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Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert

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Abstract

Der Journalismus befindet sich weltweit in einem tief greifenden Umbruch. Der Siegeszug des Internets verändert die Arbeits-weisen von Journalisten ebenso wie das gesamte Journalismus-System. Der User ist nicht mehr reiner Rezipient, er wird zum Informanten, zum Co-Autor. Die einst stumme Masse hilft, Doku-mente und Daten zu sichten. Journalisten müssen in dieser neuen Welt, der Welt von Social Media, noch ihre Rolle finden. Es war eine legendäre Viertelstunde, die der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans am 25. März 2011 in der Bundes-pressekonferenz in Berlin erlebte. Mehr als 15 Minuten lang wurde er zur neu etablierten Twitter-Kommunikation des Regierungsspre-chers ausgefragt und auf zahlreiche Beden-ken hingewiesen, die von den Mitgliedern der Bundespressekonferenz vorgetragen wurden. 1 Ein Großteil der Fragen drehte sich um die ver-meintliche Unsicherheit von Kommunikations-plattformen im Internet, um den Informations-und Informantenschutz, um die Unzuverläs-sigkeit der vermittelten Informationen und die Exklusivität neuer Kommunikationswege im Vergleich zu alten, tradierten Formen der In-formationsweitergabe an Journalisten. Das al-les sind relevante Aspekte, die in der profes-sionellen Community der Politikkommunika-toren auf der einen und der Journalisten auf der anderen Seite besprochen werden müs-sen. Interessant ist allerdings, dass nahezu jede Frage aus dem journalistischen Auditori-um negative Implikationen enthielt. Es ging in dieser Viertelstunde nicht darum, eine neue Kommunikationsplattform zu verstehen, oder zu erfahren, wie die Regierungskommunikati-on durch Twitter schneller, direkter, unkompli-zierter oder interaktiver werden könnte. Es ging vielmehr darum, eine Abwehrhaltung ge-genüber dieser neuen Art der Kommunikation zu Protokoll zu geben. Die Journalisten trauen Twitter nicht, weil sie mit den neuen Kommu-nikationsmethoden der sozialen Medien of-fenkundig nicht vertraut sind.
Social Media Journalismus –
Wie das soziale Netz den
Journalismus verändert
Der Journalismus befindet sich weltweit in einem tief greifenden
Umbruch. Der Siegeszug des Internets verändert die Arbeits-
weisen von Journalisten ebenso wie das gesamte Journalismus-
System. Der User ist nicht mehr reiner Rezipient, er wird zum
Informanten, zum Co-Autor. Die einst stumme Masse hilft, Doku-
mente und Daten zu sichten. Journalisten müssen in dieser
neuen Welt, der Welt von Social Media, noch ihre Rolle finden.
Es war eine legendäre Viertelstunde, die der
stellvertretende Regierungssprecher Christoph
Steegmans am 25. März 2011 in der Bundes-
pressekonferenz in Berlin erlebte. Mehr als 15
Minuten lang wurde er zur neu etablierten
Twitter-Kommunikation des Regierungsspre-
chers ausgefragt und auf zahlreiche Beden-
ken hingewiesen, die von den Mitgliedern der
Bundespressekonferenz vorgetragen wurden.1
Ein Großteil der Fragen drehte sich um die ver-
meintliche Unsicherheit von Kommunikations-
plattformen im Internet, um den Informations-
und Informantenschutz, um die Unzuverläs-
sigkeit der vermittelten Informationen und die
Exklusivität neuer Kommunikationswege im
Vergleich zu alten, tradierten Formen der In-
formationsweitergabe an Journalisten. Das al-
les sind relevante Aspekte, die in der profes-
sionellen Community der Politikkommunika-
toren auf der einen und der Journalisten auf
der anderen Seite besprochen werden müs-
sen. Interessant ist allerdings, dass nahezu
jede Frage aus dem journalistischen Auditori-
um negative Implikationen enthielt. Es ging in
dieser Viertelstunde nicht darum, eine neue
Kommunikationsplattform zu verstehen, oder
zu erfahren, wie die Regierungskommunikati-
on durch Twitter schneller, direkter, unkompli-
zierter oder interaktiver werden könnte. Es
ging vielmehr darum, eine Abwehrhaltung ge-
genüber dieser neuen Art der Kommunikation
zu Protokoll zu geben. Die Journalisten trauen
Twitter nicht, weil sie mit den neuen Kommu-
nikationsmethoden der sozialen Medien of-
fenkundig nicht vertraut sind.
Tatsächlich befindet sich der Journalismus
weltweit in einem tief greifenden Umbruch.
Wegbrechende Anzeigenmärkte, schrumpfen-
de Redaktionsbudgets und der Siegeszug des
Internet haben den einzelnen Journalisten
ebenso wie die Redaktion als Organisations-
form und das gesamte Journalismus-System
vor mannigfaltige Herausforderungen gestellt.
Seit einigen Jahren wird unter Journalisten,
Wissenschaftlern und Experten intensiv de-
battiert, welche Konsequenzen der technolo-
gische Fortschritt und das Internet für die jour-
nalistische Arbeit und ihre Produkte haben.
