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Arztbewertungen im Internet

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Abstract

Internetportale für die Nutzerbewertung von Dienstleistungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch Ärzte sehen sich — wie Lehrer und Professoren — zunehmend mit öffentlich einsehbaren Bewertungen ihrer Patienten konfrontiert. Der Bedarf für solche Entscheidungshilfen bei der Arztsuche ist offenbar hoch. Allerdings gilt es, rechtliche Grenzen, vor allem hinsichtlich des Datenschutzes der Patienten, zu beachten und Ärzte wie Nutzer vor Missbrauch zu schützen. Über Qualitätsunterschiede zwischen den auf dem Markt befindlichen Arztbewertungsportalen lässt sich anhand der Art und Weise urteilen, wie sie den potenziellen Konflikt zwischen Datenschutz und Informationsfreiheit konkret lösen und ob Bewertende und Bewertete gleichermaßen fair behandelt und vor Missbrauch geschützt werden.

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... In Germany in 2011, a new PRW was created called "Weisse Liste." More than 30 million Germans insured by AOK, BARMER GEK, and other statutory health insurance funds were invited to rate their physicians [29]. In contrast to other PRWs, this Internet portal is noncommercial and free of ads, insured individuals are invited to participate, and a secure registration and authentication procedure prevents misuse of data [29]. ...
... More than 30 million Germans insured by AOK, BARMER GEK, and other statutory health insurance funds were invited to rate their physicians [29]. In contrast to other PRWs, this Internet portal is noncommercial and free of ads, insured individuals are invited to participate, and a secure registration and authentication procedure prevents misuse of data [29]. Therefore, this site is one of the first to meet most of the demands of quality criteria for PRWs [30,31]. ...
Article
Background The number of physician-rating websites (PRWs) is rising rapidly, but usage is still poor. So far, there has been little discussion about what kind of variables influence usage of PRWs. Objective We focused on sociodemographic variables, psychographic variables, and health status of PRW users and nonusers. Methods An online survey of 1006 randomly selected German patients was conducted in September 2012. We analyzed the patients’ knowledge and use of online PRWs. We also analyzed the impact of sociodemographic variables (gender, age, and education), psychographic variables (eg, feelings toward the Internet, digital literacy), and health status on use or nonuse as well as the judgment of and behavior intentions toward PRWs. The survey instrument was based on existing literature and was guided by several research questions. ResultsA total of 29.3% (289/986) of the sample knew of a PRW and 26.1% (257/986) had already used a PRW. Younger people were more prone than older ones to use PRWs (t967=2.27, P=.02). Women used them more than men (χ21=9.4, P=.002), the more highly educated more than less educated people (χ24=19.7, P=.001), and people with chronic diseases more than people without (χ21=5.6, P=.02). No differences were found between users and nonusers in their daily private Internet use and in their use of the Internet for health-related information. Users had more positive feelings about the Internet and other Web-based applications in general (t489=3.07, P=.002) than nonusers, and they had higher digital literacy (t520=4.20, P
Conference Paper
Consulting a physician was long regarded as an intimate and private matter. The physician-patient relationship was perceived as sensitive and trustful. Nowadays, there is a change, as medical procedures and physicians consultations are reviewed like other services on the Internet. To allay user’s privacy doubts, physician review websites assure anonymity and the protection of private data. However, there are hundreds of reviews that reveal private information and hence enable physicians or the public to identify patients. Thus, we draw attention to the cases when de-anonymization is possible. We therefore introduce an approach that highlights private information in physician reviews for users to avoid an accidental disclosure. For this reason, we combine established natural-language-processing techniques such as named entity recognition as well as handcrafted patterns to achieve a high detection accuracy. That way, we can help websites to increase privacy protection by recognizing and uncovering apparently uncritical information in user-generated texts.
