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Es gibt nach allen vorliegenden wissenschaft- lichen Erkenntnissen Hinweise darauf, dass elektromagnetische Felder gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen - Eine Entgegnung

Authors:
Sind ätiopathogenetisch unterschiedliche
Erkrankungen durch EMF auslösbar?
Eikmann und Herr schreiben:
„So bleibt schwer verständlich, wie so ätiopathogenetisch absolut
unterschiedliche Erkrankungen, wie z.B.der Herzinfarkt, Leukämien
oder Morbus Alzheimer,in ihrer Verursachung oder Mitverursachung
auf eine Einwirkung von EMF zurückgeführt werden sollen.Von den
bisher bekannten Wirkungsmechanismen und bekannten verursa-
chenden Faktoren kann dieses jedenfalls nicht gefolgert werden.”
Diese Darstellung ist zu ergänzen:
Im Einfluss der Hochfrequenzstrahlung wurde eine verminderte
Superoxiddismutase-Aktivität und in Folge eine Erhöhung des
Malondialdehyd-Levels gefunden.In der Medizin ist bekannt,dass
ein erhöhter Malondialdehyd-Level ein Risikofaktor für Herzin-
farkt ist (STOPCZYK Z.et al.2002).
Ein Wissenschaftlerteam der University of Ottawa konnte darstel-
len, wie durch Magnetfelder die Lebensdauer Freier Radikale ver-
längert wird (SCAIANO et al. 1994).
Bereits in früheren Jahren vertrat Silny die Ansicht,dass Freie Ra-
dikale in ihrer Lebensdauer verlängert werden, wenn die Dauer
einer Halbwelle einer elektromagnetischen Schwingung mit der
Halbwertszeit des Freien Radikals übereinstimmt (SILNY 1998).
In der Medizin ist bekannt: Freie Radikal-Wirkungen sind Risiko-
faktoren für Herzinfarkt, Alzheimer und Tumoren (z.B. auch SCHO-
LE & LUTZ 1988).
Lai und Singh konnten experimentell zeigen,dass hochfrequente
elektromagnetische Felder mit Leistungsflussdichten, wie beim
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Es gibt nach allen vorliegenden wissenschaft-
lichen Erkenntnissen Hinweise darauf,
dass elektromagnetische Felder gesundheitliche
Beeinträchtigungen hervorrufen
- Eine Entgegnung
Ulrich Warnke
In dem Artikel „Der Freiburger Appell - ein neuer Aspekt in der öffentlichen Diskussion über elek-
tromagnetische Felder - Eine kritische Stellungnahme aus umweltmedizinisch-wissenschaftlicher
Sicht” kommen die Autoren Eikmann und Herr zu dem Schluss, dass elektromagnetische Felder
(EMF) innerhalb der derzeitig gültigen Grenzen keine gesundheitlichen Auswirkungen - so wie im
Freiburger Appell geschildert - haben können. Wörtlich: „Es gibt nach allen vorliegenden wissen-
schaftlichen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass EMF diese angegebenen Symptomatiken oder
Erkrankungen hervorrufen.” (EIKMANN & HERR 2003).
Diese Aussage ist strittig - ihr stehen eine große Anzahl ernstzunehmender und verantwortungs-
voller Aussagen anerkannter Wissenschaftler entgegen, von denen einige im Folgenden zitiert
werden.
Kontakt:
Ulrich Warnke
Fak 8,4
Universität des Saarlandes,
Lehrstab Technische Biomedizin, Umweltmedizin,Präventivbiologie
Postfach 151150
66041 Saarbrücken
warnke@mx.uni-saarland.de
Mobilfunk in der Lage sind,DNA zu schädigen. Durch Melatonin
war diese Zerstörung aufzuhalten. Dies weist wiederum auf die
elektromagnetische Beeinflussung Freier Radikale hin, denn
bekanntlich ist Melatonin ein potenter Fänger freier Radikale (LAI
& SINGH 1997).
Außerdem fand Lai neurologische Dysfunktionen im Einfluss der
Strahlung durch schnellen Untergang von Nervenzellen, da die
DNA der Neuronzelle eine sehr geringe Reparaturmöglichkeit
besitzt und auch - außer Gliazellen - geringe Tumorentwicklung
zeigt (LAI 1998).
Eine Studie des Department of Environmental and Radiological
Health Sciences, USA fand, dass der Melatoninspiegel sich bei
Handytelefonierern bei Gesprächslängen über 25 Minuten deut-
lich absenkt (BURCH et al. 2002).
Eine Studie des Department of Human Genetics and Molecular
Medicine, Israel fand nicht-thermale gentoxische Effekte im Ein-
fluss der Strahlung des Mobilfunks (MAESHEVICH et al. 2002).
In der Medizin ist bekannt, dass die Schädigung der DNA ein Risi-
kofaktor für Tumoren ist.
Die wissenschaftlich einwandfreie Studie von Salford stellt fest
und bestätigt damit die Arbeiten von Liburdy (1995), dass die
Bluthirnschranke im Einfluss von elektromagnetischer Hoch-
frequenzstrahlung durchlässig wird bei Leistungsflussdichten,
wie sie beim Mobilfunk auftreten. Die Folge sind geschädigte
Neurone.
In der Medizin ist bekannt, dass geschädigte Neurone Alzheimer-
Symptome hervorrufen und dass Neuron-Zelltod mit Alzheimer
assoziiert ist (SALFORD et al. 2003).
Zitat Salford am 5.2.2003 in BBC:„Die Strahlung von Mobiltele-
fonen kann bei einigen Menschen die Entstehung von Alzheimer-
Erkrankungen beschleunigen, dass eine ganze Generation von
Handy-Nutzern nach jahrelanger häufiger Nutzung bereits im
mittleren Alter unter negativen Effekten leiden könnte.”
