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Phantomschmerz nach Enucleatio bulbi

Authors:
  • Pallas Kliniken Switzerland

Abstract

Background Phantom pain is a well known and extensively documented complication after limb amputation. Nearly all surgical disciplines have to deal with phantom symptoms related to different anatomical regions and organs but limited data is available about phantom eye pain (PEP) after enucleation. Only one pilot study is present in literature. It was the aim of this study to analyze a group of patients with a standardized surgical procedure of enucleation concerning the incidence of PEP and its relation to further preoperative and postoperative data. Patients and methods A standardized questionnaire was sent to all enucleation patients with primary orbital implant performed between 1.1.1986 and 31.12.1995 at Münster University. Data of 94 patients could be analyzed with regard to PEP, perioperative pain symptoms and further ophthalmological and surgical data. Results 24 of 94 patients reported PEP after enucleation. The frequency of PEP was less than once per month in the majority of patients (71%). 2 of 24 patients suffered from PEP on more than 4 days/month. Perioperative pain symptoms (ocular pain [OP], preoperative and postoperative headache) were reported with a higher proportion (each p<0.0025) in patients with PEP compared to those not affected by PEP. All patients with a preoperative history of OP longer than 5 years and 75% of patients with OP longer than 12 months of pre-enucleation OP were affected by PEP. Conclusions Phantom eye pain is present in nearly 1/4 of patients after enucleation and is significantly related to other perioperative pain symptoms.
Schmerzhafte und nicht-schmerzhafte
Wahrnehmungen (Phantomsymptome)
zuvor entfernter Körperteile oder Orga-
ne sind ein seit langem bekanntes [17] und
in fast allen chirurgischen Disziplinen der
Medizin beobachtetes Phänomen.Phan-
tomsymptome wurden berichtet nach
Entfernung von Extremitäten [26], Zäh-
nen [15], Mammae [37],Genitalien [10]
und inneren Organen [23].
Schmerzhafte Wahrnehmungen ent-
fernter Organe oder Körperteile (Phan-
tomschmerzen, Definition nach [4]) re-
präsentieren innerhalb des Komplexes
von Phantomsymptomen für Betroffene
das am meisten belastende Symptom und
bedürfen nicht selten einer therapeuti-
schen Intervention. Nach chirurgischer
Entfernung oder traumatischem Verlust
von Extremitäten ist der Phantomschmerz
die häufigste Komplikation überhaupt.
Seine Inzidenz wird zwischen 50 und 78%
aller Patienten beziffert [13,18, 31].
Über das Auftreten von Phantom-
schmerzen nach Entfernung eines Auges
finden sich in der Literatur bislang nur
sehr wenige Hinweise.Aufgrund mangeln-
der Daten schloss Velhagen 1982 [35]:
„einen eigentlichen Phantomschmerz ...
scheint es in der Ophthalmologie nicht zu
geben, aber nach Enukleation erleben wir
einen diffusen Schmerz um die Augen-
höhle herum, der durch Konjunktivitis
nur unbefriedigend für Arzt und Patient
geklärt ist“.Nicolodi et al. [19] berichte-
ten als Erste 1997 über Phantomschmer-
zen in einer Pilotstudie an einer hetero-
genen Gruppe von Patienten mit Evisze-
ration und Enukleation. Der Anteil der
Originalien
H.Gerding1· O.Vo1· I.W.Husstedt2· S. Evers2· P. Sörös2
1 Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde,Universität und Universitätsklinikum Münster
2 Klinik und Poliklinik für Neurologie,Universität und Universitätsklinikum Münster
Phantomschmerz
nach Enucleatio bulbi
von einem postoperativen Phantom-
schmerz betroffenen Patienten belief sich
in dieser Pilotstudie auf 28%. Phantom-
schmerzen nach Enukleation sind zu dif-
ferenzieren von symptomatischen, sekun-
dären, psychogenen oder Cluster-Kopf-
schmerzen, die nach einer Enukleation
beschrieben wurden [1, 2,5, 7, 8,9, 16, 22,27,
30,34, 36, 38].
Ziel dieser Studie war es, die Häufig-
keit von Phantomschmerzen nach Enu-
kleation in einer größeren Gruppe von
Patienten mit standardisiertem operati-
ven Vorgehen zu untersuchen und die Er-
gebnisse in Relation zu verschiedenen prä-
und postoperativen Parametern zu ana-
lysieren.
Patienten und Methoden
Aus der fortlaufenden Dokumentation
operativer Eingriffe an der Universitäts-
Augenklinik Münster wurden 331 Patien-
ten identifiziert, bei denen zwischen dem
1.1.1986 und dem 31.12.1995 eine operative
Entfernung eines Auges vorgenommen
worden war. 266 dieser Patienten wurden
in einer Basisdatei erfasst,für die folgen-
de Bedingungen erfüllt waren: Alter zum
Zeitpunkt des Eingriffs mindestens 18 Le-
bensjahre, Rechtsfähigkeit des Patienten
zum Zeitpunkt des Eingriffes, lückenlose
Verfügbarkeit der prä- und postoperati-
ven Dokumentation und Homogenität des
operativen Vorgehens. Als Homogenitäts-
kriterium des operativen Vorgehens wur-
de definiert: Enukleation mit primärer Ein-
bringung eines an mindestens 4 Augen-
muskeln fixierten Orbitaimplantats in
Form eines durch lyophylisierte Sklera
oder durch Kunststoffgewebe (Gore Tex®)
umhüllten Kugelimplantates („baseball
implant“). Eine Kontaktaufnahme zu al-
len in der Basisdatei enthaltenen Patien-
ten wurde durch Zusendung eines stan-
dardisierten Fragebogens angestrebt. In-
haltlich umfasste dieser Bogen 34 Frage-
komplexe (106 Items) über verschiedene
mit der Enukleation in zeitlichem Zusam-
menhang stehende prä- und postoperati-
ve Symptome,deren phänomenologischer
und zeitlicher Ausprägung sowie eventu-
eller Behandlungsmaßnahmen. An dieser
Befragung beteiligten sich 100 der 266 an-
geschriebenen Patienten (Rekrutierungs-
quote: 38%); 31 Patienten (12%) waren zwi-
schenzeitlich seit der Entfernung des Au-
ges verstorben,47 Personen (18%) konn-
ten auf dem Postweg nicht mehr kontak-
tiert werden; von weiteren 87 Patienten
(33%) ging keine Rückmeldung ein.Von
den erhaltenen 100 Fragebogen (35% des
Basiskollektivs) waren 94 für eine Auswer-
tung verwendbar.Die erhaltenen Rückant-
worten wurden in eine Datenbank (dBase
3.0) übertragen und unter Verwendung
von Microsoft Excel (Version 97) und dem
Statistikpaket WinStat (Version 2000.1)
ausgewertet. Datensätze stetiger Merkma-
le wurden durch Angabe des arithmeti-
schen Mittelwertes und der Standardab-
weichung sowie durch Median und Spann-
weite, qualitative Merkmale durch Anga-
be von Häufigkeit und Prozentualanteil
Der Ophthalmologe 11 ·
2003
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943
Ophthalmologe 2003 · 100: 943–949
DOI 10.1007/s00347-003-0828-9
Online publiziert: 26. September 2003
© Springer-Verlag 2003
In Auszügen vorgetragen auf der 99.Jahrestagung
der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft
in Berlin, 29.9.–2.10.2001.
