vulnerable Facet-
ten (. Tab. 2) umfassen. Das PNI wird derzeit für den deutschsprachigen Raum übersetzt (Arbeits-
gruppe von Morf).
Das SKID-II beschränkt sich auf die 
Abklärung der diagnostischen Krite-
rien einer NPS
Das NPI kann Narzissmus als Konst-
rukt im klinischen Kontext nicht voll-
ständig abdecken
Die 7 Dimensionen umfassen so-
wohl grandiose als auch vulnerab-
le Facetten
Tab. 2Sieben Dimensionen des Pathologischen Narzissmusinventars
Grandiose Facetten Vulnerable Facetten
„Entitlement rage“ (Anspruchshaltung/Ärger) „Contingent self-esteem“ (kontingenter Selbstwert)
„Exploitative“ (Ausbeutung) „Hiding the self“ (das Selbst maskieren)
„Grandiose fantasy“ (grandiose Fantasie) „Devaluing“ (Abwertung)
„Self-sacrificing self-enhancement“ (selbstaufopfernde
Selbstaufwertung)
Therapeuten scheinen vorschnell 
zum Label „narzisstisch“ zu greifen
604
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
Differenzialdiagnostik
Zu den wichtigsten differenzialdiagnostischen Überlegungen gehört die Abgrenzung der NPS von
verschiedenen anderen Persönlichkeitsstörungen; hierbei lassen die Diagnosesysteme auch die Ver-
schlüsselung komorbider Persönlichkeitsstörungen zu. Gemeinsamkeiten werden insbesondere mit
folgenden Störungen diskutiert:
F Borderline-Persönlichkeitsstörung,
F histrionische Persönlichkeitsstörung und
F antisoziale Persönlichkeitsstörung.
Untersuchungen zur diagnostischen Abgrenzung fehlen bislang weitgehend. Allen genannten Per-
sönlichkeitsstörungen sind jedoch Einschränkungen im interpersonellen Bereich gemein. Im Fol-
genden werden abgrenzbare Aspekte der NPS im Vergleich zu anderen Persönlichkeitsstörungen ge-
nannt, die differenzialdiagnostische Bedeutung haben können.
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Eine Gemeinsamkeit von NPS und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sind De-
fizite in der Emotionsverarbeitung. Im DSM-IV-TR wird festgestellt, dass Patienten mit Borderline-
Persönlichkeitsstörung und NPS gleichermaßen auf Selbstwertbedrohung mit starkem Ärger und
Wut reagieren. Patienten mit NPS nutzen Selbstverletzung als Emotionsregulation jedoch nicht. Zu-
sätzlich zeigen NPS-Patienten eine stärkere Konstanz und Kongruenz identitätsdeterminierender
Merkmale (z. B. Interessen, Eigenschaften, Ziele, Wünsche, Rollen).
Histrionische Persönlichkeitsstörung
Eine Gemeinsamkeit von NPS und Patienten mit histrionischer Persönlichkeitsstörung könnte eine
starke Fokussierung auf die eigene Person, speziell die Abhängigkeit des eigenen Selbstwerts von
äußeren Selbstwertquellen (z. B. der Anerkennung anderer) sein. Explizit wird im DSM-IV-TR kon-
statiert, dass es Patienten mit NPS in zwischenmenschlichen Interaktionen v. a. darauf ankommt, als
„überlegen“ oder „kompetent“ wahrgenommen zu werden, während Patienten mit histrionischer
Persönlichkeitsstörung auch in Kauf nehmen, für zerbrechlich“ oder „dependent“ gehalten zu wer-
den, insofern dies ihnen die Aufmerksamkeit der anderen sichert. Im Gegensatz zu Patienten mit
histrionischer Persönlichkeitsstörung kann vermutet werden, dass Patienten mit NPS die Gestal-
tung von Interaktionen insbesondere vom erwarteten persönlichen Nutzen abhängig machen. Zu-
sätzlich sind die Suggestibilität durch andere Personen sowie die Annahme, dass Beziehungen en-
ger sind, als dies in der Realität zutrifft, ein spezifisches Merkmal der histrionischen Persönlichkeits-
störung (s. h. DSM-IV-TR).
Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Eine Gemeinsamkeit von NPS und Patienten mit antisozialer Persönlichkeitsstörung besteht im Man-
gel an emotionaler Empathie; hierbei ist das Erkennen der Emotionen anderer uneingeschränkt [12].
Eine Abgrenzung zwischen beiden Störungen ist, dass die NPS die Charakteristik der Impulsivität,
Aggressivität und des Betrügens nicht einschließt. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen
beiden Störungen liegt in Mechanismen der Selbstregulation begründet. Laut DSM-5 benötigen NPS-
Patienten Bewunderung zur Aufrechterhaltung einer grandiosen Selbstwertschätzung, Patienten mit
antisozialer Persönlichkeitsstörung hingegen sind eher weniger auf Reaktionen ihrer Umwelt zur
Selbstwertregulation angewiesen.
Autismusspektrumstörung
Interessanterweise stellen sich einige Patienten mit NPS unter der Verdachtsdiagnose einer Autismus-
spektrumstörung in Spezialambulanzen vor [20]. Personen mit Autismus zeigen jedoch, im Gegen-
satz zu NPS Patienten, keine Einschränkungen in der emotionalen Empathie, während sie Schwierig-
keiten benennen, die Emotionen anderer zu erkennen. Ein weiterer differenzialdiagnostischer Hin-
weis kann die Beschäftigung mit Spezialinteressen und Routinen sein, die charakteristisch für Pa-
tienten mit Autismus ist.
Die Abgrenzung der NPS von ande-
ren Persönlichkeitsstörungen gehört 
zu den wichtigsten differenzialdia-
gnostischen Überlegungen
Einschränkungen im interpersonel-
len Bereich sind allen Persönlich-
keitsstörungen gemein
Patienten mit NPS nutzen keine 
Selbstverletzung als Emotionsregu-
lation
Patienten mit NPS machen die Ge-
staltung von Interaktionen vom er-
warteten persönlichen Nutzen ab-
hängig
Die NPS schließt Impulsivität, Ag-
gressivität und Betrügen nicht ein
Personen mit Autismus zeigen keine 
Einschränkungen in der emotiona-
len Empathie
605Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
Komorbidität mit Achse-I-Störungen
Viele NPS-Patienten weisen eine Reihe an komorbiden psychischen Störungen auf. Hierzu gehören
im Wesentlichen [21]:
F rezidivierende Depression,
F bipolare Spektrumstörungen,
F Somatisierungsstörungen,
F Angsterkrankungen und v. a.
F Abhängigkeitserkrankungen.
Darüber hinaus sollte die deutlich erhöhte Suizidgefahr narzisstischer Patienten immer Gegenstand
der Diagnostik sein.
Suizidalität
Patienten mit NPS bzw. narzisstischen Persönlichkeitszügen haben ein deutlich erhöhtes Suizidrisi-
ko im Vergleich zu psychiatrischen Patienten ohne narzisstische Zuge oder NPS. Suizide von Patien-
ten mit NPS sind weniger impulsiv im Vergleich zu Patienten mit anderen Persönlichkeitsstörun-
gen. Dies ist ein Hinweis, dass bei NPS-Patienten eine größere Intentionalität vorliegt. Weiterhin
gaben NPS-Patienten eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Letalität ihres Suizidversuchs in dieser
Untersuchung an. Besonders bedeutsam bei der Behandlung von NPS-Patienten ist, dass das Suizid-
risiko unabhängig vom Grad der depressiven Symptomatik sein kann. Weiterhin gibt es eine Reihe
an Daten, die darauf hinweisen, dass Suizidalität bei Patienten mit NPS häufig durch starkes Scham-
erleben ausgelöst wird (für einen Überblick zum Zusammenhang von Narzissmus und Suizidrisiko:
[22]). Dies sollte in der Behandlung berücksichtigt werden.
Subtypen
Unabhängig vom DSM-5 werden in der aktuellen Literatur verschiedene Narzissmussubtypen be-
schrieben. Eine empirische Studie fand 3 Prävalenztypen der NPS [23]:
F grandios-maligne,
F vulnerabel-fragil und
F exhibitionistisch mit hohem Funktionsniveau.
Insbesondere der vulnerabel-fragile Typ ist in der klinischen Praxis vermutlich häufig anzutreffen.
Dieser ist geprägt von Depression, Angst, Scham, Empfindsamkeit, bei gleichzeitiger innerlicher Be-
schäftigung mit narzisstischen Fantasien und der Überprüfung der Umwelt auf mögliche Kritik bzw.
