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Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit: Eine Theorie der Wissenssoziologie

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... n. i. O.), welches durch ein angenommenes ‚Wissensgefälle' und eine nicht vorhandene Wechselwirkung zwischen den Beteiligten charakterisiert ist. Für Berger und Luckmann (2013[1969) jedoch ist die "Situation in modernen, pluralistischen Gesellschaften […] unvereinbar mit einer universalen Definitionsmacht von Wissensexperten" (Weiß 2006, S. 13). Es geht demnach zunächst darum, "grundsätzlich anzuerkennen, dass die Erzeugung wissenschaftlichen Wissens im Rahmen eines dynamischen und ‚vielstimmigen' gesellschaftlichen Interaktionsgeflechts stattfindet" (Wehling & Viehöver 2013, S. 221). ...
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Das erste Sonderheft der Zeitschrift Debatte versammelt Beiträge und Repliken zur Erwachsenenbildung, die einen Perspektivwechsel zur Diskussion stellen: Während Optimierung häufig als Lösung für erziehungswissenschaftliche Problemstellungen eingesetzt wird, lenkt das Sonderheft den Fokus auf Problematisierung. Denn Optimierung setzt implizit ein bereits definiertes Ziel voraus, während die Problematisierung eine Offenheit gegenüber ihrem Gegenstand erlaubt. Die damit verbundenen Implikationen werden entlang folgender empirischer Felder entfaltet: Migrationsforschung, Hochschulweiterbildung, Wissenschaftskommunikation und Weiterbildungsberatung.
... Deshalb wählt die im Folgenden beschriebene Studie bewusst ein interpretatives Vorgehen der Referendumsanalyse, um sich die existenten Sinnstrukturen und Wissensbestände in den betrachteten Gesellschaften näherungsweise zu erschließen, die diskursiven Prozesse zu rekonstruieren und einem systematischen Vergleich zuzuführen. Reiner Keller hat mit der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) ein Forschungsprogramm entworfen, das mit der Hermeneutischen Wissenssoziologie, als deren grundlegender Text »Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit« von Berger und Luckmann gelten kann (Berger/Luckmann 1969), sowie mit der Diskursanalyse nach Michel Foucault, wie er sie insbesondere in seiner »Archäologie des Wissens« (Foucault 1981) dargelegt hat, »zwei Traditionen der sozialwissenschaftlichen Analyse von Wissen« (Keller 2008, S. 11) verbindet. Durch die Kombination dieser theoretischen Perspektiven erlaubt die WDA die Analyse diskursiver Strukturen in den zu untersuchenden Debatten unter Berücksichtigung von Sprechern und kollektiven Akteuren und ihrer Wirklichkeit konstruierenden Funktion in gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen. ...
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Dieser Beitrag beschreibt eine umfassende Studie zu drei EU-Vertragsreferenden (in Frankreich, den Niederlanden und Irland). Sie vermeidet die den gängigen Verfahren der Wahl- und Einstellungsforschung eigene artifizielle Trennung der Wahlentscheidung von den diskursiven Prozessen, aus denen diese notwendig hervorgeht. Auf der Grundlage der Wissenssoziologischen Diskursanalyse wird ein komplexes Untersuchungsdesign entwickelt, das die interpretative Rekonstruktion der diskursiven Prozesse in Referendumsdebatten erlaubt und sie einem systematischen Vergleich zuführt. Damit wird zum einen ein neuartiger Ansatz einer diskursanalytischen Referendumsforschung vorgestellt, zum anderen ergibt sich mit der ungleichzeitigen Widerständigkeit gesellschaftlicher Wissensordnungen auch eine theoretische Überlegung.
... n. i. O.), welches durch ein angenommenes ‚Wissensgefälle' und eine nicht vorhandene Wechselwirkung zwischen den Beteiligten charakterisiert ist. Für Berger und Luckmann (2013[1969) jedoch ist die "Situation in modernen, pluralistischen Gesellschaften […] unvereinbar mit einer universalen Definitionsmacht von Wissensexperten" (Weiß 2006, S. 13). Es geht demnach zunächst darum, "grundsätzlich anzuerkennen, dass die Erzeugung wissenschaftlichen Wissens im Rahmen eines dynamischen und ‚vielstimmigen' gesellschaftlichen Interaktionsgeflechts stattfindet" (Wehling & Viehöver 2013, S. 221). ...
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Die Herausgabe findet sich im Open Access hier: https://shop.budrich.de/produkt/problematisierung-statt-optimierung/ Das erste Sonderheft der Zeitschrift Debatte versammelt Beiträge und Repliken zur Erwachsenenbildung, die einen Perspektivwechsel zur Diskussion stellen: Während Optimierung häufig als Lösung für erziehungswissenschaftliche Problemstellungen eingesetzt wird, lenkt das Sonderheft den Fokus auf Problematisierung. Denn Optimierung setzt implizit ein bereits definiertes Ziel voraus, während die Problematisierung eine Offenheit gegenüber ihrem Gegenstand erlaubt. Die damit verbundenen Implikationen werden entlang folgender empirischer Felder entfaltet: Migrationsforschung, Hochschulweiterbildung, Wissenschaftskommunikation und Weiterbildungsberatung.
... Intersubjectivity is considered the basis for the production of everyday communication, i.e., the existing (and not always renegotiated) agreement within a social group or milieu. This agreement does not have to be made explicit, but is based on a shared space of experiences in which people interact and, as it were, create and justify this 'space' (Berger & Luckmann, 1969;Bohnsack, 2017Bohnsack, , 2020. The method aims less at hypothesis-testing and standardised procedures and turns away from fixed and close-meshed research sites. ...
