Quecksilber und Autismus: Zunehmende Beweise?

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Abstract
Die Ursachen für Autismus und neuronale Entwicklungsstörungen sind unbekannt. Anscheinend sind genetische und umweltbedingte Risikofaktoren beteiligt. Aufgrund des beobachteten Anstiegs von Autismusfällen in den letzten Jahrzehnten parallel zu einer steigenden Quecksilber- belastung wurde vermutet, Autismus könne teilweise durch Quecksilber hervorgerufen werden. Wir überprüften die Beweislage für diesen Zusammenhang. Verschiedene epidemiologische Studien fanden eine Korrelation zwischen einer Quecksilberbelastung durch Thimerosal, einem Konservierungsmittel für Impfstoffe, und einem Risiko für Autismus, andere bestätigten dieses nicht. Kürzlich wurde bekannt, dass autistische Kinder während der Schwangerschaft einer höhe- ren Quecksilberbelastung aus dem Zahnamalgam und aus Impfungen der Mutter mit Thimerosal enthaltenden Immunoglobulinen ausgesetzt waren. Hinzu kam die Hypothese auf, dass autisti- sche Kinder eine verringerte Entgiftungskapazität aufgrund genetischer Polymorphismen aufwei- sen könnten. In vitro hemmen Konzentrationen von Quecksilber und Thimerosal, wie sie einige Tage nach einer Impfung auftreten, die Methioninsynthetase (MS) um 50 %. Ein normales Funktio- nieren von MS ist entscheidend für biochemische Schritte, die für die Hirnentwicklung, die Auf- merksamkeitsleistung und für die Produktion von Glutathion notwendig sind, einem wichtigen antioxidativen und entgiftenden Agens. Bei Mäusen, die anfällig für Autoimmunerkrankungen sind, führen wiederholte Gaben von Thimerosal zu Verfallserscheinungen des Neuroverhaltens, in vitro zu gesteigertem oxidativen Stress und zu sinkendem intrazellularen Gehalt an Glutathion. Autistische Kinder weisen signifikant verringerte Konzentrationen an reduziertem Glutathion auf. Vielversprechende Behandlungen schließen daher die Quecksilberentgiftung von und ergänzen- de Gaben der mangelnden Metaboliten ein.
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— Einführung
Die Fallzahlen von Autismus-Spektrum-Störungen (ASD),erstmals
1943 bei 11 Kindern des Jahrgangs 1930 beschrieben, sind welt-
weit angestiegen (1, 2,3, 4).Quecksilber ist in allen Formen neu-
rotoxisch,besonders während der Hirmentwicklung (5, 6). Daher
nehmen einige Autoren an, dass das gesteigerte Auftreten von
Autismusfällen durch die weltweit gestiegene Quecksilber-
belastung aus industriellen Quellen, über Fisch, durch Amalgam
(7) und zusätzlich durch die gestiegene Belastung der Eltern mit
Thimerosal (Natrium (2-ethylmercurithio)benzoat) hervorgerufen
wird.Dieser Stoff wurde erstmals 1931 von Eli Lilly zur Konservie-
rung von Impfstoffen eingeführt (1,2, 8).
Vornehmlich in den USA ist Autismus weit verbreitet und stieg von
5 Fällen auf 60 unter 10.000 Kindern nach der Einführung von 3
zusätzlichen,Thimerosal enthaltenden Impfungen für Neugebo-
rene in frühen 90-iger Jahren,während zur selben Zeit in Ländern
mit weit geringerer Verbreitung von Autismus wie Dänemark
oder Deutschland Thimerosal in den Impfstoffen verringert wor-
den war.In Kalifornien stieg die Erkrankungsrate zwischen 1987
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Quecksilber und Autismus:
Zunehmende Beweise?
Joachim Mutter, Johannes Naumann,Rainer Schneider,Harald Walach und Boyd Haley
Die Ursachen für Autismus und neuronale Entwicklungsstörungen sind unbekannt.Anscheinend
sind genetische und umweltbedingte Risikofaktoren beteiligt. Aufgrund des beobachteten
Anstiegs von Autismusfällen in den letzten Jahrzehnten parallel zu einer steigenden Quecksilber-
belastung wurde vermutet, Autismus könne teilweise durch Quecksilber hervorgerufen werden.
Wir überprüften die Beweislage für diesen Zusammenhang. Verschiedene epidemiologische
Studien fanden eine Korrelation zwischen einer Quecksilberbelastung durch Thimerosal, einem
Konservierungsmittel für Impfstoffe, und einem Risiko für Autismus, andere bestätigten dieses
nicht.Kürzlich wurde bekannt,dass autistische Kinder während der Schwangerschaft einer höhe-
ren Quecksilberbelastung aus dem Zahnamalgam und aus Impfungen der Mutter mit Thimerosal
enthaltenden Immunoglobulinen ausgesetzt waren. Hinzu kam die Hypothese auf, dass autisti-
sche Kinder eine verringerte Entgiftungskapazität aufgrund genetischer Polymorphismen aufwei-
sen könnten. In vitro hemmen Konzentrationen von Quecksilber und Thimerosal, wie sie einige
Tage nach einer Impfung auftreten, die Methioninsynthetase (MS) um 50 %.Ein normales Funktio-
nieren von MS ist entscheidend für biochemische Schritte, die für die Hirnentwicklung, die Auf-
merksamkeitsleistung und für die Produktion von Glutathion notwendig sind, einem wichtigen
antioxidativen und entgiftenden Agens. Bei Mäusen, die anfällig für Autoimmunerkrankungen
sind,führen wiederholte Gaben von Thimerosal zu Verfallserscheinungen des Neuroverhaltens,in
vitro zu gesteigertem oxidativen Stress und zu sinkendem intrazellularen Gehalt an Glutathion.
Autistische Kinder weisen signifikant verringerte Konzentrationen an reduziertem Glutathion auf.
Vielversprechende Behandlungen schließen daher die Quecksilberentgiftung von und ergänzen-
de Gaben der mangelnden Metaboliten ein.