Tabelle 1
Deskriptive Statistik von 94 Patienten mit Enukleation und Vergleich von Merkmalsausprägungen und
Merkmalshäufigkeiten verschiedener Parameter in der Gruppe von Patienten ohne (n=70) und mit (n=24) Wahrnehmung
einer Phantomschmerzsymptomatik des entfernten Auges
Alle Ohne Mit p roh p bereinigt
Phantomschmerz Phantomschmerz Einfacher Test Bonferroni-Verfahren
(n=94) (n=70) (n=24)
Alter bei Enukleation (Lebensjahre) 50,7±17,0 52,7±17,3 45,0±14,8 p<0,025 n.s.
54 (20–82) 56 (21–82) 45 (20–76)
Geschlechtsverteilung: Männer 64 (68%) 52/70 (74%) 12/24 (50%) p<0,05 n.s.
Frauen 30 (32%) 18/70 (26%) 12/24 (50%)
Seite (R/L) 48/46 37/33 11/13 n.s. n.s.
Latenz Enukleation bis Befragung 7,3±3,1 7,2±3,2 7,7±2,7 n.s. n.s.
[Jahre] 7 (3–19) 6,5 (3–19) 7 (4–14)
Ätiologie
Bulbusverletzungen 32/94 (34%) 21/70 (30%) 11/24 (46%) n.s. n.s.
Tumore 20/94 (21%) 19/70 (27%) 1/24 (4%) p<0,025 n.s.
Netzhauterkrankungen (PVR, PDVR) 14/94 (15%) 10/70 (14%) 4/24 (17%) n.s. n.s.
Glaukom 12/94 (13%) 9/70 (13%) 3/24 (13%) n.s. n.s.
Andere 16/94 (17%) 11/70 (16%) 5/24 (21%) n.s. n.s.
Okuläre Schmerzsymptomatik vor Enukleation 36/94 (38%) 16/70 (23%) 20/24 (83%) p<0,0001 p<0,0025
Kopfschmerzsymptomatik vor Enukleation 26/94 (28%) 9/70 (13%) 17/24 (71%) p<=0,0001 p<0,0025
Kopfschmerzsymptomatik nach Enukleation 38/94 (40%) 19/70 (27%) 19/24 (79%) p0,0001 p<0,0025
Definierte Pathologie des 2. Auges 25/94 (27%) 16/70 (23%) 9/24 (38%) n.s. n.s.
Funktion des 2.Auges 0,9–1,25 64/94 (68%) 46/70 (66%) 18/24 (75%) n.s. n.s.
0,4–0,8 24/94 (26%) 22/70 (31%) 2/24 (8%) n.s. n.s.
KL–0,3 6/94 (6%) 2/70 (3%) 4/24 17%) p<0,025 n.s.
pIrrtumswahrscheinlichkeit für das Verwerfen der Nullhypothese,Rrechts,Llinks,PVR proliferative Vitreoretinopathie, PDVR proliferative diabetische Vitreoretinopathie,
KL keine Lichtscheinwahrnehmung.
Originalien
beschrieben. Für eine statistische Bewer-
tung quantitativer Datensätze wurde der
U-Test (Wilcoxon-Mann) für unabhängi-
ge Gruppen verwendet. Eine statistische
Bewertung der Häufigkeitsverteilung qua-
litativer Daten wurde mit dem χ2-Vierfel-
der-Test vorgenommen. Bei Gruppengrö-
ßen mit einem n<7 kam der χ2-Stern-Test
[28] zur Anwendung.Korrelationen wur-
den durch Berechnung des Spearman-
Rang-Korrelationskoeffizienten evaluiert.
Wegen der Mehrfachverwendung des Da-
tenkörpers wurden Grenzwerte für das
Verwerfen der Nullhypothese nach dem
Bonferroni-Verfahren [28], wie im Einzel-
fall angegeben, höher als bei einfacher Ver-
wertung des Datenkörpers veranschlagt.
Verteilung und Merkmalsausprägung wur-
den als statistisch signifikant bewertet,
wenn folgende Bedingung erfüllt war: p x
n <0,05 (p Irrtumswahrscheinlichkeit des
einfachen Testverfahrens, n Anzahl der
ausgeführten Testverfahren für das Grund-
kollektiv).Die deskriptive Statistik des die-
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Der Ophthalmologe 11 ·
2003
944
ser Auswertung zugrunde liegenden Pati-
entengutes ist in Tabelle 1 enthalten.Das
Alter der Patienten betrug zum Zeitpunkt
der Enukleation im Median 60,5 (60/61)
Lebensjahre (Spanne: 26–88 Lebensjahre).
Die Nachbeobachtungszeit belief sich min-
destens auf 3 Jahre,maximal auf 19 und im
Median auf 7 Jahre.In der Geschlechtsver-
teilung war ein Überwiegen des Anteils
männlicher Probanden festzustellen
(m:w=64:30). Der statistische Überhang
männlicher Probanden rekrutierte sich
überwiegend aus ätiologisch auf Bulbus-
verletzungen zurückzuführende Indikati-
on zur Enukleation (Geschlechtsverhält-
nis bei Verletzungen: m:w=28:4).
Ergebnisse
Die Wahrnehmung einer Phantom-
schmerzsymptomatik des entfernten Au-
ges wurde von 24 der 94 Patienten des Kol-
lektivs (26%) angegeben; 17 der 24 betrof-
fenen Patienten (71%) gaben eine
Schmerzfrequenz von durchschnittlich
weniger als 1 Tag pro Monat an.Von 6 Pa-
tienten (25%) wurden Phantomschmer-
zen mindestens 2-mal monatlich,von 2 Pa-
tienten häufiger als 4-mal pro Monat (8%)
und von 1 Patienten (4%) als eine täglich
wiederkehrende Symptomatik beschrie-
ben.