(www.konsuminfo.ch/getarticles.asp?article_id=10524&ref=4)
Zitat Adlkofer (Koordinator des europaweiten REFLEX-Projektes,
Stiftung VERUM):
„Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische
Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern. Unsere
Ergebnisse haben jetzt das Gegenteil gezeigt.Veränderungen am
Erbgut führen in der Regel zu Krebs”. (zit.am 1.9.2003 im „Münch-
ner Merkur”, www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/
forschung/302.176485.html)
Zitat Kolb (Institut für Biophysik der Universität Hannover):
„Nach ersten Ergebnissen wissen wir sicher,dass es unter Einfluss
von Magnet- und Hochfrequenzfeldern zu Schäden an der DNS
kommt und dass Stressproteine produziert werden”. (zit. nach
„Süddeutsche Zeitung” vom 7.08.2003, www.sueddeutsche.de/
panorama/artikel/881/15866)
Schon sehr lange ist in der Wissenschaft das „Mikrowellensyn-
drom der Funkfrequenzkrankheit”eine medizinische Realität. Zu
den Hauptsymptomen, die bereits vor 1932 veröffentlicht wur-
den,zählen:
1.Asthenisches- oder Erschöpfungssyndrom: Müdigkeit,Reizbar-
keit,Kopfschmerzen,Übelkeit,Appetitlosigkeit;
2.Dystonisch kardiovaskuläres Syndrom: Herzrhythmus-Störun-
gen und arterielle Blutdruckstörungen;
3.Dienzephalisches Syndrom: Ermüdung,Schlaflosigkeit, Störun-
gen der Sinne (z.B.auch SCHLIEPHAKE 1932, HORN et al 1934,
DÄNZER et al 1938).
———————— I s t der Anstieg von Leukämien
bei Kindern nicht verifizierbar?
Eikmann und Herr: „weder ein Anstieg oder gar ein dramatischer
Anstieg von Leukämien bei Kindern kann also auf der Basis dieser
Daten und ihrer Bewertung verifiziert werden, noch könnte er auf
eine Exposition von elektromagnetischen Feldern zurückgeführt
werden.”
Diese Darstellung ist zu ergänzen:
Laut Untersuchung von British Cancer Research Campaign (BRI-
TISH CANCER RESEARCH CAMPAIGN 2001):
In den vergangenen 45 Jahren sind die Kinderkrebsraten stufen-
weise angestiegen.Die durchschnittliche Zunahme pro Jahr liegt
zwischen 1% und3 %. Gehirntumoren entstehen derzeit um 36 %
häufiger,als in den 50er Jahren. Die lymphoblastische Leukämie
ist um mehr als 33 % gestiegen. Keimzellentumoren haben sich
im Untersuchungszeitraum 1954-1998 verdoppelt.
Im Juni 2001 hat die der WHO angehörende Internationale Krebs-
forschungsbehörde (IARC) in Lyon bekannt gegeben, dass
Magnetfelder im ELF-Bereich als potentielles Krebsrisiko anzuse-
hen sind (Einordnung in Stufe B) )(IARC 2001).
Vorausgegangen war ein intensives Studium der wissenschaft-
lichen Literatur durch unabhängige Wissenschaftler.Man konsta-
tierte ein signifikant erhöhtes Risiko für Leukämieerkrankungen
und Gehirntumoren bei Kindern ab Magnetfeldinduktionen von
>> 0,4 µT.Diese dem Bericht zugrunde liegenden Leukämiefälle
bei Kindern waren offensichtlich in den Krebsstatistiken nicht auf-
fällig und dennoch derart brisant, dass eine Veröffentlichung
durch IARC unumgänglich erschien.
Das heißt, das von den Autoren verwendete Argument,man kön-
ne aus den Statistiken nichts Auffälliges herauslesen, ergibt keine
Sicherheit.
Das Robert Koch Institut zeigt in seiner aktuellen Krebsinzidenz-
schätzung für Deutschland (Datenanforderung vom 18.2.2003) für
Leukämien eine jährliche Steigerungsrate von 1990-1998 (Ende
der Erhebungszeitraumes) (www.rki.de/servlet/DeuTrends).
Der offizielle Kommentar zum Krebsatlas der Bundesrepublik
Deutschland lautet bzgl. Elektromagnetischer Felder (EMF):
„In Übereinstimmung mit früheren Befunden (z.B.PRESTON-MAR-
TIN 1988, 1989) wurde im deutschen Teil der genannten interna-
tionalen Studie eine Risikoerhöhung bei Beschäftigung in elektro-
technischen Berufen gefunden, die mit einer Exposition gegen-
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über elektromagnetischen Feldern in Verbindung gebracht wer-
den kann (SCHLEHOFER et al. 1992).(...) In Bezug auf Hirntumoren
bei Kindern gibt es ebenfalls Befunde, die auf einen Zusammen-
hang mit einer Exposition gegenüber EMF hinweisen.Eine vor eini-
ger Zeit durchgeführte summarische Bewertung der bisher vor-
liegenden Einzelresultate kam zu einer statistisch sicherbaren
Risikoerhöhung (WASHBURN et al. 1994). Jüngst publizierte Stu-
dien konnten indessen einen solchen Zusammenhang nicht nach-
weisen (GURNEY et al.1996, PRESTON-MARTIN 1996).Generell ha-
ben die verfügbaren Studien die Schwäche, dass die gefundenen
Risikoerhöhungen gering sind und nicht auf genauen Expositions-
messungen beruhen. Ein Zusammenhang mit einer Exposition ge-
genüber elektromagnetischen Feldern ist daher schwer zu sichern”
(BECKER & WAHRENDORF 1998).
