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Arbeiten in der Corona-Krise (Working in the Corona-Crisis)

Goal: Der Arbeitswelt-Monitor "Arbeiten in der Corona-Krise" untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Eindämmungsmaßnahmen auf die Arbeitswelt (www.arbeit-corona.uni-osnabrueck.de). Folgende Themen werden behandelt: Infektionsrisiken, wirtschaftliche Folgen, mobiles Arbeiten, arbeitspolitischer Umgang der Arbeitgeber mit der Pandemie, Mitbestimmung, Konflikte zwischen Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit und Einschätzungen der Politik.

Empirisch basiert das Vorhaben auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der Erwerbstätigensurveys und qualitative Interviews kombiniert. Durch regelmäßige Wiederholungsbefragungen wird die Dynamik der Corona-Effekte in der Arbeitswelt eingefangen. Analytischer Kern des Projekts ist die Klassenheuristik von Daniel Oesch, mit der berufliche Ungleichheiten im Erleben der Pandemie untersucht werden.

An der ersten Welle des Arbeitswelt-Monitors im APril und Mai 2020 nahmen rund 12.000 Erwerbstätige am Survey teil und über 30 qualitative Interviews wurden geführt.

Die zweite Welle lief im Dezember 2020 mit rund 4.000 Teilnehmer*innen am Survey und 32 qualitativen Interviews. Aktuell (Stand April 2020) läuft die dritte Befragungsrunde ("Ein Jahr Corona"). In dieser Runde wird die Befragung des Monitors um zwei Sondererhebungen ergänzt: die Selbständigen-Befragung und die Befagung von betrieblichen Interessenvertretungen.


Publikationen zu der ersten Welle finden sich hier bei Researchgate, Ergebnis- und Branchenberichte auf der Projektseite der Kooperationsstellen: https://www.kooperationsstelle-osnabrueck.de/aktuelles/news/news-details/arbeiten-in-der-corona-krise.

Die

Date: 1 March 2020

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Hajo Holst
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Auf der Basis der 3. Erhebungsrundes des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ aus dem Frühjahr 2021 untersucht der Beitrag, wie abhängig Beschäftigte den Umgang ihrer Interessenvertretung mit der Pandemie erleben. Die Zufriedenheit mit dem Betriebs- und Personalratshandeln weist deutliche Klassenungleichheiten auf: Am geringsten ist sie unter Dienstleistenden und Produktionsarbeitenden – jenen Klassen, die unter den abhängig Beschäftigten am stärksten unter den negativen Arbeitsfolgen der Corona-Pandemie leiden. Allerdings gehen die Differenzen in den Bewertungen des Umgangs der Betriebs- und Personalräte mit der Pandemie nicht auf die besondere Betroffenheit der Klassen mit gesundheitlichen Risiken oder wirtschaftlichen Lasten zurück. Unabhängig von der Klassenlage erweisen sich die Repräsentativität und die Responsivität des Betriebs- und Personalratshandelns als interessenvertretungspolitische Erfolgsfaktoren: Arbeitnehmer*innen, die auch in der Pandemie erleben, dass der Betriebs- oder Personalrat ihre Interessen zur Not auch gegen den Arbeitgeber vertritt und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte hat, zeigen sich deutlich zufriedener mit der Interessenvertretung. Die relativ geringe Zufriedenheit mit dem Betrieb- oder Personlrat vor allem der Dienstleistenden, aber auch der Produktionsarbeitenden geht auf die schlechtere Bewertung der Repräsentativität und der Responsivität der Interessenvertretung in der Corona-Pandemie zurück.