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In order to find a suitable approach to research areas relevant to schools and teaching, tailored research methods are required. Each research topic needs a tailored approach, because not every instrument is capable of finding the right answers, especially when it comes to deeper insights. The 'Documentary Method' worked out in the 1980s by Bohnsack, is to be understood as a reconstructive methodology as well as a methodical approach, rooted in the tradition of the Sociology of Knowledge. In the reconstruction of social reality, which is produced in social practice, the action-guided knowledge of the individual actors represents a reflective understanding of action practice. The method is used to search for orientation frames in the material, which provide information about typical patterns in the processing of topics and problems. The methodology is an instrument for practice and aims at a comparative analysis of different cases. It reflects what is common, how the practice of action of a group is constructed and what the common framework or the common orientation is, so that one can define the typical characteristics of the milieu in question and to find a meaningful answer, elaborated from the narratives of the people themselves and not from those who speak about them. In this chapter, I would like to examine the genesis of this special method established by Ralf Bohnsack, its individual methodological steps and possible applications in more detail, as it allows numerous possibilities of application, for example in teaching research and didactic research. Finally,
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Der Beitrag zeigt, wie unterschiedliche Nutzungsweisen des öffentlichen Raumes empirisch untersucht werden können. Der Fokus liegt auf der besonderen Situation in Migrationsgesellschaften und auf der Frage nach geeigneten Methoden für die (Zusammen-)Arbeit mit Menschen, die einen anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund besitzen als die Mehrheitsgesellschaft und als die Forschenden. Die Diskussion der Methoden wird theoretisch eingebettet in Konzepte der Migrationsgesellschaft und ihrer Beziehung zu der gebauten und gestalteten Umwelt und besonders: der Stadt. Ausgewählte qualitative Methoden zur Erforschung von Nutzungsvielfalten werden unter besonderer Berücksichtigung der Verwendung von visuellen Methoden vorgestellt und bezüglich ihrer Anwendbarkeit diskutiert. Mit der Präsentation des Virtual Urban Walk 3D als einer auf neuen Technologien aufbauenden Methode zielt der Beitrag darauf ab, ein Methoden-Set zu formulieren, mit dem die vielfältigen Nutzungsformen des öffentlichen Raumes in Migrationsgesellschaften empirisch untersucht werden können.
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Zusammenfassung Transkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselkompetenz für Polizist:innen. Transkulturelles Wissen hilft ihnen, die für ihren Dienst notwendigen Resilienzen zu verfestigen oder zu entwickeln und ist ein wesentlicher Faktor, um Rassismus innerhalb der Polizei zu begegnen. Schaut man sich bundesweit aber die Realität in der polizeilichen Aus- und Fortbildung an, stellt man fest, dass die Vermittlung der transkulturellen Kompetenz oftmals immer noch nicht mehr als eine Absichtserklärung ist. Das große Potenzial des transkulturellen Wissens für die Polizei ist bisher kaum ins Bewusstsein der Verantwortlichen gerückt.
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Zusammenfassung Angestrebt wird eine geschichtswissenschaftlich fundierte kooperativ-reflexive interdisziplinäre Erforschung der bundesdeutschen Polizei als Teil einer transnationalen und transferoffenen Sozial- und Kulturgeschichte der Inneren Sicherheit. Fünf historische Problemkomplexe in der Kultur der bundesdeutschen Polizei sollten von aktuellen Forschungen zu rassistischen Praktiken in der Polizei aufgegriffen werden. Institutioneller Rassismus wird problematisiert anhand der englischen Polizei der 1990er Jahre, eingebettet in die Analyse postkolonialer Wandlungen und fokussiert auf im Macpherson-Report (1999) formulierte Reformvorschläge. Kritisiert werden die im globalen Signalwort Institutioneller Rassismus verankerte problematische Kontrastierung von Struktur und individuellem Handeln sowie die Ausblendung dezentraler racial projects.
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Zusammenfassung Polizeiliche Praxen stützen Zugehörigkeitsordnungen. Sie konservieren und reinszenieren die Imagination eines homogenen Volkes. Diese Vorstellung wiederum ist angewiesen auf die Grenzziehung gegenüber den durch Rassifizierung und Kriminalisierung Veranderten. Ein Sicherheitsdispositiv entsteht, das, wenn auch auf unterschiedliche Weise, auf alle Subjekte einer Gesellschaft wirkt.
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Zusammenfassung Vor dem Hintergrund der Debatte über nicht hinnehmbare Werthaltungen von Polizeibeamt:innen (u. a. Radikalisierungstendenzen) richtet sich der Blick auch auf die polizeiliche Personalauswahl. Für eine Personalauswahl, die neben erwünschtem Verhalten auch unerwünschte Verhaltensweisen vorhersagen möchte, erweisen sich Komponenten der Persönlichkeit im Vergleich zu situativen Rahmenbedingungen als wichtiger. Dabei gibt es deutliche Hinweise auf drei wesentliche Einflussgrößen für kontraproduktives Arbeitsverhalten: (1) erlebte Ungerechtigkeit, (2) Persönlichkeitsmerkmale und (3) Selbstkontrolle.
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Zusammenfassung Rassistisches Polizieren produziert vielschichtige Formen von Gewalt, die durch institutionelle Verschränkungen verstärkt werden. Der Beitrag diskutiert auf Grundlage der Wissensbestände und Archive von betroffenen Personen und unterstützenden Initiativen die Erfahrungen, Umgangsweisen und Interventionen gegen rassistisches Polizieren. Am Beispiel von Racial Profiling sowie von Tötungen schwarzer Menschen in Deutschland werden die vielschichtigen und strukturellen Formen institutioneller Gewalt in den Blick genommen und diskutiert. Abschließend werden Umgangsweisen und Interventionspraktiken vorgestellt.
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Polizist:innen in Deutschland wenden Racial Profiling in einem nur schwer zu bestimmendem Ausmaß an. Diese Praxis ist Folge von gesellschaftlich vermittelten und beruflich bedingten Stereotypen, die sowohl bewusst wie auch unbewusst wirken können. Racial Profiling ist vor allem im präventiven Handeln der Polizei zu finden, das zudem vorverlagert und rechtlich ausgeweitet wird, aber auch bei der Verdachtsschöpfung in der Strafverfolgung. Racial Profiling stellt in Deutschland grundsätzlich eine unzulässige Ungleichbehandlung dar und ist daher, von sehr engen Ausnahmen abgesehen, rechtswidrig. Darüber hinaus ist es aus Sicht polizeilicher Zwecke nicht effektiv. Im Ergebnis folgt aus den rassistischen Profilbildungen kein besserer Ermittlungserfolg, aber ein sich vergrößernder Vertrauensverlust bei Betroffenen und ihren Communities sowie ein spezifisches gesellschaftliches Bild von Gefahr und Kriminalität. Vor diesem Hintergrund werden direkte und indirekte Strategien zum Umgang mit dem Problem dargestellt.