Die Häufigkeit von 3 der analysierten
Merkmale verwies auf einen hochsignifi-
kanten Unterschied zwischen Patienten
mit und ohne Phantomschmerzsympto-
matik (s. Tabelle 1):
1. eine präoperative okulare Schmerz-
symptomatik des enukleierten
Auges,
2. eine Kopfschmerzsymptomatik vor
der Enukleation und
3. eine Kopfschmerzsymptomatik nach
Enukleation (p jeweils <0,0025).
Eine präoperative Schmerzsymptomatik
des enukleierten Auges wurde von 36 Pa-
Zusammenfassung · Abstract
Ophthalmologe 2003 · 100:943–949
DOI 10.1007/s00347-003-0828-9
© Springer-Verlag 2003
H. Gerding · O.Vo · I. W. Husstedt · S.Evers · P. Sörös
Phantomschmerz nach Enucleatio bulbi
once per month in the majority of patients
(71%). 2 of 24 patients suffered from PEP on
more than 4 days/month.Perioperative pain
symptoms (ocular pain [OP], preoperative and
postoperative headache) were reported with a
higher proportion (each p<0.0025) in patients
with PEP compared to those not affected by PEP.
All patients with a preoperative history of OP
longer than 5 years and 75% of patients with OP
longer than 12 months of pre-enucleation OP
were affected by PEP.
Conclusions. Phantom eye pain is present in
nearly 1/4 of patients after enucleation and is
significantly related to other perioperative pain
symptoms.
Keywords
Phantom pain · Phantom eye syndrome ·
Enucleation · Ocular pain · Headache
Abstract
Background. Phantom pain is a well known and
extensively documented complication after limb
amputation.Nearly all surgical disciplines have to
deal with phantom symptoms related to diffe-
rent anatomical regions and organs but limited
data is available about phantom eye pain (PEP)
after enucleation.Only one pilot study is present
in literature.It was the aim of this study to ana-
lyze a group of patients with a standardized sur-
gical procedure of enucleation concerning the
incidence of PEP and its relation to further pre-
operative and postoperative data.
Patients and methods. A standardized ques-
tionnaire was sent to all enucleation patients
with primary orbital implant performed between
1.1.1986 and 31.12.1995 at Münster University.
Data of 94 patients could be analyzed with re-
gard to PEP, perioperative pain symptoms and
further ophthalmological and surgical data.
Results. 24 of 94 patients reported PEP after
enucleation.The frequency of PEP was less than
häufiger als an 4 Tagen/Monat angegeben.
Patienten mit Phantomschmerzsymptomatik
waren häufiger von anderen perioperativen
Schmerzsymptomen (präoperativer Augen-
schmerz, prä- und postoperative Kopfschmerz-
symptomatik,alle p<0,0025) betroffen als
Patienten ohne Phantomschmerzen.
Schlussfolgerungen. Phantomschmerzen des
Auges werden bei etwa 1/4 aller Patienten nach
Enukleation mit niedriger Symptomfrequenz
beobachtet.Eine perioperative Augen- bzw.
Kopfschmerzsymptomatik korreliert signifikant
mit dem Auftreten von Phantomschmerzen.
Schlüsselwörter
Phantomschmerz · Phantomauge ·
Phantomsyndrom · Augenschmerz ·
Kopfschmerz
Zusammenfassung
Hintergrund. Phantomschmerzen sind ein in
vielen chirurgischen Disziplinen bekanntes
Symptom.Bei ophthalmologischen Patienten
wurde das Auftreten von Phantomschmerzen
nach Enukleation mit Ausnahme einer Pilotstu-
die [19] bislang nicht systematisch untersucht.
Fragestellung. Ziel war es,an einem umfassen-
den Kollektiv von Patienten mit standardisiertem
operativen Vorgehen das Auftreten von Phan-
tomschmerzen nach Enukleation zu erheben
und die Relation zu verschiedenen prä- und
postoperativen Faktoren zu analysieren.
Patienten und Methoden. Standardisierte
retrospektive Befragung von Patienten nach
Enukleation.
Ergebnisse. Phantomschmerzen nach Enuklea-
tion berichteten 24/94 Probanden (26%).Phan-
tomschmerzen wurden überwiegend (17/24)
selten (<einmal monatlich) und nur von 2/24
Phantom pain after enucleation
tienten des Gesamtkollektivs (38%) be-
richtet. Bei Patienten ohne Wahrnehmung
von Phantomschmerzen belief sich der
Anteil mit einer okularen Schmerzsymp-
tomatik vor Enukleation auf 23%; bei Pa-
tienten mit Phantomsymptomatik war vor
der Enukleation zu 83% eine Schmerz-
symptomatik des enukleierten Auges ma-
nifest. 50% der Patienten mit späterer
Phantomschmerzsymptomatik waren
über einen Zeitraum von weniger als ei-
nem Monat,38% über mindestens 12 Mo-
nate und 25% über mindestens 5 Jahre von
der okulären Schmerzsymptomatik vor
Entfernung des jeweiligen Auges betrof-
fen. In der Subgruppe von Patienten mit
einer okulären Schmerzsymptomatik vor
Enukleation (n=36) kam es in jedem Fall,
bei dem die okuläre Schmerzsymptoma-
tik vor Enukleation mindestens 5 Jahre
bestanden hatte, nach der Enukleation zur
Wahrnehmung von Phantomschmerzen
des Auges. Hatte die Schmerzsymptoma-
tik des Auges vor Enukleation mindestens
12 Monate bestanden,trat bei 75% der Pa-
tienten nach Enukleation ein Phantom-
schmerz auf. Die Hälfte aller Phantom-
schmerzpatienten gab an,an mindestens
4 Tagen pro Woche vor der Enukleation
unter einer okularen Schmerzsymptoma-
tik des entfernten Auges gelitten zu ha-
ben. Frequenz und Dauer der präopera-
tiven Schmerzsymptomatik vor Enuklea-
tion korrelierten signifikant positiv (p be-
reinigt jeweils <0,001) mit der Phantom-
schmerzfrequenz.
Eine Kopfschmerzsymptomatik vor
Enukleation wurde von insgesamt 26 der
94 Studienteilnehmer (28%) berichtet.
Deutlich unterschied sich die Häufigkeit
zwischen der Patientengruppe mit späte-
rer Wahrnehmung von Phantomschmer-
zen: Hier belief sich der Anteil auf 71% im
Gegensatz zu 13% bei Personen ohne Phan-
tomschmerzen.Fünf der 26 Patienten mit
präoperativer Kopfschmerzsymptomatik
waren als primär zu klassifizieren; in 3 Fäl-
len handelte es sich um eine Migräne, in
2 Fällen um einen Spannungskopfschmerz.
Überwiegend, bei 21/26 Patienten (81%),
war eine sekundäre,mit dem Verletzungs-
geschehen des Auges oder der Pathologie
des Auges in Zusammenhang stehende
Kopfschmerzsymptomatik zugrunde lie-
gend. Ein statistisch signifikanter Zusam-
menhang zwischen Klassifikation und
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Originalien
Symptomfrequenz der präoperativen
Kopfschmerzsymptomatik und der Mani-
festation eines okularen Phantomschmer-
zes war nicht zu erkennen.