Korrespondenzadresse:
Joachim Mutter
Institute for Environmental Medicine and Hospital Epidemiology
University Hospital Freiburg
Hugstetter Str.55
79106 Freiburg,Germany
Phone: ++49-761-270-5489
Fax: ++49-761-270-5440
(E-mail:joachim.mutter@uniklinik-freiburg.de)
und 2002 um 634 %, was nicht Verschiebungen in der Interpreta-
tion von diagnostischen Kriterien, Migration oder einer gesteiger-
ten Genauigkeit bei der Diagnose zurückgeführt werden kann (3,
4, 9). Andere Entwicklungs- oder Verhaltensstörungen wie
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADD) oder Aufmerksamkeits-
Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHD) sind ebenfalls angestie-
gen, sodass jedes 6.Kind in den USA betroffen ist (10, 11).Relevant
ist, dass in den 90-iger Jahren Neugeborene bis zum Alter von 6
Monaten regulär einer Gesamtdosis von 187,5 µg Thimerosal
ausgesetzt wurden (12).
Die Situation scheint vergleichbar zu sein mit der Epidemie von
Akrodynie im letzten Jahrhundert, von der in einigen Industrie-
ländern 1 von 500 Kindern betroffen war.Nach Abschaffung eines
häufig genutzten Zahnpuders, das die Quecksilberverbindung
Kalomel (Hg2Cl2) enthielt, verschwand die Krankheit. Interes-
santerweise ist Kalomel eine der weniger toxischen Formen von
Quecksilber bei oraler Gabe,und Quecksilberchlorid (HgCl), eine
stärker toxische anorganische Quecksilberverbindung, wirkt in
vitro etwa 100 mal weniger giftig auf Neurone als Ethylqueck-
silber (13). 1953 wurde berichtet, dass eine Thimerosal enthalten-
de Impfung in einigen Fällen dem Auftreten von Akrodynie vor-
angegangen war (14).
Eine Empfehlung für die Abschaffung von Thimerosal in Impf-
stoffen wurde vom U.S.Public Health Service und der American
Academy of Paediatrics nicht vor 1999 herausgegeben.Ungeach-
tet dieser Empfehlung befürwortet das CDC (Center of Desease
Control and Prevention = US - Zentrum für Krankheitskontrolle
und -vorbeugung) Thimerosal enthaltende Impfstoffe gegen
Influenza und bei Wiederholungsimpfungen gegen Tetanus,und
selbst die WHO fördert die Anwendung von Thimerosal in
Impfstoffen in schwach- oder unterentwickelten Ländern (15).
Die Frage ist von öffentlichem Interesse, warum Thimerosal und
Zahnamalgam, die beide bis zu 50 % des giftigsten,nicht-radio-
aktiven Elementes (16) und, im Falle des Amalgam, zusätzlich
andere Schwermetalle (z.B. Zinn, Kupfer, Silber, Zink) enthalten,
seit 70 bzw. 170 Jahren unter Umgehung jeglicher toxikologi-
scher Prüfung durch die Behörden verwendet werden konnten.
Zu vermerken ist,dass bis heute keine kontrollierte, randomisier-
te Untersuchung hinsichtlich der Sicherheit von Amalgam oder
Thimerosal existiert. Eine derartige zukünftige Studie sollte die
Quecksilberbelastung während der Schwangerschaft und durch
Impfungen betrachten,da diese Belastungen in der Pathogenese
von Autismus eine kritische Rolle zu spielen scheinen (17, 18).
Weiterhin gibt es mit Ausnahme der von Mortada et al.(16) keine
einzige Untersuchung, in der der Gesundheitszustand von mit
Quecksilber belasteten Personen (durch Amalgam oder Thimero-
sal) mit dem niemals belasteter Kontrollen verglichen wird.Wie
die jüngste Debatte um bis jetzt unerkannte, schwere negative
Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie gezeigt hat, kann
das Fehlen einer präsumptiven, kontrollierten und randomisier-
ten Untersuchung zu falschen Schlussfolgerungen führen. Vor
diesem Hintergrund ist die Vermutung von Interesse,dass einige
Wissenschaftler von FDA, NIH und CDC möglicherweise von
Vertretern der Impfstoff- oder Zahnmetallhersteller beeinflusst
wurden (15, 20-24).
Trotz dieser Information folgerte das U.S. Institute of Medicine,
dass es keinen Zusammenhang zwischen Thimerosal und
Autismus gibt und dass keine weiteren Studien zur Abschätzung
eines solchen Zusammenhangs mehr durchgeführt werden soll-
ten (25). Das geschah trotz verschiedener biologischer Unter-
suchungen, aus denen hervorging, dass Thimerosal toxische
Eigenschaften hat, die es zu einem Hauptverdächtigen für die
neueste Autismusepidemie machen.Dagegen wurde keine biolo-
gische Untersuchung vorgelegt, die nicht starke toxische
Wirkungen von Thimerosal aufzeigte. Folglich ist die Frage ange-
messen, warum der CDC-Ausschuss eine Empfehlung gegen wei-
tere Untersuchungen ausspricht; und es muss betont werden, wie
wichtig es ist, entsprechend sorgfältig die Aufmerksamkeit auf
veröffentlichte und nicht veröffentlichte Daten zu richten und
entsprechende Interessenkonflikte zu vermerken.
TOXIKOLOGIE ......
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Summary
The causes of autism and neurodevelopmental disorders are
unknown. Genetic and environmental risk factors seem to be
involved.Because of an observed increase in autism in the last
decades, which parallels cumulative mercury exposure,it was
proposed that autism may be in part caused by mercury.We
review the evidence for this proposal.Several epidemiological
studies failed to find a correlation between mercury exposure
through thimerosal, a preservative used in vaccines, and the
risk of autism. Recently,it was found that autistic children had
a higher mercury exposure during pregnancy due to maternal
dental amalgam and thimerosal-containing immunoglobulin
shots. It was hypothesized that children with autism have a
decreased detoxification capacity due to genetic polymor-
phism. In vitro,mercury and thimerosal in levels found several
days after vaccination inhibit methionine synthetase (MS) by
50 %. Normal function of MS is crucial in biochemical steps
necessary for brain development,attention and production of
glutathione,an important antioxidative and detoxifying agent.
Repetitive doses of thimerosal leads to neurobehavioral dete-
riorations in autoimmune susceptible mice,increased oxidati-
ve stress and decreased intracellular levels of glutathione in
vitro.Subsequently,autistic children have significantly decrea-
sed level of reduced glutathione. Promising treatments of
autism involve detoxification of mercury, and supplementation
of deficient metabolites.