Hajo Holst
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Zusammenfassung Der Beitrag beschäftigt sich aus einer klassenanalytischen Perspektive mit der arbeitsweltlichen Dynamik der Corona-Pandemie. Auf der Basis eines Mixed-Methods-Designs, eines thematisch breiten arbeitssoziologischen Zugangs und von zwei Erhebungswellen des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ werden die Pandemieeffekte im April/Mai 2020 und im April/ Mai 2021 miteinander verglichen. Quantitativ zeigt sich eine bemerkenswerte Kontinuität in der Risiko- und Lastenverteilung. Die beiden „harten Lockdowns“ unterscheiden sich kaum in den absoluten Betroffenheiten mit subjektiven Infektionsrisiken, wirtschaftlichen Lasten und verschlechterten Arbeitsbedingungen sowie im Zugang zum mobilen Arbeiten – und damit auch nicht in den vertikalen und horizontalen Klassenungleichheiten, die sich aus dem Zusammenspiel der Einzeleffekte ergeben. Zugleich deuten die qualitativen Interviews darauf hin, dass sich im Pandemieverlauf die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Risiko- und Lastenverteilung verschiebt. In den stark betroffenen unteren Klassen bildet sich nämlich ein Spannungsverhältnis zwischen dem Stolz auf die eigenen Beiträge zur Pandemiebewältigung und den verfestigten Klassenungleichheiten in den Arbeitsfolgen heraus. Letztere werden zunehmend als Missachtung der eigenen Leistungen und als Angriff auf die menschliche Würde erlebt.
Hajo Holst
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Die zweite Befragungswelle des Arbeitswelt-Monitors lief vom 6.4. bis zum 31.5.2021. 7.165 Personen beteiligten sich an dem Online-Survey, zudem wurden 32 Interviews geführt. Anhand von zwei Wellen des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-krise" vergleicht der Bericht die Auswirkungen der Pandemie in den beiden "harten Lockdowns". Insgesamt zeigt sich bemerkenswert viel Kontinuität. Obwohl inzwischen sehr viel Wissen über Ungleichheiten in den Pandemiefolgen vorliegt, verfestigen sich diese im Pandemeiverlauf: Nach einem Jahr Corona hat sich an den Klassenungleichheiten in den arbeitsweltlichen Auswirkungen der Pandemie kaum etwas getan. Der Bericht untersucht die Kontinuitäten in der gesellschaftlichen Risiko- und Lastenverteilung und fragt zugleich danach, wie Erwerbsarbeitende die Kontinuitäten erleben.
Hajo Holst
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Der Beitrag verbindet die Forschung zu den arbeitsweltlichen Auswirkungen der Corona-Pan-demie mit der Debatte über die Relevanz sozialer Klasse. Mit einem klassenanalytischen Zugang (Oesch-16) und auf der Basis eines Mixed-Methods-Designs mit Erwerbstätigensurvey (logistischen Regressionen) und qualitativen Interviews aus der Frühphase der Pandemie werden die Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitswelt in Deutschland in fünf Themenfeldern untersucht: Infektionsrisiken am Arbeitsplatz, wirtschaftliche Lasten, mobiles Arbeiten, Arbeitsbedingungen sowie Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung. Dabei zeigen sich im Bereich der Erwerbsarbeit ausgeprägte vertikale und horizontale Klassenungleichheiten, die punktuell auch auf die Schnittstelle zur unbezahlten Sorgearbeit ausstrahlen und die zudem in den Alltagserfahrungen vieler Erwerbstätiger präsent sind. Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung der Klassenlage für das Arbeitserleben in der Pandemie, verweisen jedoch auch auf Grenzen der Erklärungskraft klassenanalytischer Perspektiven im Bereich der Sorgearbeit.
