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Governance von Hochschulen

Goal: Ziel ist eine breite Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Steuerung und Governance von Hochschulen, die auf mehrere, teilweise aufeinander aufbauende Einzelprojekte zurückgeht.

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Rene Krempkow
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Students are often assumed to be "digital natives", i.e., to be competent in the use of digital technologies. However, observations in the teaching context show that students do not (or cannot) necessarily transfer skills acquired in their leisure time to the study context. In order to provide concepts for developing appropriate teaching/learning quality and for the efficient use of corresponding technologies, a valid database is required to document students' digital competences. We therefore refer to the European Reference Framework DigComp2.1 as a conceptual basis as well as selected results from surveys of several large universities in Germany. These conceptualise a new self-report questionnaire to assess digital competences. In this chapter, we first address the question: How precisely can we assess digital competences? Second, we stress the significance of digital competences in the first year of higher education under pandemic conditions. While it has been widely proven that self-efficacy is a good predictor of study success, satisfaction and dropout intentions, this paper attempts to examine the extent to which digital competences mediate this relationship when students experience their first year in higher education only in a virtual environment. For this purpose, we conducted an additional longitudinal study spanning the whole first year in higher education. Ultimately, a valid recording of digital competences serves as the basis for quality-enhancing concepts for higher education teaching to coordinate the sensible use of digital teaching/learning technologies with existing competences or to promote the acquisition of missing competences.
This volume is based upon a selection of papers that were presented at the online EAIR Forum in 2021. The book brings together scholars, practitioners and policymakers in higher education, and sets out the theme of transformation in three key areas: digitalisation, quality and trust. Herewith this volume presents a stimulating and careful analysis of the opportunities and associated challenges of transformation in higher education systems and institutions.
Rene Krempkow
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Die deutsche Hochschullandschaft digitalisiert sich – besonders seit der Covid-19-Pandemie. Doch trotz einiger Studien, die zu Einzelbereichen wie der digitalen Bildung und digitalen Infrastrukturen existierten, liegen bislang kaum übergreifende Studien zur Digitalisierung der Hochschulen vor. Eine solche hatte die Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung beauftragt (vgl. EFI 2019). Der vorliegende Beitrag thematisiert den Stand der Digitalisierung der Forschung an Hochschulen in Deutschland basierend auf dieser Studie und ergänzt sie, soweit verfügbar, mit aktuellen Informationen. Zwar ist zum Stand der Digitalisierung der Forschung an den Hochschulen in Deutschland zu konstatieren, dass auch nach 2 Jahren Pandemie weiterhin relativ wenige systematische Informationen verfügbar sind. Es können aber dennoch aus einigen Einzelergebnissen und aus Unterschieden im Stand der Digitalisierung von Hochschulen mögliche Handlungsoptionen für das Hochschulsystem abgeleitet werden. Darüber hinausgehend könnten durch Hinzuziehen der Befragungsergebnisse von Forschenden weitere Ansatzpunkte abgeleitet werden, was am Beispiel von Forschungsdaten diskutiert wird. English Abstract: The German higher education landscape is digitising – especially since the Covid 19 pandemic. However, despite some studies that existed on individual areas such as digital education and digital infrastructures, there have hardly been any overarching studies on the digitalisation of universities. Such a study was commissioned by the Federal Government's Commission of Experts on Research and Innovation (cf. EFI 2019). This article discusses the status of the digitalisation of research at universities in Germany based on this study and supplements it with current information where available. Relatively little systematic information is available on the state of digitalisation of research at universities in Germany, even after two years of the pandemic. Nevertheless, possible options for action for the university system can be derived from some individual results and from differences in the status of digitalisation at universities. In addition, further starting points for corresponding measures could be derived by drawing on the survey results of researchers, which will be discussed using the example of research data.
Rene Krempkow
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Studierbarkeit und Studienerfolg gehören zu den meistdiskutierten Themen zu Lehre und Studium an Hochschulen im deutschsprachigen Raum, seit der sogenannte Bologna-Prozess Fahrt aufnahm. Insbesondere die Sicherstellung von Studierbarkeit wird in Hochschulpolitik und Akkreditierung verstärkt gefordert, wobei immer wieder auch auf Diskussionen zu (Einflussfaktoren auf) Studienerfolg zurückgegriffen wird. Gleichzeitig besteht nach wie vor kein Konsens über Konzepte, Analyseansätze sowie über angemessene Steuerungsansätze. Die 14 Beiträge des Hefts widmen sich diesen Themenbereichen. Die versammelte Auswahl an Einreichungen spiegelt damit das breite Spektrum an Einreichungen konzeptioneller wie auch empirischer Beiträge sowie Berichten aus der Praxis, die auf ihre jeweils eigene Art und insgesamt zur weiteren hochschulischen Entwicklung beitragen können.
Rene Krempkow
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Hochschulmanager:innen gehören in Deutschland zu einer Personalgruppe, die sich noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Sie sind in Positionen zu finden, die zwischen der traditionellen Verwaltung und der Forschung liegen. Stratmann (2014) hat in seinem organisationstheore-tischen Ansatz herausgearbeitet, dass Personen, die bisher vor allem für die Durchsetzung von Regeln zuständig waren, nun zu strategischen Akteur:innen werden, die Managementaufgaben wahrnehmen, Entscheidungen vorbereiten und darin höhere Handlungsspielräume haben als diejenigen in der traditionellen Verwaltung. In der von uns durchgeführten standardisierten Online-Befragung im Rahmen des Forschungsprojekts "KaWuM-Karrierewege und Qualifikationsanforderungen im Wissen-schafts-und Hochschul-Management" wird gefragt, wie weit dieser offensichtliche Veränderungsprozess fortgeschritten ist: In welchem Umfang sind Hochschulmanager:innen strategisch tätig? Welche Rollen nehmen sie ein und wie nehmen sie sich selbst wahr? Lässt sich dieser Prozess im Sinne einer Professionalisierung verstehen? Die Erhebungsdaten lassen den Schluss zu, dass sich die neu geschaffenen Aufgaben im Hochschulmanagement in einer Reihe von Merkmalen von den Verwaltungsaufgaben unterscheiden. Die neue Gruppe nimmt andere Rollen in der Organisation wahr und hat einen größeren Handlungsspielraum als diejenigen, die sich nicht als Hochschulmanager:innen verstehen. Die Befragten selbst geben an, dass sie zur strategischen Entwicklung ihrer Organisation beitragen. Auch die Bildung und Mitgliedschaft in beruflichen Netzwerken deutet auf einen Professionalisierungsprozess dieser Gruppe hin.
In diesem Beitrag soll es darum gehen, wie sich das Wissenschafts- und Hochschulmanagement in Deutschland für seine Tätigkeiten qualifiziert und weiterbildet. Die zentralen Fragen dabei sind: Welche Bildungsabschlüsse und fachlichen Hintergründe haben die im Wissenschafts- und Hochschulmanagement Tätigen? Was kennzeichnet die Weiterbildung im Wissenschafts- und Hochschulmanagement? Welche Bedarfe gibt es hierfür bei den Wissenschafts¬manager*innen? Wie werden die vorhandenen Angebote angenommen und bewertet? English abstract: In this paper we will focus on how higher education management in Germany qualifies and trains for its activities. The central questions are: What educational qualifications and professional backgrounds do those working in higher education management have? What characterises continuing education in higher education management? What are the needs of higher education managers? How are the existing offers accepted and evaluated?
Das Themenschwerpunktheft der Zeitschrift Qualität in der Wissenschaft (QiW) befasst sich mit dem Thema «Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft», dem die QiW ihrem Titel entsprechend bereits seit ihrer Gründung eng verbunden ist. Dieses Heft stellt eine Auswahl theoretisch fundierter und empirisch orientierter Beiträge aus Forschungsprojekten vor, die im Rahmen der Förderlinie «Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft» des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2019 gefördert werden. Sie umfassen ein breites Themenspektrum: Dieses reicht von Auswahlverfahren per Los, über Qualitätssicherung in Berufungsverfahren, Karrierestrukturen bzw. -wege in der Wissenschaft bzw. im Wissenschaftsmanagement, bis hin zur Evaluation transformativer Projekte, und zur Exzellenzmessung im Bereich des Wissens- und Technologietransfers. Die Beiträge stellen damit ausgewählte (Zwischen-)Ergebnisse der Förderlinie vor, die auf diese Weise gesammelt sichtbar und für die Hochschulen nutzbar gemacht werden können. Darüber hinaus gibt es am Ende zwei Beiträge, die nicht zur Förderlinie zählen, sich allerdings ebenfalls mit Themen der Qualitätsentwicklung befassen: Der erste fragt, ob es einen „Praxisschock“ durch die Einführung von Langzeitpraktika im Lehrerstudium gibt, der zweite thematisiert die Transformation der Lehre in digitale Räume anhand der Ergebnisse einer empirischen Studie der Universität Wien.
Rene Krempkow
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Der Beitrag gibt einen Überblick über Karriereperspektiven für Nachwuchsforschende in der Wissenschaft in Deutschland. Er stellt hierfür ausgewählte empirische Ergebnisse des dritten BuWiN (2017) sowie Vorläuferberichten zum Thema vor, ordnet zeitliche Entwicklungen ein und ergänzt sie um aktuelle Ergebnisse - die sich so z.T. inzwischen auch im 4. BuWiN (2021) wiederfinden. Schwerpunkte bilden hierbei die Planbarkeit, Berechenbarkeit und Transparenz der Karriereperspektiven in der Wissenschaft auf dem Weg zur Professur, die Leistungsselektivität und Chancengerechtigkeit, sowie die Entwicklung der befristeten bzw. unbefristeten Stellen und damit der Chancen auf eine unbefristete Stelle neben der Professur. Darüber hinaus diskutiert der Beitrag einige gängige Erklärungen für die Entwicklungen in den letzten Jahren anhand empirischer Daten, wie den Zusammenhang von Drittmittelfinanzierung und Befristung sowie wissenschaftlicher Qualifizierung und Befristung. Schließlich werden im Ausblick Gestaltungsmöglichkeiten für Politik und Hochschulen zur Weiterentwicklung der Karriereperspektiven für Nachwuchsforschende aufgezeigt.