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Zusammenfassung Der Beitrag geht der Frage nach, welche Felder und Handlungslogiken der zwei wesentlichen Bereiche der Polizei – der Schutz- und Kriminalpolizei – mit rassistischen Handlungspraktiken assoziiert sein können. Es wird deutlich, dass die schutzpolizeiliche Handlungsgrundlage der Gefahrenabwehr mit stereotypen Konstruktionen von Tatverdächtigen zusammenhängen, die rassifizierende Zuschreibungen enthalten können. Insgesamt basieren Tatverdächtigenkonstruktionen im Rahmen der Gefahrenabwehr im Wesentlichen auf äußere Erscheinungen. Diese spielen in der kriminalpolizeilichen Praxis eine geringere Rolle, vielmehr besitzen hier Zuordnungsprozesse von Informationen zu konstruierten bzw. ermittelten Tatverdächtigengruppen eine Bedeutung, die ebenfalls rassifizierende Zuschreibungen widerspiegeln können.
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Zusammenfassung Die Analyse der empirischen Daten der Studie KviAPol („Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt:innen“) gibt Hinweise auf rassistische Diskriminierungen im Kontext polizeilicher Gewaltanwendung im deutschsprachigen Raum. Personen mit Migrationshintergrund und People of Color sind auf besondere Weise von übermäßiger polizeilicher Gewalt betroffen und tragen andere Folgen davon als weiße Personen oder Personen ohne Migrationshintergrund. Anhand der empirischen Befunde legt der Beitrag Formen und Folgen rassistisch motivierter polizeilicher Gewaltanwendung dar und erläutert mögliche Auslöser und Erklärungsansätze.
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Zusammenfassung Der Beitrag des ehemaligen Polizeipraktikers und praktizierenden Polizeiforschers Schöne analysiert auf der Basis der Theorie Pierre Bourdieus kompakt die grundlegenden Merkmale, Wirkmechanismen und Ambivalenzen des Feldes Polizei, die diskriminierende und rassistische Prozesse und Handlungen auslösen können. Zur detaillierten Diskussion wird das Feld-Habitus-Modell von Martin Herrnkind mit den Feldmerkmalen Konservatismus, Argwohn, Insularität, Gender, Gewalt und Macht verwendet. Diese generieren Handlungsspielräume, die unter bestimmten Umständen zu Willkürspielräumen werden können.
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Zusammenfassung Zunächst werden kurz Entwicklungsprozesse der Polizei der Bundesrepublik Deutschland betrachtet, die in den vergangenen 70 Jahren für Veränderungen ihres Berufsbildes und ihrer Organisationskultur(en) bedeutsam waren. Auf Grundlage dieser Bestandaufnahme werden dann solche Aspekte der Polizeikultur(en) näher beleuchtet, die besondere Relevanz für das Themenfeld „Rassismus und Diskriminierung“ haben. Davon ausgehend werden „Kulturentwicklungspfade“ zur Minimierung entsprechender Risikokonstellationen markiert.
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Zusammenfassung Im vorliegenden Beitrag werden unterschiedliche Wege der empirischen Näherung an die Phänomene gruppenbezogen-menschenfeindlicher Einstellungen, Kulturen und Handlungen von Polizist:innen vorgestellt und diskutiert. Die bereits in Deutschland umgesetzten Forschungsdesigns und bearbeiteten Fragestellungen werden beschrieben. Zudem werden die künftig methodisch zu beschreitenden Wege, die näher zu beleuchtenden Hypothesen zur Erklärung des Phänomens und die damit einhergehenden Herausforderungen beleuchtet.F
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Zusammenfassung Verräumlichte Wahrnehmung ist im Alltag lebensnotwendig, wird aber zum Problem, wenn sie sich verselbständigt und in der polizeilichen Praxis handlungsleitend wird. Wenn die Polizei in Räumen, die sie mit Gefahr und Kriminalität in Verbindung bringt – und das sind meist solche, in denen Minderheiten und Randgruppen anzutreffen sind –, anders agiert als in solchen, die sie für harmlos hält, bedeutet das notwendig, dass Minderheiten und Randgruppen stärker kontrolliert werden. Über den „Umweg“ des „kriminellen Raums“ poliziert sie auf diese Weise tendenziell diskriminierend.
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Zusammenfassung Rassistische Funktionsmuster und diskriminierende Praxen zeigen sich real, sind also auch theoretisch kaum zwischen den einzelnen polizeilichen Kernaufgaben Strafverfolgung und Gefahrenabwehr isolierbar. Zudem erfüllt Polizeihandeln häufig doppelfunktionale Zwecke. Hinzu kommt die schleichende Loslösung vom Tatverdacht (bzw. seiner Vorverlagerung) in der Strafprozessordnung und von der konkreten Gefahr in den Polizeigesetzen. Das Gefahrenabwehrrecht belässt der Polizei einen zunehmend breiten Ermessensspielraum, der das Willkürverbot nicht selten leerlaufen lässt. Demgemäß sucht dieser Beitrag seinen Schwerpunkt in den praktischen Auswirkungen polizeilicher Gefahrenabwehr, bleibt aber nicht vollständig von der Strafverfolgung isolierbar. Rassistische Vorurteile lassen sich als Wahrnehmen, Fühlen und Denken konzeptualisieren. Praktiken der Diskriminierung werden dahingehend dem Handeln zugeordnet. Aber das greift im Kontext Polizei zu kurz. Polizeirassismus materialisiert sich auch durch Unterlassen, gerade in der Gefahrenabwehr. In Geschichte und Gegenwart verfehlte und verfehlt die Polizei mannigfaltig ihren Schutzauftrag gegenüber bedrohten Minoritäten der Gesellschaft. Diese Rassismen oszillieren auf Mikro-, Meso- und Makroebenen. Neben rassistischen Einstellungsmustern individueller Vollzugskräfte treten Handlungsroutinen von Einheiten und Managemententscheidungen. Letztere können häufig als institutionalisierte Diskriminierung gedeutet werden. Erklären lassen sie sich aber selten ohne eine stillschweigende gesellschaftspolitische Einbettung, mithin einen systemischen (oder strukturellen) Rassismus. Der Pogrom Rostock-Lichtenhagen zählt zu den deutlichen Beispielen. Die Muster zeigen sich aber bis heute. Die Eigensicherung im Einsatzgeschehen ist – verstärkt in den vergangenen zwanzig Jahren – zu einem politischen Diskurs geronnen. „Gewalt gegen Polizeibeamte“ und „Respektlosigkeit“ sind nur zwei Diskurselemente. Strafrechtsnovellen folgten, passive und aktive Bewaffnung der Polizei wurden massiv angereichert. Zu einem bedeutsamen Teil des Diskurses gehören sogenannte latente oder manifeste „Konflikte der Polizei mit bestimmten Migrant:innen“. Seltener wird erörtert, ob und welche Teile der Verantwortung für diese Konflikte sich die Polizei selbst zuschreiben müsste, welche davon bspw. durch die o. g. Polizeistrategien induziert werden. In diesem Verständnis können gängige Lösungsvorschläge, wie z. B. Körperkameras, kritisch diskutiert werden.