Eine Kopfschmerzsymptomatik nach
Enukleation bestand bei 38 der 94 Patien-
ten (40%). Patienten mit Phantom-
schmerz des enukleierten Auges waren
davon deutlich häufiger betroffen (79%)
als die Komplementärgruppe ohne Phan-
tomschmerzen (27%).Der Anteil von Pa-
tienten mit einer Besserung der vor der
Enukleation bestehenden Kopfschmerz-
symptomatik belief sich auf 42% (11/26).
Trotz dieser Besserung war in dieser Grup-
pe ein relativ hoher Anteil aller Patienten
(73%, 8/11) von einer Phantomschmerz-
symptomatik betroffen: 20 der 94 Patien-
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Abb. 1 Übersicht zur Überschneidung der Merkmale einer präoperativen
Schmerzsymptomatik des Auges, einer präoperativen Kopfschmerzsymptomatik,
einer postoperativen Kopfschmerzsymptomatik und Phantomschmerz des
enukleierten Auges in der analysierten Gruppe von 94 Patienten
Abb. 2 Beziehung zwischen der Anzahl an Schmerzsympto-
men und der relativen Häufigkeit der Manifestation eines Phan-
tomschmerzes in dem analysierten Patientenkollektiv (n=94).
Erhobene Schmerzsymptome, die bei dieser Zusammenstellung
berücksichtigt wurden, waren: 1.Schmerzsymptomatik des be-
troffenen Auges vor Enukleation,2. Kopfschmerzsymptomatik
vor Enukleation, 3.Kopfschmerzsymptomatik nach Enukleation
Abb. 3a–c Deafferenz-Reorganisations-Modell der Entstehung von Phantomschmerzen am Bei-
spiel des Verlustes einer oberen Extremität.aAusgangssituation, bAfferenzverlust nach Verlust des
Armes,cReorganisation des somatosensorischen Kortex durch neue Afferenzen aus Bereichen,die
der kortikalen Repräsentation des Armes benachbart sind. Die skizzierte Größe der Körperpartien
(Homunkulus) repräsentiert die Flächengröße des jeweiligen Organs im somatosensorischen Kortex.
Zu beachten ist die kleinflächige Repräsentanz des Auges. (Modell modifiziert nach [26].Darstellung
des somatosensorischen Homunkulus modifiziert nach [24].)
ten gaben an, dass nach der Enukleation
ein neuer, vorher unbekannter Kopf-
schmerz aufgetreten sei; 40% (8/20) die-
ser Gruppe war von einem Phantom-
schmerz betroffen.
Der Symptomkomplex einer präope-
rativen okularen Schmerzsymptomatik
(AS),einer prä- oder postoperativen Kopf-
schmerzsymptomatik (KV und KN) und
der Manifestation von Phantomschmer-
zen (PS) wies in dem analysierten Patien-
tengut weitgehende Überschneidungen,
d. h.eine hohe Merkmalskoinzidenz der
Einzelsymptome auf.Eine Übersicht hier-
zu vermittelt die Abb.1.Die Hälfte aller
Patienten mit einem Phantomschmerz
war von allen 3 Schmerzsymptomen (AS,
KV, KN) betroffen; 83% aller Patienten mit
einer Phantomschmerzwahrnehmung des
enukleierten Auges waren von 2 der
3 Schmerzsymptome betroffen. Nur 4 Pa-
tienten (17%) waren lediglich von 1 der
3 Schmerzsymptome betroffen. Ein Phan-
tomschmerz des enukleierten Auges ent-
wickelte sich bei keinem Patienten, der
nicht mindestens eines der anderen
Schmerzsymptome erfahren hatte.Die mit
der Anzahl der Schmerzsymptome zuneh-
mende relative Häufigkeit eines Phantom-
schmerzes ist in Abb.2 dargestellt.
Der statistische Vergleich von Parame-
terausprägungen zwischen Patienten mit
und ohne Wahrnehmung von Phantom-
schmerz des entfernten Auges ergab kei-
ne signifikanten Unterschiede hinsicht-
lich der Seitenzugehörigkeit (R/L) des ent-
fernten Auges, der Häufigkeit des Vorlie-
gens einer definierten Pathologie am ver-
bleibenden 2. Auge und bei der durch-
schnittlichen zeitlichen Latenz zwischen
Durchführung des Eingriffs und dem Be-
fragungszeitpunkt. Tendenziell war die
Gruppe von Patienten mit einer Wahrneh-
mung von Phantomschmerzen zum Zeit-
punkt der Enukleation jünger als die
Komplementärgruppe ohne Phantom-
schmerzen; wegen der Mehrfachverwen-
dung des Datenkörpers kann dieser Al-
tersunterschied nach der Bonferroni-Kor-
rektur nicht als signifikant bewertet wer-
den. In gleicher Weise ist die höhere Rate
manifester Phantomschmerzen bei Frau-
en und die Relation von Phantomschmer-
zen und zugrunde liegender Pathologie
des enukleierten Auges zu bewerten. Ein
signifikanter Verteilungsunterschied der
Phantomschmerzsymptomatik in Relati-
on zur Funktion des verbliebenen Auges
konnte ebenfalls nicht ausgemacht wer-
den.
Diskussion
Die Ergebnisse der durchgeführten Stu-
die zeigen, dass Phantomschmerzen des
Auges nach Enukleation eine von nicht
wenigen Patienten empfundene postope-
rative Symptomatik darstellen. Phantom-
schmerzen wurden in dieser Studie von
etwa 1/4 aller Probanden (26%) berichtet.
Eine ähnliche Größenordnung (28%) der
Inzidenz von Phantomschmerzen wurde
in der einzigen zu dieser Thematik ver-
fügbaren Referenz von Nicolodi et al. [19]
über ein weniger umfangreiches Kollektiv
von Patienten nach Enukleation bei in-
traokularen Tumoren beschrieben. Die
empfundene Phantomschmerzsympto-
matik trat beim überwiegenden Anteil al-
ler Patienten als ein relativ seltenes Ereig-
nis auf und wurde bei 71% aller Betroffe-
nen im Durchschnitt an weniger als 1 Tag
pro Monat als Symptom wahrgenommen.