Abkürzungen
MTHFR Methylentetrahydrofolatreduktase
Hg Quecksilber
DMSA Dimercaptobernsteinsäure
DMPS Dimercaptopropansulfonsäure
MS Methioninsynthetase
ASD Autismus-Spektrum-Störungen
— Suchstrategie
Die medizinische Datenbank „Medline”wurde durchsucht unter
Verwendung der Literaturzitat-Suchmaschine „Ovid Techno-
logies”, Version rel 9.1.0 über den Zeitraum von 1966 bis zum
30.8.2005, wobei die Schlüsselwörter (mercur$ or thimerosal or
thimerosal or ethyl mercur$) und (autism or neurodevelopment$
or neurotoxic$ or autoimmun$) verwendet werden.Diese Suche
wurde durch die Literaturverzeichnisse wiedergewonnener
Artikel ergänzt. Wir führten eine multidisziplinäre Sichtung des
Materials durch verschiedene Wissenschaftler mit unterschied-
lichen fachlichen Ausrichtungen und Vorannahmen durch.
Geringere Quecksilbergehalte im Haar
autistischer Kinder trotz höherer Belastung?
Holmes et al. (17) und Hu et al.(26) fanden,dass der Quecksilber-
gehalt im ersten Haarschnitt von Säuglingen bei 94 autistischen
Kindern signifikant geringer war (etwa um das 8-fache) als bei
den 49 normalen Kindern der Kontrolle.Das kam unerwartet,da
die autistischen Kinder signifikant höher mit Quecksilber aus
Zahnamalgam der Mutter und durch Immunoglobulinimpfungen
während der Schwangerschaft belastet worden waren (17). Be-
trachtet man Kinder von Müttern mit 8 bis 15 Amalgamfüllungen,
war der Hg-Gehalt im Geburtshaar bei normalen Säuglingen um
das 12-fache höher als bei autistischen. Im Gegensatz zu dieser
iatrogenen Quecksilberbelastung in der Schwangerschaft wurde
von keiner Korrelation zwischen dem Fischkonsum der Mutter
und einem Autismusrisiko für ihre Kinder berichtet (17). Daher
wurde angenommen, dass bei autistischen Kindern das Queck-
silber während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt
nicht so effektiv aus dem intrazellulären Bereichen in das Blut
transportiert wird, sodass sich ein geringerer Quecksilbergehalt
im ersten Haarschnitt zeigt (17). Weitere Interpretationen der
Resultate von Holmes et al.wurden kürzlich diskutiert (18, 27,28).
Im Haar von 40 älteren autistischen Kindern fanden andere
Autoren erhöhte Gehalte an Quecksilber, Blei und Uran in
Vergleich zu 40 normalen Kindern der Kontrolle (29).Andere toxi-
sche Metalle wie Aluminium, Arsen, Cadmium oder Beryllium
zeigten keine Unterschiede (29).
Erhöhte Anfälligkeit,Belastung und
Toxikologie nach Quecksilbereinwirkung
Die Cystein- und Glutathionsynthese, beide entscheidend für die
natürliche Entgiftung von Quecksilber, sind bei autistischen
Kindern vermutlich aufgrund genetischer Polymophismen ver-
mindert (13, 30).Daher zeigen autistische Personen eine um 20 %
verminderte Plasmakonzentration an Cystein und eine um 54 %
verminderte Glutathionkonzentration, was u.a. ihre Fähigkeit
Metalle wie Quecksilber zu entgiften und auszuscheiden, beein-
trächtigt (13, 31).Das könnte zu höheren Hg-Konzentrationen z.B.
in Geweben des Nervensystem führen und bedingt darüberhin-
aus eine längere biologische Halbwertzeit im Körper autistischer
Kinder im Vergleich zu denen mit normalen Konzentrationen an
Cystein und Glutathion (13, 18).Wie bei einer Studie von Brad-
street und Kollegen (15, 32), durchgeführt mit 221 Autisten,
demonstriert wurde, zeigten geimpfte Autisten nach einer geeig-
neten Quecksilbermobilisierung durch DMSA eine 6-fach erhöhte
Ausscheidung des Metalls im Urin verglichen mit normalen
Kontrollpersonen. Interessanterweise gab es keine Unterschiede
bei Blei und Cadmium zwischen den Gruppen (15, 32).
Eine verzögerte Entgiftung von Quecksilber führt zu ernsten
Schädigungen bei Methylierungsreaktionen (wie der DNA-,RNA–,
Cobalamin-, Protein-, Phospholipid-, Histon- und Neurotrans-
mittermethylierung),was dann im weiteren die von Wachstums-
faktoren gesteuerte Entwicklung von Gehirn und Aufmerksam-
keitsleistung schädigt. Bei autistischen Erkrankungen und dem
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom ist die
Phospholipidmethylierung, eine entscheidende Reaktion für die
Aufmerksamkeit,beeinträchtigt (13). 10 Tage nach einer Impfung
erreicht laut einer in-vivo-Untersuchung (33) Ethylquecksilber
Konzentrationen,die in vitro zu einer über 50 %-igen Hemmung
der Methylierung führen (13,30). In-vitro-Untersuchungen konn-
ten außerdem zeigen,dass Thimerosal um das mehr als 100-fache
stärker in der Hemmung von solch essentiellen Methylierungs-
reaktionen wirkt als anorganische Hg-Verbindungen (30). Diese
wiederum sind um das 10-fache stärker wirksam als Blei bei der
Hemmung der Funktion neuronaler Mikrotubuli, die entschei-
dend ist für das Wachstum von Nerven und den Transport von
Neurotransmittern (34,35). Anorganische Hg-Verbindungen füh-
ren außerdem zu Wachstumshemmung und der Entblößung von
neuronalen Wachstumskegeln,indem eine anormale Anhäufung
von Tubulin ausgelöst wird (36).Dies konnte schon 15 min. nach
einer Belastung mit sehr geringen Konzentrationen anorgani-
scher Hg-Verbindungen festgestellt werden,Konzentrationen, die
um etwa das 100- bis 1000-fache geringer sind als die, die in
Gehirnen von Individuen mit Zahnamalgam oder der Alzheimer
Krankheit gefunden wurden (37). Diese Beobachtung passt zu
früheren Berichten, dass das Mikrotubuliprotein, Tubulin,in den
Gehirnen von Alzheimerpatienten durchschnittlich 80 % weniger
funktionsfähig ist als bei gesunden Kontrollpersonen gleichen
Alters (79), und dass diese Abnormität in den Gehirnen von
Ratten durch eine Belastung mit Quecksilberdampf ausgelöst
werden kann (80).