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Zusammenfassung Der Artikel geht von der Grundprämisse aus, dass jede demokratische Gesellschaft ein Anrecht darauf hat zu erfahren, was in den Institutionen vor sich geht, die sie mit Macht und Waffen ausstattet. Die empirischen Entwicklungen in der Polizei machen es notwendig zu analysieren, wie weit Teile der Polizei im rechten Spektrum involviert sind. Die Analysen sind schwierig aufgrund von Abschirmungsstrategien. Deshalb wird es notwendig, dass hypothesengeleitete Untersuchungen mit einem mehrperspektivischen Ansatz in Polizeirevieren in den Mittelpunkt gestellt werden.
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Zusammenfassung Der Beitrag referiert ausgehend vom medial erhobenen Befund, dass rechtsextreme Vorfälle in bundesdeutschen Polizeibehörden längst nicht mehr als Einzelfälle zu betrachten sind, die dazu vorliegenden Berichte und Einschätzungen. Es werden die verschiedenen in der Debatte vorzufindenden Definitionen und Perspektiven vorgestellt und der Diskussions- und Forschungsstand zur Frage von rechtsextremen Einstellungen in der Polizei skizziert. Der Beitrag verdeutlicht die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung, um das Problem von Rechtsextremismus in der Polizei quantitativ und qualitativ besser einschätzen zu können.
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Zusammenfassung Die internationale Polizeiforschung beschäftigt sich schon lange mit dem Problem des institutionellen Rassismus in den Sicherheitsbehörden. Ethnographische Perspektiven erlauben es dabei, Einblicke in den ansonsten abgeschotteten Polizeiapparat zu erhalten. Anschlüsse an solche Forschungsperspektiven sind für die deutsche Debatte lohnenswert. Darüber hinaus ist ein Blick auf die Behandlung von Rassismus vor internationalen Ausschüssen und Gerichten gewinnbringend, indem Rassismus dort mitunter klarer benannt wird, als in nationalen Kontexten.
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Zusammenfassung Rassismus durch die Polizei verstößt gegen die Grundsätze des demokratischen Rechtsstaates. Bürger:innen müssen darauf vertrauen können, dass sich staatliche Behörden an Recht und Gesetz halten. Der Beitrag geht der Frage nach, wie Rassismus das gesellschaftliche Vertrauen in die Polizei sowie deren Legitimität beeinflusst, und stellt empirische Befunde für Deutschland dar. Anschließend werden rassistische polizeiliche Praktiken in den Blick genommen und in ihrem Zusammenhang mit sozialer Identität analysiert. Danach wird mithilfe der Konzepte prozeduraler bzw. distributiver Gerechtigkeit geklärt, wie Vertrauen in die Polizei gestärkt oder geschwächt werden kann.
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Zusammenfassung Die soziale Konstruktion und konkrete Zuschreibung von Kriminalität dienten Gesellschaften seit jeher auch dazu, das Andere, das Außen der Gesellschaft zu markieren. Immer auch orientieren sich diese Herstellungsprozesse der Nichtzugehörigkeit an generalisierenden und stereotypisierenden Attribuierungen. Eine kulturalisierende Ethnisierung liegt den Konflikten mit Fremden zugrunde. In gesellschaftlichen Diskursen erscheinen sie als Konflikte aufgrund von Fremdheit. Die Polizei nutzt und reproduziert die gesellschaftlichen Fremdheitskonstruktionen.
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Zusammenfassung Was genau befähigt Wissenschaftler dazu, Drittmittel erfolgreich einzuwerben? Die Literatur zur Drittmittelforschung befasst sich mit den Wirkungsmechanismen externer Forschungsförderung und beleuchtet die ordnungspolitische Dimension des wettbewerbsbasierten Allokationsmechanismus, ohne individuelle Lernprozesse zu berücksichtigen. Die Peer-Review-Forschung nimmt zwar Lernprozesse im wissenschaftlichen Produktions- und Selektionsprozess in den Blick, lässt jedoch Einsichten darüber vermissen, wie sich diese Lerneffekte im wissenschaftlichen Lebenslauf der Antragsteller sedimentieren. Die Studie schließt an diesem Desiderat an. Auf der Grundlage von teilnarrativen Interviews mit erfolgreichen Antragstellern aus den Politikwissenschaften und der organischen Chemie und aus unterschiedlichen Generationen untersucht der Beitrag, erstens, Formen und Bedingungen des Lernprozesses. Zweitens erklärt der Beitrag, warum manche Antragsteller am Glauben festhalten, erfolgreich Forschungsanträge stellen zu können. Demnach erwerben Wissenschaftler aktiv Wissen, das es ihnen ermöglicht, wiederholt Drittmittelanträge zu verfassen. Der Erwerb dieses Wissens ist ein Prozess lebenslangen Lernens. Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist, dass wiederholt erfolgreiche Antragsteller vor allem lernen, sinnvoll zu scheitern.
