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Wissenschaftliche Grundlagen der Künstlerischen Therapien

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Rosemarie Tüpker
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Mitherausgeberin der Reihe.
 
Peter Sinapius
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Die Teilnehmende Beobachtung nimmt im Kontext der Künstlerischen Therapien eine herausragende Stellung ein, insofern sie die therapeutische Praxis aus zwei miteinander verknüpften Perspektiven beschreibt. Sie wird, wie der vorliegende Band zeigt, auf vielfältige Weise verstanden und angewendet. In den Blick genommen werden kann sie mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Anknüpfungspunkte: aus anthropologischer, soziologischer, morphologischer, psychologisch-psychotherapeutischer Perspektive. Auch aus einer medientheoretischen oder künstlerisch forschenden Sicht lassen sich verschiedene Fragestellungen untersuchen, sobald der künstlerische Prozess oder das ästhetisch erfahrbare Werk in den Blick gelangen. Im vorliegenden Sammelband widmen sich die Aufsätze aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven unter vier Schwerpunkten der Teilnehmenden Beobachtung in den künstlerischen Therapien: als künstlerisch-therapeutische Haltung, als Dokumentationsformat und Forschungsinstrument, als Beschreibung der künstlerisch-therapeutischen Beziehungsgestaltung und schließlich als Möglichkeit der künstlerisch-ästhetischen Reflexion. Mit Beiträgen von Rosemarie Tüpker, Marianne Eberhard-Kaechele, Sandra Adiarte, Johannes Junker, Simone Klees, Katharina Nowack, Anne Wirth, Karin Dannecker, Kerstin Hof, Peer de Smit, Lucia Rainer und Gabriele Schmid
Peter Sinapius
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Die Teilnehmende Beobachtung nimmt im Kontext der Künstlerischen Therapien eine herausragende Stellung ein, insofern sie die therapeutische Praxis aus zwei miteinander verknüpften Perspektiven beschreibt. Sie wird, wie der vorliegende Band zeigt, auf vielfältige Weise verstanden und angewendet. In den Blick genommen werden kann sie mit Hilfe unterschiedlicher theoretischer Anknüpfungspunkte: aus anthropologischer, soziologischer, morphologischer, psychologisch-psychotherapeutischer Perspektive. Auch aus einer medientheoretischen oder künstlerisch forschenden Sicht lassen sich verschiedene Fragestellungen untersuchen, sobald der künstlerische Prozess oder das ästhetisch erfahrbare Werk in den Blick gelangen. Im vorliegenden Sammelband widmen sich die Aufsätze aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven unter vier Schwerpunkten der Teilnehmenden Beobachtung in den künstlerischen Therapien: als künstlerisch-therapeutische Haltung, als Dokumentationsformat und Forschungsinstrument, als Beschreibung der künstlerisch-therapeutischen Beziehungsgestaltung und schließlich als Möglichkeit der künstlerisch-ästhetischen Reflexion.
Peter Sinapius
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Bilder sind Ansichtssache. Wenn wir etwas als Bild wahrnehmen, ist das ein aktiver Vorgang, durch den wir uns auf die Welt beziehen. Das Bild umfasst da- bei mehr als den Augenschein des sinnlich Erfahrbaren. Was in unserer Anschauung als Bild entsteht, verändert sein Gesicht je nach dem Blick, den wir darauf richten. Im Folgenden werden Sehen und die Bildhaftigkeit der visuellen Wahrnehmung als Tätigkeit oder performative Praxis dargestellt, bei der uns, wenn wir sehen, nicht nur etwas widerfährt, sondern bei der wir aktiv beteiligt sind. Es werden die besonderen Bedingungen der Wahrnehmung (Aisthesis) untersucht, die dazu führen, dass etwas als Bild realisiert wird. Das sichtbare Bild wird dabei als Übergang in eine Wirklichkeit aufgefasst, die äußerlich und innerlich zugleich ist. Damit gewinnt der Bildbegriff prozessualen, dynamischen Charakter. Ein Bildbegriff, der von den Bedingungen absieht, unter denen das Bild in unserem Bewusstsein entsteht, ist in der kunsttherapeutischen Praxis mit der Gefahr verbunden, Vorurteile und Stigmatisierungen zu fördern, anstatt zu lebendigen Bildern zu führen, die neue Sichtweisen und Einsichten ermöglichen.