Experimentell konnte auch gezeigt werden,dass in vitro geringe
Thimerosalkonzentrationen,wie sie nach einer Impfung auftreten
können, Schädigungen der DNA und an Membranen sowie die
Apoptose bei menschlichen Neuronen auslösen (38). Humphrey
und Mitarbeiter (39) zeigten kürzlich in einer in-vitro-Studie,dass
diese Apoptose durch Mitochondrien vermittelt wird. Geno-
toxische Wirkungen wurden ebenfalls bei einer anderen in- vitro-
Untersuchung beobachtet (49). Auch scheinen Autistiker gene-
tisch stärker anfällig für die toxinbedingte Hemmung von
Methylisierungsprozessen zu sein (13). So tritt z.B. der Poly-
morphismus der Gene für Methylentetrahydrofolatreduktase
(MTHFR) häufiger bei autistischen Kindern auf (41). Folglich
wurde angenommen, dass etwa 15 % der Bevölkerung eine
erhöhte Anfälligkeit gegenüber Quecksilberbelastungen aufwei-
sen (15).
Untersuchungen an Affen zeigten, dass Ethylquecksilber, z.B. als
Quecksilberdampf,die Zellmembranen passiert und intrazellular
in anorganisches Quecksilber (Hg_+ ) umgewandelt wird, was
sich dann vorzugsweise im Gehirn und in den Nieren anreichert.
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Die intrazellulare Anreicherung aus Ethylquecksilber war höher
als aus Methylquecksilber, jedoch erwies sich die Beseitigungs-
rate als höher bei Ethylquecksilber (42).Keine Unterschiede ergab
die Toxikokinetik von Methylquecksilber im Vergleich mit
Thimerosal bei Tieren (43). Im Gegensatz dazu fanden sich bei
einer Untersuchung an jungen Mäusen nach einer Belastung mit
Methylquecksilber höhere Quecksilbergehalte in Blut, Hirn und
Nieren als nach Belastung mit Ethylquecksilber (44). Bei dieser
Untersuchung wurde eine Methylquecksilberverbindung ver-
wendet,die ca. 20-mal so giftig ist wie die in Fischen nachgewie-
sene Wirkung (37). Dennoch scheinen toxikokinetische Studien
von Mäusen und Affen aufgrund von Unterschieden im Stoff-
wechsel wohl kaum vergleichbar zu sein.So können Mäuse bei-
spielsweise, im Gegensatz zu Primaten grammweise Vitamin C,
ein starkes Antioxidans,produzieren, besonders unter Stress.
Pichichero et al. (33) argumentierten, dass Ethylquecksilber, das
mit Impfstoffen verabreicht wurde, schnell aus dem Blut elimi-
niert und mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Für diese Studie
wurden für die Messung des Quecksilbergehaltes im Blut ledig-
lich 33 Kinder im Alter von 2 Jahren und 6 Monaten herangezo-
gen, sodass möglicherweise Individuen mit beeinträchtigter
Quecksilberexkretion nicht beteiligt waren. Auch wurden die
Blutwerte Tage bis Wochen nach der Impfung gewonnen,wes-
halb Spitzenwerte gar nicht mehr erfasst werden konnten, und
die Quecksilberdosis war weit geringer als bei Impfungen ab
1990. Dennoch schlossen die Autoren - etwas schwach fundiert -
aus diesen Daten: „Diese Untersuchung bietet eine tröstliche
Rückversicherung über die Sicherheit von Ethylquecksilber als
Konservierungsmittel in Impfstoffen für Kinder” (33). Andere
haben bereits diese Untersuchung kritisiert (45) oder mögliche
Interessenkonflikte benannt (46). Eine frühere Studie an Kanin-
chen, denen Thimerosal mit radioaktivem Quecksilber injiziert
wurden, zeigte, dass von der 1. Stunde nach der Injektion an bis
zur 6. Stunde die Konzentrationen des radioaktiven Hg zu über 75
% sanken, während sie von der 2.Stunde nach der Injektion an bis
zur 6. Stunde signifikant in Hirn,Leber und Niere der Föten der
Tiere anstieg (81). Aus dieser letzten Studie geht in aller Deutlich-
keit hervor,dass ein schneller Abfall der Hg-Blutkonzentrationen
aus der Thimerosalinjektion einer Aufnahme durch andere
Organe des Körpers zugerechnet werden muss und nicht der
Ausscheidung. Von daher entbehren Folgerungen anderer zur
Sicherheit von Thimerosal,die auf einer kurzen Halbwertzeit der
Blutwerte basieren (33), der Logik.
Ungeachtet dessen führen, wie oben beschrieben, Quecksilber-
konzentrationen, wie sie 8 Tage nach einer Impfung gefunden
werden (33), zu einer Hemmung der Methioninsynthetase-
aktivität in vitro um 50 % (13, 30). Außerdem erwies sich nach
einer jüngsten Untersuchung Thimerosal als eine starke Hemm-
substanz für die Phagozytose bei mononuklearen Phagozyten,
wirksam schon bei geringen nanomolaren Konzentrationen (82).
Die Phagozytose ist der erste Schritt der Abwehr durch das ange-
borene Immunsystem, und daher kann angenommen werden,
dass durch Injektionen von Thimerosal wahrscheinlich das
Immunsystem von Kindern gehemmt wird,da sie lediglich über
das angeborene verfügen bis mit dem Älterwerden das erworbe-
ne Immunsystem aufgebaut wird.
Anders als Astrozyten oder Hepatozyten, sind Neurone nicht in
der Lage, Cystein zu synthetisieren, die bei der Synthese von
Glutathion das Tempo begrenzende Aminosäure (47). Deshalb
sind sie höchst empfindlich gegenüber der Quecksilbertoxizität,
da, wie oben erwähnt,Glutathion das intrazellulare Hauptagens
bei der Entgiftung von Quecksilber und Schwermetallen darstellt
(18). Bekanntermaßen dezimieren Thimerosal und anorganisches
Quecksilber intrazellulares Glutathion,woraus im Weiteren gestei-
gerter oxidativer Stress, neuronale Cytotoxizität und der Zelltod
resultieren (47-50).Die toxischen Wirkungen von Ethylquecksilber
scheinen mit denen vom Merthylquecksilber vergleichbar zu
sein, wie von James et al.(47) aufgezeigt wurde.
