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Physiologische Potentiale der Langlebigkeit und Gesundheit im evolutionsbiologischen und kulturellen Kontext - Grund- voraussetzungen für ein produktives Leben

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Physiologische Potentiale der Langlebigkeit und Gesundheit im evolutionsbiologischen und kulturellen Kontext - Grund- voraussetzungen für ein produktives Leben

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1 Altern aus der Sicht der Evolutionsbiologie Warum altern wir? Warum müssen wir sterben? Warum ist es für viele Men- schen heute möglich, 80 Jahre alt zu werden, aber nur wenige werden 100, und fast niemand 120 Jahre alt? In der grundlegenden Tatsache des Alterns und Sterbens unterscheiden sich Menschen nicht von anderen Tierarten. Die durchschnittlichen Lebensspannen sind im Tierreich sehr unterschiedlich. Es besteht kein Zweifel daran, daß dies wesentlich durch Erbfaktoren bestimmt ist. Hinweise hierfür geben Zellkulturen von verschiedenen Spezies. Normale Zellen von langlebigen Arten teilen sich häufiger und erhalten die Zellfunktionen länger aufrecht als Zellen von kurzlebi- gen Arten. Einige Tierarten sterben bereits nach ihrer ersten Fortpflanzung einen zeitlich sehr genau synchronisierten Tod, der genetisch vorprogrammiert zu sein scheint. Das gilt z.B. für den pazifischen Lachs, den Oktopus und die männliche australische Beutelmaus. Die meisten Arten pflanzen sich aber immer wieder bis zu ihrem Lebensende hin fort. Menschenfrauen können hingegen ihr Fortpflan- zungsalter um Jahrzehnte überleben. Wie kommt es zu dieser Vielfalt? Wie und warum sind wir Menschen so geworden, wie wir sind? Keine Menschenaffenart hat je die gegenwärtige Lebenserwartung des Men- schen erreicht. Nur höchst selten wird ein Menschenaffe einmal 50 Jahre alt. Daran kann auch die beste Pflege und der Einsatz der neuesten tiermedizinischen Kenntnisse nichts ändern. Wir altern also langsamer als unsere nächsten Ver- wandten im Tierreich. Können uns Evolutionsbiologie und die Evolutionsge- schichte des Menschen helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen?