Die ECOLOG-Studie ergänzt bzgl.Zusammenhang Krebs und
EMF
„Fast alle Studien, bei denen das Krebs-Risiko insgesamt, ohne
Differenzierung nach Tumor-Form untersucht wurde, führten zu
Risiko-Faktoren über 1,das heißt, es wurden erhöhte Risiken für
Krebserkrankungen als Folge der Exposition nachgewiesen. Die
Hälfte der Studien erbrachte statistisch signifikant erhöhte Risiko-
Faktoren mit einem Maximalwert von 2.1, was einer Verdoppe-
lung des statistischen Risikos entspricht. Ein ähnliches Bild ergibt
sich bezüglich Tumoren des Nervensystems, vor allem Gehirn-
Tumoren.Hier liegt der Maximalwert für das relative Risiko bei 3.4.
Auch die Mehrzahl der Untersuchungen zum Auftreten von
Leukämie ergab erhöhte Risiken. Der höchste statistisch signifi-
kante Wert für das relative Risiko war 2.85”(NEITZKE et al. 2003,
HENNIES et al. 2000).
Zu Krebsfällen in der Umgebung von Sendern hochfrequen-
ter elektromagnetischer Felder (einige markante Hinweise,
unvollständig) bei Einhaltung der Grenzwerte
Laut Untersuchung gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwi-
schen der Hautkrebsrate und der Exposition zu hochfrequenten,
frequenzmodulierten Feldern von Sendern.Selbst Leistungsfluss-
dichten von niedrigen 30 µW/m2können nicht als sicher angese-
hen werden (HALLBERG & JOHANSSON 2002a).
„Laut Studie steigt das maligne Hautmelanom seit 1955 explosions-
artig an. Dieser Anstieg steht in Beziehung zu der Einführung von
hochleistungsfähigen Fernsehsendern. Diese Beziehung zur Aus-
breitung von Rundfunkstationen mit diesem Krebs gilt für Schweden,
Norwegen, Dänemark, Queensland in Australien und den USA.”
(HALLBERG & JOHANSSON 2002b).
Laut aktueller interner Studie von Claudio Gomez-Perretta, For-
schungszentrum, Universitätskrankenhaus La Fe, Valencia sind
Gehirntumoren und Leukämien gehäuft im Umfeld von
Rundfunk-/TV-Sendern und Radarstationen in Spanien (u.a.
Deklaration von Alcala vom 8.05.2002, Europa Press 15.02.2002,
www.heise.de, 22.02.2002, La Nueva Espana, Print-Ausgabe,
22.03.2002).
„Moosbrunn-Studie”(1993): Gehäuftes Auftreten psychoneuro-
vegetativer Symptome,wie Kopfschmerzen und Schwindel (HAI-
DER et al. 1993).
„Schwarzenburg-Studie” (1995): Radio-Kurzwellen führen zu
dosisabhängigen neurovegetativen Störungen, insbesondere
auch Schlafstörungen (5:1), Depressionen (4:1), Krebs (3:1), Dia-
betes (2:1), sowie Schwäche, Müdigkeit, Nervosität,Kopfschmer-
zen.Verminderte Melatoninausschüttung bei Kühen (nichtsignifi-
kant), die sich nach Abschalten des Senders wieder auf ein nor-
males Maß einpegelte (ABELIN et al. 1995).
„Sutra-Tower-Studie”,San Francisco Bay (1992): Erhöhte Krebs-
rate bei Kindern, besonders hoch innerhalb eines Radius von 1
Kilometer um den Sender auf dem Berg Sutra herum. Hoch-
signifikanter linearer Dosis-Wirkungs-Zusammenhang bei allen
Krebsarten und insbesondere bei Gehirntumoren (SELVIN et al.
1992).
„Hawaii-Studie” (1994): Erhöhung von Leukämiefällen bei Kin-
dern in der Nähe der Sendetürme von Radio Hawaii (MASKARI-
NEC et al. 1994).Fortsetzung einer früheren Studie von 1987,wo
in Honululu bei Anwohnern von TV-Sendetürmen erhöhte Krebs-
raten,auch Leukämie auftreten (DEPNER et al.1996).
„Nord-Sydney-Leukämie-Studie” (1996): signifikanter Anstieg
von Leukämiefällen bei Kindern und Erwachsenen und allgemei-
ner Sterblichkeit im Umfeld der Radio- und Fernsehsender (HOC-
KING 1996).
„Regional-TV-Sender-Studie, Großbritanien” (1997): steigen-
de Leukämiefälle (max. 9mal höher, als im Landesdurchschnitt)
bei Erwachsenen, die Fallzahlen nehmen mit der Entfernung vom
Sender ab (DOLK et al. 1997).
Cherry-Studie (2000): Kausaler Zusammenhang von Tumor-Fäl-
len, insbesondere Gehirn-Tumoren und Leukämie, und Anzahl der
aktiven Sender in Abhängigkeit der Distanz (CHERRY 1999).
Radio-Vatikan-Sender-Studie (2001): Kinderleukämie um
220% erhöht, ebenfalls Sterblichkeit an Erwachsenen-Leukämie
in einer 6 km Zone um den Sender (MICHELOZZI et al.2001).
In allen Studien waren Feldstärken und Leistungsflussdichten
unterhalb,teilweise weit unterhalb der Grenzwerte wirksam.
Wegen der Hinweise und des Verdachts der kausalen Beziehung
von Leukämie und Gehirntumoren bei Kindern einerseits und
Basisstationen andererseits wurden in Spanien und Portugal teil-
weise von den Behörden und auf richterlichen Beschluss zahlrei-
che Antennen in der Nähe von Schulen und anderen sensiblen
Orten demontiert. Die anhängigen Verfahren nehmen zu (u.a.lt. El
Dia de Cordoba, ABC,15.11.2002, Amtsblatt der Provinz Navarra
vom 14.05.2002).
Untersuchungen zu Wirkungen von Basisstationen des
Mobilfunks
Auffällig ist, dass es bis 2001 praktisch keine Untersuchungen
explizit zur Verträglichkeit von Basisstationen gab. Erst danach
wurden drei Untersuchungen veröffentlicht:
In Abhängigkeit der Entfernung vom Sender waren diverse Ge-
sundheitsstörungen, wie Nausea,Depression, Konzentrationsstö-
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rungen, Gedächtnisverlust und einiges mehr signifikant gehäuft
(SANTINI et al. 2002).