Peter Sinapius
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Wenn wir uns auf die Sprache verlassen, sind es oftmals die Antworten, die uns interessieren. Wir erstellen Enzyklopädien und Wissensdatenbanken, in denen wir sie verwalten. In ihnen haben wir ein abrufbares Wissen, das wir ihnen anvertraut haben. Sind aber die Fragen oft nicht viel interessanter als die Antworten, die uns keine Option mehr offen halten? Was ist mit dem, über das sich nicht verfügen lässt, weil es unser unmittelbares Gewahrsein und unsere aktive Teilnahme verlangt? Was ist mit den Wissensschätzen, über die wir keine Gewissheit gewinnen, weil sie nicht reproduzierbar sind: Dinge, die sich „von selbst“ verstehen, Ereignisse, die der Einfühlung bedürfen, Begegnungen, die sich in der Stille vollziehen oder sich nur in ihrem Klang, ihrem Geruch oder ihrer Bewegung vernehmen lassen? Ein Plädoyer für die Kunsttherapie.
In dem Artikel untersuche ich den Begriff „Bild“ unter 3 verschiedenen Aspekten: 1. Ich untersuche ihn anthropologisch. 2. Ich ordne ihn kunsthistorisch ein. 3. Ich stelle ihn in den Kontext der kunsttherapeutischen Praxis.
Peter Sinapius
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Eine Kunst, die sich das Soziale zum Thema macht, führt an die Schnittstelle zwischen Kunst und Therapie. Sobald der therapeutische Raum als sozialer Raum ins Spiel kommt, gewinnt therapeutisches Handeln eine sozialkünstlerische Komponente. Der Blick wird über das gestaltete Objekt hinausgeführt auf die Bedingungen der therapeutischen Interaktion als Gegenstand der Gestaltung. Sie wird zum Teil einer Geschichte, an der Patient und Therapeut Anteil haben. Die Geschichten aus der kunsttherapeutischen Praxis, die der Autor erzählt, beschreiben den Raum, in dem zwischen Therapeut und Patient ein Bild entstehen kann: den intermediären Bereich. An die Stelle eines traumatisierenden Bildes vermag ein anderes zu treten: das erlebte Bild, zu dem die Therapie einen neuen, sinnstiftenden Zugang eröffnet.
Peter Sinapius
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Das „Dritte“ ist das nicht vorhersagbare und nicht planbare, unvermittelt Ein- treffende in einem ästhetischen Prozess (Knill 1990). Es ist mit einem Gewahr- sein für das „Hier und Jetzt“ der ästhetischen Gestaltung verbunden und bezieht sich auf das gegenwärtige, unmittelbare Erscheinen von Objekten, Ereignissen oder Handlungen. In einer Therapie, in der es um ästhetische Erfahrungen geht, gehört es als Gegenwartsmoment der intersubjektiven Erfahrungswelt zwischen Therapeut und Patient an, die eine gemeinsame Geschichte miteinander teilen. Interaktionen zwischen Therapeut und Patient sind hier als ästhetische Figuren beschreibbar und umfassen neben der sprachlichen Kommunikation szenische und atmosphärische Handlungen und Ereignisse.
Das Dritte ist in den künstlerischen Therapien ein zentraler Begriff, der entweder auf das Werk als Drittes in der therapeutischen Begegnung bezogen wird oder jenen Moment charakterisieren soll, in dem in der Therapie „unvermittelt“ etwas passiert oder auftaucht, das sich den emergenten Eigenschaften des künstlerischen Prozesses verdankt. Verbunden mit der Rede vom Dritten ist häufig die Frage, wie sich Wissen, das sich diskursiv vermittelt, und ästhetische Erfahrung, die aus dem künstlerischen Prozess hervorgeht, zueinander verhalten. Um dieses Verhältnis näher zu bestimmen, sollen zunächst die mit dem sogenannten Dritten verbundenen Theorien skizziert und anschließend das Dritte als Gegenstand der Philosophie der Ästhetik bzw. der Ereignisästhetik untersucht werden. Dabei wird die ästhetische Erfahrung als entscheidendes Moment für Veränderungs- und Entwicklungsprozesse in der Therapie sichtbar.