Kränkungen [24]. Ihre Sensitivität für Misserfolge und Kränkungen versuchen die Patienten durch
Vermeidung von sozialen Kontakten oder ein betont bescheidenes Verhalten vermeidend zu regulie-
ren. Einschränkend ist anzumerken, dass diese Studie keine klinische Stichprobe inkludiert hat, son-
dern Psychiater und Psychotherapeuten gebeten wurden, den prototypischen NPS-Patienten zu be-
schreiben. Deshalb ist es fraglich, ob sich diese 3 Subtypen tatsächlich klar voneinander abgrenzen
lassen, oder es sich um verschiedene Pole einer einzigen Narzissmusdimension handelt, zwischen
denen narzisstische Patienten in Abhängigkeit insbesondere äußerer Umstände schwanken können.
Theoretische Modelle zur doppelten Selbstwertregulation lassen eher vermuten, dass narzisstische
Patienten sich in Abwesenheit von Krisenmomenten in einem grandiosen Modus befinden, um das
Erleben ihrer vulnerablen Anteile zu vermeiden. Unter Einfluss äußerer Faktoren wie z. B. Kritik und
Misserfolg kann jedoch ein Wechsel in den vulnerablen Modus forciert werden [25].
Eine weitere Unterteilung in verdeckten und offenen Narzissmus („covert“ und „overt narcis-
sism“) wird derzeit von verschiedenen Autoren diskutiert; hierbei sind die Abgrenzung des verdeck-
ten vom oben genannten vulnerablen Typus und die Abgrenzung des offenen vom grandiosen Ty-
pus unklar und fraglich sinnvoll [24]. Personen mit verdecktem Narzissmus wirken im ersten Kon-
takt selbstunsicher und neigen zu selbstabwertenden Tendenzen [24]. Im Verlauf des Therapiepro-
zesses werden jedoch auch bei Personen mit verdecktem Narzissmus Grandiositätsfantasien, hohe
Anspruchshaltung und Tendenzen zur Abwertung anderer deutlich.
Patienten mit narzisstischen Persön-
lichkeitszügen haben ein deutlich 
erhöhtes Suizidrisiko
Das Suizidrisiko kann vom Grad der 
depressiven Symptomatik unab-
hängig sein
Bei den 3 Subtypen könnte es sich 
um Pole einer einzigen Narzissmus-
dimension handeln
Personen mit verdecktem Nar-
zissmus wirken im ersten Kontakt 
selbstunsicher
606
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
Epidemiologie
Die Prävalenzrate der NPS in der Allgemeinbevölkerung beträgt etwa 1% [26], liegt jedoch in kli-
nischen Populationen vermutlich deutlich höher. Ob Männer häufiger als Frauen eine NPS aufwei-
sen, ist noch nicht hinreichend geklärt, da Frauen vermutlich häufiger dem vulnerablen Typus des
Narzissmus entsprechen und daher in empirischen Studien unterrepräsentiert sind. Die Daten von
Trull et al. [26], basierend auf dem DSM-IV-TR, zeigen eine Prävalenz von 1,2% bei Männern und
0,7% bei Frauen.
Entwicklungs- und Störungsmodelle
Verschiedene Psychotherapieforscher und Persönlichkeitspsychologen identifizierten potenzielle
Ursachen und mögliche Risikofaktoren, die zur Entwicklung eines subklinischen und pathologi-
schen Narzissmus (NPS) beitragen können. Allgemein können bei der Entwicklung einer Persön-
lichkeitsstörung komplexe Wechselwirkungen aus hereditären bzw. biologischen und Umweltfakto-
ren [z. B. (früh-)kindliche Erfahrungen] zugrunde gelegt werden.
Die wesentlichen Modelle zur NPS sind:
F objektbeziehungstheoretische Auffassung von Kernberg [],
F selbstpsychologische Betrachtung nach Kohut [],
F sozial-lerntheoretische Beschreibung von Millon u. Everly [],
F neuere kognitiv-behaviorale und schematheoretische Erklärungsansätze nach Beck u. Freeman
[] sowie Young et al. [],
F Modell der doppelten Selbstwertregulation nach Sachse et al. [],
F interpersoneller Ansatz nach Benjamin [].
Diese Störungsmodelle gehen vorwiegend von dysfunktionalen Interaktionen mit primären Bezugs-
personen als Grundlage der Entwicklung der späteren NPS aus. Allerdings vertreten verschiedene
Experten z. T. konträre Hypothesen bezüglich der spezifischen Entstehungsbedingungen der NPS.
Objektbeziehungstheoretische Auffassung
Kernberg [3] vermutet, dass die narzisstischen Erlebens- und Verhaltensweisen als ein Bewältigungs-
versuch für Einbrüche im Selbstwertgefühl der Betroffenen verstanden werden können. Narzissti-
sche Verhaltensweisen werden als Schutz für das „wahre“ Selbst, das aus Emotionen u. a. von Angst,
Hilflosigkeit, Traurigkeit und Scham besteht, angesehen. Kernberg sieht die Entwicklungsursachen
für Selbstabwertung und die genannten Emotionen in einer zentralen zwischenmenschlich bedroh-
lichen Erfahrung in Form einer emotionalen Deprivation, die durch kühle, gleichgültige oder la-
tent aggressive Eltern verursacht wird, worauf das Kind mit Ärger und Wut reagiert. Die einzige wir-
kungsvolle Abwehr dieser Bedrohung besteht für das Kind in der Fokussierung auf Aspekte seiner
Person, die von seinen Eltern akzeptiert und wertgeschätzt werden (z. B. schulische Leistungen), wo-
raus das grandioses Selbst entsteht.
Selbstpsychologische Betrachtung
Nach Kohut [4] ist der pathologische Narzissmus eine Folge der fehlenden Auflösung eines entwick-
lungsbedingten normalen Narzissmus und stellt somit eine Entwicklungsstörung des Kindes dar.
Ein Kind weist entwicklungsgerecht ein vorübergehendes narzisstisches idealisiertes Selbst (mit Be-
dürfnissen nach Bewunderung und Größenfantasien) und eine vorübergehende Idealisierung der
Eltern auf. Die fehlende Auflösung dieses normalen Narzissmus wird durch eine traumatische Ent-
täuschung seitens der Mutter befördert, die ihr Kind nicht emotional unterstützt oder ihre eigenen
Grenzen nicht ausreichend zeigt. So bleibt eine erfolgreiche Realitätsprüfung und Integration realer
Ereignisse aus. Beim Heranwachsenden bleiben die Idealbilder des Selbst und der Eltern unbewusst
aktiv und äußern sich in Form pathologischer narzisstischer Verhaltensweisen.
Die Prävalenzrate der NPS in der 
Allgemeinbevölkerung beträgt  
etwa 1 %
Bei der Entwicklung einer Persön-
lichkeitsstörung werden komplexe 
Wechselwirkungen zugrunde gelegt
Die Störungsmodelle gehen vorwie-
gend von dysfunktionalen Interak-
tionen mit primären Bezugsperso-
nen aus
Narzisstische Verhaltensweisen 
werden als Schutz für das „wahre“ 
Selbst angesehen
Die fehlende Auflösung des norma-
len Narzissmus wird durch eine trau-
matische Enttäuschung seitens der 
Mutter befördert
607Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
Interpersoneller Ansatz und lerntheoretisches Modell
Der interpersonelle Ansatz der Psychotherapie von Benjamin [30] hingegen betont die Auswirkung
von selbstlosen, unrealistischen und sich den Bedürfnissen des Kindes unterwerfenden Eltern, die je-
doch mit Enttäuschung und Verachtung auf Zeichen der Unzulänglichkeit ihres Kindes hinsichtlich
perfektionistischer Ideale reagieren. Dieser Erziehungsstil führt häufig zur Ausbildung eines perfek-
tionistischen Selbstkonzepts des Heranwachsenden und der permanenten Suche nach Bestätigung
und Bewunderung. Eine ähnliche Konzeption weist das lerntheoretische Modell von Millon u. Ever-
ly [27] auf. Sie vermuten, dass narzisstische Patienten eine Überbehütung oder eine unrealistische
Aufwertung ihrer Person erlebt haben und infolgedessen narzisstische Erlebens- und Verhaltenswei-
sen erlernen. Diese kindliche Erfahrung kann in der weiteren Entwicklung im Kontrast zu Rückmel-
dungen aus der Umwelt stehen, wogegen der Betroffene sich mit einer Verstärkung seiner narzissti-
schen Verhaltensweisen zu wehren versucht.