Hajo Holst
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Der Beitrag beschäftigt sich mit der besonderen Klassendynamik der Corona-Pandemie. Gezeigt wird, dass zentrale arbeitsweltliche Auswirkungen – subjektive Infektionsrisiken, wirtschaftliche Lasten und mobiles Arbeiten – von starken vertikalen und horizontalen Klassenungleichheiten gekennzeichnet sind, die zudem über den bisherigen Pandemieverlauf eine bemerkenswerte Stabilität aufweisen. Zugleich wird deutlich, dass die Klassenungleichheiten nicht nur ein analytisches Phänomen darstellen, sondern den Erwerbsarbeitenden im Arbeitsalltag bewusst sind. Damit wirkt die Pandemie im doppelten Sinne als Brennglas, in dem die gesellschaftliche Relevanz der Kategorie „Klasse“ sichtbar wird: Erstens wird in der Pandemie deutlich, dass der Einfluss der Klassenlage auf die Verteilung von Erwerbsarbeitsrisiken ungebrochen ist; zweitens rückt – vermittelt über die im Arbeitsalltag sichtbaren Ungleichheitseffekte der Pandemie – die Klassenstruktur verstärkt ins Bewusstsein vieler Arbeitenden.
Hajo Holst
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Auf der Basis der quantitativen und qualitativen Erhebungen des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-Krise" beschäftigt sich der Beitrag mit den Auswirkungen von Corona auf die Arbeitswelt im Pandemieverlauf. Anhand einer Trendanalyse der beiden Surveys aus dem Frühjahr 2020 und dem Frühjahr 2021 werden die Pandemieeffekte in vier Themenfeldern beleuchtet, nämlich den subjektiven Infektionsrisiken, den wirtschaftlichen Lasten, den Arbeitsbedingungen und dem mobilen Arbeiten. Der Vergleich der Pandemieeffekte in den beiden sogenannten "harten Lockdowns" fördert überraschend viel Kontinuität zu Tage-und zwar sowohl in den absoluten Betroffenheiten als auch in den horizontalen und vertikalen Klassenungleichheiten, die seit der Frühphase der Pandemie nichts von ihrer Schärfe verloren haben. In den qualitativen Interviews zeigt sich, dass die verfestigten Ungleichheiten in den von den Pandemieeffekten besonders betroffenen Klassen vielfach als Missachtung der eigenen Anstrengungen und Leistungen seit der Frühphase der Pandemie erlebt werden. Osnabrück, den 20.8.
Hajo Holst
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This is the report based on the 1st wave of the Working World Monitor "Working in the Corona Crisis in Germany". The survey took place during the first lockdown in April and May 2020. 11,083 employed persons participated in the online survey, and 27 qualitative interviews were also conducted. The survey examines the impact of Covid-19 and the containment measures on work and employment, employers' handling of the pandemic, infection concerns, employers' protective measures, child care arrangements, work-care balance, and policymakers' handling of the pandemic. Strong occupational inequalities are evident in almost all aspects: based on Daniel Oesch's class schema, it is shown that the impact of Covid-19 on work life in Germany is both vertically stratified and horizontally differentiated. Academic occupations from the upper employment classes are significantly less affected by infection risks, economic burdens and negative effects on job content and work strain than the lower classes (skilled and semiskilled occupations). The pandemic thus reinforces existing vertical and horizontal class inequalities.