Rene Krempkow
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Bildungsgerechtigkeit erschöpft sich nicht in der Chancengerechtigkeit beim Zugang zur Hochschule. Auch innerhalb der Hochschule bis zur Promotion (und darüber hinaus) gibt es zahlreiche Übergänge, an denen (Selbst-)Selektionen keineswegs immer nach Leistung stattfinden. Doch Übergänge können gestaltet werden. Kann Qualitätssicherung dabei zu mehr (Diversitäts-)Fairness und Leistungsgerechtigkeit beitragen, z.B. durch Prozessgestaltung und -monitoring von Aufnahme- und Auswahlverfahren über Betreuungsevaluation bis hin zu Tenure-Track-Verfahren und Entfristungen? Hier sollen am Beispiel des Überganges vom Bachelor zum Master auf der Basis von empirischen Analysen mögliche Schlussfolgerungen aus den Analysen vorgestellt und diskutiert werden. Ähnlich könnte dies auch für den Übergang vom Master zur Promotion erfolgen, wofür ebenfalls ausgewählte empirische Ergebnisse in die Diskussion eingebracht werden.
Diese Präsentation zur Online-Akademie des Netzwerkes Wissenschaftsmanagement e.V. stellt aktuelle Ergebnisse zu Karriere- und Berufswegen im Wissenschafts- und Hochschulmanagement sowie zu Weiterbildungsbedarfen und -angeboten vor. Hierbei fließen neben Auswertungen der ersten Erhebungswelle des KaWuM-Survey auch erste Auswertungen der KaWuM-Interviews und Fokusgruppengespräche mit ein, die dort wo es möglich ist, aufeinander bezogen werden.
Rene Krempkow
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In Germany, higher education (HE) managers belong to a group of personnel that is still in a process of definition and growth. They can be found in positions located between those traditionally defined in administration and research. In his organisational-theoretical approach, Stratmann (2014) has highlighted that administrators, who were hitherto primarily responsible for the enforcement of rules, are now being transformed into strategic actors who can perform management tasks, prepare decisions and have room to manoeuvre. The newly-launched standardised online survey within the research project "KaWuM-Career paths and qualification requirements in HE management", ask how far this apparent process of change has progressed: To what extent are higher education managers strategically active? What roles do they take on and how do they perceive themselves? Can this process be understood in terms of professionalisation? The survey data allow us to conclude that the newly created tasks in HE management do differ from the administrative tasks in a number of characteristics. The new group does perform different roles in the organisation and does have a greater scope of leeway than those who do not consider themselves as HE managers. The respondents themselves do confirm that they contribute to the strategic development of their organisation. Also, the formation and membership of professional networks point to a process of professionalisation of this group. (For a content overview of the book see: https://brill.com/view/title/60562.)
Rene Krempkow
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In der Hochschullehre entstehen zunehmend digitale Lehr-/ Lernmaterialien. Dies birgt Potentiale über den Standort der Entstehung hinaus. Das Internet umfasst gigantische Mengen an Informationen und Technologien, die Grundlage, Gegenstand und Inhalt für Lernprozesse sein können. Es besteht jedoch eine erhebliche Herausforderung darin passende Inhalte zu identifizieren. Die Vielfalt an Ergebnissen erschwert die Selektion und verschiedenste (z.B. fach- oder materialspezifische) Einstiegspunkte sind zeitintensiv, wobei Qualitätsdimensionen der Ergebnisse mitunter unklar verbleiben. Bestehende kommerzielle Plattformen verfügen zwar über Reichweite, sind dabei jedoch mit Einschränkungen verbunden, z. B. bestehende Geschäftsmodelle zur Monetarisierung, ohne dass sie eine Verpflichtung für Öffnung von Bildung und ihre „Offenheit“ vorsehen (vgl. Sander et al. 2019, S. 2.). Damit einher gehen Bedenken bezüglich der Nachhaltigkeit sowie zumindest teilweise Unklarheit und Unsicherheit zu übertragenen Rechten beim Einstellen von Content (Sander et al., 2019; Hamborg et al., 2018). Der Digitalisierung von Lehren und Lernen wird auch durch die Hochschulleitungen in Deutschland größte Bedeutung zugeschrieben; dies galt bereits vor der Corona-Pandemie (vgl. Gilch u.a. 2020, S. 446ff.). Seitdem haben digitale Lehr- und Lernmittel bei der Vermittlung bzw. Aneignung von Wissen und Kompetenzen eine noch größere Notwendigkeit und Bedeutung erlangt. Open Educational Resources (OER) sind Materialien für Bildungskontexte, die frei zur Verfügung stehen, geteilt und verändert werden können. Die OECD, UNESCO und die Europäische Kommission legen seit einiger Zeit einen Schwerpunkt auf OER können kollaborativ weiterentwickelt werden und vielfältig sein: z.B. Aufgaben, Audiodateien, Grafiken, Lehrpläne, Präsentationen, Skripte, Videos oder umfangreiche Online-Kurse. Potentiale für den Einsatz in weiteren Lernkontexten bestehen, wenn Materialien nachnutzbar und sichtbar sind. Die Nachnutzbarkeit digitaler Lehr-/Lernmaterialien hängt von einer offenen Lizensierung ab. Besonders geeignet sind die Creative Commons (CC) Lizenzen.1 Zudem ist die Verwendung technischer Standards, die Auffindbarkeit, Nachnutzbarkeit und Interoperabilität von digitalen Materialien gewährleisten eine wichtige Grundlage. Für die Sichtbarkeit von OER spielen Infrastrukturen und ihre Ausgestaltung eine wesentliche Rolle. Die Auffindbarkeit und Integrierbarkeit von OER bedarf „Zusatz“-Informationen in Form von Metadaten und Standards. Dieser Herausforderung haben sich verschiedene Länderinitiativen angenommen, einhergehend mit dem gemeinsamen Anliegen den OER Gedanken zu verbreiten und für das Themenfeld zu sensibilisieren.
Dieser Beitrag stellt Ergebnisse von Analysen zu Effekten von Leistungsanreizen ca. 20 Jahre nach ihrer Einführung vor, die in Anlehnung an frühere ähnliche Analysen erfolgten. Hierbei werden Modellmerkmale der fakultätsinternen Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM), Strukturmerkmale der Fakultäten, die Wechselwirkung mit anderen Leistungsdimensionen, und auch Ausgangsbedingungen einbezogen. Im Ergebnis zeigen sich für die Drittmittelaufkommen Medizinischer Fakultäten in Deutschland Effekte der Gewichtung der Drittmittel im LOM-Modell und der Amtszeit von Dekanen. Außerdem finden sich Effekte auch für Änderungen der LOM und der Einschätzung ihrer Effektivität durch die Professor*innen der jeweiligen Fakultäten. Für die Publikationsperformanz erweisen sich die Gewichtung der Publikationen und die Drittmittelaufkommen als bedeutsam. Allerdings zeigen sich intendierte Effekte z.T. erst mit deutlicher Zeitverzögerung.
Rene Krempkow
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Vorwort und Überblick zum Themenfeld V des Handbuches (für das komplette Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe siehe: https://www.utb-shop.de/handbuch-hochschuldidaktik-10927.html)
Rene Krempkow
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Inhaltsübersicht des Themenheftes der QiW 4/2020 "Leistungsbewertung in der Wissenschaft"
Rene Krempkow
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Im Zuge der Digitalisierung der Hochschulen verändern sich nicht nur Inhalte, Methoden, Praktiken und Prozesse im wissenschaftlichen und administrativen Arbeiten – es wird auch ein umfassender Differenzierungsprozess im Hochschulsystem angestoßen. Anhand ausgewählter Aspekte der bundesweiten Schwerpunktstudie Digitalisierung der Hochschulen im Auftrag der EFI werden verschiedene Facetten dieser Entwicklungen aus den Dimensionen Forschung, Lehren und Lernen, Verwaltung und Infrastruktur aufgezeigt. Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht der Stellenwert digitaler Kompetenzen an den Hochschulen. So nennen mehr als 85 % aller befragten Hochschulen die Vermittlung von Kompetenzen für eine digitale Welt als wesentlichen Teil ihres Digitalisierungskonzepts. Die Betrachtung der dem eigenen Personal zugeschriebenen digitalen Kompetenzen zeigt jedoch deutliche Unterschiede für verschiedene Personalkategorien auf. Zudem sind Differenzierungen hinsichtlich der Hochschulstandorte und -träger erkennbar. Da digitale Kompetenzen eine wesentliche Rolle im Digitalisierungsprozess spielen, muss überlegt werden, welche Instrumente Hochschulen zur Verfügung stehen, diese aktiv weiterzuentwickeln. Anhand der Ergebnisse der bundesweiten Schwerpunktstudie Digitalisierung an Hochschulen werden diese Aspekte untersucht und Handlungsoptionen diskutiert.