Nur bei 1 Patienten wurden Phantom-
schmerzen als ein täglich erlebtes Symp-
tom beschrieben. Die überwiegend nied-
rige Frequenz der Manifestation von
Phantomschmerzen mag dazu beigetra-
gen haben, dass diese Symptomatik bis-
lang in der wissenschaftlichen Literatur
kaum Beachtung gefunden hat [35].Im
Vergleich zu der hier beobachteten Inzi-
denz und Frequenz von Phantomschmer-
zen des enukleierten Auges treten Phan-
tomschmerzen nach einem Extremitäten-
verlust um ein Vielfaches häufiger auf [13,
18,31].
Nicht auszuschließen ist,dass ein Teil
der bisher in der Literatur als Orbita-
schmerzen („socket pain“) klassifizierten
Symptomatik tatsächlich einer Phantom-
schmerzsymptomatik zuzuordnen ist.B ei
Durchsicht publizierter Arbeiten ist festzu-
stellen, dass eine Teilmenge beschriebe-
ner Schmerzempfindungen trotz des Be-
mühens um eine ätiologische Zuordnung
zu orbitalen Gegebenheiten nicht zu er-
klären war.Nicht selten wurde eine emp-
fundene Schmerzsymptomatik bei Pati-
enten nach Enukleation als diffus,uner-
klärt oder nur durch psychische Gegeben-
heiten begründbar beschrieben [1, 30,35].
Die einem Phantomschmerz prinzipi-
ell zugrunde liegenden pathophysiologi-
schen Mechanismen konnten durch ak-
tuelle neurobiologische und vor allem
auch neuroradiologische Studien der letz-
ten Jahre weitgehend aufgeklärt werden.
Die lange propagierte Hypothese, Phan-
tomschmerzen und andere Phantom-
symptome entstünden wesentlich durch
eine Reizung von lokal an der Amputati-
onsstelle gebildeten Neuromen der durch-
trennten afferenten Nerven, wird heute
nicht mehr in erster Linie als Hauptursa-
che von Phantomschmerzen betrachtet
[26].Aufgrund neuerer Arbeiten wird die
Entstehung des Phantomschmerzes viel-
mehr auf einen Deafferenz-Reorganisati-
ons-Mechanismus der die verlorene Kör-
perpartie somatosensorisch repräsentie-
renden Areale des Kortex zurückgeführt.
In Abb.3 ist dieses Modell schematisch
dargestellt. Nach Entfernung von Körper-
teilen tritt nach diesem Modell aufgrund
des Verlustes afferenter Neurone eine kor-
tikale Umorganisation ein,bei der die von
der Deafferenz betroffenen kortikalen
Areale als neue Aufgabe eine somatosen-
sorische Repräsentation für benachbarte
Regionen der entfernten Körperteile über-
nehmen [14, 25].Diese Reorganisation des
somatosensorischen Kortex und das um-
organisierte Ansprechen über neue affe-
rente Verknüpfungen wird als der wesent-
liche Mechanismus der Phantomschmerz-
entstehung betrachtet [26].Bei Patien-
ten mit Amputation einer oberen Extremi-
tät konnte eine hochsignifikante Korrela-
tion zwischen dem Ausmaß der kortika-
len Reorganisation und der Intensität
wahrgenommener Phantomschmerzen
belegt werden [3, 6].Die im Vergleich zu
Extremitäten geringfügige somatosenso-
rische Repräsentation des Auges mag dazu
beitragen, dass Phantomschmerzen im
Vergleich zu einem Extremitätenverlust
als wesentlich selteneres Ereignis wahr-
genommen werden.
Bei Patienten mit einem Extremitäten-
verlust wurde eine signifikante positive
Korrelation zwischen der präoperativen
Schmerzsymptomatik und der Ausbil-
dung eines Phantomschmerzes von meh-
reren Arbeitsgruppen beschr ieben [11, 12,
20, 21]. Erklärt werden kann dieser Zu-
sammenhang durch Beobachtungen ei-
ner durch Schmerzen ausgelösten inten-
Der Ophthalmologe 11 ·
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Originalien
sivierten Reorganisation des somatosen-
sorischen Kortex beim Menschen [33].Bei
den hier analysierten weiteren Schmerz-
symptomen war,ähnlich wie bei Patienten
nach einem Extremitätenverlust und an-
deren Phantomschmerzausprägungen,
eine Assoziation zwischen erlebter Organ-
schmerzsymptomatik und anschließen-
der Phantomschmerzmanifestation fest-
zustellen [11, 12,21, 32]. Patienten mit ei-
ner Phantomschmerzsymptomatik wa-
ren hochsignifikant häufiger auch von ei-
ner präoperativen Schmerzsymptomatik
des Auges und/oder von einer präopera-
tiven bzw.postoperativen Kopfschmerz-
symptomatik betroffen. In der von Nico-
lodi et al. [19] publizierten Studie wurde
ebenfalls tendenziell eine höhere Inzidenz
des Phantomschmerzes nach Enukleati-
on bei Kopfschmerzpatienten berichtet.
In dem hier analysierten Studienkollek-
tiv war über eine einfache Assoziation von
Phantomschmerzen und anderen
Schmerzsymptomen eine deutliche Zu-
nahme der relativen Inzidenz des Phan-
tomschmerzes mit der Anzahl assoziier-
ter Schmerzsymptome (s. Abb.2) festzu-
stellen. Hinweise auf einen möglichen Zu-
sammenhang zwischen assoziierten
Schmerzsymptomen und der Manifesta-
tion von Phantomschmerzen des entfern-
ten Auges ergeben sich aus der hier ge-
machten Beobachtung, dass keiner der
Patienten mit Phantomschmerzen nicht
mindestes von 1 der 3 analysierten
Schmerzsymptome (präoperativer Augen-
schmerz, prä- und postoperative Kopf-
schmerzsymptomatik) betroffen war.
Neben den oben erwähnten Mechanis-
men einer schmerzinduzierten beschleu-
nigten Reorganisation könnten zumin-
dest für die Assoziation zwischen präope-
rativer Schmerzsymptomatik des entfern-
ten Auges und der postoperativen Phan-
tomschmerzsymptomatik Mechanismen
der neuronalen Potenzierung schmerzas-
soziierter Afferenzen von Bedeutung sein
[29, 39].Die mögliche Bedeutung einer
okularen Schmerzsymptomatik für die
Entstehung von Phantomschmerzen wird
durch die Feststellung untermauert, dass
mit der präoperativen Dauer dieser Symp-
tomatik eine deutliche Zunahme der In-
zidenz des Phantomschmerzes und eine
signifikant positive Korrelation zwischen
präoperativen okularen Schmerzen und
der postoperativen Frequenz von Phan-
tomschmerzen zu verzeichnen war.
