Project

Practice Theory / Praxistheorie

Goal: Social theory

Updates
0 new
0
Recommendations
0 new
0
Followers
0 new
5
Reads
0 new
39

Project log

Hilmar Schäfer
added a research item
Es ist gerade einmal dreißig Jahre her, dass der britische Informatiker Timothy Berners-Lee und sein belgischer Kollege Robert Cailliau die technischen Grundlagen des World Wide Web entwickelten. Die von ihnen eingeläutete Digitale Revolution hat unsere Gesellschaften seither ebenso radikal wie nachhaltig verändert – und ein Ende ist nicht abzusehen. Der unablässige Zuwachs der Rechen-, Speicher- und Kommunikationskapazitäten sowie die unüberschaubare Vielzahl immer neuer technischer Geräte, Anwendungen und Programme verschieben permanent die Grenzen des Üblichen und des Möglichen. Die mit der Digitalisierung einhergehenden Transformationsprozesse wirken sich aber auch auf unser soziales Zusammenleben aus. Sie betreffen alle Bereiche des Öffentlichen und des Privaten und bringen laufend neue Praktiken hervor. Diese sind jedoch nicht nur von unseren Intentionen als Nutzer*innen geprägt, sondern auch von den Vorgaben der Programmierer*innen, Entwickler*innen oder Produzent*innen, die mittels Algorithmen, Datenbanken oder Schlagworten mehr oder weniger unbemerkt unser Verhalten steuern. Was aber bedeutet es, wenn uns immer mehr Parameter unseres eigenen Denkens, Handelns und Urteilens gar nicht mehr transparent sind? Und welche Möglichkeiten haben wir, uns den Mechanismen der digitalen Hörigkeit zu entziehen?
Hilmar Schäfer
added a research item
Although the practice of writing is key to the production of ethnographic knowledge, the topic remains understudied. Using material from our own ethnographic research in the fields of air travel and cultural heritage as data, we develop a reflexive account of ethnographic writing. We examine in detail the practices of jotting down observations, writing field notes, analytic annotating, ordering and rearranging, and drafting and revising papers. The article takes a praxeological stance, conceptualizing writing as a practice that is simultaneously cognitive, embodied, and material. Our analysis finds that writing influences and shapes all stages of ethnographic work, from orienting perception by setting an appropriate mode of attention to organizing the work itself, e.g., by keeping to-do lists. Writing does not simply communicate ethnographic insights, but—as a result of the activity of texts—it also generates them.
Hilmar Schäfer
added 5 research items
Ein Blick in die Zukunft, ein Vorschlag für eine kultursoziologische Perspektive, die noch in der Entwicklung begriffen ist und die besonderes analytisches Potential entfalten kann, erfordert zunächst eine Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Standorts der Kultursoziologie. Ein Blick in die Zukunft ist ein Blick zurück nach vorn. Worin bestehen erstens aktuell die Herausforderungen der Kultursoziologie? Zweitens: Welchen genuinen Charakteristika kann sie sich im Rückblick auf ihre Geschichte versichern? Welches Forschungsprogramm erscheint drittens besonders geeignet, im Geiste der spezifisch kultursoziologischen Tradition auf die Herausforderungen zu reagieren? Und schließlich: Worin besteht die Leistung des vorgeschlagenen Ansatzes? Diese Fragen möchte ich im Folgenden erörtern, meinen Entwurf einer kultursoziologischen Position für das 21.
Bourdieu und Michel Foucault (1926–1984) begegneten sich zuerst an der École normale supérieure in der Rue d’Ulm, dem Zentrum für die Ausbildung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses, in das Bourdieu einige Jahre nach Foucault eingetreten ist. Foucault empfahl später dem Verlag Gallimard Bourdieus ethnologische Algerienstudien zur Veröffentlichung und wirkte 1981 an seiner Berufung ans Collège de France mit; danach kam es gegen Ende des Jahres zu einem ersten gemeinsamen politischen Engagement (2002c, 92). Eine öffentliche Diskussion theoretischer Fragen hat nie stattgefunden, über einen privaten Austausch ist nichts bekannt. Zum Tode Foucaults verfasste Bourdieu einen Nachruf für die Zeitung Le Monde, in dem er ihr freundschaftliches Verhältnis hervorhob (2003b, 74–78).
Hilmar Schäfer
added 2 research items
Eine selbstkritische Frage bewegt Michel Foucault 1969 im Rückblick auf seine bisherige Arbeit: „Die Archäologie scheint […] die Geschichte nur zu behandeln, um sie zum Erstarren zu bringen. […] Bringt sie in dieser ‚Welt der Ideen‘, die in sich selbst so labil ist, in der die scheinbar stabilsten Figuren so schnell verfließen, […] nicht gleichsam eine Art unbeweglichen Denkens zur Geltung ?“ (Foucault 1973: 236)
Die soziologische Analyse von Improvisation, Spontaneität und Kreativität stellt die Theoriebildung vor große Herausforderungen, indem sie die Anerkennung der dynamischen Aspekte sowohl der künstlerischen Praxis als auch des Alltagshandelns einfordert und allgemein nach der Möglichkeit einer soziologischen Beschreibung der Entstehung des Neuen fragt.
Hilmar Schäfer
added 2 research items
Das französisch besetzte Algerien wird für den jungen Philosophen Pierre Bourdieu, der dort als Rekrut von 1955 bis 1957 seinen Militärdienst leisten muss, eine biographisch wie intellektuell prägende Station. Hier beginnt er seine soziologische Karriere, sammelt erste empirische Forschungspraxis und entwickelt thematische Interessen, die ihn während seiner weiteren akademischen Laufbahn beschäftigen werden. Die fundamentale Bedeutung dieser Erfahrungen für sein Werk rechtfertigt die Behauptung, dass Bourdieus gesamte Soziologie ohne seinen erzwungenen Aufenthalt in Algerien nicht denkbar ist.
Hilmar Schäfer
added 5 project references
Hilmar Schäfer
added a project goal
Social theory