Chapter
Mit dem Projekt der Telematik-Infrastruktur und seinem Herzstück, der elektronischen Gesundheitskarte, verbinden sich erhebliche Hoffnungen hinsichtlich der Steigerung von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Transparenz ärztlicher Behandlungen. Das Vorhaben weist eine hohe Komplexität auf, die sich nicht nur in der vielfachen Verzögerung, sondern auch an den aufgeworfenen datenschutzrechtlichen Fragen zeigt. Letztere sind Ausdruck mehrerer prinzipieller Konflikte, die durch die Datenverarbeitung in einem elektronisch vernetzten Gesundheitswesen verursacht werden. Diese können – und müssen – durch geeignete rechtliche und technische Schutzinstrumente abgemildert werden, ohne den Blick dafür zu verlieren, dass bestimmte widerstreitende Interessen nicht stets miteinander versöhnt werden können.
Conference Paper
Patients 2.0 increasingly inform themselves about the quality of medical services on physician rating websites. However, little is known about whether the reviews and ratings on these websites truly reflect the quality of services or whether the ratings on these websites are rather influenced by patients' individual rating behavior. Therefore, we investigate more than 790,000 physician reviews on Germany's most used physician rating website jameda.de. Our results show that patients' ratings do not only reflect treatment quality but are also influenced by treatment quality independent factors like age and complaint behavior. Hence, we provide evidence that users should be well aware of user specific rating distortions when intending to make their physician choice based on these ratings.
Article
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HINTERGRUND UND ZIELSETZUNG: Patient-Reported Outcome (PRO) wird als Oberbegriff für unterschiedliche Konzepte zur Messung subjektiv empfundener Gesundheitszustände verwendet. Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass der Patient selbst seine Einschätzung berichtet. Um den Stellenwert von PRO im Kontext von HTA-Verfahren (HTA = Health Technology Assessment) zu beschreiben, wird zunächst eine Übersicht über Konzepte, Klassifikationen und methodische Messansätze erstellt. Diese Übersicht wird ergänzt um eine empirische Analyse von klinischen Studien und HTA-Berichten mit dem Ziel, Art, Häufigkeit und Konsequenzen der verwendeten PRO zu dokumentieren. METHODIK: Beide Fragestellungen werden mithilfe von systematischen Literaturübersichten bearbeitet. Für den methodischen Teil wird in den medizinnahen Datenbanken des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) mit einer Recherchestrategie aus drei Modulen im Zeitraum von 1990 bis 2009 gesucht. Die Recherche nach randomisierten klinischen Studien (RCT) zu den Krankheitsbildern rheumatoide Arthritis (RA) und Mammakarzinom erfolgt ebenfalls in den Datenbanken des DIMDI, für den Zeitraum von 2005 bis 2009. Die Recherche nach HTA-Berichten und -Methodenpapieren umfasst die Datenbanken des Centre for Reviews and Dissemination (CRD) und Handsuchen. Für alle Fragestellungen werden spezifische Ein- und Ausschlusskriterien zur Literaturselektion definiert. Die methodische Qualität der RCT wird mithilfe eines in Anlehnung an das „Risk of Bias Tool“ der Cochrane Collaboration konzipierten Instruments bewertet. Die Informationsextraktion erfolgt für den methodischen Teil strukturiert durch die Kapitelgliederung, für den empirischen Teil in Extraktionsbögen. Alle Informationen werden qualitativ beschreibend zusammengefasst. ERGEBNISSE: Aus den Recherchen können 158 Dokumente zur Bearbeitung der methodischen Fragestellungen (87 Dokumente zu Definition/Klassifikation; 125 Dokumente zur Operationalisierung) und 225 RCT (77 RA, 148 Mammakarzinom) sowie 40 HTA-Berichte zur Bearbeitung der empirischen Fragestellungen gewonnen werden. Die Analysen zu Definitionen bestätigen PRO als Oberbegriff für eine Vielzahl von patientenberichteten Endpunkten. Das neueste Klassifikationssystem ermöglicht die Beschreibung der PRO nach dem Konstrukt, der Zielpopulation und der Messmethode. Ausführungen zur Operationalisierung beziehen sich auf den Konzeptrahmen, die Instrumentenentwicklung, -eigenschaften und -modifikationsmöglichkeiten. Von 59 Studien zur Antikörpertherapie der RA verwenden sieben ausschließlich PRO, 38 gemischte Zielgrößen (American College of Rheumatology [ACR], Disease Activity Score [DAS]) und zehn rein klinische bzw. radiologische Parameter als primäre Outcomes. Von 123 Studien zur Chemotherapie des Mammakarzinoms stützen sich nur sechs auf PRO als primäre Zielgröße; 98 Studien gebrauchen klinische Parameter (Überlebenszeit, Tumoransprechen, Progression). Abweichungen von der Gesamtzahl resultieren aus ungenauen Angaben der Zielgrößen. Diese Verteilung spiegelt sich auch in den analysierten HTA-Berichten wieder. In den Berichten zur RA werden durchweg PRO-Zielgrößen berichtet, während in den Berichten zum Mammakarzinom dies in knapp der Hälfte der Publikationen der Fall ist. Zusammenhänge zwischen Studienqualität und der Verwendung von PRO sind nicht erkennbar. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Für die Definition und die Klassifikation von PRO existieren inzwischen schlüssige Konzepte, deren Umsetzung wissenschaftlichen Kriterien genügen muss. Die Häufigkeit und die Art der in klinischen Studien verwendeten PRO variieren abhängig vom untersuchten Krankheitsbild. Im Kontext von HTA wird die Notwendigkeit zur Erfassung von PRO wahrgenommen, bei fehlenden Daten wird Forschungsbedarf formuliert. BACKGROUND: “Patient-Reported Outcome“ (PRO) is used as an umbrella term for different concepts for measuring subjectively perceived health status e. g. as treatment effects. Their common characteristic is, that the appraisal of the health status is reported by the patient himself. In order to describe the informative value of PRO in Health Technology Assessment (HTA) first an overview of concepts, classifications and methods of measurement is given. The overview is complemented by an empirical analysis of clinical trials and HTA-reports on rheumatoid arthritis and breast cancer in order to report on type, frequency and consequences of PRO used in these documents.METHODS: For both issues systematic reviews of the literature have been performed. The search for methodological literature covers the publication period from 1990 to 2009, the search for clinical trials of rheumatoid arthritis and breast cancer covers the period 2005 to 2009. Both searches were performed in the medical databases of the German Institute of Medical Documentation and Information (DIMDI). The search for HTA-reports and methodological papers of HTA-agencies was performed in the CRD-Databases (CRD = Centre for Reviews and Dissemination) and by handsearching the websites of INAHTA member agencies (INAHTA = International Network of Agencies for Health Technology Assessment). For all issues specific inclusion and exclusion criteria were defined. The methodological quality of randomized controlled trials (RCT) was assessed by a modified version of the Cochrane Risk of Bias Tool. For the methodological part information extraction from the literature is structured by the report’s chapters, for the empirical part data extraction sheets were constructed. All information is summarized in a qualitative manner. RESULTS: Concerning the methodological issues the literature search retrieved 158 documents (87 documents related to definition or classification, 125 documents related to operationalisation of PRO). For the empirical analyses 225 RCT (rheumatoid arthritis: 77; breast cancer: 148) and 40 HTA-reports and method papers were found. The analysis of the methodological literature confirms the role of PRO as an umbrella term for a variety of different concepts. The newest classification system facilitates the description of PRO measures by construct, target population and the method of measurement. Steps of operationalisation involve defining a conceptual framework, instrument development, exploration of measurement properties or, possibly, the modification of existing instruments.Seven out of 59 RCT analysing the effects of antibody therapy for rheumatoid arthritis define PRO as the pri-mary endpoint, 38 trials utilize composite measures (ACR, DAS) and ten trials report clinical or radiological parameters as the primary endpoint. Six out of 123 chemotherapy trials for breast cancer define PRO as the primary endpoint, while 98 trials report clinical endpoints (survival, tumour response, progression) in their primary analyses. Discrepancies in the number of trials result from inaccurate specifications of endpoints in the publications. This distribution is reflected in the HTA-reports: while almost all reports on rheumatoid arthritis refer to PRO, this is only the case in about half of the reports on breast cancer. CONCLUSIONS: s definition and classification of PRO are concerned, coherent concepts are found in the literature. Their operationalisation and implementation must be guided by scientific principles. The type and frequency of PRO used in clinical trials largely depend on the disease analysed. The HTA-community seems to pursue the utilization of PRO proactively – in case of missing data the need for further research is stated. DISCUSSION: Concerning clinical outcomes as well as cost-effectiveness, there is a lack of high quality studies. Clinical effectiveness and safety as well as cost-effectiveness of bariatric procedures in the short- and medium-term course are agreed on, but long-term evaluations that focus not exclusively on weight loss, but also on comorbidities and patient relevant outcomes such as quality of life, are needed. Also within the economic views are missing long-term evaluation particularly for the German health care system. CONCLUSION: Based upon the available literature the short- and medium-term effectiveness of bariatric procedures on weight loss, comorbidities, e. g. diabetes, and mortality can be assumed and also seems to be cost-effective. No recommendation can be given with respect to the choice of a certain bariatric procedure or to the selection of particular groups of patients.