Von 13 Neugeborenen, die mit einem kutan anzuwendenden,
Thimerosal enthaltenden antiseptischen Mittel gegen Nabel-
schnurinfektionen behandelt wurden,starben 10 (83). Das Mittel
war weltweit bei Heranwachsenden und Erwachsenen angewen-
det worden, und es wurde von nur wenigen negativen Auswir-
kungen berichtet. Das zeigt in aller Deutlichkeit, dass Säuglinge
weitaus anfälliger für die Toxizität von Thimerosal sind als ältere
Menschen und stellt jede Entscheidung in Frage,diese Substanz
Säuglingen zu injizieren.
Autoimmunität und Inflammation
Eine autoimmune Pathogenese des Autismus, ausgelöst durch
bakterielle Antigene, Lebensmitteleiweiße und Quecksilber,
wurde von Vojdani et al. (51) vorgeschlagen. In Hirnproben aus
Autopsien von Autistikern war eine chronische Aktivierung von
Mikrogliazellen und Astrozyten nachweisbar, was auf Auto-
immunprozesse hinweist (52). Zu beachten ist, dass Quecksilber
ein starker Auslöser von Hapten vermittelten Autoimmunreak-
tionen (7, 16) ist,insbesondere bei wiederholten Gaben, was bei
Kindern ja der Fall ist,die iatrogen früh mit Quecksilber während
der Schwangerschaft (mütterliches Amalgam und Thimerosal)
und dann wieder, nach der Geburt durch Impfungen belastet
wurden. Bei autoimmun-empfindlichen Mäusestämmen führt
eine Impfung mit Thimerosal,die in Dosis und Zeitplan der pädi-
atrischen Impfpraxis in der USA von 2001 entspricht,zu schweren
neuropathologischen- und Verhaltensstörungen,die vergleichbar
mit Autismus sind (53). Nach einem vorläufigen Bericht dauern
die Autoimmunreaktionen auch noch lange an,wenn Quecksilber
schon nicht mehr nachgewiesen werden kann (54).Wichtig ist zu
beachten, dass die Thimerosaldosen,die in dieser Untersuchung
verabreicht wurden,weit geringer waren als die, die Neugebore-
ne in den frühen 90-iger Jahren in den USA erhalten haben.
Außerdem wurde gezeigt, dass das Risiko für eine Thimerosal-
sensitivierung bei Individuen mit einer Gendeletion der
Glutathion-S-Transferasen M1 und T1 erhöht ist (55). Kürzlich
wurde bei metallempfindlichen Mäusen nachgewiesen, dass
Thimerosal im Gegensatz zu Methylquecksilber zu einer starken
Autoimmunität führt (56, 57). Die Neurotoxizität von Glutamat
wird ebenfalls durch Quecksilber verstärkt (37). Interessanter-
weise wurde eine gesteigerte Zytotoxizität von Glutamat und
Gliazellaktivierung bei vielen neurodegenerativen Krankheiten
beschrieben. Als Randnotiz:Das Risiko für Multiple Sklerose, eine
andere Autoimmunerkrankung, könnte ebenfalls durch zusätzli-
che Impfungen mit Thimerosal enthaltenden Impfstoffen gegen
Hepatitis B verstärkt werden (58).
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Synergistische Toxizität und
die Rolle der Steroide
Untersuchungen in vitro weisen darauf hin,dass die Neurotoxizi-
tät von Quecksilber oder Thimerosal möglicherweise nicht nur
durch die jeweilige Quecksilberverbindung erhöht wird,sondern
auch durch Neomycin und Aluminiumhydroxid (auch in Impf-
stoffen verwendet) sowie durch Testosteron,während Östrogen
die giftige Wirkung vermindert (59). In einer weiteren Studie
konnte gezeigt werden,dass Östrogen die Toxizität von anorgani-
schem Quecksilber auf Neurone verringert (50). Diese Beobach-
tung könnte das Verhältnis von 4:1 bei betroffenen Jungen und
Mädchen bei Autismus erklären (60) und zu möglichen Therapien
führen. Auch wurde beobachtet, dass Blei eine pathogene Rolle
bei Autismus und neuronalen Entwicklungsstörungen spielen
könnte. Entsprechend führen Kombinationen von Blei und
Quecksilber in vitro zu einer synergistischen Steigerung der
Toxizität (61).
Epidemiologische Studien
Epidemiologische Studien und solche,die Quecksilbergehalte in
Blut und Urin analysieren, ohne genetische Anfälligkeitsfaktoren,
Autoimmunreaktionen und die Quecksilberbelastung während
der Schwangerschaft (Amalgam,Thimerosal) einzubeziehen,kön-
nen keine statistisch signifikanten Wirkungen aufdecken, selbst
wenn solche existieren.
Dennoch haben einige Studien eine Korrelation zwischen Queck-
silberbelastung und dem Autismusrisiko aufzeigen können.Unter
Nutzung von Daten aus dem Berichtssystem für negative Vorfälle
bei Impfungen (Vaccine Adverse Events Reporting System =
VAERS),Impfstoff-Sicherheitsdaten (Vaccine Safety Data = VSD),
dem Biologischen Überwachungs-Resumee des CDC und den
Datensätzen der U.S.Department of Education wurde eine signi-
fikante Korrelation zwischen dem Risiko für neuronale Entwick-
lungsstörungen und derjenigen kumulativen Thimerosaldosis für
die Eltern gefunden, die das von der EPA und der FDA festgesetz-
te Maximum für die erlaubte, tägliche orale Aufnahme von
Methylquecksilber übersteigt (11- bis 150-fach) (11,21, 62-65).
Bei einer ersten Analyse („Generation-Null-Analyse”) der Vaccine
Safety Datalink-Dateien haben Vertraeten et al. für einen Monat
alte Kinder mit höchster Quecksilberbelastung im Vergleich zu
Kindern ohne Belastung einen signifikanten Anstieg des Autis-
musrisikos beschrieben (66). In den Analysen von vier anschlie-
ßenden, gesonderten Generationen, bei denen Kinder ohne
Thimerosalbelastung und mit weniger als zwei Polioimpfungen
ausgeschlossen wurden, verschwand die statistische Signifikanz
(21, 22,66).Nach einem vorläufigen Bericht scheint das Auftreten
von Autismus bei den Amish, die die Impfung ihrer Kinder ver-
weigern, sehr gering zu sein im Vergleich zum allgemeinen
Vorkommen der Krankheit in den USA (67). Allerdings könnten
auch andere kulturelle, verhaltens- oder umweltbedingte
Faktoren diese Tatsache erklären.