Auf der Basis des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ untersucht der Beitrag, wie abhängig Beschäftigte den arbeitspolitischen Umgang ihres Arbeitgebers mit der Pandemie erleben. Die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeberhandeln weist deutliche Klassenungleichheiten auf: Am geringsten ist sie unter Dienstleistenden und Produktionsarbeitenden – jenen Klassen, die unter den abhängig Beschäftigten am stärksten unter den negativen Arbeitsfolgen von Covid-19 leiden. Die Differenzen in den Bewertungen des Umgangs der Arbeitgeber mit der Pandemie gehen jedoch nicht – das zeigt eine Regressionsanalyse – auf die besondere Betroffenheit der Klassen mit gesundheitlichen Risiken oder wirtschaftlichen Lasten zurück. Verantwortlich sind vielmehr Ungleichheiten in der Wahrnehmung der Arbeitspolitik der Arbeitgeber. Unabhängig von der Klassenlage bilden die Bewertungen der coronabezogenen Arbeitspolitik den wichtigsten Faktor für die Zufriedenheit der Beschäftigten mit dem Arbeitgeberhandeln in der Pandemie. Allerdings fühlen sich Dienstleistende und Produktionsarbeitende seltener gut informiert als die anderen Klassen, erfahren seltener Beteiligungsmöglichkeiten, empfinden die Lastenverteilung im Unternehmen seltener als gerecht und sehen sich häufiger nicht angemessen vor einer Infektion geschützt. Based on the Arbeitswelt-Monitor "Arbeiten in der Corona-Krise", this article examines how dependent employees experience their employer's handling of the pandemic in terms of labor policy (“Arbeitspolitik”). Satisfaction with employers reveals striking class inequalities: It is lowest among service workers and production workers - the classes among dependent employees that suffer most from the negative labor consequences of Covid-19. However, the differences in the assessments of employers' handling of the pandemic are not - as a regression analysis shows - due to the classes being particularly affected by health risks or economic burdens. Rather, inequalities in perceptions of employers' labor policies are responsible. Regardless of class, evaluations of corona-related labor policies are the most important determinant of workers' satisfaction with employer actions in the pandemic. However, service workers and production workers are less likely than the other classes to feel well informed, more likely to experience a participation deficit, less likely to perceive within-company distribution as fair and more likely to feel not adequately protected from infection.
Hajo Holst
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Online erhältlich: https://emedien.arbeiterkammer.at/viewer/image/AC16184333/8/LOG_0009/ Welche Auswirkungen hat Covid-19 auf die Arbeitswelt der Zukunft? Anhand der Erhebungen des in Deutschland durchgeführten Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“ geht der Beitrag der Frage nach, wie sich die Arbeitserfahrungen in Pandemiezeiten insbesondere der unteren Erwerbsklassen – die ausgeprägten Ungleichheiten in den Arbeitsfolgen von Covid-19 und deren öffentliche und politische Thematisierung – auf die subjektiven Dynamiken in der Klassengesellschaft auswirken. Auch wenn in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft Covid-19 durch Impfstoffe, Medikamente und Therapiemöglichkeiten seinen gesellschaftlichen Schrecken verloren haben sollte: Die von der Gleichzeitigkeit von starken Belastungen, Ohnmacht, Fragmentierung und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit geprägten Pandemieerfahrungen an den unteren Rändern der Arbeitsgesellschaft werden – so die These des Beitrags – auch nach dem Ende der Pandemie nachwirken und damit Einfluss auf die Arbeitswelt der Zukunft zu nehmen. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Beobachtung, dass es eine auffällige Diskrepanz zwischen der besonderen Betroffenheit der nicht-akademischen Berufen der unteren sozialen Klassen mit den arbeitsbezogenen Lasten und Risiken der Pandemie einerseits und den öffentlichen und politischen Diskussionen über den Umgang mit Covid-19 in der Arbeitswelt anderseits gibt. Obwohl sie – das zeigen die Ergebnisse eines Erwerbstätigensurveys und qualitativer Interviews – unter den abhängig Beschäftigten am stärksten von subjektiven gesundheitlichen Risiken und wirtschaftlichen Lasten betroffen sind, bleiben die Erfahrungen von Menschen aus nicht-akademischen Dienstleistungs- und Produktionsberufen gesellschaftlich weitgehend unsichtbar. Die mediale Berichterstattung und die politischen Debatten konzentrieren sich in Deutschland wie in Österreich stark auf das Homeoffice, das jedoch auch in der Pandemie überwiegend den akademischen Berufen der oberen Klassen vorbehalten bleibt und vor allem in den Arbeitserfahrungen von Dienstleistenden, Produktionsarbeitenden und Kleingewerbetreibenden kaum vorkommt. Auch die Klassifizierung als „systemrelevant“ führt bei den Berufen der unteren Klassen bislang nicht zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Aufwertung. Die geringe öffentliche Sichtbarkeit der eigenen Sorgen und Nöte muss angesichts der starken Betroffenheit mit coronabedingten Belastungen und der Ohnmacht, auch in Zeiten der Pandemie keinen Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen nehmen zu können, von Dienstleistenden und Produktionsarbeitenden als gesellschaftliche Missachtung gesehen werden, die das Potenzial in sich trägt, seit Jahren verbreitete Gefühle des gesellschaftlichen Abgehängtseins zu verstärken und auch nach dem Ende der Pandemie den sozialen Zusammenhalt zu beeinträchtigen sowie die Herausbildung von Solidarität an den unteren Rändern der Arbeitsgesellschaft zu erschweren.