Kundi stellte eine signifikante Auslösung von Herz-Kreislaufpro-
blemen durch die Strahlung von Basisstationen fest (KUNDI 2002).
Eine weitere Studie der Universität Valencia stellt in der Region
Riberia Baixa bei Anwohnern rund um Mobilfunkbasisstationen
bei Leistungsflussdichten von ca.500 µW/m2 Kopfschmerzen und
Angststörungen fest (NAVARRO et al.2002).
Zu Mobifunk-Handy und Krebs (einige markante Hinweise)
Bzgl. Tumor und Mobilfunk waren die Studien bisher wider-
sprüchlich: In Tierversuchen gibt es Hinweise auf eine kanzeroge-
ne Wirkung von Feldern,wie sie beim GSM-Mobilfunk vorhanden
sind. Bei Gen-veränderten Mäusen (Krebs-Supressor Gen ausge-
schaltet) werden nach Bestrahlung von D- und E-Netz-Signalen,
täglich etwa 20 Minuten, nach 18-monatiger Exposition,2,4 mal
so häufig bösartige Tumoren erzeugt (REPACHOLI 1997, REPA-
CHOLI et al. 1997).
Insgesamt gibt es bezüglich Exposition von Hochfrequenz-Syste-
men und Krebs etwas weniger als 20 veröffentlichte Untersu-
chungen, von denen die Mehrheit positive Resultate erbracht hat
(KUNDI & HUTTER 2002).
Das Hirntumor-Risiko bei Menschen ist statistisch signifikant
erhöht (OR 1,09 bis 2,86) bei <0,1 W/m2bis 1 W/m2(HARDELL et
al.1999,2002).
Eine Wiederholung und Fortführung der Studie mit 1617 Hirn-
tumorpatienten im Alter von 20 bis 80 Jahren durch Hardell und
Nansson ergab prinzipiell gleiche Ergebnisse (HARDELL & NANS-
SON 2002). Mit Anstieg der Benutzer-Jahre steigt das Risiko signi-
fikant an. Zwei weitere Studien zeigen ebenfalls in Abhängigkeit
der Anzahl der Nutzungs-Jahre ein ansteigendes Risiko für
Gehirntumoren (Gliome) (MUSCAT et al. 2002, AUVINEN et al.
2002).
Tendenziell gleiches Ergebnis veröffentlichte eine Gruppe der
American Health Foundation in New York, wonach auf der Seite
des Kopfes, an die üblicherweise das Handy gehalten wird, das
Risiko für eine Tumorentwicklung erhöht ist. Darüber hinaus er-
gab sich das statistisch signifikante erhöhte Risiko für Tumorent-
wicklungen des Neuroepithels um den Faktor 2 bis 3 (MUSKAT et
al 2000).
Zu diesen Ergebnissen passen auch statistisch signifikant
Befunde aus dem Labor. Tice u.a. stellte fest, dass Mobilfunk-
strahlung auf Zellen mit Belastungswerten SAR 5W und 10W/kg
über 24 Stunden zu einer Verdreifachung einer Chromosomen-
anomalie führte. (TICE et al. 2002).
Goswami u.a., 1999 fanden in einer durch Motorola finanzierten
Studie,dass in einem Gen festgelegte Eigenschaften durch Mobil-
funkstrahlung verändert werden.Dabei wird das Proto-Oncogen
Fos durch die Bestrahlung mit 836 MHz in seiner Aktivität ver-
doppelt.Wird die Mikrowellenbestrahlung gepulst,wie beim digi-
talen Mobilfunk, werden 40% weiterer Aktivitätszunahme ver-
zeichnet (GOSWAMI et al.1999).
Bei SAR-Werten von 0,002 W/kg, das ist ein Tausendstel des der-
zeit erlaubten Höchstwertes, wurden in Versuchen bereits DNA-
Strang-Brüche gemessen (CHERRY 2002).
Chromosomenschäden (Aberrationen, Mikrokerne und Azentrik
in menschlichen Lymphozyten-Kulturen) treten im Leistungs-
flussdichte-Bereich des Grenzwertes für das D-Netz auf (GARAJ-
VRHOVAC et al. 1992).
Eine weitere Studie ist als Hinweis zu werten (Anfangsverdacht):es
besteht demnach ein erhöhtes Risiko (OR 3,3) für Handynutzer an
einem Augentumor zu erkranken (STANG 2001,STANG et al.2001).
Ursache ist möglicherweise die nachgewiesene Ausschüttung
von Hitze-Schock-Proteinen im Einfluss nichtthermischer elektro-
magnetischer Strahlung, die bei chronischer Aktivierung Krebs
und/oder Metastasen ergibt.
Die aktuelle Arbeit von Leszczynski u. a.bestätigt frühere Studien:
Nicht-thermische Aktivierung des Hitzestress-Proteins (hsp27/
p38MAPK) durch Mobilfunkstrahlung (900 MHz moduliert, 1
Stunde SAR < 2 W/kg). Laut Autoren besteht die Gefahr, dass
dadurch Störungen der Gehirntätigkeit und Gehirntumoren ent-
stehen (LESZCZYNSKI et al.2002).
George Carlo kommt in einer 6 Jahre-Studie im Auftrag der Mobil-
funk-Betreiber zum Ergebnis,dass Nutzer von Handys häufiger an
Gehirntumor sterben (www.health-concerns.org, AFP Agence
France Press 1999 und Medscape 31.7.2000)
Eine Nokia Patentschrift vom 28.7.1998 US Patent Office: (über-
setzt) „Es wurde dargestellt, dass Radio-Frequenz-Strahlung ein
Extra-Wachstum von unterstützenden Zellen im Nervensystem
stimuliert, was im schlimmsten Fall zu einer malignen Tumor-
Entwicklung führt.” (BATISTA 2002,Patent July 28,1998).