Diese Debatte ist mit einiger Zeitverzögerung
nun auch in Deutschland in vollem Gange und
berühr t wichtige Fragen wie die Qualitätssi-
cherung journalistischer Inhalte und die Finan-
zierungsmöglichkeiten für aufwendige journa-
listische Formen, zum Beispiel investigative
Recherchen, Reportagen oder auch die Aus-
landsberichterstattung.
3
Social Media Journalismus –
Wie das soziale Netz den Journalismus
verändert
Von Miriam Meckel
Das Internet mutet auch dem
Selbstverständ-
nis des Journalismus Einiges zu. Bislang war er
in der komfortablen Situation, den Menschen
die Welt zu erklären und dabei die eigenen
Deutungsmodelle als verbindlich, manchmal
exklusiv anzubieten. Vor allem weil selten Kor-
rekturmöglichkeiten gegeben waren, denn die
journalistische Thematisierung verlief bis in
die Zeiten des Web 1.0, des „read only“ Webs,
hinein als Einbahnstraße. Nun hat das Inter-
net die Verkehrsregeln geändert. Aus Web 1.0
wurde Web 2.0,2das „read and write“ Web,
und die sozialen Medien starteten ihren Sie-
geszug im Internet. Bürger mischen sich inzwi-
schen als „Citizen Journalists“ über die Kom-
munikationsplattformen des Web 2.0 in das
mediale Agenda-Setting ein, sie liefern Infor-
mationen in Text, Ton und Bild zu aktuellen Er-
eignissen aus der lokalen Nachbarschaft und
der Welt. Mit diesen zusätzlichen Quellen, den
Informationen, die sie hervorbringen, und den
Reaktionen darauf, müssen Journalisten sich
nun auseinandersetzen, sie in ihre Recherche-
prozesse, in ihre Verarbeitung und ihre Pro-
dukte einbeziehen. Sie müssen damit umge-
hen, dass ihre Artikel oder Beiträge nicht mehr
als Endprodukte angesehen werden, sondern
als ein Angebot unter vielen zur informationel-
len Weiterverarbeitung. Journalistische Erzeug-
nisse werden verlinkt, sie werden mit Markie-
rungen (Tags) versehen und weiterempfohlen
oder in andere Informationskontexte einge-
bunden (Mash ups). Ein fordernder Prozess
für Journalisten, denn er stellt ihre Interpreta-
tions-Autorität in Frage, und auf die Verlinkung
und Weiterverwendung ihrer Erzeugnisse ha-
ben sie keinen Einfluss mehr. Plötzlich müs-
sen sie sich mit „the people formerly known
as the audience“3herumschlagen, ja mit ein-
zelnen Leserinnen und Lesern, die Antworten
geben, reagieren oder auch ihre Artikel und
Beiträge kritisieren können. Sie müssen sich
ganz anders um ihre „Kunden“ kümmern, die
in Zeiten der Einbahnstraßen-Kommunikation
gut und gerne als „missachtete Leser“4igno-
riert werden durften.
Aber es geht nicht nur um das Selbstverständ-
nis und die Interpretationshoheit des Journa-
lismus. Das Internet wirkt auf den gesamten
journalistischen Arbeitsprozess, den Workflow
und das Berufsbild des Journalismus insge-
samt (siehe Schaubild 1).
Journalistische Recherche und Quellen
Journalisten sind heute nicht mehr alleine für
das Ausgraben spannender Themen, das Auf-
decken von Skandalen oder einfach die Re-
cherche aktueller Entwicklungen
verantwort-
lich, sondern sie bekommen Konkurrenz:
durch Rechercheprozesse, die auf Crowd -
sourcing basieren. Ein eindrückliches Beispiel
hat Deutschland im Zuge des Skandals um
die plagiierte Dissertation des ehemaligen
Verteidigungsministers zu Guttenberg erlebt.
Innerhalb kürzester Zeit hatte eine disperse,
weitgehend unorganisierte Web-Community
ein Wiki aufgesetzt,5mit dem eifrige Recher-
cheure Seite um Seite der Doktorarbeit prüf-
ten, um Plagiate aufzudecken. In einer Grafik
wurde der wachsende Anteil plagiierter Stellen
visualisiert. Dieses Wiki mit einer crowdsour-
cing-basierten Recherche einer spontan ent-
standenen Web-Community hat wesentlich da-
zu beigetragen, die öffentliche Debatte voran-
zutreiben und damit Fakten geschaffen.
4
Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert
6
modity
“,
zur Massenware geworden. Das heißt,
sie sind überall und meist auch kostenfrei er-
hältlich. Es kann vor diesem Hintergrund sehr
sinnvoll sein, in diesem Bereich Kosten zu spa-
ren, indem die Herstellung von Nachrichten
durch organisationale Integration zusammen-
geführt wird, um damit Freiräume für kosten-
intensivere Rechercheprozesse, investigatives
Arbeiten und aufwendigere journalistische For-
mate, wie die Reportage, freizuschaufeln.
