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Keineswegs ein Märchen aus Tausend und einer Nacht – Replik auf Kai Arzheimers Kommentar zu meinem Aufsatz „Passt die Türkei zur EU und die EU zu Europa? Eine Mehrebenenanalyse auf der Basis der Europäischen Wertestudie“

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Abstract

Zusammenfassung Die Ergebnisse meiner Studie zur Akzeptanz von EU-Grundprinzipien in der Türkei und in der EU sowie die gelieferten Erklärungsmodelle für Einstellungsunterschiede zweifelt Kai Arzheimer in diesem Heft an. Dass die Befunde, die auf Sekundäranalysen der Europäischen Wertestudie beruhen, keinesfalls als „Märchen“ abzutun sind, wie Arzheimer durch seine Fragestellung im Titel andeuten will, werde ich in meiner Antwort auf seinen Kommentar belegen. Vielmehr sind sie Hinweis darauf, dass es noch bedeutende Einstellungsdifferenzen zwischen der Türkei und der EU im Hinblick auf die Unterstützung von EU-Grundprinzipien wie Religionsfreiheit und Gleichberechtigung gibt, während gleichzeitig die türkische Öffentlichkeit die Demokratie und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit unterstützt. In einem Mehrebenenmodell, das sowohl den kulturellen Kontext als auch den Modernisierungsgrad einbezieht, wurden die Gründe für eine eventuelle Sonderstellung der Türkei überprüft.