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Wie Lehrer*innen ihren Unterricht gestalten, wie sie im Schulalltag handeln und sich erzieherisch verhalten, im Folgenden als Praxisformen oder Handlungspraxen bezeichnet, ist häufig Ausdruck ihres Menschenbildes. Menschenbilder wirken innerhalb individueller Lebenswelten von Geburt an ständig auf Personen ein, bis schließlich eine Internalisierung erfolgt und sie im Handeln Ausdruck finden. Menschenbilder und Haltungen, die über Praxisformen von Lehrpersonen sichtbar werden, stehen daher im Mittelpunkt des Forschungsinteresses dieser Publikation. Ausgehend vom Respektverständnis von Dillon (2003), nach dem Lehrpersonen ihre Schüler*innen respektieren, wenn sie diese beachten, wahrnehmen, verstehen und begreifen, wird in der Folge als konstitutiv für respektvolle Praxisformen, ein Menschenbild des Respekts vor der Vielfalt generiert, das grundlegend den Erwartungen von Schüler*innen an die Praxisformen ihrer Lehrpersonen entsprechen dürfte. Dazu wird eine empirisch-rekonstruktive Studie durchgeführt, die aufzeigen soll, inwiefern Schüler*innen wahrnehmen, dass die von ihnen erlebten Praxisformen ihrer Lehrpersonen ihren normativen Erwartungen an ein Handeln bezüglich dieses Menschenbildes entspricht. Mithilfe von Gruppendiskussionen mit Schülerinnen und Schülern an berufsbildenden Schulen und der Auswertung mittels Dokumentarischer Methode (Bohnsack 2014) wird versucht, Menschenbilder von Lehrpersonen anhand der wahrgenommenen Praxisformen aus Perspektive der Schüler*innen zu rekonstruieren. Zunächst erfolgt eine Entfaltung der Orientierungsfiguren, wodurch die Originalität der Einzelbeiträge der Gruppen erhalten bleibt und die Nachvollziehbarkeit ermöglicht wird. Anschließend wird eine Sinngenetische Typenbildung durchgeführt, indem überindividuelle Muster erfasst und so über das Typische verallgemeinerungsfähige Aussagen erzielt werden. Mittels der Forschungsergebnisse werden schließlich respektvolle Handlungspraxen identifiziert, was letztendlich der Schlüssel für ein positives Miteinander ist und Chancen zur gemeinsamen konstruktiven Gestaltung der Lebenswelt Unterricht bietet. Ferner stellen die Befunde für Schulpraktiker*innen und die Lehrerbildung eine Möglichkeit dar, die eigenen Praxisformen zu reflektieren, und sie sollen Anregungen für den wissenschaftlichen Diskurs und allenfalls Anschlussforschungen geben.
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Zusammenfassung Die Polizei spielt bei der Konstruktion und Reproduktion dessen, was gesellschaftlich als Kriminalität verhandelt wird, eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Strafverfolgung ergeben sich aus zahlreichen Entscheidungsspielräumen bei der polizeilichen Schöpfung und Weiterverfolgung eines Verdachts Einfallstore für Diskriminierungen zum Nachteil von Minderheitenangehörigen. Studien lassen teilweise individuelle Vorurteile und pauschalisierende institutionelle Wissensbestände erkennen, die sich zuweilen verdachtsbegründend, vor allem aber wohl situativ-verdachtsverstärkend auswirken können. Bei alledem verschränken sich schicht-, geschlechts-, herkunfts- und raumbezogene Annahmen über Abweichung und Gefährlichkeit.
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Zusammenfassung Als einer der Grundpfeiler der freiheitlich demokratischen Grundordnung sind Menschenrechte für die polizeiliche Arbeit unverzichtbar. Im Kontext der polizeilichen Praxis erlangt das allgegenwärtige Diskriminierungsverbot aufgrund der Rasse zentrale Bedeutung. Mit der Antirassismuskonvention (ICERD 1965), der europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK 1949) und der europäischen Grundrechtecharta (GRC 2009) ist mittlerweile ein wirksames Normengeflecht gegen Menschenrechtsverletzungen in der polizeilichen Praxis vorhanden. Das ICERD und die EMRK knüpfen an ein den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechendem Bild von Rassismus an und verpflichten Deutschland zur umfassenden Bekämpfung und Sanktionierung von Rassismus sowohl auf der Rechtsetzung- als auch Rechtsanwendungsebene. Im datenschutzrechtlichen Bereich wird zudem die GRC eine zunehmende Rolle spielen.
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Zusammenfassung Der Beitrag legt dar, dass die Rechtsordnung nicht nur die zielgerichtete Ungleichbehandlung aufgrund rassistisch motivierter Zuschreibungen verbietet. Die Polizei hat es auch zu unterlassen, die Hautfarbe mit anderen Kriterien zu verbinden und auf dieser Grundlage über die Durchführung von Eingriffsmaßnahmen zu entscheiden. Dieser Diskriminierungsschutz ist auch dann keiner Einschränkung zugänglich, wenn polizeiliche Lagebilder die erhöhte Auffälligkeit einer bestimmten, anhand phänotypischer Merkmale vermeintlich eingrenzbaren Täter:innengruppierung nahelegen. Konkretisiert wird dieser verfassungsrechtliche Schutzauftrag durch landesrechtliche Antidiskriminierungsvorschriften. Deren Regelungsinhalt umfasst auch Kriterien zur Verteilung der Beweislast bei Diskriminierungsklagen.
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Konstruktive Journalist:innen ergänzen durch ihre Berichterstattung bestehende qualitätsjournalistische Formate, indem sie sich an den Lösungen gesellschaftlich relevanter Konflikte orientieren und Handlungsoptionen aufzeigen. Wie alle Journalist:innen besitzen auch sie ein spezifisches journalistisches Rollenverständnis, das von sozialen und institutionellen Erwartungen sowie den eigenen subjektiven Einstellungen geprägt ist. Insofern gibt es verschiedene konstruktiv-journalistische Rollenverständnisse, die vom Arbeitsumfeld und vom Subjekt selbst abhängen. In dieser Studie lassen sich zwei grundlegende konstruktive Rollentypen unterscheiden, die durch die jeweiligen organisatorischen Strukturen, in denen die Journalist:innen arbeiten, determiniert sind. Journalist:innen, die bei explizit konstruktiven Medienorganisationen arbeiten, weisen ein partizipierendes Rollenverständnis auf, wohingegen öffentlich-rechtliche Journalist:innen das Rollenbild der neutralen Informationsvermittler:innen vertreten. Durch die Kombination aus qualitativer und quantitativer Datenanalyse kann der zweite Typus in ein theoretisches und praktisches Rollenverständnis ausdifferenziert werden.