Hajo Holst
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Der Beitrag an und beschäftigt sich aus einer klassenanalytischen Perspektive (Oesch 2006) mit den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arbeitswelt: Wie erleben Erwerbstätige aus verschiedenen sozialen Klassen die Pandemie? Konzentrieren sich die unterschiedlichen Corona-Effekte in denselben Segmenten der Arbeitsgesellschaft? Und welche Wechselwirkungen zwischen den „neuen“ coronabedingten Ungleichheiten und den bestehenden Ungleichheitsdynamiken der Klassengesellschaft lassen sich beobachten? Empirisch basieren die Ausführungen auf den quantitativen und qualitativen Erhebungen der ersten Welle des Arbeitswelt-Monitors „Arbeiten in der Corona-Krise“. Der Beitrag zeigt, dass die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arbeitswelt starke vertikale und horizontale Klassenungleichheiten aufweisen. Zum einen sind die unteren sozialen Klassen – Berufe ohne akademischen Hintergrund – stärker von wirtschaftlichen Lasten und subjektiven gesundheitlichen Risiken betroffen und haben zugleich deutlich seltener Zugang zum mobilen Arbeiten als die oberen Erwerbsklassen. Zum anderen sorgen starke horizontale Ungleichheiten dafür, dass die Corona-Erfahrungen insbesondere der unteren Klassen fragmentiert sind: Dienstleistende erfahren die Pandemie häufiger als Gesundheitsgefährdung, Produktionsarbeitende und Kleingewerbetreibende als Wirtschaftskrise und Bürokräfte als Treiber mobilen Arbeitens. Verstärkt werden die Zentrifugalkräfte in der Klassenstruktur noch durch die Fixiertheit des gesellschaftlichen Diskurses über die Auswirkungen der Pandemie in der Arbeitswelt auf das Homeoffice. Die Sorgen und Nöte der Dienstleistenden, der Produktionsarbeitenden und der Kleingewerbetreibenden – jener Klassen, die besonders unter der Pandemie leiden und kaum Zugang zum mobilen Arbeiten haben – bleiben dadurch gesellschaftlich vergleichsweise unsichtbar. Damit droht die Pandemie die Gräben zwischen den sozialen Klassen zu vertiefen und mittel- und langfristig Solidarisierungsprozesse unter den Lohnabhängigen zu erschweren.
Hajo Holst
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Die Sonderauswertung zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen basiert auf den Ergebnissen der ersten Befragungswelle des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-Krise". Der Monitor ist ein gemeinsames Projekt der Universität Osnabrück und der Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen. Insgesamt beteiligten sich bis Ende Mai 2020 9.775 Erwerbstätige an der Online-Befragung. Zudem wurden 27 qualitative Interviews geführt. Aus Erziehung & Unterricht haben 1.537 Beschäftigte die Befragung vollständig absolviert. Wichtig: Die Befragungen fanden vor den Verhandlungen der Bundesregierung zum Konjunkturpaket und vor den Verkündungen der ersten Lockerungen am Ende des Lockdowns statt. Der Branchenbericht fokussiert die Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitenden im Gesundheits- und Sozialwesen, und zwar im Branchenvergleich und im Vergleich der verbreitetsten Berufsgruppen der Branche. Wenig überraschen gehören die Erwerbstätigen im gesundheits- und Sozialwesen zu den am stärksten von subjektiven Infektionsrisiken betroffenen Arbeitnehmer*innen. Außerdem sind in der Frühphase der Pandemie die Arbeitsbelastungen stark angestiegen. Wie auch in den anderen Branchen zeigen sich auch im Gesundheits- und Sozialwesen starke berufliche Ungleichheiten: Die überwiegend weiblichen Arbeitenden in nicht-akademischen Dienstleistungsberufen sind noch einmal deutlich stärker als ihre Branchenkollegen von Infektionssorgen betroffen, schätzen die Schutzmaßnahmen ihrer Arbeitgeber seltener als auseichend ein und haben seltener Zugang zu mobilem Arbeiten.
