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Technopolitics. "Industry 4.0" between cybernetic utopia and practices of appropriation.

Goal: PhD project on a multi-level analysis of the implementation of "Industry 4.0"-schemes as technopolitics of production.

Date: 1 March 2016 - 31 December 2019

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Simon Schaupp
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This article analyses the interaction of the algorithmic workplace regime and the migration regime in manual work in platform logistics and manufacturing in Germany. Based on ethnographic case studies, the article reconstructs how companies integrate migrant workers by using systems of algorithmic work control. These simplify the labour process and direct workers without relying on a certain language. Algorithmic work control, however, does not realise its intended disciplining effects on its own but is dependent on external factors. A precarious residence status is such an external disciplining factor as it can create an implicit alliance of migrant workers with their employers in the hope for permanent residence. Nonetheless, the interaction of the two regimes also produced new forms of solidarity between the workers, which in some cases led to new forms of self-organisation. Thus, workplace regime and migration regime co-constitute each other.
Simon Schaupp
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This article develops a multi-level frame-work for the analysis of a bottom-up politics of technol-ogy at the workplace. It draws on a multi-case study on algorithmic management of manual labor in manufactur-ing and delivery platforms in Germany. In researching how workers influenced the use of algorithmic manage-ment systems, the concept of technopolitics is developed to refer to three different arenas of negotiation: (1) the arena of regulation, where institutional framings of tech-nologies in production are negotiated, typically between state actors, employers’ associations, and unions. (2) The arena of implementation, where strategies of technology deployment are negotiated—in the German production model typically between management and works coun-cil. (3) The arena of appropriation, in which different organizational technocultures offer contesting schemes for the actual use of technology at work. Whereas most recent research on digitalization of work conceptualizes workers as mere objects of digitalization processes, this paper focuses on worker agency as a “technopolitics from below.” It thus demonstrates how workers influence the concrete outcome of digitalization projects.
Simon Schaupp
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Drawing on a case study of algorithmically controlled manual labour in German industrial production and logistics, this article develops the concept of cybernetic proletarianisation. It does so by joining an empirical analysis of labour processes with theoretical class analysis. Thus, it reconstructs Marx’ understanding of technical proletarianisation as a dialectic between expulsion and reintegration of living labour in production processes. In the cases researched here, a qualitative and quantitative expulsion of living labour could be observed in different forms: First, deskilled flexibilisation via digital instructions on working steps. Second, a cybernetic mode of work intensification that is based on a permanent digital evaluation of the labour process. Third, data-based automation, which builds on the data collected from the labour processes. This expulsion is counterweighted by a process of reintegration of devaluated living labour due to new highly labour-intensive forms of production and distribution, which are enabled by algorithmic work control. However, these processes are highly conflictual, resulting in different ‘technopolitics from below’, in which workers influence or even disrupt the processes of cybernetic proletarianisation.
Simon Schaupp
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Zusammenfassung Der Artikel untersucht organisationskulturelle Praktiken der Technikkritik im Kontext der „Industrie 4.0“. Empirische Grundlage ist die ethnographische Untersuchung der Aneignung algorithmischer Arbeitssteuerung durch Produktionsbeschäftigte in zwei Industrieunternehmen. Als Analyserahmen für die geteilten kulturellen Bezüge der Beschäftigten auf die digitalen Technologien wird der Begriff der organisationalen Technokulturen vorgeschlagen. Dabei können offizielle Technokulturen kontrastiert werden mit Technokulturen der Kritik. Während erstere eine Techniknutzung entsprechend den Organisationszielen propagieren, grenzen sich letztere von diesen ab und stellen stattdessen den Eigensinn der Akteure ins Zentrum. Inwiefern sich diese Technokulturen manifestieren, ist stark kontextabhängig. In Situationen, in denen das Management der untersuchten Unternehmen nicht anwesend war, manifestierte sich die Kritik der Beschäftigten in expliziten und vehementen Anklagen digitaler Würdeverletzungen. Aber auch im Arbeitsalltag kam es zu kritischen Aneignungspraktiken. Diese nahmen vor allem die weitgehend gefahrlose Form des subversiven Humors an. Entgegen einer Position, die Beschäftigte als passive Objekte oder als ‚Komplizen‘ digitaler Kontrollregime versteht, kann hier gezeigt werden, dass die Beschäftigten spezifische interpretative Kompetenzen entwickeln, um Freiheitsräume auszumachen und Kritik zu üben.