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This article proposes a multidimensional role analysis as analysis heuristic for the empirical investigation of subjectivation processes. It shows, how the combination of interactionist-interpretative and structuralist-normative role concepts can support a relational and critical analysis of subjectivation processes. This is intended to be a contribution to a conceptual and methodological expansion of empirical subjectivization analysis with the aim of strengthening normative, structural and (inter-)actional aspects of subjectivation.
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Der Beitrag behandelt Juli Zehs 2016 erschienenen Gesellschaftsroman Unterleuten. Im Zentrum der Untersuchung stehen Stereotype der Männlichkeit, die im Text in großer Zahl vorhanden sind und nicht nur die männlichen, sondern auch die weiblichen Figuren betreffen. Ausgehend von dieser Beobachtung fragt der Artikel nach der Fiktionalisierung von Männlichkeit, also nach den im Roman verhandelten Männlichkeitsvorstellungen und der Art und Weise, wie diese literarisch umgesetzt werden. Abschließend wird die Frage erörtert, ob die Darstellung von Stereotypen dem Unterhaltungszweck dient oder ob sie ein subversives Verfahren ist, mit dem Kritik an geschlechterbezogenen Allgemeinplätzen geübt werden soll.
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Schule wird stets von Reformbemühungen begleitet, für die Konzepte der Inklusion, Digitalisierung, Ganztagsbeschulung und Neuerungen in der Lehrer:innenbildung Beispiele jüngster Vergangenheit sind. Die Einleitung zum Band „Schule zwischen Wandel und Stagnation“ spannt eine analytische Perspektive über das pointierte Begriffspaar Wandel und Stagnation, um sich gesellschaftlich angestoßenen Veränderungsimpulsen und ihrer Verhandlung in Schule und Unterricht systematisch zu nähern. 28 spannende Beiträge werden entlang der Gliederung in Strukturen, Unterricht und Lehrer:innenbildung vorgestellt. Der Band würdigt als Festschrift das akademische Werk von Prof.in Dr.in Karin Bräu.
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Die Grundschule ist eine einzigartige Keimzelle des sozialen Zusammenhalts. Hier ist die Vielfalt der Bevölkerung zum letzten Mal gemeinsam vertreten, bevor sich die Wege mit dem Übertritt in die Sekundarstufe trennen – vor allem in sozial so ungleichen Bildungssystemen wie dem österreichischen und deutschen. Das Buch widmet sich im ersten Teil ganz dieser Vielfalt, ausgehend von 160 Wiener Müttern und Vätern, deren Kinder knapp vor dem Ende der Grundschulzeit stehen. In vielsprachigen autobiografischen Erzählungen geben die Eltern kontroverse, kraftvolle Einblicke in ihre Familiengeschichte, Sprachenbiografie, Migration oder Flucht und erheben die Stimme gegen erfahrene Ungleichheit sowie für die Zukunft ihrer Kinder. Im zweiten Teil folgen die Lehrkräfte mit ihren Wahrnehmungen und dem Druck, den die „soziale Auslese“ am Ende der Grundschulzeit ausübt. Der dritte und letzte Teil des Buches betrachtet das Resultat: den Erfolg oder Misserfolg der Kinder und sein konkretes Zustandekommen: Wie wurde auch hier wieder eklatante soziale Ungleichheit hergestellt, obwohl dies niemand wollte? Welche elterlichen Biografien, welche Kompetenzen der Kinder waren erfolgreich, wurden also von den Lehrkräften gehört und gewürdigt, und welche blieben – trotz vergleichbarer Leistung – erfolglos? Was hat die Schule von der familiären Geschichte, der Stimmenvielfalt überhaupt wahrgenommen, und was hat zu den Verzerrungen im institutionellen „Hören“ geführt? Der Klang der Ungleichheit dokumentiert die Vielsprachigkeit und Vielstimmigkeit unserer globalisierten Zeit sowie die Verantwortlichkeiten des Bildungssystems, indem empirische Zeugnisse einander in herausfordernder Weise gegenübergestellt werden. Den durchaus schwerwiegenden Folgen stellt die Autorin interdisziplinäre Perspektiven gegenüber, die das Lehren und Lernen in seiner Funktion stärken, Keimzelle einer solidarischen Migrationsgesellschaft zu sein.
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Zu Beginn der 1980er Jahre entsteht innerhalb der Hip-Hop-Kultur in den USA das Beatmaking – eine Musikpraxis, die auf dem kreativen Umgang mit bereits vorhandenem Klangmaterial basiert und hauptsächlich in informellen Kontexten ausgeübt wird. In den letzten 40 Jahren hat sich das Beatmaking in enger Verbindung mit musik- und medientechnologischen Entwicklungen global verbreitet und vielfältig ausdifferenziert. Dabei hat es vor allem im Bereich der populären Musik in musikalisch-ästhetischer und technisch-praktischer Hinsicht maßgebende Impulse gesetzt. In seiner qualitativ-empirischen Studie geht Chris Kattenbeck der Frage nach, was es bedeutet, als Beatmaker*in künstlerisch kompetent zu handeln, welche Fertigkeiten und Kenntnisse dafür nötig sind und wie diese erworben und entwickelt werden. Damit liefert er grundlegende Erkenntnisse über eine bislang kaum erforschte Musikpraxis und die mit ihr verbundenen künstlerischen Strategien und Techniken, ästhetischen Ziele und Vorstellungen, Wissensformen und Lernpraktiken. Dabei zeigt sich unter anderem, dass bestimmte in der Musikpädagogik vorherrschende Verständnisse – etwa von Musiklernen oder Musiktheorie – ungeeignet sind, das Beatmaking adäquat zu erfassen. Die Studie bietet daher nicht zuletzt Anlass, diese Verständnisse zu hinterfragen und neu zu konzeptualisieren, um mit der Vielfalt musikalischer Praxen in Zukunft angemessen umgehen zu können.