Kognitiv-behaviorale und schematheoretische Erklärungsansätze
sowie klärungsorientierte Psychotherapie
Im kognitiv-verhaltenstherapeutischen Modell von Becku. Freeman [28], im Schemamodell von
Young et al. [29] und in der klärungsorientierten Psychotherapie nach Sachse et al. [25]werden mal-
adaptive negative Selbstwertschemata in Form von negativen emotional-kognitiven Grundannahmen
über das Selbst formuliert, die der Patient mithilfe seiner narzisstischen Verhaltensweisen zu vermei-
den oder zu bekämpfen versucht. Diese negativen Selbstwertschemata entstehen durch frühe inter-
aktionelle Erfahrungen mit wesentlichen Bezugspersonen, durch die der Patient Abwertung, Ver-
nachlässigung, Beschämung u. Ä. erfahren hat.
All diese monokausal anmutenden Erklärungsmodelle sind nicht hinreichend empirisch validiert,
aber im Sinne eines narrativen Konzepts der Psychotherapie aufgrund des hohen Bedeutungserle-
bens für den betroffenen Patienten weiterhin heuristisch-therapeutisch relevant. Für den therapeuti-
schen Prozess ist das Verdeutlichen der Verbindung von belastenden emotional-kognitiven Schemata
(z. B. Schuld, Scham, Angst, Hilflosigkeit) und den daraus resultierenden dysfunktionalen grandio-
sen intra- und interpersonellen narzisstischen Bewältigungsstrategien (z. B. Großartigkeit, Selbstbe-
zogenheit, Abwertung anderer) von großer Bedeutung (die sog. doppelte Selbstwertregulation, [25]).
Die beschriebenen Modelle betonen die Bedeutung von invalidierenden Beziehungserfahrungen
mit primären Bezugspersonen. Empirische Studien zum erinnerten Erziehungsverhalten und der
Entstehung einer NPS bzw. prospektive Entwicklungsstudien fehlen jedoch weitgehend. Es ist u. a.
anzunehmen, dass spätere negative Erfahrungen im Jugend- und Erwachsenenalter ebenfalls einen
Beitrag zur Entwicklung einer NPS leisten können. Eine neuere Zwillingsstudie weist auch auf eine
gewichtige biologische Komponente hin [31]. Dieser Studie zufolge hat die NPS im Vergleich mit
anderen Persönlichkeitsstörungen die höchste Heritabilität.
Psychotherapie
Patienten mit NPS können unter gewissen Umständen und bei Vorhandensein bestimmter individu-
eller Kompetenzen (z. B. Intelligenz, Attraktivität) über eine gewisse Zeit hinreichend gut in der La-
ge sein, maladaptive Erlebens- und Verhaltensweisen zu kompensieren. Sachse unterscheidet hier-
bei den „erfolgreichen“ vom „erfolglosen“ Narzissten. Es ist auch anzunehmen, dass bestimmte Be-
rufssparten eine gewisse Ausprägung an Narzissmus erfordern, um hohen Anforderungen gerecht zu
werden (z. B. Führungspositionen) – in gewissen Bereichen kann eine milde Ausprägung an subklini-
schem Narzissmus folglich „adaptiv“ für die Leistungserreichung sein. Langfristig gesehen ist jedoch
davon auszugehen, dass eine hohe Ausprägung an pathologischem Narzissmus ein starker Risikofak-
tor für Krisenerleben darstellt (z. B. mangelnder Aufbau unterstützender sozialer Netzwerke, Vulne-
rabilität für Burn-out durch hohe Arbeitsmotivation) und auf Dauer zu starkem Leidensdruck führt.
Patienten gelangen häufig erst dann in Therapie, wenn eine Krise nicht mehr durch kompensato-
rische Mechanismen abgepuffert werden kann (z. B. Verlust des Jobs, Abbruch einer Partnerschaft).
Patienten mit NPS stellen sich meist mit anderen komorbiden Störungen bei ambulanten Psycho-
therapeuten und in stationären Einrichtungen vor (z. B. Sucht, Depression). Das von den Patienten
Infolge unrealistischer Aufwertung 
der eigenen Person erlernt der He-
ranwachsende narzisstische Erle-
bens- und Verhaltensweisen
Negative emotional-kognitive 
Grundannahmen über das Selbst 
werden formuliert
Die Erklärungsmodelle sind im Sin-
ne eines narrativen Konzepts der 
Psychotherapie heuristisch-thera-
peutisch relevant
Die Bedeutung von invalidierenden 
Beziehungserfahrungen mit primä-
ren Bezugspersonen wird betont
Manche NPS-Patienten können mal-
adaptive Verhaltensweisen über 
eine gewisse Zeit hinreichend gut 
kompensieren
608
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
genannte Behandlungsmotiv und Behandlungsrational stellt daher in den häufigsten Fällen die The-
rapie der komorbiden Störung dar.
Krisenerlebnisse können die grandiose, jedoch brüchige Selbsteinschätzung infrage stellen und
nicht selten in die Suizidalität führen. Patienten mit NPS, die sich in psychotherapeutische Behand-
lung begeben, tendieren häufig zu einer selbstwertdienlichen Externalisierung der Problematik und
zeigen geringe Einsicht in das eigene Störungserleben. Selbst Patienten, die die Kosten ihrer Sympto-
matik richtig einschätzen können, betrachten ihre Verhaltensweisen häufig als angemessen und sind
folglich nur eingeschränkt veränderungsmotiviert (Ich-Syntonie).
Empirisch-wissenschaftliche Studien zur Psychotherapie narzisstischer Patienten wurden bis da-
to nicht publiziert, sodass die Grundlagen einer spezifischen Psychotherapie aus wissenschaftlicher
Sicht nicht geklärt sind. Eine prospektive Studie von Ronningstam et al. [32] zum Longitudinalver-
lauf belegte einen Zusammenhang zwischen der Verbesserung der narzisstischen Symptomatik und
den folgenden 3 Lebenserfahrungen:
F Erfolgserlebnisse,
F günstige Beziehungserfahrungen und
F angemessene (d. h. realistische) Selbstwahrnehmung.
Für die schlechte Prognose einer Psychotherapie hingegen sprechen nach Kernberg die folgenden
Punkte:
F chronisches berufliches Versagen trotz höherer Schulbildung und entsprechender Fähigkeiten,
F im Vordergrund stehende Arroganz, insbesondere gegenüber dem Therapeuten
F Selbstdestruktivität (z. B. Suizidversuche, Autoaggression, Abbruch privater Beziehungen),
F dissoziale Züge (sog. maligner Narzissmus),
F Verdrängung von Abhängigkeitsbedürfnissen,
F sekundärer Krankheitsgewinn,
F Drogen- und Alkoholmissbrauch.
In der Literatur zur Therapie narzisstischer Störung stehen mit unterschiedlicher Gewichtung be-
stimmte Therapieinhalte im Mittelpunkt, die sich mit den Ergebnissen aus der Studie von Ronnings-
tam et al. [32] weitgehend decken.
Die folgenden Therapieziele lassen sich definieren:
F Arbeit an inkompatiblen Selbstschemata im Sinne der doppelten Selbstwertregulation,
F Reduktion narzisstischer Verhaltensweisen,
F Verbesserung der Beziehungsfähigkeit,
F Aktivierung hilfreicher Ressourcen.
Zur Erreichung dieser Ziele kommen die im Folgenden erläuterten therapeutischen Arbeitsschwer-
punkte zur Anwendung.
Therapeutenkompetenz
Bevor in den folgenden Abschnitten detaillierte Vorschläge zu therapeutischen Strategien im Um-
gang mit NPS-Patienten gegeben werden, sollen einige Hinweise zur Therapeutenkompetenz erfol-
gen. In Gesprächen mit ambulanten Therapeuten wird häufig deutlich, dass Patienten mit NPS auf
dem Beliebtheitsgrad weit unten rangieren. Dies ist nach Meinung der Autoren des vorliegenden Bei-
trags nach hauptsächlich dem Fehlen an evaluierten Behandlungsstrategien und dem hochfrequen-
ten Auftreten schwieriger Patient-Therapeut-Interaktionen geschuldet. Patienten mit NPS können
in therapeutischen Interaktionen, die sie als selbstwertbedrohlich wahrnehmen, mit Abwertung
des Therapeuten reagieren. Narzisstische Patienten erleben in zwischenmenschlichen Interaktionen
häufig, dass andere auf ihr Verhalten mit Gegenwehr und Rückzug reagieren. Die Kompetenz des
Therapeuten sollte darin bestehen, anders zu reagieren als das Umfeld. In schwierigen Interaktionen
kann der Therapeut einerseits wertfrei und wertschätzend spiegeln, andererseits in seinen Reaktio-
nen einen modellhaften Umgang mit eigenen Schwächen zeigen.