Simon Schaupp
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Die Dissertation untersucht die Wechselwirkungen zwischen der politischen Ökonomie der Digitalisierung und betrieblichen Konflikten. Während das Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“ bereits relativ viel mediale und wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangt hat, erscheinen Beschäftigte dabei meist als bloße Objekte von Digitalisierungsprozessen. Demgegenüber werden hier die verschiedenen Strategien ins Zentrum gerückt, die Beschäftigte im Umgang mit der Digitalisierung entwickeln. Konkret geht es dabei um die Aushandlung algorithmischer Arbeitssteuerung. Diese wird in der produzierenden „Industrie 4.0“ und in der plattformvermittelten Lieferlogistik untersucht. So wurde eine Serie von 53 qualitativen Interviews mit Stakeholdern der algorithmischen Arbeitssteuerung durchgeführt. Vor allem aber arbeitete der Autor im Zuge einer teilnehmenden Beobachtung selbst mehrere Monate in algorithmisch gesteuerten Tätigkeiten an einer industriellen Montagelinie und als Fahrradkurier. Im Anschluss an Burawoys „Politics of Production“ entwickelt die Dissertation mit dem Konzept der Technopolitik einen Mehrebenen-Analyserahmen, der die algorithmische Arbeitssteuerung als Produkt von Aushandlungen zwischen verschiedenen Interessensgruppen analysierbar macht. Dabei werden drei verschiedene technopolitische Arenen mit je unterschiedlichen Aushandlungslogiken identifiziert: Die Regulationsarena, die Implementierungsarena und die Aneignungsarena. In den untersuchten Bereichen hat die algorithmische Arbeitssteuerung eine kybernetische Proletarisierung zur Folge. Damit sind Zyklen der digitalen Verdrängung und Reintegration von menschlicher Arbeit im Produktionsprozess gemeint: So besteht die algorithmisch gesteuerte Tätigkeit der Beschäftigten unter anderem darin, sich selbst überflüssig zu machen. Gleichzeitig ist insgesamt keine Abnahme der benötigten Menge menschlicher Arbeitskraft zu diagnostizieren. Stattdessen kommt es im Zuge der Digitalisierung zu neuen arbeitsintensiven Produktionsformen, insbesondere in der Plattformlogistik, also etwa dem Onlineversandhandel oder den Lieferdiensten. Dieser Prozess ist mit einer Abwertung verbunden, die sich vor allem aus den Tendenzen zu einer dequalifizierten Flexibilisierung und zur Arbeitsverdichtung ergibt. Gleichzeitig entstehen aber auch verschiedenste Formen einer ‚Technopolitik von unten‘, mit denen Beschäftigte im Zuge der Digitalisierung, mit teils radikalen Mitteln, für ihre Interessen eintreten. Angesichts dieser Entwicklungen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Auseinandersetzungen um die algorithmische Arbeitssteuerung in Zukunft weiter zuspitzen werden und das Thema zu einem zentralen arbeitspolitischen Konfliktfeld werden wird.
Simon Schaupp
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Die plattformvermittelte Kurierarbeit ist ein Vorläufer und Testfeld für neue Formen der digitalen Arbeitskoordina-tion und -kontrolle und damit auch für neue Formen des Arbeitskampfes. Wie der Beitrag zeigt, dienen die organi-sationalen und technischen Infrastrukturen dieser Plattformen sowohl zu Kontrollzwecken als auch als Mittel der widerständigen Organisierung der Kurier_innen. These des Artikels ist, dass Digitalisierung nicht allein zur Kontrolle und Atomisierung der Arbeitenden Anwendung findet, sondern von letzteren sowohl zur Schaffung von Solidaritäts-kulturen als auch zum aktiven Widerstand genutzt wird. Diese Argumentation gründet auf zwei mehrmonatigen ethnographischen Studien, 46 qualitativen Interviews mit verschiedenen Akteur_innen der digitalisierten Delivery-Branche und einer quantitativen Online-Befragung der Kurier_innen.
