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Motorische Entwicklung vom frühen Kindes-bis zum frühen Erwachsenenalter im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung

Zeitschrift für Sportpsychologie (Impact Factor: 0.3). 01/2009; 16(1):2-16. DOI: 10.1026/1612-5010.16.1.2

ABSTRACT

Zusammenfassung. Die Entwicklung von motorischen Leistungen und des motorischen Selbstkonzepts wurde in einer Längsschnittstichprobe (N = 146) vom Kindergartenalter bis ins frühe Erwachsenenalter im breiteren Kontext der Persönlich-keitsentwicklung untersucht. Im Kindergartenalter fanden sich positive Beziehungen der getesteten motorischen Leistungen nicht nur zu Intelligenz, sondern unabhängig davon auch zu sozialer Ungehemmtheit und (nur bei Jungen) zu niedriger Aggressivität. Das motorische Selbstkonzept zeigte eine geringere Stabilität als die motorischen Leistungen, vor allem bei Mädchen. Signifikante Einflüsse des motorischen Selbstkonzepts auf die motorischen Leistungen konnten nicht gefunden werden, was den Skill-Development Ansatz unterstützt. Außer den motorischen Leistungen beeinflusste auch das allgemeine Selbstwertgefühl in der Kindheit das motorische Selbstkonzept, insbesondere bei Mädchen. Einflüsse der sozial-emotionalen Persönlichkeit auf die motorischen Testleistungen waren bis zum jungen Erwachsenenalter nachweisbar. Wir können die motorische Entwicklung besser verstehen, wenn wir sie im Kontext der gesamten Persönlichkeitsentwicklung betrachten. Schlüsselwörter: Motorische Leistungen, Selbstkonzept, Persönlichkeit, Intelligenz, Längsschnittstudie Motor development between early childhood and early adulthood in the context of personality development Abstract. The development of tested and self-perceived motor abilities was studied within the wider context of personality develop-ment in a longitudinal sample of 146 respondents examined from early childhood to early adulthood. Results showed that tested preschool motor abilities related significantly not only to intelligence but also, and independent of it, to social uninhibitedness and (only for boys) to low aggressiveness. Self-perceived motor abilities were less stable than tested abilities, particularly in females. Significant influences of perceived motor abilities on tested motor abilities were not found, supporting a skill-development model. Alongside tested motor abilities, general self-esteem influenced perceived motor abilities, particularly in females. Influences of social-emotional personality traits on tested motor abilities could be found right up until early adulthood. It is concluded that the understanding of motor development and its consequences can be enhanced by studying it within the context of personality develop-ment. Betrachtet man die Literatur zur motorischen Leis-tungsfähigkeit von Kindern und Erwachsenen, so fällt auf, dass die motorische Entwicklung oft nur isoliert

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Available from: Jens B. Asendorpf