Der Schluss,eine effektive und frühzei-
tige Therapie der 3 assoziierten Schmerz-
symptome (präoperativer Bulbusschmerz,
prä- und postoperative Kopfschmerzsym-
ptomatik) oder die frühe Ausführung einer
Enukleation könne das Auftreten eines
Phantomschmerzes des Auges verhinder n,
scheint nahe liegend,sollte aber, vor Um-
setzung in eine allgemeine Therapieemp-
fehlung, im Rahmen einer prospektiven
Studie evaluiert werden.
Fazit für die Praxis
Phantomschmerzen nach Enukleation eines
Auges treten etwa bei jedem 4.Patienten auf.
Die Frequenz des Phantomschmerzes ist über-
wiegend
niedrig (weniger als einmal monat-
lich). Die Wahrscheinlichkeit eines Phantom-
schmerzes nach Enukleation ist deutlich er-
höht bei länger bestehender präoperativer
Schmerzsymptomatik des entfernten Auges
und bei Personen mit einer prä- und postope-
rativen Kopfschmerzsymptomatik.
Korrespondierender Autor
Prof. Dr. H. Gerding
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde,
Universitätsklinikum Münster,Domagkstraße 15,
48129 Münster
E-Mail: gerdinh@uni-muenster.de
Danksagung
Die Autoren danken dem Stollfuß Verlag/Bonn für
die Überlassung eines Computers,der für die Daten-
erfassung im Rahmen dieser Studie verwendet wur-
de.B esonderer Dank gilt Helga Ezelius für die kriti-
sche Durchsicht und Hilfe bei der Manuskriptbear-
beitung.
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Der Ophthalmologe 11 ·
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949
Neue Online-Broschüre des BfR
bietet Überblick über das
Vergiftungsgeschehen in 2002
Im Jahr 2002 wurden dem Bundesinstitut
für Risikobewertung (BfR) 7.833 weitere
Vergiftungen gemeldet.Eine systematische
Aus- und Bewertung der Vergiftungssitua-
tion in Deutschland enthält die neue Aus-
gabe der „Ärztlichen Mitteilungen bei Ver-
giftungen“, die ab sofort online auf der
Homepage des BfR zur Verfügung steht
(www.bfr.bund.de).Über 90 Prozent der
2002 gemeldeten Fälle ereigneten sich im
Zusammenhang mit Arbeitsunfällen.Verur-
sacht wurden die Vergiftungen zum Beispiel
durch beruflich verwendete Chemikalien,
durch Störfälle,Transportunfälle mit gefähr-
lichen Gütern, aber auch durch Haushalt-
schemikalien sowie unsachgemäß einge-
setzte Arzneimittel und Pestizide.In 16
Fällen führten die Vergiftungen zum Tod,
11 davon ereigneten sich in Selbstmord-
absicht.
Seit 1990 werden Vergiftungsmeldungen
gesammelt. Die Erfassung und Auswertung
dieser Meldungen sind für das BfR wichtige
Instrumente bei der Risikobewertung.Aus
den Ergebnissen können Handlungsoptio-
nen für das Risikomanagement abgeleitet
werden.Zur Information verpflichtet sind
nach § 16e des Chemikaliengesetzes Ärzte,
Giftinformationszentren und Berufsgenos-
senschaften.Wenngleich sich die Zahl der
jährlich beim BfR eingegangenen Meldun-
gen seit 1990 deutlich erhöht hat,geht das
Institut davon aus,dass noch immer längst
nicht alle Vergiftungen übermittelt werden.
Das BfR appelliert deshalb an dieser Stelle
noch einmal an alle praktizierenden Ärzte,
Vergiftungen möglichst lückenlos an die
Zentrale Erfassungsstelle zu melden.
In der aktuellen Broschüre sind Ursachen
und Verläufe von Vergiftungen dargestellt.
Im Anhang enthält sie eine Übersicht über
alle seit August 1990 gemeldeten Vergiftun-
gen, außerdem Muster für Meldeformulare
bei Vergiftungen oder Störfällen sowie ein
Adressenregister der Giftinformationszen-
tren und Umweltambulanzen der Bundesre-
publik Deutschland.Sie finden die aktuelle
Broschüre und die Ärztlichen Mitteilungen
der Jahrgänge ab 1990 unter
www.bfr.bund.de
(Menüpunkt „Publikationen“/Broschüren).
Sie können als pdf-Dokumente herunter-
geladen und ausgedruckt werden.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung
Fachnachricht
... Phantom eye syndrome includes visual hallucinations, pain and tactile sensations. Furthermore, the incidence of phantom pain has been reported to range from 23% to 28% (Nicolodi et al. 1997;Gerding et al. 2003;Soros et al. 2003Soros et al. , 2005Roed Rasmussen et al. 2009). The impact of the pain on the patient's daily life is dependent on the quality, intensity, and frequency of the pain, and on the presence of triggers and relievers. ...
... We find it most possible that the type of pain the EA patients suffers from is phantom pain, because of the pattern of observed incidence, frequency, intensity, triggers and relievers of the pain. Previous studies of phantom eye pain have found the same incidence as in the current study (Nicolodi et al. 1997;Gerding et al. 2003;Soros et al. 2003). The frequency of pain reported in the current study is different from the study by Gerding et al. (2003), in which 71% of the patients had phantom pain less than once a month (Gerding et al. 2003). ...
... Previous studies of phantom eye pain have found the same incidence as in the current study (Nicolodi et al. 1997;Gerding et al. 2003;Soros et al. 2003). The frequency of pain reported in the current study is different from the study by Gerding et al. (2003), in which 71% of the patients had phantom pain less than once a month (Gerding et al. 2003). The explanation for this difference may be that they found a lower frequency, because they used a self-report questionnaire and had lower participation rates. ...
Article
To characterize the quality of phantom pain, its intensity and frequency following eye amputation. Possible triggers and relievers of phantom pain are investigated. The hospital database was searched using surgery codes for patients who received ocular evisceration, enucleation, orbital exenteration or secondary implantation of an orbital implant in the period between 1993 and 2003. A total of 267 patients were identified and invited to participate; of these, 173 agreed to participate. These patients' medical records were reviewed. A structured interview focusing on pain was conducted by a trained interviewer. Of the 173 patients in the study, 39 experienced phantom pain. The median age of patients who had experienced phantom pain was 45 years (range: 19-88). Follow-up time from eye amputation to participation in the investigation was 4 years (range: 2-46). Phantom pain was reported to be of three different qualities: (i) cutting, penetrating, gnawing or oppressive (n = 19); (ii) radiating, zapping or shooting (n = 8); (iii) superficial burning or stinging (n = 5); or a mixture of these different pain qualities (n = 7). The median intensity on a visual analogue scale, ranging from 0 to 100, was 36 (range: 1-89). One-third of the patients experienced phantom pain every day. Chilliness, windy weather and psychological stress/fatigue were the most commonly reported triggers for pain.   Phantom pain after eye amputation is relatively common. The pain appears to be similar to the phantom pain suffered by limb amputees. Patients should be informed about this potential complication before surgery.