Conference Paper
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Es handelt sich um eine Sammlung aller Abstracts. Sie enthält alle Einzelvorträge und Posterbeiträge, die im Rahmen des Symposiums gehalten wurden. This is a collection of all abstracts. It contains all individual lectures and poster contributions given during the symposium.
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Der Open Access-Band arbeitet das Themenfeld Polizei und Rassismus umfassend auf. In 33 Beiträgen werden behandelt: • Grundlagen zum Phänomen Rassismus, • relevante Befunde zur Polizei als Organisation und zu ihrer Praxis, • Entstehungszusammenhänge und Folgen von Rassismus in der Polizei, • Methoden der wissenschaftlichen Untersuchung und • Möglichkeiten und Grenzen des Umgangs mit dem Problem.
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Das Lernen im Erwachsenenalter vollzieht sich zu einem bedeutenden Teil innerhalb organisierter Kontexte. Für die Erwachsenenbildung/Weiterbildung stellt daher die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Institutionen und Organisationen ein bedeutsames Forschungsfeld dar. Auf der Grundlage einer Klärung beider Begriffe und ihres Verhältnisses zueinander führt der vorliegende Beitrag in dieses erwachsenenbildungswissenschaftliche Forschungsgebiet ein, indem zentrale theoretische Zugänge und empirische Forschungsmethoden beschrieben werden. Die Grundlinien der empirischen Forschung werden dann anhand beispielhaft ausgewählter Untersuchungen und ihrer zentralen Ergebnisse erschlossen.
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Language is essential for subjectivations: The discursive interpellation as well as the reaction/subjection of the subject takes place in and through language. While often language is seen as an unmarked symbolic system, we will discuss the discursive construction of language itself and its legitimated speakers. Linking (1) theoretical inquiries of language, knowledge and discourse with critical socio-linguistic approaches, we aim to focus (2) on the socio-historic construction of ‚language ideologies‘. Their impact on subjects will be shown (3) on the basis of interviews and group discussions with young students in Austria and Germany. The students use language related knowledge not only on a content level (‚what‘ they say) but also on a performative level (‚how‘ it is said) to position themselves and others as (non) legitimated speakers.
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Zusammenfassung Rassismus ist in Deutschland noch immer ein umkämpfter Begriff. Während antirassistische Initiativen, migrantische Verbände und Wissenschaftler:innen seit Jahrzehnten seine Existenz und Effekte nachweisen, beginnt gerade erst eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus. Der Beitrag reagiert auf dieses Unpassungsverhältnis mit einer Einführung in grundlegende Theorien der kritischen Rassismusforschung und bietet einen Überblick über zentrale Konzepte und Befunde mit Relevanz für den Kontext Polizei. Dazu gehört, Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis vorzustellen, Rassismen voneinander zu unterscheiden sowie institutionellen Rassismus zu erläutern.
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Zusammenfassung Der Aufsatz unternimmt den Versuch, Forschungsergebnisse aus drei Dekaden, die Rückschlüsse auf die Verbreitung und Ausgestaltung rassistischer Einstellungsmuster innerhalb der Polizei liefern, pointiert zusammenzufassen und eine zeitgenössische Neubewertung selbiger vorzunehmen. Im Zuge dessen werden Forschungsdesiderate identifiziert und eine ganzheitlichere Betrachtungsweise, die verschiedene individuelle wie strukturelle Analyseebenen in einem multimodalen Ansatz vereint, aufgezeigt.
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Zusammenfassung In diesem Beitrag werden die Begriffe des individuellen, des institutionellen und des strukturellen Rassismus entwickelt und für die Polizeiforschung fruchtbar gemacht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Beobachtung, dass in der (deutschsprachigen) Polizeiforschung die Begriffe des institutionellen und des strukturellen Rassismus in der Regel missverstanden und daher (zu Unrecht) abgelehnt werden. In Anschluss an die Heuristik Joe R. Feagins entgegnen wir, dass die Konzepte sinnvoll im Bereich der Polizeiforschung angewandt werden können und weiterhin relevant sind: Während individueller Rassismus die Ebene der Einstellung einzelner Beamt:innen umfasst, meint der institutionelle Rassismus handlungsleitende Normen innerhalb der Institution Polizei, welche relativ unabhängig von den individuellen Einstellungen sind, während der strukturelle Rassismus Interdependenzen mit rassistischen Exklusionen und Diskriminierungen außerhalb des polizeilichen Feldes beschreibt. Diese drei Ebenen bestehen realiter nicht getrennt voneinander, sondern bedingen sich, wie wir mithilfe der Autoritarismusstudien der Kritischen Theorie zeigen, je gegenseitig.
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Zusammenfassung Cop Culture übersetzt abstrakt formulierte Erwartungen des Gesetzgebers in konkrete Handlungsanweisungen, und sie bildet den normativen Rahmen dafür, dass Polizist:innen davon überzeugt sein können, auch dann zu den „Guten“ zu gehören, wenn sie gegen offizielle Vorschriften verstoßen. Der Wertekanon, der hinter dieser Haltung steht, beruht auf Dominanzkultur (Rommelspacher 1995). Cop Culture verteidigt den kollektiven Überlegenheitshabitus. Seine Infragestellung durch das Publikum liefert den Grund für überdimensionierten Gewalteinsatz, seine polizeiinterne Überhöhung die für Rassismus und Diskriminierung. Alle drei werden aber in ihrer Ursache, ihrem Umfang und ihrer Wirkung institutionell weitgehend verschleiert und relativiert.
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Zusammenfassung Unter Rückgriff auf die Theorie repräsentativer Bürokratie skizziert der Beitrag, inwiefern es plausibel ist, dass die Anwesenheit von mehr Polizist:innen mit Migrationshintergrund Diskriminierungsrisiken im Innen- und Außenverhältnis der Polizei reduziert. Dazu werden empirische Ergebnisse zum Umgang der Polizeien mit Diversität in der Personalauswahl und der Teamarbeit diskutiert. In beiden Bereichen zeigt sich ein indifferenter Umgang mit Verschiedenheit: Differenzen werden nicht ausgleichend oder fördernd berücksichtigt, vielmehr wird ihnen im Sinne einer allgemeinen Gleichbehandlung mit Standardisierung und Loyalitätsanforderungen begegnet. Ein solches, differenzblindes Verständnis von Diversität verstellt den Blick auf Diskriminierungsrisiken im Innen- und Außenverhältnis der Polizei und überlässt ihre Vielfalt einzelnen Diversitätsträgern.