Rene Krempkow
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Dieser Beitrag behandelt die Frage, wie die Datenqualität bei Online-Befragungen von Absolvent*innen und Studierenden bei unterschiedlichen Feldzugängen geprüft werden kann, insbesondere mit und ohne Adressverfüg¬barkeit. Ein Fokus liegt auf dem Aspekt der (Selbst-)Rekrutierung von Befragten über einen offenen Link. Wir diskutieren die methodische Herangehensweise, die Befragungsdaten beider Feldzugänge gegenüberzustellen und auf diese Weise die Generalisier¬barkeit der über den offenen Zugang erhobenen Daten zu überprüfen, während der andere Zugang mit der Grundgesamtheit verglichen wird. Die Datenbasis der Analysen ist die erste Erhebungs¬welle des KaWuM-Survey innerhalb des BMBF-Projektverbundes „Karrierewege und Qualifikations¬anforderungen im Wissenschafts- und Hochschulmanagement“. Die Prüfung der Datenqualität ist die Voraussetzung für alle inhaltlichen Interpretationen und Schlussfolgerungen. Das Resultat hat Konsequenzen für die weitere Ergebnisdarstellung: Wenn der Abgleich ausgewählter soziodemografischer und beruflicher Merkmale zwischen Subgruppen zeigt, dass sie nicht signifikant voneinander abweichen, könnten die Informationen aus verschiedenen Feldzugängen ggf. zusammengefasst werden; anderenfalls sollte eine separate Darstellung geprüft werden. English Abstract: This article deals with the question of how the data quality of online surveys of graduates and students can be checked for different field accesses, especially with and without address availability. We focus on the aspect of (self-)recruitment of respondents via an open link. We discuss the methodological approach of comparing the survey data of both field accesses and thus checking the generalisability of the data collected via the open access, while the personalized access is compared with the population. The data base of the analyses is the first wave of the KaWuM survey within the BMBF project network "Career Paths and Qualification Requirements in Science and Higher Education Management". The examination of the data quality is the prerequisite for all interpretations and conclusions regarding the content. The result has consequences for the further presentation of the outcomes: If the comparison of selected socio-demographic and professional characteristics between both access groups shows that they do not differ significantly from each other, the information from different field accesses could possibly be summarized; otherwise it should be checked whether a separate presentation is necessary.
Rene Krempkow
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In diesem Beitrag werden Lehrpreise im Zusammenhang mit Leistungsanreizmechanismen diskutiert. Hierbei können Lehrpreise einerseits aufgrund ihrer Anerkennungs- und Reputationswirkung als nichtmaterielle Leistungsanreize angesehen werden. Auch aufgrund ihrer (im Vergleich zu Forschungspreisen) bis vor einiger Zeit oft eher niedrigen Dotierung erschien die Zuordnung von Lehrpreisen zu den nichtmateriellen Anreizen angemessen. In diesem Beitrag soll nun jedoch darüber hinausgehend diskutiert werden, inwieweit Lehrpreise andererseits – insbesondere bei höher werdender Dotierung – auch Wirkungen materieller Anreizmechanismen entfalten (können). Die Forderung nach höheren Dotierungen wurde von mehreren Seiten erhoben und z.T. umgesetzt. Auch die Kritik an der niedrigen Ausstattung der Exzellenzinitiative Lehre 2009 des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft gegenüber der Exzellenzinitiative Forschung zielt in diese Richtung. Fragen, die sich aus dieser neuen Perspektive von Lehrpreisen auch als materielle Leistungsanreize ergeben, sind: Lässt sich mit Lehrpreisen und mit höheren materiellen Prämien gute Lehre fördern? Welche nichtintendierten Wirkungen könnte dies ggf. haben? Wie ließen sich diese evtl. vermeiden oder wenigstens vermindern? Da diese Perspektive bisher eher selten eingenommen wurde, soll die Diskussion solcher Fragen den Hauptteil des Beitrages bilden. Abschließend wird die Diskussion zusammengefasst und diskutiert, welche möglichen Schlussfolgerungen für die weitere Entwicklung von Lehrpreisvergabeverfahren sich ableiten ließen - und welche Forschungsdesiderata.
Rene Krempkow
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Impulsreferat im Workshop S7 "Über Passung und Diversität – Wie Rekrutierung in der Wissenschaft (noch besser) gelingen kann"; Inhalt: Rekrutierung erfolgt nicht nur über Ausschreibungen, teilweise werden erst über gezielte Ansprachen geeignete Bewerber*innen gefunden. In der Session werden zum einen Kriterien und Verfahren der Personalrekrutierung in Wissenschaftseinrichtungen (gemäß Ausschreibungen und Auskunft von Personalverantwortlichen) vorgestellt. Zum anderen thematisiert die Session auch unbewusste (Selbst-)Selektionen in Rekrutierungsprozessen, z.B. nach Herkunft (geografische und/oder soziale) sowie Geschlecht. Es wird zudem gefragt, inwieweit Rekrutierungsprozesse auch durch und für das Wissenschaftsmanagement gestaltbar sind – nicht nur von den allerhöchsten Positionen aus. Den Input liefern zwei Impulsvorträge einmal aus der Perspektive empirischer Forschungsergebnisse zur Personalrekrutierung und einmal aus der Perspektive aktiven Recruitments. Danach ist ein interaktiver Austausch für ein besseres Verständnis von Rekrutierungsprozessen und Verbesserungsmöglichkeiten — sowohl für künftige Bewerbungen als auch für künftige Personalgewinnung – geplant.
Rene Krempkow
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Das NWM-Positionspapier befasst sich mit dem Wissenschaftsmanagement als Grundlage für strategisches Planen, Handeln und Führen in staatlichen und privaten Hochschulen sowie in außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Es verfolgt zwei Zielsetzungen: (1) Wissenschaftspolitischen Akteuren (insbesondere HRK, LRK, Wissenschaftsrat, der GWK und den Leitungen von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen) sollen der Stellenwert des Wissenschaftsmanagements für die angeführten Bereiche verdeutlicht und prioritäre Handlungsfelder aufgezeigt werden. (2) Im Netzwerk Wissenschaftsmanagement trägt es zur Diskussion über das Selbstverständnis und Aufgabenprofil von Wissenschaftsmanager*innen bei.
Rene Krempkow
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Im Mittelpunkt dieses Beitrags stehen Übereinstimmungen und Differenzen, die sich in der Governance der Digitalisierung für die Bereiche Forschung und Studium und Lehre an den Hochschulen zeigen, sowie die Auswirkungen, die dies auf den Stand digitaler Forschungsansätze und Lehr- und Lernformen hat. Der Beitrag fasst ausgewählte Aspekte der bundesweiten Schwerpunktstudie „Digitalisierung an Hochschulen“ im Auftrag der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFT) zusammen. Die Ergebnisse beruhen wesentlich auf der Selbstbeschreibung zentraler Hochschulakteur*innen durch die Daten eines Befragungsinstruments sowie durch mündliche Interviews. Eine empirische Untersuchung der realen Digitalisierungsprozesse war nicht intendiert. Auch kann und soll das Defizit einer empirisch bislang noch kaum entwickelten Forschung zu Fragestellungen der Governance der Digitalisierung der Hochschulen in Deutschland im Rahmen dieses Beitrags allenfalls in Ansätzen abgebaut werden. Anhand der Erhebungsdaten wird u. a. gezeigt, dass für das Studium und die Lehre an Hochschulen vielfach bereichsspezifische (Digitalisierungs-)Strategien vorliegen. Für den Bereich Forschung trifft dies hingegen wesentlich seltener zu. Sofern Hochschulen ein umfassendes Digitalisierungskonzept für die Gesamtinstitution erarbeitet haben (oder derzeit erarbeiten), verfolgen sie damit häufig Zielsetzungen im Bereich von Studium und Lehre (sowie der Verwaltung). Forschungsbezogene (sowie auf die Infrastruktur bezogene) Zielsetzungen werden wesentlich seltener adressiert. Zugleich belegt die Studie, dass der Stellenwert, der der Digitalisierung an den Hochschulen zugeschrieben wird, und der Stand der Umsetzung der Digitalisierung erheblich differieren. Die Befunde zeigen deutlich, dass der Prozess der digitalen Transformation in den verschiedenen Bereichen der Hochschulen divergierenden Rahmenbedingungen unterliegt und jeweils eigenen Steuerungslogiken folgt, die sich – trotz geringerer Aufmerksamkeit durch steuernde Akteure – tendenziell in einer höheren Dynamik der digitalen Transformation der Forschung niederschlagen.
Hochschulen werden traditionellerweise und z.T. bis heute als „specific organizations“ (Musselin 2006) oder auch als „organized anarchies“ (Cohen, March & Olsen 1972) bezeichnet. Gleichzeitig wird in den letzten Jahren eine „Akteurswerdung“ (Meier 2009) und der Zwang zur Professionalisierung beobachtet. Allerdings wissen wir bisher wenig über die Rolle einer zentralen Akteursgruppe, das Hochschul- und Wissenschafts¬management. Wir wollen daher hiermit zur Diskussion der aktuellen Verortung, künftigen Aufgaben und Qualifikationsan-forderungen des Hochschul- und Wissenschafts¬manage¬ments beitragen. Dieser Beitrag stellt hierzu zunächst Überlegungen für Eingrenzungen des Hochschul- und Wissenschafts-managements in dessen Arbeitsfeldern und Tätigkeiten vor, sowie zu (erwarteten) Kompetenzen und Qualifikationsanforderungen im Zusammenhang mit dem Zuwachs der Hochschul¬aufgaben. Daraus folgend diskutieren wir auch, welche Rolle sie als Treiber der Organisationsentwicklung von Hochschulen spielen (können). Diese konzeptionellen Überlegungen bilden die Grundlage für ein kürzlich gestartetes empirisches Forschungsprojekt, welches wir im Ausblick skizzieren. Universities are traditionally and in some cases still today called as "specific organizations" (Musselin 2006) or also as "organized anarchies" (Cohen, March & Olsen 1972). At the same time, in recent years a professionalization and becoming an actor ("Akteurswerdung", Meier 2009) can be observed. However, so far we know little about the role of a central actor group, the higher education and science management. Therefore, we like to contribute to the discussion of placement, future tasks and qualification requirements of higher education and science management. This contribution first of all presents considerations for containment of higher education and science management in their fields of work and operations, and for (demanded) competencies and qualification requirements in relation to the increase of university tasks. Consequentially we also discuss, what role the higher education and science management (can) play(s) as driver of the organizational development of universities. These conceptional considerations form the basis for a recently launched empirical research project, which we sketch in the outlook.
