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Online-Journalismus braucht neue moralische Normen

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Wirft der Online-Journalismus neue moralische Fragen auf? Oder sind es die klassischen Fragen der journalistischen Berufsethik, die jetzt im elektronischen Gewand daherkommen? Wie reagiert der Journalismus auf die moralischen Aspekte des Online-Journalismus? 1 Das Internet wird häufi g als Quelle neuer moralischer Probleme gesehen, während aus medienethischer Perspektive auch viele positive Aspekte zu verzeichnen sind. Zum Beispiel die Interaktivität, die den Journalismus für das Publikum viel zugänglicher macht. Dadurch kann es schneller und einfacher auf Veröffentlichungen von Journalisten reagieren. Die Benutzung von Hyperlinks macht es möglich, ergänzendes Material ins Internet zu stellen. Die vom Journalisten beim Verfassen seines Artikels benutzten Hintergrundinformationen und Dokumente können im Prinzip unbeschränkt zu Rate gezogen werden. Das ist ein Service für das Publikum, denn so kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen und die Journalisten kontrollieren. Auf diese Weise entsteht auch ein transparenter Journalismus, weil das Publikum Einblick in den journalistischen Prozess und das Rohmaterial erhält. Der Journalismus kann jetzt – ohne kostbaren Raum oder Zeit opfern zu müssen – z. B. in einem „Sidebar Link“ die Erwägungen über den Nachrichtenwert und die Verhaltenslinien darstellen und so den Lesern Rechenschaft ablegen. Ein weiterer Pluspunkt des Online-Journalismus ist, dass er von den Mainstream-Medien nicht berücksichtigten Gesichtspunkten volle Aufmerksamkeit schenken kann. Moralische Dilemmas gibt es auch, z. B. das Spannungsverhältnis zwischen Schnelligkeit und Gewissenhaftigkeit. Müssen die traditionellen Standards im Hinblick auf Gewissenhaftigkeit und Vollständigkeit in einer durch Geschwindigkeit gekennzeichneten Online-Umgebung uneingeschränkt aufrechterhalten werden? Und wie verhält es sich mit dem Überprüfen von Informationen? Reicht der Hinweis, dass eine Geschichte inzwischen schon anderswo veröffentlicht worden ist, als Rechtfertigung aus, sie selber auch zu publizieren, ohne zu kontrollieren, ob die Geschichte

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The aim of this article is to analyse the perception of Spanish journalists in relation to the greater or lesser effectiveness of traditional self regulation mechanisms in comparison to new mechanisms that have recently emerged with the arrival of digital technologies. Results from surveys (n=420), in-depth interviews (n=30) and focus groups (n=6) confirm the acceptance of these mechanisms whose greatest impact requires the operation of all of them as a “system”, because considered individually, none are as effective in securing more ethical behavior in the company which decides to use them. The instrument that receives the highest score (7.5) is the public pressure through social networks. The concept of a seal of ethical quality has been valued in line with the existing mechanisms. In any case, it seems that neither the seal nor the rest of the analyzed instruments may ever replace the personal ethics of the journalist that appears as the bedrock of the strata that determines ethics in journalistic outlets.
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Neben Information, Unterhaltung und Transaktion sind es in erster Linie Sozialkontakte, die im Internet gesucht und gefunden werden. Im Zuge von Online-Sozialkontakten werden Identitäten dargestellt und wahrgenommen, zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und soziale Gemeinschaften gegründet. Mittels Internet gelangen Personen und Gruppen in unsere kommunikative Reichweite, denen wir außerhalb des Netzes nie begegnet wären. Zudem erlauben die Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation (z.B. Pseudonymität, schriftliche Gespräche, Selbstdarstellung durch Avatare, Adressierung vielfältiger Publika) einen veränderten Umgang miteinander. Die große Mehrzahl der Internet-Nutzerinnen und -Nutzer erlebt Sozialkontakte im Internet als positiv und bereichernd. Bei einer Minderheit dagegen führt die Suche nach Sozialkontakten im Internet zu Problemen, etwa zu einer suchtähnlichen oder zwanghaften Extremnutzung, zu Belästigung, sozialen Konflikten, Verletzungen der Privatsphäre usw. Sozialkontakte im Internet tragen zum Empowerment gesellschaftlicher Minderheiten bei. Bei Minderheiten, die als zu Unrecht diskriminiert gelten, wird dies als Chance gewürdigt. Bei Minderheiten, die im jeweiligen kulturellen Umfeld als zu Recht ausgegrenzt gelten, gilt Internet-Empowerment dagegen als Gefahr. Die Virtualisierung sozialer Kontakte erschließt nicht zuletzt der sozialwissenschaftlichen Forschung neue Untersuchungsformen und Datenquellen, erfordert aber auch neue ethische Richtlinien.
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