Epidemiologische Untersuchungen in Dänemark (69-71) und
Großbritannien (68) fanden keinen Zusammenhang zwischen
Thimerosal enthaltenden Impfstoffen und Autismus.Bei den mei-
sten dieser Arbeiten wurden keine Kontrollpersonen herangezo-
gen, die niemals einer Belastung durch Quecksilber ausgesetzt
gewesen waren (72).Auch wurde die Belastung der Mutter wäh-
rend der Schwangerschaft nicht erfasst.
Madsen et al. vergleichen die Anzahl neu verzeichneter Autismus-
fälle vor 1992, als Thimerosal enthaltende Impfstoffe genutzt wur-
den, mit der Anzahl nach 1992,nachdem solche Impfstoffe nicht
länger in Dänemark hergestellt wurden.Die Autoren beobachten
einen Anstieg der Autismusrate nach der Abschaffung von
Thimerosal und schließen daher,dass Thimerosal keine Rolle in
der Ätiologie von Autismus spielt (69).In diesem Zusammenhang
müssen einige wichtige methodische Fehler vermerkt werden:
1. Die Zählung der Autismusfälle basierte in der ersten Kohorte
auf Akten hospitalisierter, stationärer Patienten und wurde
dann in der Mitte der Untersuchungszeit (1995) dahingehend
geändert, dass Akten ambulanter Patienten mit eingeschlos-
sen wurden. Die behauptete Zunahme nach 1994 würde so
durch die Einbeziehung einer zusätzlichen Population von
Autistikern, die keine stationäre Unterbringung brauchen,
erklärbar.
2. Nach 1992 wurden im Register zusätzlich Patienten einer gro-
ßen Kopenhagener Klinik erfasst, eine Gruppe,die 20 % aller
Fälle in Dänemark umfasst. Vor 1992 waren Patienten dieser
Klinik nicht erfasst.
3. Nach 1993 wechselte die Diagnosekategorie von „Psychosis
proto-infantilis”, ICD-8 (Kodenr. 299) zu „Kindlicher Autismus”,
ICD-10. Ein anderes Papier,bei dem dasselbe Register stationä-
rer Patienten genutzt wird, berichtet, dass die Kategorie
„Psychosis proto-infantilis” Fälle stationärer Patienten ein-
schließt, die nicht den Kriterien für Autismus entsprechen (73).
4. Häufig waren die Kinder bei der Aufzeichnung der Fälle zwi-
schen 7 und 9 Jahre alt,die meisten älter als 4. Doch nach den
Diagnosekriterien für Autismus, sollte der Ausbruch per
Definition vor dem dritten Lebensjahr erfolgen. Der weitest
verbreitete Ansatz zur Beurteilung von Autismus tendiert
dazu,das Geburtsjahr als Erkrankungszeit anzusehen.
5. In einer anderen, jüngst durchgeführten Studie berichten
Madsen et al. (74), dass die Autismusrate in Dänemark für
Kinder,die zu Beginn der 90-iger Jahre geboren wurden,bei 6
auf 10.000 gelegen hat. Sie ist damit im Vergleich zu der in den
USA im gleichen Zeitraum sehr niedrig (12). Madsen et al.
berichten ebenfalls von Fallzahlen bei stationären Patienten
mit „Psychosis proto-infantilis”von vor 1993 als weit unter 1 Fall
auf 10 000 liegend (69). Diese geringe Rate würde der einzigen
statistischen Erhebung von Dänemark über Autismusfälle
widersprechen, in der eine Rate von mehr als 4 pro 10.000 ab
dem Beginn der 50-iger Jahre angegeben wurde (75).
6. In den USA gab es bei hoher Prävalenz von Autismus zusätzli-
che Störfaktoren, nicht jedoch in Dänemark: Zwischen 1970
und 1992 war die einzige Impfung im Säuglingsalter bis zu 5
Monaten eine einmalige gegen Keuchhusten.In den USA wur-
den zu Beginn der 90-iger Jahre Kinder vor dem fünften
Lebensmonat mehrfach Impfstoffdosen gegen Diphtherie,
Keuchhusten, Polio, Hepatitis B und Haemophilus influenza
(Hib) ausgesetzt. Außerdem wurden in Dänemark Frauen in
der Schwangerschaft keine Thimerosal enthaltende Rho-D-
......TOXIKOLOGIE
.....57
umwelt·medizin·gesellschaft | 19 | 1/2006
Immunoglobuline verabreicht, was das Risiko für die
Entwicklung von Autismus verringert haben könnte (17).
Die epidemiologischen Arbeiten, die das Fehlen einer kausalen
Verbindung zwischen Thimerosal und Autismus zu unterstützen
scheinen, sind demnach nicht schlüssig oder mit methodologi-
schen Fehlern oder Ungereimtheiten befrachtet.Sie unterstützen
keine Argumentation, dass Thema ruhen zu lassen.Die Sachlage
erfordert eher gemeinsame Anstrengungen, die in Frage stehen-
den Punkte zu klären. Unterdessen, in Anbetracht des Fehlens
wirksamer Behandlungsmöglichkeiten für Autismus,könnte man
hier dargestellte Hinweise für eine experimentelle Behandlungs-
methode nutzen.
—Vielversprechende Behandlungen
von Autistikern
Nach vorläufigen Ergebnissen ist jetzt die Chelatierung von
Schwermetallen die Therapie, die von der „Ideenfabrik Autismus”
der Defeat Autism Now Foundation („Besiege-Autismus-Jetzt-
Stiftung”) bevorzugt wird.Die Stiftung betrachtet Autismus jetzt
als heilbare Krankheit, was auf beobachtete Umschwünge bei der
Diagnose zahlreicher Kinder nach solcher Behandlung gründet
(76). Verstärkte Entgiftung durch Überdruck-Sauerstoff-Therapie
und transdermale Anwendung von Dimercaptopropansulfon-
säure (DMPS) scheinen nach Buttar (77) und Harch (78) wirkungs-
volle Behandlungsmöglichkeiten für Autisten zu sein.Außerdem
legen vorläufige Ergebnisse nahe, dass eine Substitution mit
Metaboliten wie Methylcobalamin, S-Adenyl-Methionin und
Tetrahydrofolat,die für die intrazellulare Glutathionsynthese und
die Methylierung wichtig sind und an denen es autistischen
Kindern aufgrund genetischer Disposition und Quecksilber-
belastung mangelt, zu einer Besserung der Symptome bei etwa
80% der betroffenen Kinder führt (13, 31). Weiterhin können
diese Agenzien bei autistischen Kindern die Blutkonzentrationen
von Glutathion und Cystein normalisieren (31).