Rene Krempkow
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Das Wissenschaftsmanagement wird in Wissenschaftsorganisationen zunehmend wichtiger. Gleichzeitig wissen wir bisher relativ wenig darüber. Deshalb werden wir zunächst die Entwicklung des Wissenschaftsmanagements vor dem Hintergrund der Veränderung der Hochschulaufgaben in den letzten Jahren einordnen und einige zentrale Entwicklungen nachzeichnen. Als zentraler konzeptioneller Aspekt wird dann anhand der Vorstellung und Diskussion bisheriger Versuche zur Definition und Eingrenzung des Wissenschaftsmanagements herausgearbeitet, dass diese sich in unterschiedlichem Ausmaß als Grundlage für eine fundierte Diskussion von Qualifikationsanforderungen und für (zielgruppenspezifische) Maßnahmen wie zur Personalentwicklung eignen. Zudem wird aufgezeigt, dass das Wissenschaftsmanagement im Zusammenhang mit steigenden Anforderungen an Hochschulen auch eine bisher möglicherweise unterschätzte Rolle bei der Organisationsentwicklung spielt.
Rene Krempkow
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In der Hochschullandschaft Deutschlands zeichnen sich tiefgreifende Veränderungsprozesse ab, die Hochschulen von "Stätten freier Geistesbildung zu gesellschaftlichen Dienstleistungseinrichtungen" werden lassen (Wolter 1995). Mit den bisherigen Steuerungsmitteln wird es jedoch immer schwieriger, den Problemen von Massenhochschulen und veränderten gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Angesichts steigender Studentenzahlen bei knapper werdenden finanziellen Mitteln wächst der Druck der Politik auf öffentliche Rechenschaftslegung der Hochschulen über die Verwendung (gesamt)gesellschaftlicher Ressourcen. Eine stärker leistungsorientierte Finanzierung von Hochschulen und Fachbereichen wird schon länger diskutiert. Doch über Konzepte und Kriterien herrscht bislang keine Einigkeit - und diese Diskussion erscheint symptomatisch für die Einführung von Leistungsanreizsystemen an Hochschulen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere europäische Länder. Ohne die Unterschiede in den Bildungs- und insbesondere den Hochschulsystemen verkennen zu wollen, kann man von einer "Phase des Übergangs" hin zu wettbewerbsähnlichen Strukturen, stärkerer Autonomie und Übernahme von Verantwortung durch die Hochschulen in den meisten europäischen Ländern sprechen (vgl. Dearing 1997, Goedegebuure u.a. 1993). Eine gewisse Vorbildrolle für die Umgestaltung des deutschen Hochschulsystems hatten bislang die Niederlande inne. Nach dem Wahlsieg der "New Labour" blickte man in der Politik verstärkt auf Großbritannien. Hinzu kommt, dass das angelsächsische System in einigen Punkten (z. B. Einführung von Bachelor-Studiengängen) auch in Deutschland als nachahmenswert angesehen wurde. Bei der Lektüre einschlägiger wissenschaftlicher Literatur fällt auf: Die aktuelle Diskussion in der deutschen Hochschulpolitik ähnelt in mehreren Punkten jener Diskussion in der britischen Hochschulpolitik 10 Jahre früher. So sind die britischen Universitäten wie die deutschen zwar traditionell durch ein beträchtliches Maß an Hochschulautonomie gekennzeichnet. Und wie in Großbritannien vor einigen Jahren werden in Deutschland verstärkt Kopplungsmechanismen zwischen Ergebnissen der Bewertung von Lehr- und Forschungsleistungen und der Vergabe finanzieller Mittel diskutiert. An britischen Hochschulen wurden solche Kopplungsmechanismen nach einer Phase der Konfrontation zwischen Ministerien und Hochschulen bei ihrer Einführung letztlich akzeptiert. Welche Effekte solche Kopplungsmechanismen für die Qualität der Lehre und des Studiums jedoch im einzelnen haben und welche Faktoren bzw. Kriterien ausschlaggebend waren, ist in Deutschland bisher kaum untersucht worden. Auch Auswirkungen von Anreizsystemen in der Lehre auf die Arbeitszufriedenheit der Lehrenden und auf das (Arbeits-)Klima, sowie das Zusammenspiel der Institutionen innerhalb der Hochschulen wurden bislang in Deutschland eher wenig untersucht. Für die (Mit-) Gestaltung der sich abzeichnenden Veränderungsprozesse wäre es jedoch ein großer Gewinn, diese Erfahrungen stärker einzubeziehen. Schwerpunkte der Arbeit sind: 1.) die Analyse der Konzepte, auf deren Grundlage die Veränderungsprozesse in den verschiedenen Ebenen der Hochschulsystems stattfanden bzw. noch stattfinden (soweit sie das Thema der Arbeit betreffen), 2.) die Analyse der Leistungskriterien bzw. `performance indicators`, die bei der Einführung von Anreizsystemen Verwendung finden, sowie ihrer Akzeptanz bei Experten und zu Bewertenden, und 3.) die Diskussion der Bedingungen der Institutionalisierung von Leistungsanreizsystemen und den hiermit gesammelten Erfahrungen, um hieraus Schlußfolgerungen für Deutschland ableiten zu können. Letztlich soll die Arbeit ein Beitrag zu der Frage sein, wie ein Leistungsanreizsystem gestaltet sein sollte, das möglichst zuverlässig das bewirkt, was es bewirken soll - und langfristig die Akzeptanz der zu Bewertenden erlangen kann. Eine aktualisierte und um Anwendungsbeispiele ergänzte Fassung ist als Monographie erschienen, weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://www.universitaetsverlagwebler.de/krempkow.html
Rene Krempkow
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The German Higher Education landscape is digitizing. But despite of some studies for subdomains like digital learning or infrastructures, there was no comprehensive study for digitisation at universities available yet. This article depicts the state of digitisation at universities in Germany for the first time in research, teaching & learning and administration integrally, based on a survey conducted in spring 2018. It summarizes and expands on the central results of the study. In the first part of the article, the reason for and methodology of the study are presented. Furthermore, key results of the study are presented. The study shows that, on a five-level scale, the universities assess the significance of digitisation in relation to their own universities as predominantly high or very high, but that they are much more cautious about the status of digitisation at their own universities. In general, it can be summarised that the universities are opening up to the potential of digitisation, although the status, strategic and organisational implementation in the university as well as the structural and political framework conditions for the individual universities differ. The second part of the article presents a cluster analysis, used to attempt to show differences in the status of digitisation at universities depending on the federal states. The results are remarkable: There was no evidence of statistically significant distinctive features of individual federal states compared to others, nor were there any conspicuous features between the North German and South German federal states. However, it could be shown that there are essential differences between the universities in the federal states of Western and Eastern Germany. Die deutsche Hochschullandschaft digitalisiert sich. Doch trotz einiger Studien, die zu Einzelbereichen wie der digitalen Bildung und digitalen Infrastrukturen existieren, lag eine übergreifende Studie zur Digitalisierung der Hochschulen bislang nicht vor. Der vorliegende Beitrag zeigt den Stand der Digitalisierung an Hochschulen in Deutschland erstmals in Forschung, Lehre und Verwaltung, basierend auf einer bundesweiten Befragung im Frühjahr 2018. Er fasst zentrale Ergebnisse der Studie zusammen und vertieft diese. Im ersten Teil des Beitrages werden Anlass und Methodik der Studie vorgestellt. Ferner werden zentrale Ergebnisse der Studie behandelt. Dabei zeigt sich, dass die Hochschulen den Stellenwert der Digitalisierung in Bezug auf die eigene Hochschule auf einer fünfstufigen Skala überwiegend als hoch oder sehr hoch einschätzen, dass sie aber den Stand der Digitalisierung der eigenen Hochschule deutlich zurückhaltender einschätzen. Generell lässt sich resümieren, dass sich die Hochschulen dem Potenzial der Digitalisierung öffnen, wenngleich sich der Stand, die strategische und organisationale Verankerung in der Hochschule sowie die strukturellen und politischen Rahmenbedingungen für die einzelnen Hochschulen unterscheiden. Im zweiten Teil des Beitrags wird eine Clusteranalyse vorgestellt, mit der versucht wurde, Unterschiede im Stand der Digitalisierung von Hochschulen in Abhängigkeit von den jeweiligen Bundesländern darzustellen. Im Ergebnis ist festzuhalten: Es haben sich weder statistisch signifikante Besonderheiten einzelner Bundesländer im Vergleich zu anderen gezeigt, noch Auffälligkeiten zwischen norddeutschen und süddeutschen Bundesländern. Es hat sich dabei aber gezeigt, dass deutliche Unterschiede zwischen den Hochschulen aus westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern bestehen.
Rene Krempkow
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Obwohl die Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland ein thematischer Dauerbrenner an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen sind (vgl. Krempkow/Winde 2016, Briedis u.a. 2013, Winde 2006), gibt es dennoch hierzu bislang wenig beleuchtete Aspekte und neuere Studien, die nachfolgend überblicksartig vorgestellt, in frühere Forschungsergebnisse eingeordnet und bzgl. ihrer Relevanz diskutiert werden sollen. Diese Studien legen eine besondere Dringlichkeit des Themas Leistungsselektion vs. soziale Herkunft nahe, denn ein solcher in den letzten Jahren in der Berichterstattung zum wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland (vgl. BuWiN 2017, 2013) weniger beleuchteter Aspekt (vgl. auch Graf 2016, S. 25) ist die Frage: Inwieweit erfolgt eine berechenbare Leistungsselektion bei der Berufung auf eine "Lebenszeitprofessur", und welche Rolle spielen persönliche Kontakte und Selektivität nach sozialer Herkunft bei der Berufung? Dabei böte es sich angesichts jüngerer, nachfolgend kurz vorgestellter Studienergebnisse an, zusammen mit dem Thema Berechenbarkeit und Leistungsselektion versus persönliche Kontakte bei Karrierewegen in der Wissenschaft auch das Thema soziale Selektivität intensiver anzusprechen als bisher (vgl. auch Zimmer 2018, S. 44; Möller 2018, S. 262; Gerhards/Sawert 2018, S. 527f.). Für Karrierewege in der Wissenschaft könnte das 1.000 Tenure-Track-Professuren-Programm des Bundes und der Länder (kurz: die TT-Professuren) ein wichtiges positives Zeichen für mehr Berechenbarkeit und Leistungsselektion sein, wie kürzlich auch Vertreter der Jungen Akademie einschätzten (vgl. Specht/Kretschmer 2018). Wenngleich es auch kritische Einschätzungen gibt, dass es rein zahlenmäßig - auf die Anzahl der Hochschulen und die Anzahl potentiell in Frage kommender Nachwuchsforschender gerechnet (vgl. Krempkow 2016, 2017a) - nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei (vgl. z.B. Scacioc 2016), ist die Signalwirkung nicht zu unterschätzen. Eine positive Wirkung kann aber nur entstehen, wenn die Signale anders sind als sie sich aus einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie zu Juniorprofessuren von Zimmer (2018) ergeben, bzw. nötige Schlüsse gezogen werden. Anderenfalls könnte es auch sehr ernüchternd wirken. English abstract: How much counts meritocracy by appointments of tenured professors, and how much social selectivity? Career perspectives for younger scientists are an often-discussed topic at universities and scientific institutions in Germany. Nevertheless, seldom-lighted aspects exist and recent studies, to which in this article I will give an overview, to arrange it in former studies and discuss its relevance. The newer studies suggest an utmost urgency of the topic meritocracy vs. social selectivity, because such a seldom-lighted aspect is the question: How much do we have a calculable meritocracy by the appointment of tenured professors and what a role plays private contacts and social selectivity? For career paths in Science the 1000-Tenure-Track-Professors-Programm of the Federal Government and the federal states of Germany could be a very important sign for more calculability and meritocracy. However, the positive effect only can arise, if the signals in the future will differ from the results in recent studies. Otherwise, it could be very disillusioning.