Zur Abklärung dieser Fragestellung wurde von der WHO und der
IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung, Lyon) das
Projekt Interphoneseit dem Jahr 2000 etabliert. Endgültige Ergeb-
nisse werden erst 2005 erwartet. (www.who.int/peh-emf/publica-
tions/reports/en/RCC_Minutes_2003.pdf).
———————— M ediziner und Organisationen
nehmen Stellung
Dass auch weitere verantwortungsbewusste Mediziner und
Behörden die Problematik hinsichtlich der Gesundheitsbeeinflus-
sung erkannt haben, zeigen folgende Äußerungen:
Die Bundesärztekammer fordert drastische Senkung der Grenz-
werte von Mobilfunkmasten, dies zusammen mit Wissenschaft-
lern des internationalen Mobilfunkkongresses in Salzburg (ALTPE-
TER et al. 2000).
Zitat Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und
Umwelt der Ärztekammer: Vorstandsmitglied Heyo Eckel,
„Es gibt gewichtige Hinweise aus Tierversuchen,dass die Strahlen
auch unterhalb der Grenzwerte schädigen.”
„Ich halte das (Verhalten des Bundesamts für Strahlenschutz) für
sorglos. Wir fordern das Amt auf, sich mit den seriösen wissen-
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schaftlichen Ergebnissen auseinander zu setzen” (www.
LifeScience.de,News Juli 2000).
Die Ärztekammer Niedersachsen (Kai Bogs) bezieht Stellung zu
Basisstationen (21.4.2002):„Die vorhandenen medizinischen und
biologischen Befunde zeigen, dass im Sinne einer vorbeugenden
Vorsicht es unumgänglich ist, sich am Minimierungsprinzip zu
orientieren.”(E-Mail zum Thema Mobilfunk und Gesundheit an I-
Omega).
Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (König) hat
am 30. Juli 2001 in Berlin Handybenutzer in großer Deutlichkeit
vor möglichen Risiken durch Mobiltelefone gewarnt.
Spätere Regresse werden dieses Datum als Deadline berücksich-
tigen müssen:
„Eltern sollten ihre Kinder möglichst von dieser Technologie fern
halten.” (www.heise.de newsticker 30.07.2001, ZDF-MSNBC
1.08.2001 und Reuters EPD,www.berlinonline.de,Bundesministe-
rium 2001: Hintergrundpapier zur Vorsorge vor möglichen ge-
sundheitlichen Gefahren von Mobilfunk www.bfs.de).
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen verweist auf wis-
senschaftliche Literatur,in der es zahlreiche Hinweise auf biologi-
sche Reaktionen und gesundheitliche Beeinträchtigungen durch
die Einwirkung elektromagnetischer Strahlung mit niedrigen,
nicht thermisch wirksamen Feldstärken unterhalb der bestehen-
den Grenzwerte gibt (LR NRW, Drucksachen 13/1833 sowie
13/2105 und 13/2415, Antwort auf die Kleinen Anfragen der Ab-
geordneten Volkmar Klein und Hubert Schulte vom 14.03.2002).
Die Landesregierung setzt sich dafür ein, effektive Vorsorgerege-
lungen einzuführen.
Die Umweltkommission der Deutschen Akademie für Kinder-
heilkunde und Jugendmedizin e.V. deklariert:
- Sprechzeiten so kurz wie möglich halten,
- Kinder und Jugendliche nur in Ausnahmesituationen Mobil-
telefone zur Nutzung überlassen,
- Hersteller sollen Angaben zur Emission sichtbar machen.
Zu Basisstationen:
- unfreiwillig eingegangene Risiken,
- dauerhafte Belastung,
- sehr viele Menschen betroffen (Multiplikatoren),
- keine Basisstationen in Nachbarschaft von Kindergärten,Schu-
len,Krankenhäusern,
ALARA-Prinzip (As low as reasonable achievable)
Salzburger Vorsorgewerte empfohlen: 1 mW/m2(Handy: oft
200.000 mW/m2) (DISU 2000).
Bericht der britischen Regierung
Im Mai 2000 hatten im Auftrag der britischen Regierung 12 unab-
hängige Wissenschaftler eine Empfehlung für die Bevölkerung
erarbeitet. Daraufhin wurde eine Warnung für die Benutzung
durch Kinder herausgegeben. Der britische Bildungsminister hat
veranlasst, dass alle Schulen in Großbritannien über die poten-
ziellen Gesundheitsrisiken für Kinder durch Mobilphone informie-
ren (STEWART-Report May 11, 2000: Mobile Phones,
www.iegmp.org.uk/Queries.htm).
Bericht der französischen Expertengruppe
Im Auftrag der Generaldirektion für Gesundheit des französi-
schen Ministeriums für Beschäftigung und Solidarität stellte die
Expertengruppe im Januar 2001 fest:
1. Die mittlere Exposition der Bevölkerung soll auf das niedrigste
mögliche Niveau abgesenkt werden,das mit der Technik noch
vereinbar ist.
2. Man sollte den Gebrauch des Mobiltelefons minimieren,insbe-
sondere bei schlechten Empfangsbedingungen.
3.Mobiltelefone sollen nicht am Bauch von Schwangeren und
nicht in unmittelbarer Nähe der Keimdrüsen von Heranwach-
senden und Erwachsenen getragen werden.
4. Hersteller sollen die Geräte auf niedrigste mögliche Emissionen
setzen.
5.Krankenhäuser, Kindertagesstätten und Schulen, die weniger
als 100 Meter von einer Mobilfunk-Basisstation entfernt sind,
sollten nicht im Hauptstrahl der Sendekeule liegen.
6. Telefondisplays sollen anzeigen,wie hoch die aktuelle Emission
des Handy während eines Gesprächs ist.