— Schlussfolgerungen
Zusammen genommen scheinen all die oben erwähnten Fakten
aus experimentellen, klinischen und teilweise aus epidemiologi-
schen Untersuchungen aufzuzeigen, dass wiederholte Queck-
silberbelastungen während der Schwangerschaft (durch
Thimerosal und Zahnamalgam) und nach der Gebuhrt durch
Thimerosal enthaltende Impfstoffe für genetisch bedingt anfälli-
ge Individuen einen potentiell pathogenen Faktor für Autismus
darstellen. Andere Metalle und Noxen - teilweise präsent in
Impfstoffen - und die hormonelle Situation können zusammen
mit Quecksilber synergistisch wirken. Das wurde nicht offiziell
bestätigt. Deswegen ist es geboten, weitere Untersuchungen zu
diesem Thema mit fundierter Methodik und unbeeinflusst von
wirtschaftlichen, professionellen oder politischen Interessen
durchzuführen.In Anbetracht der weit verbreiteten Nutzung von
Quecksilber in medizinischen Produkten hat selbst eine geringe
Häufigkeit pathologischer Nebenwirkungen signifikante Aus-
wirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Von daher ist es im
Sinne der Vorbeugung geboten sowohl in industrialisierten wie in
Entwicklungsländern den Gebrauch von Quecksilber in medizini-
schen Produkten zu vermeiden.
Danksagungen
Harald Walach und Rainer Schneider wurden unterstützt vom
Samueli Institut. Joachim Mutter erhielt Unterstützung durch die
Stiftung Natur und Umwelt der Landesbank Baden-Württemberg,
Stuttgart, und die Stiftung Viamedica,Freiburg.
(Die zu Grunde liegende Originalarbeit „Mercury and Autism:
Accelerating Evidence”erschien in Neuroendocrinology Letters 2005;
26(5): 431-436.Die hier vorliegende autorisierte und erweiterte Über-
setzung besorgte Dr.Michaela Deu.)
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60 ..... umwelt·medizin·gesellschaft | 19 | 1/2006
ERRATUM
Beim Beitrag „Erhöhte Blut-Blei-Werte durch Verwendung von
Keramiktrinkgefäßen” in der umw-med-ges 18(4): 289-290
wurde einem der Autoren leider ein falscher Vorname zuge-
schrieben. Richtig ist Prof.Edmund Maser.
Wir bitten vielmals um Entschuldigung (Red.).
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
  • Article
    Reported rates of autism have increased sharply in the United States and the United Kingdom. One possible factor underlying these increases is increased exposure to mercury through thimerosal-containing vaccines, but vaccine exposures need to be evaluated in the context of cumulative exposures during gestation and early infancy. Differential rates of postnatal mercury elimination may explain why similar gestational and infant exposures produce variable neurological effects. First baby haircut samples were obtained from 94 children diagnosed with autism using Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4th edition (DSM IV) criteria and 45 age- and gender-matched controls. Information on diet, dental amalgam fillings, vaccine history, Rho D immunoglobulin administration, and autism symptom severity was collected through a maternal survey questionnaire and clinical observation. Hair mercury levels in the autistic group were 0.47 ppm versus 3.63 ppm in controls, a significant difference. The mothers in the autistic group had significantly higher levels of mercury exposure through Rho D immunoglobulin injections and amalgam fillings than control mothers. Within the autistic group, hair mercury levels varied significantly across mildly, moderately, and severely autistic children, with mean group levels of 0.79, 0.46, and 0.21 ppm, respectively. Hair mercury levels among controls were significantly correlated with the number of the mothers' amalgam fillings and their fish consumption as well as exposure to mercury through childhood vaccines, correlations that were absent in the autistic group. Hair excretion patterns among autistic infants were significantly reduced relative to control. These data cast doubt on the efficacy of traditional hair analysis as a measure of total mercury exposure in a subset of the population. In light of the biological plausibility of mercury's role in neurodevelopmental disorders, the present study provides further insight into one possible mechanism by which early mercury exposures could increase the risk of autism.
  • Article
    Full-text available
    In this study, we evaluated doses of mercury from thimerosal-containing childhood immunizations in comparison to US Federal Safety Guidelines and the effects of increasing doses of mercury on the incidence of neurodevelopment disorders and heart disease. This study showed that children received mercury from this source in excess of the Federal Safety Guidelines for the oral ingestion of methylmercury. Our analyses showed increasing relative risks for neurodevelopment disorders and heart disease with increasing doses of mercury. This study provides strong epidemiological evidence for a link between mercury exposure from thimerosal-containing childhood vaccines and neurodevelopment disorders.
  • Article
    Context Mercuric compounds are nephrotoxic and neurotoxic at high doses. Thimerosal, a preservative used widely in vaccine formulations, contains ethylmercury. Thus it has been suggested that childhood vaccination with thimerosal-containing vaccine could be causally related to neurodevelopmental disorders such as autism. Objective To determine whether vaccination with a thimerosal-containing vaccine is associated with development of autism. Design, Setting, and Participants Population-based cohort study of all children born in Denmark from January 1, 1990, until December 31, 1996 (N = 467 450) comparing children vaccinated with a thimerosal-containing vaccine with children vaccinated with a thimerosal-free formulation of the same vaccine. Main Outcome Measures Rate ratio (RR) for autism and other autistic-spectrum disorders, including trend with dose of ethylmercury. Results During 2 986 654 person-years, we identified 440 autism cases and 787 cases of other autistic-spectrum disorders. The risk of autism and other autistic-spectrum disorders did not differ significantly between children vaccinated with thimerosal-containing vaccine and children vaccinated with thimerosal-free vaccine (RR, 0.85 [95% confidence interval {CI}, 0.60-1.20] for autism; RR, 1.12 [95% CI, 0.88-1.43] for other autistic-spectrum disorders). Furthermore, we found no evidence of a dose-response association (increase in RR per 25 µg of ethylmercury, 0.98 [95% CI, 0.90-1.06] for autism and 1.03 [95% CI, 0.98-1.09] for other autistic-spectrum disorders). Conclusion The results do not support a causal relationship between childhood vaccination with thimerosal-containing vaccines and development of autistic-spectrum disorders.