Rene Krempkow
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Diese Schwerpunktstudie für das Jahresgutachten 2019 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zum Thema Digitalisierung der Hochschulen untersucht dies erstmals umfassender nicht nur bezogen auf Digitalisierung in Lehre und Lernen an Hochschulen, sondern nimmt dies auch in Forschung, Verwaltung und Infrastrukturen in den Blick und zeigt dabei den Stand der Digitalisierung in den einzelnen Bereichen in Deutschland auf. Aus dieser Studie wurden im EFI-Jahresgutachten auch einige Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Hochschulen abgeleitet, so insbes. Hochschulen durch eine Digitalisierungs-Pauschale pro Studentin/Student zu unterstützen, die Entgeltordnung zu ändern, um mehr IT-Fachkräfte zu gewinnen, sowie an jeder Hochschule eine Digitalisierungsstrategie auszuarbeiten (siehe auch Presseinfo "Digitalisierung der Hochschulen: Digitalisierungspauschale für nachhaltige Finanzierung vom 27.2.2019, in URL: www.e-fi.de/news).
Rene Krempkow
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Ziel ist eine breite Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Steuerung und Governance von Hochschulen, die auf mehrere, teilweise aufeinander aufbauende Einzelprojekte zurückgeht.
 
Rene Krempkow
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Der Workshop auf der Jahrestagung 2018 des Netzwerkes Wissenschaftsmanagement gliederte sich in vier Teile: 1. Impulsvortrag „Karrierewege im Berufsfeld Hochschul- und Wissenschaftsmanagement“, 2. Allgemeine Diskussion mit Aktivierung, 3. Arbeit in tätigkeitsspezifischen Arbeitsgruppen, und 4. Kurzvorstellung der Ergebnisse. Die dem Impulsvortrag zugrundeliegende und hier dokumentierte Präsentation rekapituliert u.a., wie viele neue Beschäftigungsverhältnisse in den letzten Jahren in Aufgabenbereichen zwischen Wissenschaft und Verwaltung geschaffen wurden. Und dass dies auch damit zu tun hat, dass im Kontext zunehmender Professionalisierung der Selbststeuerung von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen die “klassische“ Verwaltung und Orientierung v.a. an der Rechtsförmigkeit des Handelns immer weniger als ausreichend angesehen und stattdessen gefordert wird, zunehmend auch strategische Anforderungen und Dienstleistungsfunktionen für die Wissenschaft wahrzunehmen. Inzwischen werden Reformprozesse als ständiger Normalzustand beschrieben (Diversity, Third Mission, Digitalisierung usw.), die einerseits als externe Erwartungen der Gesellschaft nicht einfach abgewehrt werden können, andererseits aber nicht die Kernaufgaben Lehre und Forschung beeinträchtigen sollen. Eine kontinuierliche Erweiterung des Kompetenz- und Aufgabenportfolios von Wissenschaftsmanager/innen ist die Folge. Hierbei ist ein grundlegendes Verständnis des ‚Kerngeschäfts‘ (Wissenschaft) erforderlich, weil Manager/innen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Verwaltung arbeiten. Offizielle Karrierewege für das Wissenschafts- und Hochschulmanagement gibt es jedoch bislang kaum. Im zweiten Teil wurde in der sich anschließenden Diskussion die theoretische Einleitung um die Erfahrungen und Entscheidungen der Teilnehmer in ihrem Karriereweg ergänzt. Mit verschiedenen Aktivierungsübungen wurden die Teilnehmer nach ihren Karrierewegen ins Wissenschaftsmanagement sowie nach der persönlichen Bedeutung ihrer Mitgliedschaft im Netzwerk Wissenschaftsmanagement für ihre Karriere gruppiert. Schließlich diente die letzte Aktivierungsübung der Clusterung der Teilnehmer nach ihrer Tätigkeit an der Hochschule oder Wissenschaft. Im dritten Teil wurde dann aufbauend auf den gefundenen Clustern in tätigkeitsspezifischen bzw. tätigkeitsaffinen Arbeitsgruppen (z.B. bildeten die Forschung- und die Pressereferenten jeweils eine Gruppe) den folgenden Fragen nachgegangen und die Ergebnisse der Gruppenarbeit präsentiert: 1. Welche Kompetenzen in welcher Ausprägung benötigt man (in welchen Aufgaben), was sind also Qualifizierungsanforderungen? 2. Welche Qualifikationsangebote haben Sie selbst wahrgenommen und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? 3. Inwieweit sollte sich das Netzwerk an der Förderung dieser Kompetenzen beteiligen? 4. Wie könnten passende Angebote aussehen (z.B. Workshop unter Peers)? Im vierten Teil wurde dann versucht, im Summing Up die folgenden Fragen zu beantworten: • Wenn es einen klassischen Karriereweg nicht gibt; ist eher ein mehrfacher Wechsel zwischen HS-/Wiss.-Management und Forschung typisch? • Gibt es allgemeine und spezifische Kompetenzen je nach Tätigkeitsfeld? • Was sind die Anforderungen an die Netzwerkarbeit; gibt es konkrete Anforderungen an eine Qualifizierungstätigkeit durch das Netzwerk? • Gibt es den Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften? Abschließende Antworten konnten erwartungsgemäß nicht gefunden werden. Dass die Fragen überwiegend bejaht wurden, zeigt jedoch, dass es lohnt ihnen weiter nachzugehen. Beispielsweise wurde neben o.g. Analyse zu Qualifikationsbedarfen auch der Wunsch formuliert, dass es im NWM ein Mentoring sowie (weitere) Fokusgruppen zu bestimmten Tätigkeitsbereichen für fachlichen Austausch geben könnte (sowohl zu Jahrestagungen als auch unabhängig davon). Die im Workshop aufgeworfenen Fragen und noch einige darüber hinaus wollen wir – zusammen mit Dr. Susan Harris-Huemmert und Prof. Dr. Michael Hölscher, DUV Speyer – im geplanten Verbundprojekt „KaWuM – Karrierewege und Qualifikationsanforderungen im Wissenschafts- und Hochschul-Management“ im Rahmen der BMBF-Förderinitiative „Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft“ weiter bearbeiten. Da die Begutachtung der Projektskizze positiv ausfiel und wir zur Einreichung eines Vollantrages aufgefordert wurden, sind wir optimistisch, dies in den nächsten drei Jahren noch grundlegender und auf empirisch breiter Basis tun zu können.
Rene Krempkow
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Der Artikel thematisiert in kurzer, überblicksartiger Form die Entwicklungen der Drittmittelforschung der letzten Dekade und geht in diesem Zusammenhang der Frage nach, ob eine Dominanz bestimmter Drittmittelquellen mit häufigerem wissenschaftlichen Fehlverhalten einhergeht. Er ist eine aktualisierte Kurzzusammenfassung des bereits 2016 erschienenen Artikels „Wissenschaftliche Integrität, Drittmittel und Qualität in der Wissenschaft: Empirische Befunde“, letzterer findet sich unter www.researchgate.net/publication/303945901.
Rene Krempkow
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Der gesellschaftliche Auftrag des Transfers hat für die Hochschulen neben der Forschung und der Lehre in den letzten Jahren wissenschaftspolitisch stark an Bedeutung gewonnen. Dies zeigte sich u.a. mit der Förderausschreibung "Innovative Hochschule" des BMBF, aber auch mit Hochschulgesetznovellen der Länder. So ist dies inzwischen in so gut wie allen Ländern als zentrale Hochschulaufgabe festgeschrieben; auch fordern nach einer jüngsten Analyse fast alle Bundesländer von den Hochschulen, Ausgründungen zu fördern (Berghäuser 2017, S. 38). Versuche zur Erfassung und (auch öffentlichen) Anerkennung exzellenter Leistungen in der Forschung und in der Lehre gibt es bereits länger, für den Transfer stand dies bislang weniger im Fokus. Da es nur schwer möglich scheint, dies für die vielfältigen unter Transfer gefassten Einzelaktivitäten zu leisten (vgl. auch Henke u.a. 2017, 2016; Hachmeister u.a. 2016; Stifterverband 2016) erfolgt hier - als Teilaspekt des Transfers - in einem zusammenfassenden Artikel die Vorstellung eines Ansatzes für die Gründungsförderung der Hochschulen. P.S.: Ende Dezember 2018 ist eine Neuauflage des Gründungsradar des Stifterverbandes erschienen, der ausführlich weitere aktuelle Ergebnisse darstellt, u.a. zum Schwerpunkt Gründungsaktivitäten (www.gruendungsradar.de).