Für den Newsroom gibt es keine Standard-Lö-
sung. Jede Redaktion, jedes Medienunterneh-
men muss genau prüfen, welchen Anforderun-
gen eine Integration im eigenen Haus unter-
liegt und welche Ziele damit erreicht werden
sollen. Grundsätzlich lassen sich heute drei
Entwicklungsstufen des Newsrooms unter-
scheiden:7Der „Newsroom 1.0“ hält an eige-
nen redaktionellen Ressourcen für die unter-
schiedlichen Ausgabeplattformen fest, also
auch an getrennten redaktionellen Einheiten
für die Print-Ausgabe oder das Online-Angebot.
Ob man bei diesem Typ von einem integrierten
Newsroom sprechen kann, ist daher fraglich.
Der zweite Typ, „Newsroom 2.0“, integriert zu-
mindest die Zusammenstellung der Inhalte für
die unterschiedlichen Ressourcen und die je-
weiligen Kanäle. Für die verschiedenen Aus-
gabeplattformen (Print, Online etc.) sind aber
weiterhin spezifische „Plattformredakteure“ zu-
ständig. Um den am stärksten integrierten
Newsroom handelt es sich beim Modell „News -
room 3.0“. Hier arbeiten Themenspezialisten
an ihren spezifischen Inhalten und bereiten sie
für die Publikation über alle Kanäle auf. Es gibt
also keine spezifischen Kanalverantwortlichen
mehr, sondern lediglich Themenspezialisten,
die über alle Ausgabekanäle hinweg zuliefern.
Als eines der ersten Medienhäuser hat die
Tele graph Media Group seit 2006 eine umfas-
sende Umstrukturierung ihrer Redaktionen vor-
genommen und den Newsroom 3.0 etabliert.
Seit Einführung der ersten Ansätze und Mo-
delle tobt ein intensiver Streit um die Vor- und
Nachteile des integrierten Newsrooms. Die Be-
fürworter loben die Effizienz- und Effektivitäts-
Effekte, die mit 24/7-Nachrichtenfluss und mit
einer Kosteneinsparung einhergehen. Gegner
betonen vor allem die Standardisierung von
Inhalten, die mangelnde inhaltliche Abgren-
zung unterschiedlicher thematischer Aufberei-
tungen für die verschiedenen Ausgabekanäle
und die mangelnden Möglichkeiten, journalis-
tischen Leistungsträgern eine herausgehobe-
ne Darstellungs- und Wahrnehmungsmöglich-
keit zu geben. An beiden Argumenten ist et-
was dran. Letztlich hängt die Entscheidung für
oder gegen solche integrierten Newsroom-
Konzepte wohl davon ab, ob es gelingt, dort
zu standardisieren, wo Standardisierung in-
haltlich sinnvoll und wirtschaftlich möglich res-
pektive nötig ist. Gleichzeitig müssen jedoch
Freiräume offengehalten oder sogar für solche
Themen und Aufbereitungsformen weiterent-
wickelt werden, die jedes Medienunterneh-
men heute braucht, um einen Kern der Unver-
wechselbarkeit im Aufmerksamkeitswettbe-
werb einer globalisierten digitalen Informati-
onsgesellschaft zu erhalten.
Veränderte journalistische Rollen
und Markenstrategien
Durch Social Media verschieben und differen-
zieren sich journalistische Rollenbilder ebenso
wie ihre organisationalen und individuellen
Ein anderes Beispiel hat der britische
„Guar-
dian“ im Zusammenhang mit dem großen Spe-
senskandal
im britischen Parlament geliefert.
Auf der Website „Investigate your MP’s expen-
ses“6haben fast 30.000 Leser der Zeitung
geholfen, bislang etwa die Hälfte der knapp
500.000 Ausgabenbelege britischer Parla-
mentarier zu analysieren, um Spesenbetrug
aufzudecken. Hier lässt sich nachlesen, wel-
che Spesenanteile für welchen außerparla-
mentarischen Zweck wie Gartenarbeiten, Mö-
bel, Innenausstattung etc. ausgegeben wur-
den. Während manche Journalisten diese
Form der crowdsourcing-basierten Recherche
als Bedrohung für die eigenen Kompetenzen
sehen, kann sie doch eher eine vielverspre-
chende Ergänzung zur professionellen journa-
listischen Recherche sein, ohne diese erset-
zen zu können. Gerade wenn es um die Ana-
lyse großer Datenbestände geht, können wil-
lige Helfer den Analyseprozess beschleunigen
oder überhaupt erst ermöglichen. Darüber hi-
naus führen solche gemeinschaftlichen Auf-
arbeitungen zu einer verstärkten Bindung zwi-
schen Leserschaft und Zeitung, respektive
Medien und ihren „Kunden“.