Peter Sinapius
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Die Dokumentation kunsttherapeutischer Praxis ist der Ausgangspunkt für eine kunsttherapeutische Forschung. In dem vorliegenden Band werden Grundlagen, Modelle und Beispiele der Dokumentation vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien, die mit den spezifischen Bedingungen der kunsttherapeutischen Praxis einhergehen: Die Subjektivität kunsttherapeutischer Praxis, die individu- ellen Bedingungen der therapeutischen Begegnung und die anthropologischen Vorraussetzungen für therapeutisches Handeln. Der eigene Standpunkt, die ei- genen Erfahrungen, der eigene künstlerische und weltanschauliche Hintergrund werden damit wesentlicher Bestandteil einer kunsttherapeutischen Dokumen- tation. Damit kommen anthropologische Konzepte, individuelle Sichtweisen, sinnliche Faktoren und die persönliche Anteilnahme ins Spiel, die auch den Blick des Arztes erweitern, weil sie über die unmittelbar am pathologischen Be- fund orientierte Betrachtung hinausgehen.
Die Verwendung bildhafter oder narrativer Darstellungen in der kunsttherapeuti- schen Dokumentation knüpft an einen in den letzten Jahrzehnten interdisziplinär geführten Diskurs in der Ethnologie, den Kultur-, Kunst- und Bildwissenschaf- ten, den Sozialwissenschaften und der Philosophie an, der zu Paradigmenwech- seln in diesen Disziplinen, sogenannten „cultural turns“, geführt und teilweise in einem erweiterten Bildverständnis seinen Niederschlag gefunden hat. Die Ausdehnung des Begriffes „Bild“ auf performative, sprachliche und andere Dar- stellungen ermöglicht einen neuen Blick auf Formen der Beschreibung künstle- rischer Prozesse. In der Kunsttherapie geht es um Handlungen und Ereignisse, die im bildneri- schen Werk ihre Spuren hinterlassen. Ein wesentliches Kriterium für die Quali- tät einer schriftlichen Dokumentation der kunsttherapeutischen Praxis ist die Kongruenz der Form der Darstellung mit den kontextuellen und interaktiven Bedingungen der Situation, die sie zum Gegenstand hat. Eine Dokumentation künstlerisch therapeutischer Praxis muss in der Lage sein Prozesse in ihrer situa- tiven Evidenz zu erfassen und darzustellen, da sich die Bedeutung künstlerischer und dialogischer Prozesse erst aus dem interaktiven Geschehen der konkreten therapeutischen Situation erschließt. Dazu eignen sich sprachliche Darstellun- gen, die Bilder erzeugen, um damit die komplexen und interaktiven Umstände einer Situation zu rekonstruieren und Vorstellungen von den konkreten Bedin- gungen künstlerisch therapeutischer Praxis zu vermitteln. Um Anhaltspunkte für eine Beurteilung der Qualität von Dokumentationen künstlerisch therapeutischer Praxis zu gewinnen und unter dem Gesichtspunkt, ob sich die Form einer sprachlichen Darstellung mit den beschriebenen Situatio- nen im Einklang befindet, entwickele ich am Beispiel einer Beschreibung mei- ner eigenen kunsttherapeutischen Praxis Kriterien für die sprachliche Darstel- lung kunsttherapeutischer Verläufe.
Peter Sinapius
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Der Begriff «das Dritte» bezieht sich im Kontext von Kunst und Therapie auf ein Phänomen, das sich einem diskursiven Zugriff immer wieder entzieht: Es bezeichnet das Abwesende, das Unvorhersehbare, die Situation an der Schwelle oder zwischen zwei Ufern. Es geht mit Imaginationen, Geschichten und Inszenierungen einher und beruht auf den emergenten Eigenschaften künstlerischer oder therapeutischer Prozesse. Die in diesem Band versammelten Beiträge widmen sich dem Dritten mit Blick auf die künstlerische, pädagogische oder therapeutische Praxis vor dem Hintergrund phänomenologischer, rezeptionsästhetischer, soziologischer oder psychotherapeutischer Überlegungen. Unter fünf Gesichtspunkten soll die Relevanz des Dritten für eine ästhetische Praxis nachvollziehbar werden: der Fremde, das Dritte, der Kairosmoment, der Dritte Raum und die Figur des Dritten.