Personnel development is understood in business administration to be the systematic promotion of an employee’s aptitudes and abilities in preparation for future activities. Such a form of personnel development requires defined personnel structures, career paths and appropriate selection criteria for positions and provision for the acquisition of agreed-upon skills. This is still rare for academic personnel at German higher education institutions (HEI). In recent years, structures have been established at HEIs that, as a core element, have adopted measures for professional guidance and skills development. Only relatively recently, however, has another key element of human resource development been placed at the centre of the higher education policy discussion in Germany: predictable career paths. Applicants for the so-called "junior researcher pact" or “tenure-track-programme” must therefore provide evidence of personnel development in their HEI. The aim of the programme is to establish tenure-track professorship via 1,000 new professorships in the next 10 years as an internationally known and accepted career path in Germany. The Stifterverband, a joint initiative started by companies and foundations focused on consulting, networking and promoting improvements in the fields of education, science and innovation in Germany, has been working on this topic for more than a decade (e.g., Winde 2006; Briedis et al. 2013). In 2015, a survey on the personnel development of junior researchers was conducted, funded by the German Federal Ministry of Education and Research in cooperation with the German Centre for Higher Education Research Hannover (see Krempkow et al. 2016). Some key results are presented here. The first part of the chapter focuses on which developments in the past ten years have comparable indicators in HEIs. The second part focuses on a small area of personnel development, namely on the extent to which personnel structures and arrangements related to tenure-track and the establishment of permanent positions in HEIs are available and planned for the next three years. The underlying data contain responses from 150 academic institutions in Germany. The results show that human resource development for junior researchers in Germany has generally made significant progress over the past decade, although there is even more potential for development.
Die Diversität des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland und ihre Zusammenhänge mit wissenschaftlicher Performanz wurden bisher in der Hochschulforschung eher selten thematisiert. Hierzu soll daher anhand von Daten eines Impulsreferates diskutiert werden, wie divers bzw. homogen der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland eingeschätzt wird, welche Informationen derzeit dazu verfügbar sind und welche noch nötig wären. Hiebei wird neben der Internationalität auch ein besonderer Fokus auf die bisher eher selten beleuchteten Dimensionen von Diversität (regionale und soziale) Herkunft und Elternschaft gelegt, und wie diese z.B. im Rahmen von Personalentwicklung noch stärker gefördert werden könnten. Außerdem sollen verschiedene Thesen zu Zusammenhängen der Ausprägungen von Diversität mit wissenschaftlicher Performanz, mit Rekrutierungs- und Karrieremöglichkeiten diskutiert werden.
Rene Krempkow
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Im Mai und Juni 2011 wurde eine Onlinebefragung von wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Professor/innen an medizinischen Fakultäten in Deutschland durchgeführt, um die Wahrnehmung und Bewertung der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) für die beiden Statusgruppen im Vergleich zu erfassen. Dieser Beitrag stellt die Befragungsergebnisse der bundesweiten Professor/innenbefragung deskriptiv dar. Über die LOM hinausgehend werden zudem die Arbeitsbedingungen und Motive, die Relevanz und Effekte von Drittmittelforschung sowie Publikationsstrategien der Akteure identifiziert. Vergleichen Sie zu diesem Beitrag auch die Artikel "Die Sicht der Fakultätsleitungen auf die Leistungsorientierte Mittelvergabe an Medizinischen Fakultäten in Deutschland", den umfassenden Abschlussbericht zum Projekt "Intendierte und nicht-intendierte Effekte dezentraler Anreizsysteme am Beispiel der fakultätsinternen leistungsorientierten Mittelvergabe in der Medizin. Abschlussbericht des Projektes GOMED – Governance Hochschulmedizin", und den zusammenfassenden Beitrag "Welche Effekte hat die LOM? Das Beispiel der deutschen Universitätsmedizin", die ebenfalls online verfügbar sind.
In recent years, performance based funding (PBF) has been one of the most important management tasks. But empirical findings thus far provide no well-defined answers about its impact: On the one hand, more just financing and a higher motivation of Scientists are seen as an intended effect and as evidence of successful governance via PBF. On the other hand, scientists reportedly think that competition pressure negatively affects the quality and validity of research as an unintended effect. We will show results of a multivariate data analysis of our scientists survey in medical faculties in Germany that aims to find the extent to which the perception of justice and characteristics of governance relate to the success of PBF.
In recent years, performance based funding (PBF) has been central among competitive elements in universities. Faculties across Germany have also been adapting to PBF, but empirical findings thus far provide no well-defined answers about its impact. This ambivalence often leads to citing “Matthew effects” as unintended consequences of how third party funding is governed. Conversely, the volume of third party funding from institutions is seen as evidence of successful governance. We employ results of a multivariate analysis in hopes to find the extent to which the scale of faculties and characteristics of governance relate to the volume of third party funding.
Rene Krempkow
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Im Juni 2011 wurde eine Onlinebefragung von wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Professor/innen an medizinischen Fakultäten in Deutschland durchgeführt, um die Wahrnehmung und Bewertung der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) für die beiden Statusgruppen im Vergleich zu erfassen. Die Befragungsergebnisse ergänzen damit eine bereits zuvor durchgeführte bundesweite Professor/innenbefragung um die Perspektive einer für die Forschungsproduktivität wichtigen Statusgruppe an den Hochschulen, was u.E. in Deutschland erstmals in dieser Form erfolgt. Über die LOM hinausgehend werden zudem die Arbeitsbedingungen und Motive, die Relevanz und Effekte von Drittmittelforschung sowie Publikationsstrategien der Akteure identifiziert. Vergleichen Sie zu diesem Beitrag auch die Artikel "Die Sicht der ProfessorInnen auf die Leistungsorientierte Mittelvergabe an Medizinischen Fakultäten in Deutschland", "Die Sicht der Fakultätsleitungen", den umfassenden Abschlussbericht zum Projekt "Intendierte und nicht-intendierte Effekte dezentraler Anreizsysteme am Beispiel der fakultätsinternen leistungsorientierten Mittelvergabe in der Medizin. Abschlussbericht des Projektes GOMED – Governance Hochschulmedizin", und den zusammenfassenden Beitrag "Welche Effekte hat die LOM? Das Beispiel der deutschen Universitätsmedizin", die ebenfalls online verfügbar sind.
In den letzten Jahren wurden zunehmend Wettbewerbselemente an den Hochschulen eingeführt. Eine zentrale Stellung nimmt die Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) ein. Über Effekte ist bisher wenig bekannt – nicht zuletzt da es bisher nicht viele Studien gibt, die sich mit den Effekten der LOM auseinandergesetzt haben (Wissenschaftsrat 2011). Der Hochschulmedizin kommt bei der Einführung der LOM - insbesondere bei der Einführung fakultätsinterner LOM-Modelle - eine Vorreiterrolle zu, sie eignet sich daher auch in besonderer Weise für die Analyse der Effekte der LOM. Hier ist auch bereits gut ein Jahrzehnt seit der Implementierung von LOM-Modellen vergangen. In den letzten Jahren sind die leistungsbezogenen Finanzierungsanteile in den meisten deutschen Bundesländern - wie auch in vielen OECD-Staaten – insgesamt tendenziell gestiegen. Die größten Summen, die bisher in Deutschland unter Einsatz dieser Modelle verteilt werden, sind an den medizinischen Fakultäten zu finden. Daher untersuchen wir die Wirkungen der LOM im Kontext weiterer Steuerungsimpulse und Rahmenbedingungen, um so zu einem besseren Verständnis von deren Wirkungen und Wechselwirkungen beizutragen. Im hiermit vorgelegten Abschlussbericht des Projektes „Governance Hochschul­medizin – GOMED“ versuchen wir eine umfassende Darstellung der durchgeführten Bestandsaufnahme der fakultätsinternen leistungsorientierten Mittelvergabe und ihrer Kontextbedingungen in der deutschen Hochschulmedizin. Insbesondere thematisieren wir die Implementierung und Bewertung der LOM an den Fakultäten durch die Fakultätsleitungen, die Effekte der LOM bezüglich Drittmittel- und Publika­tions­performanz der Fakultäten, sowie die Wahrnehmung und Bewertung der LOM durch die Forschenden an den Fakultäten zu intendierten und nicht-intendierten Effekten der LOM und mit ihr konkurrierender Steuerungsimpulse. Darüber hinaus zeigen wir mittels multivariater Analyse­verfahren, mit welchen Aspekten die Fakultätsperformanz und die wahr­genommene Ziel­erreichung der LOM zusammenhängen. Schließlich zeigen wir durch den Einsatz bibliometrischer Verfahren die Veränderungen der Forschungsperformanz an den medizinischen Fakultäten seit Einführung der LOM und wir untersuchen, inwieweit die derzeit in der Medizin oft verwendeten sogenannten Journal Impact Faktoren (JIF) bzw. alternative in den LOM-Modellen zum Einsatz kommende Indikatoren geeignet sind, die Forschungsleistungen in den Fakultäten adäquat abzubilden. Mit unseren Ergebnissen hoffen wir Hinweise dafür geben zu können, wie und unter welchen Bedingungen LOM-Modelle die intendierten Ziele erreichen können und wie negative nicht-intendierte Effekte vermieden werden können. Dort, wo die Ergeb­nisse dies erlauben, werden entsprechende Schluss­folgerungen formuliert. Vergleichen Sie zu diesem Beitrag auch die jeweils Teilaspakte fokussierenden Artikel, so zur:Sicht von Fakultätsleitungen", zur Sicht der ProfessorInnen und zur Sicht der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen (im Vergleich zu den Professor/innen) sowie den Artikel:: Matthäus-Effekte oder Governance-Effekte? Eine Analyse zur leistungsorientierten Mittelvergabe an den Medizinischen Fakultäten Deutschlands. Weitere Informationen auf der Projektwebseite: www.forschungsinfo.de/Projekte/GOMED/projekte_gomed.aspDas Projekt wurde gefördert im Rahmen der BMBF-Förderinitiative "Neue Governance der Wissenschaft - Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft".