Behandlungsmotiv ist in den häu-
figsten Fällen die Therapie der ko-
morbiden Störung
Die Grundlagen einer spezifischen 
Psychotherapie sind aus wissen-
schaftlicher Sicht nicht geklärt
Der mangelnde Beliebtheitsgrad 
von NPS-Patienten ist dem hochfre-
quenten Auftreten schwieriger Pa-
tient-Therapeut-Interaktionen ge-
schuldet
In schwierigen Interaktionen sollte 
der Therapeut wertschätzend spie-
geln
609Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
Psychoedukation und Therapieplanung
Obgleich sich Therapeuten häufig scheuen, die Diagnose einer NPS aufgrund einer vermuteten Stig-
matisierung zurückzumelden, ist dies wesentliche Voraussetzung und Bedingung der erfolgreichen
Behandlung. Explizit soll hier noch einmal darauf hingewiesen werden, dass die Diagnose einer NPS
nur dann vergeben werden kann, wenn eine sorgfältige, die diagnostischen Kriterien prüfende Ab-
klärung erfolgt ist. Bei der Rückmeldung der Diagnose können Techniken der Entpathologisierung
greifen. Der Therapeut kann dem Patienten im Rahmen psychoedukativer Einheiten verdeutlichen,
dass die NPS Merkmale umfasst, die in einer geringeren Ausprägung auch bei klinisch unauffälligen
Personen in Erscheinung treten können. Demnach ist Narzissmus eine dimensionale Persönlichkeits-
eigenschaft, die allen Menschen (in geringer oder hoher Ausprägung) gemein ist. Das Erfüllen der
Diagnose einer NPS ist durch eine Kombination aus quantitativen Merkmalen („Wie viel Narzissmus
ist vorhanden?“) und qualitativen Merkmalen („Welche Narzissmuskriterien sind erfüllt?“) gekenn-
zeichnet. Es ist sinnvoll, dem Patienten Ergebnisse der Diagnostik direkt zurückzumelden (z. B. Er-
gebnisse der Selbstberichtsbogen) und anhand zentraler Problembereiche die Therapieplanung ge-
meinsam mit dem Patienten einzuleiten.
Therapeutische Beziehung
Die therapeutische Beziehung ist für die Therapie mit narzisstischen Patienten besonders bedeutsam.
In der therapeutischen Beziehung werden narzisstische Beziehungsprobleme aktiviert (die sog. Über-
tragung), die dann im Sinne der Klärung dysfunktionaler Interaktionsmuster und deren individuel-
len Bedingungsfaktoren bearbeitet werden können. Darüber hinaus stehen validierende und empa-
thische Prozesse seitens des Therapeuten, insbesondere bei der Bearbeitung des vulnerablen Pols der
narzisstischen Störung, im Fokus der therapeutischen Beziehung. Der Patient soll angesichts seines
negativen Selbstwertschemas sowie der vermiedenen adaptiven Bedürfnisse und Motive mit dem va-
lidierenden und empathischen Therapeuten eine neue, positive Beziehungserfahrung machen. Aber
auch die empathische Konfrontation des Patienten mit seinen narzisstischen Kognitionen und Ver-
haltensweisen ist im Verlauf der Therapie von wachsender Bedeutung. Der therapeutische Umgang
mit der sog. Gegenübertragung des Therapeuten ist eine weitere große Herausforderung für die
positive Gestaltung der therapeutischen Beziehung. Der Erfahrung nach ist ein erfolgreicher Bezie-
hungsaufbau bei Patienten mit NPS ein positiver Prädiktor für eine erfolgreiche Therapie und sollte
daher einen besonderen Stellenwert einnehmen.
Verhaltensanalyse und Verhaltensänderung
Verhaltensanalysen (SORKC; S: Stimulus, O; Organismus, R: Reaktion, C: Konsequenz, K: Kontin-
genz) können hilfreich sein, um den Zusammenhang zwischen auslösender Situation, Gedanken und
Gefühlen sowie narzissmus-typischen Verhaltensweisen zu verdeutlichen. Anhand eines Vierfelder-
schemas können die Verhaltensweisen des Patienten bezüglich ihrer positiven bzw. negativen, kurz-
fristigen bzw. langfristigen Konsequenzen gemeinsam evaluiert werden. Ziele dieses Schemas kön-
nen ein Verständnis für die eigenen Verhaltensweisen und eine Einleitung von Perspektivenüber-
nahme und Empathie sein. Bedeutsam ist der wertfreie Umgang des Therapeuten mit den Verhal-
tensweisen des Patienten. Ziel ist nicht, dass der Patient zu einer Verhaltensänderung gedrängt wird,
sondern dass er eine Art „Gebrauchsanweisung“ für sich selbst erstellt und anhand der gewonnenen
Einsicht über die Konsequenzen seines Verhaltens selbst entscheiden kann, welche Verhaltensände-
rung er vornehmen möchte. Sinnvoll erscheint eine Einordnung der Verhaltensweisen in ein indi-
viduelles Erklärungsmodell des Patienten (z. B. erlernte Grundannahmen, dysfunktionale Bezie-
hungserfahrungen).
Verhaltenskompetenzen
Mit den Patienten werden deren langfristig selbstschädigende interaktionelle Verhaltensweisen ana-
lysiert, positive interaktionelle Ziele definiert und diesbezüglich hilfreiche Verhaltensstrategien und
-kompetenzen erarbeitet. Hierzu gehören:
Bei der Rückmeldung der Diagnose 
können Techniken der Entpathologi-
sierung greifen
Die Ergebnisse der Diagnostik soll-
ten dem Patienten direkt zurückge-
meldet werden
In der therapeutischen Beziehung 
werden narzisstische Beziehungs-
probleme aktiviert
Die empathische Konfrontation mit 
narzisstischen Kognitionen ist im 
Verlauf der Therapie von wachsen-
der Bedeutung
Der erfolgreiche Beziehungsaufbau 
bei Patienten mit NPS ist ein posi-
tiver Prädiktor für die erfolgreiche 
Therapie
Anhand eines Vierfelderschemas 
können die Verhaltensweisen des 
Patienten evaluiert werden
Der Patient soll über mögliche Ver-
haltensänderungen selbst entschei-
den
610
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
F Reduktion von Abwertung, Ärger und Wut sowie
F Erlernen prosozialer Verhaltensweisen (z. B. Loben, Zuhören, jemand anderem etwas Gutes
tun, Training von Perspektivwechsel und Empathie sowie angemessener Umgang mit Kritik
und Misserfolg).
Durch den Aufbau von positiven Verhaltenskompetenzen werden stabile soziale Bindungen und
andere interaktionelle Ziele des Patienten gefördert.
Emotionsregulation
Die Vermeidung des negativen Selbstwertschemas, des sog. vulnerablen Pols der narzisstischen Stö-
rung, bedeutet konkret die Vermeidung des Erlebens negativer Emotionen wie u. a. Scham, Angst,
Hilflosigkeit und Traurigkeit, die der Patient oftmals als Kränkung erlebt. Hierdurch bedingt zeigen
narzisstische Patienten eine generalisierte Vermeidung des Erlebens eigener (aber auch fremder)
Emotionen und damit auch Vermeidung von hilfreichen Emotionen, die richtungweisend in Bezug
auf die adaptiven Bedürfnisse sind. Deswegen kommt in der Psychotherapie von narzisstischen Pa-
tienten dem Einsatz von emotionsregulatorischen Techniken eine große Bedeutung zu. Die Fähig-
keit zur Emotionsregulation verhilft dem Patienten u. a. zu einer adaptiven Bearbeitung von negati-
ven Emotionen seines vulnerablen Pols, einem gesteigerten Erleben adaptiver Emotionen und einer
Einsicht in die hierdurch zum Ausdruck kommenden angemessenen Bedürfnisse. Zur Emotions-
regulation gehört auch eine Reduktion von Ärger und Wut. Diese Emotionsregulation sollte dann
in einer konkreten interaktionellen Umsetzung entsprechend den eigenen adaptiven Bedürfnissen
münden und auch die Wahrnehmung sowie Respektierung der Bedürfnisse anderer Menschen er-
möglichen.
Schemaklärung und -bearbeitung
Im Rahmen der Schemaklärung und -bearbeitung erfolgt ein Klärungsprozess hinsichtlich der dop-
pelten Selbstwertregulation, d. h. der Kompensation negativer Selbstwertschemata durch narzissti-
sche Verhaltensweisen. Somit erlangt der Patient Einsicht in die Bedingungsfaktoren seiner narziss-
tischen Störung. Hierbei ist die biografische Arbeit hinsichtlich der prägenden Beziehungserfah-
rungen in der Lerngeschichte ggf. von Bedeutung. Außerdem werden beide Selbstwertschemata (das
negative und das narzisstische Schema) korrigierend bearbeitet. Neben kognitiven Ansätzen finden
hier insbesondere durch die Schematherapie auch vermehrt emotionsaktivierende Strategien Platz
(z. B. in Form von sog. Stuhldialogen). Zusätzlich dient die therapeutische Beziehung wesentlich der
Aktivierung, Klärung und Bearbeitung dieser negativen Selbstwertschemata und der hiermit im Zu-
sammenhang stehenden narzisstischen Bewältigungsstrategien.