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    Amalgam, welches weltweit seit 150 Jahren als Zahnfllmateri- al verwendet wird, besteht aus etwa 50 % elementarem Queck- silber und einer Mischung aus Silber, Zinn, Kupfer und Zink. Aus fertigen Amalgamfllungen werden kontinuierlich kleine Men- gen an Quecksilberdampf freigesetzt. Amalgam trgt dabei sig- nifikant zur menschlichen Quecksilberbelastung bei. Quecksil- ber kann in Organen, insbesondere im Gehirn akkumulieren, da die Bindung zu Proteinen strker als die von anderen Schwer- metallen (z. B. Blei, Kadmium) ist. Im Gehirn werden Halb- wertszeiten von 1 - 18 Jahren angenommen. Quecksilber gilt als eines der giftigsten nichtradioaktiven Elemente. Es bestehen Hinweise darauf, dass Quecksilberdampf strker neurotoxisch wirkt als Methyl-Quecksilber aus Fisch. Neuere Publikationen weisen auf das Risiko von Nierenschdigungen, neuropsycholo- gischen Beeintrchtigungen, Induktion von Autoimmuner- krankungen oder Sensibilisierungen, gesteigerte oxidative Be- lastung, Autismus, Haut- und Schleimhautreaktionen und unspezifische Beschwerden durch Amalgamexposition hin. Auch die Alzheimer-Erkrankung oder die Entwicklung einer MS wird z. T. mit einer Quecksilberexposition in Zusammen- hang gebracht. Es bestehen, mglicherweise erblich bedingt oder erworben, unterschiedliche interindividuelle Empfind- lichkeiten zur Entstehung von negativen Effekten durch Amal- gambelastungen. Quecksilbermessungen in Biomarkern sind aufgrund fehlender Korrelation zu den Quecksilberkonzentra- tionen in den Organen nur bedingt zur Abschtzung der Queck- silberbelastung der kritischen Organe geeignet. Wegen metho- discher Mngel sind manche Amalgamstudien in ihren Aussagen nur bedingt verwertbar. Eine Amalgamentfernung Abstract
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    KEY FINDINGS A large percentage of diagnosed autism cases are lost from the Danish registry each year. In the ten years preceding 2000, 815 cases were lost, more than the 710 remaining in the registry in 2000. The vast majority of those lost cases would represent older children in the 2000 registry. Since the relative risk of the Hviid study is based on finding fewer older thimerosal-exposed children than younger unexposed children, the validity of their conclusion exonerating thimerosal in autism is questionable. More likely, the finding is a result of missing records rather than true lower incidence rates among the exposed group. Another approach to analyzing the trend data that avoids the above methodological bias by comparing same-age groups, has found a 2.3 times higher number of autism cases among 5-9 year olds exposed to thimerosal relative to 5-9 years old given thimerosal-free vaccines. Using this methodology, the incidence among the unexposed group is approximately 1 in 1,500, which is much lower than the US and UK rates. The incidence of autism in the thimerosal group is estimated to be 1 in 500, similar to US and UK rates, and 3 times higher than the unexposed group. The Denmark registry has a number of inconsistencies and has experienced large changes to its record keeping practices over the years, making trend analysis difficult. Interpretation of the data is subject to bias which may be hard to detect. Analysis of this data set should be conducted by independent researchers unconnected with the promotion of vaccine programs.
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    Large autism epidemics have recently been reported in the United States and the United Kingdom. Emerging epidemiologic evidence and biologic plausibility suggest an association between autistic spectrum disorders and mercury exposure. This study compares mercury excretion after a three-day treatment w ith a n o ral c helating a gent, m eso-2,3- dimercaptosuccinic acid (DMSA), in children with autistic spectrum disorders and a matched control population. Overall, urinary mercury concentrations were significantly higher in 221 children with autistic spectrum disorders than in 18 normal controls (Relative Increase (RI)=3.15; P < 0.0002). Additionally, vaccinated cases showed a significantly higher urinary mercury concentration than did vaccinated controls (RI=5.94; P < 0.005). Similar urinary mercury concentrations were observed among matched vacci- nated and unvaccinated controls, and no association was found between urinary cadmium or lead concentrations and autistic spectrum disorders. The observed urinary concentrations of mercury could plausibly have resulted from thimerosal in childhood vaccines, although other environmental sources and thimerosal in Rh (D) immune globulin administered to mothers may be contributory. Regardless of the mechanism by which children with autistic spectrum disorders have high urinary mercury concentrations, the DMSA treatment described in this study might be useful to diag- nose their present burden of mercury.
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    Concentrations of heavy metals, including mercury, have been shown to be altered in the brain and body fluids of Alzheimer's disease (AD) patients. To explore potential pathophysiological mechanisms we used an in vitro model system (SHSY5Y neuroblastoma cells) and investigated the effects of inorganic mercury (HgCl2) on oxidative stress, cell cytotoxicity, beta-amyloid production, and tau phosphorylation. We demonstrated that exposure of cells to 50 microg/L (180 nM) HgCl2 for 30 min induces a 30% reduction in cellular glutathione (GSH) levels (n = 13, p<0.001). Preincubation of cells for 30 min with 1 microM melatonin or premixing melatonin and HgCl2 appeared to protect cells from the mercury-induced GSH loss. Similarly, 3-(4,5-dimethylthiazol-2-yl)-2,5-diphenyltetrazolium bromide (MTT) cytotoxicity assays revealed that 50 microg/L HgCl2 for 24 h produced a 50% inhibition of MTT reduction (n = 9, p<0.001). Again, melatonin preincubation protected cells from the deleterious effects of mercury, resulting in MTT reduction equaling control levels. The release of beta-amyloid peptide (Abeta) 1-40 and 1-42 into cell culture supernatants after exposure to HgCl2 was shown to be different: Abeta 1-40 showed maximal (15.3 ng/ml) release after 4 h, whereas Abeta 1-42 showed maximal (9.3 ng/ml) release after 6 h of exposure to mercury compared with untreated controls (n = 9, p<0.001). Preincubation of cells with melatonin resulted in an attenuation of Abeta 1-40 and Abeta 1-42 release. Tau phosphorylation was significantly increased in the presence of mercury (n = 9, p<0.001), whereas melatonin preincubation reduced the phosphorylation to control values. These results indicate that mercury may play a role in pathophysiological mechanisms of AD.