7.Messergebnisse aller Standorte von Basisstationen sollen von
der Bevölkerung im Internet abgerufen werden können (DIREC-
TION GÉNÉRALE DE LA SANTÉ 2001).
Keine wissenschaftlichen Hinweise darauf,
dass EMF die angegebene Symptomatik
hervorrufen kann?
Eikmann und Herr (S. 3):„Es fehlt jedenfalls für die Annahmen, die
dem Freiburger Appell zugrunde gelegt werden, und den daraus
gezogenen Schlussfolgerungen eine überzeugende empirisch wis-
senschaftliche Basis. Es gibt nach allen vorliegenden wissenschaft-
lichen Erkenntnissen keine Hinweise darauf,dass EMF diese angege-
benen Symptomatiken oder Erkrankungen hervorrufen kann.”
Dem muss widersprochen werden: Ich verweise auf sämtliche
oben zitierte Aussagen, soweit sie der wissenschaftlichen Litera-
tur entnommen wurden.
Die Systematik der Beeinträchtigungen, Störungen, Gefährdun-
gen bzw. Schädigungen durch elektromagnetische Hochfre-
quenz-Felder unterhalb der derzeitig propagierten Grenzwerte
ist ausreichend dargestellt: (Hinweise, starke und konsistente
Hinweise,tlw.laut ECOLOG-Institut 2000)
Gentoxische Effekte
Beeinflussung zellulärer Prozesse
Schwächung des Immunsystems (Westen: ab 100 µW/cm2,
Osten: niedriger)
• Beeinflussung des Zentralen Nervensystems (Westen: ab
50µW/cm2,Osten:niedriger)
Beeinträchtigung des Hormonsystems
Krebserkrankungen (Westen: ab 10 µW/cm2,Osten niedriger)
Infertilität und teratogene Wirkungen
Jeder Mediziner kann daraus entsprechende Schlussfolgerungen
auf Symptomatiken schließen.
Zitat Neitzke, ECOLOG Institut:„Im Sinne der in Frage verwende-
ten Kategorisierung sind diese Ergebnisse als wissenschaftlich
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begründeter Verdacht auf Gesundheitsbeeinträchtigungen zu
werten.”(ECOLOG-Institut 2000).
Die Wiener Deklaration von 1998, die Salzburger Resolution
vom 2000, die Catania Resolution von 2002 - unterschrieben von
den international wichtigsten unabhängigen und seriösen For-
schern - sagt zusammengefasst: es gibt biologische Wirkungen
und Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk und Vorsorge ist not-
wendig (UNIVERSITY VIENNA 1998, ALTPETER et al. 2000,INTER-
NATIONAL CONFERENCE 2002)
Absehbarer Fakt:
In einigen Jahren gibt es epidemiologisch keine Vergleichs-
gruppe mehr,da alle Menschen gleichermaßen grundlegend
befeldet sind (Navigation,Satelliten, Kommunikation).Dann
gibt es auch keinen wissenschaftlich exakten Nachweis einer
Gefährdung oder Schädigung mehr.
—————————— Verschiedene nationale und
internationale Organisationen sind sich einig?
Zu der Bemerkung der Autoren, dass EMF keine Erkrankungen
hervorrufen könne,„entspricht auch den Stellungnahmen der ver-
schiedensten internationalen und nationalen Organisationen (z.B.
Strahlenschutzkommission, Rat von Sachverständigen für Umwelt-
fragen) zu dieser Problematik.”
Genau dieser Punkt steht international in der wissenschaftlich argu-
mentierten Kritik (vergl. Resolutionen von Wien, Salzburg,Catania)
Die von den Autoren genannten Gremien haben auch im Nieder-
frequenzbereich für Magnetfelder den „vollkommen sicheren
Grenzwert” festgesetzt auf 100 µT.Alle diese beteiligten Gremien
haben sich geirrt: die IARC (WHO) hat Juni 2001 deklariert, dass
derartige Magnetfelder ab 0,4 µT potentiell Leukämie bei Kindern
promovieren können (IARC 2001).
Die bisher bekannten Wirkungen von Niederfrequenzfeldern sind
im Auftrag öffentlicher Institutionen von Wissenschaftlergruppen
sehr genau und verantwortungsbewusst zusammengetragen
und zusammenfassend dargestellt worden:
1.Nach 18-monatiger Arbeit einer international besetzten Kom-
mission von Experten im Auftrag des Nationalen Instituts für
Umweltgesundheitswissenschaften, USA (National Institute of
Environmental Health Sciences NIEHS) kommt die Kommission
im Juni 1998 mit der überwiegenden Mehrheit der Stimmen zu
folgendem Schluss (zit.nach EMF Monitor 4 (3) 1998).
“Elektromagnetische Felder (Emfs) sind mögliche Karzinogene für
den Menschen”. Grundlage für das Bewertungsverfahren waren
die Richtlinien des Internationalen Krebsforschungszentrums
(International Agency for Research on Cancer IARC).Mit dieser
Einstufung rangiert das elektromagnetische Feld in der glei-
chen Kategorie wie Chloroform, DDT, Blei, PCB`s, Tetrachlor-
kohlenstoff (NIEHS 1998).
2.Nach 9-jähriger Arbeit des vom US-Kongress beauftragten Si-
cherheitsrates (National Council on Radiation Protection and
Measurements NCRP), in deren Verlauf sämtliche wissenschaft-
lich relevanten Untersuchungen zum Thema kritisch bewertet
wurden, empfiehlt der Ausschuss (bestehend aus Epidemio-
logen, Gesundheitsexperten,Molekular- und Zellbiologen und
Ingenieuren von Stromversorgungsunternehmen) 1995 einen
Grenzwert bei niederfrequenten Magnetfeldern von 0,2 Mikrotesla
(derzeitige Grenzwert laut Verordnung 100 Mikrotesla,frühere
Empfehlung 400 bzw.5000 Mikrotesla).Der NCRP tritt dafür ein,
diesen niedrigen Grenzwert ab sofort beim Bau von Kinder-
tagesstätten, Schulen und Kinderspielplätzen ebenso wie bei
der Errichtung neuer Stromversorgungsleitungen zu beachten.