Paartherapie
Häufige Beziehungskonflikte können dazu führen, dass Patienten sich insbesondere dann in Thera-
pie begeben, wenn sie von einem Beziehungspartner verlassen wurden bzw. erkennen, dass ihr sozia-
les Netzwerk schwach ausgeprägt ist und sie sich nach zwischenmenschlicher Nähe sehnen. Da die
Partnerwahl und der Aufbau naher sozialer Beziehungen ein Kernaspekt der therapeutischen Arbeit
sein können, ist es hilfreich, das Beziehungsschema im Hinblick auf zentrale Selbstregulationsstra-
tegien genauer zu analysieren. In der Literatur wird Narzissmus häufig mit einem spielerischen Lie-
besstil assoziiert, d. h. Narzissten forcieren den Beziehungsinitiationsprozess so lange mit großem
Engagement, bis der andere Partner einwilligt [33]. Das Interesse flacht jedoch genau dann ab, wenn
Schwierigkeiten im Rahmen des Beziehungsaufbaus in Erscheinung treten oder die vormals idea-
le Vorstellung des anderen mit der Realität konfrontiert wird. Dieser „spielerische Liebesstil“ wirkt,
langfristig gesehen, gegen einen Aufbau naher Beziehungen.
Eine offene Frage bezieht sich auf die Persönlichkeitsstruktur des Partners, der sich für einen
narzisstischen Partner entscheidet. Verschiedene Theoretiker vermuten aber, dass Narzissten entwe-
der mit sozial-ängstlichen, dependenten Partnern oder aber mit narzisstischen Partnern zusammen
sind. Bedeutsam ist jedoch die Funktion des Partners für den Erhalt des Selbstwerts des Patienten
Die Vermeidung des negativen 
Selbstwertschemas bedeutet die 
Vermeidung des Erlebens negativer 
Emotionen
Der Patient erlangt Einsicht in die 
Bedingungsfaktoren seiner narziss-
tischen Störung
Das Beziehungsschema wird im Hin-
blick auf zentrale Selbstregulations-
strategien analysiert
Die Funktion des Partners ist für den 
Erhalt des Selbstwerts des NPS-Pati-
enten bedeutsam
611Psychotherapeut 6 · 2013
|
CME
mit NPS: Sozial-ängstliche, dependente Partner verhelfen dem Patienten ggf. durch den Erhalt von
Bewunderung und Lob zu einer Selbsterhöhung. Patienten, die mit narzisstischen Partnern zusam-
men sind, können die wechselseitige Funktion eines „trophy partner“ [33] übernehmen, insofern
die Partner beruflich erfolgreich sind. Sollte aktuell ein Beziehungspartner vorhanden sein, kann die-
ser als Ressource dienen. Falls der Partner einverstanden ist, kann es sich als hilfreich erweisen, part-
nerschaftliches Problemlöseverhalten in einzelnen Paarsitzungen zu fördern.
Psychopharmakotherapie
Derzeit liegen keine kontrollierten Studien zur pharmakologischen Behandlung von NPS vor. Bei
dem Vorliegen einer komorbiden psychiatrischen Störung, bei der eine Indikation für eine Pharma-
kotherapie besteht, sollte diese pharmakologisch behandelt werden, unabhängig von der NPS-Dia-
gnose. Jede Behandlung von Patienten mit NPS sollte immer die erhöhte Suizidgefährdung berück-
sichtigen.
Fazit für die Praxis
F Die Behandlung narzisstischer Patienten kann sich bislang noch nicht an empirisch validierten 
Studien orientieren, da diese gänzlich fehlen.
F Modelle der pathologischen Selbstwertregulation, die sowohl einen grandiosen als auch einen 
vulnerablen Pol der narzisstischen Störung postulieren, sind für das Verständnis der NPS und 
die Psychotherapie narzisstischer Patienten grundlegend.
F Die psychotherapeutische Behandlung zielt auf die Einsicht des Patienten in die Funktion seiner 
narzisstischen Verhaltensweisen zur Vermeidung des Erlebens des vulnerablen Pols und dessen 
verbesserter Regulation, die Arbeit an der Beziehungsfähigkeit der Patienten und die Reduk-
tion narzisstischer Verhaltensweisen.
F Besondere Berücksichtigung bei der Behandlung von Patienten mit NPS muss die erhöhte Sui-
zidgefährdung, auch außerhalb depressiver Episoden, finden.
Korrespondenzadresse
Dipl.-Psych. Aline Vater
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
Eschenallee 3, 14050 Berlin
aline.vater@fu-berlin.de
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt. Aline Vater, Stefan Roepke, Kathrin Ritter und Claas-Hinrich Lammers geben an, dass kein Interessenkonflikt
besteht.
Das vorliegende Manuskript enthält keine Studien an Menschen oder Tieren.
Literatur
Ein Partner kann als Ressource die-
nen
1. Ellis H (1898) Auto-eroticism: A psy-
chological study. Alienist and Neuro-
logist 19:260-299
2. Freud S (1914) Zur Einführung des
Narzissmus. Gesammelte Werke XIV.
Fischer, Frankfurt a. M.
3. Kernberg O (1978) Borderline-Stö-
rung und pathologischer Narziss-
mus. Suhrkamp, Berlin
4. Kohut H (1976) Narzissmus. Suhr-
kamp, Berlin
5. http://www.sueddeutsche.de/ge-
sundheit/psychiatrie-das-buch-des-
wahnsinns-1.1118134-2 (06.11.2013)
6. Vater A, Ritter K, Schröder-Abé M et
al (2013) When grandiosity and vul-
nerability collide: implicit and expli-
cit self-esteem in patients with nar-
cissistic personality disorder. J Behav
Ther Exp Psychiatry 44:37–47
7. Ritter K, Dziobek I, Preissler S et al
(2011) Lack of empathy in patients
with narcissistic personality disorder.
Psychiatry Res 187:241–247
8. Schulze L, Dziobek I, Vater A et al
(2013) Gray matter abnormalities in
patients with narcissistic personal-
ity disorder. J Psychiatr Res 47:1363–
1369
9. Ritter K, Vater A, Rüsch N et al (2013)
Shame-prone self-concept in pati-
ents with narcissistic personality di-
sorder. Zur Publikation eingereicht
612
|
Psychotherapeut 6 · 2013
CME
10. Scheff TJ (1987) The shame-rage spi-
ral: A case study of an intermindable
quarrel. In: Lewis HB (Hrsg) The ro-
le of shame in symptom formation.
Hillsdale, NJ, S 109–149
11. Vater A, Ritter K, Strunz S et al (2013)
Stability of narcissistic personality di-
sorder: tracking categorical and di-
mensional rating systems across two
years. Zur Publikation eingereicht
12. Zimmermann J, Benecke C, Bender
DS et al (2013) Persönlichkeitsdiag-
nostik im DSM-5. Psychotherapeut
58:455–465
13. Bender DS, Morey LC, Skodol AE
(2011) Toward a model for assessing
level ofpersonality functioning in
DSM-5, part I: a review of theor y and
methods. J Pers Assess 93:332–346
14. Brown RP, Bosson JK (2001) Narcis-
sus meets Sisyphus: self-love, self-lo-
athing, and the never-ending pursu-
it of self-worth. Psychol Inq 12:210–
213
15. Sedikides C, Rudich EA, Gregg AP et
al (2004) Are normal narcissists psy-
chologically healthy? Self-esteem
matters. J Pers Soc Psychol 87:400–
416
16. Paulhus D (1998) Interpersonal and
intrapsychic adaptiveness of trait
self-enhancement: a mixed blessing?