Chapter
The absence or loss of an eye due to a congenital malformation, tumor, trauma, or end-stage ocular disease can be an exceptionally difficult situation for patients, and the management of the anopthalmic socket has long been a challenge for the ophthalmologist and ocularist. Loss of binocular visual function with reduced peripheral visual field and loss of depth perception may result in difficulties with activities of daily living and have various vocational restrictions [1–6]. Individuals may experience a sense of facial disfigurement and poor self-esteem as a result of the “lost body part.” [3–7]. In the past three decades, there have been numerous developments and refinements in anophthalmic socket surgery with respect to implant material and design, implant wrapping, implant-prosthesis coupling, and socket volume considerations. Anophthalmic surgery is no longer simply about replacing a diseased eye with an orbital implant and delegating the procedure to junior resident staff. As with other microsurgical ophthalmic procedures, enucleation and eviscerations should be performed meticulously to attain the best functional and cosmetic result and to avoid deformities that may compound the patients’ already challenging situation. Because eye contact is such an essential part of human interaction, it is extremely important for the patient with an artificial eye to maintain a natural, normal-appearing prosthetic eye.
Chapter
Loss of an eye to tumor, trauma, or end-stage ocular disease can be devastating. The loss of binocular visual function with reduced peripheral visual field and loss of depth perception may result in difficulties with activities of daily living and have various vocational restrictions [1–6]. Individuals may experience a sense of facial disfigurement and poor self-esteem as a result of the “lost body part” [3–6]. Because eye contact is such an essential part of human interaction, it is extremely important for the patient with an artificial eye to maintain a natural, normal-appearing prosthetic eye (Fig. 62.1a, b).
Article
Full-text available
The purpose of this literature review was to describe the main features of phantom eye syndrome in relation to their possible causes, symptoms, treatments, and influence of eye amputation on quality of life of anophthalmic patients. For this, a bibliographical research was performed in Pubmed database using the following terms: "eye amputation," "eye trauma," "phantom eye syndrome," "phantom pain," and "quality of life," associated or not. Thirteen studies were selected, besides some relevant references contained in the selected manuscripts and other studies hallowed in the literature. Thus, 56 articles were included in this review. The phantom eye syndrome is defined as any sensation reported by the patient with anophthalmia, originated anophthalmic cavity. In phantom eye syndrome, at least one of these three symptoms has to be present: phantom vision, phantom pain, and phantom sensations. This syndrome has a direct influence on the quality of life of the patients, and psychological support is recommended before and after the amputation of the eyeball as well as aid in the treatment of the syndrome. Therefore, it is suggested that, for more effective treatment of phantom eye syndrome, drug therapy should be associated with psychological approach.
Article
Purpose of review: The aim of this review is to summarize causes of pain and discomfort in the anophthalmic socket and to aid the clinician in evaluating anophthalmic patients. Recent findings: Causes of pain and discomfort can be categorized into dysfunctional orbit/anophthalmic socket, phantom eye pain, and psychological/psychiatric factors. Recent research has brought attention to the role of prosthesis deposits in mucous formation, meibomian gland dysfunction causing dry socket, and the anophthalmic patients' experience of phantom eye pain. Summary: Anophthalmic patients may experience pain and discomfort for a variety of reasons. The treating physician needs to recognize this as treatment options are distinctly different.
Article
Hintergrund Die evidenzbasierte Medizin (EbM) erfordert die kritische Bewertung publizierter Daten aus experimentellen und klinischen Studien, um Evidenzniveaus zu bestimmen und letztlich Empfehlungen für Therapieentscheidungen bereitzustellen. Am Anfang eines solchen Prozesses steht die methodologische Klassifikation biomedizinischer Forschungsberichte. Methode Es wurde ein Klassifikationssystem für klinische Studien erarbeitet und anhand der Forschungsberichte evaluiert, welche in den Jahren 2003 und 2004 in „Der Ophthalmologe“ veröffentlicht wurden (Studiendesign: deskriptive Querschnittstudie, Fallserie). Ergebnisse Im genannten Zweijahreszeitraum wurden 70 longitudinale und 95 Querschnittstudien publiziert. Die überwiegende Mehrheit der longitudinalen Studien waren interventionelle Kohortenstudien. Bei Nichtberücksichtigung der Einzelfallbeschreibungen waren 73% longitudinale prospektive Studien, 1% retrospektive („Case-control“-) Studien und 26% Querschnittstudien. Schlussfolgerungen Das Studiendesign aller publizierten Originalarbeiten konnte mithilfe des Klassifikationssystems erfasst werden. Dieses Klassifikationssystem erweist sich somit als praktikabel und dürfte im Prozess von Literaturbeurteilung und Evidenzniveaubestimmung bis hin zur evidenzbasierten Therapieempfehlung hilfreich sein.
Article
Phantom pain is pain caused by elimination or interruption of sensory nerve impulses by destroying or injuring the sensory nerve fibers after amputation or deafferentation. The reported incidence of phantom limb pain after trauma, injury or peripheral vascular diseases is 60% to 80%. Over half the patients with phantom pain have stump pain as well. Phantom pain can also occur in other parts of the body; it has been described after mastectomies and enucleation of the eye. Most patients with phantom pain have intermittent pain, with intervals that range from 1 day to several weeks. Even intervals of over a year have been reported. The pain often presents itself in the form of attacks that vary in duration from a few seconds to minutes or hours. In most cases, the pain is experienced distally in the missing limb, in places with the most extensive innervation density and cortical representation. Although there are still many questions as to the underlying mechanisms, peripheral as well as central neuronal mechanisms seem to be involved. Conservative therapy consists of drug treatment with amitriptyline, tramadol, carbamazepine, ketamine, or morphine. Based on the available evidence some effect may be expected from drug treatment. When conservative treatment fails, pulsed radiofrequency treatment of the stump neuroma or of the spinal ganglion (DRG) or spinal cord stimulation could be considered (evidence score 0). These treatments should only be applied in a study design.