Integrierte Newsrooms
Immer mehr Medienbetriebe führen ihre Nach-
richtenproduktion in einem integrierten News -
room zusammen. Während bis vor einigen
Jahren „crossmediale Redaktionsstrategien“
rein auf die Publikation der Inhalte bezogen
waren, ist inzwischen deutlich geworden, dass
mit diesen Ansätzen auch eine Organisations-
veränderung einhergeht. Im Wesentlichen
geht es beim integrierten Newsroom darum,
die journalistischen Herstellungsprozesse für
unterschiedliche Ausgabeplattformen (Print
und Online) zusammenzuführen. Dies hat na-
türlich ökonomische Gründe, weil viele Ver-
lags- und Medienmanager hoffen, durch die-
sen Schritt Kosten senken zu können. Bedeut-
samer ist aber ein inhaltlicher Grund: News
sind mit dem Siegeszug des Internet zur „Com-
5
Zeitungen 2011/12 Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert
• Recherche
• Citizen
Journalism
• Crowd-
sourcing
• Newsrooms
• Workflow
Quellen
Organisation
• Rollen
(Broker, Ag-
gregatoren)
• Brands
• Autorschaft
• Permanent
Beta
• Mikro-
Aufmerk-
samkeit
• Communities
• Controlling
Akteure Kunden
Produkte
Schaubild 1
Journalistischer Workflow in Zeiten von Social Media
Quelle: Miriam Meckel BM2111
8
sondern mit seiner persönlichen Reputation
auch zur Reputation des Magazins beigetra-
gen. Inzwischen bloggt Sullivan für „The Daily
Best“ und beweist damit, dass in Zeiten von
Social Media nicht mehr nur Medienmarken,
sondern auch einzelne journalistische Persön-
lichkeiten vermarktbar sind.
Dies gilt bislang in den USA viel weitreichen-
der als in Deutschland oder anderen europäi-
schen Ländern. Mit Messinstrumenten wie
dem „Twitalyzer“12 lässt sich beispielsweise
anhand der Twitter-Netzwerkbeziehungen (An-
zahl Follower, Regelmäßigkeit der Postings,
Zitationen und Verweise) ermitteln, welchen
„Impact Score“ einzelne Journalisten im Social
Web haben. Die US-Bloggerin und Medienun-
ternehmerin Arianna Huffington kam in die-
sem Zusammenhang im Frühjahr 2011 auf ei-
nen „Impact Score“ von 53,6% und wurde als
„Thoughts Leader“ klassifiziert. Der US-Blog-
ger Jeff Jarvis gehörte mit einem Wert von
31,1% ebenfalls zu dieser Gruppe. Bei deut-
schen Journalisten gelingt es bislang keinem,
auch nur die Zehn-Prozent-Marke beim „Im-
pact Score“ zu erreichen. Das liegt zum Teil
daran, dass das deutsche Mediensystem noch
immer stärker an „organisationalem Journa-
lismus“ festhält, der auf Medieninstitutionen
und Medienmarken beruht, aber weniger den
einzelnen Journalisten in den Vordergrund
stellt. Dennoch ist davon auszugehen, dass
Medienunternehmen und einzelne Journalis-
ten mit der Entwicklung des Social Web darü-
ber nachdenken müssen, wie sie ihre Marken-
strategie zwischen dem Medienunternehmen
auf der einen Seite und der herausragenden
Stellung einzelner Journalisten auf der ande-
ren Seite besser abstimmen können.
Ganz sicher kann es dabei nicht darum gehen
,
lediglich auf Quantität zu setzen. Vielmehr wis-
sen wir aus der Forschung zu Social Media
und Journalismus, dass die Qualität der Inhal-
te über ihre Relevanz im Web mitentscheidet.
Eine Studie, die sich auch mit dem Microblog-
ging-Tool Twitter beschäftigt, belegt beispiels-
weise, dass es wenig Sinn hat, nur möglichst
viele Follower zu sammeln, weil dies allein na-
hezu gar keine Aussagekraft für den sozialen
Wert der Inhalte im Hinblick auf im Web vorge-
nommene Empfehlungen, Verlinkungen, Tags,
etc. hat. Vielmehr gibt es zwei andere Größen,
die auf die Relevanz der Inhalte hinweisen.
Zum einen ist das die Zahl der Retweets (RT
@UserXY) auf Twitter, die belegt, dass ein ge-
posteter Inhalt für viele andere Menschen of-
fenbar Relevanz hat und sie diesen Inhalt da-
her weiterleiten und empfehlen. Eine zweite
Einflussgröße sind die „Mentions“ (@UserXY),
die Auskunft geben über die individuelle Mar-
ke und Reputation des einzelnen Journalisten.
Wird bei Twitter häufiger auf einen Journalisten
verwiesen, so hat er sich offenbar eine hohe
persönliche Glaubwürdigkeit und Relevanz auf
dieser Plattform erarbeitet.13
Autorschaft und Produkte
Viele dieser Entwicklungen irritieren unsere
tradierten Vorstellungen von Journalismus. Be-
sonders schwierig wird es, wenn es um den
Kern der journalistischen Arbeit geht, das jour-
nalistische Produkt. Auch hier müssen Jour-
nalisten inzwischen mit erheblichen Verände-
rungen umgehen, die durch Social Media her-
vorgebracht oder zumindest befördert werden.