Die Sonderauswertung zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit in der Branche Erziehung & Unterricht basiert auf den Ergebnissen der ersten Befragungswelle des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-Krise". Der Monitor ist ein gemeinsames Projekt der Universität Osnabrück und der Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen. Insgesamt beteiligten sich bis Ende Mai 2020 9.775 Erwerbstätige an der Online-Befragung. Zudem wurden 27 qualitative Interviews geführt. Aus Erziehung & Unterricht haben 1.188 Beschäftigte die Befragung vollständig absolviert. Wichtig: Die Befragungen fanden vor den Verhandlungen der Bundesregierung zum Konjunkturpaket und vor den Verkündungen der ersten Lockerungen am Ende des Lockdowns statt. Der Branchenbericht fokussiert die Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitenden in der Branche Erziehung & Unterricht, und zwar im Branchenvergleich und im Vergleich der verbreitetsten Berufsgruppen der Branche. Die Erwerbstätigen in Erziehungs- und Unterrichtsberufen gehören zu den am stärksten von Infektionssorgen betroffenen Arbeitnehmer*innen. Wie auch in den anderen Branchen zeigen sich auch in Erziehung & Unterricht starke berufliche Ungleichheiten: Die Arbeitenden in nicht-akademischen Dienstleistungsberufen sind überproportional von Infektionssorgen betroffen und schätzen zudem die Schutzmaßnahmen ihrer Arbeitgeber häufiger als unzureichend ein.
Die Sonderauswertung zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit in der Chemieindustrie auf den Ergebnissen der ersten Befragungswelle des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-Krise". Der Monitor ist ein gemeinsames Projekt der Universität Osnabrück und der Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen. Insgesamt beteiligten sich bis Ende Mai 2020 9.775 Erwerbstätige an der Online-Befragung. Zudem wurden 27 qualitative Interviews geführt. Aus der Chemieindustrie haben 693 Beschäftigte die Befragung vollständig absolviert. Wichtig: Die Befragungen fanden vor den Verhandlungen der Bundesregierung zum Konjunkturpaket und vor den Verkündungen der ersten Lockerungen am Ende des Lockdowns statt. Der Branchenbericht fokussiert die Auswirkungen von Covid-19 auf die Arbeitenden in der Chemieindustrie, und zwar im Branchenvergleich und im Vergleich der verbreitetsten Berufsgruppen der Branche. Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Beschäftigten der Chemieindustrie relativ glimpflich durch die Frühphase der Pandemie gekommen: weder waren unter den Erwerbstätigen wirtschaftliche Lasten weit verbreitet noch meldeten größere Anteile Infektionssorgen. Der Blick auf die Berufsebene zeigt jedoch zugleich, dass die Produktionsarbeitenden deutlich stärker von den Negativeffekten der Pandemie betroffen sind als die anderen Berufsgruppen der Chemieindustrie.