Article
In this thesis the term eye amputation (EA) covers the removing of an eye by: evisceration, enucleation and exenteration. Amputation of an eye is most frequently the end-stage in a complicated disease, or the primary treatment in trauma and neoplasm. In 2010 the literature is extensive due to knowledge about types of surgery, implants and surgical technique. However, not much is known about the time past surgery. The purpose of the PhD thesis was: To indentify the number of EA, the causative diagnosis and the indication for surgical removal of the eye, the chosen surgical technique and to evaluate a possible change in surgical technique in Denmark from 1996 until 2003 (paper I); To describe the phantom eye syndrome and its prevalence of visual hallucinations, phantom pain and phantom sensations (paper II); To characterise the quality of phantom eye pain, including its intensity and frequency among EA patients. We attempted to identify patients with increased risk of developing pain after EA and investigated if preoperative pain is a risk factor for a later development of phantom pain (paper III); In addition we wanted to investigate the health related quality of life, perceived stress, self rated health, job separation due to illness or disability and socio-economic position of the EA in comparison with the general Danish population (paper IV). The studies were based on: Records on 431 EA patients, clinical ophthalmological examination and an interview study of 173 EA patients and a questionnaire answered by 120 EA patients. Conclusions: The most frequent indications for EA in Denmark were painful blind eye (37%) and neoplasm (34%). During the study period 1996–2003, the annual number of eye amputations was stable, but an increase in bulbar eviscerations was noticed. Orbital implants were used with an increasing tendency until 2003. The Phantom eye syndrome is frequent among EA patients. Visual hallucinations were described by 42% of the patients. The content were mainly elementary visual hallucinations, with white or colored light as a continuous sharp light or as moving dots. The most frequent triggers were darkness, closing of the eyes, fatigue and psychological stress. Fifty-four percent of the patients had visual hallucinations more than once a week. Ten patients were so visually disturbed that it interfered with their daily life. Approximately 23% of all EA experience phantom pain for several years after the surgery. Phantom pain was reported to be of three different qualities: (i) cutting, penetrating, gnawing or oppressive (n = 19); (ii) radiating, zapping or shooting (n = 8); (iii) superficial burning or stinging (n = 5); or a mixture of these different pain qualities (n = 7). The median intensity on a visual analogue scale, ranging from 0 to 100, was 36 [range: 1–89]. One-third of the patients experienced phantom pain every day. Chilliness, windy weather and psychological stress/fatigue were the most commonly reported triggers for pain. Factors associated with phantom pain were: ophthalmic pain before EA, the presence of implant and a patient reported high degree of conjunctival secretion. A common reason for EA is the presence of a painful blind eye. However, one third of these patients continue to have pain after the EA. Phantom sensations were present in 2% of the patients. The impact of an eye amputation is considerable. EA patients have poorer health related quality of life, poorer self-rated health and more perceived stress than does the general population. The largest differences in health related quality of life between the EA patients and the general population were related to role limitations due to emotional problems and mental health. Patients with the indication painful blind eye are having lower scores in all aspects of health related quality of life and perceived stress than patients with the indication neoplasm and trauma. The percentage of eye amputated which is divorced or separated was twice as high as in the general population. Furthermore, 25% retired or changed to part-time jobs due to eye disease and 39.5% stopped participating in leisure activities due to their EAs.
Article
Full-text available
After limited sensory deafferentations in adult primates, somatosensory cortical maps reorganize over a distance of 1 to 2 millimeters mediolaterally, that is, in the dimension along which different body parts are represented. This amount of reorganization was considered to be an upper limit imposed by the size of the projection zones of individual thalamocortical axons, which typically also extend a mediolateral distance of 1 to 2 millimeters. However, after extensive long-term deafferentations in adult primates, changes in cortical maps were found to be an order of magnitude greater than those previously described. These results show the need for a reevaluation of both the upper limit of cortical reorganization in adult primates and the mechanisms responsible for it.
Article
In thirty-two unilateral upper extremity amputees with and without phantom limb pain, various phantom limb phenomena were investigated. In general, the incidence of non-painful phantom limb sensations was higher in patients with phantom limb pain than in pain-free amputees. Kinesthetic and kinetic phantom limb sensations were reported more frequently than exteroceptive cutaneous sensations. There was a significant positive correlation between phantom limb pain and stump pain. Patients more frequently assigned sensory than affective pain qualities to their phantom limb pain, whereas no differences between pain qualities were observed for stump pain. No support was found for a relationship between the presence of telescoping (i.e., shrinkage of the phantom limb) and phantom limb pain. These findings point to central as well as to peripheral factors contributing to phantom limb pain.
Book
This book is based on the Lane Medical Lectures which Penfield gave in 1947. Four hundred craniotomies performed between 1928 and 1947 presented the opportunity to stimulate various parts of the cerebral cortex with electrical currents and to record the objective (movements) and subjective effects. The results of these studies are presented clearly and with the necessary details. Objective results and interpretation are sharply separated. The investigations give a very complete description of the organization of the sensorimotor cortex. The primitive character of the movements is emphasized. They are "not more complicated than those the newborn infant is able to perform." Evidence of the existence of a secondary motor cortex is also presented. A certain muscle may show widely separated cortical foci when it is used in different functional groupings. Central overlap exists clearly in precentral and postcentral gyrus. The authors assume that the diencephalon plays an important role in
Article
Phantom tooth pain (PTP) is a phenomenon of persistent pain in teeth. Neither endodontic therapy, apicoectomy, nor extraction of the offending teeth renders the region free of pain. A hypothesis that PTP is another example of the more familiar phantom limb phenomenon is presented, along with case reports. Two central nervous system mechanisms, central biasing and pattern generating, best explain the phenomenon at this time. A method of treatment with a theoretical basis consistent with the aformentioned mechanisms is described. The essential feature of this method is a change of sensory input. Of importance is the avoidance of conventional treatments that permanently alter sensory input.
Article
SYNOPSIS Following tooth pulp extirpation, some subjects suffer from persistent pain which affects edentate sitesin absence of any local pathology. As regards this peculiar pain, called phantom tooth pain (PTP), what ispuzzling is the fact there is a low prevalence of PTP in a very large population showing identical conditionsof tooth pulp extirpation. The present investigation indicates that PTP mainly affects migraine (M) andcluster headache (CH) sufferers, whereas it does not affect subjects who have a negative personal andfamily history for idiopathic headache (IH). These results circumscribe the presence of PTP to a specificsection of the population. The present results, besides indicating that PTP may be the result of a peculiarneuronal predisposition relating to IH pathogenesis, suggests some practical therapeutic hints. In fact,successful anti- M and anti-CH prophylactic treatment greatly improve PTP syndrome.