Die beispiellose Zunahme von Bildern und ihre globale Verbreitung in den letzten Jahrzehnten hat auf die Frage, wie Bilder entstehen, wie sie Bedeutung erlangen und wie sie wirken, ein neues Licht geworfen. Insofern das Bild zentrales Medium der Kunsttherapie ist, hat sie die Aufgabe und Verantwortung, Voraussetzungen für einen reflektierten Umgang mit Bildern zu schaffen. Aus einer interdisziplinären Orientierung heraus werden in diesem Band unterschiedliche Vorgehensweisen des Bildgebrauchs und ihre theoretischen Implikationen vorgestellt. Ziel ist es, den Blick zu schärfen für Gesichtspunkte einer zu entwickelnden kunsttherapeutischen Bildtheorie, die ein Verständnis der Entstehungsbedingungen von Bildern und ihrer Rolle in der kunsttherapeutischen Interaktion vermittelt.
Peter Sinapius
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Forschen: Entlang dieser drei Schwerpunkte ist die hier vorliegende Aufsatzsammlung gegliedert, welche die künstlerische Forschung im Kontext der künstlerischen Therapien zum Thema hat. Sie berührt damit sowohl den Bereich der Wissenschaft als auch den der Kunst, die sich zunächst als komplementäre Formen des Erkenntnisgewinns gegenüber zu stehen scheinen. Die hier versammelten Aufsätze loten aus, ob und in welcher Weise sich die beiden Bereiche in erkenntnistheoretischer, didaktischer oder methodologischer Hinsicht gegenseitig durchdringen und befruchten können. Thinking, teaching, researching: the essays collected in this volume, which focuses on the nature of artistic research in arts therapies, touch upon all three of these domains. They thus relate to and address both science and art, two realms which otherwise may at first seem to embody complementary but opposite forms of knowledge. This collection of essays examines the question of to what extent and how art and science can stimulate each other epistemologically, didactically or methodologically. Mit Beiträgen von:
Die Dokumentation kunsttherapeutischer Praxis ist der Ausgangspunkt für kunsttherapeutische Forschung. In diesem Band werden Grundlagen, Modelle und Beispiele der Dokumentation vorgestellt, die den Stand praxisorientierter Forschung in der Kunsttherapie widerspiegeln. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien, die mit den spezifischen Bedingungen der Kunsttherapie einhergehen: Die Subjektivität und die individuellen Bedingungen kunsttherapeutischer Praxis sowie die wissenschaftstheoretischen und anthropologischen Voraussetzungen kunsttherapeutischer Dokumentation. Wer die kunsttherapeutische Praxis zum Ausgangspunkt der Dokumentation nimmt, berührt immer auch die Integrität des Anderen: ... denn in der Art wie man über einen Menschen spricht, sagt man nicht nur etwas aus, sondern berührt man ihn auch. (Peer de Smit)
Der vorliegende Band widmet sich einem Thema, das in der aktuellen Theoriebildung der künstlerisch-therapeutischen Praxis einen prominenten Platz einnimmt: Intermedialität und Performativität in den Künstlerischen Therapien. Die hier versammelten Aufsätze sind die schriftlichen Fassungen der Vorträge einer Tagung, die vom 16.06.2017 bis 18.6.2017 in Hamburg stattfand. Vor dem Hintergrund aktueller Diskurse über die ästhetische Erfahrung und angesichts einer sich rasant verändernden Lebenswelt untersuchten Wissenschaftler aus den Medienwissenschaften und der Philosophie das Vermögen intermedialer und performativer Praktiken gesellschaftlich relevante Prozesse zu gestalten. Ergänzt werden diese Beiträge hier durch Aufsätze, die sie auf die Praxis der Künstlerischen Therapien beziehen. Sie wird dabei mehr und mehr als inszenatorische Praxis sichtbar, die Wirklichkeit verändert, anstatt sie abzubilden oder zu interpretieren.