Rene Krempkow
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Der folgende Beitrag thematisiert die Ergänzung "objektiver" Prozessdaten um "subjektive" Befragungsdaten für die Steuerung im Hochschul-Qualitätsmanagement. Es wird gezeigt, dass insbesondere Daten aus Studentenbefragungen, aber auch aus Absolventenbefragungen zuverlässig und effizient erhoben werden und bislang etablierte Indikatoren wie z.B. die Anzahl bzw. den Anteil der Studenten in der Regelstudienzeit sinnvoll ergänzen können. Darüber hinaus werden mit Verweis auf Erfahrungen zum Einsatz solcher Befragungen in Sachsen Anwendungsempfehlungen gegeben, wie solche Ergebnisse zu wenigen Indikatoren verdichtet und übersichtlich für eine breitere Nutzung über die Scientific Community hinaus dargestellt werden können.
Rene Krempkow
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Im Beitrag „Operation Agenda“ in der DUZ-Juniausgabe 2014 stellten zwei Forscherinnen Schlüsselthemen der Wissenschafts- und Hochschulforschung aus ihrer Sicht vor. Hier antworten dazu mit Margret Bülow-Schramm und René Krempkow zwei Forschende aus der Perspektive der Hochschulforschung. Sie zeigen neben den jeweiligen Stärken der Forschungsfelder auch die jeweils noch vorhandenen Potentiale und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf.
Kürzlich veröffentliche der Stifterverband den Jahresbericht 2017/18 des Hochschul-Bildungs-Report 2020. Der Report zieht eine Zwischenbilanz zur Entwicklung der Hochschulbildung in Deutschland in den letzten Jahren und zeigt Herausforderungen für die nächste Legislaturperiode des Bundestages auf. Das Schwerpunktthema des Berichtes lautet “Chancengerechte Bildung”. Der nachfolgende Beitrag fokussiert die Bildungsherkunft inkl. grafischer Veranschaulichung. Erstmals für Deutschland werden hierbei die Chancen von Nicht-Akademiker-Kindern über das gesamte Hochschulsystem dargestellt. Solche Zahlen wurden bislang nicht vorgelegt, abgesehen vom „Bildungstrichter“ für den Hochschulzugang durch HIS Hannover bzw. seine Nachfolgeeinrichtung DZHW (aber dies auch nur bis 2013). Ein Kernergebnis der hier vorgestellten aktuellen Analysen ist: Zwar gibt es bereits bis zum Hochschulzugang enorm ungleiche Chancen von Nicht-Akademiker-Kindern im Verhältnis zu Akademiker-Kindern (die Relation beträgt etwa 1:3); danach wird die soziale Selektion im Hochschulsystem aber nicht geringer: Bis zum Master steigt die Relation auf knapp 1:6, bis zum Doktortitel auf ca. 1:10. Das heißt, von 100 Akademiker-Kindern erwerben durchschnittlich zehn den Doktortitel, von 100 Nicht-Akademiker-Kindern nur eines. Neben der sozialen Herkunft diskutiert der Artikel auch die Bildungschancen von Geflüchteten an Hochschulen. (Inhaltsübersicht in URL: www.universitaetsverlagwebler.de/ivi) english version: Recently the Stifterverband published the Annual Report 2017/18 of the Hochschul-Bildungs-Report 2020. The report draws up an interim conclusion of the development of Higher Education in Germany for the last years and highlights challenges within the next legislative period of the Federal Parliament. The main topic of the report is equality of educational opportunity. The following contribution focuses the educational background, including a grafical visualization. For the first time, chances of educational attainment for non-academic-children (students with a non-academic background or first-generation-students) in the German Higher Education System were illustrated. Such numbers were not published until now, despite the “Bildungstrichter” for university enrollment by the HIS Hannover institute and follow-on unit DZHW (but this only until 2013). One main result of the following most recent analyses is that we found enormous inequality not only in Higher Education enrollment, with a ratio of non-academic-children to academic-children about 1:3, but also inside the Higher Education System. Up to the date of obtaining a master degree the ratio increases to about 1:6, and up to the doctor degree it increases to 1:10. That means, on average ten out of 100 academic-children obtain a doctoral degree, but only one out of 100 non-academic-children. Beside the student´s social origin, the article discusses educational chances of refugees in universities. (content overview in URL: www.universitaetsverlagwebler.de/ivi)
Rene Krempkow
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Der Wissenschaftsrat hat bereits 2010 eine stärkere institutionelle Differenzierung von Hochschulen gefordert. Im Rahmen der Bestrebungen zur Profilbildung von Hochschulen wird dies als möglicher Wettbewerbsvorteil angesehen und in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, dass Hochschulen ihre Angebote mehr als bisher auf vielfältige Zielgruppen ausrichten; beispielsweise ausländische Studierende, Studierende ohne formale Hochschulzugangsberechtigung/nichttraditionelle Studierende oder Teilzeitstudierende. Viele Hochschulen haben mittlerweile auch Aktivitäten in diese Richtung bzw. übergreifend zum Diversity Management unternommen. Diese Entwicklung ließe künftig in noch größerem Ausmaß als aktuell erwarten, dass Studierende mit verschiedenen Vorstellungen, individuellen Zielen und mit unterschiedlichen Voraussetzungen an die Hochschulen kommen. Daraus ergibt sich mindestens implizit die Frage: Wie können in einem immer stärker leistungsorientierten Wissenschaftssystem die aus der Entscheidung von Hochschulen für oder gegen bestimmte Zielgruppen resultierenden Folgen beispielsweise für die Absolventen-Erfolgsquote entsprechend berücksichtigt werden? Im vorliegenden Beitrag wird vor diesem Hintergrund erstens der Ansatz der Klassifikation von Hochschulen in verschiedene „Leistungsklassen“ reflektiert. Dieser stellt eine Möglichkeit dar, die institutionelle Differenzierung zwischen Hochschulen zu erfassen. Vorgestellt wird die U-Map-Klassifikation europäischer Hochschulen; und die möglichen Auswirkungen der Bildung von Klassifikationen auf die Ausgestaltung hochschulischer Angebote werden kritisch diskutiert. Im zweiten Teil wird mit einem bisher kaum rezipierten australischen Modell eine über Klassifizierungen hinausgehende Alternative eingeführt. Grundlage bildet ein statistisches Ausgleichsverfahren unterschiedlicher Ausgangsbedingungen für Leistungsindikatoren, das Hochschulen dabei unterstützen soll, auf unterschiedliche gesellschaftliche Anforderungen und Bedürfnisse der Studierenden adäquat zu reagieren. Die Funktionsweise des Modells wird an einem Beispiel vorgestellt. Auf dieser Basis wird drittens in Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen der beiden vorgestellten Vorgehensweisen diskutiert, ob sich eine Adaptierung dieses Ansatzes in Deutschland mit Bezug auf die verstärkte Berücksichtigung verschiedener Gruppen von Studierenden lohnen könnte. Eine solche Adaptierung wäre nicht nur für die Bundesland-Ebene denkbar, sondern könnte perspektivisch auch für die Hochschul- oder Fakultätsebene nützlich sein – sowie für Leistungs- und Qualitätsbewertungen, die z.B. im Rahmen (inter-)nationaler Rankings vorgenommen werden.
Rene Krempkow
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Mehr als eineinhalb Jahrzehnte sind vergangen, seit das Thema Bewertung der Hochschulleistungen und dabei vor allem der „Qualität der Lehre” in Deutschland auf die Tagesordnung gebracht wurde. Inzwischen wird eine stärker leistungsorientierte Finanzierung von Hochschulen und Fachbereichen auch im Bereich der Lehre immer stärker forciert. Bislang nur selten systematisch untersucht wurde aber, welche (auch nicht intendierten) Effekte Kopplungsmechanismen zwischen Leistungsbewertungen und Leistungsanreizen wie die Vergabe finanzieller Mittel für die Qualität der Lehre haben können. Für die (Mit-)Gestaltung sich abzeichnender Veränderungsprozesse dürfte es von großem Interesse sein, die zugrundeliegenden Konzepte, Kriterien und ihre Akzeptanz auch empirisch genauer zu untersuchen. Nach der von KMK-Präsident Zöllner angeregten Exzellenzinitiative Lehre und der vom Wissenschaftsrat angeregten Lehrprofessur sowie angesichts des erwarteten Anstiegs der Erstsemesterzahlen wurde das Thema auch politisch aktuell. Im Einzelnen werden in dieser Untersuchung die stark auf quantitative Indikatoren (v.a. Hochschulstatistiken) bezogenen Konzepte zur Leistungsbewertung und zentrale Konzepte zur Qualitätsentwicklung bezüglich ihrer Stärken und Schwächen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten diskutiert. Bei der Diskussion von Leistungsanreizen wird sich über den Hochschulbereich hinaus mit konkreten Erfahrungen in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung auseinandergesetzt – auch aus arbeitswissenschaftlicher und gewerkschaftlicher Sicht. Bei der Diskussion und Entwicklung von Kriterien und Indikatoren zur Erfassung von Qualität kann auf langjährige Erfahrungen und neuere Anwendungsbeispiele aus Projekten zur Hochschulberichterstattung mittels Hochschulstatistiken sowie Analysen von Befragungen von Studierenden und Absolventen sowie Professoren und Mitarbeitern zurückgegriffen werden. Abschließend werden Möglichkeiten zur Einbeziehung von Qualitätskriterien in Leistungsbewertungen und zur Erhöhung der Akzeptanz skizziert, die zumindest einige der zu erwartenden nicht intendierten Effekte und Fehlanreizwirkungen vermeiden und damit zur Qualität der Lehre beitragen könnten.