(EMF-Monitor,1,S.1,1995).
Zitat eines Mitglieds des Ausschusses,des Vorsitzenden David
Carpenter (School of Public Health,State University of New York
in Albany):“Bei jeder anderen Form von (Umwelt)- Exposition,
bei der die Anhaltspunkte so stark wären,wie der Zusammen-
hang zwischen elektromagnetischen Feldern und Krebs,gäbe
es umfassende gesetzliche Regelungen. Der Hauptgrund,
warum viele Mitglieder des Rates nicht bereit waren, striktere
Standards festzulegen, lag darin, dass dies horrend teuer wer-
den würde und eine Durchsetzung unrealistisch wäre”. (EMF-
Monitor,1 S.2,1995).
3.Bereits 1990 gelangte vor der Freigabe die Schlussfolgerung
einer Studie der amerikanischen Umweltbehörde (Environ-
mental Protection Agency EPA) zu diesem Thema an die Öffent-
lichkeit: “Niederfrequente Magnetfelder wirken beim Menschen
wahrscheinlich karzinogen”. Die vollständige Studie wurde nie
für die Öffentlichkeit freigegeben (NEITZKE 1996 und NN 1996).
Das heißt, der von den genannten internationalen und nationalen
Organisationen propagierte Wert 100 µT,der von der Politik im
Vertrauen auf das Verantwortungsbewusstsein der Organisatio-
nen übernommen wurde,war 250-fach zu hoch angesetzt.Dage-
gen wurden alle Werte größer ca.0,2 µT nachweislich schon in frü-
heren Zeiten (von mir ab 1980) von den Kritikern als Grenze zur
Risikoerhöhung der Gesundheits-Gefährdung ins Feld geführt
(EPA 1990 s.o.,NIEHS Panel 1998,IARC 2001).
Es liegt nahe, dass sich diese Berichtigung im Hochfrequenzbe-
reich wiederholen wird.Leider sind dann schon diverse Opfer zu
beklagen. Nach der Verantwortlichkeit dafür wird gefragt werden.
— Anwendung des Vorsorgeprinzips unnötig?
Da die Fakten eine andere Sprache sprechen als die Inhalte der
hier diskutierten Abhandlung der Autoren Eikmann und Herr,
haben sich Mitglieder der WHO (Michael Repacholi und Leeka
Kheifets,vormalig Leiter des WHO internationalen EMF-Projekts in
Genf) und zeitlich parallel dazu Mitglieder des hiesigen Bundes-
amtes für Strahlenschutz aktuell für die Anwendung des Vorsorge-
Prinzips im Mobilfunkbereich ausgesprochen (SLESIN 2003).
Die Umsetzungsmodalitäten sind noch nicht klar, aber die
Forderungen nach deutlich niedrigeren Leistungsflussdichten
sind Ziel einer Vorsorge.
Wer trägt die Verantwortung dafür, dass dies nicht früher ge-
schah? Sicherlich nicht die Verfasser des Freiburger Appells.
EIN JAHR FREIBURGER APPELL ......
20 ..... umwelt·medizin·gesellschaft | 17 | 1/2004
Die an vorderer Front tätigen Praxis-Ärzte und ihre Unterstützer
haben die Symptomatik derjenigen Gesundheitsbeeinträchti-
gungen empirisch beobachtet, die seit vielen Jahren wissen-
schaftlich in Einzelabhandlungen beschrieben waren.Wenn auf-
merksame Ärzte ihre gemeinsamen Erfahrungen in einem Aufruf
wiedergeben, dann spricht das dafür, dass sich die Symptomatik
bereits auf breiter Ebene verstärkt hat.
Selbstverständlich können die Symptome auch andere Ursachen
haben, auch der Nocebo-Effekt spielt eine Rolle, aber die bisher
wissenschaftlich erarbeiteten Fakten der Gesundheitsgefährdung
und ihrer Symptome sind auch kausal zu elektromagnetischen
Feldern verknüpft und geben nun der WHO die Rechtfertigung
für das Vorsorge-Prinzip.
Mit der aktuellen Proklamation der Verantwortlichen des WHO-
Forschungsprojekts EMF erfahren die Ärzte eine Anerkennung
einiger ihrer Forderungen.
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22 ..... umwelt·medizin·gesellschaft | 17 | 1/2004
Article
Full-text available
The use of cellular telephones has increased dramatically during the 1990's in the world. In the 1980's the analogue NMT system was used whereas the digital GSM system was introduced in early 1990's and is now the preferred system. Case reports of brain tumours in users initiated this case-control study on brain tumours and use of cellular telephones. Also other exposures were assessed. All cases, both males and females, with histopathologically verified brain tumour living in Uppsala-Örebro region (1994-96) and Stockholm region (1995-96) aged 20-80 at the time of diagnosis and alive at start of the study were included, 233 in total. Two controls to each case were selected from the Swedish Population Register matched for sex, age and study region. Exposure was assessed by questionnaires supplemented over the phone. The analyses were based on answers from 209 (90%) cases and 425 (91%) controls. Use of cellular telephone gave odds ratio (OR) = 0.98 with 95% confidence interval (CI) = 0.69-1.41. For the digital GSM system OR = 0.97, CI = 0.61-1.56 and for the analogue NMT system OR = 0.94, CI = 0.62-1.44 were calculated. Dose-response analysis and using different tumour induction periods gave similar results. Non-significantly increased risk was found for tumour in the temporal or occipital lobe on the same side as a cellular phone had been used, right side OR = 2.45, CI = 0.78-7.76, left side OR = 2.40, CI = 0.52-10.9 Increased risk was found only for use of the NMT system. For GSM use the observation time is still too short for definite conclusions. An increased risk for brain tumour in the anatomical area close to the use of a cellular telephone should be especially studied in the future.