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Ziel der Studie: Arzt-Bewertungsportale im Internet möchten Patienten bei der Suche nach dem richtigen Arzt Hilfestellung geben. Im Rahmen dieser Untersuchung wird gezeigt, welche Bewertungsportale derzeit im deutschsprachigen Raum vorhanden sind und ob diese qualitativ höheren Ansprüchen genügen. Methodik: Nach einer Internet-Recherche wird aufgezeigt, welche Bewertungsportale der deutschen Bevölkerung zur Verfügung stehen, um sich über die Qualität von Ärzten zu informieren. Anschließend wird deren Bewertungs- bzw. Empfehlungssystem vorgestellt und analysiert. Ein durchgeführter Test zeigt, wie umfangreich die Datenbanken der Portale und wie viele Empfehlungen bei den einzelnen Portalen bislang vorhanden sind. Abschließend wird anhand von Qualitätskriterien untersucht, ob die Portale geeignet sind, eine gute Arztpraxis identifizieren zu können. Ergebnisse: Nach der Ermittlung der Arzt-Bewertungsportale im deutschsprachigen Internet wurde eine Reihung nach den häufigsten Treffern vorgenommen. Anschließend wurde gezeigt, welche Portale derzeit über wie viele Arzt-Bewertungen verfügen. Die qualitative Betrachtung der Portale ermöglichte die Erstellung einer Rangfolge bezüglich des Umfangs der Bewertungssysteme der einzelnen Portale. Die definierten Qualitätsparameter einer guten Arztpraxis fragen die Portale sehr unterschiedlich ab; die errechneten Abdeckungsgrade variieren zwischen 9 und 46%. Die Qualität der einzelnen Bewertungssysteme stellte sich also als sehr unterschiedlich heraus. Bestehende Maßnahmen zur Verhinderung des Missbrauchs sind noch nicht ausreichend. Schlussfolgerung: Die Fragenkataloge zur Bewertung eines Arztes unterscheiden sich von Portal zu Portal sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht erheblich. Beim Vergleich mit definierten Qualitätskriterien ergab sich, dass die Portale derzeit nur eingeschränkt in der Lage sind, Hilfestellung zur Identifikation einer guten Arztpraxis liefern zu können. Für eine fundierte Entscheidungshilfe müssen weitere Qualitätsbereiche integriert werden.
Transparenz in der ambulanten Gesundheitsversorgung: Patienten auf der Suche nach einem „guten Arzt“
  • Gerd Marstedt
  • G Marstedt
Ein Patienten-TüV für Ärzte — Bewertungsportale als innovatives Steuerungsinstrument des Gesundheitsrechts
  • Mario Martini
Qualitätsberichte deutscher Krankenhäuser und Qualitätsvergleich von Einrichtungen des Ge sundheitswesens aus Versichertensicht
  • Max Geraedts
  • M. Geraedts
Zulässigkeit von personenbezogenen Bewertungsplatt formen - Die “Spickmich”-Entschei dung des BGH vom 23.6
  • Georgios Gounalakis
  • Catherine Und Klein
Zur datenschutzrechtlichen Zulässigkeit von Bewertungsportalen - am Beispiel des AOK-Arztnavigators. VuR
  • Lukas Gundermann