Während wir früher davon ausgegangen sind,
dass ein journalistischer Beitrag irgendwann
Vermarktungsstrategien. Im Zug einer „verflüs-
sigten“ Nachrichtenproduktion („Liquid News -
room“8) verändert sich das journalistische Rol-
lenbild vom Gatekeeper und professionellen
Agenda-Setter hin zu einem zirkulären Prozess
der Nachrichtengestaltung, der auf zunehmen-
der Vernetzung von Journalisten auf der einen
Seite und ihren Publika auf der anderen Seite
beruht. Der Input von Bürgern, Citizen Journa-
lists, Aktivisten und vielen anderen Communi-
tys im Web muss in den journalistischen Re-
cherche- und Thematisierungsprozess ein-
gebunden werden und trägt dazu bei, dass
Nachrichtenproduktion und Themensetzung
zu einem komplexen und auf allen Ebenen re-
flexiven Prozess werden. Der U.S.-Blogger Jeff
Jarvis hat diese Entwicklung als „Networked
Journalism“9bezeichnet, bei dem Journalisten
eher zu Kuratoren einzelner Inhalte und The-
menfelder werden, zu „Wanderführern“ durch
das Dickicht der Nachrichtenwelt, in dem je-
der Einzelne Themen säen und ernten kann.
Kommunikationsregeln in
sozialen Netzwerken
In einer Untersuchung zur Rolle von Journalis-
ten in sozialen Netzwerken am Beispiel der
Proteste gegen die Wahlen in Iran 2009 und
ihrer Thematisierung auf Twitter hat das =mcm
institute der Universität St. Gallen festgestellt,
dass Journalisten zunehmend als Broker zwi-
schen klassischen Publika traditioneller Me-
dien und Online-Communitys agieren. Dabei
ist der Journalist als Broker oder Aggregator
für diejenigen Nutzer besonders relevant, die
weniger stark am spezifischen Thema interes-
siert sind und daher weniger aktiv den eige-
nen Zugang zu Quellen suchen. Besonders
stark interessierte Gruppen suchen diesen Zu-
gang dagegen eher direkt und vernetzen sich
mit den Quellen unmittelbarer, verzichten also
zum Teil auf die Vermittlerrolle des Journalis-
ten. Dabei ist es besonders interessant zu be-
obachten, dass Journalisten nicht nur die un-
terschiedlichen Segmente ihres Publikums
miteinander vernetzen, sondern bei spezifi-
schen Themen, zum Beispiel den Protesten in
Iran 2009, auch als Broker für ihre eigene Be-
rufsgruppe dienen können.10
Mit dieser Entwicklung einer zunehmenden
individuellen Profilierung einzelner Journalis-
ten gehen Konsequenzen für die Markenstra-
tegie von Medienunternehmen einher. Auf der
einen Seite müssen sie beachten, dass Jour-
nalisten durch ihre Kommunikationsaktivitä-
ten, zum Beispiel über Twitter, Facebook oder
eigene Weblogs, unter eigenem Namen publi-
zieren, aber gleichzeitig dem Haus zugeordnet
werden, für das sie tätig sind. Es ist daher not-
wendig, eine entsprechende Policy, sozusagen
„Kommunikationsregeln“, zu entwickeln, die
den Schutz der professionellen Medienmarke
mit ihren Glaubwürdigkeitswerten auch dann
garantiert, wenn einzelne Journalisten indivi-
duell und weitgehend unabhängig vom Mar-
kenkontext kommunizieren. Zum anderen las-
sen sich die Personalisierungsstrategien im
Journalismus, die auf einer Vorreiterrolle he-
rausragender Kommunikatoren im Berufsfeld
aufsetzen, auch positiv für
Medienunterneh-
men und ihre Markenstrategien nutzen. So hat
der Blogger Andrew Sullivan beispielsweise
über Jahre den Online-Auftritt und die Themen-
strategie des US-Magazins „Atlantic Monthly
geprägt. Dabei hat er nicht nur zu einem 30-
prozentigen Wachstum des Website-Traffics,11
7
Zeitungen 2011/12 Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert
10
Journalisten im Hinblick auf das bearbeitete
Thema begrenzt ist. Berücksichtigen wir darü-
ber hinaus, dass auch die technologische Ent-
wicklung immer weitergeht, so entsteht hier
eine zweite Anforderung, flexibel mit den neu-
en technischen Möglichkeiten umzugehen,
um die sich bietenden Chancen auch bei der
eigenen Inhalteproduktion zu berücksichtigen
und umzusetzen. Die Chefin der New York
Times Company, Janet Robinson, hat dies
2010 auf den Punkt gebracht: „Die New York
Times läuft permanent im Beta-Betrieb.“15
Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus
einem veränderten Umgang mit den Daten-
mengen, die dem Journalismus heute zur Ver-
fügung stehen. Das Beispiel Wikileaks hat ge-
zeigt: Es reicht nicht, nur Datenmengen zu ver-
öffentlichen, sie müssen auch aufbereitet und
analysiert werden. Dazu brauchen wir Journa-
listen, die dann mit diesen Datenmengen
um-
gehen können müssen. Das ist zum einen eine
gute Nachricht für den Journalismus, denn es
entstehen auch im Netz neue Einsatzmöglich-
keiten. Wikileaks hat bislang selbst nicht leis-
ten können, was die Journalisten der „New
York Times“, des „Spiegel“, des „Guardian“,
von „Le Monde“ oder „El País“ geschafft
ha-
ben. Sie haben beispielsweise beim „Cable -
gate
Leak“ Ende 2010 die Hunderttausenden
von Botschaftsdepeschen so aufbereitet, dass
Themenstränge sichtbar wurden und Ein-
schätzungen zu bilateralen oder multilateralen
internationalen Beziehungen aufgedeckt wer-
den konnten, die tatsächlich Nachrichtenwert
hatten. Für Journalisten bedeutet dies aber
auch, neue Herausforderungen anzunehmen.