Article
Full-text available
Purpose: To review development trends and possible relations between different cancers in Sweden and in other countries to better understand causing mechanisms. Materials and methods: We used publicly available databases on cancer incidence and mortality to highlight trends and trend breaks. The data were used for correlation studies between different forms of cancers as reported from different counties within Sweden, and from other countries. Results: Some cancer forms correlate to malignant melanoma while others, like leukaemia, do not relate to melanoma at all. Asthma is a disease that has a sharp trend break just as these cancers show around 1955. Conclusions: There is a common environmental stress that accelerates several cancer forms such, as colon cancer, lung cancer, breast cancer, bladder cancer and malignant melanoma. Every effort should be taken to identify and eliminate this stress.
Article
Many reports in the literature have suggested the effect of exposure to radiofrequency electromagnetic radiation (RFR) (10 kHz-300,000 MHz) on the functions of the nervous system. Such effects are of great concern to researchers in bioelectromagnetics, since the nervous system coordinates and controls an organism’s responses to the environment through autonomic and voluntary muscular movements and neurohumoral functions. As it was suggested in the early stages of bioelectromagnetics research, behavioral changes could be the most sensitive effects of RFR exposure. At the summary of session B of the proceedings of an international symposium held in Warsaw, Poland, in 1973, it was stated that “The reaction of the central nervous system to microwaves may serve as an early indicator of disturbances in regulatory functions of many systems” [Czerski et al., 1974].
Article
A survey study using questionnaire was conducted in 530 people (270 men, 260 women) living or not in vicinity of cellular phone base stations, on 18 Non Specific Health Symptoms. Comparisons of complaints frequencies (CHI-SQUARE test with Yates correction) in relation with distance from base station and sex, show significant (p<0.05) increase as compared to people living > 300 m or not exposed to base station, till 300 m for tiredness, 200 m for headache, sleep disturbance, discomfort, etc. 100 m for irritability, depression, loss of memory, dizziness, libido decrease, etc. Women significantly more often than men (p<0.05) complained of headache, nausea, loss of appetite, sleep disturbance, depression, discomfort and visual perturbations. This first study on symptoms experienced by people living in vicinity of base stations shows that, in view of radioprotection, minimal distance of people from cellular phone base stations should not be < 300 m.
Article
A survey study using a questionnaire was conducted on 530 people (270 men, 260 women) living or not in the vicinity of cellular phone base stations, on 18 Non Specific Health Symptoms. Comparisons of complaint frequencies (CHI-SQUARE test with Yates correction) in relation to the distance from base stations and sex show significant (p <0.05) increase as compared to people living > 300 m or not exposed to base stations, up through 300 m for tiredness, 200 m for headache, sleep disruption, discomfort, etc., 100 m for irritability, depression, loss of memory, dizziness, libido decrease, etc. Women significantly more often than men (p < 0.05) complained of headache, nausea, loss of appetite, sleep disruption, depression, discomfort and visual disruptions. This first study on symptoms experienced by people living in the vicinity of base stations shows that, in view of radioprotection, the of minimal distance of people from cellular phone base stations should not be < 300 m. © 2002 Editions scientifiques et medicales Elsevier SAS base station / bioeffects / cellular phone 1. INTRODUCTION Chronic exposure to high frequency electromagnetic fields or microwaves brings on bioeffects in man such as headaches, fatigue, and sleep and memory disruptions [1, 2]. These biological effects, associated with others (skin problems, nausea, irritability, etc.) constitute what is known in English as "Non Specific Health Symptoms" (NSHS) that characterize radiofrequency sickness. [3] Cellular mobile phone technology uses hyperfrequencies (frequencies of 900 or 1800 MHz) pulsed with extremely low frequencies (frequencies < 300 Hertz) [4]. Even though the biological effects resulting from mobile phone use are relatively well known and bring to mind those described in radiofrequency sickness [5, 6], to our knowledge no study exists on the health of people living in the vicinity of mobile phone base stations. We are reporting here the results pertaining to 530 people living in France, in the vicinity or not, of base stations, in relation to the distances from these stations and to the sex of the study participants.
Article
BACKGROUND This report provides results of an analysis of temporal trends in childhood cancer incidence in the U.S., stratified by age, sex, and to a lessor extent, race, within common histologic subtypes.METHODS Population-based data from nine registries of the Surveillance, Epidemiology, and End Results Program of the National Cancer Institute were analyzed. The analysis was limited to children age; cc 14 years. Cancer cases were restricted to those patients with a malignant neoplasm diagnosed between 1974 and 1991; more than 12,000 children were included. Average annual percentage change in incidence rates and corresponding 95% confidence intervals were estimated from the maximum likelihood method of Poisson regression.RESULTSAmong children age; cc 14 years there was a 1% average yearly increase (95% CI 0.6, 1.3) in the incidence rates of all malignant neoplasms combined. The average annual percentage change was similar for males and females, and slightly higher for black children compared with white children. Rates increased an average of 2% or more per year for astroglial tumors, rhabdomyosarcomas, germ cell tumors, and osteosarcomas. The average annual percentage change for acute lymphoid leukemia was 1.6% and trends were somewhat stronger for blacks than whites. Cancer trends, in general, were strongest in young children. In particular, increases in astroglial tumors and rhabdomyosarcomas were most apparent among children age < 3 years, and for retinoblastoma and neuroblastoma among children in their first year of life. The average annual percentage change for acute lymphoid leukemia did not vary dramatically with age, however children age < 2 years had stronger trends compared with older children. We found little evidence for increasing trends in Wilms' tumor, primitive neuroectodermal tumors, or hematopoietic neoplasms other than acute lymphoid leukemia.CONCLUSIONS These results suggest that cancer occurrence among children within specific histologies increased modestly in the U.S. between 1974 and 1991, and that the increases were most apparent among young children. Cancer 1996;78:532-41.