J Pers Soc Psychol 74:1197–1208
17. Schütz A, Marcus B, Sellin I (2004)
NPI – Narcissistic Personality Inven-
tory – deutsche Fassung. Diagnostica
50:202–218
18. Vater A, Schröder-Abé M, Ritter K et
al (2012) The narcissistic personality
inventor y: a useful tool for assessing
pathological narcissism? Evidence
from patients with narcissistic perso-
nality disorder. J Pers Assess 95:301–
308
19. Pincus AL, Ansell EB, Pimentel CA et
al (2009) Initial construction and vali-
dation of the pathological narcissism
inventor y. Psychol Assess 21:365–
379
20. Strunz S, Fydrich T (2013) „Ich mache
mein eigenes Ding!“ Ambulante Be-
handlung einer depressiven Patien-
tin mit schizoiden und schizotypen
Zügen. Psychotherapeut 58:292–296
21. Stinson FS, Dawson DA, Goldstein RB
et al (2008) Prevalence, correlates, di-
sability, and comorbidity of DSM-IV
narcissistic personality disorder: re-
sults from the wave 2 national epi-
demiologic survey on alcohol and
related conditions. J Clin Psychiatry
69:1033–1045
22. Links PS (2013) Pathological narcis-
sism and the risk of suicide. In: Og-
rodniczuk JS (Hrsg) Understanding
and treating pathological narcissism.
United Book, Baltimore
23. Russ E, Shedler J, Bradley R, Westen D
(2008) Refining the construct narcis-
sistic personality disorder: diagnostic
criteria and subtypes. Am J Psychia-
try 165:1473–1481
24. Pincus AL, Roche MJ (2011) Narcis-
sistic grandiosity and narcissistic vul-
nerability. In: Campbell WK, Miller JA
(Hrsg) The handbook of narcissism
and narcissistic personality disorder.
Wiley, Hoboken
25. Sachse R, Sachse M, Fasbender J
(2011) Klärungsorientierte Psycho-
therapie der narzisstischen Persön-
lichkeitsstörung. Hogrefe, Göttingen
26. Trull TJ, Jahng S, Tomko RL et al
(2010) Revised NESARC personal-
ity disorder diagnoses: gender, pre-
valence, and comorbidity with sub-
stance dependence disorders. J Pers
Disord 24:412–426
27. Millon T, Everly G (1985) Personality
and its disorders. Wiley, Hoboken
28. Beck A, Freemann A (1999) Kognitive
Therapie der Persönlichkeitsstörun-
gen. Guilford, New York
29. Young JE, Klosko JS, Weishaar ME
(2005) Schematherapie. Ein pra-
xisorientiertes Handbuch. Jungfer-
mann, Paderborn
30. Benjamin LS (2003) Interpersonal
diagnosis and treatment of perso-
nality disorders. Guilford, New York-
Torgersen S, Lygren S, Olien PA et al
(2000) A twin study of personality di-
sorders. Compr Psychiatry 41:416–
425
31. Torgersen S, Lygren S, Olien PA et al
(2000) A twin study of personality di-
sorders. Compr Psychiatry 41:416–
425
32. Ronningstam E, Gunderson J, Lyons
M (1995) Changes in pathological
narcissism. Am J Psychiatry 152:253–
257
33. Campbell WK, Foster CA, Finkel EJ
(2002) Does self-love lead to love for
others? A story of narcissistic game
playing. J Pers Soc Psychol 83:340–
354
613Psychotherapeut 6 · 2013
|
614
|
Psychotherapeut 6 · 2013
?Welche der folgenden Aussagen bezüg-
lich der Abgrenzung von NPS zu anderen 
Persönlichkeitsstörungen ist richtig?
o Patienten mit NPS tendieren in gleichem
Ausmaß zur Selbstverletzung wie BPS-Pa-
tienten.
o Narzisstische und antisoziale Persönlich-
keitsstörung schließen die Charakteristik
der Impulsivität, Aggressivität und des Be-
trügens ein.
o Patienten mit NPS möchten im Vergleich
zu histrionischen Patienten v. a. als „über-
legen“ und „kompetent“ wahrgenommen
zu werden.
o Patienten mit NPS können ihre Emotionen,
im Gegensatz zu Patienten mit einer Bor-
derline-Persönlichkeitsstörung, gut regu-
lieren.
o Der narzisstischen und der antisozialen
Persönlichkeitsstörung ist eine starke Ab-
hängigkeit von äußeren Selbstwertquel-
len gemein.
?Welche der folgenden Aussagen bezüg-
lich der Behandlung von Patienten mit 
einer NPS ist richtig?
o Die kognitive VT ist nachweislich anderen
Methoden zur Behandlung von NPS über-
legen.
o Konfrontative Verfahren haben sich be-
währt.
o Es fehlen empirisch-wissenschaftliche Stu-
dien zur Psychotherapie von narzissti-
schen Patienten.
o Studien belegen ein besseres Ansprechen
der Psychotherapie bei narzisstischen
Frauen als Männern.
o Von emotionsaktivierenden Verfahren
ist grundsätzlich wegen der hohen Krän-
kungsgefahr abzuraten.
?Welches der folgenden Aspekte ist kein
diagnostisches Kriterium für DSM-5 (Sek-
tion II)?
o Empathiemangel
o Neid
o Anspruchsdenken
o Leistungsorientierung
o Arroganz
?Welche der folgenden Aussagen zur Dia-
gnostik der NPS ist richtig?
o Das NPI ist ein valides Instrument zur Er-
fassung der NPS.
o Das SKID-II-Interview dient der Abklärung
der diagnostischen Kriterien der NPS nach
DSM-IV-TR und DSM-5, Sektion II.
o Die LPFS liefert valide Ergebnisse zur Diag-
nostik der NPS nach DSM-5, Sektion II.
o Die Diagnose einer NPS lässt sich anhand
des PNI valide feststellen.
o Ein Fremdbericht ist für die Diagnosestel-
lung nicht notwendig.
?Welcher der folgenden Aussagen zur 
Diagnostik und Therapie der NPS ist 
falsch?
o Die Beziehungserfahrungen und die Lern-
geschichte der Patienten in ihrer Kindheit
sind für das Krankheitsverständnis der Pa-
tienten von großer Bedeutung.
o Der Aufbau einer therapeutischen Bezie-
hung zwischen Therapeut und Patient ist
weniger wichtig als bei anderen Persön-
lichkeitsstörungen.
o Die sog. Übertragung des Patienten spielt
in der Therapie eine große Rolle.
o Die sog. Gegenübertragung des Thera-
peuten spielt in der Therapie eine große
Rolle.
o Sowohl klärungsorientierte als auch prob-
lemlösungsfokussierte Ansätze sind in der
Therapie therapeutisch hilfreich.
?Welche therapeutische Intervention ist 
bei narzisstischen Patienten wahrschein-
lich nicht hilfreich?
o Biografische Analyse
o Paartherapie bei Beziehungsproblemen
o Arbeit an der therapeutischen Beziehung
o Schemaanalyse
o Provokative Therapie
?Welche der folgenden Aussagen ist kein
Befund aus der neueren neurobiologi-
schen Forschung?
o Die NPS ist durch eine Verminderung der
zellreichen grauen Substanz in der Inselre-
gion charakterisiert.
o Typisch für NPS ist eine Überaktivierung
der präfrontalen Regionen des Gehirns.
o Patienten mit NPS zeigen eine Unterakti-
vierung des Hypothalamus.
o Patienten mit NPS zeigen auffällig mehr
Volumen in den Mandelkernen (Amyg-
dala).
o Patienten mit NPS zeigen im Vergleich zu
anderen Personen keine neuroanatomi-
schen Auffälligkeiten.
?Welche der folgenden Aussagen ist ein 
Befund aus der neueren empirischen 
Forschung zu NPS?
o Patienten mit NPS zeigen im Vergleich zu
gesunden Probanden erhöhte Scham.
o Patienten mit NPS weisen auch in Selbst-
berichtsbögen einen hohen expliziten
Selbstwert auf.
o Die NPS zeigt über einen Zeitraum von
2 Jahren keinerlei Remission.
springermedizin.de/eAkademie
CME-Fragebogen
Bitte beachten Sie:
Teilnahme nur online unter: springermedizin.de/eAkademie
Die Frage-Antwort-Kombinationen werden online individuell zusammengestellt.
Es ist immer nur eine Antwort möglich.
DFür Zeitschriftenabonnenten ist die Teilnahme am e.CME kostenfrei
615Psychotherapeut 6 · 2013
|
o Nur noch 50% der Patienten erfüllen nach
2 Jahren die Diagnose einer NPS.
o Patienten mit NPS können die Emotionen
anderer schlecht erkennen, geben aber an,
stärker mitzufühlen, als andere Personen.