Hajo Holst
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Dies ist der Ergebnisbericht der 1. Welle des Arbeitswelt-Monitors "Arbeiten in der Corona-Krise". Die Befragung fand während des ersten Lockdowns im April und Mai 2020 statt. An dem Online-Survey haben sich 11.083 Erwerbstätige beteiligt, zudem wurden 27 qualitative Interviews geführt. Untersucht werden die Auswirkungen von Covid-19 und der Eindämmungsmaßnahmen auf Arbeit und Beschäftigung, der Umgang der Arbeitgeber mit der Pandemie, die Infektionssorgen, die Schutzmaßnahmen der Arbeitgeber, die Organisation der Kinderbetreuung, Vereinbarkeitskonflikte und der Umgang der Politik mit der Pandemie. In nahezu allen Aspekten werden starke berufliche Ungleichheiten sichtbar: Auf der Basis des Klassenschemas von Daniel Oesch zeigt die 1. Welle des Arbeitswelt-Mionitors, dass die Auswirkungen von Covid-19 sowohl vertikal stratifiziert als auch horizontal differenziert ist. Akademische Berufe aus den oberen Erwerbsklassen sind deutlich weniger von Infektionsrisiken und wirtschaftlichen Lasten betroffen als die unteren Klassen (Ausbildungsberufe und Anlerntätigkeiten). Damit verstäkt die Pandemie die bestehenden sozialen Ungleichheiten.
Hajo Holst
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The study analyses inequalities in how German employees experience corona-related health and economic risks at the workplace. A social class framework is used to locate both types of risks within the vertically stratified and horizontally differentiated employment structure. A mixed-methods approach is applied based on a workforce survey (n = 9737) and qualitative interviews (n = 27), from the early stage of the pandemic (April to May 2020). Logistic regressions triangulated with interview analysis reveal striking occupational inequalities in employees’ corona experience: The work-life burdens of Covid-19 hit social classes quite unequally. Three findings are particularly noteworthy. First, health and economic risk experiences are primarily located in different horizontal segments of the employment structure. Perceived health risks are highest for the classes based on the interpersonal work logic, whereas the independent classes and the technical classes experience higher economic risks. Second, risk experience among wage earners is vertically stratified. In each horizontal segment, members of the lower classes report significantly higher health and economic risks than the upper classes. Third, although health and economic risks have their centres in different horizontal segments, the risks overlap among production and service workers at the lower end of the employment structure; thus, amplifying pre-existing class inequalities.
Hajo Holst
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Der Arbeitswelt-Monitor "Arbeiten in der Corona-Krise" untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Eindämmungsmaßnahmen auf die Arbeitswelt (www.arbeit-corona.uni-osnabrueck.de). Folgende Themen werden behandelt: Infektionsrisiken, wirtschaftliche Folgen, mobiles Arbeiten, arbeitspolitischer Umgang der Arbeitgeber mit der Pandemie, Mitbestimmung, Konflikte zwischen Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit und Einschätzungen der Politik.
Empirisch basiert das Vorhaben auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der Erwerbstätigensurveys und qualitative Interviews kombiniert. Durch regelmäßige Wiederholungsbefragungen wird die Dynamik der Corona-Effekte in der Arbeitswelt eingefangen. Analytischer Kern des Projekts ist die Klassenheuristik von Daniel Oesch, mit der berufliche Ungleichheiten im Erleben der Pandemie untersucht werden.
An der ersten Welle des Arbeitswelt-Monitors im APril und Mai 2020 nahmen rund 12.000 Erwerbstätige am Survey teil und über 30 qualitative Interviews wurden geführt.
Die zweite Welle lief im Dezember 2020 mit rund 4.000 Teilnehmer*innen am Survey und 32 qualitativen Interviews. Aktuell (Stand April 2020) läuft die dritte Befragungsrunde ("Ein Jahr Corona"). In dieser Runde wird die Befragung des Monitors um zwei Sondererhebungen ergänzt: die Selbständigen-Befragung und die Befagung von betrieblichen Interessenvertretungen.
Publikationen zu der ersten Welle finden sich hier bei Researchgate, Ergebnis- und Branchenberichte auf der Projektseite der Kooperationsstellen: https://www.kooperationsstelle-osnabrueck.de/aktuelles/news/news-details/arbeiten-in-der-corona-krise.
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