Ihre Ausbildung
muss neue Formen der
Daten-
analyse und -aufbereitung integrieren. Was
Wissenschaftler auf Basis von Inhaltsanalysen
über Medienberichterstattung oder mit
ande-
ren Forschungsmethoden herausfinden, gleicht
im methodischen Ansatz dem, was Journalis-
ten mit diesen Datenmengen machen müs-
sen, wenn sie die Nadel im Heuhaufen finden
wollen. Die sachlichen und fachlichen Voraus-
setzungen zum adäquaten Umgang mit Daten
und ihrer sauberen Analyse müssen daher
zum festen Bestandteil in der journalistischen
Aus- und Weiterbildung werden.
Die neue Ökonomie des Journalismus
Journalisten müssen ein Interesse daran ha-
ben, sich diesen Anforderungen zu stellen, um
sich mit ihren Leistungen im Thematisierungs-
wettkampf unserer digitalisierten Gesellschaft
zu behaupten. Warum das nötig ist, zeigt unter
anderem die Entwicklung der „Content Mills“,
zu denen beispielsweise „Demand Media“ in
den USA gehört. Was beschönigt als „Entrepre-
neurial
Journalism“ bezeichnet wird, ist letzt-
lich nichts anderes als die „Commodification
of Content“ (Clay Shirky).16 Bei Demand Media
sind es Tausende von Freelancern, die für ei-
nige Dollar pro Beitrag Stücke schreiben, die
keinem aufklärerischen oder demokratischen
Ziel verpflichtet sind, sondern sich schlicht
nach den Statistiken der Suchen im Internet
richten, also rein nachfragegetrieben sind. Su-
chen also an einem Tag besonders viele Men-
schen bei Google nach Regal, Hammer, Nagel
oder Wand, so wird Demand Media schnell ei-
nen Beitrag darüber liefern, wie sich am bes-
ten ein Regal an die Wand nageln lässt.
Wir können über dieses Beispiel lachen, tat-
sächlich aber ist es die Vervollkommnung ei-
ausrecherchiert, fertig geschrieben und mit
der Publikation beendet war, ist diese Situati-
on heute nicht mehr gegeben. Journalismus
wird zu einem dynamischen, interaktiven und
kollaborativen Prozess, wie unter dem Begriff
„Liquid Newsroom“ beschrieben. Das bedeu-
tet, es gibt keine fertigen „Stücke“ mehr, son-
dern journalistische Produkte werden zu einer
„Permanent Beta-Version“.14
Der journalistische Input ist nur mehr ein Teil
eines Informationsverarbeitungsprozesses,
der irgendwann einen Anfang, aber nie mehr
ein Ende hat, jedenfalls nicht dann, wenn der
Journalist seinen Teil der Arbeit geleistet und
sein Produkt publiziert hat. Auf dieses Pro-
dukt, sei es ein Artikel, ein Audio-Feature, ein
Foto oder ein Video, können Mitglieder der
Web-Community reagieren, sie können Teile
in eigenen Blog-Postings weiterverarbeiten, sie
mit anderen Inhalten verbinden (Mash ups)
oder auf die Artikel verlinken und sie in sozia-
len Netzwerken posten. Damit zeigt sich ein-
mal mehr, dass die Interpretationshoheit der
9
Zeitungen 2011/12 Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert
Schaubild 2
Social-Media-Journalismus – neue Rollen, neue Kanäle, neue Prozesse
Quelle: Miriam Meckel BM0511
Outlet 1 Outlet 2 Outlet 4 Outlet 3
Twitter Facebook Blog Website
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radar aggregator broker
brand building
channeling
Print Audio Video Web
integrated newsroom
Blogs &
wikis
crowd- sourced
research
data
analysis news agencies,
institutionalized
sources
investigation
crowd
crowd
Print
fact checking
12
Kommunikationsgesellschaft, und auch Jour-
nalisten müssen sie annehmen, mit ihnen ar-
beiten und sie für ihre journalistischen Zwecke
gestalten. Dabei haben die sozialen Medien
viele Vorteile, die dem Journalismus helfen
können: Sie ermöglichen den direkten Kontakt
mit den Nutzern und den Communitys, sie er-
lauben Feedback als Quelle zur Einschätzung
der eigenen Leser- und Nutzerschaft und zur
Qualitätssicherung, sie ermöglichen die per-
manente Aktualisierung journalistischer The-
men, die Neupositionierung traditioneller Me-
dienmarken, einzelner journalistischer Persön-
lichkeiten und vieles mehr.