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... Über die Veränderung "einfacher" Lebensweisen (ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen, eingeschränkter Alkoholkonsum, körperliche Aktivität) lässt sich eine deutliche Reduzierung der Mortalität und wahrscheinlich auch eine Gesunderhaltung im Sinne einer Vorbeugung bzw. eines Aufschubs von Krankheit und Behinderung erreichen (zur Übersicht siehe [26]). Historisch gesehen ist diese gesellschaftliche Aussicht völlig neu, dass Privilegierte in den Ländern der "Ersten Welt" ein hohes Lebensalter erreichen und gleichzeitig ihr präventives Potential für die Realisierung eines "optimalen Alterns" [2] ausschöpfen können. ...
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Physical activity is a vital pre-condition for healthy aging and well-being. While the association between objective and subjective health in old age has extensively been investigated, the relationship between objective motor competence—the capability of mastering motor demands in everyday life adequately by using motor resources optimally—and subjective health-related quality of life has not been studied yet. In an interdisciplinary study, 168 active seniors (36 men) at the mean age of 67 (range: 59–89) underwent a test battery assessing motor resources and two objective domains of everyday life motor competence—“Perceiving and Reacting” and “Mastering Complex Situations”. Subsequently, participants rated their mental, physical, social, functional health and life satisfaction by questionnaire. Motor competence domains were age-dependent; the strongest decrease was found for “Mastering Complex Situations”. Only “Mastering Complex Situations” was predicted by motor resources: competent seniors in this domain were faster in motor activity, simple reactions, body movements following acoustic and optic signals, and showed a stronger handcraft and a higher mobility. Overall, health-related quality of life was contingent upon motor competence: physical and functional health and—to a lesser extent—mental health and life satisfaction showed a systematic but moderate relationship to both motor competence domains. The results emphasize the significance of age-compatible and everyday life-adjusted physical activity for the well-being of elderly persons. Even active elderly persons show deficits in motor competence and should be trained, taking into account individual resources and flaws.
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Aus biologischer Perspektive verläuft die Entwicklung der menschlichen Spezies heute so erfolgreich wie noch nie zuvor. Niemals lebten mehr Menschen auf der Erde und noch nie erreichten soviele Menschen ein so hohes Alter wie heute. In der Geschichte der Menschheit war immer die verfügbare Nahrung der wesentliche Faktor, der das Wachstum der Populationen begrenzte. Die Menschen waren in der Vergangenheit nicht immer so erfolgreich wie heute, die Ressourcen der Erde zu ihren eigenen Zwecken zu nutzen. Die Menschheit vermehrt sich mit atemberaubender Geschwindigkeit weiter. Die Ressourcen sind aber begrenzt. Wir plündern die Kontinente aus, geben immer mehr fruchtbares Land durch ungünstige Bewirtschaftung der Erosion preis, so daß es für unabsehbar lange Zeit nicht mehr für die Erzeugung von Nahrungsmitteln genutzt werden kann.
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In den vergangenen Jahrzehnten stieg die Lebenserwartung in Deutschland stark an. In die Gesamtlebenserwartung geht die Sterblichkeitsentwicklung aller Altersgruppen ein. Diese nahm zwischen 1959/60 bis 1993/95 um 6,8 Jahre bei Männern auf 73,5 Jahre und bei Frauen um 7,9 Jahre auf 79,8 Jahre zu (Deutscher Bundestag 1998).
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Die Schwierigkeit einer eindeutigen und allgemein verbindlichen Definition von Pflegebedürftigkeit wird in vielen Referaten zum Thema festgestellt und häufig beklagt. Obwohl die Definitionsproblematik damit als hinreichend bekannt vorausgesetzt werden kann, bildet sie den Ausgangspunkt der Überlegungen im 2. Abschnitt. Es sei aber bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß den Leser keine ermüdende Exegese vielfältiger Konnotationen der im einschlägigen Schrifttum vorzufindenden Definitionsversuche des Phänomens Pflegebedürftigkeit erwartet. Vielmehr werden, im Sinne einer ersten Annäherung an die Gesamtproblematik und um die sich im 3. Abschnitt anschließende Charakterisierung von Pflegebedürftigkeit vorzubereiten, einige Aspekte der Multidimensionalität und des prozeßhaften Charakters des Phänomens Pflegebedürftigkeit aufgezeigt. Im 4. Abschnitt erfolgt dann die Spezifikation und kritische Diskussion der verschiedenen Determinanten von Pflegebedürftigkeit. Die Intention ist hierbei, auf der Makroebene annäherungsweise jenen „Problemdruck“ aufzuzeigen, der den unterschiedlichen sozialpolitischen Handlungsbedarf in den im Rahmen des PflEG-Projektes untersuchten Ländern in der Vergangenheit mehr oder weniger bestimmt (hat) oder in Zukunft noch (mit-)bestimmen wird.
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Zusammenfassung. Mit dem neu entwickelten Fragebogen zum Multiplen Gesundheitsverhalten (MGV-39) wurde das Spektrum habituellen gesundheitsbezogenen Verhaltens einer studentischen Stichprobe erfasst. Die erhobenen 39 Verhaltensbereiche wiesen eine gute interne Konsistenz auf, was die Bildung eines Summenscores (MGV) erlaubte. In einer Hauptkomponentenanalyse liesen sich die 39 Verhaltenskategorien auf sechs Dimensionen reduzieren: Aktive Lebensgestaltung, Compliance, Substanzvermeidung, Sicherheitsorientierung, Ernahrung und Hygiene. Der MGV-39 erwies sich als sensitiv fur Geschlechtsunterschiede; das in der Literatur beschriebene Defizit von Mannern in der Compliance, Substanzvermeidung, Sicherheitsorientierung und Hygiene (sowie im MGV) konnte repliziert werden. In einem weiteren Schritt wurde der Zusammenhang zwischen MGV und Vulnerabilitat aus einer Geschlechterperspektive beleuchtet. Die Ergebnisse eines additiven hierarchischen Regressionsmodells wiesen auf, dass hoheres Alter, weibliches Geschlecht...
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Aging is associated with decline in a multitude of cognitive processes and brain functions. A growing body of literature suggests that decline in cognitive functioning of older adults can be reduced through memory training and physical activity. The purpose of this article was to examine the hypothesis that physical activity enhances cognitive functioning, to summarize the cross-sectional and intervention research in this area, and to discuss potential mechanisms underlying the cognitive improvement. Finally, some suggestions for future research are outlined.
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