Rene Krempkow
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www.springer.com/business+%26+management/organization/book/978-3-319-09784-8
Rene Krempkow
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In der Wissenschaftspolitik, aber auch in der Forschung wird seit einiger Zeit verstärkt die Frage diskutiert, welche Steuerungsmodelle für die Leistungserbringung von Hochschulen am besten angemessen sind: Ist es ein Mehr an Hochschulautonomie, verbunden mit mehr managerialen Steuerungselementen? Oder ist es angemessener, wenn Hochschulen im Wesentlichen als „specific organisations“ betrachtet werden? Letzteres würde weniger manageriale Steuerung implizieren, ließe dann allerdings (zumindest in Deutschland) eher keine deutlich weitergehende Hochschulautonomie erwarten.
Der nun als Volltext verfügbare Beitrag versucht – angelehnt an theoretische Ansätze – sich auch quantitativ-empirisch dem Thema Hochschulautonomie und ihren Zusammenhängen mit der Performanz von Hochschulen zu nähern. So wird in meinem Versuch der Frage nachgegangen, ob tatsächlich von einem maximalen Managementmodell-Anteil als Idealvorstellung für hohe Leistungen von Hochschulen auszugehen ist, bzw. von einer linearen Beziehung zwischen Hochschulautonomie und Performanz – oder eher von einem „hybriden“ Leitungsmodell (wie auch Kleimann 2016), bzw. einer kurvilinearen Beziehung (wie Jansen u.a. 2007). Ein zentrales Ergebnis der Analysen ist, dass nach den bisher vorliegenden empirischen Daten eher eine Mischung von (Instrumenten) managerialer Steuerung und kollegialer Steuerung als angemessenste Form der Hochschulsteuerung anzusehen ist. Bisher sind aber leider nur wenige Daten zur Beantwortung solcher Fragen verfügbar, weshalb dies nur erste Ergebnisse sein können und es weiterer Forschung bedarf - für die aber der Beitrag einen möglichen Weg aufzeigt.
Näheres dazu siehe Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Hochschulmanagement" Nr. 2+3/2017, S. 51-58, bzw. den hier verfügbaren Volltext (des zum Zeitschriftenartikels inhaltsgleichen Manuskriptes) in: www.researchgate.net/publication/320282542_Hochschulautonomie_Forschungs-_und_Innovationsperformanz_im_deutschen_Hochschulsystem).
 
Rene Krempkow
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Die Kurzstudie untersucht, wie sich die Hochschulautonomie in Deutschland in den einzelnen Bundesländern in den vergangenen fünf Jahren verändert hat. Ausgangspunkt ist die Frage, ob es eine Umkehr in Richtung weniger Autonomie gibt und in welchem Umfang dies ggf. erfolgt. Diese Befürchtung wurde im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Veränderung der Hochschulgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg geäußert. Von Interesse ist daher, in welchem Umfang sich die Freiheitsgrade der Hochschulen in den vergangenen Jahren verändert bzw. konkret verringert haben. Zu dieser Kurzstudie gibt es auch noch eine Langfassung (72 Seiten, in URL: www.kas.de/hochschulautonomie). Diese enthält ergänzend zur Kurzfassung u.a. die Systematisierung von Steuerungsinstrumenten zur Hochschulautonomie, die detaillierte Bestandsaufnahme und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Ausgangspunkt der Studie ist die Frage, ob es eine Umkehr in Richtung weniger Autonomie der Hochschulen in Deutschland gibt und in welchem Umfang dies ggf. erfolgt. Diese Befürchtung wurde im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Veränderung der Hochschulgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg geäußert. Von Interesse ist daher, in welchem Umfang sich die Freiheitsgrade der Hochschulen in den vergangenen fünf Jahren verändert bzw. konkret verringert haben. Die Studie zeigt, dass drei Bundesländer (Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz), mit einem zu Beginn des Untersuchungszeitraums eher geringen Grad an Autonomie, ihren Hochschulen inzwischen einen etwas größeren Entscheidungsspielraum zugestehen. In zwei Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Hessen), die noch vor fünf Jahren einen im deutschlandweiten Vergleich hohen Grad an Autonomie aufwiesen, sind Bestrebungen in Richtung mehr staatlicher Vorgaben feststellbar. Im Großteil der Bundesländer scheint es in den letzten fünf Jahren nicht zu entscheidenden Veränderungen der Hochschulautonomie gekommen zu sein. Es ist somit ein Angleichen des Grades der Hochschulautonomie in den Bundesländern von den Rändern hin „zur Mitte” zu konstatieren. Zu dieser Langfassung gibt es auch noch eine Kurzfassung der Studie, die allerdings die Systematisierung von Steuerungsinstrumenten zur Hochschulautonomie, die detaillierte Bestandsaufnahme und den Ausblick auf künftige Entwicklungen nicht enthält (34 Seiten, ISBN: 978-3-95721-110-1, zusätzlich auch online in URL: www.kas.de/hochschulautonomie).
Rene Krempkow
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Die Junge Akademie hat am 12. Oktober 2017 ein Diskussionspapier veröffentlicht, welches das Potential hätte, das Wissenschaftssystem vom Kopf auf die Füße zu stellen. Darin geht es unter dem Titel “Departments statt Lehrstühle: Moderne Personalstruktur für eine zukunftsfähige Wissenschaft” um den Vorschlag, die Anzahl der Professuren in etwa zu verdreifachen, und dafür den wissenschaftlichen Mittelbau quasi abzuschaffen. Mein Beitrag stellt kurz dessen zentrale Idee vor und kommentiert diesen Vorschlag hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit und noch offenener Fragen.
Rene Krempkow
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Voraussetzung für eine "Bestenauswahl" bei Berufungen auf Professuren ist, dass für das jeweilige Wissenschaftssystem in seinen fachlichen Untergliederungen genug Berufungsqualifizierte zur Verfügung stehen. Dies gilt nicht nur angesichts des anlaufenden Tenure-Track-Professuren-Programmes von Bund und Ländern, sondern auch für die Realisierbarkeit der vom Wissenschaftsrat (2014) vorgeschlagenen 7.500 zusätzlichen Professuren und erst recht für das von der Jungen Akademie (2017, 2013) vorgeschlagene Department-Modell anstelle von Lehrstühlen mit einer im Vergleich zum derzeitigen Stand mehrfach höheren Anzahl an neuen unbefristeten Professuren (zulasten befristeter Mittelbaustellen). Diese Realisierbarkeit wurde – wenngleich indirekt – ausgerechnet von Karl Ulrich Mayer als Konsortialvorsitzendem zum Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (2017) in Frage gestellt, indem er Zahlen veröffentlichte, wo ihm zufolge nur ca. 1300 Berufungsqualifizierte auf ca. 900 freiwerdende Professuren kämen. Daraufhin hatte sich eine intensive Diskussion zu den von ihm genannten Berufungschancen entzündet, an der sich auch mehrere Hochschul- und Wissenschaftsforscher beteiligten. Im Ergebnis kamen verschiedene Beitragende übereinstimmend auf eine mehrfach höhere Relation von Berufungsqualifizierten zu freiwerdenden Professuren als Mayer. Dieser Beitrag ist eine die Diskussion zusammenfassende Replik auf den einschlägigen Beitrag von Mayer in der vorangegangen Ausgabe der Forschung (1/2017).
Rene Krempkow
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Research and teaching awards are non-monetary incentives. This contribution asks which role awards may play in order to acknowledge performance in teaching and research (This contribution is a revised version of the lecture given at the conference “Innovation, achievement performance measurement and incentive systems in academia and business—Governance of knowledge-intensive organizations” at the Technische Universität München (Munich University of Technology) on January 14th and 15th 2014. It is based on surveys conducted in the context of the project “GOMED” (The project GOMED—Governance of university medicine: Intended and non-intended effects of decentralised incentive systems using the example of the performance-based funding in medicine was funded by the German Federal Ministry of Education and Research). The chapter is divided into three parts: The first part discusses the potential of teaching and research awards in incentive systems in academia. This discussion is based on the available literature and on our own findings. The second part presents investigations on the number as well as the prize money of awards in Germany. This includes teaching and research awards that are relevant for researchers at medical faculties in Germany as well as those that are open to other subjects. The third part summarizes and discusses possibilities of further developments for teaching and research awards, e.g., a higher prize money or a higher number of team awards. © 2015, Springer International Publishing Switzerland. All rights reserved.
Im Zuge der Einführung von Wettbewerbselementen an Hochschulen in den letzten Jahren nimmt die Leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) eine zentrale Stellung ein. Über ihre Wirkungen ist aber nach wie vor wenig bekannt. Für eine Analyse der LOM eignet sich die Hochschulmedizin in Deutschland in besonderer Weise, da hier bereits gut ein Jahrzehnt seit der ersten Implementierung von LOM-Modellen vergangen ist und diese inzwischen an medizinischen Fakultäten flächendeckend existieren. Diese LOM-Erfahrungen – positive wie negative – sind auch über die Medizin hinaus von Interesse. Im hiermit als Zwischenergebnis vorgelegten Beitrag werden multivariate Analysen zu intendierten und nicht-intendierten Effekten der LOM und mit ihr konkurrierender Steuerungsimpulse anhand des Drittmittelaufkommens und der Publikationsleistungen medizinischer Fakultäten vorgestellt. Im Ergebnis erster Analysen zeigt sich, dass für die Medizin in Deutschland zwar mehrere untersuchte Merkmale der LOM-Modelle nicht mit den beabsichtigten Effekten einhergehen; bei einer breiteren Betrachtung der Governance insgesamt lassen sich aber durchaus intendierte Effekte finden. Wir vertreten hier ein relativ breites Verständnis von Governance als Perspektive, in dem Steuerung als Teil von Governance mit aufgeht (vgl. Mayntz 2005, ausführlicher dazu Schulz 2010). Darüber hinaus stellen wir erste Ergebnisse unserer bundesweiten Professorenbefragung an allen medizinischen Fakultäten Deutschlands vor und fokussieren hierbei insbesondere die Wahrnehmung der Zielerreichung und der Effekte der LOM. Mit unseren Ergebnissen hoffen wir Hinweise dafür geben zu können, wie und unter welchen Bedingungen LOM-Modelle die intendierten Ziele erreichen können und möglichst wenig nicht-intendierte Effekte aufweisen.