Die Frage, die bleibt, lautet: Wie können wir
den Kern journalistischer Leistung ins Netz
transferieren? Ganz sicher nicht, indem der
Journalismus sich einfach der algorithmus -
basierten Nachfrageökonomie der User unter-
wirft. Ganz sicher nicht, indem Medienunter-
nehmen dort sparen und Kosten reduzieren,
wo es um die selbst recherchierten, unter-
scheidbaren und gut erzählten Geschichten
geht, die das eigene Angebot vom Angebot
der Konkurrenten unterscheidbar machen.
Und ganz sicher auch nicht, indem stoisch ver-
sucht wird, Journalismus in seiner traditionel-
len Form weiterzubetreiben und das Netz zu
ignorieren.
„Ein bisschen Bräsigkeit, die gibt’s”, sagte
der langjährige Hauptstadtkorrespondent der
„Leipziger Zeitung“, Udo Wonka, zur anfangs
zitierten, legendären Twitter-Intervention der
Bundespressekonferenz.19 Es lohnt nicht, die
eigene Energie im Widerstand gegen neue
Hilfsmittel, Plattformen und Technologien zu
verschwenden. Es gibt Wichtigeres zu tun.
Der US-amerikanische Dichter Robert Frost
hat einmal gesagt: „Poetry is what gets lost
in translation.“ Für den Journalismus geht es
letztlich darum, die eigene „Verdichtungs-
kunst“ ins Netz hinüberzuretten und dort wei-
terzuentwickeln, ohne dass der journalistische
Kern des sauber recherchierten, klar analy-
sierten und gut erzählten Inhalteangebots ver-
loren geht. Das ist keine leichte Aufgabe. Aber
es hilft, sich auf Ziel und Zweck des eigenen
Tuns und Schaffens zu besinnen – auf einen
„Accountability Journalism20 mit seinen Infor-
mations- und Aufklärungsfunktionen, die wir
in der heutigen vernetzten und globalisierten
Gesellschaft mindestens so dringend brau-
chen wie bisher.
1) http://www.youtube.com/watch?v=hPr62GZ6jOw
2) O’Reilly, T. (2005): What is Web 2.0? Design Pat-
terns and Business Models for the next Generati-
on of Software. http://oreilly.com/web2/archi-
ve/what-is-web-20.html
3) Rosen, J. (2006): The people formerly known as
the audience. http://www.huffingtonpost.com/jay-
rosen/the-people-formerly-
known_1_b_24113.html
4) Glotz, P. & Langenbucher, W. (1969): Der mißach-
tete Leser. Zur Kritik der deutschen Presse. Köln,
Berlin.
5) http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Gutten-
Plag_Wiki
6) http://mps-expenses.guardian.co.uk
7) Verband Schweizer Presse (2009): Dossier
Newsroom. Redaktionsorganisation im Wandel.
Zürich, Seite 16 ff.
8) http://www.nextlevelofnews.com/2010/09/liquid-
newsroom-making-a-difference-a-manifesto.html
9) http://www.buzzmachine.com/2006/07/05/net-
worked-journalism/
10) Ebermann, J., Fleck, M., Meckel, M., Plotkowiak,
T. & Stanoevska-Slabeva, K. (2011). Netzwerk-
Journalismus. Zur veränderten Vermittlerrolle von
Journalisten am Beispiel einer Case Study zu Twit-
ter und den Unruhen in Iran. Medien- und Kommu-
nikationswissenschaft 4 [in press].
ner Kommerzialisierung des Journalismus, der
nur noch das produziert, was seine Kunden
wollen, und sich damit von seiner Thematisie-
rungs- und Aufklärungsfunktion verabschiedet.
Weiterhin verweisen diese Entwicklungen auf
einen Trend hin zu algorithmusbasierter Inhal-
teproduktion, die irgendwann rein computeri-
siert vonstattengehen kann, sodass Journalis-
ten bald nicht einmal mehr für das Texte-
Schreiben gebraucht werden. So können wir
im Zuge der Profilpersonalisierungen im Inter-
net inzwischen beobachten, dass den Nutzern
algorithmusbasiert immer stärker die Informa-
tionen angeboten werden, die sie aus ihren In-
teressenskonstellationen, ihrer Vernetzung mit
Peer Groups und ihrer Suchhistorie im Netz
bevorzugen. Denken wir dieses Problem zu En-
de, so wird der Journalismus als Gatekeeper
mit sozialer und demokratischer Verantwor-
tung irgendwann vollständig durch Algorith-
men und computerisierte Inhalteproduktionen
ersetzt werden können.17 Allein dieses Szena-
rio sollte Journalisten aufmerken lassen. Sie
haben noch immer die Chance, Gegenakzente
zu setzen und etwas weiterhin zu einem Be-
standteil unseres alltäglichen Informations-
und Medienkonsums zu machen, was die
Amerikaner als „serendipity“ bezeichnen – die
überraschend glückliche Zufallsentdeckung
spannender Inhalte.