?Welche Aussage zur Frage der Mitteilung 
einer NPS-Diagnose an den Patienten ist 
richtig?
o Die Rückmeldung der gesicherten Dia-
gnose einer NPS ist eine wesentliche Vor-
aussetzung für eine erfolgreiche Behand-
lung.
o Die Rückmeldung der Diagnose einer NPS
ist zu vermeiden, da dies die Wahrschein-
lichkeit eines Therapieabbruchs erhöht.
o Die Diagnose NPS sollte direkt nach der
ersten probatorischen Sitzung zurückge-
meldet werden, da der erste Eindruck zur
Diagnosestellung ausreichend ist.
o Falls eine depressive Symptomatik vor-
liegt, sollte keine Rückmeldung zur Dia-
gnose NPS vorgenommen und zunächst
an der Depression gearbeitet werden.
o Es gibt keine Hinweise darauf, dass die
Rückmeldung der Diagnose einer NPS für
die Therapie wichtig ist.
?Was versteht man unter verdecktem Nar-
zissmus?
o Eine Narzissmusform, die sich in unsiche-
rem Verhalten bei gleichzeitigem Vorlie-
gen von Grandiosität äußert.
o Eine Narzissmusform, bei der der Patient
manipulatives Verhalten einsetzt, um be-
stimmte Ziele zu erreichen.
o Eine Narzissmusform, die sich in sozial an-
gepasstem, extravertiertem Verhalten äu-
ßert.
o Eine Narzissmusform, bei der autoaggres-
sives Verhalten auftritt.
o Eine Narzissmusform, die mit einer Soma-
tisierungsstörung einhergeht.
Diese zertifizierte Fortbildung ist 
12 Monate auf springermedizin.de/ 
eAkademie verfügbar.
Dort erfahren Sie auch den genauen 
Teilnahmeschluss. Nach Ablauf des 
Zertifizierungszeitraums können Sie diese 
Fortbildung und den Fragebogen weitere 
24 Monate nutzen.
CME-Fragebogen
Als Zeitschriftenabonnent stehen Ihnen in der e.Akademie
alle zertizierten Fortbildungskurse Ihrer Zeitschrift als
e.CME (Beitrags-PDF plus CME-Fragebogen) zur Verfügung.
Darüber hinaus können Sie Kurse Ihrer Zeitschrift, deren
Zertizierungszeitraum abgelaufen ist, weiterhin für Ihre
Fortbildung und persönlichen Wissenscheck nutzen.
So einfach geht’s:
D1. Registrieren und einloggen
Um Fortbildungseinheiten in der e.Akademie bearbeiten
zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer Abonummer
registrieren. Sind Sie bereits registriert, können Sie unter
Meine Daten > Abo hinzufügen Ihre Abonummer hinterlegen.
Sie finden diese auf Ihrem Adressetikett.
D2. Beitrag auswählen
Kursübersicht > Kurse meiner Fachzeitschriften auswählen und
den gewünschten Kurs merken oder gleich starten. Der Kurs
kann jederzeit unterbrochen und später fortgesetzt werden.
D3. CME-Punkte sammeln
Zu jedem Beitrag gehört ein Fragebogen mit 10 CME-Fragen.
Mit 7 richtigen Antworten haben Sie bestanden und erhalten
umgehend eine Teilnahmebescheinigung!
Teilnehmen und weitere Informationen unter:
springermedizin.de/eAkademie
Unser Tipp: Noch mehr Fortbildung bietet das e.Med-Kom-
plettpaket. Hier stehen Ihnen in der e.Akademie alle Kurse
der Fachzeitschriften von Springer Medizin zur Verfügung.
Testen Sie e.Med gratis und unverbindlich unter
springermedizin.de/eMed
e.AkademieTeilnehmen in 3 Schritten
... Operationalisation came up when I asked two German researchers whether or not we could equate "implicit" and "explicit" self-esteem (see e.g. Vater et al. 2013) with A German who self-identified as a psychoanalyst, doctor, and psychiatrist (DE-P-11) spoke about 'case studies as the appropriate empiricism (geeignete Empirie) for psychoanalysis,' and then explained that '"psychoanalytic science" is something empirical," but went on to explain that although one couldn't generalise from case studies, they were "the first option to enter into empiricism at all." Others criticised survey research, and suggested that a detailed examination of the conversation between a narcissist and therapist would be highly beneficial to our understanding (DE-CP-5, 4.03.2014). ...
Thesis
Full-text available
How can the same object become split when viewed by different groups of observers? What is the relationship between conflict and consensus, and the ritual and the rational? I interrogate these questions through the case of narcissistic personality disorder (NPD) in Germanophone Europe and North America. I interviewed forty-five practitioners from Germany, Austria, Switzerland, the US and Canada. These conversations were semi-structured and ethnographically inflected. I attempted to take the informant’s perspective earnestly and to read any available works by that author in advance of the interview. To gain a sense of how science differed when not immediately concerned with the treatment of patients, I included an assessment specialist and a social-personality psychologist. Non-expert practitioners, who had not published any books or articles on pathological narcissism, were included to test whether theory is solely alluring to the academician or if it holds sway over the psychotherapist on the street. These respondent pools were matched as closely as possible across the two contexts to facilitate comparison. Approximately six psychotherapeutic schools emerged as important amongst my respondents. After a brief introduction to the different psychotherapies, I begin with the native understandings of NPD or pathological narcissism. These definitions and the wide range of narcissistic patients seen pose the puzzle: How can these definitions be so disparate, and all ostensibly be concerned with NPD as a clinical or scientific object? My concern is less oratorical and more earthy: What precisely do practitioners do? Opening with assessment (Ch. 5), we find some common signs. Diagnostic procedures may employ different technological mixes, but ultimately all follow a single pattern. Chapter 6 addresses empathy and the therapeutic alliance. The notion of a minimal medical model underlying all treatment types I encountered was unearthed despite many methods’ active denial of the ‘medical model.’ The patient-practitioner boundary is, however, far from the final frontier. Conceptualisation helps to guide the ways in which clinicians interact with one another, and ultimately the broader science of psychopathology. Chapter 8 addresses the ways in which different classificatory schemes relate to one another, and how this helps to shape the science of narcissism. What ultimately emerges is a story of (1) the minor differences of narcissism and (2) the narcissism of minor differences. The narcissism (2) can be said to obscure the (1) minor differences. Competition is inherent in the process at multiple levels: between models for both students and patients (attention-space), and through scientific exchange and the effort to gain evidence for one’s theory. I suggest that science serves less to find the best description or explanation for pathological narcissism, and more to legitimate one’s conceptualisation. Evidence of this sort gives a theoretical school means to command more financial and attentional resources. Psychotherapeutic technology is, however, path dependent, limiting the distance between any two methods.
... The number and "intensity" of the fulfilled criteria can be an indication of the severity of the clinical picture. In the International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10), however, NPD is not listed as a separate diagnosis, but is only found under the category F60.8 "other specific personality disorders" (Kröber, 2008;Vater et al., 2013). Diagnostic criteria according to the DSM V 1 Has a grandiose sense of one's own importance (e.g. ...
Article
Full-text available
This paper discusses selected scientific aspects of Narcissistic Personality Disorder. The main purpose of this research paper is to examine the extent to which patients with Narcissistic Personality Disorder can be supported and treated within the framework of social work-based community psychiatry. To this end, the Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders will be used to address the problem of invisible distress and the difficulties of differential diagnosis. Furthermore, psychodynamic and behavioural treatment calculations are outlined. Based on this, differentiated and systematised considerations on concrete possibilities for social work-community psychiatric activities are made. In doing so, a model was developed which can guarantee a solid and goal-oriented orientation on the basis of the lifeworld of patients with Narcissistic Personality Disorder. Finally, possible problems in the effectiveness of social work in the context of Narcissistic Personality Disorder are discussed. The article is presented in the following order: Introduction and problem statement, Theoretical classification and research question, Methodological approach and model, Discussion and conclusions, and Limitations and directions for further research. The findings of this article may be useful for psychologists and social workers to identify and harness the potential of social work as a supplementary treatment option for Narcissistic Personality Disorder.
Article
Full-text available
This study addresses narcissism as an important psychological factor for the prediction of burnout. Previous research has produced inconsistent findings on whether narcissism is beneficial or detrimental to the development of burnout which is due to the fact that narcissism is viewed as an overall construct rather than on a dimensional level. This study applied a two-dimensional approach to narcissism in burnout. Three hundred-fifty-two surgeons from Germany were asked to complete the Maslach Burnout Inventory and the Narcissistic Admiration and Rivalry Questionnaire. Linear regression analyses revealed that high scores in admiration predicted high personal fulfillment, low emotional exhaustion, and depersonalization. For rivalry, the opposite picture emerged. The results indicate that admiration seems to have a protecting effect, whereas rivalry appears to promote burnout severity.
