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The political economy of self-tracking

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Simon Schaupp
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Das digitale Vermessen körperlicher Aktivitäten, die bildliche Selbstinszenierung mit dem Smartphone am ausgestreckten Arm, die Partnersuche per Links- bzw. Rechtswisch auf dem Display - zeitgenössische Medienpraktiken betreiben je spezifische Inszenierungen und Aufführungen der Person und ihres Körpers. Dadurch zeigen sich kulturelle Dynamiken, die durch die Integration mobiler und körpernaher Techniken in den Alltag, durch mediale wie visuelle Hinwendung zum Körper und durch (spielerische) Aufführung einer Arbeit am Selbst bestimmt sind. Die Beiträger_innen des Bandes untersuchen diese Dynamiken, indem sie u.a. aus sportwissenschaftlicher, soziologischer, pädagogischer, philosophischer und medienwissenschaftlicher Perspektive nach gegenwärtigen Konstellationen von Körper, Medien und Selbst fragen.
Simon Schaupp
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Using the example of self-tracking, this paper develops a materialist approach to the methodology of apparatus analysis. It builds on the Foucauldian concept of the apparatus, which it then subdivides into micro apparatus, as a concrete digital technology, and macro apparatus, as the superordinate regime to which the micro apparatus contributes. To bridge these two concepts, the term of the “urgent need” is used for asking to which broader social problems a given apparatus reacts. Contrary to approaches of “new materialism”, this paper insists on an analytical divide between discourse and matter on the one hand and action structure on the other hand, to be able to consider politico-economic power relations. Using this methodology, the relationship between the techno-practice of self-tracking and a broader cybernetic regime, is illustrated.
Simon Schaupp
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Building on an exemplary analysis of self-tracking applications, this paper develops a materialist approach to the methodology of apparatus analysis. It builds on the Foucauldian concept of the apparatus, which it then subdivides into a micro apparatus, as a concrete digital technology, and a macro apparatus, as the superordinate regime to which the micro apparatus contributes. To bridge these two concepts, the term "urgent need" is used to ask to which broader social problems a given apparatus reacts. Contrary to the approaches of "new mate-rialism", this paper insists on an analytical divide between discourse and matter on the one hand and action structure on the other hand, in order to consider politico-economic power relations. Using this methodology, the relationship between the techno-practice of self-tracking and a broader cybernetic regime is illustrated.
Simon Schaupp
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On the basis of different examples the article shows that the practices of self-tracking are essentially a rationalisation of self-optimization. As such they can be analysed adequately with the Foucauldian theorem of the entrepreneur of himself. Consequentially the techniques of quantification that are central to self-tracking can be understood as a form of management accounting that allows for rational self-optimization. This rationality is in turn embedded in processes of gendering and degendering which are analysed here by an extrapolation of the construction of masculinity in the self-tracking discourse. Because of its emphasis on self-realization and economic rationality this construction can be identified as an enterprising masculinity.
Was ändert sich, wenn Selbsterkenntnis zum digitalen Produkt wird? Ob Kalorien, Schritte, Blut- oder Stimmungswerte: Am Körper getragene mobile Geräte messen, überwachen und coachen alltägliches Verhalten und körperliche Leistungen. Die technisch vermittelte Erforschung, Steuerung und Optimierung des Selbst - das sogenannte »Self-Tracking« - etabliert nicht nur neue Verhältnisse von Körper, Technik und Wissen, sondern verwischt gleichermaßen die Grenze zwischen Selbst- und Fremdführung. Die Beiträge des Bandes fragen nach den gesellschaftlichen Bedingungen und den Auswirkungen dieser Transformationen und den damit einhergehenden Veränderungen zeitgenössischer Selbst- und Körperverhältnisse.
Self-Tracking und das Quantified-Self-Movement sind zu einem schnell wachsenden Trend geworden. Immer mehr Menschen überwachen mittels tragbarer digitaler Geräte minutiös ihren Lebenswandel, von der Arbeit bis zum Schlaf, vom Sport bis zum Sex – und das freiwillig. Simon Schaupps Studie geht diesem Trend kritisch auf den Grund. Er stellt dabei die Self-Tracker_innen nicht als obsessive Nerds dar, sondern fragt nach den gesellschaftlichen Ursachen für diese Praxis: Welche politischen und ökonomischen Strukturen machen es notwendig, sich permanent selbst zu überwachen und zu optimieren? Um diese Frage zu beantworten, verfolgt Schaupp die Selbstoptimierung auf der Grundlage von Feedbackschleifen zu ihren historischen Wurzeln in der kybernetischen Steuerungstheorie zurück und skizziert eine Theorie des kybernetischen Kapitalismus. Dabei wird deutlich, dass die Allgegenwart miniaturisierter vernetzter Computer unsere Gesellschaft grundlegend verändert. Nicht nur verschmelzen Kommunikation und Warenproduktion immer mehr zu ein- und demselben Prozess, sondern es bildet sich auch eine neue Form sozialer Kontrolle heraus, die wesentlich auf permanenten (digitalen) Feedbacks gründet. Das Self-Tracking wird hier als Ausdruck dieser Entwicklung hin zur einem kybernetischen Kapitalismus analysiert, die verstehen sollte, wer die Funktionsweise von Herrschaft in hochtechnisierten Gesellschaften durchschauen will.