Der Journalismus steht ökonomisch stark un-
ter Druck. Auch dieser Prozess wird durch das
Internet getrieben, weil es die Kostenstruktu-
ren traditioneller Medienunternehmen durch-
einanderbringt, aber auch, weil sich im Netz
alles nachvollziehen lässt. Über Seitenabruf-
zahlen und Klickraten kann statistisch genau
erhoben werden, welche Nutzerschaft ein ein-
zelner Artikel auf einer Website hatte, wie lan-
ge die User bei diesem Artikel verweilen, ob
sie einen Link im Artikel anklicken oder nicht.
Damit wird die journalistische Arbeit kleinteilig
quantitativ messbar und einem Controlling-
Prozess unterworfen, der ebenfalls dazu an-
getan ist, Mainstream-Angebote mit Massen -
attraktivitäts-Charakter zu fördern, in der Re-
cherche intensive und damit teure Themen
dagegen an die Seite zu drängen. Bis zum Auf-
kommen des Internets waren Quersubventio-
nierungen in der Medienbranche üblich. Hoch-
wertige Zeitungen mit kleinerer Auflage und
besonderem inhaltlichen Anspruch wurden
durch den wirtschaftlichen Erfolg von Massen-
blättern finanziell unterstützt. Das Geschäfts-
modell der Zeitung mit seiner inhaltlichen
Bündelung beruhte weitgehend auf diesem
Ansatz. Im Internet aber wird alles messbar,
lassen sich die Deckungsbeiträge auf den ein-
zelnen Artikel, ja auf einzelne Absätze darin
herunterbrechen. Worauf diese Entwicklung
hinausläuft, hat der Chefredakteur von „True/
Slant“, einer weiteren Webplattform für „En-
trepreneurial Journalism“, auf den Punkt ge-
bracht.18 Gefragt, welchen durchschnittlichen
Wert ein individueller Artikel bei „True/Slant“
letztlich habe, antwortete er: „Ungefähr zehn
Dollar“. Für zehn Dollar lässt sich vielleicht
noch schnell ein Artikel über handwerkliche
Aktivitäten zusammenzimmern. Über den Ein-
satz in Afghanistan, familiäre Folgen der Lang-
zeitarbeitslosigkeit oder die Ursachen von
Jugendgewalt erfahren wir für diesen Preis
sicher nichts mehr.
Wohin also wird die Reise für den Journalis-
mus gehen? Weiter ins Netz! Das Internet und
die sozialen Medien gehören heute zu unserer
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Zeitungen 2011/12 Social Media Journalismus – Wie das soziale Netz den Journalismus verändert
11) http://www.nytimes.com/2008/01/21/busi-
ness/media/21atlantic.html?_r=1
12) http://twitalyzer.com/
13) Cha, M., Haddadi, H., Benevenuto, F. & Gummadi,
K. P. (2010): Measuring User Influence in Twitter:
The Million Follower Fallacy.
http://an.kaist.ac.kr/~mycha/docs/
icwsm2010_cha.pdf
14) Meckel, M. (2011): Journalisten an der Crowdsour-
cing-Front.
http://www.focus.de/digital/internet/dld-
2011/debate/tid-20968/medienwandel-journalis-
ten-an-der-crowdsourcing-front_aid_589439.html
15) Zitat nach Süddeutsche Zeitung vom 14.10.2010.
16) Spangler, N. (2010): In demand. A week inside
the future of journalism. In: Columbia Journalism
Review, November/December.
http://www.cjr.org/feature/in_demand.php
17) Vgl. Pariser, E. (2011): The Filter Bubble. What the
Internet Is Hiding from You. New York.
18) Zitat nach New York Times Magazine vom 11. Mai
2010.
19) Zitat nach FAZ vom 3.4.2011.
20) Economist vom 9.7.2011, Seite 11.
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Zeitungen 2011/12
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Conference Paper
Full-text available
Directed links in social media could represent anything from intimate friendships to common interests, or even a passion for breaking news or celebrity gossip. Such directed links determine the flow of information and hence indicate a user's influence on others—a concept that is crucial in sociology and viral marketing. In this paper, using a large amount of data collected from Twit- ter, we present an in-depth comparison of three mea- sures of influence: indegree, retweets, and mentions. Based on these measures, we investigate the dynam- ics of user influence across topics and time. We make several interesting observations. First, popular users who have high indegree are not necessarily influential in terms of spawning retweets or mentions. Second, most influential users can hold significant influence over a variety of topics. Third, influence is not gained spon- taneously or accidentally, but through concerted effort such as limiting tweets to a single topic. We believe that these findings provide new insights for viral marketing and suggest that topological measures such as indegree alone reveals very little about the influence of a user.
Journalisten an der Crowdsourcing-Front
  • M Meckel
Meckel, M. (2011): Journalisten an der Crowdsourcing-Front.
In demand. A week inside the future of journalism
  • N Spangler
Spangler, N. (2010): In demand. A week inside the future of journalism. In: Columbia Journalism Review, November/December. http://www.cjr.org/feature/in_demand.php