Article
Background: The treatment of patients diagnosed with a narcissistic personality disorder (NPS) is considered to be extra challenging. Well-controlled studies on the effectiveness of psychotherapy in NPS patients are not available; so many interventions are based on theoretical constructs. The clarification-oriented psychotherapy (COP) is a psychotherapeutic approach, which emerged from concepts of the cognitive behavioral therapy, client-centered psychotherapy and various process-oriented procedures. The present ambulatory therapy-evaluation of COP aimed to evaluate the effectiveness of a psychotherapeutic treatment for patients suffering from NPS. Methods and results: Retrospective cohort-study including 173 treatment-seeking NPS-patients. Via pre-post per-protocol-analysis, significant improvements mostly with medium effect sizes were found in all relevant parameters after completion of the COP (58.6±10.5 sessions). In particular, the ambitious/narcissistic personality style in the "Personality Style and Disorders Inventory (PSSI)" (primary outcome) was improved (medium effect size: d=-0.49 [-0.67; -0.31], p<0.001). Analyses revealed even high effect sizes in terms of the improvement of depressive "states" and "traits", neuroticism as well as self-acceptance. The lowest effect sizes however were found for improvements in self-regulation (d=0.2 [0.03; 0.36], p=0.02). Discussion: As no intention-to-treat analysis has been carried out, the effect sizes of COP in the treatment of NPS might be overestimated. Nevertheless, our findings support the use of COP for the treatment of NPS. In light of evidence-based medicine, the present so far most comprehensive study on this topic warranted an increase of the evidence of COP in the treatment of NPS from level IV to level III.
Article
Folgender Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Studie, die im Rahmen einer Bachelorarbeit ermittelt wurden. Ziel der Studie war es zu untersuchen, welchen Einfluss die Persönlichkeitseigenschaft Narzissmus auf das Nutzungsverhalten und die Nutzungsmotive von Facebook hat. Mithilfe einer Online-Befragung wurden Daten von 269 Facebook-Nutzern mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren erhoben. Die Ergebnisse der Studie zeigen einige korrelative Zusammenhänge, z.B. dass narzisstischere Nutzer eine höhere Anzahl an Facebook-Freunden haben und dass die Motivdimension „Selbstdarstellung/Selbstwerterhöhung“ für Narzissten von deutlich höherer Relevanz ist, im Vergleich zu weniger narzisstischen Personen. Die Studie konnte jedoch nicht nachweisen, dass Narzissten Facebook intensiver nutzen, oder z.B. häufiger Statusmeldungen posten. Während sich Narzissten insgesamt nicht sehr stark in Bezug auf ihr Nutzungsverhalten auf Facebook von weniger narzisstischen Personen unterscheiden, verdeutlichen die Ergebnisse der Studie, dass jedoch deutliche Unterschiede in Bezug auf die erhobenen Motive der Facebook-Nutzung bestehen.
Article
The purpose of this study is to clarify whether the trunk movement will be acquired and then the relationship between the change of the trunk movement and the sprint time through a unit of “Kakekko” for middle grades of elementary school. The participants were 39 children (21 boys and 18 girls) in 4th grade and they had 8 classes. ”Mantle-run” and “Mark run” had been carried out to improve the trunk movement. In order to verify the purpose of this study for items were analyzed: sprint time, maximal speed, sprint speed(10-40m), decline rate of speed, and sprint form. The main findings are summarized as follows: 1. Although the results of formative lesson evaluation showed low values in the first lesson of the unit, they gradually moved to high values. It is suggested that the lesson of “Kakekko” was able to obtain a generally good evaluation from participants. 2. As to the upper-skilled children, there were no changes in the trunk score of “Flexion and forward leaning of trunk”, sprint time, maximal speed, sprint speed (10-40m), and decline rate of speed. 3. As to the middle-skilled and the low-skilled children, the trunk score of “Flexion and forward leaning of trunk” improved, but the sprint time, maximal speed, sprint speed (10-40m), and decline rate of speed did not change.
Article
Given the epidemiological relevance and the growing insights into biopsychosocial mechanisms and etiological pathways, this paper describes the current practice in psychotherapy as treatment of choice for patients with personality disorders. The main focus is on borderline, antisocial, narcissistic and avoidant personality disorders. Borderline personality disorder (BPD) is clinically the most relevant, i. e. the most prevalent and most disabling condition, for which several transtheoretical psychotherapeutic approaches have been developed. Their effectiveness has empirically been validated with encouraging results. These evidence-based psychotherapies are dialectical behaviour therapy (DBT), mentalization-based treatment (MBT), transference-focused psychotherapy (TFP), and schema therapy (ST). All of them converge in general principles necessary for a successful treatment. Likewise, general guidelines can be established for antisocial, narcissistic and avoidant personality disorders taking into account their specific features. However, there is less evidence for the effectiveness of psychotherapy for these disorders than for BPD. Finally, future challenges with regard to psychotherapy research, clinical management and implementation of evidence-based treatments in everyday practice are discussed.
Article
Full-text available
Personality disorders are characterized as temporally stable patterns of symptoms (APA, 2000). However, evidence on the stability of narcissistic personality disorder (NPD) is generally lacking. This study tracked the prevalence and remission rates of individual criteria for NPD over the course of 2 years. In addition, the stability of dimensional personality pathology in patients with NPD (assessed with the Dimensional Assessment of Personality Pathology, DAPP-BQ) was assessed over time. A sample of 96 patients with a diagnosis of NPD was recruited at baseline. Forty patients participated in the follow-up assessment 2 years later. Our results indicate a moderate remission rate (53%) for NPD as a categorical diagnosis. However, single NPD criteria differed in their prevalence and temporal stability, similar to findings for other personality disorders. Moreover, scores on dimensional subscales of the DAPP-BQ remained stable over time. Theoretical implications are discussed. (PsycINFO Database Record (c) 2014 APA, all rights reserved).
Article
Full-text available
Shame has been described as a central emotion in narcissistic personality disorder (NPD). However, there is a dearth of empirical data on shame in NPD. Patients with NPD (N=28), non-clinical controls (N=34) and individuals with borderline personality disorder (BPD, N=31) completed self-report measures of state shame, shame-proneness, and guilt-proneness. Furthermore, the Implicit Association Test (IAT) was included as a measure of implicit shame, assessing implicit shame-self associations relative to anxiety-self associations. Participants with NPD reported higher levels of explicit shame than non-clinical controls, but lower levels than patients with BPD. Levels of guilt-proneness did not differ among the three study groups. The implicit shame-self associations (relative to anxiety-self associations) were significantly stronger among patients with NPD compared to nonclinical controls and BPD patients. Our findings indicate that shame is a prominent feature of NPD. Implications for diagnosis and treatment are discussed.
Article
Full-text available
The fifth edition of the Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) was published in May 2013 and features (in Section III) a new model for the diagnosis of personality disorders. The aim of this paper is to introduce this model to a broader German-speaking readership. The article begins by explaining why a new model seems necessary. Secondly, the different components of the new DSM-5 model are presented, the theoretical and empirical background is explained and it is shown how the model works using a clinical case example. Thirdly, several advantages of the new model as compared to the DSM-IV diagnostic categories (which will be retained in DSM-5 Section II) are discussed. Finally, the article highlights some open questions and problems that require further conceptual and empirical research.
Chapter
A review of the clinical, social/personality psychology, and psychiatric literature identifies two broad themes of narcissistic dysfunction. Narcissistic grandiosity involves maladaptive self-enhancement strategies reflecting arrogant, conceited, and domineering attitudes and behaviors. Narcissistic vulnerability involves regulatory impairments creating self, affect, and behavioral dysregulation in response to ego threats or self-enhancement failures.
Article
Die Identität einer Person entwickelt sich v. a. im Handeln, kaum jedoch nur durch Grübeln. Intensives Grübeln kann sich dadurch auszeichnen, dass (durchaus relevante) Themen immer wieder „durchdacht“ werden, ohne dass aber die Gedanken zu einer Weiterentwicklung oder einer Handlungskonsequenz führen. Zu viel Grübeln hat daher oft die Funktion der Vermeidung von Entscheidungen und Handlungen und ist meist nicht zielführend, wie das vorliegende Fallbeispiel demonstriert.FallvignetteDie 35-jährige arbeitslose und alleinstehende Patientin berichtet über eine allgemeine Unsicherheit und Orientierungslosigkeit. Sie „schwimme nur so rum“, sei „verkrampft“ und in ihrer Situation „festgefahren“. Diese Probleme hätten eigentlich schon immer bestanden, aber sie hätten sich noch verschärft, seit sie ab dem 20. Lebensjahr allein wohne. Weder beruflich noch privat wisse sie, wie es bei ihr weitergehen könne. Ein Studium der Landschaftsarchitektur habe sie nach 8 Jahren abgebrochen. Außerdem sei sie ...