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Zusammenfassung Die Intention dieses Aufsatzes ist die Darstellung der Analyseperspektive der Rassismuskritik, sowie die Diskussion von rassismuskritischen und rassismuskritisch relevanten Studienergebnissen, die sich mit der Polizeiarbeit befassen.
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Zusammenfassung Der Umgang der Polizei mit Kriminalitätsopfern mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte ist in den letzten dreißig Jahren immer wieder Gegenstand medialer und politischer Auseinandersetzungen gewesen. Wissenschaftlich erforscht wird dieser Bereich polizeilichen Handelns erst seit kurzer Zeit. Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die in der Polizei verankerte Annahme, dass es sich bei diesem Teil der Bevölkerung um „Fremde“ handele, häufig unsensibles Verhalten und Diskriminierungen zur Folge hat.
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Zusammenfassung Rassistische und diskriminierende Einstellungen und Verhaltensweisen von Polizeibeamt:innen sind auch hierzulande zu Gegenständen politischer, medialer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Diskussion geworden. National wie international bemühen sich zivilgesellschaftliche Bewegungen und Organisationen, diesen Diskurs ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen, ihn im Sinne betroffener Gruppen zu führen, Reformen zu initiieren und mitzugestalten. Sie setzen sich in ihrer alltäglichen Arbeit mit polizeilichem Rassismus und Vorurteilen, diskriminierender Kontrollpraxis und exzessiver, dabei möglicherweise selektiv ausgeübter Polizeigewalt auseinander. Der Beitrag stellt Entwicklung und Arbeitsweisen einschlägiger Initiativen und Organisationen im deutschsprachigen Raum dar und bezieht – auch mit Blick auf grenzüberschreitende Vorbildwirkung von Bewegungen wie Black Lives Matter – vergleichbare Entwicklungen im Ausland, insbesondere in den USA, ein. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Auseinandersetzung mit diskriminierenden polizeilichen Praktiken, die primär an wahrgenommenen Kategorien ethnischer Zugehörigkeit und Herkunft festgemacht werden.
Chapter
Das vorliegende Kapitel umreißt die aktuellen empirischen Forschungsfelder der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Diese beschäftigt sich seit ihren Anfängen in den 1960er-Jahren mit Teilnehmenden und mit Lehr- und Lern-Prozessen und wird seither sowohl hinsichtlich ihrer Theoriegrundlegung als auch ihrer Gegenstände weiterentwickelt und ausdifferenziert. Die verschiedenen Theorieperspektiven werden für die empirische Untersuchung ausdifferenzierter Gegenstandsbereiche herangezogen. Zentrale Erkenntnisse der aktuellen empirischen Forschung ermöglichen nicht nur Wissen über die Teilnehmenden, sondern auch über das Lernen Erwachsener, über Programme und Angebote, Institutionen und Organisationen sowie deren Einbettung in staatliche und gesellschaftliche Systeme und bildungspolitische Entscheidungen.
Thesis
Im Spannungsfeld steigenden Kostendrucks, ökonomischer Effizienzorientierung und des sozialen Auftrags, die gesellschaftliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu stärken und jene zu autonomer Lebensweise zu befähigen, stossen Arbeitnehmende im Handlungsfeld des stationären Behindertenwesens zunehmend an die Grenzen der Machbarkeit. Die Rahmenbedingungen der Arbeit werden als Belastung wahrgenommen und mindern die Attraktivität des Arbeitsfeldes. Die Konzentration der Organisationen auf zielgruppenorientierte Dienstleistungserbringung gerichtet, werden personalpolitische Entwicklungen vernachlässigt. Ziel dieser Arbeit ist es, auf dieses Versäumnis hinzuweisen sowie auf die Gefahr bevorstehender Einschnitte durch verstärkten demographisch bedingten Fachkräftemangel sowie den sich wandelnden Wertorientierungen, Anspruchshaltungen und Konstitutionen nachrückender Generationen auf dem Arbeitsmarkt. Die zentrale Frage lautet: Welche Entwicklungen sollten Organisationen des stationären Behindertenwesens anstreben, um für künftige Arbeitnehmende als attraktive Arbeitgebende zu gelten und um als soziale Organisationen längerfristig auf dem Markt zu bestehen? Zur Ergründung des Themenkomplexes werden theoretische wie empirische Zugänge geschaffen. Basierend auf der Strukturationstheorie Giddens‘ werden Wert- und Generationenkonzepte sowie soziodemographische Veränderungen erkundet, organisationssoziologische Gedankenlinien verfolgt und das Zusammenwirken dieser Dimensionen auf die Arbeitswelt Sozialer Arbeit und den Handlungskontext des stationären Behindertenwesens übertragen. Eine deskriptiv-explorativ angelegte Untersuchung im Mixed-Methods-Design erschliesst Wertorientierung, Arbeitseinstellung, sowie Resilienz- und Gesundheitserleben von 502 Auszubildenden und Studierenden der Sozialen Arbeit unterschiedlicher Altersstufen. Ergänzend eröffnen semistrukturierte, leitfadengestützte Interviews mit sieben Fach- und Führungspersonen aus vier Organisationen für Menschen mit Behinderung, Zugänge zur organisationalen Wahrnehmung der sich wandelnden Personalsituation und erkundet diesbezüglich initiierte strategische Ausrichtungen der Organisationen. Die Resultate bestätigen, dass junge und künftige Arbeitnehmende dem Berufsleben geringere Bedeutung beimessen, sich distanzierter positionieren und gleichzeitig ein höheres Belastungsempfinden anzeigen. Betriebe sehen sich stärker gefordert, enge Führungsarbeit zu leisten und erkennen die Zunahme psychischer Belastungen ebenso wie es sich herausfordernder gestaltet, Fachkräftelücken zu schliessen. Die unterschiedlichen Ausrichtungen und Konstitutionen der Organisationen lassen keine universellen Lösungen greifen. So schliesst die Arbeit mit Handlungsimpulsen, welche zur organisationsspezifischen Sensibilisierung und Massnahmenprüfung anregen, denn: Es besteht Handlungsbedarf!
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