Freie Sauerstoffradikale werden vor allem für den Reperfusionsschaden nach Ischämie des Herzmuskels verantwortlich gemacht. Durch Abfangen dieser freien Radikale besteht die Chance, den Reperfusionsschaden zu vermindern.
In der folgenden Arbeit wurden die Serumspiegel von Malonyldialdehyd (MDA), Kreatin, Phosphokinase (CPK), Creatin Phosphokinase Isoenzym (CPK-MB) und Laktatdchydrogenase (LDH) bei 85 Patienten während und nach Bypass gemessen. 45 Patienten erhielten 250 mg/kg Askorbinsäure, während 40 Patienten als Kontrollgruppe dienten. Die MDA-, CPK-, CPKMB- und LAD-Spiegel in der Askorbinsäure-Gruppe waren statistisch signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe während und nach Bypass. Die MDA-Spiegel blieben postoperativ zwei Tage hoch, die CPK- und CPKMB-Werte, als die spezifischsten Indikatoren für einen Herzmuskelschaden, erholten sich in der Kontrollgruppe nach der Operation rasch. Spontandefibrillationen wurden bei allen Herzen der Askorbinsäure-Gruppe beobachtet, während in der Kontrollgruppe 5 Herzen (12,5%) defibrilliert werden mußten. Der Herzindex (CI) war in der Askorbinsäure-Gruppe deutlich höher (p < 0,05) als in der Kontrollgruppe. Ebenso war die Verweildauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus deutlich kürzer.
Die Ergebnisse dieser Arbeit deuten darauf hin, daß Askorbinsäure als Fänger freier Radikale dient und damit den ischämischen Reperfusionsschaden der Herzen während und nach offener Herzoperation vermindern kann.