Simon Schaupp
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This article examines the political function of state-sponsored proclamations of future technological developments with regard to the German example of 'Industrie 4.0'. Building on a comparison of two classical texts of the literary genre of utopianism, Bacon's Nova Atlantis and Morus' Utopia , the article argues that the future visions of 'Industrie 4.0' can be understood as a techno-political utopia. As such, it is a discursive strategy consisting of three elements: social mobilization for national competitiveness (nationalism) towards a profitable industry with "men at the center" (solutionism) and without industrial conflicts (corporatism). These elements limit an open political discussion on desirable digital futures. The article concludes by demonstrating how critical social sciences could contribute to open the discourse from a mere techno-managerial towards a techno-political utopia. 99
Simon Schaupp
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The concept of “digital Taylorism” has become the blueprint for interpreting algorithmic labour control. This article examines which elements of Taylorism actually are adopted in algorithmic labour control and positions cybernetics as an alternative point of reference for historical interpretation. The author concludes that the concept of digital Taylorism adequately underscores the aspects of segmentation and simplification of the labour process and, in part, of information asymmetry. However, the concept cannot capture the central aspects of feedback, self-organisation and automation of middle management, as well as the instability of digitalised employment relationships, since these are essentially based on the cybernetic theory of control. Cybernetics is currently undergoing a revitalisation in the field of digital labour control, since, for the first time, the development of digital sensor technology makes the central cybernetic idea of permanent feedback technically feasible.
Simon Schaupp
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This book traces how the current wave of industrial digitalization relates to processes of domination and emancipation. It aims to counter techno-deterministic narratives that would connect a perceived new ‘industrial revolution’ with clear-cut societal consequences. In order to do this, the volume intervenes into three ongoing discussions which pertain to emancipation and domination in the workplace, promises of emancipation through digital fabrication, and the idea of emancipating, configuring, and infrastructuring the users of industrial products. Within this framework it addresses topics including democratic participation, management thinking, gamification, the maker movement, reshoring, digital platforms, and the automation of healthcare.
Simon Schaupp
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Uber und das Problem der Strategiefähigkeit digitaler Kontingenzarbeiter*innen https://www.soziopolis.de/lesen/buecher/artikel/inside-uber/
Simon Schaupp
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This talk discusses the effects that digital media of process control have on power relations in industry. It will present first empirical findings and theoretical reflections of a starting research project. During the last decade all highly technologized countries underwent big changes in industrial production which in Germany are discussed under the label of “Industrie 4.0”. This “digital transformation” of the industry can be summarized as a tendency towards a high level of automation that develops away from standardized mass production and towards individualized products. In order to achieve this on different levels of industrial production, from individual operations to supra organizational logistics, networked digital systems for automatic process control are introduced. My hypothesis is that along with this form of mediatization of production goes a revitalization of a cybernetic mode of control that is based on data driven feedback loops which in turn are supposed to produce self-optimizing systems. However, it would be false to reduce this cybernetic control to the presence of certain machines. Instead it is composed of (1.) a scientific discourse, e.g. cybernetics; (2.) a technological element; (3.) an organizational element, e.g. certain managerial practices. As an analytical concept that takes serious all three of these elements, I suggest Michael Burawoys concept of the “apparatuses of production”. Structured along those three elements (scientific, technological, organizational), I will present first findings on the power effects of cybernetic apparatuses of control. The concept of the apparatus is also useful to demonstrate how certain socio-material systems influence not only the power relations inside an organization, but also politico-economical structures on a macro level. To this end I introduce the concept of cybernetic capitalism. This term aims to create a unifying concept for the transformations that are induced by the cybernetic apparatuses of control on different levels, especially with respect to their effect on power relations between the affected actors.
Simon Schaupp
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https://medium.com/sci-five-university-of-basel/from-the-f%C3%BChrer-to-the-sextoy-af6b68c634fc
Simon Schaupp
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Wie etwas loswerden, in das man heillos verstrickt ist? Herrschaftskritik ist ein mühsames Geschäft – und trotzdem bitter nötig. URL: http://www.kritisch-lesen.de/c/1442
Simon Schaupp
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Grounded on examples of political communication on the hidden web marketplace SilkRoad, the radical wing of the ideology of cybernetic capitalism is analyzed.
Simon Schaupp
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PhD project on a multi-level analysis of the implementation of "Industry 4.0"-schemes as technopolitics of production.