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Wirft man einen Blick auf die Publikationen zur empirischen Sozialforschung, so lässt sich schnell erkennen, dass international vergleichenden Arbeiten in den letzten Dekaden stark an Bedeutung gewonnen haben. Neben einer ganzen Reihe von Einzelprojekten sind es vor allem die groß angelegten, nationenübergreifenden Studienreihen wie der World Values Survey, das International Social Survey Programme oder die Eurobarometer und die Central and Eastern Eurobarometer, die zu einer Vielzahl empirischer Analysen die internationale Datenbasis liefern. Die Thematik der verschiedenen Arbeiten deckt ein breites Spektrum ab, das von Politik über Fragen der sozialen Differenzierung bis Religion reicht (Gabriel/Brettschneider 1994; Hradil/Immerfall 1997; Zulehner/Denz 1993). Im Anspruch variieren sie von eher explorativen Erkundungen der Gemeinsamkeiten und Differenzen verschiedener Gesellschaften (Ashford/Timms 1995) bis hin zum Versuch dezidierter Theorie-Tests durch länderübergreifende Datenanalysen (Inglehart 1997). Und was die Analysetechniken anbelangt, so finden sich anschauliche uni- und bivariate Betrachtungen genau so, wie statistisch anspruchsvolle multivariate Modellberechnungen.
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Zusammenfassung Ob die Trkei zur EU und die EU zu Europa passen, wird an Hand der Einstellungen zu den EU-Grundprinzipien Religionsfreiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit gemessen. Als Datengrundlage dient die Europische Wertestudie 2000. Trotz mitunter beachtlicher Varianzen innerhalb der Einstellungen der (EU-)Europer weist ein durchgefhrter Lndermittelwertvergleich auf eine deutliche Randstellung der Trkei im europischen Reigen hin. Um die Unterschiede aufzuklren, werden in einer Mehrebenenanalyse folgende zwei Annahmen auf der Lnder-und Individualebene berprft: Nach der Kulturhypothese sollte die Zustimmung zu den Prinzipien der EU mit dem Anteil der Muslime im Land und mit der individuellen Religiositt der Menschen sinken. Nach der Modernisierungshypothese sollte die Zustimmung zu den Prinzipien der EU mit dem Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf und mit dem Bildungsgrad und der Urbanisierung der Menschen steigen. Beide Hypothesen konnten sowohl auf der Lnder-als auch auf der Personenebene im Wesentlichen bewahrt werden. Ein Vergleich der relativen Effektstrken auf der Lnderebene ergab, dass der Modernisierungseffekt in Bezug auf die Untersttzung von Religionsfreiheit und Demokratie mehr als doppelt so stark ist wie der Einfluss vom Muslimanteil. In Bezug auf die Untersttzung der Gleichberechtigung ist allerdings der Muslimanteil im Land erklrungskrftiger.
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Here is the completely updated and greatly expanded new edition of a classic reference source--the comprehensive overview of the world's largest religion in all its many versions and in both its religious and secular contexts. Now in two volumes, the Encyclopedia presents and analyzes an unmatched wealth of information about the extent, status, and characteristics of twentieth-century Christianity worldwide. It takes full account of Christianity's ecclesiastical branches, subdivisions, and denominations, and treats Christianity in relation to other faiths and the secular realm. It offers an unparalleled comparative study of churches and religions throughout the modern world. This new edition features a vast range of new and previously unpublished data on the current global situation of Christianity, on religion in general, and on the political, demographic, economic, and social characteristics of the world's cultures and peoples in 238 countries. Each volume is filled with essential information, from historical surveys of denominations to country-by-country profiles of churches and believers. The text sets the current status of Christianity into a rich historical context, and assesses current trends and future directions. Many tables, charts, diagrams, photographs, a directory of names and organizations, a glossary, index, and other features ensure accessibility for specialists and non-specialists alike.
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Die Europäische Union hat sich inneralb von wenigen Jahren von 15 auf 25 Mitgliedsländer erweitert und wird die Anzahl der Länder in den nächsten Jahren weiter ausdehnen. Passen die neuen Länder kulturell zum Selbstverständnis der EU oder führt die Erweiterung zu einer kulturellen Überdehnung? Die Untersuchung beschreibt auf der Basis der Auswertung von Umfragedaten die kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern und versucht, die Unterschiede in den Werteorientierungen der Bürger zu erklären.
Europäische Werte – Passt die Türkei kulturell zur EU?, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg
  • Gerhards
  • Jürgen
Forschungsgebiete: International vergleichende Werte-und So-zialforschung
  • Wuermeling
  • Frederike
  • M A
  • Soziologie
Wuermeling, Frederike, 1979, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln. Forschungsgebiete: International vergleichende Werte-und So-zialforschung, Europäische Integration, sozialer Wandel, Demokratieforschung, Veröffentlichung: Passt die Türkei zur EU und die EU zu Europa? Eine Mehrebenen-Analyse auf der Basis der Europäischen Wertestudie, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie S 59, 2007.
Europäische Werte – Passt die Türkei kulturell zur EU?, in: Bundes-zentrale für politische Bildung (Hrsg.), Aus Politik und Zeitgeschichte
  • F Wuermeling Gerhards
  • Jürgen
F. Wuermeling Gerhards, Jürgen, 2004: Europäische Werte – Passt die Türkei kulturell zur EU?, in: Bundes-zentrale für politische Bildung (Hrsg.), Aus Politik und Zeitgeschichte. Ausgabe B38/2004. Bonn: bpb, 14-20.
Kampf der Kulturen – Die neugestaltung der Weltpolitik im 21
  • Huntington
  • P Samuel
Huntington, Samuel P., 1998: Kampf der Kulturen – Die neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. München/Wien: Europa Verlag.
Passt die Türkei zur EU und die EU zu Europa? Eine Mehrebe-nenanalyse auf der Basis der Europäischen Wertestudie
  • Wuermeling
  • Frederike
Wuermeling, Frederike, 2007: Passt die Türkei zur EU und die EU zu Europa? Eine Mehrebe-nenanalyse auf der Basis der Europäischen Wertestudie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59: 185-214.
Modernisierung und Postmodernisierung - Kultureller, wirtschaftlicher und politischer Wandel in 43 Gesellschaften
  • Ronald Inglehart
Inglehart, Ronald, 1997: Modernisierung und Postmodernisierung – Kultureller, wirtschaftlicher und politischer Wandel in 4 Gesellschaften. Frankfurt a. M./New York: Campus.
Detlev (Hrsg.), Vergleichende politikwissenschaft-liche Methoden Multilevel Analysis. An Introduction to Basic and Advanced Multilevel Modeling
  • Ulrich Rosar
  • Pickel
  • Susanne
  • Pickel
  • Gerd
  • Lauth
Rosar, Ulrich, 2003: Die Einstellungen der Europäer zum Euro. Ein Anwendungsbeispiel der Mehrebenenanalyse als Instrument komparativer Umfrageforschung, in: Pickel, Susanne/ Pickel, Gerd/Lauth, Hans-Joachim/Jahn, Detlev (Hrsg.), Vergleichende politikwissenschaft-liche Methoden. neue Entwicklungen und Diskussionen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Snijders, Tom A. B./Bosker, Roel J., 2003: Multilevel Analysis. An Introduction to Basic and Advanced Multilevel Modeling. London: Sage. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), 2005: Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutsch-land. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.
Europäische Werte - Passt die Türkei kulturell zur EU?
  • Jürgen Gerhards